Indiana Tribüne, Volume 19, Number 323, Indianapolis, Marion County, 9 August 1896 — Page 2
per Wolf. Ein Märchen von Rene Bazin.
' Es war einmal em großer Wald und in diesem Walde ein Schloß und cuf dem Schlosse wehte, so Tag wie Nacht, eine stolze, weithin sichtbare 'Fahne, und auf den Mauern standen bewaffnete Mannen Wache, und die Matrosen dort auf dem Meere sahen ieren Waffen gleißen und glitzern. In dem Schlosse aber wohnte eine ganz wunderschöne Maid mit goldi gem Haar: Isolde. Und allüberall, wo man diesen Na?nen nannte, war er mit heißen Segenswünschen dereint. Isolde war nämlich ebenso schön als ut. Sie einte die Schönheit des Ant "litzes mit der Schönheit des Herzens. Die Thiere folgten ihr. um sie zu f ihen. die Armen vergaßen ihr Elend, Kenn sie Isoldens Lächeln sahen. Ein kleiner Wolf, der allmälig groß geworden war. folgte ihr auf Schritt und Tritt, und wenn die schöne Isolde ur Kapelle emporstieg, um zu beten, gesellte sich stets der Wolf zu ihr und kauerte sich ihr zu Füßen. ' Dort, in iener Kapelle, vermählte iie schöne Isolde sich mit Ritter Alain. ,Sie schwuren einander ewige Treue 'und nahmen das Meer, den Wald und en Wolf als Zeugen dieses Schwures. ! Das ganze Land war des Jubels doll. und als man die goldenen Ringe !cn Isoldens und ihres Gatten Finger ssah. da freuten sich alle die Armen ;nd Elenden, daß zwei goldene Her'zen sich für's Leben gefunden hatten und glücklich sein sollten, wie sie's ver Dienten. ' Da eines Tages mußte der Ritter hinaus in den Krieg, und vom Söller ,!es Schlosses wehte ein weißerSchleier Ihm lange, lange den Abschiedsgruß nach, so lange, als das Schiff sichtbar blieb, das den Ritter entführte. Und .Conan. der Bandit, nützte die Zeit aus und drang, als Pilger verkleidet, Zn das Schloß ein und öffnete dieses .seinen Gesellen. Was er wollte, war aber nicht die Fahne des Feindes, nicht dessenSchloß, Glicht dessen Schätze und Reichthum, nicht dessen Herrschaft, sondern Isolde. , Isolde aber floh. i Sie floh den Berg hinan, ohne sich r.ach dem brennenden Schloß umzuseZhen. hin zur Kapelle, dort, mitten im Walde. Drei Männer warfen sich iort auf sie, als sie. über ein Wurzel geäst strauchelnd, zu Boden siel. . Der Wolf aber sprang die Räuber vn und schlug sie in die Flucht. Diese 1 legten :hre Bogen an und schössen ihre Pfeile ab. Ein Todesschrei ward ge Zhört und Isolde lag todwund in hrem Blute auf den Stufen der Ka velle. In diesem Augenblicke eilte de? Ritter Alain, der wieder gelandet war. hoch zu Rosse herbei, und oh. welch' ein Blutbad richtete er unter ien Räubern an! Und nun Du. mein Rabe, der Du zu jener 5Zeit vorübergeflogen und 'Alles gesehen, erzähle, was weiter gescheben! Ich habe den Kreuzweg vom Blute geröthet gesehen; ich habe den Leich uam eines schönen Weibes auf w::? fliesen dr Kapelle gesehen. V : . . von ' Pfeil burr "'i? ' .-.im " . i" . gesehen, . -itvr..tv -10 blutgeifernd .'' zui Leichnamen lag. ich habe ei..en Ritter gesehen, der sich, verzweiflungsvoll weinend, über den Leichnam !)es todten, herrlichen Weibes hin N?arf." Und nun Du. mein Rabe.er Du mich ferner vorüberflogsi und Alles gesehen, erzähle, was weiter geschehen? . Ich sah einen Schmerz enden, bet ewig hätte dauern müssen, ich sah ein anderes junges Weib an des Ritters 'Seite in das Schloß einziehen, von welchem das Banner flatternd herabwehte, ich sah die Kapelle von den Menschen allen vergessen und verlassen. Ich sah einen Wolf, der trotz der Jahre treu geblieben ist und das Grab .seiner todten Herrin bewacht, und der Ijeult und der stöhnt; und wenn ein fremder dem Grabe sich naht, die Jähne fletscht und Niemanden zumtm I Und nun Du. mein Rabe, der Du dorüberslogst und Alles gesehen, erZähle, was weiter, geschehen? .Ich babe einen Ritter auf dem 'Söller gesehen, der sein neues Lieb gar innig umschlang, und habe einen grauen Wolf gesehen, der auf dem Grabe seiner Herrin sein Leben geew idetV ! Genug, genug. Du mein Rabe, Du Hast zu viel gesehen, zu viel I Vorsichtig. Oberförster: Aber Herr Varon, warum haben Sie denn nicht auf den Eber geschossen; Zvaren Sie denn nicht nahe genug, um schießen zu können?" Baron: Wie haißt, nicht nahe genug? Nahe genug war ich sckon, aber nicht weit genug, da werd' ich mer hüten und schie$cn!" ' Prüde. Frau A.: Sagen Sie, verehrte Freundin. Sie sind nun 76 Jahre alt und haben sich in diesem hohen Alter nock, verheiratet?" Frau 23.: Ja. sehen Sie. das bat seinen guten Grund; mein jetziger Mann Den ich vor vier Wochen geheirathet habe, kam immer so viel zu mir und $aiie ich schließlich Angst, die Leute Zönnten darüber reden." ' Letzter Trumpf. Fräule'm: .Ein für alle Mal. lassen Sie mich in Ruhe mit Ihren Erklärungen, mein Herr. Ich will nicht Ihre Frau iverden. Geck: Warten Sie nur, mein Fräulein, bis mein neuer Pariser Anzug kommt; da werden Sie ander? ?eden." ;
Aic spanische Arau. Von Emilia Pardo de Bazan (Madrid).
Ueb:r die spanische Frau hat sich, geschaffen von der Literatur und der Kunst, eine ganze Legende gebildet. Die Dichter, die Schriftsteller, die Musiker besonders die französischen haben aus der spanischen Frau ein glühendes und leidenschaftliches Wefen, etwas ganz fpecifischRomantischeS gemacht: die wilde Ghana" oder die capriciöse große Dame, die mit den Trocadors vertraut ist. Es ist wohl an der Zeit, ein weniger pitoreskes, aber treueres Porträt zu zeichnen. Ich will versuchen, die wahre Physiognomie einer Frau zu schildern, die in der Geschichte hervorgetreten ist und hohe und ernste Eigenschaften besitzt, aber freilich nur in Ausnahmefällen das sonderbare und feurige Seelenleben zeigt, das man ihr zugeschrieben hat zugeschrieben hat auf den Credit von Romandichtern, die nach ei ner erotischen Poesie ganz aus Flitter und Rauschgold suchten. Erinnern wir uns zunächst daran, daß Spanien von sehr verschiedenen Rassen (unter denen man selbst einige, die nicht zu den Ariern gehören, nennen könnte) bevölkert und bewohnt wurde. Die Verschiedenheit der Rassen und der Gegenden, die allmählig die spanische Nationalität gebildet ha ben, mußte nothwendigerweise die Verschiedenheit der weiblichen Typen in physischer und moralischer Hinsicht zur Folge haben. Wir sprechen hier gar nicht von den Süd-Amerikanerin-nen, die der spanischen Rasse angehören, und selbst nicht einmal von den Crcolinnen unserer Antillen; wir beschränken uns auf die Halbinsel und stellen fest, daß es da mindestens ein Dutzend spanischer Frauentypen giebt, die, einiger gemeinsamer Züge unge achtet, ganz verschieden, ja einander entgegengesetzt sind. Es ist schwer, sich einen frappanteren Gegensatz vorzustellen, als den zwischen der südspanischen Frau und der aus dem Norden oder Nordwesten. Bei der ersteren merkt man sofort das maurische Blut, manchmal findet man sogar den reinen Charakter der semitischen Nasse; bei der anderen beobachtet man das Fortleben der iberischen, germanischen und celtischen Elemente. Die Frau des Südens hat einen braunen Teint, schlanke Taille, schwarzes Auge, gewölbten Fuß; die des Nordens ist oft blond oder rothhaarig, weiß, frisch, kräftig, sie liebt die Arbeit und Sparsamkeit, während die Südländerin mehr indolent ist und gern naaz arabi scher Sitte eingesperrt leben würde Nirgends, im Norden wie im Süden, würde man so leicht viele Exemplare der Frau mit dem brennenden Herzen, der tragischen Heroine aus den Erzahlungen M6rimes finden. Die Frauen, die aus Liebe oder Eifersucht Verbrecherinnen werden, sind in Spa"im selten; hier ist es vielmehr der Mann, der mit dem Messer spielt. .cuugenö wissen wir durch die inte ressanten Untersuchuno': hervorragenden Sri-' au Arenal, daß - -' , ; ,-: . . c spanisch-. ?v. Z:itr.t'.v:. r jtz des ..... ... , TNl ".. i . ' ... ' ; .4. XJIC tjiuu iit in Spanien arbeitzonders in den Ackerbau treioenden Gegenden des Nordens; in Galizien z. B. verrichtet sie die Feldarbeiten zusammen mit dem Manne und manchmal ersetzt sie ihn, wenn dieAusWanderung diese Gegenden entvölkert. Trotz des Kräfteverbrauchs, den diese harten Arbeiten erfordern, ist die Frau aus dem Volke sehr nüchtern, sie weiß nichts von Alkoholismus, ißt wenig und kennt das Spiel nicht. Die spanische Frau ist gesund und normal, trotz der wenig hygienischen Lebensweise der bürgerlichen und adeligen Gesellschaft, sie erreicht imDurchschnitt ein höheres Lebensalter als der Mann. Sie ist, besonders im Norden, sehr fruchtbar; Häuser mit zwölf Kindern sind nichts Außergewöhnliches. Die Stellung der spanischen Frau als Mutter und ihre Bedeutung trägt fast den Charakter der Uebertreibung. Vor kurzer Zeit hat ein großer Dramatiker, Echegaray, mich darauf aufmerksam gemacht, wie leicht es sei, das spanische Publikum in Bewegung zu versetzen, wenn man die Saite des Muttergefühls berührt. Man darf sagen, das Muttergefühl und nicht die Liebe ist es meist, die das Herz der spanischen Frau schlagen macht. Bemerken wir auch eine befondere Nuance: die Liebe gründet sich in unserer Rasse auf die Eifersucht. Der Spanier hat die Herrschaft der Mauren nicht vergessen und in seinen BeZiehungen zur Frau ist er vor Allem eifersüchtig, voll von Leidenschaft und Mißtrauen. Dieser Seelezustand ändert sich in den Beziehungen des Sohnes zur Mutter. Wenn der Liebende und der Gatte immer mißtrauisch sein müssen, so muß der Sohn im Gegentheil von absolutem, blindem, fanatischem Vertrauen sein. In den Volksliedern und in der ganzen spanischen Poesie ist es ein Gemeinplatz, die Hingabe und Treue der Mutier d?r Undankbarkeit, Unbeständig, keit und Treulosigkeit der Geliebten gegenüberzustellen. Was die Religiosität der spanischen Frau betrifft, so ist sie, wie die Jtalienerin, als abergläubisch, ja, sagen wir es heraus, als ein wenig fetischistisch bezeichnet worden. Man könnte diese Anklage durch Thatsachen widerlegen, daß die Spanierin in den Zeiten des Glaubenseifers und Mysticismus intcllectuell höher stand als heute. Im 15. und 16. Jahrhundert war dieFrau um so gläubiger, je gelehrter sie war. Damals erzeugte Spanien eine Reihe von Gelehrtinnen und Philosophinnen: die große heilige Therese, die derehrenswürdige ' d'Agreda, " Donna .Ua ZÄW. .LtMMaae jjt ij
spanische Frau zweifellos gut kakhs lisch, aber wir haben nicht mehr diese
hervorragenden Frauen: Theologin nen, Ekstatikerinnen, Seherinnen, die der Heilige Geist besucht; ja wenn sie aufträten, würden sie mit äußerstem Mißtrauen betrachtet werden. Der Luxus gehört nicht zu den Feh lern der spanischen Frau. Wenig Raffinement, vielmehr eine gewisse Cokettene, das Bedürfniß fein chaus sirt zu sein und eine frische Toilette zu haben. Der Mangel an lunstlen scher Bildung trägt wahrscheinlich zur Verringerung ihrer Bedürfnisse bei. Sie liebt ein schönes Kleid, einen Schmuck, einen Schuh, der ihren Fuß recht vortheilhaft zur Geltung bringt, aber sie träumt nicht von Gemälden, Möbeln, Spitzen. Equipagen, Bibelots, von glanzenden Garten und dieser Wäsche, die Tausende von Francs kostet: sie wird vergnügt ihre Olla potrlda essen, Wasser trinken und in sthr bescheidenen Betten schlafen. In Spanien ist es nicht der Xlurus der Frauen, der die großen fürstlichen Fa mitten ruinirt hat. . Ich habe bemerkt, daß die alten Jungfern und die Wittwen in Spanien von sehr wenig hben, Ersparnisse machen und manchmal das von den Männern zerrüttete Vermögen wiederherstellen. Die Spanierin bescht eine lebhafte Intelligenz und eine Begabung, die sie in zahlreichen Fallen bewiesen hat; aber im Punkte der Erziehung ist sie sehr zurückgeblieben. Spanien muß zu den Nationen gezählt werden, die tl geradezu als Dogma aufgestellt haben. daß die Frau unwissend bleib. Obgleich gesetzlich berechtigt, an allen Universitäts - Kursen theilzunehmen, hat das junge Mädchen doch von dieser Berechtigung keinen Vortheil. Die herrschenden Ideen über die Mission und die Stellung der Frau, die alte, in unseren Sitten fortlebende arabische Eifersucht widersetzen sich der Erwerbung ausreichender Bildung durch die jungen Mädchen. Eigenartig ist die Thatsache, daß in unserem kleinen Nachbarlande Portugal der Unterricht der Frauen unendlich größere Fortschritte gemacht hat als in Spanien: während wir nur einen weiblichen Arzt haben, giebt es in Portugal min bestens sechszehn, die diese Kunst ausüben. Was man an Bildung und Kenntnissen für die jungenMädchen als ausreichend und angemessen betrachtet, das ist sehr wenig. Bei denen aus dem Volke etwas Lesen und Schreiben Gott weiß, wie! In den bürgerlichen Klassen die Grammatik, der Katechismus. Zeichnen, Geographie, Piano, kleine Nadelarbeiten allenfalls eine oder, zwei Sprachen, die man jämmerlich genug stottern lernt. In den hohen Klassen, bei den sehr reichen Familien, macht man die lebenden Sprachen zur Grundlage, man hält eine französische oder englischeoverness", aber das ist auch Alles: andere Kenntnisse sind den jungen Mädchen verboten. Der Unterricht beschränkt sich auf die Mädchen von 815 Iahren. Nach dem IS. Jahre lernt das Mädchen überhaupt nichts mehr, sie ist jetzt reif zur Ehe. Findet sich der sehnlichst erwartete Freier nicht, so hält man die Existenz des Mädchens für verfehlt. Selbst zugegeben, daß der einzige Lebenszweck der Frau die Ehe sei. darf man wohl sagen, daß sie, so unvollständig gebildet, so schlecht auf ihre ernsten Pflichten vorbereitet, unmöglich fein kann, was sie sein sollte. Das Glück, die Harmonie in der Ehe ist darum in Spanien nicht sehr häusig. Man wird schwerlich anderswo als in Spanien so leidenschaftliche Liebhaber und so gelangweilte und kühle Ehemänner finden. Während der wenigen Monate vor der Hochzeit sind die jungen Leute gleichsam toll vor Liebe; 14 Tage nach der Eheschließung be gleitet der Mann (wenn er noch geruht, sie zu begleiten) seine Frau, ohne sie anzusehen oder ein Wort an sie zu richten. De? Mann hat in seiner Frau keine Seele gefunden, keine Jntelligenz, und darum ist er entnüchtert, vielleicht ohne es zu wollen oder zu gestehen, vielleicht in der Meinung, es müsse so sein. Es ist sehr selten, daß der Ehemann nicht nach dem ersten Jahre der Ehe seine Junggesellengewohnheiten das Caf6, den Club, seine Freunde u. s. w. wieder aufnimmt. Diesen schweren Fehler der spanischen Frau, ihren Mangel an Bildung, ihre Ignoranz sogar auf specifisch weiblichen Gebieten, darf man jedoch nicht eigentlich ihr zur Last legen. Er ist das Ergebniß sehr complicirter Gründe: der Zustand der spanischen Gesellschaft, die Vorurtheile der Eltern u. s. w. müssen dabei in Rücksicht gezogen werden. Trotz dieser ungünstigen Verhältnisse, die geeignet sind, alle guten Anlagen im Keime zu ersticken, hat Spanien autodidaktische und darum um so achtungswerthere Frauen von Verdienst hervorgebracht. Unser Jahrhundert hat lyrische Dichterinnen wie Karolina Coronado und Gertrudis Avellaneda, Romanschriftstellerinnen wie Cäcilia Böhl de Faber; Frauen, die sich in den juristischen und sociologischen Studien, in der Pädagogik, der Musik, der Malerei, der Politik ehrenvolle Plätze erobert haben. Aber das sind immer glänzende Erscheinungen, die mehr Staunen als Wohlwollen und ehrliche Bewunderung hervorgerufen haben. Was für Spaniens Fortschritt nöthig wäre, das wäre eine gediegene ernste, vollständige Erziehung der Frauen; aber das ist bkU leicht ein Traum, denn sckließlich ist der Unterricht für die Männer in Spanien auch weit von dem entfernt, was er sein sollte. Im Ganzen nimmt die spanische Frau in dieser Epoche des Uebergangs eine schwankende Stellung ein: sie hütet nicht mehr das Haus. um ihre Spindel ju drehen, aber sie ijt
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auch noch nicht zum Bewußtsein ihre? Rechte gekommen. Aie kkelne Tettenvortt. Von Gh. ZoeUcr.LionhcLrt. Wir hatten denKameraden zuGrabt getragen. Mit klingendem Spiel zog die Regimentsmusit von dem isarmfonkirchhof m der Hascnhaue av. Wir. die wir nicht zumRegiment ge hörten und dem Freunde die letzte Ehre freiwillig erzeigten, schüttelten uns jetzt zum Abschied die Hände. Einige der Osficiere bestiegen die yarrenoen Wagen, andere zogen truppweise den Pferdebahnen entgegen. Freund Waldow hakte vertraulich seinen Arm in meinen. Hast Du Zeit, alter Junge?" Als wenn ein Officier. der eben den Dienst quittirt, keine hätte! Zu viel.sagte ich mit einem schweren Athem Zug. Na, dann laß uns zu Fuß gehen, willst du?. Könnten uns be: der (Lele qenheit auch mal Berlin von der Kehrfeite anschaute, die wir im Westen nicht zu sehen bekommen." Ich war einverstanden. Wi, schritten eine Weile an den dunklen. ernsten Tannen auf weißleuchtendem Sande hin, hörten von den Schießständen das dumpfe Knallen, sahen die Kinder des Volkes sich von den SandHügeln kollern, spendeten einemPennbruder" mit rother Schnapsnase. Ballonmütze im Nacken und Wollenshawl dreifach um den schmutzigen Hals gewickelt, unsern Obolus. Dann durchquerten wir eine der Seitenstraßen und gelangten planlos an die schattende Allee des Canals. Maibachufer" las ich ab. Wie der Name zu dem lauen Fiühlingstage stimmte! Veilchengeruch in der weichträumerischen Luft, vermischt mit dem narkotisch süßen Duft der blühenden Akazien. Wie Kerzenpyramiden standen die rothbblüthigen Kastanien zwischen den saftgrünen Blättern. Sonst hatte die Gegend mit ihren Schuttund Steinplätzen, dem trägfließenden, schmutzig - grauen Wasser nichts Verlockendes. Aber sie war menschenverlassen und gab zweien, die sich seit Jahrzehnten nicht gesprochen. Gelegen heit, sich ruhig auszuplaudern. Waldow fragte nach diesem und jenem. der mit uns im Lebensmai Zimmerkamerad auf der Kriegsschule geWesen. Einen hatten wir just zu Grabe getragen. Drei machten Carriere. Von dem kleinen Feldau wußte ich nichts. .Aber ich." lachte Waldow. Wir haben in Mainz eine Zeit lang in einem Regiment gestanden, als er Mal dahin abcommandirt war. .Schneidiges Kerlchen!" sagte ich. .Hm. Meine Frau wollte nicht von einem Umgang wissen. Die Feldaus waren uns zu fein. Paßte nicht zu unfern Verhältnissen. Jmponirte den andern aber riesig mit seinemChik, Wein keller und künstlerisch stilvollen Einrichtung." Heirathete ja wohl damals die kleine Tettenborn. das bildhübsche Radieschen mit der Viertelmillion?--Richtig. Schlug alle Concurrenz glänzend aus dem Felde mittelst seines nadelspitzen Riesenschnurrbarts und seiner schwarzen Glasaugen und mißachtete alle Sticheleien von wegen des dicken, seligen Schwiegerpapas, der als fliegender Wursthändler seine Militärlieferantenlaufbahn begonnen ha ben sollte. Hat jaauch ganz recht duran gethan. Die kleine Tettenborn war zum Anbeißen niedlich, ganz willenlos, und fügsam wie ein Kind. Und ein Kind an Jahren und Unerfahrenheit war sie in der That noch, als er die kleine Waise frisch aus der Pension weg heirathete und . . . Mein Himmel, was ist das?" Wir waren bis zu einer Brücke gelangt, auf welcher ein dicht zusammengedrängter VolkshaufLi: Arbeiter, Frauen mit Umschlagtüchern, Kinder in Pantinen, über das uns abgekehrte Brückengeländer gebeugt.in das Wasser zu spähen schienen. Wir drängten uns mitten hindurch und hielten Nachfrage, weshalb die Schiffer in dem kleinen Rettungsboot mit Stangen und Haken im trübslüssigen Wasser umherfischten. Ehe noch eine Antwort kam, hatten sie den grausigen Fund gethan. Eine leblose Frau mit zwei Kindern zusammengeschnürt zerrten sie an die Oberfläche bis ins Boot. Durch die johlende Masse brachen wir uns Bahn an die Ufertreppe, an der schon zwei Schutzleute Posto gefaßt und uns höflich Bescheid thaten. Die Frau hade sich vor ein paarMinuten, als sie sich unbeobachtet glaubte, mit ihren Kindern da vom kleinen Steg, der zum Spreekahn führe, hinuntergestürzt. Ein Junge habe das aber von der Luke des Kahnes mit angesehen und Alarm geschlagen. Der Schiffer und seine Knechte hätten sofort das Rettungsboot bestiegen und nachgesucht. Hoffentlich sei noch Leben in den dreien. Sollte man es wünschen? Wer den dunklen Weg beschreitet, thut ihn nicht gern zurück! In diesem Augenblick landete das Fahrzeug. Die Schiffer trugen ihre Last hinauf. Ganze Fluth-n von Wasser strömten aus den Kleidern und Haa.ren der Unglücklichen. Einen Blick auf die schlaff Hingestreckte, an deren Brust geklammert noch die Kinder lagen, und, wir starrten uns tödtlich erschrocken an. Aesste uns eine Aehnlichkeit, oder spiegelte uns dss eben Vesprochcne nur eine gräßliche Vision vor? Ich blickte angstvoll forschend Waldow an. Er war blaß bis in die Lippen. Und er starrte wieder mich entsetzt an. .Es kann Nicht sein, suchte er sich m überreden. Aber dann beugte er sich kopfschüttelnd tc.ch h::ab ur.d suchte
suchte. Und sagte schließlich' mit heiserer Stimme: .Sie ist's doch!" Wir überlegten nur eine Minute. Eine Droschke war rasch beschafft, ein Arzt in de? Nähe, ein Asyl in derNachbarschaft. Eine halbe Stunde bangen, qualvollen Ringens um verebbende Menschenleben. Dem Doctor stand der helleSchweiß auf der Stirn, als er uns endlich die Rettung von zweien meldete. Das arme Weib", sprach er voll tiefen Mitleids. Es war ein hartes Stück 'Arbeit für nichts. Die Unglückliche klagte zum Herzzerbrechen über ihre Lebenscrweckung. Wenn sie erst weiß, daß das eine arme Wurm dahin ist. wird sie sich gar nicht fassen können. Meine Herren, es giebt Fälle, wo die pflichtgebotene Ausführung unseres Berufes zur Grausamkeit werden kann. Ein paar Minuten länger und die arme Frau hätte so scbön geruht nach allem Elend und Erdenleid, das sie sicherlich durchgemacht hat." Waldow's Frau suchte sie am folgenden Tage im Krankenhaus auf. Linda's Wesen wirkt wie eine Liebkosung auf kranke Seelen. Alles aufgespeicherte Weh und Leid löste sich aus unter ihrem Zuspruch in Thränen. All ihren Jammer beichtete die Frau der theilnehmenden Schwesterseele. . Es war die alte Geschichte von der Schutzlosigkeit der Frau gegenüber der Pflichtvergessenheit desjenigen, der das freie Verfügungsrecht und die Macht hat über das, was ihr gehört.' Lange Jahre hatte sie wie im Halbschlaf sein üppiges Leben getheilt. Dann waren ihr von einem warnenden Freuyd die Augen geöffnet. Ein Herz sich fassend, hatte sie ihrem Gatten Vorstellungen zu machen gewagt: schüchterne Fragen über den Stand ihrer Verhältnisse, die Anlage ihres Vermögens. Kleine Frau, darum brauchst du dich nicht zu kümmern, das ist nicht Frauensache," hatte er sie gut gelaunt, lachend, leichtherzig abgefertigt. Und sie? Sie hatte sich beruhigt und weiter in den Tag hinein gelebt und genossen. Sie verstand ja auch in der That nichts davon. Kein Mensch hatte sie das gelehrt, kein Mensch sie je unterwiesen, ZU hüten, was ihr und ihrer Kinder war. Tann wurde er in die Residenz versetzt, und das tolle Leben schlug immer höhere Wogen bei ihm. Sie saß einsam zu Hause und weinte. Eines Tages brachte er Papiere nach Hause. Mit nervös zitternder Hand tippte er auf eine freie Linie. Unterschreib das!" gebot er. Sie blickte fragend zu ihm auf. Er legte die Hand auf ihre Schulter. Sie hatte ein Gefühl, als wolle er sie dadurch niederdrücken. Wie feine Finger flogen! Schreibe deinen Namen dahin!" wiederholte er mit Nachdruck, während sie das Schriftstück zu überfliegen suchte. Es waren ihrHieroglyphen. Je mehr sie einzudringen suchte, desto weniger verstand sie davon. Sie kam sich ganz dumm vor. Nur den Namen?" fragte sie. Auch geborene!" trieb er ungeduldig. Sie gehorchte mechanisch. Er riß ihr eilig das Blatt unter der Hand fort, bewegte es gegen den Luftzug, damit es schnell trocknete, kniffte es und steckte es in die Brusttasche. Was bedeutet das. AchimT fragte sie nachdenklich. Er streichelte gönnerhaft ihre Wange. Laß nur, Kind, du verstehst es doch nicht." Und Plötzlich, in einer jetzt seltenen Zärtlichkeitsanwandlung, beugte er sich nieder und küßte sie.Achim von. Feldau war trotz seines sündhaften Leichtsinns eigentlich ein gutmüthiger Mensch. Die kleine Frau that ihm vielleicht in diesem Augenblick leid! Er konnte ja aber nicht anders! Nichts führte zurück. Und dann war er fortgegangen auf Nimmerwiedersehn mit dem Rest ihres Vermögens. Und nicht einmal allein, sondern mit derjmigen. die ihm so wacker dabei geholfen, das Vermögen seiner armen, schutzlosen Frau durchzubringen. Eine kurze Zeit kämpfte die Eheverlassen? für die Existenz für ihre Kinder. Die Erfolglosigkeit machte sie muthlos, das wachsende Elend- verzweifelt. Die letzte Zuflucht aller schwachen Naturen, die nicht lange ringen mögen, ward der Schlußact. Nach ihrer Genesung folgte natürlich das gerichtliche Nachspiel. Die Geschworenen aber hatten Mitleid mit dieser Gebrochenen und sprachen sie frei des fahrlässige.1 Mordes. Neben mir in meinem kleinenLandHaus in Thüringen lebt eine stille, aebeugte Frau unter dem Titel meiner' Hausdame, und draußen im Garten hetzt sich ein wilder, achtjähriger Bube mit meinem Jagdhund. Mattes Roth ist allmählich in das vergrämte Gesicht zurückgekehrt, aber in den traurigen Augen steht ein schreckliches Etwas: jene unergründliche Schwermuth des Menschen, der schon in die Ewigkeit geblickt hat. Erinnerung. Es ist das Herz ein Todtenschrein, Man legt gestorbene Lieb' hinein, Doch wenn der Mond am Himirol geht. Die todte Liebe aufersteht, Und schwebt um dich im blassen Licht, Mit Ihränenfeuchtem Angesicht. Es gibt Gedanken, die Thaten find, weil sie wirken.
Acr Kcld der Hrägl)cit. Skizze aus Virginicn von 23. v. Schier brand.
An der Bar" im Sunnyside Hotel in Pocasset. einer kleinen Wadt im südlichen Virginicn, stand eine lustige Gesellschaft und trank langsam aber sicher ihren kühlenden Mint Julep. Der alte Richter Shotwell, dessen gerötbetes Gesicht mit Hülfe eines riesigen Bandannas immer wieder von den herabrieselnden Schweißtropfen gesäubert wurde, seufzte tief auf und murmelte dann, sich zu den Uebrigen wendend: Eine Hitze zum Schmelzen ein Wetter, wie es höchstens Pete Snooks. der berühmteste Faulpelz der Welt, vertragen kann," Alle lachten. Ja. Pete Snooks das ist so was für den." bemerkte Gerrit Moore. Ich beneide Pete es ist etwas Göttliches mit solcher Trägheit. Im Zeitalter des Perikles wäre Pete ein berühmter Philosoph geworden, dessen Schule mit Aristoteles concurrirt hätte so eine Art von Diogenes steckt in dem Kerl, etwas Weltverachtendes, Celbstgenügsames", sprach wieder der alte Richter, der mit Vorliebe im klassischen Alterthum mit seinen Gedanken weilte, denn die Gegenwart hatte nicht diel Rosiges für ihn. Wie alt mag eigentlich PeteSnooks jetzt sein?" frug Sandy Halliwell. Ich schätze ihn auf circa 70 dabei noch kein graues Haar ein glückliches Loos, das ganze Leben rein dem Zufall zu überlassen. Und dabei überall beliebt und belobt zu sein," warf der Richter wieder ein. Gleichsam zur Illustration dieser Worte trat im nächsten AugenblickPete Snooks selbst ein. Eigentlich trat er nicht ein trat" ist ein zu starker Ausdruck. Er schob sich vielmehr langsam vorwärts, was ihm schon von Weitem etwas Eigenthümliches gab. Aber auch in der Nähe war Pete eine merkwürdige Erscheinung. Die ganze Gestalt hatte etwas Weiches. Kindliches. Das Antlitz leuchtete wie in innerem Frieden, wie wenn er mit sich selbst und der ganzen Welt sehr zufrieden sei. In dem bartlosen, etwas faltigen Gesicht leuchteten zwei Augensterne in ruhigem Glück. Hier. Pete, komm' und trink einen Mint Julep mit mir," sagte der alte Richter Shotwell. Pete durchmaß langsam und bedächtig das Schankzimmer und setzte sich dann gemüthlich in die kühle, dunkle Ecke. Danke.Richter, aber um diese schöne Wärme nach Gebühr zu genießen, muß man nicht trinken," erwiderte Pete dann. Na, mach' mal 'neAusnahme, alter Knabe." .Gut der Kameradschaft halber will ich's thun, obwohl mir nichts daran liegt." Pete gab Jim Kelly, dem rührigen Getränkemischer hinter der Bar, einen kleinen Wink mit dem Zeigefinger. Der verstand, und einen Augenblick später stand der Becher mit dem duftenden Trank vor ihm. Lautlos, immer die mächtige Nase tief im Gefäß begrabend, nippte Pete dann seinen Mint Julep, wobei bei jedem Schluck kin sonniges Lächeln seine Mienen umspielte. Offenbar trank Pete den Stoff ganz gern, trotz seines anfänglichen Sträubens. Als Pete Snooks endlich mit der Nase den Boden seines Bechers erreicht hatte, erhob er sich wieder ganz langsam und wandelte, die Gesellschaft mit einem stummen Abschiedsgruß beglükkend, wieder hinaus in die brütende Nachmittagssonne. Wer von Euch weiß denn noch, wie sich Pete Snooks einmal die Unsterblichkeit errungen hat?" frug der alte Richter Shotwell. Kurzes Schweigen. Darauf Al Busbee schüchtern: Ich glaube, mal was gehört zu haben von der Geschichte. Es ist aber schon lange her und die Einzelheiten sind mir entfallen. Erzählen Sie doch 'mal wie war das eigentlich Richter?" Die Uebrigen stimmten mit ein. Nun gut." sagte der alte Herr, es wird ja nichts schaden.Euch jüngere Generation einmal wissen zu lassen, wie Eure Väter lebten. Aber dazu wird's nöthig sein, unsere Gaumen nochmals etwas anzufeuchten Jim, nochmals dieselbe Dosis für die Runde." Jim wartete seines Amtes .und als das Gewünschte auf dem blanken, poIirten Mahagoni der Bar stand, räusperte sich der alte Richter Shotwell und begann: Pete Snooks ist der Sohn eines Pflanzers im Black River-Thale und wuchs in Wohlleben auf. Sein Vater starb, als er 25 Jahre zählte, und das Besitztum mit seinen 120 Sklaven ging auf ihn über. Das war Mitte der 50er Jahre. Pete war eine liebenswürdige, gastfreie Natur ein richtiger südlicher Gentleman, gütig und nachsichtig gegen die Nigger und mit stets offener Hand und offenem Haus für seine Freunde und Nachbarn. Aber träge war er. sehr träge dafür besaß e? schon damals eine Reputation im ganzen County. Er war einige Jahre in Nichmond auf dem College gewesen. aber gelernt hatte er da. glanbe ich. nichts als einige lateinische Eiiate. die ihm so angeflogen waren. Diese Citate braucht er heute noch, wenn er sich 'mal recht wohl fühlt. Na, es waren so einige Jahre hingegangen und man sagte, daß die Snooks'sche Plantage stark verschuldet fei. Da brach der Krieg aus. Pete natürlich, als getreuer Sohn seines Staates, hielt.es mit der ' Cönföderation. Die Dinge gingen bergab, wie Ihr ja alle wißt. Die Schwarzen liefen theils davon,
theils wurden sie von den Fanks in ihre Regimenter gepreßt, und die Arbeit blieb liegen. Die Maisselder verwilderten, bis das Unkraut auf ihnen mannshoch stand. Nur noch einige treue, alte Nigger waren bei Pete ge blieben, aber es fehlte an Nahrung, um selbst diese wenigen Mäuler zu stopfen. So standen die Dinge, als '64 einige Scharmützel zwischen Mosby's ScoutS und versprengten Schaaren der Jankees in unserer Nachbarschaft vorfielen. Dabei wurde auch die Snooks'sche Pflanzung verwüstet, und eines Tages kam Pete hier in der Stadt an. Zum Heirathen war er von je zu träge gewesen.und so war er auch diesMal allein, nur vom altenToby, seinem Leib--sklaven. begleitet. Alles auf seinerPlantage lag in rauchendem Schutt und Trümmern, und Pete versuchte hier ein Unterkommen zu finden. Das. hielt aber schwer, weil wir auch nicht viel zu brocken und zu beißen hatten hier in der Stadt. Es sah schlimnr. hier aus. und ich glaube.Pete muß eineböse Zeit damals durchgemacht haben. Arbeiten wollte er nicht konnte er auch nicht das wäre gegen die Würde eines südlichen Gentlemans gewesen, und der alte Toby war zu gebrechlich, um viel nützen zu können. Um diese Zeit verlor ich Pete eine Weile aus dem Gesichtskreis. Ich hörte nur. daß der Toby amTyphus gestorben sei und daß es Pete sehr schlecht gehe. Da es aber uns allen damals schlecht ging, so machte dies keimn Eindruck auf mich. Mittlerweile wurde Pete Snooks eben, selbst krank, und es hieß, er sei gestorben. So wunderte es mich nicht, alö ich ein paar Tage später hörte, er solle begraben werden. Da ich in seinem Hause mehrmals gastfreundlich aufgenommen worden war, so hielt ich's für meine Pflicht, ihm die letztsEhre zu er weisen. D Trauerzug war sehr lang, denn Pete war ein populärer Charakter. der nur Freunde hinterlassen hatte. Mitten durch Main Street bewegte sich, der Zug vorn der einfache Sarg, getragen auf den Schultern von sechs prominenten Bürgern.Unter den Nachfolgenden war auch ich als Leidtragender. Vor Billy Boyle's Hotel hielt auf einmal der Zug mit dem Sarge. Was giebt's? frug man. Einer sagte, es sei n?as los mit dem Sarg. So schien's auch zu sein. Wir drängten uns alle darum her. Deutlich konnte man hören, wie im Inneren des Sarges an. den Deckel geklopft wurde. Die Träger hatten, vor Schreck fast gelähmt,, ihre Bürde mitten in die Straße hingestellt. Kein Zweifel Pete mußtewieder zum Leben erwacht sein. Ausdem 'Hotel holte man schnelleBrechWerkzeuge und Schraubenzieher, und' der Deckel wurde unter allgemeiner Spannung abgehoben. Darauf kam Pete nun zum Vorschein. Er hatte sich, der Bequemlichkeit halber auf den Ellenbogen gestützt und sah ganz natürlich aus. Ruhig und schweigend musterte er die Umherstehenden, sah den blauen Himmel und die Sonne an undfrug dann mit leiser Stimme: Wo bin ich?" Man theilte ihm mit, daß. :r sich geraden Weges zum Kirchhof befunden habe. Sonst nichts Neues?verlangte er zu wissen. Nein, sagte: man ihm, der Krieg dauert noch iminer an und Lee sei gerade einmal wieoer von den Jankees verhauen worden. ,Meine Plantage noch immer inTrümmein?" Ja, das sei sie. Und Toby, noch immer todt?" Jawohl. Na, dann schraubt den Deckel nur wieder zu und setzt das Begräbniß fort,- sagtePete. Sosort aber erhob sich Widerspruch. Pete bemerkte ruhig, daß daS Lebendigbegraben nicht so schmerzhafte als Todesart sei,als das Verhungern.. Da erhob Billy Boyle seine Stimme und machte die Offerte jeden Tag Pete eine Mahlzeit gratis zu spendiren. Davon könne er nicht leben.meintePete. Dan McElroy mischte sich hier ein undmachte eine zweite Offerte er wolle Pete 50 Büschel Mais geben. Sam Blake that desgleichen. Elliot Fitzroy legte noch 20 Büschel zu und Angus Maxwell ebenfalls. Athemlose Stille in der ganzen Menge, ob Pete unter solchen Umständen vielleicht seinen Entschluß ändern werde. Da erhob sich Pete halb auf seinem Lager im Sarge und stellte die Frage: Soll ich das Korn geschält kriegen 1" Nein, sagte man ihm, ungeschält. Dann nur weiter mit dem Begräbniß." rief Pete mit matter Stimme und legte
sich ruhig wieder hin. Es genügt wohl zu constanrcn, vatz bei dieser Sachlage sich die vier Betheiligten erboten, auch das Korn zu schälen, worauf Pete gleichmüthig und langsam aus seinem Lager herousstieg und sich sofort nach Billy Boyles Hotel verfügte, wo er seine erste Mahlzeit mit großem Appetit verzehrte. Seitdem ist Pete Snooks geblieben, was er ist ein Gentleman und Phi losovh. dem die Stadt die Unannehmlichkeiten des Lebens soviel wie irgend möglich aus dem Wege geräumt hat. Das ist nun schon viele Jahre so gegangen, und vermuthlich wird's noch viele Jahre so gehen. Und aus diesem Grunde. Gentlemen, erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl von Peie Snooks. dem Helden der Tragbeit Und alle Anwesenden thatenBescheid während sich Richter Shotwell mit ier? rothen Bandanna den (3djbc!ä com Gesicht wischte. Der recöte Mann. Du Käst Dich wieder verlobt und zwar mit einem Feuerwehrmann?"Er' soll die t i. i. i t r (5-6?macy wichen, rnc mir oer lreuwi.e Maler zugefügt!Rechtfertigung. Herr: (zum Diener): Kerl, ich glaube, Du
rauchst von'meinen Cigarren?" Die-' ner: Verzeihung, gnädiger Herr, nur aa den ffeiertagenl- -
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