Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 4
Sndiana Tribüne
Erscheint Täglich und SonmagVo Die tägliche .Tribüne" kostet durch den Xxlitt 1 CentS per Woche, die SonntagS'.Trtbüne'I dtnti per Woche. Beide ,ufame 15 Cent der Cent perVonat. Per Post außerhalb de, Ubt zugeschickt VorauSbezhlung $' pei fjor. Sffic,, 18 Güd Alabama Straße. Indianapolis, 3nd., 16 August 189ö. Herr Igcl. Gertrud Müller wurde von dem jungen flotten (5ommis ihres Vaters, des Kaufmanns Müller, geliebt und erwiderte diese Liebe. Gertrud (5llern waren durchaus gegen diese Liebschaft. um so mehr, alö der steinreiche &err Rentier Igel um Gertrud warb. Dieser Herr Igel wurde eines Tages feierlich zum Kaffee eingeladen, damit er und seine Zukünftige sich näher ken nen lernten. Außer den erwähnten Personen nahm noch eine recht unbedeutende Persönlichkeit an enn Igel Interesse, nämlich der kleine Hans, Gertruds Bruder. Er wollte sich über diesen vielbesprochenen Herrn Igel gern informiren, und da er gehört hatte. daß alles, was man wissen wolle, im Conversationslezicon stehe, so holte er sich den betreffenden Band vom Regal und war sehr glücklich den Artikel Igel" zu finden, den er eingehend studirte. Die Kaffeezeit rückte heran. und mit ihr Herr Igel, ein kleiner dicker Mann mit bartlosem Gesicht und stark gerötheter Nase. Man sprach zunächst vom Wetter, und dann stockte das Gespräch. Diese Pause füllte der kleine 5ans durch folgende, an &errn Igel gerichtete Frage aus: Weshalb kommen Sie allein? Wo haben Sie denn Ihr Weibchen?" Mein Weibchen? Hehehe. ein närrischer Junge! Ich habe noch kein Weibchen. aber ich will mir eins nehmen." Wobei er Gertrud verliebt anblinZelte. Ab", fuhr Hans fort. Sie leben doch gewöhnlich in Gemeinschaft mit Ihrem Weibchen, das seine Wohnung nicht weit von Ihnen hat." 5)errn Igels Gesicht röthete sich sehr stark. (5? meint wahrscheinlich", sagte er verlegen, meine Nachbarin, die Wittwe Meier, mit der ich aber nur in geschäftlicher Verbindung stehe." Sie schlafen aber recht lange, nicht wahr?" setzte Hans sein Gramen fort. Was sind das für dumme Fragen, Hans?" zürnte der Vater. Aber ich weiß." vertheidigte sich der Junge, daß er den. ganzen Winter hindurch geschlafen hat." So schlimm ist es nicht." zürnte Herr Igel, was doch die Klatschblasen alles aufbringen. Man wird ja von den Freunden lange am Stammtisch aufgehalten und schläft dann ein paar Stunden m den Vormittag hmern, aber wenn ich erst verheirathet bin, dann fange ich ein anderes Leben an. das verspreche ich Ihnen feierlich. O. wir sind überzeugt", murmelte Herr Muller. aber er wurde von Hans unterbrochen: Ich weiß auch, daß Sie sehr viel Obst und kleine Thiere fressen." Jetzt wurde der Vater ernstlich böse: Welche rohen Ausdrücke! Jetzt verhältst Du Dich ruhig." Heut zu Tage ist die Jugend sehr vorlaut." bemerkte Herr Igel. Hans wandte sich nun an seine Schwester Gertrud und sagte zu ihr leise, aber doch so deutlich, daß alle es hören konnten: Er hat eine spitzige Schnauze und ist ganz stachlig. Ein Eespcnstcrschiss. Von Reinhold Werner, ContreAdmiral. Den Seeleuten wird nachgesagt, sie seien sehr abergläubisch. Es mag dahingestellt bleiben, ob dies. m. höherem Grade der Fall ist als am Lande, selbst unter den höheren Classen, wo den Meisten höchst unbehaglich zu Muthe wird, wenn sie zufällig die Entdeckung machen, daß dreizehn zu Tische sitzen, aber jedenfalls dient dem Matrosen zur Entschuldigung, daß er auf See so Mancherlei sieht, was zwar mit natürlichen Dingen zugeht, was sich aber sein einfaches Gemüth nicht zu erklären vermag und worüber selbst die Meinungen derGelehrten noch auseinandergehen. So z. B. erblickt man bisweilen ein Schiff auf so nahe Entfernung, daß man mit bloßem Auge jede Einzelheit und jedes Tau unterscheidet und plötzlich ist es spurlos verschwunden, als ob das Meer es verschlungen hätte, oder ein anderes segelt über dem.Hor.izonte in der Luft, die Masten nach unten. statt nach oben gerichtet. ' Die Ursache der ersteren Erscheinung ist noch nicht einwandfrei festgestellt, obwohl es ziemlich' sicher ist. daß ' sich plötzlich, namentlich in der Dämmerung. ein dem Auge uicht sichtbarer Nebelstreifen auf das Meer niedersenkt und das Schiff den Blicken verbirgt, während die zweite eine sogenannte Fata Morgana, eineLuftspiegelung ist. Der ungeschulte Geist des Matrosen hält beides und noch anderes Merkwürdige sür etwas Wunderbares und es ist daher erklärlich, daß aus derglcichen Erscheinungen, die unter den Seeleuten verbreitete. und durch die Phantaste der Erzähler verschiedentlich auögeschmückte Sage vom Fliegenden Holländer" entstand und noch jetzt von Vielen darauf geschworen wird.. Seitdem die Dampfschiffe immer mehr die Segelfahrt mit ihren drei bis vier Monate dauernden Reisen zuückdränaeu. sowie mit der bess:ren
allgemeinen Schulbildung, verliert der Aberglaube der Seeleute allmAig an Boden. Auf den langen Reisen und in ihrer Eintönigkeit gab es immer Er zähler an Bord, welche die Langeweile zu unterbrechen suchten, ihrer Einbildungstraft freien Spielraum neßen und'die Gemüther ihrer gläubigen Kameraden mit allerhand Spukgesckichten erfüllten, die jene für wahr, hielten. Indessen auch in neuerer Zeit ist unter den Seeleuten die Empfänglichkeit für letztere noch groß genug und die nachfolgende Erzählung von emem verhexten Schiffe, die ich der Mittheilung eines mir bekannten Capitäns verdanke. ist ein Beweis dafür. Ich war Untersteuermann auf dem Schisse Maria", erzählte er. .Dieses Schiff hatte zum großen Schaden sei ner Rheder fast zwei Jahre lang in seinem Heimathshafen still gelegen, toeil es nicht möglich war, eineMannschaft dafür zusammenzubringen. Es ging das Gerücht, in früheren Zeiten sei einmal an Bord ein Mord gesche-
hen. zeitenweise zeige sich der Geist des Getödteten und deshalb wollte kein Matrose sich einschiffen. Mit vieler Mühe wurde endlich eme Mannschaft zusammengebracht und wir gingen, nachdem wir vierzehn Tage auf günstigen Wind gewartet, in See. Als dieser eintrat, wollte der Capitän nichts versäumen, aber Unglücklicherweise segelten wir an einem Freitag! Wir-in der Cajüte dachten freilich nicht daran. ab? die Mannschaften desto mehr, daß es ein Unglücktag sei. In Anknüpfung an diesen Aberglauben wurde natürlich sofovt wieder die Mordgeschichte mit dem umgehenden Geiste ausgegraben, und wenn es möglich gewesen wäre, würde das ganze Schiffsvolk noch desertirt sein. Indessen beruhigten sich allmälig die Gemüther, als die Reise in den ersten Wochen unerwartet gut verlief und nichts Außergewöhnliches passirte. Viel trug dazu einer dev Leichtmatrosen. Namens Karl Hennes, ein junger Mensch von 13 bis 19 Jahren, bei. der durch sein lustiges Wesen, seinen angebornen Witz und durch sein Erzählertalent den Leuten die Zeit vertrieb und sich bei ihnen sehr beliebt machte. Ich batte ihn auf meiner Wache und oft Gelegenheit, mich über den munteren Burschen zu amüsiren. Wir waren schon zwei Monate unterweqs und obne jeden Zwischenfall in der Nähe des Acquators angekommen. Dort herrschen Windstillen und Segelschiffe haben oft Tage und Wochen lang mit ihnen zu kämpfen, bevor sie sie überwinden. Auch wir lagen eines Nachts in Stille. Ich hatte Wache und sah eines der vielen GeWitter Heraufziehen, von denen man in dieser Gegend geplagt wird. Da man nie weiß, ob in einnn solchen nicht beftiaer Wind sitzt. heißt es für. Seeleute vorsichtig sein und rechtzeitia die kleinen Seael dergen, sonst kann es leicht Stengen und Raaen kosten. Noch mehr wurde ich dazu veran laßt, als auf den eisenbeschlagenen Spitzen der Masten Elmsfeuer erschienen. jene blauen Flämmchen,' die wik die Irrlichter in Moorgegenden, sich an Bord zeigen, wenn die Luft stark mit elektrischen Stössen erfüllt ist. Diese Elmsfeuer werden von den Matrosen sehr ungern gesehen; sie erblicken darin die abgeschiedenen Geister vnungluck ter Kameraden, und wenn zufällig ein solches Licht auf einen oben in bei Takelage beschäftigten Mann zeigt. !iann prophezeien sie ihm einen baldigen Tod. wenn dies auch, wie bei allen Prophezeiungen, in den seltensten Fäl. len zutrifft. Jedenfalls merkte ich aber, daß unsere Leute wieder einmal sehr, aufgeregt und empfänglich fürWunderbares wa, ren. was denn auch nicht auf sich war. ten ließ. Ich beschloß in Ansehung des nahenden Gewitters. dasGroßoberbrameqcl vorn u?d im Hinteren Mäste führten wir keines festmachen und die Bramsegel niederlaufen zu lassen. Als ersteres gegeit war, schickte ich die beiden Leichtmatrosen der Wache, unter ihnen auch den flinken Karl .hinauf, um es zu beschlagen. Sie enterten auch Beide schnell nach oben, waren aber erst im Stengewant angekommen, als ich sie plötzlich Halt machen und dann eilfertigst wieder herunter kommen sah, während das Segel in dem Winde, der sich inzwischen aufgemacht, sich blähte und klatschte. Was zum Kukuk fällt Euch ein?' rief ich zornig hinauf, weshalb macht Ihr das Segel nicht fest?" Sie blieben einen Aiigenblick im Großwant stehen und Wilhelm, der zweite Leichtmatrose, erwiderte mit weinerlicher Stimme: . Ach Steuer, mann, im Vortop ist ein Geist!" Ein Geist. Du Dummkopf?" fragie ich. Ihr scheint alle Beide verrückt zu sein." Ja. ganz bestimm), Steuermann," sagte Wilhelm in angsterfülltem Tone. Karl hat es auch ganz deutlich gehört, wie er mir zurief:Wilhelm, m.ch das Segel nicht fest, es ist Dein Unglück!" Die Stimme kam vom 2ouop herüber:" Augenblicklich geht Ihr wied:r nach oben und macht das Segel fest, sonst werde ich Euch helfen," war meineAntwort, und ich ergriff ein Tauende, aber wie der Blitz waren Beide ganz atf das Deck niedergesprungen und baten mich flehentlich, sie nicht wieder nach oben zu schicken. Beide zitterten cm ganzen Leibe und Wilhelm beaa in vor Angst sogar zu weinen. Ich wußte nicht, was ich davon ben ken sollte, sandte jedoch einen Matrosen hinauf. Alö er wieder herunter kam, sagte er. er habe keine Stimme vernommen, aber er hatte sich seiner Aufgabe so wunderbar schnell crkdigt, oa ich den Verdacht Nicht ?oS w:l.den konnte, auch ej habe Angst .gehabtem
so mehr, a!5 IQ nacyizer aus'v5m "tfitt deck die Leute die Kspfe zusammenstecken und miteinander flüstern sah; da kam ganz bestimmt wieder die Mordgeschichte auf das Tapet und die Elmsfeuer thaten das Ihrige dazu. Ich rief Karl zu mir auf das Hinterdeck und fragte ihn auf oas Gcwissen, ob auch er die Stimme vernommen. Er bejahte es, indem es wie ein Schauder durch seinen Körper lies, und meinte, sie müsse aus dem Bortop oekommen sein; es sei ihm so gelvesen, als ob er dort sich eiwas habe b:wegcn sehen. Ich schickte sofort einen Matrosen in den Vortop. ob vielleichtJemand von den Leuten einen -schlechten Witz gemacht habe; aber Jener meldete beim Herunterkommen, oben sei 7!ieinand. Mir war die Sachr räthselhaft, aber da die Wache verging, ohne daß sich etwas Aehnliches ereignete, mußte es eine Sinnestäuschung gewesen stin merkwürdig war. daß sie beidenL.'ichtmatrosen passirt war. EinigeTage darauf ging ick mit dcm Capitän auf dem Hinterdeck auf und ab und wir sprachen gerade übe? das seltsame Ereigniß, als vlötzlich der Koch mit schnellen Schritten nach hmten kam und den Capitän fragte, was er von ihm wünsche. Ich wünsche nichts", erwiderre dieser verwundert, wie kommen Sie darauf?" Sie haben mich doch eben gerufen", sagte der Koch, indem er den Borgesetzten ganz verblüfft anschaute, dann ging er. etwas zwischen den Zähnen murmelnd, wieder nach vorne in seine Kambüse. Zehn Minuten später erschien er jedoch eiligst zum zweiten Male. Was wollen Sie schon wicdcr?" herrschte ihn der Capitän ärgerlich an. Sie haben mich gerufen Ist mir nicht eingefallen; machen Sie. daß Sie weiter kommen Der arme Koch war ganz niederaeschmettert. Die Thränen standen ibm in den Augen, als er sagte: Ich kann darauf schwören, daß Sie mich gerufen haben. Ich fahre seit drei Jahren mit Ihnen und kenne Ihre Stimme zu genau." Dann zog cr wieder nach vorne ab. indem er sich heilig gelobte, nicht wieder hinzuhören vud wenn er noch zwanzig Mal gerufen würde. Was meinen Sie dazu. Steuermann?" fragte mich derCapitän. Nach dem Aussehen des Kochs zweifle ich nicht daran, daß er fest glaubt, ich habe ihn gerufen." Ich wußte nicht recht, was ich darauf antworten sollte und sprach von Sinnestäuschung. aber es war seltsam genug, daß sich das in so kurzer Zeit wiederholte.
Wieder vergingen einige Tage, ebne daß etwas Bemerkenswerthes vorfiel. Dann hatte ich die erste Wache. Es war schönes Wetter, die Segel standen eben voll und das Schiff zog geräuschlos eine Bahn durch das Wasser und eben so still war s aus dem Deck. Da hörte ich plötzlich, wie auf dem Verdeck die Leute durcheinander liefen Im Glauben, daß ein Unglück gescheben und vielleicht Jemand über Bord gefallen sei. rief ich, was los sei. Eine Stimme antwortete: Es spricht Jemand im Vorraum." Dummes Zeug." erwiderte ich. Ihr schwatzt einmal wieder Unsinn. Kommen Sie. Steuermann, und hören Sie selbst!" Ich ging nach vorne und es fiel mir aus. wie erregt die Leute waren. Es wird Jemand unten sein, dev sich mit Euch einen Spaß machen will, sagte ich. Nein, nein!" war die Erwiderung das ist nicht die Stimme eines z'?b?ndigen sie klingt wie aus einem Grabe !" Die Leute waren um die Vorluke aruvpirt und in ihren Zügen sprach sich blasser Schrecken aus. Am ängstlichsten erschien KarlHennes. Er stand aus dev vorderen Seite der Luke und blickte starr hinunter, als ob er sich unter tu nem Bann befände. Ich wartete einige Minuten, rlme etwas zu hören und war schon im Begriff, die Sache in's Lächerliche yj ziehen, als plötzlich aus der Luke d'.tlich die Worte hervordrangen: Wie schrecklich, ein Geist zu sein und nicht herauszukönnen!" Ich prallte zurück und lief nach hinten. um dem Capitän Meldung zu machen. Er wav der Ansicht, es müsse sich durchaus ein Mensch im Raume definden und ging mit mir nach vorne. Die Luke wurde geöffnet und wir wuchteten mi! einer Laterne h'.nsin, aber dort konnte Niemand veröZ7g?n f,;n; die Ladur, füllte das Schiff bis dicht unter die Luke. Das Suchen hilft nichts", ertönte dieselbe Grabesstimme, ich bin ein Geist und man kann mich sehen." Potz Teufel und Pumpstock" rief der Capitän, dem aber auch unheimlich zu Muthe zu sein schien, da er sich mit seinem Taschentuche die Schweißtropsen von der Stirne wischte, todte Menschen können nicht sprechen, also mußt Du lebendig sem. Ich rathe Div. den Unsinn zu lassen und schnell herauf zu kommen, sonst wird es Dir schlecht gehen." Die letztenWorte kamen schon Mit etwas unsicherer Stimme heraus. Es erfolgte em kurzes Schweigen. während alle mit gespanntester Aufmerksamkeit lauschten. .Ihr konnt mich nicht fangen, ich bin unsichtbar", wiederholte jetzt die Geisterstimme, aber diesmal weit fort, sie schien aus dev Großluke zu kommen. Nein, das ist zum Tollwerden" rief der Capitän und ging nach hinten. Ja, ti war zum Tollwerden, und wir wurden alle abergläubisch, vom Capitän b!S im letzten .SÄiMun.-.
gen, nur der Mersteuermann nicht, der seinen Schlaf geopfert und eben falls nach vorne gekommen war. Er schrieb es einer Sinnestäuschung zu. Das Schiff sei alt nd das Kreischen und Stöhnen seiner Gehölzer sei von uns für menschliche oder Geisterstimmen gehalten worden. Weshalb passirt denn dergleichen niemals auf meiner Wache und stets nur bei Ihrer?" fragte er zuletzt. Das machte mich argwöhnisch; er hatte Recht und dennoch konnte ich mich nicht von einem Gefühle des Grauens losmachen, wenn ich über daö Erlebte nachdachte. Acht Tage lang ließ der Geist nichts von sich hören, dann aber meldete er sich von Nnm. Wir lagen wieder in Windstille, ich hatte die Mittclwache und ging ruhig auf dein Hinterdeck auf und ab, als einer der Leute von vorn zu mir kam und mir meldete, daß Jemand zu dem Schisse von Außenbords spräche. Sie haben wohl geträumt!" txioU derte ich ihm. Nein, Steuermann," sagte er feierlich, ich bin so wach gewesen, wie ich hier vor Ihnen stehe. Es ist dieselbe Geisterstimme wie neulich aus der Vorluke und die ganze Wache hat es deutlich gehört." Ich lief nach vorne, weil ich im ersten Augenblicke glaubte, ein Boot sei in der Nähe, von dem unser Schiff angerufen wurde, vielleicht Schiffbrüchige. Die meisten Leute standen zusammen auf der. Back in der Nähe des Krahnbalken. Ich blickte über Bord, sah und hörte aber nichts. Es war draußen ebenso still, wie im Schiffe selbst. Weshalb schaut Ihr über die Seite?" fragte jetzt eine schwache Stimme. die aber mehr aus derLuft. als aus dem Wasser zu kommen schien, ich bin hier!" Da." flüsterte einer der Matrosen; jetzt spricht er zum dritten Male. Wohin wir auch sehen, immer ist er an der anderen Seite." Es muß Jemand im Wasser sein," äußete ein Anderer. Nein, nein sprach dumpf ein Dritter. ..es ist der. Geist des Gemordeten, der im Schiff umgeht" und er schüttelte sich wie im Frostschauer. Du lügst." ertönte jetzt die Geisterstimme ganz klar und ich selbst hätte darauf schwören mögen, daß sie wieder von der anderen Seite kam. Alle sprangen entsetzt auf und es ging wie ein Stöhnen aus ihrem Munde. In mir blitzte jedoch plötzlich die Erkenntniß auf. Ich hatte zufällig in das Gesicht des in meiner, unmittelbaren Nähe stehenden Karl Hennes geseben und es kam mir so vor, als ob er die Lippen bewegte. ch faßte seinen Arm und sanft; Sei so gut und komme einmal mN
mir aus das Hinterdeck, ich habe eini ge Worte mit Dir zu sprechen Er schien sehr erschreckt und ich suhlte, wie er zitterte. Also Du bist der Geist suhv ich fort, als er aus der Hörweite seiner Kameraden war. Hättest Du Dein Geheimniß bewahren wollen, so müßtest Du es vermeiden, so nahe bei mi? zu stehen. Nun begreife ich auch, wes halb die Stimmen immer nur auf mei ner Wache gehört wurden. Nur her aus mit der Sprache; Du bist es ge wesen, also bekenne! Wenn Du es thust, will ich schweigen, vorausgesetzt, daß Du mit dem Spiel aufhörst. An dernfalls sage ich es dem Capitän und hetze die Leute auf Dich." Die letzte Drohung schien den groß ten Eindruck auf ihn zu machen. Er gestand, Ja. ich bin es gewesen, abe, um Gottes Willen, schwelgen Sie. Steuermann: wenn die Leute es erfahren, daß ich sie so angeführt, bnngen sie mich um," sagte er angsterfüllt. Das war die Lösung des Räthsels. das uns Alle wochenlang in so große Aufregung versetzt hatte. Karl war ein geschickter Bauchredner und hatte dies Talent benüt, um sich an dem Schrecken der Besatzung zu weiden. Obwohl ich mein Versprechen hielt, mußte die Wahrheit doch wohl aus n gend ,ine Weise durchgesickert sein; denn nach einiger Zeit, als sich keine Geisterstimme mehr hören ließ und die Mannschaft sich allmalig wieder veruhigt hatte, wurde davon gesprochen, daß Karl täuschend allerlei Stimmen nachmachen könne, die bald von hier, bald von dort kämen. Wir ließen ihn dann in die Cajüte kommen, wo er uns eine richtige Vorstellung gab und uns durch seine außerordenlliche Gabe der Bauchrednerei auf das Höchste überraschte. Auch die Leute söhnten sich mit ihm aus, als er sie mit seiner Kunst amüsirte, vergaßen den Possen, den er ihnen gespielt und schließlich wurde der Strick ihr er, klärtev Liebling. Unser Schiff hörte aber auf, einSpukschiff zu sein und der Geist des Gemordeten ging nicht mehr um. Nach Rückkehr von unserer Reise gab Karl die Seefahrt auf. Er glaubte wohl mit AusnLhung seiner außergewöhnlichen Kunst ein besseres Geschäft machen und bequemer am Lande leben zu können, als an Bord. Nach einigen Jahren traf ich ihn in Hamburg zufällig als geschätztes und sehr gut bezahltes Mitglied eines Specialitätentheaters. wo er auf dem Gebiete der Bauchrednerei Großes leistete und allabendlich das HauS füllte. Wir verlebten einen frohen Abend zusammen und erinnerten uns mit großem Vergnügen des allgemeinen Schreckens auf dem Gespensterschiff Maria." vchön und kein oll da, Hau, fist, fein! Die besten Bürsten kauft man bei 0. Sch,del, 420 Oft MeCarty axk.
Beim Weine.
Die liebe Sommersonne scheint Auf mich, im Zecherstübchen. Der Weinwirth ist mein guter Freund, Sein Töchterchen mein Liebchen. Drum bleib' ich hier und bleib' zu Haus Mein Schatz schaut heut' zum Küssen aus, Und lang' noch reicht die Kreide! Ja, SonneIschein. sonst hochgeschätzt. Glaub' nicht. Du kannst mich foppen! Nein! Dir zum Aerger trink' ich jetzt Noch einen frischen Schoppen! Ei! bleib' mir aus dem Wein heraus. Er langt nicht für uns beide! Mein Schatz schaut heut' zum Küssen aus. Und lang' noch reicht die Kreide! Indessen sollt' zu meiner Pein Sie einst zu Ende gehen. Dann bitt ich: Willst so freundlich sein. Nach mir Dich umzusehen. Dann wird mir Stubenlust zum Graus! Darin sing' ich. wenn ich scheide: Mein Schatz schaut nur zum Küssen aus, Wenn lang noch reicht die Kreide. Druckfehler. (Aus Zeitungsberichten.) Ein älterer Herr hatte zu Beginn der Woche Nachts im Schlafe einen künstlichen Kahn verschluckt. ' der Graf hatte diese Vorurtheile schon mit der Buttermilch eingefogen. (Annoncen.) Ein guter, dauerhafter Biermagen wird möglichst noch vor den Feiertagen zu erwerben gesucht. Für daö bevorstehende SommerHalbjahr bringe ich den Herren LandWirthen und Gärtnern meine erprobien Nasenmähmaschinen in Erinnerung. Walter. Fabrikant. Aus dem Gerichtssaal. Richter: Angeklagter, haben Sie noch etwas zu bemerken?" Angeklagter : Ich möcht' nur bitten, daß mir die Dauer der Vertheidungsrede von meiner Strafzeit abgezogen wird Gedankenlos. Frau Pro fessor: Denke Dir, Heinrich, ich habe heute einen anonymen Brief bekommen! Professor: Anonym? Von wem denn? Zeitgemäße Frage. Heute habe ich dem Fräulein Vertha einen Heirathsantraa gemacht." Und wann geht die Partie zurück?" Beim Heirat hsvermittler. Heirathscandldat: Die Dame, mit der Sie mich zusammen ge führt haben, gefällt mir nicht, die chielt ia auf einem Auge. Helraths Vermittler: Nun, Sie können auch eine bekommen, die auf beiden Augen schielt. i Unangenehm. Dichter: . Nicht ein Pfennig im Hause uqd fast jeder meiner Helden it ein Millionär. Immer beim Fach. 5Ull ner: Also wie viel Sekt soll ich kalt stellen lassen?" Artillerielieutenant: .Dumme zvrage. natürlich Bat terie!" Ihr Stichwort. Gatte: Den ganzen Tag schmollst Du schon, und ich habe keine Ahnung, weshalb. Willst Du nicht endlich Farbe beken. ncn?" Gattin: Farbe? Gern. Blau soll das Kleid sein." U n g a l a n t. Junge Dame ("schwär merisch): Ach Herr Professor, was wurde wohl diese a?te Elche erzählen. wenn sie sprechen könnte?!" Professor: Sie wurde sagen: Entichuldlgen Sie, meine Gnädige, ich bin ne Linde!" Im Atelier. Fräulein: Ich mochte Sie bitten, mich zu portraitiren. Herr Pinseler!" Maler: Ja wohl: wünschen Sie das Bild ähnlich oder I. LI4. Leben eines Knaben gerettet Durch Skropheln vernichtete Ge sundheit und llüstlelden Kurlrt. "Ich kann Ilood'a Barsaparüla nicht (rßn ii rr Hcffiw IaKaii tro a o n uiplnm AWhVU w v Knaben gethan hat. Als er sechs Jahr alt rar. tm.ae ex von einem Hfift leiden befallan und musst an Krücken sehen Er hatte acht ei ternde Gesehwne re an eelner rechten Hatte und litt schrecklich. Wir hatten drei der betten Aerzte. Als letztes Mittel sahen wir ans ver anlasst. Ihm Geergfe fllmrphr. Hood's BarsapaXzaur, N. H. ,111a cn geben. Nachdem er die Medizin nur einige Tage genommen hatte, begann, eich eein Appe tlt in verbessern. Als er eine Flasche ge nommen. konnte er sich aas seinen Krücken ein wenig fortbewegen, die er seit drei Monaten nicht benutzen konnte. Wir fahren andauernd mit Hood's Barsaparllla fort and in sechs ( Monaten wax vx wvii, uua nu Ihn anziehen konnten und er ohne Krücken am das Haus laufen konnte. Er hat letzt seit achtzehn Mona ten regelmässig Hood's SarsapariHa ge nommen, una seit aen zeizien secns juona ten geht er ohne Kracken, die Ihm verschiedene Zoll ca kurz geworden eind. Die Geschwüre sind alle geheilt. Hood's Barsaparllla hat in seinem Falle wirklich Wunder gethan. Er lauft umher und spielt so lustig: wie ein anderes Kind." Uns. Hknby W. MüEPinr, Exeter, N. 1L. H""!! SarsapariHa Seid scher, das Tsy fflIt IhrHood'iU- V 11 kommt. ii u HoocT Pillen f odm Jdem Btriliafi&
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