Indiana Tribüne, Volume 19, Number 316, Indianapolis, Marion County, 2 August 1896 — Page 3

Pounnche! Von Jlsaanöcr ZZaron van Aoöerts.

(3. FortsLung). Uebrrzens war er bereits Rechtens abgeurtheilt worden das Kriegsgericht hatte den Deserteur gleich am folgenden Tage in contumaciam zum Tode verurrheilt. Den Gefanzeren würd? die Freiheit auf Schritt und Tritt beschnitten, die Wachtposten wurden verdoppelt einfach niederschießen!" hieß die Parole. Auch glotzien jetzt die Mündungen einer Batterie Geschütze von der Brustwehr einer verfallenen Schanze in die Lagergassen hinab so würde man bei dem geringsien Mucks" das ganze Lager zusammmschmitter! Dieser Bericht genügte wohl, um euch Viktor zu Überzeugin, daß seines Bleibens nicht mehr länger sei. Es ward somit beschlossen, daß er sich am nächsten Morgen mit Sir Rowland auf die Ncise machte, und zwar, der JorsZcht halber, als dessen Diener. Die Maskerade trug ja nur dazu bei. die Nomantik auch dieses Abenteuers zu erhöhen. Nowland wollte Anfangs in seinem Eifer darauf bestehen, daß die Flucht gleich auf der Stelle erfolge. Schließlich war die Anwesenheit des Deserteurs hier in Mülherm dennoch durch die Dienerschaft ruchbar geworden, und man konnte nicht wissen, wie verrätherifch der Zufall sein Spiel treibe. Gleich?" rief r Wahl bestürzt soll denn der Heirathsplan. der so hübsch seiner Erfüllung entgegenreifte, jäh zerrissen werden? Gleich?" 'hauchte Gertrud aufschreckend. und ihr Herz begann gewaltig zu pochen über den Verrath dieses Wörtchens. Gleich!" stieß Viktor aus. mit einem flammenden Blick nach ihr hin. der beredter war. als die deutlichste Liebeserklärung. Plötzlich, vor dieses unerwartete Gleich" gestellt, zuckte ihm das Bewußtsein auf. wie heiß er sie liebte, wie diese Trennung eine schmerzhafte Entwurzelung für ihn bedeutete Sir Rowland wußte wohl die verschied:i:artigc Betonung dieses Terzetts nicht zu deuten. Meinetwegen auch morgen." sagte er, aber dann ist es höchste Zeit wir werden also moram früh acht Uhr dreißig den KölnAachener Kourierzug besteigen, müssen also um sieben Uhr dreißig hier fort!" Von da an schien das ganze Haus wie durchzittert von dem unheimlichen Zwang dieses Abschiedes. Viktor war trotz der Gefahr nur von dem einen Gedanken an die Trennung besessen; da er besorgte, daß man meinen könnte, seine sichtbare Versiörung gelte dem Todesurtheil, so suchte er durch einen ausgelassenen Galgenhumor über die Qual dieser Stunden hinwegzukommen. Was sollte geschehen? Es schwebte ein Wort in der Luft, und das brauchte nur gesprochen zu .werden, so war alles gut. Aber eine Scham bannte ihn, dieses Wort zu sprechen. Welche Schmach: ein Franzose, der jetzt, wo das Vaterland, aus allen Wunden blutend, um seine Ezristenz ringt, sich ein deutsches Bräutchen freit.... Nein, jetzt nicht! Unmöglich! Vielleicht niemals! Es war ein Nausch und ein Taumel wie ein anderer gewesen. Er wollte sich kurz losreißen und zu vergessen suchen. War dort drüden im Krirgsgetose nicht Gelegenheit genug zur Betäubung? Aber das Losreißen ging dennoch nicht so leicht von Statten. Die Familie hatte sich nach dem Abendbrod, wie auch sonst üblich, in das kleine lauschige Erkerboudoir begeben, wo man im magisch matten Schein: der Ampel ein halbes Stundchen zu verplcudern pflegte. Heute wollte das Gespräch nicht in Fluß kommen das schwebende Wort, das der Erlösung harrte, lag wie ein Alp auf ihnen allen. Wie auf eine Veradredung entfernten sich nach und nach die Glieder der Familie, zuerst Frau van Holleren, die ihre Stiefmutter mit fortzog: eine Verlobung ist eine ungemein zarte Sache und ein Stäubchen kann sie vereiteln! dann die beiden sensationssüchtrgen Tanten: wie schade, daß bei der Vollendung solches Ereignisses die Anwesenheit zweier Gesichter w'e der ihren vollständig ausgeschlössen ist! Am schwersten war die scharf aufmerkende Elsbeth vom Schauplatz" zu entfernen, und es dedurfte erst einer gewissen strengen, allseits gefürchtetenGcwittermienePapa. Viktor und Gertrud blieben allein zurück. Diese hatte sich in scheuer Verlegenheit von ihrem Tabouret erhoben. Viktor fügte sich mit einem ostensiblen, trotzartigen ReHagen in die schwellenden Polster seines Sessels. Daß man sie beide so isolirt, das sieht ja wie ein omplot aus! Er läßt sich aber nicht zwingen, durch Niemand! Vovon hatten sie soeben doch noch so lebhaft gesprochen? Der Faden war plrlich wie abgerissen. Üözu ist das Wetter denn anders da, als um die Verlegenheit solcher Pausen auszufüllen? Und der Regensiurm toste und wüthete noch heftiger als am Nachmittag gegen die Fenster des Erkers. Ein schreckliches ein fürchterliches ein ganz entsetzliches Wetter. Darüber wurden sie also mit einigen Ausrusen einig. Und abermals eine Pause, , die das stoßartrge Ungestüm des Regens ausfüllte. Ein rechtes Brwakswetter " begann er abermals. Die armen Soldaten!" antwortete sie, fast tonlos zerstreut. Mit einem Anlauf: Werden Sie rnner ein wenig gedenken, Fräulein Gertrü. wenn ich da draußen bei sol ch-m Wetters Sie stutzte, wandte den vom rothÄchen Licht derAmpcl beleuchteten Kopf

vom Fenster ab nach ihm hin, die Oberlippe verwundert aufkräuselnd. im Biwak ßege oder Posten stehe?" vollendete er. Er hatte ganz im Anfang seines Hierseins wohl davon gesprochen, daß er wieder die Waffen ergreifen wollte, seitdem nicht mehr, wohl aus Zartgefühl für die Deutschen, bei denen er doch zu Gast war. Das Vaterland befiehlt, und ich muß gehorchen!" Er schien sehr zufrieden über die wunderschön tönende Phrase. So werden Sie also gegen uns kämpfen, Herr Viktor?" Er breitete die Arme, zugleich die Schultern hoch emporhebend, auseinander. Was kann ich thun? Ich bin nun einmal ein Franzose Sie sind Deutsche es ist ein Unglück!" Er seufzte, und dieser Seufzer schien echt. Ich dächte doch, Sie hätten Ihre Pflicht gegen das Vaterltnd erfüllt, Monsieur Viktor?" sagte sie mit dem äußersten Aufwand, gleichgiltig zu scheinen, den Kopf tief herabgesenkt auf die Berlocken ihres silbernen Armbandes, die sie aufmerksam musterte. Sie haben doch die Katastrophe von Sedan nicht verschuldet, sind also nicht persönlich für Ihre Gefangenschaft verantwortlich. Wenn Sie sich nicht selbst befreit hätten, und darauf war doch nicht zu rechnen so müßten Sie sich doch auch auf ein Zuschauen von ferne beschränken." Aber ich habe mich doch einmal losgemacht, mit Gefahr meines Lebens " Um Ihr Leben dort draußen abermals in die Schanze zu schlagen." Ah. das Leben! Als wenn das immer die Hauptsache wäre wenn mir nun nicht viel daran läge, an diesem Leben?" wohlgefällig neigte er den Kopf nach der rechten Schulter. Sie hob das Antlitz, ihr Blick war ein durchdringendes Strahlen, eine Frage, ein Erschrecken, ein Vorwurf: kann dieser Ruf nach Viktors Eharakteranlage, nach seinem Temperament wirklich aus seinem Herzen kommen? Wenn nicht, warum solch häßliche Romanphrase jetzt in dieser Shinde? Aber er Hielt den Blick aus und seine Augen flammten. Ihr Herz begann unter der Gewalt dieser Flammen zu hämmern, und sie fühlte die verrätherische Nöthe auf ihrem Antlitz wachsen, bis zu dem Gekräusel der Stirnhaare hinauf. Wenn mir nun nichts an diesem Leben läge " wiederholte er langsamer, noch bedeutungsvoller, die Spitzen der gespreizten Finger aneinandertippend. Monsieur Viktor...." stammelte sie, vermirt und glühend unter der Kühnheit seiner Blicke. Er erhob sich: Wenn mir, wahrhastiger Gott nichts an diefem Leben liegt..." sagte er abermals seine stimme vibrirte erregt, in diesem Augenblick glaubte er selbst an diese Phrase. Es war eine Ueberrumpelung ein Sturm riß ihn fort alle Vor

sätze der Mäßigung waren zu Schandenl Mochte das Vaterland ihn verdämmen! Er streckte die Hände nach den ihren aus Gertrü...." Doch der Ruf ward von dem jähen, ungeheuerlich schallenden Klang der Hausglocke verschlungen, an der Jemand mit Ungestüm riß. Im angrenzenden Salon kreischten Damen'strmmen entsetzt auf. Herrgott!" stieß Gertrud aus. die Finger ineinander verschränkt gegen die Brust pressend. Und mit angststieren Augen horchte sie. De? Schreck schien alle zu lähmen nichts als das Nachzittern des verhängnißvollen Tones. Und nur ein Gedanke: es ist der Steckbrief! Das Militär, die Polizei ist da. um ihn. den Deserteur, zum 'Tode zu schleppen! Jetzt ward die Stimme des Mädchens draußen laut; jetzt ward die Hausthüre geräuschvoll geöffnet ein kurzer Wortwechsel mit einer rauhen, unwirschen Stimme und das Stapfen harter Stiefel auf den Flurfliesen. Di: Salonthüre öffnete sich und die niedliche Zofe erschien, verwundert über die Spannung, mit der alles an ihren Lippen hing. Eine Empfehlung von Herrn Rowland, und er sendet der gnädigen Frau die versprochene Schrift." Sie reichte Frau Wahl das Kou vert mit der Broschüre. Rowland mußte ihr davon gespnchen haben, sie erinnerte sich zwar nicht. Man stürzt: darauf; die Broschüre führte den Titel: Die Vorboten der goldenen Zeit" irgend ein Auswuchs der an Verrücktheit grenzenden Friedensmanie, den der Engländer hatte drucken lassen. Alle lachten hell auf. Nur Herr Wahl konnte seinen Unmuth nicht unterdrücken: Es ist auch nöthia. daß der Hanswurst uns den Wisch Abends neun Uhr und bei dem Wetter in's Haus schickt!" Er schämte sich selbst des Schrecks, den der Glockenalarm ihm 'verursacht hatte. Gertrud kam hochathmend Herzugestürzt. Viktor folgte grinsend: Na. da wäre ich ja noch einmal gerettet!" rief er. Es war ein köstlicher Doppelsinn in dem. Ruf. Ja. diese Trivialität hatte ihn seinem Vaterlande gerettet! Natürlich blieb 'das bewußte Wort unausgesprochen; es war für Viktor nun keine Gefahr mehr, die Heiterkeit, die den Abend über die Unterhaltung beherrschte, schützte ihn hwlänglich. Am andern Morgen um acht Uhr dreißig reiste er als verkappter Diener Sir Rowlands mit diesem nach der Grenze ab. Wenige Tage darauf verließ auch Lieutenant Zeuner mit seiner Mutter das HauS, um seine RekonvaleszenZ durch eme' Wiesbadener Badekur zu beschleunigen. Kein Hauch in seiner gleichmäßig ruhigen und freundlichen

Miene hatte den Hausgenossen den Kampf verrathen, den er diese Zeit über in seinem Innern durchgefochten. Nur Gertrud allein glaubte beim Abschied die Spur einer Frage in dem seelenvollen Stahlblau seiner Augen vibriren zu fühlen: ob denn keine Hoffnung bliebe? Und in die egoistische Freude, endlich von seiner Gegenwart, die ihr jetzt ein alpartiger Vorwurf bedeutete, befreit zu sein, mischte sich ein seltsem bitteres Schmerzgefühl, dss sie sogar zu heimlichen Thränen reizte. Viktor hatte von Brüssel aus in Kürze seine glückliche Rettung angeZeigt, zugleich mit einem französisch überschwenglichen Dankergruß. Von seinen weiteren Plänen verlautete nichts. Mitte Januar langt: eine kurze Notiz an. in der er, mit Blei hingekritzelt, ihnen kurz meldete, daß er am Gefecht bei Bapaume theilgenommen und nun verwundet im Lazareth läge. Es war das Gegentheil des Wortes, das gesprochen werden sollte; mit dem Trumpf dieser patriotischen ParteinahmeViktors war der langgehätschelte Heirathsplan vernichtet. Siebentes Kapitel. Das Vledermannsgesicht des alten Jaminet. voll, feist, von einem schwarz und weiß gesprenkelten und wie bunt aussehenden Vollbart umrahmt, nickt: über die Köpfe der Ankommenden, die nach dem Ausgang des Pariser' Ostbahnhofs drängten, seinen Söhnen schon von weitem zu. An seinen Armen hing je ein Stück Handgepäck und zwischen den Zähnen hielt er die Fahrkarte, um sie so dem Beamten am Gitterthor abzuliefern. 'n Tag, Papa!" rief Viktor, und er hob das dicke Dandyrohr mit dem flachen Silberknopf und winkte freudig über das Gitter. Doch das Antlitz seines Bruders Armand zeigte kaum den Hauch eines Lächelns, wie überhaupt ein solches sich nur selten über die in der Studirstubenluft vergilbten und greisenhaft vertrockneten Züge verirrte. Der dicke Kopf, von einem breitkrempigen Hut neuesten Modells unkleidsam bedeckt, saß ohne die Vermittelung des Halses auf dem Dreieck, dessen Spitzen durch die Schultern und den Auswuchs des Rückgrates gebildet wurden. Wie alle Buckligen, plagte ihn die lächerlich: Sucht, durch auffallende und modische Kleidung über stire Gebrechen hinwegzutäuschen. Hapa ist in bester Laun:. . Bermuthlich hat er gute Resultate," sagte Viktor. Um die liniendünnen Lippen des Greisengesichtes zuckte es. Was kann uns Papa Gutes aus Preußen bringen!" Aus den winzigen Pupillenpunkten der grauen Augen schienen spitzige Stichflammen hervorzuschießen. Wenn es nach Armand gegangen wäre, so hätte Papa diese Mühlheimer Reise nicht unternommen, so wäre die Verbindung mit Deutschland, wie lange sie auch schon gewährt hat und wie sehr sie das Haus Jaminet in die Höhe gebracht, einfach zerschnitten worden, so hätte Frankreich sich weiter gewehrt gegen die brutale Ueberahl bis zum letzten Hauch! bis zum letzten Blutstropfen! 'n Tag. meine Kinder! Wie geht's? wie steht's? Zeig 'mal her, wie siehst Du denn aus. Armand?" Herr Jaminet prüfte in zärtlicher Sorge das Ausfehen seines Jüngsten, des Schmerzenskindes und offenbaren Lieblings. Du erperimentirst wieder zu viel in Deinem Laboratorium! Soll ich es $ar bereuen, daß ich Dir die Hexenküche habe bauen lassen?" Es bringt auf andre Gedanken, Vater." sagte Armand, die düsteren Wülste der Brauen runzelnd. Der Alte verstand schon. Die Hassesmanie wird sich bei dem Jungen schon legen! Man muß nicht zu viel d'rauf geben. Hört einmal, meine Kinder," rief er prustend, indem er, von seinen be! den Söhnen geleitet, auf seine etwas altmodische Viktoria zuschritt hört einmal, es ist doch eine famose Lust, diese Pariser Luft! Ah!" Sein Brustkasten schwellte sich mächiig und seine weiten Nasenflügel blähten sich. He, Viktor, was meinst Du?" Es gibt nur ein Paris!" rief Viktor in aufrichtiger Begeisterung. Wenn er an all' das Elend, den Schmutz, die Rohheit, das Gemetzel des Krieges zurückdachte! O, er für seine Person ist gründlich geheilt von der Kriegswuth, und viele andre mit ihm! Der alte Jaminet war in allerbester Laune von seiner Geschäftsreise heimgekehrt. Als der Wagen schon eine Strecke in der Richtung nach der Ru: de Etern zurückgelegt, breitete er plötzlich die Arme aus und lich die Hände mit einem jovialen Schlag auf je ein Knie seiner beiden Söhne nieverfallen. Seine vollen Gourmetlippen schmunzelten listig lüstern: Wißt Ihr was. meine Herren? Ich habe gar keine rechte Lust, zu Hause zu diniren! Unser Speisesaal ist nicht gerad:. freundlich. Ich dächte, wir benutzten den herrlichen Abend. Allons, wir wollen irqendwo diniren. wo es schon ist! Philipp, nach den Boulevards!" Bald saßen sie an einem blendend und glitzernd gedeckten Tisch auf der Terrasse eines ersten Boulevard-Re-staurants. Der Alte hatte recht: dieser Augustaöend war zu kostbar, um ihn in einem Speisesaal zu verbringen, der durch das Laub des daranstoen den Gartens so verdüstert war, daß man um fünf Uhr schon das GaS anzünden müßte, und wo man sich fürchtete. ein lautes Wort zu sprechen, weil daS so unheimlich von dem Tafelwerk der Wände widerhallte. Er wollte Sonne, Luft, Lärm, Menschen, fröhliehe Gesichter, klingende Gläser haben! Gsttlob, das Geschäft ist mit Nichten

in Trümmer gegangen! Im Gegentheil, es wird sich erst recht aufraffen nach den Schlägen, die ihm der Krieg

versetzt! Paris athmet auf; es holt gleichsam seinen Frühling nach, nachdem ihm der heurige erstickt 'worden war vom Pulverdampf, vom Rauch der angezündeten Paläste, vom Dampf des Petroleums, vom Haß der Parteien, vom fanatischen Geheul der blutdürstigen Kommune. Die Preußen haben das heilige Weichbild verlassen es ist v:eles verloren, aber die Zukunft wird alles wiederbringen! Die Sonne vollführt über den spitzen Dächergraten und den phantastischen Formen der Schornsteine eine Art goldiges Alpenglühen, die Fenster werfen gleißende Lichtblitze, fröhlich prangen die Hunten Reklameschilder an den Häuserfronten, das Grün der Bäume leuchtet, bunte Toiletten beleben das Trottoir, auch das überschminkte Laster freut sich wieder der wiedergewonnenen Friedenszeit. Rollende Fiaker, sausende Equipagen, schwer rasselnde Omnibusse, der gellende Ruf der Zeitungsjungen, das Gesurr und Geschlürf der hastenden Menge, und über allem, als rührte es von einem Meeresgewoze her, das Rauschen der großen Stadt. Ja, Paris athmet wieder, es beginnt wie. der sich seiner Schönheit zu freuen. Hauptsächlich gegen Viktor gewandt, erzählte der alte Jaminet von dem Erfolg seiner Reise. Die Verbindung zwischen Wahl und Jaminet ist nur um so fester geknüpft worden; Ehappseid: bleibt nach 'wie vor die Parole, aber Wahl ist ein findiger Kopf, er hat während der Zeit, da seine Fabrik brach lag, allerlei hübsche Pläne ausgeheckt. So wird er eine Seidenlitze auf den Markt werfen, die di: berühmten Spezialitäten von St.Etienne gänzlich in den Schatten zu stellen bestimmt ist. O. wir werden schon .wieder unfern Theil von den Milliarden aus 'Preußen herausziehen," sagte er schmunzelnd, und er hob das Glas, mit verschmitzt fröhlichem Ausdruck durch das dunkelbräunliche Roth d:s alten Schloßmines blinzelnd. Dann schlürfte er den kostbaren Inhalt des Glases mit innigem Behagen hinab. Schließlich verlangt man ja nicht mehr, als in Frieden gelassen zu werden." Das galt Armand, dessen Kopf im mer verdrossener in den Schultern zu verschwinden drohte. Er hatte die Zeit über stillschweigend dagesessen und sich in seiner pickenden Vögleinmanier mit den Speisen beschäftigt; nur hie und da gab ein heftiges Picken seine Verdrossenheit kund. Friede," murmelte er verächtlich, ter Friede von Frankfurt!" (ein leises heiseres Hohnlachen) der ist nicht s o viel giltig!" (er schob dabei mit dem Messer den Splitter eines Hammelrippchens gegen den Tellerrand). Wehe der Verrätherhand, die ihn mtiz zeichnet hat!" Wieder schonn Stichflammen aus den Pupillenpunkten. Viktor zuckte die Schultern: man kann derlei auch zu weit treiben! Du hast den Krieg eben nicht kennen gelernt, mein Alterchen! Du hast die Kanonen von Weitem bum bum machen hören, während Du in der Ambulanz Deine Pflaster schmiertest. Ich versichere Dich, man bekommt das Gemetzel satt!" Es war eine Anspielung uf Armands zeitweise Thätigkeit während der Belagerung, wo der angehende Ehemiker seine schwachen Kräfte einem Lazareth zur Verfügung gestellt hatte. Ein kümmerlicher Patriotismus, der sich im Pillendrehen und Pflasterstreichen bethätigte aber er, Armand wird seine Revanche schon anderweit zu nehmen wissen! Allons. Allons!" beschwichtigte der Vater. Die Neckereien ist Armand von seinem Bruder schon gewohnt, und dieser meint es nicht so schlimm. In der Stille verwunderte er sich über die völlig umgewandelte Gesinnung seines Äeltesten. Er, der so degeistert in den Berliner Spaziergang" gestürmt war, der die Schmach von Sedan erduldet und in preußisch:? Gefangenschaft gesessen hatte, der dann mit Gefahr seines Lebens ausgebrochen war, um von Neuem zur Waffe zu greifen. Hatte ihn das Kriegselend so mürbe gemacht? Jedenfalls fand Papa Jaminet das Terrain für etn gewisses anderes Geschäft, das in Mülheim geplant war, überraschend günstj vorgcebnet. Ich werde Dir Deinen Patentofen bauen lassen, Armand, mag es kosten, was es will!" Das chemische Steckenpferd seines Schmerzenskindes verzehrte ein 5):idengeld. Hatte man doch zu dessen Unterkunft im Garten des Hauses ein blinkendes Schmuckkästchen von einem Privatlaboratorium errichten müssen. Und der neue Patentofen würde abermals Tausende verschlingen. Nicht von Deiner Ehappseide. Vater!" warf Armand hin. Ich verzichte darauf!" Oho!" machte der Vater; doch sein forcirtes Lachen vermochte nicht, die Bestürzung über den scharfen Ton seincs Tyrannen zu verdecken. Viktor ließ noch nicht nach: Ist es wahr, Alterchen," begann er von Neuem, gegen seinen Bruder gewandt, daß Du im Begriff stehtst, ein Elixir zu erfinden, das sämmtliche Preußen von der Erde vertilgen wird?" Gewiß werde ich das erfinden, ihr scllt sehen!" zischelte der Bucklige. Der dicke Kopf schnellte aus den Schultern empor, die Stirnfalten 'wetterten, eine unheimliche grause Blässe trat an die Stelle der vergilbten Gesichtsfarbe. Ei war die Verkörperung des wüthenden, an den Wahnsinn grenzenden FanatisrfUls. Der Vater erschrak: .Genug!' herrschte er Viktor an. w

Nach einer peinlichen Stille wart ein harmloseres Gebiet betreten. Aber mit Armand 'war heute nichts mehr anzufangen. Noch vor dem Eis, das das Menu ihnen versprach, erklärte er, frischere Lu-st schöpfen zu müssen. .Ist Dir nicht gut. mein Sohn?" Vollkommen. Vater!" Der Ton der heiseren, wie von der inneren Hassesgluth verbrannten Stimme vibrirte noch. Gleich war ein Fiaker zur Stelle. Zum Bois!" rief Armand. Ader kaum aus dem Gesichtskreis des Nestaurants, gab er dem Kutscher die Adresse der väterlichen Wohnung. Er wollte den Rest des Abends in seinem Laboratorium verbringen, um an der Verwirklichung seines Preußenhasses zu arbeiten kein schlechter Scherz: er glaubte ernstlich, einem Sprengstoff auf der Spur zu sein, der es bei einem neuen, hoffentlich baldigen Ausbruch des Krieges ermöglichen würde, ganze Armeen und Festungen der Preußen von der Erde wegzublasen. Papa Jaminethatte noch etwas auf dem Herzen; gegen seine Gewohnheit entlockte er der Havanna mächtige Rauchwolken und er hatte in seiner Zerstreutheit schon das zweite Gläschen Chartreuse geleert. Es war nicht leicht, das" zu inszeniren! Plötzlich platzte er heraus: Du bist ein Schwerenöther, Viktor!" Viktor fuhr überrascht empor: Wieso, Papa?" Der Alte zögerte noch. Er war noch nicht sicher, ob er nicht etwa zu früh damit heraus rückte. Aber es hielt ih nicht mehr, da nun das Hinderniß m Gestalt Armands verschwunden war. Du hast da hinten das ganze Haus auf den Kopf gestellt." Wo?" Na doch in ZKlllheim prächtige Leute, he?" Viktor that wahrhaftig, als hörte er den ZZame dieses Städtchens zum erstenmal Ah so. die! Wahl ist ein auter Kerl. Schade, daß er ein Preuß' ist!" Du hast sein Herz gewonnen seine Frau ist in Dich verliebt " Wirklich? Welcher Erfolg!" Viktor lachte übertrieben hell auf. Du hast recht. Viktor, wenn es keine Preußen wären...." Na. was dann?" Eine Pause. Viktor ließ mit hinterrücks gebogenem Kopf aus gehöhltem Munde das Meisterstück von einem Rauchringe hervorwirbeln. Gerade heraus, Viktor, es wäre wahrhaftig noch nicht das Dümmste, wenn Du Gertrud Wahl heirathetest." Gottlob, daß es gesagt 'war! Herr Jaminet hüllte sich mit einigen Zräfhgen Zügen in eine dichte Rauchwolke, und durch diesen Schleier erst Toagte er seinen Sohn anzusehen. "Xo.u d'un dien!'' fluchte der und warf vor Schreck und Entrüstung die Zigarre auf den Teller. Nahm sie aber gleich wieder auf: Welche Idee!" Ueber Viktors Antlitz flammte wahrhaftig die verrätherische Rothe; Entrüstung war zu kräftig, als daß sie echt sein konnte. Du liebst Gertrud sie liebt Dich daran ist nichts zu ändern." Viktor versuchte einen pfeifenden Ton auszustehen, der in burschikoser Weise solche Lächerlichkeit verhöhnen sollte. Aber er fühlte sein Herz bis in die Kehle pochen, der Athem versagte ihm fast. Wer wagt das Geheimniß, das Verbrechen, gegen das er nun seit Monaten ankämpft, an's Licht zu zerren? Papa, ich möchte Dich bitten...." stotterte er. Nun, nun. Du denkst doch nur da-

ran. daß si: eine Preußia ist, sonst würdest Du aufspringen, und ja! sagen." Niemals!" rief Vikt und er schob mit der schrägen flachen Hand diese Beleidigung seines Vater zurück Niemals!" Ah di: Lüge dieses Wortes! Papa hat recht: wie gerne würde er aufspring: und ja rufen. Aber ein Franzosc. de: die Liebe zu einer Preußin eingcstehen soll! Eine neue Niederlage, eine unerhörte, undenkbare Demüthiguna! .Oho!" De: alte Jaminet glaubte einfach nicht an die Wahrhaftigkeit dieses Niemals!" Es ist nur das Stichwort, das jenem seinPatriotismAs auspreßt. Er ist ein Heißsporn lassen wir ihn austoben! Äir sind hier unter uns, Viktor; ich dächte, wir hielten uns nicht mit Komodienspiel auf. Müssen wir Franzosen denn immer schauspielern?" Viktor entzündete von Neuem seine Zigarre, und der rothe Schein der bei den Zügen aufpuffenden Flamme.deleuchtete sein erregtes Gesicht. Der Alke begann ihn also systematisch zu bearbeiten. Zuerst Ehappseide, Litzen, sensationelle Neuheiten, der Sieg über die alte Industrie von St. Etienne, eine ganze Musterkarte glänzender Zukunftspläne. Die Verbmdung der beiden Häuser würde durch diese Heirath (rein geschäftlich gesprochen, mein Lieber!") erst auf eme solide Basis gestellt. Von da an könnte ihr kein Krieg und keine Politik mehr schaden. Die Interessen der beidenHäuser schmiedeten sich fortan in eins zusammen unmöglich, fit fürder zu trennen! Und er ließ Zahlen springen, ein wahres Feuerwerk von Hunderttaufenden zum Schluß ein Brillantstück, in dem Gertruds Schönheit, ihre Liebenswürdigkeit, ihre Leidenschaft für Viktor mit den Hunderttausenden durcheinander sprühten und knatterten, ein blendender Effekt, den man applaudiren mußte. Viktor saß mit zurückgeworfenem Kopf und versuchte immer wieder einen Rauchring zu formen, was ihm nicht mehr gelingen wollte. Der Rauch wirbelte wild und aufgeregt und formlos durcheinander, das Abbild seiner igc

nen Gedanken. Er holte wie von ferne die Worte seines Vaters klingen, und sein Puls stürmte. Wie oft hatte ihn eine Wuth gegen sich selbst gepackt, daß er sie nicht vergessen, daß er ihres Bildes, der Erinnerung an sie nicht Meister werden konnte! War es denn nur die reine Begeisterung, dem Vaterland sein Blut zu opfern, die ihn damals in den Kampf stürmen hieß? Oder hatte nicht die Verzweiflung Theil daran, die ihm die unselige und für einen Franzosen sündhafte Leidenschaft zu zertrümmern gebot, indem er abermals gegen Deutschland focht? Damit glaubte er sich gegen die weitere Versuchung zu feien. Aber vergebens ihr Bild, den Gedanken an sie, an ihre Stimme, ihr Lachen, an jedes Wort, das sie gesprachen, den ganzen unerklärlichen Zauber ward er doch nicht los! DieLiebe blieb ihm fort und fort zur Seite; sie schritt neben ihm her im Schneeschlam der Landstraße und hielt Wacht zu Häupten feines Biwaklagers, sie ließ sich weder vom Donner der Geschütze, noch vom Zischen der Gewehrkugeln verjagen; da er verwundet da hingestreckt lag. kühlte sie ihm mild erbarmend die fiebernde Stirn. ES war wie ein Engelsbild, das ihn in all der grausamen, brutalen, blutigen Wirklichkeit verklärend umschwebte. Fort damit! Immer wieder: fort damit! Vergebens stets 'war es wieder da! Viktor unterbrach das Feuerwerk seines Vaters mit einer künstlich kühlen Bemerkung: Ich habe zweimal gegen ihr Vaterland gekämpft. Sie weiß, daß ich es hasse. Damit ist die Sache erledigt!Gerade das!" fuhr der Alte darein, freudig darüber, daß das entrüstete niemals" sich bereits in ein kleinlautes vielleicht" abzuschwächen begann. Gerade das! Du stehst da wie em Held! Sie liebt dergleichen. Du hast für Dein Vaterland geblutet. Sacr6 norn (Tun dieu wenn das Vaterland in Gefahr ist, so schert man sich nicht um Seifenblasen!" Der Gedanke an Lieutenant Zeuner flog Viktor an. Wie jener gehätschelt wurde im Wahl'schen Hause, um nichts weiter, als weil er sich gleich vielen tausend andern einen Flügel hatte lahm schießen lassen im Dienste seines Vaterlandes. Wie ihn damals die Eifersucht gestachelt des Verwundeten wegen, der als einHeld vergöttert wurde! Und das vermehrte noch all die Sehnsuchtsqual der vergangenen Monate, daß er nicht sicher war, ob ihn der Preuße nicht schließlich dennoch aus Gertruds Herzen verdrängt hatte. Ja, Papa, 'woher weißt Du denn? bist Du denn sicher...." Gleich ärgerte sich Viktor, daß er mit diesem Stoßseufzer sein Geheimniß bloßlegte. Ich setze mein halbes Vermögen zum Pfand, daß wir keinen Korb bekommen." Und Papa Jaminet schüttelte eine Fülle von allerlei Bestätigung? seines felsenfesten Glaubens vor seinem Soh-

ne aus. Ueberdies, ist Viktor nicht schon von Kindheit an als Gertruds BräutiJ gam geführt worden? Es ist so selbstZ verständlich! Allons die Sache ist r ..i .. . .ii rr Q gui 'wie aogemacyi: ersvlvcl: nur ein Telegramm, er und Wahl haben Alles besprochen. Ein Telegramm, das anscheinend dem Geschäft gilt und Niemand kompromittirt. Allons, Kourage, Viktor!" Unmöglich für einen Franzosen! Was wird Deine Tochter und Monsieur Schneider, ihr Mann, sagen was werden sie alle sagen? Man ist im Stande, uns zu steinigen!" Ah zum Teufel mit dem großmäuligen Patriotismus! Man hätte doch siegen sollen! Man hätte zum mindesten verhindern sollen, daß die Franzosen nicht die Vandalen im eigenen Lande spielten. Ich sage: Mireille und sie sollen still sein! Es ist eine Schande!" Jaminets Villa Mireille bei Bjl xtZntZ an der Seine war während des Kommunekrieges zerstört und jämmer lich verwüstet worden, nachdem sie von den Preußen bei der Belagerung verschont geblieben war. Jaminet hatte recht: der Name der einst so schmucken Villa, die jetzt eine Ruine war, genügte, um die Großmäuler, innerhalb der Familie wenigstens, zum Schweigen zu bringen. Unmöglich. Vater..." Viktor strich mechanisch, m Gedanken brütend, seit Minuten immer noch die Asche von der Zigarre, die nicht mehr daran war; leise schüttelte er den glühend gerötheten Kopf so zaghaft kam dies unmöglich" heraus; er glaubte selbst nicht mehr daran. Endlich, mit einem schwenn Aufathmen machte er sich Luft: Ich werde Dir Antwort geben. Ich muß Bedenkzeit haben, Vater." Bon! Wie Du willst, mein Lieber! (mit einem verschmitzten Lächeln, das sagen wollte: Du sitzest ja doch in der Schlinge!") Ich dächte, wir zahl.' 'ten und machten inen Gang, he? Ich möchte dann früh zu Bett. Kellner!" Sie schlenderten über die Boulevards; Viktor war schweigsam, er suchte den Harmlosen zu spielen, aber das gelang ihm nicht. Den Alten belustigte es fast, ihn sich so quälen zu sehen. In einer Seitenstraße des Boulevard des Italiens leuchtete eine Kastenlaterne von rothem Glas mit der weißen Aufschrift: Telegraph". Man mutz bei einem zimperlichen Kranken überraschend zufahren, wenn die Operation gelingen soll. Wo willst Du hin, Vater?" Der Alte lachte: Komm, iwir wollen es kurz machen! Wir smden einfach das Telegram ab." Nein, nein. unmoalich!" Du bist ein Narr, Vlktor! Komm herein! Bitte um ein Formular!"(Fortseduna folaU -

Mr Die Mcyc. Gemüsesuppe. Diese wohkschmeckende Suppe bereitet msn am besten nach folgender Anweisung. Junge Kohlrabi und kleine Karotten schneidet man in zierliche Stücke und kocht sie in kräftiger Fleischbrühe weich; etwas später schüttet man auch eine Anzahl junge, in schräge Stückchen zerschnittene Bohnen, zarte junge Erbsen und kleine Blumenkohlröschere hinzu, siedet alles in der Bouillon ge nügend weich, legt es uebst gerösteten Semmel-Croutons in die Terrine und giebt noch die erforderliche Menge starker, klarer Fleischbrühe darüber. Auch in Salzwasser mit einem ou dentlichen Stück Butter kann man die Gemüse abkochen, bevor man die Bouillon darüber anrichtet, was öko nomisch ist. A a l a la tartaro. Man schneidet einige Zwiebeln in Scheiben, legt sie in eine Kasserolle, fügt Gewürz, ganzen Pfeffer, ein Lorbeerblatt, Essig, Salz und gestoßenen Pfeffer hinzu und läßt es aufkochen. Dann zieht man einen Aal von zwei bis vier Pfund ab. schneidet ihn in finger lange Stücke, kocht ihn in der oben angeführten Brühe gar und läßt ihn kalt werden. In einem Napf schlägt man drei Eigelb und vier Unzen Butter, bis sie genau verbunden sind. Die kalten Aalstücke trocknet man gut ab, zieht sie durch die Butter, daß sie von allen Seiten damit bedeckt sind, wälzt sie in geriebener Semmel, legt sie auf einen Rost und bratet sie auf gelinder Kohlengluth von allen Seiten zu schöner, brauner. Farbe. Man richtet sie auf einer Schüssel an. garnirt sie mit Petersilie und gibt "eine Remouladensauce dazu. Gebratene junge Hühner mit Ueber strich. Man nimmt die vorgerichteten jungen Hühner und theilt sie mitten durch, brät sie in Butter beinahe gar und legt sie neben einander in eine Backschüssel au5 feuerfestem Porzellan, in dem man sie öZne weiteres zur Tasel bringen kann. In der Bratdütter röstet man einen. Löffel Mehl gar, rührt kräftige Fleischbrühe, gehackte Champignons und etwasWeißwein dazu, sodaß man eine dicke Sauce erhält, die man mit vier Eigelb abrührt. Hiermit überstreicht man die Hühner recht gleichmäßig, bestreut sie mit geriebenem Parmesankäse und bäckt sie im Bratofen mit vorwiegend Oberhitze noch . 15 Minut'F. Man servirt sie in der Schüssel ohne Sauce und gibt Kartoffelbällchen und einen beliebigen Salat dazu. ! 'Hammelfleisch - Currys Bratenreste werden in kleine Stücke geschnitten und mit reichlich Zwiebelwürfeln. Salz. Butter und Gewürzen durchgeschwitzt, bis sie durch und durch heiß sind, worauf man Mehl in Bouillon glatt quirlt und davon soviel an das erhitzte Fleisch gibt, daß man genügend Sauce erhält. Das Gericht wirdnun in ein Wasserbad gestellt, in welchem es heiß werden muß. dann in tiefer Schüssel angerichtet und mit in Wasser ohne Gewürz gekochtem Reis umgeben. Fleischreste mit Maccaroni. Sieben Unzen Maccaroni werden in halbfingerlange Stücke gebrochen, in Salzwasser abgebrüht und auf einem Seiher ablaufen gelassen, worauf man sie mit etwas Butter, etwas Rahm und geriebenem Parmesankäse durchschwenkt. Nun kocht man mehrere Tomaten in Fleischbrühe mit etwas Zwiebel, Salz und Pfeffer weich und streicht sie durch ein Sieb. Gekochtes Suppenfleisch wird feingehackt, dann gibt man Eier, Weckmehl und Gewürz hinzu, nebst einigen Kräutern, so daß es eine pikanteFarce gibt. Eine Form wird ausgestrichen und lagenweise mit Maccaroni, To maten und Farce ausgelegt. Die ersteren müssen aber die unterste und oberste Schicht bilden. Nun träufelt man Butter auf die Oberfläche, überpinselt sie mit zerquirltem Ei, streut Weckmehl darüber und bäckt das Gericht 4 Stunde lang. Man kann eine Kraft'sauce nebenher serviren. Schlesischer RotherübenSalat. (Wenig bekannt und vorzüglich.) Man reibt zwei kleinere rohe, rothe Rüben, nachdem man sie geschält hatte, auf einem Reibeisen, ferner reibt man etwa zwei Eßlöffel Voll rohen Meerrettich, fügt dem Reibsel Salz und Pfeffer, einen Theelöffel Provenceröl und einen Eßlöffel Weinessig bei und servirt das schön roth aussehende, sehr angenehm schmeckende Gemisch in einer Glasschale mit Glaslöffel zu Braten, Rumpsteak, Cotelet tes. Schaumgericht. Jn Milch. Eidotter und Zucker eingeweichte Zwiebäcke werden nebeneinander in eine mit Butter .ausgestrichene Form gelegt, ein gut gekochtes Apfelmus darüber gestrichen, auch nach Belieben etwas Obstgelee, der Schaum derEier, mit etwas Zucker vermischt,, darüber gethan und im Ofen gebacken. Tapioca - Pudding. ' Ein halbes Pfund Tapioca. eine . große Tasse Milch, zwei Kochlöffel Zucker, etwas Salz, zwei Eier, zwei Eßlöffel Butter, etwas Citrone oder .bittre Mandeln. Weiche die Tapioca 15 Minuten in heißes Wasser (eine Tasse), bringe die Milch zum Kochen, rühre die Tapioca hinein und lasse s unter beständigem Rühren 10 Minuten kochen. Nimm es vom Feuer, bringe die anderen Bestandtheile und die geschlagenen Eier hinzu, lasse es nochmals aufkochen. Die Masse kommt in eine Puddingform und wird eine halbe Stunde gebacken. Man gibt Fruchtfauce dazu. Du bist jung, so lang du noch kindlich sein kannst, du bist alt.en du kindisch wirst.