Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 2
pesfter Fayence. r In unserer decorationslustigen Zeit, in der das Mahnwort: Schmücke Dein Heim!" nicht mehr ungehört derhallt, haben sich die Fayence-Geräth-schaften, nachdem sie Jahrhunderte nicht der Beachtung werth erschienen, als willkommene Tecorationsartikel schnell wisder ihr altes Ansehen errungen. und speciell Delfter Fayence und Porzellan ist von der heutigen Mode bevorzugt. Es sind' dies jene eigenariigen. nur in blauen Farbentönen ausgeführten Malereien. Schon im 16. Jahrhundert kamen kostbar bemalte italienische Thonwaatcn, unter dem Namen Majolika- oder Majorca - Waare, als Prunkgesäße in den Handel. Dann begann Nürnberg derartige Thongefäße mit deutschem Gepräge herzustellen; und bald folgten die Niederländer, vor Allem die Holländer. Durch ihre HandelsverBindungen hatten sie die vortrefflichen chinesischen Porzellanmalereien als Vorbilder an der Hand. Bei den dielfachen Versuchen, die PorzellanTrasse nachzuahmen, erhielten sie statt erhofften jene eigenartige, feint Steingutcomposition, welche man Fayence nennt. Diesen Vorbildern gemäß sehen wir auf den altdelfter Fayencen vielfach chinesische Ornamente, wundersame ,2hiergestalten. wie Kraniche, fliegende Fische. Scorpione. Drachen u. s. w. vertreten, eigenartige Blumen, den bczopften Sohn des himmlischen Reiches ii. s. w. Allgemach bricht sich aber der eigene Geschmack des Holländers Bahn. .Dem Charakter des Landes, seiner Vieh- und Landwirthschast entspres chend. bilden Bauern. Kühe. Mühlen, ländliche Stillleben, Gebäude, Schiffe, u. s. w. die Motive der Fayence. Nur einzelne chinesische Anklänge haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Bald vermehrten sich die vereinzelten Fabriken, in Delft besonders blühte der neue Industriezweig am Ende des 17. Jahrhunderts und es konnte kaum den dielen Nachfragen genügt werden. Schon nach einem Jahrhundert aber derdrängten andere, neuerstandene Steingutmassen, die in billigerer, kunstloser Ausführung ganz besonders aus England kamen, die alten, theuren .Fayencen. Nur eine einzige Fabrik erhielt sich mit aller Anstrengung betriebsfähig. Es ist die noch bis auf den heutigen Tag bestehende Firma Joost u. Trost u. Labouchöre" in Delft. Hier fanden und finden hervorragende Künstler ihre Ausbildung. Die Fayencemasse besteht zumeist aus ' reinem plastischen Thon, dem Quarz besonders in Form von Feuerstein und Kreide zugesetzt wird. Natürlich ist die Zusammensetzung derMasse streng gehütetes Geheimniß der Fabrik. Nachdem das Material fein zermahlen, geschlemmt und sorgfältig entwässert ist, wird der fertige Thon in Formen gepreßt, doch müssen dieselben ein sehr schnelles Arbeiten gestatten. Die fertig geformtenGegenstände werden in einen geheizten Raum, den Trockenraum, gebracht und hier zum rsten Male gebrannt. Ist der Ofen abgekühlt, so werden die Stücke herausgenommen und bemalt. Auffallend ist bei der Delfter Malerei, trotzdem nur Blau, selten noch Braun dazu verwendet wird, die große Menge verschiedener Pinsel, derer sich die Maler bedienen. Unter den 912 verschiedenen Großen, ähnlich unseren Aquarellpinseln, fällt eine Art besonders auf: den gewöhnlichen Pinseln werden in der Mitte drei Kuhhaare so eingefügt, daß sie etwas herausstehen, die Spitzen werden ganz glatt gefchnitten. Die von dem Hauptpinsel aufgenommene Farbenmenge theilt sich der Spitze zum Ausführen der Eonturen mit, auf diese Weise können dieselben hne Unterbrechung ganz gleich hergestellt werden. Eigenartig sind die aus vielen, ca. 4 Zoll großen Fliesen zu.sammengesetzten Bilder. Die kleinen Quadrate werden dicht nebeneinander schräg auf ein Brett gestellt und bei der Ausführung auf der Staffeln als eine ganze Fläche behandelt. Da die Farden erstbeim Brennen ihren eigentlichen Ton annehmen, so sieht die Malerei ungebrannt wie eine graue Silhouette aus. Sind die Geräthe fertig gemalt, so werden sie in eine Glasurmasse getaucht, die aus Quarzsand, Mennige, Borax oder Soda, Salpeter und Smalte besteht. Der Thon saugt den feinen Schlamm auf, so daß sich ein feiner, weißer Ueberzug iiber die ganze Geschirrfläche bildet. Dann folgt der zweite Brand des Ge säßes, der 12 15 Stunden dauert. Nach der erforderlichen Abkühlung sind die Stücke zum Verkauf fertig. Der Hauptwerth der heutigen Delfter Waaren besteht darin, daß nur Originah von Niederländern copirt werden. B. die Franz Hals'schen Bilder, die Wurmann'schen etc. Ein Bild von 25 lebensgroßen Figuren, dessen Original m Museum vonAmsterdam ist, wurde im Auftrage der Königin - Regentin als Geschenk für den deutschen Kaiser bestimmt und befindet sich jetzt im Köiglichen Schlosse zu. Berlin. . . ' Boshafte Auskunft. Dichter: Ich möchte gern wissen, wie man hypnotisirt. Wie fängt man es an, jemand einzuschläfern und ihn nachher zu beweqen. daß er alle gegebenen Belehle ausführt?" Arzt: Für Sie ist das besonders leicht. Sie lesen dem Medium Ihre Gedichte vor. dann schläft es ein, und wenn Sie ihm nach, her versprechen, nicht weiter vorzulesen. thut es sicher gern alles, was sie befehlen. , Deshalb. Fräulein (sich vom Klavier umdrehend): Sie wissen wohk auch noch nicht, daß die Noten gestochen werd!" Herr: Ah. deshalb geht einem jede durch Mark und Bein!" j
Zm Schnee öegraöen. Ein Abenteuer von der kanadischen Grenze, von W. v. Schierbrand. Hoch oben im Nordwesten, da wo das Gebiet der Vereinigten Staaten an die canadischc Provinz Manitoba stößt, führen Onkel Sa-.l's Zollbeamte kein sehr bequemes Leben. In der That kann man jagen, daß sie sich nd lieh placken miisin, um ihr keineswegs hohes Salzic u ''erd:.:cn. Denn rn y.na Gegen) icmmen zu den Gefahzeu, die den Beamten von Seiten der vrweifelten und äußerst listigen Ecbmuggle: Nohell. auch int) die ''chlimmc". Gcf.ilren d?s K!im.,S. das in Wintev icfc: lauh. u::rc;:il;liiti und tückisch ist. ' Die plötzlichen Witterungswcchsel, bei denen oft innerhalb weniger Secunden das Thermometer einen Sprung hinauf oder hinab von 40 Grad und mehr macht, sind allein schon bedrohlich, da diese schroffen Uebergänge auf der weiten, unermeßlichen "Prairielandschaft zugleich auch plötzliche Thau-, oder Regen- und Schneestürme bedeuten, wodurch dev Verkehr zu einem lebensgefährlichen wird. Aber hierzu gesellen sich noch die schlimmsten Plagen die Blizzards und die Schneetreiben oder siiow drifts". Die Blizzards sind ja auch weiter im Innern des Landes bekannt.wenn sie auch im fernen NordWesten ganz anders und gefährlicher auftreten. Ich erinnere mich z. B. des fürchterlichen Blizzards im Februar 1888, wobei in Dakota und Nebraska aLein über 200 Menschen ihr Grab fanden. Viele von ihnen in so geringer Entfernung von Heimath und Sicherheit, daß sie Vt Rettung beinahe greisen aber leider nicht sehen konnten, als sie ermattet umsanken in dem dichten Schneegestöber und erstarrten in der fürchterlichen Kälte. Aber wer die Verhältnisse in jenen noch rauheren Gegenden an der Grenze von Manitoba kennt, der weiß auch, daß der Drift" noch gefährlicher und tückischer ist, denn er ergreift seine Opfer ohne jede Warnung, ohne eine Möglichkeit der Rettung und begräbt sie bei lebendigem Leibe, wie die Lawine in den Alpen der Schweiz oder Tirols. Darum erfordert auch der Dienst für die Bundesregierung in jenen Gegenden Männer von besonders starkem Calibev Männer, die dem Tode furchtlos in's Auge zu sehen verstehen und die sich einer starken Gesundheit und eines durch alleUnbilden der Witterung abgehärteten Körpers erfreuen. Mit Vorliebe nimmt man daher Leute in den besten Jahren, die eine Reihe von Jahren in der Bundesarmee gedient und Klima sowie Land und Leute gründlich in dem ewigen Guerillakrieg gegen die räuberischen oder aufsässigen Jndianerstämme des Nordwestens kennen gelernt haben. An ein rauhes, ziemlich einsames Leben und an strenge Disciplin gewöhnt, geben solche ehemalige Unterofficiere der Bundescavallerie meist vorzügliche Zollbeamten ab. Ein solcher Mann, Fred Manke.von Geburt ein Deutscher, war zu der Zeit, als sich die nachfolgende Geschichte zutrug, im Commando auf einer kleinen Zollstation, nur wenige englische Meilen von der gegenüberliegenden Station in Manitoba entfernt, Braidwood mit Namen. Fred Manke hatte Onkel Sam circa 15 Jahre treu und redlich als Soldat, später als Sergeant im 8. Cavallerie-Regiment gedient, und war im ganzen Gebiet des ungeheuren Nordwestens herumgekommen. Wegen mehrfacher Verwundung bei Streifzügen gegen die Nez Perces und die Siou? hatte ev schließlich seinen ehrenvollen Abschied und eine kleine Pension erhalten, und ein Jahr später war er auf seinen jetzigen Posten versetzt worden, wo man einen Mann wie ihn gut gebrauchen konnte. Denn es herrschte ein lebhafter Schmugglerverkehr über die Grenze, und der Verlust, den die Bundeskasse nachweisbar seit eine? Reihe von Jahren in Folge dessen erlitten hatte, bezifferte sich hoch in die Hunderttausende. Fred Manke'sVorganger war zu bequem gewesen, um ernstlich den Versuch zu machen, diesem Unwesen ein Ende zu bereiten.aber mit der Ankunft des neuen Chefs kam sofort ein anderer Zug in die Sache, und es dauerte nicht lange, da war Inspecto? Manke weit und breit gefürchtet unter den schmuggeden Franzö-sisch-Canadiern und Halfbreeds- in jenem Theile von Manitoba. Denn aus solchen nur bestand die ganze wohlorganisirte Bande von Schmugglern, und es waren dies keineswegs zu verachtende Feinde, denn sie kannten leoen Zsukbreü Land. thn .t.
. " w " - wvk. UiiV jeden Baum auf dem weiten Prairiel r . r t ... , , - ' vuücu vll,e!on, und mit solcher eingehenden Kenntniß des Landes derbanden sie eine ebenso genaue Kenntniß der Wltterungsverhältnisse und waren tollkühne, verweaene Hallunken noch außerdem. Aber Fred Manke verstand sich auf solche Burschen, und nachdem er einen Winter hindurch mehrmals Gruppen dieser Leute abgefaßt und emgeliefert hatte und Waaren im Werthe von ca. $50,000 durch ihn constscirt worden waren, da trat eine merkwürdige Besserung in den dortigen Verhältnissen ein. und die Zollertragnlsse stiegen von Monat zu Monat. . Nur einer dieser Schmuggler, ein rlesiger Halbblut Namens Big Joe verstand es immer noch, dem Inspektor km Schnippchen zu schlagen. Verschiedene Male schon hatte ihn Manke erwischt, aber immev nur unter solchen Umständen, daß eine Schuld nicht nachzuweisen war, und die kleine Bande, deren Haupt der Riese war, machte offenbar recht gute Geschäfte, denn man wußte.daß sie stets flush", d. h. mit Geld wohlversehen waren.
Diesseits der Grenze, nur 3 Meilen von der Station entfernt, hatte ein alter Französisch-Canadier.Jean Langerin, ein baufälliges Gasthaus nebst weitläufigen Schuppen, und es war längst bekannt.daß der Alte es mit der Bande hielt und sie sich seines Hauses als Versteck und Zwischenstation für ihren Schmuggelhandel bedienten. Mitten in der Nacht stand deshalb Jnspector Manke vor der Thür dieser Spelunke. Es war im Januar und der scharfe, beißende ordwestwind heulte und pfiff über die Prairie. Der Jnspector und seine vier Leute waren
der Witterung gemc?ß gekleidet Pelzröcke und Klappmutzen, nebst mächtigen hohen Stiefeln, aber jeder Mann trug in der rechten Hand seine scharfgeladene Büchse und im Gürtel des Rockes steckte der dicke Bullenbeißer". Mit dem Kolben seines Gewehres donnerte Manke an die Füllung dev Vorderthür. Hlloh, Jean, mach' uns auf! Es sind Freunde hier!" Und einen Moment später steckte auch Jean Langerin sein Wieselgesicht aus dem Fenster und blickte, mit der Hand die Augen gegen den blendenden Wiederschein des blitzenden Schnees schützend, in die Dunkelheit. Als er jedoch die Büchsenläufe blinken sah. da lieb er icyneu vas Kenner wleoer oerab. und sofort auch hörte man im Innern feine fluchende Stimme und das Scharren von Füßen. Zum Teufel auch schnell, Harvey, hinten herum, und schneide den Kerlen die Flucht ab." rief derJnspector, wer nicht steht auf Anruf, wird niedergeknallt." Und im selbenMoment hatte er auch schon die Thür eingeschlagen und drang jetzt mit seinen übrigen i Leuten ein. Der Fang war gegluckt. Innerhalb fünf Minuten lagen die Schmuggler, die aus dem tiefsten Schlafe geweckt worden waren und deshalb nicht Gelegenheit gehabt hat ten, sich zur Wehr zu setzen, gefesselt auf dem Boden des großen Gastzimmers. Der Jnspector zählte sie ab, wie die Rinder: Eins, zwei Dominick Lesueur. Peter Levine. Joe Ren6. Auguste Fidele sechs im Ganzen, und wo ist Big Joe?" Der kleine Franzose. Jean Langerin, stand dabei, kopfschüttelnd und mit allen Zeichen der Angst. Big Joe? habe ihn seit Monaten nicht gesehen, Monsieur l'Jnspector. Wie sollte ich wissen? Und diese Messieurs hier" er hob flehend die dürren Arme sind alle brave, fröhliche Männer Sie müssen falsch berichtet sein, Mon Dieu, mon Dieu, welche Schand' füv mein 'Aus ah, Sair Schon gut," brummte der Jnspector, der dieComödie wohl durchschaute, und schritt nach dem Hinterhaus, wo er Harvey antraf, der ihm berichtete, er habe Niemand flüchten sehen. Da ist der Erzhallunke doch wieder entschlüpft," schimpfteManke mit einigen kräftigen Flüchen, und begab sich mit Harvey in's Haus, denn die Nacht war bitterlich kalt und er - wünschte einen Tropfen Heißes. So wurde denn eine Wache mit geladenem Gewehr neben die sechs Gefangenen gestellt, während der kleine Wirth vor den Augen des Jnspectors einen steifen Grog brauen mußte, der die durchgefrorenen Gliedmaßen der Zollbeamten bald wohlig durchglühte. Dann wurden mehrere Blöcke trockenes Holz in den mächtigen Ofen geschoben, und nachdem der Wirth der Sicherheit halber mit zu den Gefangenen gesteckt worden war, machte sich der Jnspector aus seinem Pelzrock und einer Matratze ein dürftiges Lager zurecht und legte sich hin auf einige Stunden. Am nächsten Morgen bei Tagesanbruch sollte dev Transport der Gefangenen nach Braidwood vor sich ?hen. Jnspector Manke mochte eine Stunde etwa geschlafen haben, als er auf einmal durch einen eiskalten Zug. der ihn mitten in's Gesicht traf, geweckt wurde; er sprang mit beiden Füßen von seinem Lager auf. Beim Glimmen des Feuers erblickte er ein halboffenes Fenster am anderen Ende des Zimmers, und in eine? Entfernung von circa 60 Aards sah er in der Dunkelheit nur undeutlich dieUmrisse einer menschlichen Gestalt. Aber der Inspector hatte scharfe Augen, und er sah sofort an der Höhe und der Gelenkigkeit der Riesengestalt, die dort im Schnee dahineilte, daß es der Gesuchte, daß es Big Joe war. Im Nu hatte er das Fenster erreicht, die Büchse an die Wange gerissen und gezielt. Der Schuß dröhnte, die Kugel vsiff dem Ziele nach, und ganz deutlich glaubte Mank? zu bemerken, wie der Fliehende wankte, sich an die Seit: griff und einen Augenblick anhält. Doch schon im nächsten sah er ihn mit verdoppelter Schnelligkeit davoneilen, und jetzt erklomm der Flüchtling die Fen. die nach dem Walde zuging, übersprang sie und war dann in vtx Nacht verschwunden. Die Mannschaft stand um den Inspector herum, der von der aufregen den Scene sich hatte hinreißm lassen. Zum Teufel." rief er. ich werde den Kerl dort holen, und wenn er auch noal so schnellfüßig ist. Bleibt Ihr nur hier. Leute ich thue es allein." Und ev zog seinen Pelz an und machte sich marschfertig. Gehen Sie lieb:r nicht, Herr Inspector," meinte Harvey, der schon 10 Jahre in dieser Gegend verlebt hatte. Der Schnee treibt schlimm, und sie können in der Dunkelheit, auf unbekannten Pfaden, leicht versinken. Außerdem ist es furchtbar kalt es muß 30 unter Null sein. Sie würden Gefahr laufen zu erfrieren.Ach was ich muß den Kerl fan$i er geht mir sonst wieder trnrch
die Lappen und ich hätte daS Nachsehen. Ich habe mir's fest vorgenommen. ihn diesmal zu kriegen." Und damit schritt der Jnspector. eine Flasche des heißen Grogs in die Tasche seines Pelzes versenkend, zum Staunen seiner Leute hinaus in die Dunkelheit. Sie sahen sich inen Moment verdutzt a sie mochten sich wohl ein wenig schämen, daß sie ihren Chef allein der Gefahr überließen. Aber Harvey schüttelte blos stumm den Kopf, und fo sagten die Uebrigen auch nichts. ' Der Jnspector kam nicht wieder zum Vorschein. Aber Big Joe auch nicht. Die Gefangenen wurden am nächsten Morgen sicher in der Zollstation zu Braidwood abgeliefert, und Havvey erstattete einen kurzen telegraphischen Bericht nach Washington hin, worauf die Ordre kam. sofort.eine sysiematische Suche nach dem vermißten Jnspector anzustellen. Am Abende desselben Tages kam die kleine Schaar mitten im Walde, ungefähr 4 englische Meilen westwärts von Jean Lan gerins Gasthaus, auf einen Schneehüael. der einen natürlichen Graben ausfüllte und mehrere Fuß über denRand hinausragte. Es hatte den Tag über wieder geschneit und die Spuren menschlicher Füße waren davon verwischt. Aber aus der entfernten Seite des Hügels stak eine Hand heraus, eine geballte Faust vielmehr, und man machte sich daran, die Leiche herauszuziehen. Es war, wie man erwartet, die Leiche des Jnspectors Manke. Aber nicht diese allein. Untrennbar mit ihr verbunden, war die Leiche von Big Joe. Wie eine eiserne Klammer spannte sichrnoch im Tode die nervige Linke des Jnspectors um die Kehle seines Opfers, und Big Joe war im Tode noch die Angst vor seinem Verfolger anzusehen, denn die starren Augen waren ,lmt dem Ausdruck des unverkennbaren Schreckens auf seinen Verfolger gerichtet. Im Drift- hatten sie Beide geendet.
Acr Stcrn von Warschau. Musikalisches Märchen von Alice Liebling Ein glänzendes Publikum füllte alle Plätze der Großen Oper in Paris. Man erwartet in großer 'Spannung den Beginn der Vorstellung, denn zum ersten Mal soll die schöne Apollina auftreten, der Stern von Warschau". Ihr geht ein großer Ruf voraus ; alle Zeitungen sind des enthusiastischen Lodes voll; ihre Kunst, ihr Tanz soll alles je Dagewesene überstrahlen, man nennt sie die menschgewordene Terpsichore! Und wirklich, ihr Tanz hat Göttliches, Herz und Sinn Berauschendes ! Ihre Bewegungen sind von unnachahmllcher Grazie, nid Anmuth, und aus ihren Augen strahlt ein blendender Glanz, nn verzehrendes Feuer; ihre Gestalt ist schlank und biegsam, ihr Antlitz edel, ihr Auftreten vornehm und doch gepaart mit einer Alles bezaubernden, angeborenen Koketterie. Das Ballet ist zu Ende. Die tausendköpfige Menge klatscht, rast, jubelt ; man verlangt eine Zugabe, und bte" und bis" ertönt es von allen Seiten. Da schreitet Apollina, die nie Ermüdende, vor und giebt ein Zei chen, daß sie tanzen wird. Leise summt sie eine Melodie, wie um sich in den Tact zu wiegen, und dann beginnt sie. Eigenthümlich ist ihr Tanz, leidenschastlich, wild und stürmisch, im scharfen Rhythmus des dreiviertel Tactes, dazwischen sanft und zart, doch bald wieder lustig und feurig, in ra sendem Tempo, und immer singt sie halblaut die eine Melodie. Horch!-Jst das nicht ein Mazurka, eine polnische Mazurka? Apollina sieht nicht die begeisterte Menge, hört nicht den tosenden Beifall, sie tanzt und tanzt, vergißt sich selbst undalles darüber, bis sie plötzlich brüsk aufhört. Unzählige, wunderbare Blumen wandern, mit Schleifen und Karten geschmückt, in eine elegante kleine Wohnung in der nie Ie rop?rii" und verwandeln diese in einen dustenden Märchengarten. In einem weißen Gewände, auf niedrigem Sessel ruht Apollina, die lieblichste Blume idieses Gartens; zu ihren Füßen kniet ein schöner junger Mann. Es ist ein unermeßlich reicher ausländischer Prinz; er bietet ihr sein Herz und seine Hand. Doch Apollina schüttelt traurig das Köpfchen, sie dankt für die große Ehre, und mit einem wunderbar fehnsüchtigen Blick in den Augen spricht sie zu ihm: Ich habe einst ein heiliges Gelübde gethan, mir nur einen Gatten zu wählen, der dreierlei in sich vereinigt: Ein Edelmann soll er sein, aber arm! ein stolzer Pole! ein Meister der Tonkunst! Der soll mir dann die Musik zu einer Mazurka schreiben, zu einer echten, schönen polnischen Mazurka! Wochen vergehen. Apollina ist jetzt in Mailand und feiert imSkala-Thea-ter mit ihrerKunst Triumphe LberTriumphe. Die Begeisterung für sie kennt keine Grenzen und steigert sich zu frenetischem Jubel, wenn sie nach dem Ende des Vallets als Beigabe ihren fremdländischen Tanz vollführt. Und selbst der größte Componist Italiens, den sein früher Ruhm stolz und hochmüthig gemacht hat, fühlt sein Herz unwiderstehlich von ihr gefangen, und in seiner melodischen Sprache erklärt er ihr seine Liebe und beschwört sie heiß und leidenschaftlich, seine Gattin zu werden. Doch Apollina schüttelt wieder ihrKöpfchen und spricht: Herr, kennst Du meine drei Bedingungen nicht? Wohl bist Du noch ein großer Künstler, ein Genie! Aber gelingt Dir auch eine einfache, zu Herzen gehende
Mazurka? cnn Ich bin eine Polin, und nu? ein Pole soll mich freien." Warschau. Hcimath, süßklingendeZ Wort! Weißt Du noch, Apollina, hier stand Deine Wiege, aber damals umgab Dich Glanz und Reichthum noch nicht; Hunger, Noth und Sorge waren die Begleiterinnen Deiner Kindheit. Deine Eltern sind schon lange todt, lange ehe sie sich an Deinem Ruhme sonnen konnten, die armen Treuen, die armen Unbelohnten; Längst Vergangenes steigt vor ihren Augen auf, Kinderträume. Jugendgedanken! Eines Tages hatte eine wüthende Seuche ihre Eltern und viele, viele anderen Menschen schnell dahingerafft. Niemand kümmerte sich in der schrecklichen Zeit um die arme neunjährige Waise. Herumziehende Zigeuner nahmen sie mit. und sie ließ sich willig fortführen. Dort ging es ihr nicht schlecht; mit schlauem Blick berechneten sich die Leute die zukünftige Einnahme, welche die kleine schöne Polin ihnen dermaleinst verschaffen sollte. Sie lernte regelrecht alle Künste der Zigeuner. Seiltanzen. Wahrsagen und dergleichen mehr. Aber eines Abends beim flackernden 5zerdfeuer fiel ihr Stasch" ein, den sie seit dem Ausbruch der Cholera nicht mehr gesehen hatte, und sie brach in heftiges Weinen aus. Sie hatte ihn so lieb gebabt, den feinen, blassen NachbarsknaLen draußen in der Vorstadt in Warschau. Er war der Sohn eines ganzlich verarmten, erblindeten Grafen, und wenn auch dessen Wohnung fast so armselig war, wie die ibrer Eltern. Apollina fühlte dort instinctiv einen Rest von ursprünglicher Vornehmheit, und es waren die schönsten Stunden ihrer Kindheit, welche sie mit Jenem verleben durste. Der alte Gras war ein vorzüglicher Musiker, und wenn er gut gelaunt war, so spielte er den Kindern aus semer Geige aus seinem reichen Gedächtnißschatze etwas vor. Er wußte immer wieder neue Melodien. Am meisten gefiel ihnen eine Mazurka, da schlangen Stasch und Apollina die Arme um einander und tanzten danach. So in Gedanken versunken, summte die Kleine ihre Lieblingsmelodie und begann wie unbewußt dazu zu tanzen. Die abergläubischen Zigeuner saßen und lauschten aufmerksam. Ueber Apollinas zierliche Gestalt glitt der röthliche Schein der Flammen und erleuchtete sie; ihr süßes Antlitz hob sich weiß und klar von dem schwarzen Hintergrund des Waldes ab wie ein glänzender Stern am-nächtlichen Firmament, und dieZigeuner nannten von da ab ihren Liebling den Stern von Warschau-. Zehn Jahre waren seitdem verflossen, zum herrlichen Weibe erblüht, als ruhmreiche Tänzerin, eine von der Gesellschaft Vergötterte. Angebetete, tritt Apollina zum ersten Mal im Großen Theater in Warschau auf. Es wird eine Oper, die Musik vom Grafen Stanislaus P., gegeben, mit wunderbaren Valleteinlagen, von denen der Nationaltanz der Polen, die Mazurka", den effectvollsten Glanzpunkt bildct. Und wie berauscht, vor ihren Landsleuten zu stehen, sich endlich unter den Ihren zu fühlen, den heimi-
schen Boden zu berühren, tanzt sie und scheint ihr Bestes zu geben. Ihr ist's, als ob beständig aus einer Loge zwei feurige Augen zu ihr herniederbllcken, zwei fremde und doch bekannte Augen, und wie verzaubert sieht sie nur dahin. Ist zener vornehme Cavalier nicht Stasch", der arme Stasch, der stolze Graf Stanislaus P.? Und nachher stand er vor ihr; sie starrten sich an, selig im Wiedersehen. Kein Wort wurde gesprochen, ihre Herzen verstanden sich. Apollina wußte. daß er Musiker geworden war. denn sie hatte hier und da über ihn gelesen; aber er konnte nicht ahnen, daß aus seiner kleinen Jugendgespielin, der Tochter des Aermsten unter den Armen, dieses an Huldigungen gewöhnte, glänzende Weib geworden war. und seine Jugendliebe zu ihr. welche ihm stets eine zarte, süße Erinnerung geblieben war, schlug in hell lodernden Flammen wieder empor. Und aufjauchzend hörte er von ihren Lippen den innersten Schrei ihrer Seele: Auf Dich habe ich gehofft und geharrt all die Jahre lang. Du mein Einziger! Viele habe ich verschmäht um Deinetwillen. Die Treue habe ich Dir gehalten, ohne daß ich wissen konnte, ob Du mich je lieben würdest. Und nun bist Du mein, und ich Dein.Du mein geliebter.stolzer Stasch, Du mein angebeteter großer Künstler!" Zwei starke Arme umschlangen sie, und auf ihren Lippen brannte feurig der erste Kuß. Erklrrung. Kaufmanns söhn: Was versteht man denn unt Experimental- und Naturphilos phie?" Vater: Merk Dir's, liebe? Karl. Wenn Jemand von einem Andern Geld borgen will, das ist Ezperimentalphilosophie, wenn der Andere e ihm abschlägt, dai ist Naturphiloso phie." BegründeteVorsiclt. Studio (bei der Zimmerbesichtigung): Die Bettstelle scheint mir zu schwach für mein Gewicht." Wirthin: Da können Sie ja gleich Probe machen." Studio: Ja wissen Sie, dazu muß ich nach der Kneipe wieder kommen." Kurze Kritik. Du. wie tanzt der dicke Meyer eigentlich?" Ach. den solltest Tu walzen sehen . . . zum wälzen!- - 8 erechttgt. Geschäftsfreund: .Was ist denn mit Ihnen los, Cohn, Sie lassen sich ja das Haar lang wachsen?" Cohn: Weshalb soll ich das Haar nicht wachsen lassen . . . mach' ich doch die Reclamegedichte selbst, die jeden Tag von mir in der Zeitung ste-hen!"
Hync Vorwisscn. Von O. K'.euzberger. In der That, sie konnte sich .der
drückenden Gewißheit nicht länger verschließen: Der königliche, vereidigte Gerichtsauctionator Ueberbein trank! Ihr Mann trank! Freilich, was man so betrunken nennt, war er noch nie gewesen. Aber das war wohl Alles nur noch eine Frage der Zeit. Und dabei hatte er solches Glück, eine so gute Frau bekommen zu haben. Ja, wenn Mama noch lebte! Papachen, dem sie ihre Noth geklagt, hatte ihr ein Radicalmittel" vorgeschlagen: sich daran zu gewöhnen. Das fehlte gerade! Ihre Seele schwoll vor moralischer Entrüstung. Pfui. Du riechst nach Bier!" Diese eines Abends fchaudernd hervorgebrachten Worte statt des gewohnten Gutenachtkusses mußten ihn doch sehr verblüffen. Es war nur zu klar wenigstens für Frau Ueberb?in die so glücklich veranlagte Ehe begann aus den Fugen zu gehen. Und nicht retten können! Doch derHimmel erbarmte sich ihrer. Eines Tages hielt sie die Rettung in Händen, verkörpert in folgendem Inserat: Unentgeltlich versende Anweisung zur Rettung von Trunksucht mit und ohne Vorwissen. Dr. Zillis, S. Ritterstr. 135." Noch an demselben Tage lag diesem herrlichen Menschenfreunde 'die herzbrechende Wehklage einer anleitungsbedürftigen postlagernden P. Q. 13" vor, Abtheilung: Ohne Vorwissen". Nun konnte sich aber der Bierteufel in Ueberbem m Acht nehmen! Dr. Zillis bearbeitete ihn vorläufig mit Mittel 1. Er hatte deren zwei auf der Pfanne, eines immer durst- und magenfeindlicher als das andere. Dieses erste beruhte auf einer heimlichen, aber dafür desto gründlicheren Verschiebung der Gesammtdiät für das beklagenswerthe Opfer. Schrecklich, es zu denken! Jene Quelle der reinsten Genüsse für tausend tagsüber im Schweiße wirkenden Ehemänner, die Kochkunst ihrer werthen Hälften, für Ueberbein sollte sie zum meuchlerischen Gift werden. Die unnatürlich prickelnden Wonnen eines entmenschten Folterknechts emPfand Frau Ueberbein eines fchönen Mittags bei folgender Tischrede ihres Ehegatten: Ich weiß nicht, Miezchen, aber unser sonst so vorzügliches Tischbier schmeckt seit einiger Zeit einfach gräulich." Ja," meinte Miezchen süßlächelnd, wenn der reichliche Frühschoppen nicht wäre!" Es war ein unsäglich gramvoller Blick, mit dem der königliche Gerichtsauctionator seine Gegenrede begleitete: Seltsam, auch den hab' ich heute ganz vergessen!" Das war ein Tag ungetrübten Triumphes für sie, und sie hätte es dabei bewenden lassen sollen. Indeß hatte sie etwas von der Thomasnatur, sie mußte die Hnd auf ihres Glückes Wunde legen. So sagte sie denn eines Mittags zu ihrem gleichgiltig im Essen herumstochernden Engel": Papachen kommt fo gar nicht hinaus. Wie wär's, lieber Emil, wenn wir heute Abend alle drei zusammen einmal tüchtig kneipen gingen?" Nun, sie gingen den Abend selbdritt zum Vier, und man urtheile, wie fragwürdig das Entzücken derFrau Ueberbein ausgefallen fein muß, wenn ich constatire, daß ihr Gatte am Schluß 7 Ganze und 9 Schnitt zu zahlen hatte, wovon 4 Ganze und 7 Schnitt allein auf sein persönliches Conto kamen, von 3 Cognacs ganz abgesehen. Dabei war er vollständig intact, er klagte nur über Mangel an Durst. Frau Ueberbein hatte ein Ganzes und einen halben Schnitt bewältigt und war total beschwipst. Am nächsten Morgen litt sie an Migräne und an dem quälenden Gefühle, auf dem gestrigen Nachhausewege allerlei ausgeplaudert zu haben, worüber sie sich heute keine klare Rechenschaft geben konnte. Wie nahe war es ihr nun gelegt, aus vergleichenden Betrachtungen über die verschiedene Widerstandskraft verschieden Constitutionen Milde in Beurtheilung ihres Gatten zu ziehen. Nichts von alledem; sie bestellte Mittel 2. Das um so eher, als ihr Versuchsobject wieder fideler zu werden fchien. Das wollte sie ihm wohl vertreiben! Als sie den andern Tag sich nach dem Hauptpostami aufmachte, um das Mittel in Empfang zu nehmen, wurde ihr die düstere Kunde:. P. Q. 13 bereits abgeholt!" Gewiß von ihrem Manne! Die schöne Cur war also nahe vor ihrem brillanten Ende elendiglich gescheitert. Kennst Du P. Q. 13, Ungerathcne?" Ihr alter Vater war es, der, Nachmittags unerwartet auf ihre Schwelle tretend, mit einem Todtengräberton und -Blick solche Worte zu ihr sprach. Woher weißt Du ?" Kinder und Narren sprechen die Wahrheit! Ich hab's wohl gehört, dies: Na warte. Emilchen, P. Q. 13 postlagernd soll Dich für ewig curiren! Pfui, wie gewohnlich! Aber ich will annehmen, daß Du auch jetzt nur kindisch und närrisch handeltest, als Du dies da bewirktest." Damit schleuderte er ihr ein zerknittertes Papier vor die Füße. Es war der Brief von Zillis. Ter Brief lautete einfach: Werthe Frau! Da unbegreiflicher Weise bisher alles und jedes Mittel schließlich versag! hat, so bleibt uns nur noch umstehendes das, ihm geschickt beigebracht, den Teufel wohl unterkriegen
soll. Niemand wird etwas merfen, und bald werden Sie befreit und glücklich aufathmen. Verzagen Sie nicht, der Sieg ist unser! Ihr Z. Du wirst doch hoffentlich Emil nichts davon sagen. Das verdürbe mir meinen schönsten Plan," meinte sie ruhig. .Nein. diese Stirn! ArmerMann, darum wurde er zusehendselender! Oh!" Herrgott, das ist auch so schlimm nicht! Wenn der Friedenstörer nur erst todt ist!" Er sah sie aus hohlen Augen dumm, an. Sie winkte ihm. einzutreten. Da riß er spronstreichs aus. Papa chen war wirklich schon zuweilen kindisch. Nun suchte er wahrscheinlich Männe auf. kc.kelte dem die Ohren voll und besorgte ihr einen tüchtigen Kladderadatsch. Ach. es war gar nicht so leicht, sein eigener Hausarzt zu sein.. In äraerlichen Befürchtungen verbrachte sie den Rest des Nachmittags, den Abend, einige Stunden der Nacht; ihr Gatte kam nicht. Er mutzte sehr böse sein! Soviel Angst und Bangen war die dumme Eur am Ende auch nicht werth. Endlich, lange nao) Mitternacht sie war aber noch auf kamen Schritte die Straße und die. Treppe herauf seltsamerweise von zwei Paar Füßen ausgehend. Die Thür flog auf. Hurrah. Schatz ich bin ge geheilt bin ich!" Er wußte also Allesund höhnte sie', denn der und geheilt! Bei dem Capitalrausch! Und Herzel Papa hat'n Lattstahn Stadtbahnanschluß verpaßt.. Bleibt bei uns. Hopp lustig.. Schwiegerpapachen!" Willst Du noch etwas essen?" fragte: sie mit gefrorenen Tönen. . jflem um Gotteswillen, nein!"' fuhr Papachen beschwörend dazwischen. Ja, Schwiegerpapachen sorgt hkttt'' um mich wie wie die Henne ja, das ist er und und ich
ich bin das Füllen Mein Gott!" seufzte Frau Ueber--bein tief auf. dann meinte sie kurz: Papa. Du schläfst drüben im Besuchszimmer." Nein, nein." wehrie der ab. hier bleib' ich. ganz dicht bei Euch!" Seltsamer alter Herr! Ihm wurdewillfahrt. .! , iiltia! Als am nächsten' Morgen alle dreibeim Kafsee zusammen saßen, war Ueöerbein's erstes Wort: Braver Zillis! Er hat mich doch, wieder gesund gekriegt!" Zillis?" fragte Frau Ueberbein;, ihre Augen waren riesengroß gewor--den. Wer? Was? Zillis?" Zillis. mein Kind. Ein Originale Mit seinem Doctor" mag's ja nur so sein, aber mich hat er doch schon .verschiedene Male in letzter Zeit auscurirt von meinem fatalen Magenleiden Meine neueste Rettung haben wir gestern ein bischen heftig begossen. Verzeih'. Schatz! Ja, was machst Du denn für ein verzwicktes Gesicht? Warum lachst Du denn so unvernünftig? Nun ja. es ist wahr. Zillis vollführt ja. zuweilen tolle Chosen. Da bildet er sich z. B. ein. mit zwei verrückten Recepten hinterrücks die Trunksucht heilen zu können. Seit Wochen schon, amüsiren wir uns in der Kneipe über einen solchen Fall. Ein anscheinendganz verdrehtes Exemplar von Weib bearbeitet da unter seinem Beistande, so ein armes Opfer von Mann. Aber nichts hilft. Das muß ein wahrer Staatssüffel sein. He was hast Du?" Sie lachte nicht mebr, sondern warihm plötzlich, wie tief beschämt, an den Hals geflogen. Langsam ging ihm ein Licht auf. Wie das Du? Herrgott,, muß ich einen guten Magen haben, den Magen eines kerngesunden Menschen!.' Zillis hat mich immer auf Magenschwund hin behandelt!" Armer Männe, was hast Du um meinetwillen ausgestanden!" schmeichelte sie zärtlich. Und ich alter Dussel habe geglaubt. Du willst Deinen Mann vergiften!" grollte Papachen ganz geknickt. Das kommt aber Alles von dem verflixten ohne Vorwissen" handeln." Er fand lebhafteste Zustimmung. Ein boshafter S ch wi eg er söhn. Dame: Haben Sie sich' nicht gefürchtet, mit Ihrer Frau durch die Abruzzen zu reisen?" Herr: Nein, die Schwiegermutter hat im mer am Kutschenbock gesessen." Galant Herr: Warum so nachdenklich, mein Fräulein?" Fräulein: Ich suche vergeblich nacheiner treffenden Verdeutschung des Wortes Philosophie." Herr: Philo. sophie ist, mein Fräulein, neben Ihnen ZU sitzen und nicht aus der Fassung zukommen." Durch die Blume. Professor: Herr Candidat, das Examen, haben Sie zwar bestanden; lassen Sie. sich jedoch durch die Masse Ihrer juri stischen Kenntnisse durchaus nicht abhalten, einen anderen Beruf zu ergrei. fen." Antithese. Herr! Wenn ich so dumm wäre, wie Sie gescheidt' sind, dann wäre ich gescheidt; aber wenn ich so gescheidt wäre, wie Sie dumm sind, dann wäre ich der ge--scheidteste Mensch auf Erden!" Z u viel verlangt. Hotelier (zum abreisenden Gast): Wie geruhen Excellenz mit meinem Hotel zufrieden zu sein?" Minister: So ziemlich! Nur Maulkörbe für die Flöhe sollten Sie sich anschaffen!" Selbstverrath. Bäckersfrau: Mann, gieb mir einen Kreuzer her für den Bettler draußen!" Mann: Wer wird ihm denn gleich & viel geben! Gieb ihm doch lieber eine Zweikreuzersemmel!"
