Indiana Tribüne, Volume 19, Number 323, Indianapolis, Marion County, 9 August 1896 — Page 9

Zndiana Tribüne.

Silage. Der gefoppte Schnupser. (Münchener Gerichtsscene.) Wie wird mir denn da?" Ml! dieser neugierigen Frage, die natürlich keine Beantwortung erfuhr, trat der Gärtnereibesitzer Georg X. vor den Richtertisch, nahm sein rothcarrirtes Taschentuch heraus und vollzog eine derart geräuschvolle Säuberung seines kupferfarbigen Gesichtsvorsprunges, daß er die ungetheilteste Aufmerksamseit erregte. Nachdem die mächtigen Töne nach Trompetenart ausgeklungen waren, brachte der Mann eine kcfserähnliche Dose zum Vorschein, aus welcher er sich eine Halblothschwere Prise herausnahm, die auf einige tief gezogene bschwschwsch" verschwunden war. Nun", meinte der Richter, jetzt möchte ich selbst fragen: wie mir da wird; Sie meinen wohl, wir sind des Schnupfens wegen da?" Ah, Herr Staatsanwalt, selber a Schnuffer? G'wiß a Schmarotzer? Na, da nehmen's halt a Priserl. a echter Wirschini! Sah. dös is a Tabakerl ; schad, daß mer'n schnupft." meinte Herr 3E. und prä'sentirte seine Dose. Die Prise wurde abgelehnt, worauf der Angeklagte pikirt bemerkte: Na, Sie braucha's nur z'sag'n, um dös Geld bring i mein Tabak überall an. übrigens was a guete ' Pris Tabak manchmal werth is. dös kennt nur a echter Schnupfer. Sehgen's, da-gibt's gnua Leut. die gypsen an Schmalzler nauf. bis' nimmer red'n könna vor Verstopfung. Und dann den G'ruch wennst neben so an Schmalzlertappet'n sltzst, na' moanst, heut is' dös Evangelium: .Jesus treibt Teufel aus!", und dös Luederzeug kost no recht viel Geld. Andere schnupsa dös Juckpulver, dös neuerfundene, 'wo aus'n Münzenkraut g'rieb'n wird-... in diesem Moment nahm ein Anwalt eine Prise aus einer silbernen, innen dergolveten Dose; sofort unterbrach sich Herr X. und sprach: Gelt! i bin ca so freundlich. Herr Dokter," nahm sich ebenfalls eine Prise, roch daran und warf sie mit den Worten weg: Wie wird mir denn da? So a Glump mag a gebüldeter Mensch schnupsa? I moan ja g'rad, Sie ham a HaarölOlas! in Eabner Dos'n g'leert! Da ? doch um dös schöne G'schirr fc Ket a mal in an Stranitzl möcht i so a G lump nmanand tragen. Wia mer sich net in die Leut täuschen kann, bei Eahna hätt' i was Richtiges g'suecht! Da g'langen's a mal eina, damit's aa a mal zu aner ordentlichen Pris kemma. I sag's ja alleweil: Wer koan G'schmact hat, is' o'gschmooch und lebt nur halbet! Und wenn's für die Dosen vierz'g Mark zahlt ham, san's no lang koa Schnupfer." Herr .!". bemerkte der Richter, wir sollen eigentlich verhandeln, Ihre Schnupferei ist hier Nebensache. Ich bitte, Ihre ganze Aufmerksamkeit jetzt mir zuzuwenden und fordere eine Erklärungsabgabe bezüglich der von Ihnen verübten Beleidigung am 3. Juni in einem hiesigen Bierkeller." Angeklagter: Ja, dös hamer schnell beieinand! Ueberhaupts, wia wird mir denn da? Dös war ja aa wegen der Schnupferei. Also schaugen's. i war im Dingskeller rnb hab die erste Maß, da g'lang i in d' Taschen und will mir a Priserl nehma, drei oder vier so Vergeltsgottschnapper die warten aa drauf und da bin i lcho' beari. wenn i solchene Schmarotzer seh. die alleweil die schön reinlichen Leut spielen wollen und auf Andern seineDos'n wart'n. Der Oane darf net schnupsa, weil's d' Frau net erlaubt, vielmehr wcil's Tüachl net waschen mag; der Andere thuet net schnupsa aus Hungcrigkeit, weil der Tabak was kost't. Der Dritte sagt: Schnupfer bin i koaner, aber hie und da a Priserl räumt recht auf. Und Jeder lauert, bis d' Dos'n außabringa, nur wenn Sie sagen: Jetzt möcht i a mal Eahna Dos'n sehg'n, nachher kriegen's an Schmarren. So oft aber Sie selbst a Priserl nehma, g'langen a Zehne in eahna G'schirr. und so was hab i dick. I geh a mal außa und laß meine Dos'n auf'n Tisch liegen, was selten bei mir vorkimmt, weil i die Eingriff in meiner Abwesendheit erst recht net leiden kann. I kimm wieder eina und möcht a fünf Minuten d'rauf mein gewöhnlich's Priserl. Ja, wia wird mir denn da? Die ganze Dos'n is leer, wia ausg'schleckt. i bin rein weg und schaug unter'n Tisch, ob mir der Tabak am End' wegg'schütt' wor'n is. Wissen's, es gibt scho' dieweil so guete Witzmacher, aber i siech, nixn. Meine Herren, sag i. waS recht is, dös is recht, aber wenn's vielleicht moant's, von euch Rauberg'sind'l läßt sich Unseroaner.hiaseln, nachher seid's an Unrechten kemma, in Bezug auf mein Tabak da kann i a sterbensfader Kerl sein, und schnell is die G'schicht fertig. I schaug auf die Anred die ganze Bande an, und Wissen's, wenn i amal Oan in's Aug' faß', dann hat's was! Koaner rührt sich. Jetzt han i andere Sait'n aufzog'n, weil solchene Leut an Menschen net guet lassen, mit aller G'walt net. Säh! sag' i, mein Tabak is furt. augenblicklich will i wissen, wer'n hat. und dös gleich, sunst derlebts a Muss, wia ihr vom Hünn und vom Gungl no net g'hört habt, und trummelt kann aa wer'n. I hätt doch g'moant, a anziger von euch hätt' no' um a Fünfer! Charakter, aber ihr seid lauter Lumpen. Gar net schlecht!" sagt der Schlossersimerl, da möcht i no' länger bei euch da sitz'n, i glaub', da kunnt mir bei aner Razzia sogar

mltpackt und etng'wiaett merven." O meine Zeit!" fangt a Anderer an, der macht an Spüsi mit sein Nos'nfutter, wenn's drauf ankimmt, nachher ü'a Kehrtabak, von der Ladenbuddl z'sammen schwäbelt, die ganze Koffer voll um drei Pfennig, lauter trockene Fliegenköpf. I - woaß gar net Wie Oaner so gemein sein kann und mag wegen so an Graffl reden, net um a Mark! möcht i mir so an Tabak in die Nas'n giahg'n. Säh, da war i ganz starr! ausgeplündert, net a Steimerl Tabak mehrer, dann noch auf solchene Art beleidigt, und net a mal wissen, wer mir's angethan hat dös war z'viel. Aufg'standen bin i, in oaner Hand die leere Dos'n, in der andern den leeren Krueg, und g'fragt hab i: wer hat an Kehrtabak? was trockene Flieg'nkLpf? wia moant ihr dös G'raffl? was is' g'mein? Oes ausg'schamte verstohlene Schmarotzer. öS G'sindl . . . wünsch allerseits grüeß Gott! Koa Wörtl hab i weiter g'sagt und bin an 'n andern Tisch g'sess'n. Alle waren's einverstanden, nur der talkete Schneider da, der fangt's Aufdrahn an und klagt mi' ein. I hab eahm net a mal g'moant, wenn i aa von der ganzen Tischg'sellschaft g'sprocha hab, aber: erstens woaß i heut no' net, wer mir den Tort anthuan hat, zwoatens' soll mir's grad der Schneider wenn er unbetheiligt war, verrathen ham. drittens war i bestohlen und beleidigt und überHaupts hab i a Stund früher hoam mlleß'n, daß i no' an Tabak kriagt hab. Wia wär mir denn da? MoanS, da is net no' a Sachbeschädigung und vielleicht a wcngl a grober Unfug dabei? I nehm meine Ausdrück z'ruck. wenn der Schneider beleidigt is und der soll die Kosten zahl'n, na san mer wieder recht." Nach dieser großen Rede nahm der Beklagte eine Doppelprise und hörte ohne Einwand die Vernehmung der drei Zeugen an. verzichtete sogar auf das Schlußwort und wurde nach kurzer Berathung zu zehn Mark Geldstrafe verurtheilt. Als das Urtheil verkündet wurde, hatte unser Gärtner bereits wieder eine Prise mit Daumen und Zeigefinger gefaßt, dieselbe wurde schön langsam zu Boden gestreut, statt ihrer Bestimmung zugeführt. Was? Zehn Mark und Kosten? Ja wie wird mir denn da?" rief er erstaunt aus.

A bisserl besser", rief eine halblaure Stimme aus dem Zuhorerraum. Ver Beklagte sah sich um, nahm eine Prise und ging kopfschüttelnd zur Thüre hinaus. Wenn Blicke tödten könnten, wäre der klägerische Schneider eine blasse Leiche gewesen. Konlödiant und Minister. Bon H. Krausenstern. In der Villa delle quattro Fontane die von der Piazza Barbenne bis zur Piazza dell' Equilino geht, befand sich ganz in der Nähe des Barberineplatzes das Advokatenbureau des DottoreGiu seppe Baccarine. Es glich vollkommen einem Barbierladen, war wie diese nur durch eine Glasthür von der Straße geschieden und gab seine anders geartete Bestimmung nur kund durch ein Messingschild, auf welchem eingravirt zu lesen war: Vottore G. Bacea lim, Awocato." Baccarini hatte eine große Kundschaft. er war ein vielbeschäftigte! Advokat, und auf den Strohstühlen und auf den zwei weiß angestrichenen Bänken in dem kleinen, kahlen Nebenzimmer saßen immer Klienten, die den Rath und die Hilfe des rechtskundigen und sehr redegewandten Mannes suchten. In der letzten Zeit hatte der Advokat seine Kunden oft lange warten lassen, die Politik nahm den Rechtsgelehrten sehr stark in Anspruch, er wa: Parlamentsmitglied und ein höchst eifriger Abgeordneter, der in den politisch bewegten Zeiten das Ministerium Eorti war eben gestürzt ziemlich offenkundig nach einem Mmk sterposten strebte. Bisher jedoch hatte seine Sehnsucht keine Erfüllung gefunden, und es würde noch einen harten Kampf kosten, manche heiß? Redeschlacht geliefert werden müssen, bis er an sein Ziel gelangte. Es mußte heute wieder heiß in dem Parlamente hergehen, denn von Morgens neun Uhr bis sechs Uhr Nachmittags hatte Baccarini sich nicht in der Kanzlei sehen lassen. Der erste Schreiber des Advokaten saß an emem langen, mit Aktenstößen bedeckten Tisch und schrieb. Er sprang, von Zeit zu Zeit auf. um einen unruhig gewordenen Kunden zu vertrösten und zu weiterem Harren zu veranlassen. Der Herr muß gleich kommen, jeden Augenblick kommen, er kann jetzt unmöglich noch lange fortbleiben. Die Politik hatt ihn fern, es ist ferne Liebe zum Vaterland, der glühende Wunsch, diesem zu nützen, er arbeitet Tag und Nacht für uns Bürger. Da dürfen wir nicht auf ihn böse werden." ' So entschuldigte der Schreiber dks Aus bleiben seines Herrn. Luigi Trotta war ein fleißiger, gewandter Mensch, dem sein Chef viei überließ. Seme' Vertröstungen erwiesen sich jedoch als vergeblich, es schlug Sieben, Acht. Neun, und die Kunden verließen einer nach dem anderen, das Bureau. Endlich um zehn Uhr kam Herr Baccarmi und warf sich erschöpft auf einen Stuhl. Er schien in hohem Uttaoe übler Laune zu sem. Zustellung an Simoni Tochi fertig?" herrschte er den Schreiber an. War unmöglich. Signore. Die Angelegenheit Carlo BroSchi dagegen ist erledigt," antwortete der Schreiber. ' Der Advokat sah mürrisch vor sich hin zur Erde. - . Sie haben wahr scheinlich wieder Mittags zu langem Gase aesessen." stieß Baccarini. unter

setnen buschigen Augenbrauen einen blitzschnellen, wenig freundlichen Blick auf seinen Schreiber, werfend.- hervor. Sie wissen, Signore, daß ich das nicht thue," gab der Schreiber zurück. Ich weiß gar nichts," brummte der Advokat. Schließen wir!" Damit verließ er die Kanzlei. Er muß heute wieder Unannehmlichkeiten im Parlamente gehabt ha-

oen, )pxaq ijtxx Xliugt rotla zu pcy selbst, .es mun waaelia um seinen Ministersitz stehen. Ich an' semer Stelle bliebe lieber der reiche, unao-, hängige und vielgesuchte Advokat, als die Lasten und Aufregungen emes Ministerpostens auf mich zu nehmen. Aber es ist merkwürdig, was die Wtn schen besitzen, schätzen sie nicht. Jeder hat noch eine besondere Narrheit. an der sem Herz hangt. Unter suchen Philosophien schloß der Schreiber die Kanzlei. In derselben Straße befand sich eine Holzkohlenhandlung, welche den Vorübergehenden dadurch ausfiel, daß vermittelst Drähten große Blöcke Steinkohlen an der Hauswand ausgehängt waren, die in Ermangelung eines Schildes nachdrücklich verkündigten, was für ein Geschäft hier betrieben werde. Zwar konnte man in dieser Handlung durchaus keine Steinkohlen haben, es gab hier nur Holzkohlen, aber letztere sind zu wenig haltbar, um als Aushängeschild zu dienen. Und Kohlen sind Kühlen, in Rom nimmt man es mit dergleichen nicht so gerau. Diese Kohlenhandlung war im Keller. und man mußte eine ziemlich steile Steintrerpe hinuntersteigen, bis man zur Geschäftsstelle kam, die einer roh aus dem Felsen gehauenen, dürftig ge weißten, länglichen Grotte glich. Vorn im Licht der Treppe stand ein schmales Schreibpult. Darauf lag ein schwärzlich aussehendes Buch mit angebundenem, dickem Bleistift, und hinter diesem Buch saß gewöhnlich Signorina Sismonda .Maruzzi, erwartete ihre Kunden und schrieb die Kohlenbestellungen ein. wenn sie nicht ihre Gäste bediente. Der Kohlenkeller war nämlich zugleich eine Weinstube; in seinem hinteren, dämmerig dunklen Theile standen drei Tische mit Bänken, und an der Wand diesen gegenüber lq gen zwischen offenen Säcken voll Koh len einige kleine schwarzrothe Fässer. aus welchen Signorina Siömonda emen ausgezeichneten Velletn schankte. Die Besitzerin dieses Geschäftes war ein Madchen von zweiUndzwanzigJah ren, waö für eine Römerin schon über die erste Jugend hinaus" bedeutet. Als vor zwei Jahren der alte Maruzzi, der seit dreißig Jahren dieses Geschäft betrieb, starb, mußte die einzige Ueber lebende der Familie, die Tochter, den Handel übernehmen, und die ruhige Slsmonda bewies sich als so geschafts tüchtig, daß sie das verschuldete Ge schüft aus seiner mißlichen Lage herauszureißen begann. Die Kundschaft Sismonda's im Kohlenhandel waren kleinbürgerliche Familien, die Ladeninhaber und die Marmorschleifer derNachbarschaft; die Gäste ihrer Weinstube setzten sich zu sammen aus besseren Bürgern und den Gardisten der päpstlichen Leibwache; Letztere bildeten die Hauptzahl der Be suche? deö uralten Trinklokals. Diese Gardisten, durchgängig deutsche Schweizer, wissen, wo es sur wenig Geld einen guten Tropfen zu trinken gibt. Sie waren die Stammgäste dieser primitiven Trinkstube, ledoch auch bessere Gäste konnte dieser Koh lenkeller aufweisen, darunter einen Gast, der seit einem halben Jahre etwa Mlt großer Regelmäßigkeit sich em fand. Das war Herr Luigi Trotta, der Schreiber des Advokaten Baccarmi, dessen Bureau ewige Hauser wet ter unten am Platze lag. Luigi Trotta war ein hochgewachsener, junger Mann mit röthlichen Haaren, was in Rom für eine große Schönheit gilt. Er kam sichtlich nicht der Kohlen und auch nicht des guten .Weines halber in den Keller; der Magnet für ihn in diesem düsteren Lokal war die Inhaberin des Geschäfts selbst, das stand außer Zweifel, und für Sismonda schien der junge Mann auch entschiedene Anzte hungskraft zu haben, denn sie bediente ihn mit ungewöhnlicher Freundlichkeit und in einer gewissen Art. die auf eine zwischen den beiden stattgehabte Aussprache schließen ließ. Es wußten demnach auch alle Gäste, . daß Herr Luigi und die Besitzerin des ohlengeschäftes miteinander verlobt waren. allerdings noch nicht offenkundig, weil der Zeitpunkt der Heirath noch in zu weiter Ferne lag. Sie konnten diesen Tag des Glücks erst dann festsetzen. wenn Luigi die lange erwartete Gehaltsaufbesseruna be: semem Advoka ten erhielt und Sismonda die väterlichen Schulden getilgt hatte. So arbeiteten denn die beiden jun gen Leute fleißig, warteten geduldig und verkehrten miteinander in jener stillen, vertraulichen Art, aber mit der strengen Zurückhaltung, die bei roml schen Brautpaaren Vorschrift ist. ' Gewöhnlich kam Luigi regelmäßig jeden Mittwoch und Samstag Abend in den Kohlenkeller, wo er dann,- an dem kleinen Schreibpult stehend und mit Sismonda plaudernd, seinen Wein trank. Heute jedoch es waren drei Tage, nachdem der Advokat so sehr übler Laune, spät in die Kanzlei ge kommen fand sich der junge Mann schon am frühen Vormittage, m dem halbdunklen Gewölbe ein, also zu einer Zelt, in welcher fast nie ein Gast an wesend war. Das hatte etwas zu be deuten, Luigi mußte etwas Wichtiges mit seiner Verlobten zu verhandeln haben! -De"? 'Schreiber sah auch bleich und düster aus. Sismonda warf aus r ihren großen schwarzen Sammetauaen

elNen vesorgren zixZ uzren Bräu tigam. Was bringst Du mir, Luigi?" frug sie erwartungsvoll." rv-. - 1 "l.! -1 I

A)er Baccarini qai mix gciunoigi: stieß Herr Luigi dumpf heraus. . w - Ti r i t Slsmonva s oraunes ?enazl irrn den röthlichen Wangen wurde einen Moment fahl. Gekündigt? Weshalb denn?" frug sie athcmlos. Das weiß ich nicht. Ich kann mir auch keinen Grund denken," antwortete ' i i . r der junge Mann, oer oen ops m die Hände gestützt, sichtlich in schwerem Kummer dasaß. Er kam heute Morgen in die Kanzlei und sagte kalt und kurz zu mir: In der stillen Zeit, die i. l ..!MMi X 4 S (!Si irl Z JCgr OCCJUWU, iuuc iu Ui zu thun. Sie müssen sich nach einem anderen Posten umsehen" dann setzte er seinen Hut aus und ging davon." Ist es denn wahr, daß Du jetzt überflüssig bist?" forschte Sismonda beklommen, und ein unsicheres Licht flackerte in ihren Augen. Kein Wort davon ist wahr," antwortete Luigi ingrimmig. Seit fünf Jahren bin ich schon auch über die Sommerzeit bei ihm. und es gibt dies-

mal so viel zu thun, daß er noch zwei weitere Schreiber beschäftigen könnte, wenn er nicht so geizig wäre. Er sah mick schon seit einigenTagen manchmal finster an. das habe ich wohl bemerkt, und war kurz und unfreundlich zu mir. Ich schob - das auf die Unannehmlichkeiten, die er im Parlamente gehabt hatte, denn man bekämpft seine Ministercandidatur sehr lebhaft. Was er aber für einen Grund hat, mit mir unzufrieden zu sein, das ist mir völlig unerklärlich." 5)err, Luigi wußte allerdings keine Ursache, wodurch er sich die Ungnade seines Chefs zugezogen haben könnte, um so klarer stieg jetzt der Beweggrund. weshalb Herr Baccarini ge gen ihren Verlobten so handelte, vor Sismonda auf. Der Advokat hatte sie vor etwa einem Monat vor dem Kellereingang stehen sehen, als sie dort, wie sie stets um die Mittagsstunde zu thun pflegte. mit einem Stock !n der Hand aufpaßte, daß die Schulbuben ihr nicht Stücke von ihren AuShängekohlen abschlugen. Die liebe Jugend machte sich nämlich mit Vorliebe das Vergnügen. Eben hatte sie einen Uebelthäter ertappt rind lhm einen Schlag auf die Finger gegeben. Der vorübergehende Advokat hatte darüber gelacht und ste gleichfalls; ihre Blicke hatten sich getroffen. Seit dieser Zeit war Herr Baccarini öfters am Vormittag in ihrem Kohlenkeller erschienen, um persönlich kleine Portionen Kohlen zu bestellen. War das schon für einen so feinen Herrn auffallend, so entgingen auch Sismonda die verliebten Blicke nicht, mit welchen Baccarini sie anschaute. Das schmeichelte der Besitzerin des KohlenHandels, und sie war dem Advokaten gegenüber so liebenswürdig als möglich. Baccarini war ein reicher und angesehener Mann, ein berühmter Deputirter im Parlament. Weshalb sollte Sismonda einem solchen Kunden unfreundlich' begegnen? Aber vielleicht war sie zu liebenswürdig gewesen, und dieser Mann bildete sich nun allerhand thörichte Dinge ein. Herr Baccarini war ein Junggeselle und noch nicht gerade ganz alt. Sismonda ärgerte sich, daß sie ihm nicht von Anfang an gleich durch ihr Verhalten gezeigt hatte, daß ihr Herz schon vergeben und sie durchaus nicht gesonnen sei, den Besitzer desselben zu wechseln, Sie hatte also hier einen schlimmen Fehler begangen, und die Folgen davon traten jetzt zu Tage. Der Advokat hatte jedenfalls bemerkt, daß Luigi öfters des Abends in das Gewölbe ging, vermuthete in ihm einen unbequemen Nebenbuhler und wollte sich diesen vom Halse schaffen. Nur deshalb hatte er ihrem Verlobten gekündigt. daZ war Sismonda klar. Aber was nun machen? Das stattliche Mädchen hatte ihren ovalen Kopf mit dem wirr krausen Haar gebeugt und starrte finster auf die Erde. Sollte sie an den Advokaten schreiben, ihren Fehler eingestehen, ihn davon unterrichten, daß sie längst die Verlobte Luigi's sei und sich durch nichts in der Welt von diesem abbringen lasse? Nein! Das würde den Advokaten wahrscheinlich nur noch wüthender machen. Sollte sie Luigi die Wahrheit gestehen und ihm sagen, weshalb sie glaube, daß er seine Stellung verloren? Würde Luigi dann nicht etwa in der Wuth hinrennen und den Advokaten niederstechen? Nein, sagte sich Sismonda, Luigi ist ein ruhiger Kopf, der stets erst handelt, wenn er sich die Sache sorgfältig überlegt hat, er ist auch klug und gelehrt, hat immer die besten Rathschläge und Auskunftsmittel in schwierigen Angelegenheiten, er wird keine Dummheiten begehen. Und Sismonda beschloß nach diesem blitzschnell in ihr vorgegangenen Selbstgespräch. Luigi ihre Muthmaßungen zu gestehen. " . . Das that sie denn mit kurzen, klaren Worten und beschönigte hierbei gar nichts. Siehst Du-, schloß sie ihren beredten Vortraz, es freute mich, daß auch ein so vornehmer Mann mir den Hof machte.' und ich wollte einen so guten Kunden für's Geschäft ködern das war Alles., Meine Gedanken wichen dabei nicht . von Dir. nicht eine Sekunde." ' . ''; Luigi hatte die Eröffnungen seiner Braut ruhig angehört, seine grauen Augen waren, während sie sprach, nicht von ihrem Gesichte gewichen, sie schie? nen ihr bis in das Innerste des Herzens zu sehen. Jetzt erhob er sich. Ich glaube Dir," sprach er ruhig, seiner Verlobten die Qand reickend. (Fortsetzung aus der Rückseite.)

n

Unter allen Umständen, in jedcut Haushalte ist t. Inliol)8 Oe daö beste Heilmittel gegen Schmerzen.

'VZV f,!i r! t BAOfc MAMA

HDcn T$roaii FEELStt? Disease comrnonly comes on with slight Symptoms, which when neglected increase in extent and gradually grow dangerous. "Z"7T. ÜIPANS TABÜLES take RIPANS TABÜLES " ÄÄJÄ. take RIPANS TABÜLES Frs'L...!!:. RIPANS TABÜLES Ripans Tabnles Regnlate the System and Presenre tne Health. : KSZnOiSSXftSSXBSXXS Vl.. . , ,- 1 CDnne 1 sy t0 taB Givcs 1 Huivtz tn act. W -ni & Ripans Tabules ure Bold by drnggists, or by mail fXtßllCTm M, is the price (50 cents a box) is eent to The Ripans 2 Chemical Company, No. 10 Spruce St., New York. XSXWSXSXSWLTSXTH Sampie yial 10 centa.

, Hh , ' li '.. !?V4 t&ii

MimmsaMAV

-j -iuis, 1 HXI

:JWBW&

m M m M i iiu, M i . ""u-, m

Frenzel Brothers, No. 1 West Washington Straße, (MercliariU National Bank.)

Ein europäisches Departement. sungen auf alle Städte Europas. und Verkauf ausländischen Geldes.

Ein altes, zuverlässiges Fabrikat. JTOTfi.

Ein gutes Standard Piano, vollkommen geprüft Nicht für einen Tag gemacht, aber für eine Lebenszeit. Feiner Ton und Anschlag. Preise mäßig.

Sie sollten dieselben sehen, ehe Sie ein anderes kaufen.

Y7ulschner 65 Sohn,

78 und 80 iUJ Das Stimmen von Pianos wird

Bei dem Brauen unserer Biere

verwenden wir nur Cp" reines Brunnenwasser. Die besten Aerzte empfehlen unser

Columbia und

als der Gesundheit höchst zuträglich und empfehlen dieselben angegelegentlichst für den Familiengebrauch.

3n Flaschen zu beziehen

H01E

Telephon 1050. Bestellungen werden nach allen Theilen der Stadt Prompt abgeliefert

Itoe Haute Brewing Company.

MAURICE DONELLY, Manag.

" rll r: : t m C I 1

Versuchen Sie unsere Flaschenbiere Velvet' und Tafel -Bier. Einzige Agenten : Die C. HABICH Co., 183, 187 und 1! West Obiv Qtr

allen Zeiten,

wm?Mk

Wechsel, Creditbriefe und Postanwei Schisssscheine nach und von Europa. An. Nord Pennsylvania Straße. prompt und zu billigen Preisen besorgt. Palz-ixtract, auö unserem Bottling-Department.

"i -J

BREWIM CO

(ß&i fätiu Tttm JckJadtM

Telephon 1557.

Konrad Heetz,

Saloori, 330 Massachusetts Avcnue. Beste Getränke und Cigarren. L U IT O S. Berliner Weißbier in Flaschen zu haben bei IMetzgenio Alleinige Agenten. Telephon 407. Columbia Halle! Ecke McCarty & Delaware Str. OTTO SVIIÜIIVT, Ligenthr. DersammlungSKalender i Bierbrauer U. Verein, 1. Sonntag im Monat. Südseite Schwaben-Verein, 2. Sonntag im Monat. Sozialiftische Sektion, 2 Sonntag im Monat. Badischer Unt. Verein, 3. Sonntag im Monat. Sachsenbund, 3. Sonntag im Monat. Preußen U. Verein, letzten Sonntag im Monat. HermannSsöhne, jeden 2. und 4. Montag im Monat. Sozialistischer Sängerbund, Gesangftunde jeden Dienstag Abend. Preußen Gesangverein Gesangstunde jeden Mittwoch Abend. Lincoln Lcague jeden Freitag Abend. 26. Unt. Verein wenn berufen. Gute Getränke und ein feiner Lunch. JACOB BOS. Nhein- und Mosel-Weine eigener Jmportatlon. NKeiN Johannisberan. ' ( öteinberger Kadinet. m Ruvesheimer Berg iUeinC 1 Markodrunner Am Markodrunner Auslese. Mosel- S5 Bernkastler Doktor. . v l Erdner Treppchen. Ueine, t osevbSböfer AuSIese. Absolute Reinheit wird garantirt. 36 37 SUd Lslnrvnrs Str. Tel. 1N6S. G. Leukhardt, SAL003T, Oes e Sbio a Skoble vtrage. Geräumiges Ver.ammlungölokal für Vereine, Logen etc. Agent deö New Sorker Schwäbischen Wochenblattes. IS2SSS3SZSSSZSSZSSSZSZS2S2 ONCE TRIED, ALWiYSTflSED. . ro 6ootft CutAm SAR FIXTURE& DRAIN BOARDS AND AtA ' Tln, Zlnc.Omao, Coppcr Nicket ond olt Kltchon end PIsltod UtonfitlS Clooo AVood, Morblo Par - cotoln, Etc. CEOnCE WM. HOFFMAM0 tl lUatlkctmrtr txA Froprlta& 206 Cast Washington Sr..taftiANAöu. THE BMEPEDS' FÜHL tSZSZ5ZSZS25Z52S2S2S2SZSZS5ZZ Zum Verkauf in Apotheken 26 Cents per Pfund. Jermalmten und ganzen Coke zu haben bei der

Jfod'rjolfe Gas Co.