Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 5
IlTcPTxnjiiitfevfl "nn Saloon u. Billiard-Hall Ro.92 Oft Washington tr. JoKn Meilacher, izentbüme?
Der 4Cignrrenladen 67 Ost Washington Str. empfiehlt sich dem Publikum durch seine vorzüglichen Waaren. Alle Sorten einheimischer und importirten Cigarren und eine große Auswahl von RaucherArtikeln. Um geneigten Zuspruch bittet Schiller Römlrr. 5T01E8 AND HMK8. Sesdlydhs UORCD OVCR ONC fWcciott !l es. Alleinige Agenten für Indianapolis. HAUEISEN & IIARTMAN, 103 100 Oft Washington Straft. Moderne Schuhe für Oamen, Herren und Rinder in größterAuöwahl und zu den billigften Preisen, in dem allbekannten, zuderläsfigen Schuh -Laden von M. MODE, 93 Gst Wnshinglon ötr. Turner Bau und Spar-Yereln Capital. $.ooo,ooo.oo NO. 2 Office im DEUTSCHEN HALS Versammlung, JEDEN SAMSTAG ABEND $t'reHrorcn: Bietet sichere Anlage fuer Ersparnisse. Vermittelt guenstlge Anleihen. Actlen werden ausgestellt auf $100. $200. Sjoo. $400 oder $500 Antheile. Die w dient liehen BetAlm. E. Metzge. President H. Louis Sielkem. Vke:Praes. AlttlN BOHN. See reter Carl H. Liebe. Schatzmeister Thio. Steapfel, ClO.VOükEOUT. HS8M. S(KLKEN. C Eh übt. J. Gao. Muillks. traeqe sind nur 50c pro Antheil keine Eintritts-Gebuefire Keine Abchaetiur.qs-G twr-hren. Keine Verluste Ane ritt. Aergcrt Dich Dein Auge I , reibe ti nicht aus, und werfe eS nicht von $ir, nltm eude Dick an -oülil rjJJJHL PRESCRlPTjO ipwc'NjViN" 1. , A Mv.wff M) " QPT1CIAN- CO JK.riNH.5T. CEHISON HOHSE. INOIANAPOUS-IND. ,ai Tir für T"ie Auge da? nöthige ta fertig, unll lche ugrn werden mmtrji s ngr,e,r. Brille erden ach den besten Methoden den klugen an agt. Achtung V Jetzt ift bi Zeit für Junge Papageien u. öpottvögel Große Autwabl, billige Preise, jeder Bogel garantirt Beim Dutzend oder einzeln, üfige, Futter, Saamen le. Das beste und btUtgne. O. F. Kloppor, Ist Maria rbusett ve. Arno Hüttig empfiehlt sich als Klavierstimmer Auch übernimmt er die Herrichtung alter Instrumente zu zivilen Preifm. Beste Referenzen. 78 Süd Zlobls Str. 72 Telephon 1269. Unterstützt '.die ßötrteie Uto ta&mfä$e.
rialto
'
Mirsm
i Ä I iülfC:
i in
WfW
51. 183, 14Q und. 142 Virginia Avenue, ft L&ometvillc, Manager,
Offener Zchreibebriefdes Philipp Sauerampfer.
Copyright 186 by the Gcrntan Press & Plate Co. Mein liewer Herr Redalticnür! Wenn ich den le een Truwel wär immer, bums is Widder cn annercr do. Was mich awcr jcfct bassirt is, ftll biet einiges un is cbbes, was ich in mei aans 1,11 1 Lcwe nit eckspck sei l)cn. Wenn ich Jhne in mein neckste Schreiwebrief informe duhn, daß ich mich gekillt hen, dann derfe Sc nitt e bitt surpreist sein. Ich sin gewiß en guter Esel, awwcr es gibt auch Augenblicke, wo mer Momente nennt un wo en Esel sich krümme duht, wann uf en gesteppt werd. Sell kommt awer all von meine Gutmiethigkeit und bitahs ich denke, daß alle Mensche so streht un so annest sin wie ich selbst. Well, ich kanns nit annerscht leigele, als daß ich arig mißtehken war. Denke Se nor cmol an, mei Lizzie, was mei Altie is, u:r von die ich die Welt gedenkt hen. is mich untreu worde. Off kohrs, hen ich noch kem Pruhf an Hand, awwer tr kurze Zeit, wer'n ich alles ausgefm. .e hen. Sie wisse gut genug, daß ich die Lizzie for ihr un mich e Rest zu gewwe mit die Kids in die Kontrie geschickt hen. Deß is allreit; heitzutage nimmt jo jedes Kameel e Jakehschen, warum soll i ch do keene nemme. Beseids deß enne mers jo erfordern. Es hott plenie Leit. wo in Fekehschen gehe, awwer ihr Grosser und ihr Butscher Bill vergesse se zu settele un selle braune Blchelcher sin so ausgewohre. daß mer denkt, es wär e altes Näk. Well, mir m enihau nit von die Keind. Die Lizzie Hot mich ein Brief aeschriwwe. Se sagt, se deht arig lohn som fiele un bei den viele Rege wär eniweg kein Fonn in die Kontrie. Se Hot mich auch den Edweis gewwe. ich ollt nit so viel Mmtcher tunke, blkohs es deht mich kee gut. Well, sell mach ich ecksäktlie wie ich will. Ich will doch emohl sehn, ob i ch nit Bahs im Haus sin wenn die Lizzie nit heim is. Ich ben auch reiteweci en Brief aemehlt un hen ihr geschriwwe, se soll nor noch nit ans Widderkomme denke. mkahs das Wetter wär hier auch nit different. Dann hen ich for e lange Zeit gar nicks mehr von die Lizzie geHort. Ich war en arig gnalicher Mensch un hen mich e arig gute Zeit gemacht. Awwer was hen ich for Eckspierienz mit die Frau gemacht! Wei, wenn mich das einer noch e Woch zerick gesagt hätt, dem hätt ich e Ohreig gewwe, daß mer lesig e Halmes Dutzend draus hätt mache gekönnt un wann ich vor e Leifteim in die Pennienscherie komme war. De annere Daz Hot mich nämlich der Mehlmann en Brief gebracht, der so gesagt Hot: Liewer Phil! Duh dich nor mt for mich ruwele. Ich hen hier e arig gute Zeit. E paar Dag zerick is dem Farmer sein Neffjuh in Fekehschen komme un seitdem der do ls, do fiel ich mt mehr e bit ohnsom. Ich sage dich der junge Mann duht einiges for mich un macht alles o plessent for mich. Do kann mer merklich de Differenz zwische eme Kameel un en feine Schentelmann notisse. Ich sage dich, der Feller ls ganz krehsig for mich, er Hot auch schon Pohettrie for mich gemacht. Ee Stick, Was ich am beste gleiche, trag ich all die Zeit in meim Buhsem, wollt ich sage mei Schortwehst, for daß ichs immer bei Mich hen. Ich kanns schon auswennig, bikahs ich hens schon dausend mol iwwer gelese. Das is der Weg, wie's geht: Du Sonneblum, du Veilche, ach, bleib doch noch e Weilche; Du bist so lieb un bist so schwiet. all wie die schönste Schwietpieblieht. Was kehr ich for der Blume Schmell? Mitaus dich is das Lewe " Do Hot er e roße Desch gemacht. Well, was denkst 5 letzt? Die Kids hen ich zu en annern Farmer gedahn, wo zwei Meils mehr Saut wohnt, bekahs se könne hier das Klima nit so gut stände. Also Phil, duh dich nor nit for mich truwele. Gubei! Luzie." Wie ich den Vnef kriegt hen. do hen ich en Tschump von drei Fuß un e halb gemacht. Schierusalem, so ebbes Hot Mich awwer grad noch gefehlt. Wisse Se, ich will jo gar nicks dagege sage, wann en Mann e bische Fonn zleicht. Awwer mit e Frau ls sell disferet. Ich enihau gleiche nit. daß mei Altie Mäsches macht. Die soll zu ihre siids tende. daß is all.was die zu dhnn Hot. Ich soll mich mt for se truwele. well mehbie ich duhn mich truwele. Zukrscht sin ich bei de Wedesweüer gange UN den Mich zeh Cent werth Wltzlie gekauft. Wag is dieMätter mit dich?" sagt der Wedeswetler, mer denkt o, du hast die Palz vergift?" 0, natting, hen ich gesagt, mein Stommeck is t bische aus des Blei, das is all Ich hen mich noch for zeh Cent werth von den Stoss gekauft un dann sin ich heim. Dann hen ich mich hingesetzt un hen awwer en verzappt, der mt von schlechte Eltern war. Lizzie hen ich geschriwwe. mit uns zwei is es aus UN vorbei, bikahs ich henn keen Juhz mehr for dich! E Frau, wo so äkte ouht, die sollt eigentlich eschehmt sein. Was Hot der Feller, der Dintekleckser. Hehringsbändiger , Kauntertsckumper odder wie mer'n heest si inr dich zu duhze? E Glick is es. daß ich nit uff die verdallte Farm sin. Wei ich deht den Feller so kleen verschmeiße, daß der Farmer denke deht. es wär Vohndost. So en elender Ckenöklowe, soll sich erst emol die 9?oh3 diesend wei pe un soll sich emos in das Luckinglaß öngucke. dann soll er dich angucke' un wann er dann immer noch denkt, du un er debte samme litte, dann soll.ei
dich heirathe for aU was ich vrum geo. Wie alt bist du eigentlich, sechzig odder siw.wezig Johr? Du alte Gränma. du. Bifor, daß du heim kommst, hen ich die Latt un das ganze Prapperte verkaust un sin nach die alte Kontrie gemacht. Hier kann ich unner keine Zirkumstenzes mehr stehe, bikahs ich kanns nit stende. daß die Leit nach mich peunte. So. Den Brief kannste jetzt auch an den Buhsem stecke. Ruhm dafor host De jo plentie. Phil." Sellen Brief hen ich reiteweg uf die Pohst-Offis geschleppt un hen auch selbst en Stemp druff gepehst. Dann hen ich e Sein an das Haus getackt, wo druff geprinnt war For Sehl". TiO, was hen ich so mien gefiehlt! Ich hen den ftariie verhammatscht. daß er uff den Flohr herumgekrahlt is. Er Hot gar nicks gedahn gehatt un hott sich arig gut behehft, awwer ich hen doch enihau een hen gemißt, wo ich mei Mähdneß dran auslosse konnt. Am neckste Dag is die Lizzie mit die Kidds komme. Wei, Phil," sagt die Lizzie und is mich um de Hals gefalle, warum gehst De dann nit en Dackter sehe, wann Du krank in dein Kopp fühlst?" Ich sin nit krank in mein Kopp," hen ich gesproche, eraus mit die Pohettrie! Ich hen schnell nach die Lizzie ihren Buhsem gegriffe, awwer se Hot mich uff die Finger gekloppt. Die Lizzie Hot immer gedenkt, ich wär'n krehsig. Do hen ich ihr ihrn Brief gewisse UN hen se gefrogt. ob sell nit genug wär. for en Mann krehsig zu treiwe. Do Hot die Lizzie gelacht un sagt, ich wär das größte Hornvieh, was sie noch gesehn hätt. Sie hätt den Brief gar nit geschriwwe un das wär den Wedes Weiler sei Händreiting. Schuhr Ding, der Lump Hot den Brief geschriwwe gehatt. Wie ich ihn gefragt hen, do sagt er nor. er hätt for das verbrocheneFen ster iewen werde wolle. Well, ich kann Jhne sage, diesmol hätt ich den Wedesweiler en Kiß gewwe könne. Wenn mich mei Lizzie so en Trick gespielt hätt, daß wär doch schrecklich gewese. Mehbie, ich hen mit die Lizzie Widder ufgemacht! Guttneß. so gut hen ich seit unser Wedding nit mehr gefiehlt. Wann mer sich emol so lang mit e Frau getruwclt Hot, dann gleicht mer se auch nit so leicht ufzugewwe. Ennihau, de Lizzie. was mei Altie Widder is, Schiee's äallreitt! Womit ick verbletwe Jhne Ihr liewer Philipp Sauerampfer.
Veruhmte Junggesellen. Von Albert Frick. Die ??raae. ob die Ehe dem Wirken und Schaffen des Mannes förderlicb ist, ist sehr verschiedenartig beantwortet worden. Der Engländer Vacon bebauvtet: -Die besten und für die Menschen werthvollsten Werke sind von unverbeiratbeten oder kinderlosen Männern geschaffen worden." Schopenhauer, der bekanntlich der ärgste grauenhaner gewesen, ichein: verjetben Ansicht gewesen zu sein, denn er meint, dak .für Männer von höherer geistiger Berufung, für Dichter. Philosovben und im Allaemeinen für alle Diejenigen, welche sich der Kunst und Wissenschaft widmen, die Ehelostglelt dem Berheirathetsein vorzuziehen tx, weil sie das Ehejoch am Hervorbringen hindere." Auch der Dichter Moore hat ST 1 L S r . einen ayniicyen zeoanlen ausgeipro chen, indem er behauptet, oaV, wenn man einen Blick in das Leben der berühmtesten Dichter thut, es einem, klar wird, daß es mit wenigen Ausnahmen rastlose und einsame Gemüther waren. deren Geist, wie der Seidenwurm ln dem Cocon ganz ln ferne Ausgabe verwebt und verwickelt ist. und welche dem Ehebunde als Fremdlinge oder Rebellen gegenüberstehen." Ich meine nun freilich, daß die Frage ganz individuell zu entscheiden ist. Es wird schaffende Menschen ge geben haben, die erst in der Ehe, in der ihnen die sorgliche Hausfrau alle die peinlichen Unbilden und Lasten des Lebens fernzuhasten wußte, die Herrlichsten Leistungen ihrer. Lebenskrast auszuführen vermochten. Es kommt dabei freilich auch aus die Frau an. Wie dem nun auch sei. eine große Anzahl bedeutende? Männer war ehelos und erhärtet die Behauptungen Bacon's, Schopenhauer's u. Moore's. Wie hätte zum Beispiel Alezander von Humboldt sein Glück in der Ehe finden können. Humboldt, der einstmals einer Französin, welche ihn fragte, ob er niemals geliebt habe, ernsthaft antwortete: Meine Liebe hat immer nur der Wissenschaft gegolien'.Wie Humboldt ist auch Leibnitz unvermählt geblieben. In seiner häuslichen Umgebung hatte er nur einen einzigen Diener. Er hegte den Grundsatz, man müsse sich erst vierzig Jahr besinnen, bevor man einen so wichtigen Schritt thue. Und als er sich endlich genug besonnen hatte, wies die Frau, die er heirathen wollte, wohl zu Beider Glück, den Antrag zurück, weil auch sie sich besonnen hatte. Gleichwohl war der Gelehrte ein großer Freund von Kindern. Ostmals. ließ er Kinder zu sich kommen, die er dann miteinander spielen ließ: er selbst sente sick in einen Sessel, sah dem kin. dischen Treiben freudestrahlend zu und schickte sie erst, nachdem er Zuckerwerk unter sie vertheilt hatte, wieder nach Hause. Auch sein Zeitgenosse, der Engländer Newton, war ein Junggeselle, der sich sogar oftmals seine Mahlzeiten selbst bereitete. Bekannt ist die Ge? schichte, wie einst seine H.auhhälierin,
die er fortgeschickt hatte, ihn vel lyrer Rückkehr dabei antraf, wie er ein Ei hatte kochen wollen und dabei die Uhr in's kochende Wasser geworfen hatte, während er mit dem Ei in der Hand dabei stand. Rousseau. , der ebenfalls Iunaaeielle . , , r
geblieben war, wurde von semerHaus-
halterln m furchtbarer Weise in den letzten Jahren seines Lebens tyrannisirt. Sie bemühte sich, den Unglück!!chen immer mehr und mehr den Menschen zu entfremden, um dadurch ihre Herrschast über ihn immer mehr zu befestigen. Voltaire. Platen. Petrarca. Tasso. Dante. Naphael. Spinoza. Calveron. Richelieu sind unvermählt gestorben. Von Neueren seien in bunter Reihe erwähnt Heinrich von Kleist. Hölderlin, Grillparzer, Hamerling. Baüernfelo, Gottfried Keller, Graf Schack. S!oquette, Nietzsche, Brahms, die unvermählt geblieben sind. Auch unter den Politikern sind viele Verächter der Ehe. Aon den Politikern unserer age will ich nur die Iunagesellen Gambetta. Eaprivi. Eugen Richter, Laster, Bamberger und Windhorst erwähnen. Auch die drei bedeutendsten Maler aller Zeiten, Naphael, Michel Angelo, Leonardo da Vinci, sind unvermählt gestorben. Freilich kann man wohl kaum diese in die Reihe der eigenNchen Junggesellennaturen rechnen. Will man von solchen reden, so wird man zwei Kategorien betrachten mllssen, die der Frauenhasser und jene Kategorie echter Gelehrtennaturen, die sich in ihr Sinnen und Trachten so tief eingesponnen haben, daß die Reize des weiblichen Geschlechtes ihnen eigentlich niemals aufgegangen sind. Solche echte Junggesellennaturen waren zum Beispiel Kant und Beethoven. Kant äußerte sich über das weibliche Geschlecht etwa so: Ein Frauenzimmer soll sein wie eine Thurmuhr. um Alles pünktlich und auf die Minute zu thun, und doch auch nicht wie eine Thurmuhr, sie muß nicht alle Geheimnisse laut verkünden; sie muß sein wie eine Schnecke, häuslich, und auch nicht wie eine Schnecke, sie muß nicht all' das Ihrige am Leibe tragen." Ganz besonders waren dem Weisen von Königsberg die gelehrten Frauen, die Blaustrümpfe, unbehaglich. Sie brauchen," so meinte er, ihre Bücher wie ihre Uhren; sie tragen sie. damit man sieht, daß sie p.ine haben, obschon sie gewöhnlich still steht, oder doch nicht nach der Sonne gestellt ist." Bezeichnend für Kant's Meinung über die Frauen ist auch eine Antwort, welche der Philosoph einmal in der Gesellschaft der Grafin K. gab. Können Sie wohl, so fragte die Gräfin, der sie ein großer Menschenkenner sind, gleich beim ersten Eintritt in ein fremdes Haus wahrnehmen, ob der' Mann oder dessen Gattin die Herrschast führe?" O ja." versetzte der Gelehrte, bemerke ich, meine gnädige Gräfin, daß eine große Stille im Hause herrscht und durchaus kein Widerfpruch stattfindet, so schließe ich, daß die Frau das Regiment führt, denn die Frauen ruhen nicht eher." Kant's Häuslichkeit wurde .Meist von feinem Diener Lampe in Ordnung gehalten, was man so euphemistisch in Krönung yalten nennen darf. In Kant's Wohnzimmer waren von Staub und von den Dampswolken seines Tabakrauchens die Wände vollständig grau überzogen, denn der Gelehrte war gegen Ordnung und Sauherkeit n dieser Beziehung sehr gleichgiltig. Es störte lhn sogar, wenn der alte Lampe die gewohnte Unordnung irgendwie störte. Als einmal Kant's Freund, der Kricgsrath Scheffner. wahrend vcs Zuhorens eines Gespra. chcs zwischen Kant und Hippel einige christzuge mit dem Finger an die Wand malte, wodurch der helle Grund wieder sichtbar wurde, sagte Kant: Aber, lieber Freund, warum wollen Sie den Alterthumsrest zerstören? Ist eine solche von selbst entstandene Tapete nicht weit besser als eine erkaufte?" Man wird in allen diesen Zügen das echte Bild eines Junggesellen wiederfinden. wie man sich einen solchen nur irgend in seiner Phantasie vorfiellen kann. Und ein aanz ähnliches Bild erhält man von Beethoven. Seine Lebensführung wird in der folgenden Weise geschildert. Den ganzen Vormittag, vom frühesten Morgen bis zum Mittagsessen beschäftigte er sich mit dem Niederschreiben seiner Gedanken. den übrigen Tag widmete er sich dem Ordnen seiner Ideen. Kaum hatte er den letzten Bissen verzehrt, so begann er seinen gewöhnlichen Spa ziergang. d. h. er lief 'in Geschwindschritt, als würde er gejagt, zwei Mal um die Stadt. Oö es regnete, schneite oder hagelte, ob es schneidend kalt war oder ob es donnerte und blitzte.es kümmerte ihn nicht, er machte seinen gewohnlichen Gang und vielleicht entstanden gerade, wenn die Elemente im heftigstenKampse wütheten, seine Herrlichsien Schöpfungen, In seiner Wohnung herrschte eine grenzenlose Unordnung: Bücher und Musikalien lagen überall umher; hier sah man die Ueherreste eines kalten Frühstücks: hier volle, dort leere Flaschen. auf dem Schreibpulte die hingeworfene Skizze zu einem Quartett, in einer Ecke Brod, auf dem Pianoforte gekritzelte Gedanken zu einer Sinfonie. daneben einen Correcturbogen; Briefe von Freunden oder über Geschäftsangelegenheiten waren auf dem Fußboden umhergestreut; zwischen den Fenstern erblickte man ein Stück Strachi-no-Käse und daneben Ueberreste echter Salami von Verona. Trotz dieser llnordnung rühmte er fortwährend in wahrhaft ciceroni.schs" Beredsamkeit seine Ordnungsliebe und wie nett es bei ihm aussehe. Wenn er dagegen Stunden. Tage und Wochen lang etwas, das er verlegt hatte, vergebens suchte, so änderte er den Ton und beklagte sich bitterlich, daß man ihm nichts recht mache. ' Der Coinponist hatte in keiner Wohnung Zange Ruhe. Kaum war er eingezogen, als ibm ickon etwas darin
C eh& Ls feffistfe Wnf1
mißfiel. Einmal Hatte er nicht wenige? als vier Wohnungen auf einmal. In Allem, was seine Musik nicht betraf, war er höchst ungeschickt; er konnte kaum etwas in die Hand nehmen, ohne es fallen zu lassen und zu zerbrechen. Wehe denen, welche ihm Möbel vermutheten; dieselben wurden sicher lich zerbrochen, verdorben, beschmutzt. Er rasirte sich selbst, aber man sah es auch an seinem zerfetzten Gesichte. Als Beethoven ernst von einem Gra fen für die Dedication eines Werkes ein herrliches Pferd erhielt, ritt er eine Zeit lang. Bald aber wurde er des Reitens überdrüssig und er vergaß das Pferd ganz und gar. Sein Bedienter aber war so überzeugt, sein Herr denke nicht mehr daran, daß er es für seine eigene Rechnung vermiethete. Erst als er ihm einmal die Rechnung für Heu brachte, erinnerte sich Beethoven seines Pferdes und verkaufte es. Man kann wohl kaum treffender das Wesen eines Junggesellen schildern, als es durch diese Züge aus dem Leben Beethoven's und Kant's geschehen. Da aber wohl Beide zu ihrer genialen Größe nur in dieser Eigenart gelangt sind, so darf man wohl anneh men, daß für sie die Ehe das Grab ihrer Größe gewesen wäre. m Hohe Zerstreutheit. Professor (aus der Straße): Gnädiges Fräulein in Trauer? Dame: Wissen Sie denn noch mckt? Papa lst borge sicrn aestcrben. Professor O da drücken Sie doch Ihrem Herrn Papa mein tiefstes Beileid auS! BeNlerpraxis. A.: Aber warum sprichst Du den Herrn nicht an. der hätte gewiß 'was gegeben. B.: Ach was. ich versteh' mich auf's Ge schäft ich spreche nur Zweie an, denn da schämt sich einer vor'm andern und sie geben beide. Heraus gepl atzt. Lehrerin (die bei der Erklärung des Stabreimes denselben durch Beispiele zu erläutern sucht): .Ergänzen Sie einmal den Satz: Er fürchtet weder Tod noch - Schülerin (einfallend): Teufel!" Let rerin: Nun ferner: Wir Mädchen lieben Sammt und, " Schülerin: sonders!" Boshaft. .Denken Sie sich. Herr Nachbar, mir hat heute Nacht ge Näumt, ich sei ausgefahren!" .Da müssen Sie gleich im Traumbuch nach. schauen, Frau Nachbarin, welche Rum. mern der Nauchsang und der Besen hat!' Ein Trofi. Professor (die Frau seines verstorbenen berühmten Kollegen tröstend): .Beruhigen Sie sich meine Gnädige, ein Trost ist uns geblieben: Wir sinden den Verstor denen im Konversationslexikon wieder!" Höchster Grad von Neid. Ich habe nun wegen meiner Frau auch den Herrn Geheimraih (on suliirt; er sagt, sie hab einen, bedeutend vergrößerten Mge!."' Da erwähnen Sie doch ja nichts gegen meine Frau. jon.st ruhi sie nicht, bis der ihrige mi.nfcsttf eben so groß ist!'' Guter Rath. Mutter: Ich sage Dir. Emilie. sei liebenswürdig und freundlich mit Deinem Bräutigam bedenke die gute Partie! Nach der. Hochzeit kannst Du ihm ja zeiaen. fca& er sich erfrechen konnte, x$ Augen zu einer Baronesse Ruchzahn zu. erhe ben!" ... . Zeit krage. Was für ein Unterschied ist zwischen der Tournure" und dem Panorama"? Keiner V Warum?" Weil man bei beiden, nicht weiß, wo die Kunst anfängt, urch wo tye Natur aufhört!"
Inöianapolis Bifwg 6o.
Bottling Dcp't.
Unsere vorzueglichen Flaschenbiere, darunter lieber's Tafelbier, Schmidt's Budweiser und Maus' Toxaz, haben sich laengst in der Gunst des Publikums festgesetzt. In der That haben Publikum wie Chemiker und Fachleute sich dafuer entschieden, dass es heute keine kraeftigeren, gesunderen und wohlschmeckenderen Biere im ganzen Lande giebt als die der Indianapolis rewing Co. Bestellungen auf Flaschenbier mache man per Telephon, 578, oder im Tonica Temple.
Wir führen ) Wir haben den Ruf für die modernsten und bester Qualität gefärbter wollener Alewer-Stosse für Damen. ES ist unser ..Sluv Odin." Die neuen gerbst - Novitäten mit welchen wir jetzt unsere Schalter füllen. linv on ver tzsorre weicye zuwricyt und vMtren Ruf steigert. Auch nicht so kostbar. Breite, moderne Kleiderstoffe. Nubeiten. gute Qualität, 5vc bis $1.50 per Yard. Wurden von uns selbst importiit. Der Delineator" für S vtember ist da beste ode-Journal, we ches bs jetzt noch herauSg geben wurde und der Pr is $1 per Javr ist Naunenerregend. Abonne ments werden von uns entgegengenommen. Alleinige Agenten für Buttericks PatternS. Ansprüche. Der Fluß will durchschwömmen. Der Berg will erklommen, Geschlürft und getrunken, der funkelnde Wein, Das Schwert will geschwungen. Das Lied will gesungen. Das Mädchen geliebt und geheirathet sein. AusKrähwinkel. Haben Sie schon gehört? unser Freund Speclle ist dem .Litterarischen Verein' beigetreten. " Dem Litterarischen Verein? Der Speckle? Nicht mög. lich'. " Ja, das ist ein Feiner. Vorgestern hat er den ersten Maikäfer gefangen, gleich selbst das Referat da. rüber geschrieben, gestern stand's im Blatt und da ist er auch gleich, animirt worden." Programmgemäß. Rechts anmalt: ..Frauchen, lege mir ein paar reine Tafchentücher zurecht ... in meiner heutigen, schwierigen Vertheidigung wird mich viermal die Rührung über mannen." WaS ist ein Opfer für die Kunst? Wenn ein Kunstkritiker eine schlechte Malerin nur deshalb heirathet, damit sie aufhört zu malen. Ein Verzweifelter. Stu diosus (zu seiner Angebeteten): O, Emilie. ich hätte mich Ihretwegen schon längst ins Wasser gestürzt, wenn ich gegen dasselbe nicht eine so große Aver sio'n hätte!" ZukunftSAnnonce. .Jnküigenter Herr, der ein Geschäft selbst ständig zu führen vermag, gesucht. Offerten mit Photographie des Gehirns an die Ezptd. d. Bl. unter Logik" er' beten." Verlangt. Respektable deutsche Männer zur Uebernahme der Agentur für in jedem Hause leicht verkäufliche Artikel. Ersarug nicht nothwendig, einfache Arbeit und gute Bezahlung garantirt. Jeder, der sich ein rentable Geschäft zu gründen wünsät, oder sich einen guten Rebeuverdienft verscbassen will, schreibe sofort för Cirkulare und kostenfreie Proben an G, I. Qtboot V Co., Ra. 235 State Straße, . Naeine. Qis.
BIK3
Mi
mm
bÜlflA.
Lüyresiio
0
für einen Furnace für ein Haus mit 8 Zimmern. $50 für ein Haus mit 5 Zimmern. Referenzen : Hr. Pbil. Skappaporr, Herausgeber der Jndtana Tribüne Hr. Eh. H. Sahl. Srocer. 873 83. Mtchiga Str. 7 W ü M C:p7, 100 Kentucky Avenue. GHtt3I.ffla3 dem Ween, Nordwesten, und den Sommer Ifcsorts von tltttäcrttifttt it. SmtttMtfrirt 9 rr erreicht man am Besten durch die 1 fj)lOülSVILLr.KWAl8A)(riCHlCllSl!Rus0 4 mwww mwm ffh tägliche Züge C verlassen Indianapolis 7 00 3 43 12 50 Vorm. Nachm. NachtS PullmanBuffet Schlafwagen, Vestibüls, Parlor Cars. Ticket-OffieeS : 2 West Washington Str., Union Station, Massachusetts ve, Depot. Geo. W. H a h l e r, D. P. A. gAUIO CINCINNATI Indianapolis .Oo rtoi? .Voo ljc- Cmc DP To DCTRonj ist btt beliebteste Bah ach CIKCIlNKiA'iril, mit Cafe, und Speise.Car Dienst wische Cincinnati, Indianapolis & Chicago Die beste Linie nach Day ton. Lima. Toledo, Detroit und nördlichen Micnigan Resorts. Direkte Berbinvung in (iinctnnart he Wage echselnach Washington, Baltimore, Philadelphia und Nev Fort und allen Punkten südlich. Information bezüglich Rate, SRontt C. wird ertheilt ttt der &. Xtiet Offtee, ,. Wett Washingtsn ett dem alten Set Hive-, tdt Meridian Str.) trab i der Uni Gtatto. Geo. W.Hayler D.P.. HEBILtUTCf LINKE, 197 Süd Meridian Straße. Deutscher Messerschmied, ?kafirmesser, Schnren und alle Srte Ockneidintzrumente abriiirt und aelSlin en bMndAtMrmrBMrVNtlL. npMIr ud koMrtftlv, r et im fwa .,., 5, i 1W7 Hv. my Ml cm 4 tht ttrt. Ein t Warn. iUur wx, Tmc r tm W nra im nrjthlnf. Wt tun yom. ruft. Toa Mit yvnt cpai oatwn, r 11 ytrnr ti,. ta tbm wwfc. Thte I mm ttnl,MWI4Md brtc wfUi I HceMWtwr Ifciumtniuilaf frota O, 9M rwMku4 MBmiMIWMII
nnnrwpw
LUIJC
H MMrtwM W hnM ywttfct e!.. I Urf-1 TacaMb.iiw i iac-a
