Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 6

ptc schwarzwälder Zlsir. i f Die Erfindung der Räderuhren war in anderen Ländern schon längst gemacht, als dieser Luzusgegenstand, erst um dieMitte deö 17. Jahrhunderts in die abgelegenen Hütten desSchwarzWaldes sich verlor. Ein Glashändler aus dem Knobellwald brachte damals eine hölzerne Stundenuhr als einen raren Kram" in die Heimath mit, wo sie natürlich gebührend Staunen erregte. DiesesKunstwerkchen reizte den dem Schwarzwälder stets eignen Spür-, Grübel- und Tüftelsinn an, selbst ein derartiges- verzwicktes Ding zu be steln", was denn auch mehreren zugleich, dem Hackbretterlenz" aus der

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Uhr torn Jahr 1790. Uhr vom Jahr 1640. Spüren bei St. Märgen und einem aus der Familie der Kreuze von Waldau gelungen sei. Dieser ersteStundenzeiger war freilich noch ganz einfach. Er bestand nur aus drei Holzrädern ; als Balance diente ein hölzerner Valken, die Unruhe, welche, statt durch schöne Gewichte durch eiuen Feldstein getrieben und mittelst angehängter Bleikugeln entsprechend gehemmt wurde. Eine solche Uhr mit der Jahrzahl 1640, die unsereJllustration veranschaulicht, ist nach der Natur gezeichnet. Bald stachelte der Ehrgeiz noch Andere an. derartige Uhren zu fertigen, zunächst für den eignen Gebrauch, dann aber auch zum Verkauf. Wenn freilich die damaligen ungünstigenZeitlaufte Krieg auf Krieg noch die regere Entwickelung des neuen ErKuckucksuhren. werbszweiges hemmten, so waren anderseits die Verhältnisse im SchwarzWald gerade wie geschaffen, daß nach d:m Schwinden der Knegsschrccken mit dem Utrechter Frieden das Uhrengewerbe sich hier einbürgerte: die Güter der Bauern boten nur kargen und schwer errungenen Unterhalt; die ausgedehnten Wälder, größtentheils Eigenthum der Grundherren, Klöster und Stiftungen, ließen dem Landmann nur wenigAcker- und Wiesenfeld übrig. Das erstere lieferte bei den einfachen landwirthschaftlichen Hilfsmitteln nur karge, zum Verkauf weder ausreichende, noch geeignete Frucht; auf den spärlichen Wiesen konnten kaum einige Kühe gehalten 'verden. Im Winter, der fast dreiviertel des Jahres umfaßt, gab es wenig Arbeit und wenig Verdienst. So mußte eil. Gewerbe, das im Hause am warmer. Ofen und nur nebenbei betrieben werden konnte, sehr willkommen sein. Das nöthige Holz war in Fülle vorhanden und die bald auch benutzten Erze lieferten die Eingeweide der Berge. In vielen Gemeinden führte sich die Uhrmacherei ein. wo sie bis heute sich erhalten hat. Mit der dem Schwarzwälder eignen Findigkeit vervollkommnete er bald sein Product dadurch, daß er an Stelle der Unruhe das Pendel, an 5 Moderne und alte Uhr. Stelle der hölzernen metallene Räder sete. den Gang der anfangs zwölfstündigen Uhr aus vierundzwanzig Stunden Gehzeit erweiterte und derselben ein Schlagwerk beifügte, so daß die Schwarzwälder Uhr um das Jahr 1740 schon ziemlich genau so aussah und beschaffen war, wie heute. Bald ergab sich der Nutzen d:r Arbeltstheilung; die Einen fertigten die einzelnen Bestandtheile. Andere, die eigentlichen Uhrmacher, selten diese zusammcn zu ganzen Uhren und wieder Andere verpackten die Waare und trugen sie in alle Welt hinaus. Anfangs arbeiteten diese Händler im Winter selbst in der Uhrmacher:! und reisten nur Sommer; später blieben sie das

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ganze Jahr draußen und ließen sich durch besondere Spediteure, in der Sie gel Wirthe oder Kaufleute, die Waaren

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Moderne Uhren. nachsenden. Die erstgenannte Kategorie von Meistern theilte sich wieder in verschiedene Zweige; die einen gössen die Metalltheile: Räder. Zeiger. Glocken; andere, die Gestellmacher, fertigten die Holzgehäuse undHolzschilde; wieder andere verzierten letztere und bildeten die zum Theil zu künstlerischer Höhe sich schwingende Zunft derSchildmaler. Es brausten manche Stürme über die eigmartigeJndustrie weg und beugten sie bald zu Boden, bald drohten sie, den jungen Baum zu entwurzeln: Kriegsjahre, Eoncurrenz anderer Länder, Vertheuerung der Rohmaterialien, Ueberproduction im eignen Lande, bann aber auch eigne Schuld der Zunftangehörigen durch Ueberhandnähme von Lurus und Genußsucht, Verlassen der alten Rcellität undTreue schädigten die Uhrmacherei schwer. Die 2271 Zifferblattmaler. letztgenannten Mißstände waren besonders bei den Spediteuren undHändlern eingerissen. All die genannten Mißstände konnten aber die Schwarzwälder Uhrenmacherei. nur vorübergehend hemmen; siegreich behauptete sie immer wieder das Feld und steht heute hochgeachtet und blühend da auf dem Weltmarkt. Naturgemäß hat sich manches im Geschäftsbetrieb, entsprechend denFortschritten auf technischem und industriellem Gebiet, geändert; aber die Grundlagen sind die alten geblieben. Wenn die Schwarzwälder Uhr jetzt auch zum Theil fabrikmäßig hergestellt wird, so hat sich doch die Hausindu",!i"!liiliiil!,iLlEt rill 1 l 'ff'lililill'f 'i'M n " gMMMM. Zusammensetzen der Uhren. strie noch erhalten, nur daß die Meister in der Regel nicht mehr selbsiständig, auf eigene Rechnung, sondern gegen Stücklohn für die Fabrikanten arbeiten. .Roch bildet besonders' die Gestellmacherei und Schildmalerei einen beträchtlichen Nebenerwerb für Manchen, der ein kleines Gütchen mit ein bis zwei Kühen umtreibt und in der von landwirthschaftlichen Arbeiten freien Zeit mit der ganzen Familie das Gewerbe ausübt. Die Bestandtheile, sowie das Gestell" oder den Kasten und den Schild erhält der Zusammensetze!" aus der Fabrik. Man unterscheidet Großuhren und Kleinuhren; eine kleine Zwischenstufe sind die sogenannten Schottenuhren. Alle haben dieselbe Zusammensetzung und dieselbe Form, für welche besonders der rechteckige Schild mit seinem halbkreisförmigen oberen Aus. schnitt charakteristisch 'ist. Der Schild besteht in der Regel aus glattgehobeltem Tannenholz (seltener Blech oder Glas), welches zuerst grundirt. dann lackiert, hierauf gemalt und endlich noch gefirnißt wird. Der Gegenstand der Vemalung ist verschieden, je nach dem Land, in welches die fertige Uhr verschickt wird. Der norddeutsche Bauer liebt kleine Landschaften oder halbgroße Blumen, die noch einen großen Theil des weißen Grundes frei lassen; der welsche Landmann will den ganzen Schild, womöglich noch das Zifferblatt, voll bemalt sehen; dem Ungar gefallen recht große bunte Blumcn. Der Fabrikant, welcher meistens mehrere hundert Arbeiter beschäftigt, versendet sein: Uhren meist an GroßHandlungen im Inland oder Ausland;

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bisweilen haben die Fabriken aus wärtö noch Agenturen, welche, wie früher, durch Landsleute oder Verwandte verwaltet werden, die den Verkauf der Uhren und den Einzug der Gelder besorgen. Nur selten noch sieht man jene eigenartigen Gestalten, die früher in die Welt hinaufzogen: an den Rhein, nach Frankreich. England, Italien, Ungarn, Rußland, ja sogar nach der Türkei, mit Uhren wie bespickt, welche sie an ledernen Gürteln trugen. Unsere Bilder bringen das Porträt eines solchen Hausierers, des greisen Mühle - Franz," der, achtzig Jahre alt, oben in Neukirch lebt und noch ab und zu auf den Handel geht. Von allen Seiten werden jetzt ungeheure Mengen von Uhren auf den Markt gebracht, so daß es fast als ein Wunder erscheint, daß die alte Schwarzwälder Uhr noch begehrt wird.

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Mühle-Franz. Ja, die Fabrikanten des Schwarzwaldes selbst mußten sich dazu verstehen. Uhren nach fremden Modellen auf den Markt zu bringen, um das Feld beHäupten zu können. , So kommt es denn, daß man in den Uhrenmagazinen eine so große Menge verschiedener fremder Arten und Formen findet. Außerdem hat die Wanduhr selbst im Laufe der Jahre sich zu vielfachen Modificationen bequemen müssen: der einfache, glatte Schild wurde unterbrochen durch Laubsägearbeit oder verziert mit allerlei Flora, ftauna und dem Volksleben des Waldes" entnommenen Schnitzereien, an Stelle der Glocken traten als Signale Vogelrufe (Kuckuck), Trompetenstöße, Pfeifen etc.; durch Zusammenstellen mehrerer Pfeifen etc. wurden ganze Melodien erzeugt; so entstand die blübende Orchestrionfabrik. Außer den Secunden. Minuten und Stunden lernte man auch noch die Monatstage, die Monate, die Umlaufzeiten der Gestirne mittelst der Räderwerke bezeichnen: man erfand die astronomischen Uhren etc. Endlich wurde auch die treibende Kraft geändert, an Stelle der Gewichte traten d.ie Zugfedern und sogar neuerdings die Elsctricität. So steht denn die Schwarzwälder Uhr inmitten zahlreicher Nachkommen und Fremdlinge da, einfach, aber dauerHaft und kräftig, ähnlich dem Schwarzwaldbauern, der selbst in dem ihn umrauschenden Fremdenstrom stets der alte geblieben und in seiner ursprünglichen Tracht, mit seinen eigenartigen Bräuchen und rauhen Sitten wie ein Denkmal aus vergangenen Tagen in das herandämmernde zwanzigste Jahrhundert hineinragt. " Verzeihlicher Irrthum. . .. . . . Wie. Du treibst Physik und Chemie zu Hause?" Unsinn, das ist ja der Toile! tentisch meiner Frau!" Grob. Aeltliche Dame: Fin. den Sie mich schön, Herr Baron? Baron: Gewiß; Ihr . Gesicht zeigt deutlich die Spuren einstiger Schönheit. Vor Gericht. Richter: Angeklagter, Ihre Vergangenheit ist nicht die beste! Sie sind schon dreimal bestraft. Angeklagter: Aber, Herr Rath, Sie münen auch bedenken, daß ich schon sechzig Jahre bin. Bei so einem Alter ist dreimal doch noch nicht viel! Ein guter Gatte. Was Teufel haben Sie mit Ihren Haaren gemacht; Sie hatten noch gestern einen grauen Kopf? Ja. meine Haare sind diese Nacht aus Freude über die glückliche Abreise meiner Frau schwarz geworden. Von der Radfahrerabtheilung. Unterofsicier: Mit was habt ihr euer Rad zu schmieren. Huber?" Soldat: Mit Maschinenöl." Unterofsicier: Unsinn was sagst Du. Müller?" Soldat: Mit Knochcnöl." Unterofsicier: Blech na, Einjähriger?" Einjähriger: Mit Oleum " Unterofsicier: Papperlapapp, käm, mir der Mensch noch mit griechischen Brocken daher: mit der nöthigen Sorgfalt habt ihr euer Rad zu schmieren, verstanden!"

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Im Kalotaszeg. Im geographischen Sinne ist daZ Kalotaszeg jenes siebenbürgische Hügclland, welches, von den Gyaluer Alpen, dem Meszes und dem Vlegyasza umgeben, vomKalotabache durchschnit ten wird; im ethnographischen Sinne reicht es weit darüber hinaus, bis in

Frau von Gyarmathy. die Thäler der dreifachen Körös. denn so weit das Muszuj getragen wird, sv weit reicht Kalotaszeg." Das Muszuj ist aber jenes eigenartige Frauenkleid, welches, in tausend Falten gelegt, vorn aufgenommen ist und so erst durch Zuhilfenahme einer dreiten Schürze einen completen Frauenrock bildet. Zu beiden Seiten sehen wir je einen Winkel des Unterrocks hervorleuchten. Das Muszuj ist gewohnlich aus schwarzem Kattun angefertigt und reicht fast bis zur Eroe. Sein Ende wird inwendig mit einem handbreiten Futter ausgenäht, das bei Mädchen und jungen Frauen aus geldem oder rothem, bei älteren aus grünem Tuche besteht. Damit dieser Rand sichtbar sei, wird er umgelegt' und an den Hüften befestigt. Die schwarze, mit rothen Blumen gezierte Schürze bedeckt das obere Ende dieses eigenartigen Rocksaumes. Vom weißen Unterrocke heben sich die hohen rothen Stiefel gut ab. Bei feierlichen Anlässen legt das Mädchen eine Art Diadem an. das mit Weißen Perlen ausgenäht ist und zuletzt bei der Trauung getragen wird. Auf dem Bilde Mädchen aus dem Kalotaszeg" sehen wir das eine in der Festtagstracht. daS andere, mit dem Tuche auf dem Kopse, imAlltagskleide. Die letztere hat ein dreifarbiges Band KalotaszegerMädchen. über den Arm geworfen, dessen Verlängerung in den Zopf geflochten ist. Bei' der andern sehen wir ein geblümres Band diesemZwecke dienen. Solche in den Zopf geflochtenen Bänder werden nur von den Mädchen getragen, da die Frauen ihr Haar aufstecken. Auf demselben Bilde sehen wir ein Stück Varottas über die Hand des sitzenden Mädchens gelegt. Eigenartig sind auch die mit altungarischen Motiven bunt bemalten Möbel, welche ebenfalls eine Art Hausindustrie im Kalotaszeg bilden, die von Männern in ihren freien Stunden ausgeübt wird. Zu dem Bilde Junge Frau aus dem Kalotaszeg" haben wir noch zu bemerken, daß sie in ihrer Alltagstracht sich nur wenig von den Mädchen unterscheidet. An Festtagen legt die junge Frau ein goldgesticktes Häubchen an und darüber ein großes Tuch aus weißem Tüll. Der Gang zur Kirche" zeigt uns Frauen und Mädchen in ihre: malerischen Tracht. Man findet hier, daß die weiblichen Bewohner des Kalotaszeg der Muszujtracht verschiedene Nuancen abgewinnen und sich keinesWegs an eine Schablone halten. Die I u n g e F r a u. Kalotaszeger sind Magyaren. wo,l etwas mit Szeklern vermischt; ihre: Tradition nach sind sie tatarische: Abstammung. wofür jedoch bisher kein Beweis erbracht wurde. Te: Gang zu dem Gotteshause führt in die reformirte Kirche, denn ihr gehören die Kalotaszeger an. Das Innere der Kirchc ist durch die Ausschmückung der Decke interessant. Dieselbe ist in Quadrate getheilt und in jedes derselben ein Bild gemalt: wir finden da biblische Sujets, aber auch scbr scbön 'im ungarischen Geschmacke stilistrte

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Vlumen. wie Rosen. Nelken und Tulpen, mitunter auch Ornamente und Thiere. Besonders schön ist in dieser Richtung die Decke der Kirche zuBanf-fy-Hunyad, deren ältester Theil im Jahre 1693 erbaut wurde. Die Hauptbeschäftigung der Kalotaszeger ist Landwirthschafi; gegen die Berge zu treiben sie Waldwirthschaft und Viehzucht. In den Bergen selbst gibt es zahlreiche rumänische Ansiedlungen und dort sind verhältnißmäßig nur wenige Ungarn zu sinden. Im Kalotaszeg hat. Dank den Bemühungen der Frau von Gyarmathy. in neuerer Zeit die halb vergessene Hausindustrie des Varrottas" einen frischen Aufschwung genommen und istdamit Tausenden von Frauen und Mädchen ein einträglicher Erwerbszweig geschaffen. Varrottas" nennt man mit Wolle, Zwirn oder Seide farbig ausgcnähte Wäsche. Die Arbeit wird auf einem kreppartig gewebten Leinen ausgeführt, und es sind besonders altungarische Muster beliebt. Das Leinen, welches mit Varrottas verziert werden soll, wird von den Kalotaszeger Schonen auf den Bauernhöfen im Freien hergestellt. Die jungen Männer leisten ihnen dabei Gesellschaft und benützen die Gelegenheit zu ein:r Art

Gangzur Kirche. Pfänderspiel. Läßt nämlich seineAngcbetete die Spule oder die Arbeit fallen, so greift der Bursche rasch darnach, und nur gegen einen Kuß gibt er die Beute wieder frei. Frau von Gyarmathy. welche die Gattin des königlich: Rathes Sigismund von Gyarmathy. des Directors der Sparkasse zu Banffy-Hunyad ist, hat auch für den Absatz des Varrottas gesorgt und heute wird dieser Artikel bereits nach allen Groststädten Europas versandt. Tas Gocthc- und Tchillcr-Archiv. Weimar, das in den letzten Jahren manch schönes, der Erinnerung an seine große Vergangenheit geweihtes Fest gefeiert hat, hat sich jüngst abermals im Festglanze gezeigt, um eine Feier zu begehen, die in weiten Kreisen deutschen Volksthums Widerhall gefunden hat. Durch die Munificenz der GroßHerzogin Sophie von Sachsen, der Erbin von Goethe's schriftstellerischem Nachlaß, ist zur Aufbewahrung dieser Schätze ein eigenes Haus erbaut worden, das kurz vor der diesjährigen Generalversammlung der Goethe - Gesellschaft feierlich eröffnet wurde. Das neue Haus, von dem weimarischen Architecten Minckert vornehm und geschmackvoll in einem Stil erbaut, der die Formen der Renaissance in ihren Ausläufern im vorigen Jahrhundert wiedergibt, erhebt sich in nächster Nähe der durch Liszt's Aufenthalt berühmten Altenburg" jenseit der Jlm, Ansicht deL Archivs. nordöstlich von der Stadt, auf einem Hügel, der einen weiten Rundblick gestattet, und auf dem es, von vielen Punkten der Stadt aus gesehen, sich prächtig ausnimmt. Auf einer breilen Rampe gelangt man zum Haupteingana. der in das säulengetragene Vestibül führt. Ueber eine breite Freitreppe steigt man zum ersten Stock empor, in dem sich die Haupträume des Hauses befinden: drei große hohe lichte, von eines Galerie umsäumte Säle, die zusammen die Lange der ganzen ront ausmachen; in der Mitte der zur Aufnähme der Handschriften bestimmte Hauptsaal, zu beiden Seiten die Säle, in dellen die Vüchersammlungen der Göthe - Gesel.'schaft u.id des Archivs Aufstellung finden werden. Daran schließen sich zu beiden Seiten die Arbeitsräume der Archivbeamten. Das massive Gebäude, das nur aus Stein und Eisen gefertigt ist, bekundet in allen seinen Theilen sowie in seinem künstlerischen Schmuck eine auf cinfach: harmonische Wirkung abzielende geschmackvolle Eleganz und zweckdienliche. Bequemlichkeit.A u cb ein Grund. Herr: o.& SZit: Sie bitten um cineGrabschrift." Dichter: Für wen?" H:rr: Für meine Frau. Dichter: Ist sie schon lange todt?" Herr: Nein, sie lebt noch." Dichter: Wozu denn die Grabschrift?" Herr: Zu meiner Beruhigung." D e r K u ch e n. Mama: Warum weint denn die Toner!?" Der kleine Karl: Weil der Hund meinen Kuchen , gefressen hat." Mama: Nicht möglich: ich sehe doch, daß Du ihn selbst ißt." Der kleine Karl: .Nein. Mama. daZ ist der Toner! türer."

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ZnSüdtiror. Unter den zahlreichen Burgen von Südtirol dürfte die alte Vintlerburg, Burg Runkelstein, welcheKaiser Franz Joseph I. seiner Zeit angekauft und der Stadt Vozen geschenkt hat, das Interesse eines jeden Touristen in hohem Maß? erregen. Schon Scheffel singt: Noch heute freut's mich, o Runggelstein, Daß einstmals zu guter Stunden In der Talfer felsenges Thal hinein Zu Dir den Weg ich gefunden. Wer immer in's sonnige Etschland fährt. Halt' Einkehr in diesen Räumen, Und ist ihm eine Holde bescheert, Mag er von ihr hier träumen." Sie lag in Trümmern, die alte Burg, von Epheu umrankt, und durch

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Burg Runkelstein. die Munificenz des Kaisers erstand dieses merkwürdigste culturhistorische Denkmal in Tircl zu einem prächtigen mittelalterlichen Hochsitz auf schroffem Porphyrfelsen. Die Burg war früher Eigenthum des Geschlechts der Vintler, das um das Jahr 1000 nach Bozen gekommen war, um bürgerlichem Erwerb nachzugehen. Nikolaus Vintler, der Hofbankier des 15. JahrHunderts, erwarb Runkelstein und baute die Burg, wo er im Jahre 1413 starb, nachdem er als GeneralSteuereinnehmer" und Vorschußgeber des Landesfürsten ungeheure Reichthümer erworben hatte. In der Schenkungsurkunde, mit welcherFranz Joseph I. die Burg der Stadt Bozen zu Ehren gegeben hat, heißt es unter Siegmundskron. Anderm: Daß dieselbe dieses durch seine mittelalterliche Ausschmückung hervorragende, sowie durch die heimathliche Geschichte und Dichtung verherrlichte Denkmal des dreizehnten Jahrhunderts zu ihrer eigenen und des Landes Tirol Ehre schützen und niemals veräußern werde, auf daß es für die folgenden Generationen in seinem Bestände erhalten bleibe." Im Westen von Bozen grüßt den Wanderer das Zauberland Ubberetsch mit dem Schloß Siegmundskron, welches den Zielpunkt vieler Touristen bildet und von wo aus man einen herrlichen Anblick genießt. DiejungeHausfrau. Karl. Du hast eben die Küchenthüre offen gelassen und da hat mir der Zugwind das Kochbuch verblättert! Nun weiß ich nicht, was ich da gekocht habe!" Selbsttäuschung. Xttlbrunnft) i rnKik H&&. Was. Sie trinken den Brunnen cus'm Bierkrügel?" Ja schau'n S', ich krieg' ihn sonst nicht runter!" Feuerfest. Herr: Sie der dienen gar nicht, Strohwittwe genannt zu werden, trotzdem ihr Mann iabgej reist ist." Dame: Warum?" Herr: il f Cmmm

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Was ist SchönycitZ Weisheit. Tugend, Geist und Gernüth, das ist Alles recht gut. aber doch nur, um dieHerzen festzuhalten, welche die Schönheit vorher erobern mußte! Das wäre nun für alle Diejenigen, welche auch gerne Herzen eroberten, ohne daß sie doch Anspruch aufSchönheit machen könnten, ein höchst fataler Umstand, -äre nicht der Begriff der Schönheit ein so völlig unfaßbarer. Wenn Pilatus fragt: Was ist Wahrheit?" so könnte man mit noch größerer Berechtigung fragen: Was ist Schönheit?" Jedes Volk, jede Zeit, jeder Stand, jedes Lebensalter hat ein besonderes Schönheitsideal. Nehmen wir übrigens die von den Alten überkommenen Schönheitsregeln als mustergiltige Normen an. so erfahren wir durch dieselben allerdings ganz genau, wie jeder Zug des Gesichts und jeder Theil des menschlichen Baues beschaffen sein muß, um classisch schön zu heißen; ob es aber je ein Individuum gegeben, das alle diese Vorschriften an sich zur Verkörperung brachte, das erfahren wir nicht. Selbst wenn es einem Bildhauer gelänge, eine Gestalt herzustellen, die alle sonst nur verstreut

sich vorfrndendenSchonhenen zu einem Ganzen verbände, könnte es leicht geschehen, daß er eine Galathea schüfe, die zu erwecken kein Pygmalion der Mühe werth hielte. Die vollendetste Schönheit läßt eben kalt, sobald der Künstler vergessen hat, zur strengen Schönheit süßen Reiz zu fügen." ' Der Dichter, welcher diese letztere Aufgabe der Phantasie des Lesers überlassen kann, hat es leichter als der bildende Künstler, ein Ideal aufzustellen, das Allen genügt, nur muß er sich darein geben, daß das Bild, das ihm vorschwebte, sich jedem seiner Leser in verschiedener, vomUrbilde oft Himmel-, weit abweichender Form darstellt. Es hat eben jeder Einzelne sein eigenes Ideal oder glaubt es wenigstens zu haben, denn abgesehen -davon, daß dasselbe mit den Jahren wechselt, ist oft ein einziger Blick genügend, all: langgehegten Sch'önheitsiheorieen umzuwerfen. Wie käme es sonst, daß Jemand, der sonst für schlanke Brünetten schwärmte, mit stolzem Wüchse und melc77?cholisch unergründlichenAugen. schließlich ein kleines, munteres, belläugiges. blondes Weibchen beimführte, noch dazu in dem festen Glauben. daß keine andere ihm je so gefallen habe? Daß die schönsten Mädchen sich am schwersten verheirathen. ist eine oft gemachte Erfahrung, die ihren überraschenden Charakter verliert, wenn wir bedenken, daß ein weniger hübsches Mädchen, umbaucht vom Zauber holder Weiblichkeit und mütterlich sorgender Zärtlickkeit. geeigueter erscheint, im ehelichen Leben zu beglücken, als die stolz: Schönheit, die gewohnt ist, ihre Umgebung nur als Nahmen für ihre Reize und die Männer als Sklaven zu betrachten, die sich glücklich schätzen müssen, diesen Weihrauch streuen zu dürfen. Gewohnheit und Neizung vermögen das unschönste Antlitz in das schönste für uns zu erklären. Selbst an offenbare Mängel und Körperfehler gewöhnen wir uns bei denen, die wir lieben, so daß wir dieselben gar nicht mehr bemerken. Oft finden wir beim ersten Anblick das Gesicht einer uns vorgestellten Dame häßlich. .Dann, bei näherer Bekanntschaft, finden wir bald, daß das Ge. ficht, im Profil gesehen, gar nicht o Übel ist. Bei fortschreitender Bekanntschaft heißt es schon, ein höchst charakteristisches Gesicht, gar nicht zu vergleichen mit den ausdruckslosen Dutzendgesichtern" ein interessantes, fesselndes Gesicht" ein angenehmes, anmuthiges Gesicht" bis endlich das Antlitz in unseren Augen zu dem einen geworden ist, mit dem sich kein anderes vergleichen kann in der ganzen weiten Welt. Eedankensplitttr. Der Eigensinn ist die Energie der Frauen. Auch ein Gedanke kann zur Lawine werden. y Jeder Mann sollte die moderne Frauenbewegung unterstützen schon aus Freude darüber, daß er keine Frau ist. Am meisten sollten die Leute am Grabe eines echten Humoristen wei nen. Der großen Sorge Segen ist. Daß sie so viele kleine frißt. - D i e meisten Narren macht die Originalitätssucht. Sich erzürnen beißt: Fremd: Fehler an sich selbst bestrafen. Wer auf seinen Lorbeeren schlafen will, wird vom Neid geweckt. D ie Bildung macht nicht glücklich aber die Einbildung. Hc ch Wer Kinder läßt vom Gesinde erziehen. Nachdem sie entwachsen der Windel, Der murre nicht, ist ihm emporgedieh'n In ihnen ein rechtes Gesindel. ch ch ch Ein Verliebter will liebenZ. würdiger sein als er kann, und darurz sind fast alle Verliebten lächerlich. -i Bedauern. Brautjungfer (zur Braut): Aber, Bertha, werttird denn so weinen! Du bekommst ja den besten und sanftesten Mann derWelt!" Braut: DaS weiß ich auch! Ich kann doch nichts dafür, wenn ich so ein gutes Herz hab'' der Mann erbarmt mich halt!"