Indiana Tribüne, Volume 19, Number 316, Indianapolis, Marion County, 2 August 1896 — Page 4

Znviana Tribüne

Erscheint Täglich und Somlagv. Die tägliche .Tribüne- kostet durch den Trlger 1 ScntS per Woche, die KonntagS-.Tribüne'S Scxtf per Woche. Seide usame 1 Cent fce IS SentJ per rkenat. Per Post außerhalb dn ?tdt geschickt ix Vorauibktkhluna V pe Ja. Offix! 18 Süd llabama Gtratze. Indianapolis, Ind., 2. August 1896. Keine Sonntags - Ptanllmi. Du weißt lieber Leser, daß ich kein Freund deS Streiks bin. Ich habe schon oft die Ansicht ausgesprochen, daß der Streik nur im äußersten Nothfall zur Anwendunq kommen sollte. Nun, ich habe Luft selber zu streiken und die Frage ist, befinde ich mich im äußersten Nothsall? Ich glaube ja. Bei einer Temperatur von 96 Grad im Schatten befindet sich der Mensch im heftigen Kampfe mit den feurigen Gewalten der Natur, und daS ist ein Nothfall, der nach meiner Meinung zum Streik berechtigt. Ich werde streiken. Ich werde für diesen Sonntag keine Plauderei schreiben, und nachher den Leser um Absolution für meine Unterlassungssünde bitten. Vielleicht ist, bis die in die Hände der Leser gelaugt, daö Wetter kühler geworden und der Leser gnädig gestimmt. Wenn aber nicht, dann frage dich doch selbst lieber Leser, ob eö möglich ist, bei solcher Temperatur etwas Vernünftiges zu schreiben. Körperliche Arbeit kann man verrichten auch wenn man keine Lust dazu hat, aber geistige Arbeit, besonders wenn eö keine mechanische Arbeit ist, und man euS seinem Gehirn heraus etwas produziren soll, dazu gehört Lust, Freude an der Arbeit. Uud, wie kann man Lust zur Arbeit haben, wenn man vor sich den Thermometer hängen hat und sieht, wie der dünne silbern glänzende Faden in unheimlicher Weise immer länger und länger wird und sein Ende immer höher hinaufkriecht ? Ich könnte daö Ding ja wegthun, ich brauchte eS zwar .nicht anzusehen, aber davon würde die Sache doch nicht anders und ich würde den umheimlichen Queckfilierfaden mit meinem geistigen Auge sehen. Bei solcher Hitze kann man nicht plaudern. Ich möchte Dir gerne etwaS Freundliches, HeitereS sagen und kann eö nicht einmal zum kläglichsten Galgenhumor bringen. Da sprechen die Dichter immer von dem heiteren, lächelnden Sonnenschein. Und der heitere, lächelnde Sonnenschein soll auch heiter stimmen. Aber so wie eö die Sonne jetzt treibt, ist daö kein Lächeln mehr, daö kommt mir schon mehr wie grimmes Hohngelächter vor. Und das soll heiter stimmen ? Nein, da flucht man im Innern, da empfindet man einen Vorgeschmack der Hölle, sieht im Geiste die mageren, häßlichen Teufel mit Hörnern, Pferdesüßen und langen Schwänzen, so wie man sie manchmal der Wahrheit gemäh auf lieblichen Bildern wahrheitögetreu abkonterfeit sieht, das Feuer schüren und wünscht sich dahin, wo die Eskimo miteinander den Thran Smolliö trinken und dazu rohen Eisbärenschinken essen. Ach ja, die Eisbären. Ich kann mir nicht helfen, aber ich muß immer an diese Thiere denken, die auS dem kalten Norden heruntergeholt und in den Menagerieen im heißen Sommer zur Schau ausgestellt werden. Diese armen Thiere, die nicht einmal ein Schnupftuch haben, um sich den Schweiß abzutrocknen, sie können nichts thun, als den Körper hin und her bewegen, wie einen Fächer und sich so mit dem eigenen Körper Luft zufächeln. Ich kann begreifen, die so einem EiSbär zu Muthe sein cm&. Da fallen mir die prächtigen Worte Heine'S ein : Ein Fichtenbaum steht einsam Im Norden ans kahler Höh'. Ich möchte gehen und mir den Fichtenbaum auf der kahlen Höh im Norden ansehen, um auS dieser Gluth fortzukommen. Es bleibt dabei, ich streike. Ich schreibe keine Plauderei diese Woche. Ich kann Dir lieber Leser ja gar nicht znmuthen, bei dieser Temperatur daS Produkt meiner Qual zu lesen. 3a wohl, ich streike. Aber, wie ist mir denn ? Da kommt ja auch einmal ein prächtig kühleS Lüftchen. Ich schaue auf und trete vor die Thüre. Schwarze düstere Wol ien haben fich am Himmel angesamnett und jagen daher Sturmwind gePeitscht. Der Staub wirbelt in die Höie und hüllt alleö, wie in einen Schleier. Hunderte von Nadfahrern llen it du Sturmwind um h'u

Wette, um noch rechtzeitig nach Hause zukommen, und jetzt jetzt prasselt die Fluth hernieder und ich begrüße sie so freudig, als ob eö seit Langem nicht geregnet und es hatte sich Jupiter Pluvius dach gar so freigebig gezeigt in der letzten Zeit. Aber diesmal istS doch ander, der Wind bläst auS anderer Richtung, der Regen ist kühl und wie er niederschlägt, da steigt nicht, wie vordem der heiße Brodem auS dem Boden auf. Und heute, es ist zwar noch recht anstandig warm, aber eö ist erträglich, man fühlt fich wieder alS Mensch. Die EiSbär-Sedanken find fort und ich bekomme wieder Arbeitslust. Aber da ich den Streik einmal beschlossen habe, so bleibtö dab. Ich schreibe diese Woche keine Plauderei. Der Plauderer.

- Tante Lene kommt. Von B. Framholz. .Ebersfelde, 15. April 1596. Liebe Nichte! Ich habe mich nun doch entschlossen, Euch mal zu besuchen. Für Deinen letzten lieben Brief danke ich Dir, und treffe ich Sonnabend Nachmittag 2Uhr auf dem Schlefischen Bahnhof ein. Du holst mich doch ab. EK grüßt Dich- bestens Deine Tante Lene. I'. 8. Was machen die lieben Kinderchen? Trinkt Dein Mann immer noch zum Mittagessen Bier, was ganz schädlich ist?" Unter den Postsachen, die früh eingegangen waren, befand sich auch diese an mich adressirte Postkarte. Also wieder Besuch! Und noch dazu Tante Lene..'. Hm, es war mir, als ob fich dunkle Gewitterwolken über der Gaskrone des Eßzimmers zusammenballten, und ich blickte düster in die nächste Woche. Da es aber erst Montag war, beschloß ich, meinem Mann von dem Besuch jetzt noch nichts zu sagen, das kam am Freitag auch noch zurecht. Als ich merkte, daß die Kinder doch etwas aufgeschnappt hatten, wa7 rch zu? Anna über den Besuch gesagt hatte, verbot ich dttsen strengstens, darüber zu sprechen. Namentlich dem Jungen, denn der Haschte Papa Alles wieder. Während des Mittagessens war mein Mann sehr vergnügter Stimmung. was mir aber nichts Neues mehr war, denn ich hatte meinen Eisbeintag. Mit Eisbeinen kriege ich namllch meinen Mann, was sonst em gewaltiger Schnauzing ist, zu Allem herum. Er legte sich eben einen tüchtigen Löffel Erbsen neben den Sauerkohl, da platzte der Junge, dem ich schon wiederholt mit dem Finger hatte drohen müssen, los: w O a a X t$ UfU, -ci,UUlC ccuc 1VIU11U. . apa, . ante . ene . ommt", echote die dreizahrlge fites nach. Mein Mann warf mir einen fragen den Blick zu. Ich machte sofort gute Miene zum bösen Spiel. Ja", meinte ich, nächstenSonnabend kommt Tante Lene." Tante Lene? Was ist denn das wieder für'n olles Spinakel?" .Pfui, Wilhelm, so sprichst Du über meine Verwandte. . . Du weißt, so ein Provmzbesuch, da dürfen wir uns nicht lumpen lassen. Das erzählt ja zu Hause Alles haarklein wieder. Also: reichlich und gediegen, wie sichs m ti ner anständigen Berliner Bürgerfami lie gehört. Freilich mit meinem Wirth schaftsgeld. . Na", kaute mein Mann, indem er fich von dem einen Schwemsbem noch emen kräftigen Happen heruntersa belte. natürlich: reichlich und gedie gen. Wenn Du Geld brauchst, nimm Dir aus dem Beutel 20 M'chen. Der ollen Tante müssen wir zeigen, daß wir auch m Berlin propper leben können, die kommt ja doch wieder aus Deiner Hungergegend, wo die Kartoffeln als Spalierobst wachsen. Auf diese Bosheit erwiderte ich gar nichts, wohl aber holte ich mir ein blitzendes Zwanzigmarkstück aus dem Beutel. Ich verzog dabei keine Miene, obgleich ich mir innerlich schon aus rechnete, daß ich jetzt gerade 60 Mark zusammen hatte, die lch Nachmittags auf die Sparkasse schleppen wollte. Das wußte mein Mann Alles nicht, das war ein Glück, denn sonst wäre er mit den Zwanzig heute nicht so leicht heraus gewesen! j Sonnabend Naumittaa 2 Ubr vro menirte ich in der zugigen Halle des Schlefischen Bahnhofs; daß ich mir eine Anweisung auf Zahnreißen holen würde, war mir klar. 5cb batte sckon den ganzen Tag nicht so was Rechtes anfangen können. Wir wohnten na türlich in Berlin WW Wild-West und von da bis zum Schlefischen war's ein Höllenende. Ich spürte schon einen heftigen Schmerz m dem linken unrertteser, als enoiicy der Zug em lief. In dem Menschengewimmel er kannte ich Tante Lene sofort heraus zwei Köpfe größer als ick. merkwürdi ges Hutgebilde, Arme und Hände voll von Schachteln und Kisten. Sie sckien mir bedeutend gealtert.' das Geficht wies harte, herbe Zuge aus. fie machte emen etwas malmosen Eindruck. Nach der sehr herzlichen Begrü kungsfcene ick hatte ausaereck net! aus jedem Auge zwei oder vier Thränlein verlohn ließ ich mir vom Schutzmann ernt Marke Zweiter aeben und lootste den Kutscker beran. Als Wir in dem klapprigen Kasten Platz gefunden hatten, meinte Tante Lene: Wir fahren wohl mit 'ner toWt'r

Natürlich", erwiderte ich arglos.

anders geht's nicht. Was meinst Du wohl, was das für'n Weg ist. Lausen giebts da Nicht.Pfftaah. machte Tante Lene. indem pe auf ganz eigenartige Weise die Luft durch eine große Zahnlücke im Oberkiefer pfeifend hervorstieß, bei Scherzens ,n Leobsdorf wurde ich immer mit eigenem Geschirr abgeholt." Ich antwortete gar nichts, weil ich wirklich nicht verstand, was TanteLene damit sagen wollte. Als wir glücklich zu Haufe gelandet waren, erfolgte die feierliche Begrüßung durch die Kinder und Anna. w i r. . I s i ai vjucn yaoe reg was miigeoracyi , sagte Tante Lene zu den Kindern. tm ? , , yeme morgen, leioji gepiluai im Garten. . . Damit reichte fie Jedem ein Blumensträußlein. Der Junge machte das übliche dumme Geficht, das Mädchen steckte die ganze Faust in den Mund. Chokolade, Bonbons. . . . entfuhr es den Lippen des Jungen. , .okolade, . onbons. . . echote die Liese. Ich machte der peinlichen Scene sofort ein Ende, indem ich Tante laut und kräftig zum Ablegen, Be quemmachen, Kaffeetrinken u. s. w. invitirte. Zuvor ging es noch an das Besicht!gen der Wohnung. Ich hatte natürlich Alles hochsauber machen lassen, kein Stäubchen war zu sehen, es war Alles wie geleckt. Das Speisezimmer gefiel auch der Tante. Nur das Büffet. . .. Pfftaah". zischte fie. weißt Du, bei Scherzens in Lebbsdorf war das Büffet größer und etwas mehr in die Wand hinein gebaut, weißt Du. Ich hörte nicht weiter darauf, sondern war schon in den Salon getreten. Sehr schön, wirklich nett", ließ fich die Tante vernehmen, aber weißt Du ... pfftaah, bei Scherzens in Lebbsdorf war das nicht Alles in rothem Plüsch. Die Decorationen waren auch gefälliger, weißt Du, so mehr geschmackvoller. . Ich war schon in meines Mannes Arbeitszimmer. Oh, recht behaglich", declamirte die Tante, nur weiß Du, der Bücherschrank... bei Scherzen's in Lebbs dorf war das besser geordnet, ja. dort, der Geschmack, diese Gediegenheit, pfftaah , das ist eine feine Familie". Wie der Nachmittag weiter verlaufen ist, weiß ich nicht mehr. Das Zahnreißen plagte mich, zudem redete Tante Lene unaufhörlich, sie redete fich in eine Art. Taumel, erzählte Wunderdinge. brachteSachen vor. von denen ich gar nichts verstand, ich wurde selbst ganz taumelig und hörte nur noch wie im Traum: Pfftaah. weißt Du, bei Scherzen's in Lebbsdorf. der Geschmack, diese Gediegenheit..." Als Abends mein Mann nach Hause kam, war das für mich eine Erholung. Jetzt mußte der einige rednerische Ergüsse über fich ergehen lassen. Der hielt aber wacker Stand, verzehrte mit ApPetit sein Essen und wollte sich eben eine Cigarre anstecken, als Tante Lene dazwischen fuhr. Bier trinken Sie immer noch zum Essen? Na. wissen Sie, das ist ganz was Schädliches. Bei Scherzenä in Lebbsdorf durfte kein Glas Bier auf den Tisch kommen. . . und das ist eine Familie... pfftaah...!" Mein Mann horchte hoch auf und lehrte sein Glas mit einem Zuge: eZ war thatsächlich ein Courierzug! Pfftaah", pfauchte da auch schon die Tante wieder los, bei Scherzens in Lebbsdorf wurde naturgemäß gelebt. Da gab es keine solche Bierbäuche. Meinen Sie, das ist gesund? Alles aufgeschwemmt, unnatürlich, schädlich, höchst schädlich. Ja. pfftaah, bei Scherzens in Lebbsdorf. . Na nu," unterbrach sie da mein Mann mit seiner phlegmatischen Grobheit. Lebbsdorf? Scherzens? Kenn' ich nicht, sind mir nicht vorgestellt. Ganz Lebbsdorf sammt einem ganzen DutzendScherzenö können mir den Hobel ausblasen, was geht mich denn toci ses Bauernnest. . ." Ich sah, daß Tante Lene sich verfärbte, sie wurde abwechselnd blaß und roth. Da hielt ich es für an der Zeit, einzuschreiten. Sag' mal, Tante", so begann ich diplomatisch, wer sind denn eigentlich Scherzens und wo liegt denn Lebbsdorf?" Die Tante zog die Brauen hoch, sah mich scharf an und erwiderte gereizt: Du kennst Scherzens nicht? Du kennst Lebbsdorf nicht? Aber Kind, bei mir zu Hause weiß das Jedermann, und wenn ich dort pfstaah vonScherzens in Lebbsdorf erzähle, da hört Alleö andachtsvoll zu, denn so 'ne gediegene Familie, na, wissen Sie, die Ehrbarkeit, die Eleganz. . ." Ja", fragte ich, warst Du denn lange Zeit dort?" Aber Kind, sechs Wochen, denke, sechs lange Wochen." Ist denn das schon lange her?" O nein, etwa 25 Jahre " Mein Mann lachte ungebührlich laut, auch ich mußte unwillkürlich mit einstimmen. Die Tante blicke verdutzt von Einem zum Anderen, die Kinder saßen dabei mit offenem Munde und natürlich auch mit offenen Ohren. Pfftaah." plätscherte da der Redefluß der Tante schon wieder los. die Zeit. ja. das war 'ne Zeit. Ach. bei Scherzens in Lebbsdorf Alles aufs Eeinste. Wie da gelebt wurde! Alles ilber. Silbergeschirr, Silb?rküchengeräth. Silberchampagnerkühler. Und dann die Kinderchen! Pfftaah. reizend.- Eure heißen blos Wilhelm und Liesen Aber bei Scherzens in Lebbödorf, da heißt Alles Irma, Frieda, Baleska und die Jungen Franzis. kuö, AmanduZ, nur der letzte heißt Sedan!"

Mein Mann scknellte in die Söbe.

er konnte vor Lachen nämlich nicht mebr Nken bleiben. Er klinaelte der Anna und bestellte drei Cognacs aus der Flasche rechts unten im Bupet, da wo das Töpfchen Liebigs Fleisch-Ex-tract stand, das ich für nothleidende Suppen und Saucen immer gern zur Hand halte. Ich kannte die EognacFlasche, da war unsere erste Marke drin. Na, dann soll's sein", lachte mein Mann, also prooost " Die Tante und mein Mann hatten ihre Gläser umgehend geleert. Guter Cognac, was?" fragte mein Mann. Pfftaah", zischte die Tante gleich einem feuerspeienden Berge los. bei Scherzen's in Lebbsdors wurde den Herrschaften nach der Tafel nur Chartreuse servirt." Soll ich noch erzählen, was ich die nächsten Tage zu leiden hatte ? Nein, ich will's nicht thun. Und zwar im Interesse meiner Gesundheit nicht, denn ich habe in unserem medicinischen Hauslexicon gelesen, daß man seine Galle nicht ungestraft reizen darf. Ich reize sie also lieber nicht. Was die Tante Lene in den acht Tagen Alles angestiftet hat. das glaubt kein Mensch. Mein Mann war suchsteufelswild, die Kinder waren aus Rand und Band, die Anna zerschlug mir die große Schüssel meines erst gekauften Fischservices. Ich stellte sie sehr energisch zur Rede und drohte ihr an, daß ich ihr das Geld vom Lohn abziehen würde. Pfftaah". grinste sie da, bei Scherzens in Lebbsdorf ist noch ville mehr caput jeschmissen worden. . ." Tante Lene war endlich wieder abgereist. Ich glich zwei Trauerweiden, so geknickt war ich, so hatte mich dieser Besuch angestrengt. Jetzt find seit der Abreise vierzehn Tage verflossen und immer noch leide ich unter den Nachwehen. Das zeigte sich gestern beim Mittagessen wieder recht deutlich. Ich hatte Bouletten, die ißt kein Mensch bei uns gern, aber sie werden eben in jeder Familie auf den Tisch gebracht. Schmeckt Dir's. Männchen?" fragte ich ganz harmlos. Pfftaah," grollte er, Bouletten ! So was gab's gar nicht, weißt Du. bei Scherzens in Lebbsdorf." Haha", wies der Junge mit Fingern auf mich, pfftaah. ... bei Scherzens in Lebbsdorf. . ." Und richtig: . . . haah, . ei . . Scherzens . ebbsdorf", echote die' kleine Liese. War so etwas nicht zum Berzweifeln? Ich ließ die Bouletten abräumen, dann schickte ich Anna zu unserm Hausarzt. Der meinte, ich sei sehr nervös, ich sollte meine GedankenWelt mal in einem anderen Circel bewegen. . Als mein Mann mit dem Doctor gesprochen hatte, ließ er sein entsetzliches Pfftaah" sein, ich habe es auch von der Anna und den Kindern nicht mehr gehört, also muß mein Mann ein Machtwort gesprochen haben. Schließlich will ich noch vermelden, daß ich in der dritten Woche nach der Abreise von Tante Lene folgende Postkarte erhielt: Ebersfelde. 29. Mal 1896. Liebe Nichte! Du wirst Dich gewundert haben, daß ich Dir nicht schon längst geschrieben habe, aber ich will die Post nicht reich machen. Es hat mir bei Euch und auch in Berlin sehr gut gefallen. Seid bestens für die freundliche Aufnahme bedankt. Es ist sehr aufregend, sehr unruhig in Berlin. Weißt Du. bei Scherzen's in Lebbsdorf. dort ist eine Ruhe, ach, welch' idyllische Ruhe. Es grüßt Dich bestens Deine Tante Lene." Pfftaah" machte ich ganz unwillkürlich, zerriß die Karte in hundert Stücke und warf sie m den Papierkorb. m m Lina contra ZUZna, Berliner G erich tsverHandlung. Sie dienen beide in einem Hause in der Elsasserstraße, Mina in der ersten Etage links und Lina in der ersten Etagr rechts. Zuerst standen sie sich beide recht gut miteinander und waren bald, nachdem sie sich kennen lernten, die bcsten Freundinnen. Aber bei der Berschiedenartigkeit ihres Naturells ZNina war aufbrausend und jähzornig, Lina zwar ruhig, aber etwas boshaft veranlagt konnte es nicht ausbleiben, daß sich Meinungsverschiedenheiten geltend machten, und ehe man's sich versah, hatte die dicke Freundschaft ein Ende. Ebenso, wie sie sich sonst aufzusuchen pflegten, wann es nur x gend ging, und ihren Herrschaften dadurch viel Aerger bereiteten, gingen sie sich aus dem Wege, bis sie ein Borfall wieder zusammenbrachte, der dieser Tage noch ein -gerichtliches Nachspiel hatte. Vors.: Sie sind die ledige Mina Hacker und der thätlichen Beleidigung angeklagt. Wollen Sie sich als schuldig bekennen? Angekl.: So schnell schießen de Preißen nu doch ich. Ick bitte man det Corpus Defecti da mal $u berücksichtigen, denn wer'n Se't jleich raus haben, uf welche Seite de Unschuld zu suchen ist. (Gibt dem Vorsitzenden ein kleines Päckchen.) Vors. (das Papier entfaltend): Was sollen denn diese Haare? Sie wollen sich doch nicht etwa schlechte Scherze erlauben? Angekl.: Beileibe nich, Herr Jerichtshof. det sind alles Haare, wat mir von de JegenPartei jelegentlich detselbigen Sonndachs Nachmittags rausjerissen wurden und wat ick vftt nachher gesammelt und ufjehoben habe. Det saat

Doch jenug for meine lanzttche Unschuldigkeit. Vors.: Sie wollen uns doch nicht etwa einreden, daß dies Ihre Haare sind. Sie haben ja ganz dunkelbraunes Haar, und hier drunter ist der größere Theil ja hellblond? Angekl.: Es mag woll sind, det beit Zusammenlesen wat von de ihrigten mang jekommen is, aber dafor kann ick nischt, erscht jing et doch mir in de Haare, un da mag et sind, det ick mir in de jleiche Weise vertheidigt habe. Vors.: Was war denn die Veranlassung zu dem Vorfall? Angekl.: Det se sich mit mein Eijenthum dicke dhun wollte, wat ick doch nich zujeben kann, wo se ja nich mehr meine Freindin is. Ick hatte am Sonnabend Jeburtstach, und mein jegenwärtiger Bräutigam, wat een zukünftiger Drechslermeester is. wollte mir mit 'n feinen Sonnenschirm mit Spitzen dran, wat ick mir jewinscht hatte, überraschen. Aber der janze Tag jing vorüber un et kam nischt. wie 'ne Postkarte, und die ooch noch per Pocketsahrt. Ick ärjere mir, det er sein Versprechen nicht jehalten hat. denn wenn ein Mann bei sone Kleenigkeiten nicht Wort hält, denn is

et mit de iroßen Versprechungen, wat heirathen anbetrifft, ooch merschtentheels Essig. Vor.: Lassen Sie doch diese Weitläufigkeiten und erzählen Sie nur, was sich an dem fraglichen Nachmittage auf der Straße zugetragen hatte. Angekl.: Wie ick um zwee an de Hausthure komme, da wart' er schon, weil wir nach Rumelsburch rauswollten, un weil de Sonne janz mächtig schien, da frug er mir jleich, warum ick denn den scheenen Sonnenschirm, wat er mir jestern mit'nDienstmann jeschickt.nich mitnehm dhäte. Wir waren zrade m't beste Streiten, ob er 'nen Schirm jeschickt hat oder nich, da kommt Fraulein Lina rn een Helles Kleid mit 'nen funkelnagelneien Sonnenschirm mit Spitzen dran und pflanzt sich vor de Düre. uf, indem se so recht niederträchtig mit den neien Schirm hantiert, dat ick ihn immer zu sehn krieg. Da fragt uf eenmal mein Brautliam.wie kommt denn die zu dem Schirm, den ick dir geschickt habe, det is ja der janz nämliche? Da jing mir ooch jleich der Verstehste uf, det der Dussel von Dienstmann anstatt zu Fräulein Mina links zu Fraulem Lina rechts lezangen is. Ick frage ihr nu zanz hoslich, wie se eigentlich zu mein Eigen thum käme? Da meente se, ihr Drajo ner hätte ihr mit überrascht un ihm je stern extra mit'n Dienstmann jeschickt, damit se a recht sein sei, wenn sie ihm heit ausführ. Nu bitt ick Ihnen. Herr Jerichtshof, 'n Drajoner ohne Knöppe soll so viel iebrig haben, um so nen feinen Schirm zu koofen? Det jlobt nich mal det stärkste Pferd. Weil se ihm mir nu nich jutwillig jeben wollte. so mußte ick ihn mir nehmen, un weil se nich loslassen wollte, da riß jleich die Seide entzwei, un weil mir det inWuth brachte, da schlug ick ihm nu janz ka put; det et nu uf ihrem Kopp jeschah, det machte die Ufrejung. un dann jing die Keilerei los. Det is die janze Jeschichte, an die ick so unschuldig bin. wie'n neijeboren Kind Der GerichtsHof konnte sich von der Unschuld der Angeklagten doch nicht so ganz überzeugen und verurtheilte dieselbe zu 10 Mark Geldstrafe und Tragung der Kosten Falsch aufgefaßt. Junge: Papa, sag' mal. wen magst Tu lie der. Tante Elfriede oder ihren Dackel?" Bater: Aber Junge, wie kannst Tu nur die Tante mit dem Hunde verglei cben!" Junge (lustig): Nicht wahr. Der Dackel! stu ach viel, viel hübscher?" Unverfroren. A.: Du, ich kriege auch noch fünf Tollars von Tir!" B.: Ach ja. ich bin so kolossal vergeßlich, erinnere mich doch von Zeit zu Zeit daran!" Ballgespräch. Dame: Ich habe Ihnen meine Ansicht über diesen Gegenstand nun mitgetheilt, allein Sie werden mich wohl nicht verstanden haben es war auch rechter Kohl, was ich sagte."Herr: O, mein Fräulein, und wenn es Kohl wäre, auf Ihren holden Lippen wird es zu Rostnkohll" Leben eines Knaben gerettet Durch Skropholn vernichtete Gesundheit und Hüftlelden Kurlrt. "Ich kann Ilood'i Sarsaparille nicht genug dafür, loben, was es an meinem Knaben gethan hat. Als er sechs Jahr alt war, ron einem Hüft leidan befallen und musste an Kracken gehen. Er hatte acht eiternde Geschmiere an einer rechten Hüsts und litt schrecklich. Wir hatten drei der besten Aerzte. Als letztes Mittel sahen wir ans rer lasst. Ihm Geerffe Blurpbr üood's Bariapi Euter, N. H. rilla sa geben. Nachdem er die Medizin nar einige Tage genommen hatte, begann, sich sein Appetit an verbeaaem Ais er eine Fluche genommen, konnt er eich aas einen Krücken ein wen!? fortbewegen, die er seit drei Monaten nicht benutzen konnte. Wir fahren andauernd mit Hood'a Barsaparill fort und in sechs Monaten war er so weit, dass wir Ihn anziehen konnten und er ohne Krücken am das Hani laufen konnte. Er hat jetzt seit achtzehn Monaten regelmässig Hood'a Baraaparllla genommen, und seit den letzten sechs Monaten geht er ohne Krücken, die ihm verschiedene Zoll sa kurs geworden sind. Die Geschwüre sind alle geheilt. Hood'a Banaparilla hat in seinem Falle wirklich Wander gethan. Er lauft umher und epielt so lästig: wie ein ander Kind.' Mns. Hknby W. Muspht, Exeter, N. H H Seid sicher, dass TTv'Ä 's f f fW" IhiHood'ibe- Wl 11 1 kommt. XL utof Hood'a plllsn ctbta Jidea Bürtsdlfus

( x . M jj

m

mb

IV

Wir beschlossen aufzurättmen und wir wer-

den aufräumen. Besinnen Sie sich nicht lange.

kommen Sie, so daß Sie noch zur rechten Zeit kommen. Eine sehr kleine Summe kauft jetzt Sommerkleider in No. 10 West Washington Straße. Derselbe Krieg wird jetzt anch gegen

alle unsere Strohhiite aufzuräumen, sowie an und Drap d'etes.

ImII

' I tk r

Wirkliche Schönheiten, die uir zu 975, 885 und 9100 Verlausen. Liberale Bedingungen: Unsere aeräumige Reitschule, mit gepolsterten Wänden ausgestattet, steht immer unter der Aussicht tüchtiger und zuvorkommender Lehrer. II. T. Hearsey Oycle o., No. 116 und 118 Nord Pennsylvania Straße.

Reitschule offen Tag und Abend.

mm

X . ""5,' -' Viv i 5?.-5c-. i??lM y W ' k M äMAÄÄWMH p eSMAHWM W 11 - . T - s . , I I 'l ,f.'-AW"W t.iAiSjm:-,rlt l'.siouJ wiwi.'y : TSvsscrcö'C T4s5?v5W)i n Wi'ÄWWWÄM I I p-Kwh.-.y osr.icvi . in ij-r t , j-,w A.-jjV

Gebaut in der grökten und besten Fabrik der Welt. Das Ver- Kommt viel auf das Rad an. Kauft eini auf dak Ihr Euch verlassen könnt durch Dick und Dünn. Dak W averley gnügen hat Renomme als solches. Fragt die, welche auf benfelben fahren. Lcorcker (3 Höhen) $85 00. Belle (26 und 28 beim Sahren Zoll) 575.00 und $85.00. Detailgeschäft: dxc Psnnsylvnnin und Shio Strsße.

Sommer-SchNle. Vormittags Schreibttassen. Englisch und Vorbereitung für alle Geschäftszweige. Buchführung. Stenographie, Typeschreiben. Office Schuluag, tzinzelbelehrung. DndlanapolisIBusinessQJniverGifV Etabltrt 1830. Inkorporirt 1886 unter der gegenwärtigen GeschästSleitunz. B. J. HEEB, Präsident Electrisqe Fächer. Reines Quellwasser aus einem tiefgetriebenen Brunnen.

Auflage In dn Sitzung des Direktoriums der

von Jndiana vom 8. Juli 1896 wurden folgende Beschlüsse passirt:

Beschlossen, daß zur Deckung der Verluste

auf die der Deutschm Gegenseitigen VersicherungS-Gesellschaft von Jndiana auSgestell ten und von dieser Gesellschaft übernommenen Prämium?!oten erheben werden :

A Prozent auf alle PrämiumNoten, 31. Dezember 1896 au? laufen. B 5 Prozent auf alle PrämZum.Noten,

den und nach dem 31. Dezember 1896 auSlauf.n.

C 3 Prozent auf alle Prsmium-Noten, Dezember 1895 ausgestellt wurden. Beschlossen, daß die Execuriv-Beamten

den, für die prompte Collektion und Einzahlung dieser Auflage binnen 80 Tagen u sorgen und alle dafür nöthigen Schritte zu thun."

aus.

geführt, um mit ihnen allen Flanellen, Serges r u Stadtgespräch sind

OO

Unser SPECIÄL, Rad tfffg. $50 Unser TOBASCO, Rad A.L.?". 60 So gut oder besser wie Viele Räder, welche als .high Grade" angepriesen und mit $100 in den Listen Verzeichnet sind. Sie sind ohne Zweifel die größten Werthe, welche dem hiesigen Publikum noch je offerirt wurden. Wir haben andere Modelle

Min WagenFabrikanten. 69 ll 73 W. Morrisstr. und 198 bis 200 Maple Str. Der Fabrikation von Eiswagen, genu.Ablieferungöwagen aller Arten, wird besondere Aufmerk samkeit geschenkt, eva raturen erden scknea u, gut besorgt. Alle rbett garanttrt. Telephone 1380 VötH l. IGYGLEfr

Amerikas Günstling.

- Notiz! Deutschen Feuer -Versicherung;, Gesellschaft de? vergangenen Jahre? folgende Auflagen die zwischen dem 1. Oktober 1696 und dem die vor dem 1. Oktober 1895 ausgestellt wur die zwischen dem 1. Oktober und dem S1. und Agenten der Gesell'chaft beauftragt wer Lorenz Qcbmldt, Sekretär.