Indiana Tribüne, Volume 19, Number 323, Indianapolis, Marion County, 9 August 1896 — Page 4
Znviana Tribüne.
Erscheint Täglich und Sonntag. Die tZzlicbe .Tribüne- kostet durch den Ztl&tz i Cent per Wocke, die KonntagS'Tribüne'S EetS per Woche. Beide ,ufamru IS Cent bei 65 Cent per at. Per Post außerhalb dn Udt ,ugefchilkt 1 oraukbe,hlung M pe, lJat. om! Ist eüd Alabama Gtraftt. Indianapolis, 3nd., 9. August 1896. Sonntags - pitteci. Ich bin kein Freund lärmender gotteSdienstlicher Veranstaltungen und für alle Straßenprediger, Evangelisten und alle Diejenigen, welche glauben, sie ulußteii für den alten Herrgott die Lärmtrommel schlagen und Reklame machen, habe ich nichts übrig als Hohn und Mitleid. Schließlich aber ist es Jedermann's eigene Sache, mit seinem religiösen Gewissen fertig zu werden und wer da glaubt, mit allerhand lärmendem Humbug und Tamtam dem Teufel eine arme Seele abjagen zu können, der kann daS meinetwegen Probiren, so oft und so viel er Lust hat. ES wäre ja Thorheit, alle Leute, welche ihre Andachtsübungen in lärmender Weise betreiben, alS Heuchler und Betrüger anzusehen. Manchen von ihnen ist eS recht ernst mit ihrem Thun. Namentlich meine ich, daß eS die Leute vou der Heilsarmee recht ehrlich meinen, und daß sie wirklich der inneren Ueberzeugung leben, daß ihr Thun ein der Menschheit recht nützliches ist. Mag es immerhin ein Wahn sein, aber die Leute find glücklich in ihrem Wahn, sie thun keinem Menschen waS zu Leide, also lasse man sie doch gewähren. Aber der süße amerikanische Pöbel denkt anders. Ich weiß nicht, ob der amerikanische Pöbel und die amerika nische Gassenjugend schlimmer sind, als die anderer Länder, aber, weiß der Himmel, sie sind schlimm genng auch ohne dies. Seit einiger Zeit hat die Heilsarmee ein Zelt auf einer leeren " Baustelle an der Ecke der Noble und Washington Straße ausgeschlagen und hält daselbst allabendlich ihren Gottes. dienst ab. Ich weiß es aus Erfahrung, welch eigenthümliche Attraktion ein Zelt auf die Straßenjugend ausübt. Vor einigen Jahren als die Populisten ihre Versammlungen in einem Zelt abhiel. ten, da war auch die Straßenjugend immer da und radaubereit. Es kommt dabei freilich immer viel auf die Stadt gegend an, in der man sich gerade befindet. Nun, die Gegend von Washington Str. und Noble Str. ist trotz deS Namens keine sehr noble. Die Leute, welche da allabendlich um da 3lt herumstehen und ihre Allotria treiben, tragen weder schwarze Fräcke noch weiße Glacehandschuhe und in ihrem Betragen richten sie sich auch nicht genau nach Knigge. Während die frommen, gotteöfürchtigen Weiblein ihre Hymnen fingen, und denselben Refrain so ein paar Dutzend Mal wiederholen und nichts unversucht lassen, eine arme Seele vor dem Fegeseuer zu retten, treiben die rohen Bursche, in der Umgebung des Zelteö und im Hintergrunde desselben einen . heillosen Unfug durch rohe RedenSarten und Katzbalgerei, und es wird den männlichen und weiblichen Soldaten der Armee zuweilen schwer, fich vor wirklicher Mißhandlung zu schützen. Kürzlich an einem Abende wäre das Zelt beinahe in Flammen aufgegangen. ; Das Gesinde! schnitt die Stricke entzwei, so daß ein Theil des DacheS heruntersiel und sich beinahe an dem gleich darunter hängenden Oellicht entzündet hätte. Die Leute beklagen sich, daß ihnen die Polizei keinen Schutz gewähre und das mit vollem Rechte. Ich bin der Ansicht, daß daS Zelt gerade so gut als Kirche zu betrachten ist, wie der stolze Steinpalast, den sich eine auS Millionären bestehende Gemeinde erbauen mag, und daß daS armselige Zelt dieser armen Leute denselben Schutz verdient. - Der Gottesdienst in einer fashionablen Kirche würde keine zwei Mal von RowdieS gestört werden, ohne daß die Polizei bewaffnet und von heiliger Entrüstung beseelt, die Verbrecher am schmutzigen Kragen packen würde. Diese Armen aber können ruhig weiter belästigt werden, da legt sich keine Polizei inS Mittel. Wenn ein Murphy, oder ein ähnlicher Hanswurst in der Tomlinson Halle seine Tiraden loSläkt, dann hält die Polizei die andrängenden Massen in Ordnung, hier bleibt sie fort. Und doch hatte einer der Heilösoldaten ganz Recht, der kürzlich den Leuten zurief : Wir find einfache Leute, aber wir haben hier denselben EhristuS, wie derjenige zu dem sie in der Meridian Str. gehen". Der Mann hatte ja Recht, er hatts
nur gerade vergessen, daß Ehristuö kein Indianapolis Polizist war, und daß gerade der Unterschied den EhriftuS zwischen Arm und Reich machte, ein ganz anderer war, als der den ein 2ndianapoliser Polizist zwischen ihnen macht. Der Plauderer. ,, m Eine Zchrcckcnsnacht. Bon E. Mcßner.
Ich hatte von meinem Freunde und früheren Kameraden Hans von Echönbürg eine Einladung nach oejjen Landsitz erhalten und als ich auf dem Schönburgschen Vesitzthum anlangte, fand ich dasselbe bereits voller Gäste. Mein Freund empfing mich mit ettoa.ö verlegener Miene ; denn er wußte eigcntlich nicht recht, wo er mich einquartiren sollte. Denke Dir", sagte er beinahe verlegen, gestern Nachmittag kommen ganz unverhofft zwei Verwandte meiner Frau an. und ich sah mich gezwungen, diesen Damen Dein Zimmer zu geben. Aber", fuhr er eifrig fort, ich werde schon Rath schaffen. Wie wär's, wenn Du in dem kleinen PavilIon, der dicht am See liegt. Dein Asyl ausschlügst? (;S ist ganz gemüthlich dort. Ich selber habe zum Vergnügen manche Nacht dort geschlafen." Ich schmunzelte. Das war etwas für mich. Das Plätschern des Wassers zu hören, den herrlichen Ausblick auf den See zu genießen und inmitten um Rosen und Rhododendron zu leben das war ja ganz fa mos! Nach einer Weile begaben wir uns in den Salon. Dort war eine sehr zahlreiche Gesellschaft mit vielen Bekannten von mir. Unter ihnen befand sich auch Lilli von Osten, ein liebreizendes. wunderholdcs Wesen mit Goldhaar und Veilchenaugen. Sie hatte es mir schon lange angethan; schon ein ganzes Jahr schmachtete ich sie aus der Ferne an. Durch einen ganz besonders glücklichen Zufall war mir Lilli als TischNachbarin bestimmt. Sie blickte mich mit ihren Aärchenaugen so kindlich und dabei so liebevoll-treuherzig an. als ich ihr Händchen beim Gut-Nacht-sagen drückte, daß mir ganz wonniglich ums Herz wurde, und ich wie traumbefangen eine ganze Weile auf meinem Platze stehen blieb, um in die Richtung zu schauen, in welcher sie davongeschwebt war.Plötzlich riß mich eine lustige, helle Stimme aus meinen Träumereien. Komm, Herbert", rief Hans von Schönburg, sich eine Cigarre anzündend, auf. nach Deinem Rosennest ! Es wird Zeit, daß Du zur Ruhe gehst! Ich begleite Dich. Du hast zwei nette, lauschige Zimmer und wirst Dich Hoffentlich dort trotz der Abgeschiedenheit wohl fühlen." Das kleine Häuschen lag dicht an dem silberglänzenden See inmitten herrlicher Bäume und Sträucher. Wilde Rosen rankten sich an den Wänden v. :)ui und Blumenbeete und Heen umgaben es von allen Seitre. anl und ich saßen an dem weitgeöffneten Fenster, bliesen den Rauch unserer Cigarren vor uns hin und begannen alte Erinnerungen auszutauschen. Ehe Hans sich verabschiedete, zeigte er mir noch das Schlafzimmer. Es grenzte direct an den Wohnraum. Beide Zimmer hatten Bogenfenster. Bon dem einen dieser Fenster tonnte man in das Wasser springen, was Hans oft genug gethan, wenn er baden wollte. Dichte rothe Gardinen, welche zugezogen waren, verdeckten den gan zen Fensterbogcn. Als Hans gegangen war, zündete ich mir noch eine Cigarre n und setzte mich an das offene Fenster. Nun schwelgte ich in dem Augenblick der herrlichen Natur, die sich vor meinen entzückten Blicken ausbreitete. Es war zauberhaft schön. Der dunkle Hintergrund, welchen die Aäume bildeten, der vom Mondlicht beleucktcte See, dessen Wasser wie flüssiges Silber erglänzte, die kühle, mit BlumendLften erfüllte Luft, die tiefe Ruhe ringsum all' das lullte und wiegte meine Gedanken in süße Träume ein. Ueberall aus dem Wasserspiegel, aus den Blumenbeeten her lächelte mir das entzückende Antlitz Lillis entgegen. In der Ferne zeigte irgend eine Glocke eben durch zwölf Schläge die Mitternachtsstunde an. Ein letzter Blilj durch das Fenster, das ich offen ließ, zeigte mir. daß dicht unter demselben ein kleine: Kahn lag. welchen man an einen Baum snzcbunden hatte. Die dunkelrothen GardZnn zog ich zur Hälfte zu. so daß in der Mitte eine etwa einen halben Meter breite Oeffnung blieb, durch welche ich den keuchtenden Mond und das glänzende Wasser sehen konnte. Dann legte ich mich zu Bett. Ich konnte nicht sehr lange geschlafen haben, als ich plötzlich erwachte. Der Mond schien heller, das silberne Wasser glänzte ilensiver als zuvor. Die Uhr in derFnne schlug zwei. Ich blickte durch das Fenster nach dem silberflimmernden Wasser und sah sah etwas, das Ähnlichkeit mit einem dunklen Kopf hatte, hinter der Gardine hervoiwgen. Ein Kopf mit struppigem Haar, der sich, vom Mond beleuchist, geradezu gespenstisch ausnahm. Er rührte sich nicht. Mein erster Gedanke war, irgend ein Einbrecher könne gehört haben, daß der ikint Pavillon bewohnt sei und käme nun, meine Werthsachen und mein Geld zu stehlen. Dann verwünschte ich meine Sorglosigkeit, nicht eine einzige Waffe mit mir genommen zu haben. Ich hatte nur einen djmni Spazlttstock bei mir.
Darum sagte ich mir, es sei das Beste,
ganz ruhig zu bleiben. Doch lange htm ich diesen Zustand nicht aus. Räuber oder Satan," dachte ich bei mir, ich muß wissen, was hier vorgeht!" Daraus zündete ich ein Licht an. Nie und nimmer, so lange ich lebe, werde ich den Anblick vergessen, der sich mir bot. als die Kerze ihren Schein auf die dunklen Gardinen fallen ließ. Eine fürchterliche, unaussprechliche Angst befiel mich. Die Zunge klebte mir vor Entsetzen am Gaumen, ich zitterte an allen Gliedern, sie waren steif und starr vor Schreck. Kein Laut kam über meine Lippen. Ich war wie gelähmt. Stand der böse Feind, den ich vorhin genannt, wirklich, leibhaftig vor mir? Ja. es mußte so sein! Denn dort hinter der Gardine lugte ein schwarzes Gesicht, struppig und fürchterlich znzuschauen, hervor. Unter dicken Brauen funkelten mir ein paar kleine, tiefliegende Augen mit teuflischem. unheil verkündenden Ausdruck entgegen. Die Nase war groß und bei den Nasenflügeln, welche sich wüthend auf und niederbewegten, sehr breit. Ich war so erstarrt, so gelähmt, wie ein Bogel es vor dem faszinirenden Blick der Schlange sein muß. Ich konnte mich nicht von der Stelle rühren und vermochte nicht, meine Blicke von der unheimlichen Gestalt abzuwenden. Plötzlich flackerte mein Licht auf wie das gekommen, ist mir bis heute ein Räthsel, geblieben und erlosch. Zugleich hallte ein gräßlicher, unmenschlicher Schrei durch den kleinen Raum, der mir die Haare zu Berge trieb. Jetzt bewegte sich die Gestalt langsam auf mich zu. Es war ein fürchterliches, grausiges Ungeheuer, haarig und schwarz, wie die Nacht aber kein menschliches Wesen. Als es sich meinem Bett näherte, schloß ich unwillkürlich die Augen, kalter Schweiß stand auf meiner Stirn. Doch im nächsten Augenblick jagte mein gesundes Blut wie toll durch die Adern. Meine ganze Natur empörte sich gegen diese übernatürliche Macht, die aus der Hölle zu stammen schien. Ich. der in so mancher Schlacht dem Feinde kühn entgegengetreten, der ich im dichtesten Kugelregen Ruhe bewahrt ich sollte Furcht hege, mich einschüchtern lassen? Nimmermehr! Das Soldatenblut empörte sich gegen mich selbst. Zorn und Wuth füllten mein Herz, daß es zu zerspringen drohte. Mit einem lauten Ruf sprang ich aus dem Bett, ergriff den gefüllten Wasserkrug und warf ihn dem schwarzen Ungeheuer ins Gesicht. Mit dämonischem Geheul stürzte dieses sich aus mich. Aber ich wehrte mit einem Stuhl, den ich erfaßt, den ersten Angriff ab. Der Schlag hätte den stärksten Räuber niederfchmettern müssen an dem schwarzen Satan prallte er wie spurlos ab. Bon seiner Kraft hatte ja ich keine Ahnung! Im nächsten Moment war der eichene Stuhl meiner Hand entwunden und in kleine Stücke zerbrochen. Dann stürzte das haarige Gespenst mit wahnsinnigem Geheul auf mich zu. Wir rangen, ich fühlte mich plötzlich wie eine Feder w die Höhe gehoben und auf das Bett geworfen. Dreimal wiederholte sich das. Dann fiel ich auf den Boden herab, wo ich einen Augenblick wie besinnungslos liegen blieb. Bald aber kehrte das Bewußtsein zurück. Ich fühlte, wie meine rechte Schulter gepackt wurde, so fest, so schmerzhaft, als werde dieselbe in eine Eisenschrcmbe geklemmt, während große, fletschende Zähne sich in meine linke Schulter bohrten. Oh, Gott! Es überläuft mich noch heute eiskalt, wenn ich nur daran denke! Der Schreck, diese Qual, der wahnsinnige Schmerz! Ich sah die große, struppige Gestalt mit den teuflisch glühenden Augen dicht über mir aber ich vermochte nicht, mich zu rühren. Sie hockte, kniete auf mir. ihr heißer, glühender Athem strich über mein Gestcht, drohte mich zu ersticken. Meine Sinne schwanden, und ich glaubte, daß meine Minuten hienieden gezählt seien. Plötzlich ließ die eiserne Umklammerung ein wenig nach. Die fürchterlichen Zähne gaben ihre Beute frei. Vielleicht dachte daö höllische UngeHeuer, ich sei schon todt. Ich schloß die Augen und versuchte zu beten. Es ging nicht. Als ich eine Weile so da lag. kehrte mir das klare Bewußtsein nach und nach zurück. Wie der Blitz durchzuckte ein Gedanke mein Hirn meine Rasirmesser! Auf dem ganz in meiner Nähe stehenden Tisch lag das geöffnete Etui, in welchem sich dieselben befanden. Mit Aufbietung aller noch in mir vorhandenenKr'äfte sprang ich auf. schüttelte das Ungeheuer zur Seite und erfaßte mit der rechten Hand eins der Messer. Kaum hatte ich mich gerührt, so warf sich der schwarze Satan abernullI über mich. Seine langen. knochigen Klauen umklammerten mich von Neuem, und seine Zähne gruben sich wiederum, tief in xneine schon zerfleischte Schulter. In diesem Moment wahnsinnigsten Schmerzes und rasender Verzweiflung fuhr ich ein-, zwei-, dreimal schne? hintereinander nach der Kehle meines fürchterlichen Gegners. Mit lautem Stöhnen, einem Schmerzensschrei, der mir jetzt fast menschlich dünkte, wäh rend die vorher vernommenen Töne all Vom leibhaftigen Satan herrührend geklungen, fiel das Ungethüm nach rückwärts. Ich holte tief, tief Athem und fiel dann in Ohnmacht. Erst am Abend des nächsten Tages kam ich wieder zum Bewußtsein. Ich laa ;n einem hell erleuchteten, gemüthlichen Zimer. Hans , von Schönburg und seine Gattin saßen an meinem Lager. Ich versuchte zu sprechen, doch
rnn aur ram uver meine Kippen. Eine ungeheure Schwäche lag mir in allen Gliedern. Ich wollte mich bewegen, doch sofort sank ich mit einem Schmerzensschrei zurück. Hans blickte bestürzt auf und flößte mir einige Tropfen Arznei ein. Dann verfiel ich wieder in Besinnungslosigkeit. Eine volle Woche lang lag ich so erzählte man mir, später in den wildesten Fieberphantasien und tobte wie ein Wahnsinniger. Sie hatten einen berühmten Arzt aus der Hauptstadt telegraphisch herbeigerufen und dank dessen Geschicklichkeit und meiner kräftigen Natur genas ich langsam. Von dem fürchterlichen Kampfe in jener Schreckensnacht wurde nicht eher gesprochen, als bis der Arzt erklärte, daß jede Gefahr vorüber sei. Und nun klärte Hans das schreckliche Geheimniß auf. Einer seiner Freunde. ein Schifsscapitän. hatte ihm einen Gorilla von seiner letzten Reise mitgebracht. Derselbe war etwa zwei Tage vor meiner Ankunft eingetroffen. Während der ganzen Reise hatte das Thier sich völlig ruhig gezeigt, so daß man es für absolut ungefährlich hielt, wenn man es auf einiqe Tage in Schönburg behielt. Denn Hans hatte die Absicht. es später dem Zoologischen Garten zu schenken. Man hatte den Gorilla in einem leeren Stalle untergebracht und an ei ner eisernen Kette befestigt, welche mit einem schweren Ring tief in dem Boden saß. Durch irgend einen Zufall, wohl aber mehr in Folge der unglaublichen Kraft, welche das Thier besaß. war die Kette gerissen. So kam er unglücklicherweise zu mir. Die Leute, welche noch in jener Nacht nach dem entsprungenen Dämon" so hieß das Ungethüm auf der Suche waren. hatten mich in einer großen Blutlache gefunden. Ich war fürchterlich zerfleischt und hielt mein Rasirmesser krampfhaft in der Rechten. Der Gorilla lag todt zu meinen Füßen. Lilli hat mich, zusammen mit ihrer Freundin, Frau von Schönbu?g, während meiner Krankheit sorgsam gepfkgt. Nach dem Ausspruch des Arztes haben Lillis Besuche am meisten zu meiner schnellen Genesung beigetragen. Heute ist sie mein herziges, liebes Weibchen. Die reichste Zrau. Wir befinden uns in New York. Es ist fünf Uhr Abends, die Geschäfte leeren sich; eine dichte Menge drängt sich am Eingang der Brooklynbrücke, um zum Schalter zu gelangen und den Cent Brückengeld zu erlegen. In dieser Menge kann man eine Frau von ungefähr fünfundfünfzig Jahren in dunkler Toilette mit strengemGesichtsausdruck bemerken. Als sie anl Schalter, angekommen, gleitet ihv das kleine Geldstück, das sie bereit gehalten, aus der Hand; sie bückt sich danach, sucht es, findet es wieder und mit befriedigter Miene, ohne sich um das Lächeln und die Bemerkungen derjenigen Personen. die sie kennen, zu kümmern, bc-
zahlt sie und geht weiter. Das ist Mrs. Hetty Green, eine der sparsamsten Frauen von New Jork. eine der merkwürdigsten und geschicktesten Geschäftsfrauen der Großüadt. fteln Makler, kein Bankdiene?, der sie nicht kennte und die seltsamsten Anecdo.'en von ihr erzählte. Ihr Vermögen ist ein ungeheures, ihre Spacsai.ikcii eine außerordentliche, ihr Urtheil in Finanzsachen ein absolut sicheres. Sie besitzt eine Geradheit, die ganz männlich ist. Allüren, di: ganz z.iännlich sind, eine vollkommeae Verachtug der Toilette und aller Aeußerlicheiten. Frau Hetty Green hat :n New Bedford im Staate Massachusetts das Licht der Welt erblickt. Ihr Va:er, Herr Edward Morton Robinion. oehörte der Seki: der Quäker an und ihre Mutter, eine geborene Howland. war die Tochter eines reichen Schiffsrheders. Die beiden Gatten, die vorzüglich zusammenpaßten, waren von der größten Sparsamkeit. Fräulein Robinson wuchs bei ihren Elrern auf und eignete sich deren Ideen an. Als einzige Tochter wurde sie von Mrs. Grinnefl. einer Cousine ihrer Mutter, in die elegante New Forker Gesellschaft eingeführt, wo ihre Reize nicht weniger als ihr Vermögen ihr zahlreiche Bewerber zuzogen. Doch scheint keinev ihr besonders gefallen zu haben und so starb ihr Vater, ehe sie eine Wahl getroffen hatte. Er hinterließ seiner Tochter eine Erbschaft von neun Millionen Dollars. Nun verließ Fräulein Robinson die Gesellschaft und deren Vergnügungen für einige Zeit und beschäftigte sich hauptsächlich damit, dieses Vermögen, das in lucrativen. aber roie Zhx schien, zweifelhaften Unternehmungen angelegt war. zu beheben und in solider Weise unterzubringen. Bei dieser Gelegenheit entfaltete sie einen seltenen Geschäftssinn und ein klares Urtheil. Kaum )var diese Operation beendet, als eine Schwester ihrev Mutter sie zur Erbin einsetzte. Diese Erbschaft wurde ihr durch Seitenverwandte streitig gemacht; es handilte sich um vier Mi!lionen Dollars pnh erst flach esnem erbitterten Kämpft gelang es ihr, ihre Rechte durchzusetzen. Als endlich Alleö zur Zufriedenheit geordnet wan, hatte Miß Robinson dik Dreißig erreicht. Jetzt erst dachte sie an eine Heirath. Ihre verschiedenen Erbschaften hatten die Zahl ihrer Bewerber begreiflicherweise nicht vermindert, abev wenn sie sich wirklich entschloß, einen Gatten zu nehmen, so wollte sie weder einen Herrn irnb Gebieter, noch einen Socius haben. . Man erzählt sich vielleicht ist eö auch nur eine Legende daß ein etwas grotesker Umstand ih Wahl bestimmte. Unter ihren Anbetern be-
fand sich em Herr Edward A. Green. Von gutem Aussehen, nuv ein paar Jahre älter als sie, war er ohne Vermögen in früher Jugend gleich anderen Yankees sein Glück auf der Philippineninseln suchen gegangen. Er hatte es in Manila gefunden, von wo er siebzehn Jahre später mit sieben Millionen zurückkehrte, die ihm das Recht gaben, um die Hand der Miß Hetty anzuhalten. Am Sankt Valentinstage nun, wo es für die Liebenden Brauch ist, zärtliche Episteln an ihre Schönen zu richten, habe auch Edward A. Green an Miß Hetty einen herzbewegenden Brief gesandt oder zu senden geglaubt. Aus Versehen nämlich schob er in das für sie bestimmte Cou vert ein Schreiben an seinen Schneider. worin ev sich über die hohenPreise beklagte, die Rechnung unbarmherzig zusammenstrich und einen Check als Zahlung einlegte. Es gibt glückliche Irrthümer; dieser war ein solcher. Miß Hetty freute sich über den Geschäftssinn ihres Bewerbers, über seine Spavsamkeit und seine Pünktlichkeit im Begleichen seiner Schulden. Ein paar Monate später wurde sie Mrs. Green, aber nicht ohne vorher ihre Bedingungen gestellt zu haben. Durch Ehecontract verpflichtete sich 5)err Green. die Ausgaben des Haushalts, den Unterhalt seinerFrau und dev aus ihrer Verbindung etwa hervorgehenden Kinder, sowie die Einrichtung der Wohnung allein zu bestreiten und niemals unter irgend einem Vorwand in die Vermögensverwaltung der Frau Hetty einzugreifen, oder irgend welche Beisteuer zu den gemeinschaftlichen Ausgaben von ihr zu verlangen. Er hielt sich für reich genug, um in diese Bedingungen zu willigen, und war verliebt genug, um sich über diese Vorbehalte hinwegsetzen zu können. Am Hochzeitstag konnte er feststellen, daß seine Frau bereits über 20 Millionen Dollars verfügte. Sie schenkte ihm einen Sohn und eine Tochter. Dann gab sie sich mehr und mehr ihren Geldspeculationen hin, die sie ganz allein und mit leidenschaftlichem Eifer betrieb. In Wall Street flößte ihre Erscheinung großen Respect und heilsamen Schrecken ein; mehr als einmal versetzten ihre kühnen, unvermutheten Börsencoups den Markt in Erregung. Man spricht dort heute noch von ihrenSpeculationen in Eisenbahnactien, besonders in denen von Reading. Louisville und Nashville. bei denen sie enorme Gewinne einheimste.
Das jetzige Vermögen dieser Frau, das von den Einen auf sechzig Millionen Dollars, von den Andern auf eine noch weit höhereSumme geschätzt wird, besteht aus Staatspapieren, Ersen bahnactien und Obligationen, Grundbesitz, Häsern. Farmen und Hypotheken. Im Laufe der letzten Jahre hat sie ihrem Sohn Edward R. Green die Verwaltung ihrer Besitzungen in der Stadt Chicago, die allein einen Wertt) von mehr als 20 .Millionen repräsentiren. übertragen. Ihr einziger Ehr geiz ist es, aus diesem Sohn, ihrem Jünger und Schüler, den reichsten Mann der neuen Welt zu machen. Sie ist aus dem besten Wege hierzu. Kurz und gut. Ter Lehrer spricht: Nun. Hans, sag' an. Welch' Nutzen hat von Ziegen man? Und Hänschens Antwort lautet hier: Die Geiß giebt Milch, der Bock giebt Bier. - :im O e l r a l ds v u rea u. Aber der Herr, den Sie mir da cm. psehlen, leidet ia an der Gicht!" Seh'n Sie! Wird er Ihnen machen leme unnuen Sprunge'. Passend. Gutsbesitzer: Al so jetzt fahre ich zum Nachbar Wald berg hinüber und werde um seine Toch ter anhalten. Welchen Wagen nehme lcy woyl?" Inspektor: Natürlich den Jaadwaaen." Eine seltene Leistuna. Studiosus Biermeier: ..Weil Du Dich wleoer mal hatt raneren lassen, trägst lu den ttops ordentlich bock. Vumv rneier." Studiosus Pumpmeier: ..Vay!oad ist's nicht... aber ich hab. tr Wnhrmr nurfi tnfprf bfirtMt'" llr. J, F. Beanty, Nacfi demiallenfieb Vollständig Cetundhelt wieder rlangt.-Kropf kurlrt. "Im Frühling 1892 hatte Ich sieben Wochen lang Gallenfieber. Nachdem ich theilweise wieder hergertellt. wurde Ich so schwach, dass ich kaum gehen konnt. Aerztliche Behandlung schien mir nicht länger wohl ru thun und ich. Schwitzte Immer wahrend der Nacht, und kpnnte nur sehr wenig eaaen. Ich wurde muttiloi. und klaubte nicht, dass mir noch irgend etwas helfen würde, aber meine Frau las au fällig von einem Ähnlichen Fall wie dem meinigen, der üurch Nood's ßarararMa fcurirt worden war. ch gedachte eine Flaache zu versnoben. that mir 10 gut dass ich mehr Vorrath davon holte, und treue mich sagen zu können, dasa machdem Ich drei Flaschen genommen, ich mich Kurlrt und vollständig woel fühlte. Ich mochte hinzufügen dass meine Frau den Kröpf hatte. Sie begann Hood's Laras parilla gegen Katarrh au nehmen und tu Ihrem grossen Erstaunen nahm ihr Has Hood's Kurirt bald wieder seine natürliche? Form an." James P. Skaney, Tuscola, I1L Hood's Pillen befreien UebsixeU uae Tisch, BUUoeUafc aelbasohi, tte.
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