Indiana Tribüne, Volume 19, Number 309, Indianapolis, Marion County, 26 July 1896 — Page 7

Die theure Kugel. Gin Abenter-rr in Texas, fcor. W. v. Schier brand.

1. Heute noch unterhalten sich die Vaqueros und Cowboys auf den Llanos Estacados in Tezas Abends beim Lagerfeucr von der Geschichte. Und kein Wunder! Leben doch die zwei HauptPersonen der Begebenheit noch immer Munter und angesehen in jenem Theile des großen Staates mit dem weißen Stern im Wappenfelde. Col Rynders und sein Weib, Donna Carmencita. sind geliebt und geachtet beiMezicanern und Amerikanern auf 50 Meilen in der Runde, und die Gastfreundschaft, die sie auf ihrer großen Ranch, wo 50.000 Rinder grasen, noch ganz nach Art der Altvordern ausüben, als eine werthe, unverbrüchliche Pflicht, hat ihnen auch schon oft die begeisterten Lobsprüche der Reisenden von fernher eingetragen. Kinder haben sie ein halbes Dutzend lockige, wilde Kinder, muthwillig wie die Füllen, kräftig und von der Sonne gebräunt, und die Großeltern Mütterlicherseits, der alte, dürre, gravitätische Don Esteban Gonzalez und Manuela, sein Weib, verbringen ihren Lebensabend auf der Ranch so glücklich, wie dies nur sorglose Mezicaner zu thun vermögen. Sol Rynders. der Eigenthümer der Ranch, ist ein glücklicher Mann, wie es nur wenige gibt, doch tan allen seinen Besltzthümern ist ihm das Liebste eine einfache Bleikugel eine große Revolverkugel, wie sie zu 10 Cents das Hundert in San Antonio ZU kaufen sind. Jetzt ist sie allerdings in Silber eingefaßt und hängt an seiner Uhrkette. Und an dieser Kugel hängt auch meine Geschichte. Sie spielte vor einer Reihe von Jahren. 2. Damals war Sol Ryndcrs nichts als ein gewöhnlicher Cowboy auf einer Ranch, nahe Mercedes, und Donna Carmencita war die berühmtesteSchönheit weit und breit, bei der alle jungen köurschen schworen wie bei einer Sonne, die Allen strahlt und doch für Alle unerreichbar ist. Freilich war sie nur das Kind eines armen Mezicaners, dessen kleines Adobehaus mit den dabei lieczendcn Feldern wohl noch keine zehn Rinder werth gewesen wäre, aber ihrer außerordentlichen Schönheit schadete diese Armuth ihrer Eltern nichts. Wohl war sie umwovben von Vielen, aber es gab doch nur Einen, der bevorzugt wurde, und das war eben Sol Rynierl, der stattlichste und bravste junge Mann im County. Es galt allgemein als ausgemacht, daß die Zwei eines Tages ein P werden würden, und Niemand bestritt ernstlich die Ansprüche Sol's oder suchte ihn gar aus-zustech-n. Niemand der Einheimischen wenigstens. Einer war aber da. der ihm eine Zeit lang den Sieg streitig machte. Es war ein Engländer, Lorö Bascom. einer jener spleenigen, sonderbaren Menschen, wie sie eben nur die britische Aristokratie in größerer Anzahl auszuweisen hat. Der junge Lord hatte seine väterlichen Güter in England verlassen und sich hier im westlichen T??as angekauft, um feinen Schrullen und Einfällen ungestört leben zu können. Und da ihn Niemand störte und er auf den ungeheuren Grasflächen seines Besitztums tagelang reiten konnte, ohne einem anderen Menschen als wie gelegentlich einem seine? eigenen Hirten zu begegnen, so gefiel es ihm auch eine Zeit lang sehr gut dort. Die lange, magere Gestalt des britischen Edelmannes, in dem immer gleichen grauen Corduroyanzuge und dem indischen Sonnenhelm, war in bet ganzen Umgegend bekannt. Auch Sennorita Carmencita war ihm schon begeanet und hatte herzlich gelacht über die trockene Redeweise und die eigenjhümlie Manier, auf seinemMusiang zu hangen, die der cdle Lord an sich hatte. 3. Aber wenn er selbst auch auf daö Mädchen keinen günstigen Eindruck gemacbt hatte, so doch sie auf ihn. Man fagte ihm. daß sie mit Sol Rynders versprochen sei und daß dieser nicht mit sich spaßen lasse, aber der junge Lord war so in die schöne Mexicanerin verschössen, daß diese Mahnungen keinen Eindruck auf ihn machten. Wochenlang ritt e: herum, ruhelos und die Leute seiner plötzlichen Leidenschaft. Er überlegte, wie er seinen Nebenbuhler abstechen könne. Er suchte auch die kleine Hacienda des Papa Gonzalez auf und setzte sich neben das Mädchen. stumm, aber von Zeit zu Zeit eine schauerliche Grimasse schneidend, die seinen inneren Schmerz umzudeuten schien. Doch weder Carmencita noch ihre Eltern achteten auf den englischen Sonderling. Auch Sol, dem man natürlicb das seltsame Gebahren des Lo:d hintcrbrcchte, fürchtete in ihm keinen ernsthaften Bewerber. Wer beschreibt indeß das Erstaunen des alten Gonzalez, als am nächsten Sonntag de? Lord bei ihm vorritt, festlich geschmückt, mit einem großen Blumenstrauß in der Hand, den er eiligst dem schönen Mädchen überreichie! In das Häu-chcn Geführt, v:r Ior er aui keine Zeit mit Vorreden. ' sondern hielt sofort in aller Form unp im bolrerigsten Spanisch um die Hand der reizenden Carmencita an. Der Alte schüttelte nur den Kopf. Dann rief er: Onr.noncita, rni corazon!" Und das Töchterchen, das wohl schon etwas cebört haben mochte von dem Anliegen des komischen Freiers, ließ auch nicht lange auf sich warten. Hier ist ein Caballero aus dem fernen Lande. Töchtrrchen mein,- bemerkte Ton Esteban mit einem Z:r:r.ta?t sei

ner schwarzen, lustigen Augen. E? wünscht Dir etwas zu sagen." Carmencita lächelte den Freier an und wartete, was er sagen würde. Jawohl, ich halte bei Ihrem Vater um Ihre Hand an, mein Täubchen ich bin 27 Jahre alt. habe eine Ranch von 5000 Acres, mit 20.000 Rindern darauf, und außerdem $50,000 Iahreseinkünfte. Wollen Sie mich zum Manne. Sennorita?" Carmencita lächelte wieder. Sol, mein Geliebter, hat nichts, Cennor." murmelte sie dann, indem sie schelmisch lächelte, aber ich liebe ihn doch und will ihn heirathen." Aber das ist ja ganz albern, Sennorita. diesen Habenichts, diesen ungeschliffenen, ungebildetenMenschen wollen Sie heirathen. Bedenken Sie doch meine Ranch von 5000 Acres und 20.000 Rindern, außer $50,000 das Jahr. Ich biete Ihnen das Alles an. außer meinem Herzen." Und doch, Sennor," lächelte das schöne Mädchen wieder, .ziehe ich Sol vor. Er hat nichts, als ein Herz voll Liebe zu mir. aber das genügt mir." Hm, hm, sonderbar!" knurrte der Lord. Und er brsiieg sein Rotz und ritt davon.

4. Sol war wuthend,-alZ er fcon Itx Werbung hörte. Indeß Carmencita und der Alte beruhigten ihn wieder. Am nächsten Freitag aber, als Markttag in Mercedes war, trafen sich die Beiden in dem Städtchen. Sol, der sonst fehr enthaltsam war, hatte an jenem Tage mit einigen Freunden sich vergnügt und dabei etwas zuviel getrunken. Abends auf dem Heimvitt traf er den Lord, der ihn anrief und ihn frug: Sol Rynders ich bin Lord Bascom. dem die Sunlight Ranch gehört, mit 5000 Acres und 20.000 Rindern, außerdem ein Jahreseinkommen von 10.000 Pfund Sterling. Wieviel wollen Sie nehmen für Ihre Braut? Ich möchte sie heirathen." Der, junge Mann richtete sich hoch auf in den Steigbügeln und sagte hitzig: Sie sind verrückt. Lord Bascom Sie können zur Hölle gehen, ehe ich Ihnen meine Braut überlasse. Meine Liebe ist mir nicht feil." Doch, doch, junger Mann es fragt sich nur. wieviel Sie wollen. Wenn Sie keine übertriebenen Ansprüche stellen, so werden wir Handelseinig werden. Also sagen Sie nur." Sie sind verrückt, mein Lovd. Sie sind verrückt," war Alles, was Sol darauf erwiderte. Nein, Sie müssen verrückt sein, junger Mann, eine so gute Offerte auszuschlagen. Sie sind ein Esel." Und Sie em Narr oder em herzloser Hallunke," rief Sol. dem jetzt das Blut in Wallung gerathen wav. Dafür werden Sie mir Rechenschaft geben, Sir," sagte der Lord trocken, und am nächsten Morgen schickte er ihm eine regelrechte Herausforderung zum Zweikampfe einmaliger Kugelwechsel auf 15 Schritte Entfernung. X Das Duell war ein großes gesellschaftliches Ereigniß für die ganze Gegend, zu dem Alt und Jung aus Nah und Fern herbeigeeilt kam. Es fand auf einem Hügel statt, auf dem einige Baumwollbäume etwas Schatten spendeten, und ringsum lagerten die Neugierigen, die gekommen waren, um sich das aufregende Schauspiel anzusehen. Von Sol Rynders war es bekannt, daß er ein vorzüglicher Schütze war, dessen Hand stets ruhig und dessen Auge sicher, und von dem Lord hatte sich das Gerücht verbreitet, daß er in seinen Knabenjahren stets die höchsten Preise bei Wettschießen errungen habe und daß er hinter dem Hause auf seiner Ranch täglich eine Stunde sich im Schießen auf eine Mannscheibe übe. Man erwartete also gutes Schießen, was das Interesse noch bedeutend erhöhte. Der Lord war so eisig und hölzern wie gewöhnlich, während Sol eine kleine Rothe der Aufregung in's Gesicht gestiegen war. Nachdem die Formalitäten erledigt, legte der Lord auf das gegebene Signal, als der Beleidigtc. zuerst an, ganz ruhig und sfoß. Im selben Momente aber hatte Sol, durch einen Sonnenstrahl, der ihn in's Auge getroffen, geblendet, eine unwillkürliche Bewegung mit dem Kopfe gemacht. Die Kugel tfisf an ferner Wange vorbei und riß ihm das halbe Ohrläppchen ab. Der Lord stand, als der Pulverdampf verzogen war. ruhig da, und Sol legte jetzt auch an. Sol war wüthend. Der Schuß seines Gegners hatte nur durch einen Zufall gefehlt die Absicht, ihn zu todten, war unfehlbar dagewesen. Er nahm sich vor, den Lord auch nicht zu schonen, und zielte auf dessen Herz. Plötzlich warf der Lord feine rechte Hand in die Höhe.' um Stillstand zu gebieten. Dann wandte er sich nach dem alten Don Esteban um und sagte ganz trocken: , Suchen Sie doch Ihren künftigen Schwiegersohn zu bestimmen, mir ?.en Schuß aus seiner Pistole zu verkaufen. Ich sehe aus seinen Augen, daß er mich tödtcn will. Was "hat er davon, wenn cr's thut? Ich offerire ihm 510.000 für die Kugel in seinem Rohr. Sagen Sie ihm das!" & Don Esteban ging. ind:m er feine Finger hoch hielt, auf Sol Rynders zu und theilte ihm das Anerbieten des Lords mit. Aber Sol schüttelte nur den Kopf. Nein," rief erv so billig sollen Sie diesmal nicht wegkommen, mein Lord. Erst wollen Sie Mir mcine Braut abtaufen und dann meine Rache. Nichts da ich schieße!"

Und tz legte wieder an und zielte bebächtig. Der Lord hielt nochmals seine rechte Hand hoch. Zwanzigtausend!" Nein!" rief Sol. Dreißigtausend!" Nem!" Vierzigtausend!" Nein!" Na, dann Fünfzigtausend aber keinen Dollar mehr." schrie der Lord. Das ist ein ganzes Jahreseinkommen, bedenken Sie wohl." Nimm ihn beim Wort, Sol," flüsterte der alte Don Esteban. Bedenke, Du kannst dafür mit Carmencita Dein ganzes Leben herrlich und in Freuden leben. Bedenke das, mein Sohn, und sei kein Narr!" Auf allen Seiten erhoben sich Rufe für und wider. Sol stand noch immer unentschlossen. Da traf sein Blick die fchöne Carmencita, die im Schatten der mächtigen Bäume, keine zehn Schritte von ihm, gelagert wavmd b Scene offenbar noch nicht begriff. Ich nehme an. Lord Bascom. unter der Bedingung, daß Ihr mir für die $30.000 Eure Ranch schuldenfrei verkauft und Euch nach England zurückbegebt,", rief jetzt , Sol mit heller Stimme. Der Lord üb.'rlegte einen Augenblick. Dann klatschte ev in die Hände und rief: Agreedl" Und am nächsten Tage zog Sol als Eigenthümer auf die schöne Ranch. Und das ist er bis auf den heutigen Tag geblieben. Die Kugel abu in seiner Pistole ließ er sich in San Antonio in Silber fassen und trägt sie als Angedenken an die bedeutsamste Stunde feines Leben's. Eine Begegnung mit Goethe. Den großen Goethe kennen zu lernen. hatte sich eine Berliner Fleischersfrau fest vorgenommen, und so fuhr sie denn auch ohne langes Besinnen nach Weimar. Nachdem sie verschiedene Male von Bedienten abgewiesen worden war. bei Sr. Excellenz gemeldet zu werden, gab ein Spaßvogel ihr folgenden Rath: sich leise die Hintertreppe hinaufzuschleichen, wenn der Wagen vor der Thür halte; auf dem oberen Absatz würde sie links eine Doppelstatue erblicken, dahinter möge sie sich verstecken und warten, bis Goethe aus der Thür trete, auf deren Schwelle Salve" siehe; er liebe dergleichen Huldigungen, und sie würde gewiß sehr freundlich aufgenommen werden. Die Fleischersfrau folgte pünktlich allen Anweisungen, und als Goethe kam, trat sie sogleich aus ihrem Versteck mit den Worten: Bin ich endlich so glücklich, den jroßen Dichter, vov mir zu sehen?" Goethe sah sie verwundert an und fragte: Kennen Sie .mich, Madame?" O Jott. wer sollte Ihnen nich kennen? Festjemauert in der Erde, steht die Form, ausLehm jebrannt!" Goethe lachte und erwiderte: Es freut mich, daß Sie meine Werke so gut kennen! Adieu. Madame!" Und damit ging er an ihr vorübe? und lachte weiter. Studiosus Süffel aus der Jagd. Der etwas kurzsichtige Studiosus Süffel ist zu einer Treibjagd eingeladen. Neben'ihm steht ein Förster, der ihm über dieses und jenes Auskunft gibt, da sich Süffel als ziemlich:? Neuling des Waidwerkes entpuppt. Das von den Treibern in den gebildeten Kessel getriebene Wild kommt immer näher, es knallt da und dort. Nun erscheinen auch die Treiber und auf einen von denselben, der sich eben gebückt hat, wird von einem Ungeschickten Schützen eine Ladung gefeuert. Natürlich fährt der Mann wie befessen emporund reibt sich in mahnsinniger Hast fortwährend rundherum den betreffenden Körpertheil. Mit größtem Interesse betrachtet Süffel das Thun des Treibers; endlich wendet er sich wieder an seinen Nebenmann, den Förster, und fragt: Bitte, Herr Förster, sagen Sie mir doch, was ist denn mit dem Kerl, der da auf seinem Rücken so eifrig Sala mander reibt?!" Mein dcal.

Mein Ideal hat Augen So veilchenblau und sinnig. Und einen Mund, der lächelt So lieb und herzensinnig! Doch denke ich zuweilen An alle meine Schulden Dann hat es einen Buckel Und hunderttausend Gulden! Fataler Rath. Weinh'andler: Nun, haben Sie meinen Rath befolgt und den Wem vier Wochen liegen lassen, ehe Sie ihn abzogen?" Be kannte? : Leider Gottes!" WeinHändler: Hat er nicht geschmeckt?" Bekannter: Durchaus nicht .... in zwischen hat ihn der Gerichtsvollzieher geholt!" Aufrichtig. Mama: Heute hat meine Tochter selbst gekocht. Sagen Sie ganz aufrichtig. HerrAssessor. waS hat Ihnen am besten geschmeckt?" Assessor: Ganz ausrichtig gesagt, der Senf!" Versicherung. Kundz (zum Heirathsvermittler): Also Herr Schudl. suchen Sie mir eine gute Partie, wenn ich zufrieden bin, komm' ich immer zu Ihnen!" Beruhigung. Lehrerin: Liebes Kind. Du weißt ja doch, daß Du die Schule nicht besuchen darfst, da Dein Bruder die Masern hat!" Schülerin: Aber ich bitt' Sie, Fräulein, es ist ja nur mein Stiefbruder!"

Vicncnzucht und ZZienenzauber.

Von Tony Kellen. Im Winter, wo die Bienen noch im süßen Winterschlummer ruhen, sieht man zuweilen den Imker an das Bienenhaus herantreten und an den StöSen lauschen, ob seine Lieblinge auch noch Lebenszeichen von sich geben. Beim leisesten Klopfen an die Wohnung hört er die Insassen summen. Sie schlafen eben nicht, wie das Volk glaubt, sondern sie schlummern blos, und sie holen sich auch Nahrung aus den honiggefüllten Zellen der Waben, auf denen sie ruhen. Der tüchtige Bienenzüchter weiß das recht wohl, und er hat ihnen im Herbste bei der EinWinterung" genug Vorrath gelassen, damit sie den langenWinter überstehen können. Ein richtiger Imker muß auch ein Vienenfreund sein und fortwährend für seine Honigsammlerinnen besorgt sein. Das ist denn auch bei den meisten der Fall, und weil sie so häufig sich an den Bienenstöcken zu schassen machen, glauben viele Leute.sie seien so eine Art Zauberer, die eigene Mittel besäßen, um mit dem stachelbewaffneten Völkchen umzugehen. Thatsächlich werden die Bienenzüchter auch viel weniger gestochen als andere Leute.und deshalb sagt man: die Bienen kennen ihren Herrn". Das kst nun aber nicht der Fall, und wenn die Bienenzüchter weniger gestochen werden als ankere Leute, so kommt das daher, daß sie geschickter mit den Bienun umzugehen wissen. Das Umgehen mit den Bienen ist eine eigene Kunst, die man am besten bei einem lten Bienenvater lernt.. Es gibt wohl wenig Thiere, um die der Volksglaube schon seit dem grauen Alterthum ein so sonderbares Gemisch von Dichtung und Wahrheit geschlungen hat, wie um die Bienen. Schon der Ursprung derBienen war lange in Dunkel gehüllt. -Im Alterthum glaubte man, die Bienen läsen ihre Jungen auf den Blumen auf. Virgil erzählt im 4. Buch seiner Georgika", wie einst Bienen aus den Leichen von Stieren entstanden. Diese Fabel von dem Ursprung der Immen aus moderndem Thierflelsch findet sich bei allen Völkern, die sich von der großen Familie der Arier lostrennten,und zwar sowohl bei denjenigen, die sich in Europa niederließen, als auch bei dem großen Stamme der Inder, welcher nach der entgegengesetzten Seite hinzog und sich im Lande der Wunder", in dem schön anzuschauenden Lande" niederließ. Auch im Mittelalter wußte man nichts. Bestimmtes über die Zeugung der Bienen, und sogar noch im Jahre 1807 stand in einem Werke des Engländers Hollingshed Folgendes zu lesen: Die Hornissen, die Wespen, die Bienen und ähnliche Thiere, an denen wir keinen Mangel leiden, entstehen, wie man allgemein annimmt, die ersten aus der Verwesung todter Pferde, die zweiten aus verdorbenen Birnen und Aepfeln und die letzteren aus Kühen und Ochsen. Es ist ganz gut möglich, daß dieses wahr sei. besonders was die ersteren und die letzteren anbelangt, und wohl auch was die zweiten be trifft, da wir nie Wespen finden, außer wenn die Früchte zu reifen anfangen." Der berühmte Naturforscher Swammerdam erzählt, daß zu feiner Zeit viele große Männer solche Fabeln glaubten, und daß Manche sogar meinten, die Bienen entständen aus gewissen Mistwürmern. Zu dieser Annahme wurde man vielleicht durch die Beobachtung verleitet, daß die jungen Bienen kurze Zeit als wurmformige Wesen in den Zellen liegen, bevor sie die Nymphenform annehmen. Was die Bienenzucht selbst betrifft. so herrschen hierüber noch manche abergläubische Ansichten, die sich meistens in verschiedenen Ländern Europa's wiederfinden, aber in einer Ge gend stärker als in der anderen. Ich will im Nachfolgenden Einiges anMren. Manche Leute glauben, man habe nur Glück in der Bienenzucht, Nnu man den ersten Bienenstock stiehlt oder aus dem Felde einen Schwärm findet, den man in einen Stock thut und nach Hause trägt. Wer aber später einen Bienenstock stiehlt, hat kein Glück mehr und wird nicht ruhig sterben. Sind von einem Stande Bienen gestöhlen worden, so muß man, um böse Folgen von demselben abzuwenden, denselben umbauen oder an eine andere Stelle verlegen. Man sagt allerdings Gestohlen Gut thut nicht gut," aber man glaubt, bei den Bienen gelte das Sprichwort nicht. Der Engländer I. W. Shearer erzählte in einer Fachzeitschrift, habe Leute gekannt, die sich durch den tbörichten Aberglauben verleiten ließrn,' Bienenstöcke, zu stehlen, indem sie aber irgend einen anderen gleichwerthigen Gegenstand an Ort und Stelle zurückließen. - . Wer Bienen kauft, darf nicht feilschen.sonst gedeihen sie nicht. Auch darf man nicht betrügen.sonst verkauft man seinen Segen mit. Wird einem ein Bienenstock gestohlen, ohne daß man sein Eigenthum nachweisen kann, so muß man zusehen, daß man etwas von dem Wabenbau zurückbekommt und das Stück unter eine Mühlenwelle legen, dann hat der Dieb keine Ruhe mehr. Ein Bienendiebstahl wird übrigens mit ' Recht streng bestraft. Wer einen Bienenstock zerstört, bat 5ein Glück mehr und endet durch Selbstmord. Gleichwie an vielen Orten die Störche und die Schwalben, so genießen in manchen Gegenden die Bienen eine Art Verehrung, und ne Biene tödten. wird als großes Unrecht angesehen. Wenn man am Palmsonntage Zweige von derSahlweide auf die Stöcke steckt, so kann den Bienen nichts

Aöses zugesW werden. Hat man vor dem Gerichte eine ungerade Zahl Bienen bei sich, so findet man sein Recht auf jeden Fall. Di: Bienen werden nämlich als eine Art Schutzgeister angesehen, und deshalb führt man in Westfalen und in Norddeutschland zuweilen die Brautleute auf den Bienenstand, indem man die Worte spricht: Immen ei. Immen ut. Hier is de junge Brüt,

Immen um. Immen an, Hier is de junge Mann. Jmekes verlat se nitt, 7 Wann se nu mal Kinner kritt." Auch in Belgien und Frankreich werden die Neuvermählten den Bienen vorgestellt und bei dieser Gelegenheit die Stöcke mit rothen Bändern geschmückt. Ist der Besitzer eines Bienenstandes gestorben, so müssen die Bienen geweckt werden. Zu dieftm Behufe klopft die Wittwe oder der Erbe ein oder drei Mal an jeden Stock und sagt: Immen, euer Herr ist todt, jetzt bin ich euer Herr!" Wenn man dieses Verfahren unterläßt, gehen die Bienen zu Grunde. Manche glauben übrigens, auch wenn man die Bienen von dem Tode ihres Herrn benachrichtigt, würden sie doch nicht mehr gedeihen. Wenn der Herr stirbt, sterben die Bienen auch!" Das ist auch sehr oft der Fall, aber nicht, als hätten die Bienen die Lebenslust verloren, sondern weil sie nicht mehr gut gepflegt werden. JnFrankreich ist es unter den Landleuten ein sehr allgemeiner Gebrauch, bei einem Todesfall in der Familie auch die Bienen trauern zu lassen; im Falle es unterlassen wird, glaubt man, gehen die Bienen ein. Die Trauer besteht darin.daß man ein Stück schwarzes Tuch an jedem Stock heftet oder an den unteren Theil -des Daches des Bienenhauses ein kleines hölzernes Kreuz nagelt. Die Ceremonie ist sogar noch feierlicher an einzelnen Orten. Die ganze Familie begibt sich zu den Stöcken und kündigt den Bienen das traurige Ereigniß dadurch an, daß man mit dem Hausschlüssel dreimal an jeden Stock klopft und die Bewohner desselben von dem Trauerfalle mit lauter Stimme in Kenntniß fetzt. Sonst fürchtet man, die Bienen würden auswandern und sich eine andere Wohnung suchen, oder sie schwänden dahin und stürben. Auch unter den blonden Söhnen Albion's herrschen solche abergläubische Gebräuche. So glaubt man z. B. in Lincolnshire. Esse? und Cornwallis, die Bienen würden infolge eines Todesfakles in der Familie den Stock verlassen, es fei denn, daß man sie vorher durch Klopfen an die Wohnung davon benachrichtigt habe. In Lincolnshire ist auch derGlaube verbreitet, die Bienen müßten zum Zeichen der Trauer mit schwarzen Tüchern behangen werden. In Aorkshire geht man noch weiter, indem man dort die Bienen sogar zu dem Begräbnisse einzula den pflegt. In Northampton glaubt man. wenn eine Biene in eine Hütte fliege, so sei das ein sicheres Vorzeichen des Todes, und wenn ein Schwärm sich an einem todten Baum oder einem todten Aste anlasse, so bedeute das einenSterbefall innerhalb eines Jahres. In manchen Gegenden Deutschlands ist man dagegen der Ansicht, ein Bienenschwarm, der sich an ein Haus anhängt, bedeute eine Feuersbrunst. Unter den Bienenzüchtern, herrschen noch zahlreiche andere irrige Ansichten. So schreiben z. B. viele Imker den Bienen Verständniß für Musik zu. woraus zu erklären ist, daß hin und wieder beim Schwärmen der Bienen, da der Züchter nicht immer Geige oder Flöte zur Hand hat, mit alten Kannen, Kesseln. Pfannen oder dergleichen Lärm geschlagen wird, weil man glaubt, solch' eine Teufelsmusik verhindere den Schwärm, durchzugehen und -bestimme ihn, sich rascher anzu setzen. Dieses Klopsen glauben manche Schriftsteller auf diz Sage von Zeus und den Korybanten auf der Insel Kreta zurückführen zu sollen. Ob das wirklich der Ursprung jener abergläubischen Meinung ist, wage ich nicht zu behaupten. Jedenfalls glaubt man noch jetzt in den meisten Gegenden, durch mehr oder weniger harmonisches Lärmen die Schwärme, die bekanntlich manchmal weit weg fliegen, zurückhalten zu können. Auch durch gewisse Sprüche sucht man die Schwärme zu bannen. Bekannt sind u. a. folgende: Ich bezwinge dich durch die Allmacht Gottes des Vaters, Gottes des Sohnes, Gottes des heil. Geistes, daß du dich setzest an den ersten Baum oder Busch, wo du aufblickst; so gewiß, daß Jesus Christus zur Rechten .GotteZ sitzet, so qewiß mußt du dich setzen im Namen Gottes des Vaters. Gottes des Sohnes. Gottes des heil. Geistes Ferner der, folgende: .Jmm wiser Sett di nied'r In dat gröne GraS, Driaa Honig un ock Was." Auch der folgende Spruch wendet sich an die Königin (Weisel oder Weis:r. früher irrtümlicherweise für ein männliches Wesen qebalten): Weiser. Weiser, ich befehle Dir im Namen der Dreieinigkeit, du sollst nicht in die weite Welt ziehen, dich auch nicht auf hohe Bäume setzen, sondern mer auf ß'xttn sollst du bleiben.- ; Betreffs der Schwärme werken folgend abergläubische Gebräuche angegeben: Um das Wegfliegen der Schwärme zu verhüten, lege man eine weiße Lilienwurzel in den Stock. Auch das Abschaben von einer Steinaxt, welcher Staub dann in den zuschwärmenden Stock geschüttet wird, ist hiergegen

wirksam.' Will man das Abziehen eines Schwarmes verhindern, so lege man Beifuß in den Stock oder Stahl auf denselben oder stecke stillschweigend ine ungebrauchte Nähnadel in denselben oder schmiere Mist von einem Fährkalb vor das Flugloch. Bekanntlich verlassen manchmal Schwärme den Stock, in welchen sie gebracht wurden. An manchen Orten glaubt man das dadurch verhindern zu können.daß man über demFlugloch einen Blumenkranz anbringt. Auch Zaubertränke werden den Bienen manchmal dargereicht. Es gibt hier und dort alte Bienenväter, die geheimnißvolle WQ l zu kennen vorgeben. um die Bienen zum fleißigen Honigsammeln oder gar zumRauben anzutreiben. Die Bienen sollen angeblich gedeihen, wenn sie mit Honig gesüttert werden, dem Bibergeil. Granatäpfel. Muskatnuß oder dergleichen beigemischt ist. Scheinbar fleißiger werden die Bienen, wenn sie Honig mit Branntwein genossen haben. Thatsächlich werden sie dadurch berauscht und werden -dann Wohl ebensowenig zum Arbeiten fähig sein, wie ein benebelter Mensch. Andorn oder Berghopfen unter die Stöcke gelegt.soll die Bienen zum Brüten reizen. Der richtige Bienenzüchter Weih aber. da.ß die sogenannte Speculativfütterung dieses viel besser thut. Mancherlei Mittel werden zur Abwehr der Raubbienen empfohlen. Man lestreicht z. B. das Flugloch mit Biestmilch (Colostrum) oder Zimmt. oder man füttert die Bienen mit Honig, dem Bibergeil, Kampher oder dergleichen beigemischt ist. Auch zur Verhütung der Ruhr, die die im Winter eingeschlossenevBienm bekommen können, werben ähnliche Mittel empfohlen. Natürlich ist keins von denselben wirksam. aber so wie bei anderen Sachen der Aberglaube schwer zu vertreiben ist, so lassen sich auch bei der Bienenzucht Zaubermittel und ähnliche Gebrauche nicht leicht verdrängen. . Am besten geschieht dies durch Aufklärung über das wirkliche Leben und Treiben der Bienen, fo wie es von den Naturforschern beschrieben worden ist. Daß dieses ein sehr großes Interesse darbietet, wissen zwar nicht alle die, welche den süßen Honig gern essen, wohl aber diejenigen.denen es vergönnt war, einen Blick in die Wohnung eines Bienenvolkes zu werfen und die emsigen Immen bei ihren mannigfachen Arbeiten zu beobachten. Je mehr man in die Geheimnisse des Bienenstockes eindringt, desto mehr verschwindet der abergläubische Zauber, welcher dessen Insassen umgibt.

Humor t der Schule. Eine Berliner Lehrerin hat eine Sammlung komischer , Entschuld!gungszettel, von denen hier folgende Pröbchen wiedergegeben seien: Ich Entschuldige das meine Tochter die Schule verzeimet hat. Sie Hategesisreizen. Frau 2." Bitte um Entschuldigung da meine Tochter Charlotte ein Ungeziefer aufgefangen hat. Ich bitte Ihnen meine Tochter nicht an folche Kinder heranzusetzen, da ich sehr vor Reinlichkeit bin. Achtungsvoll Frau St." Ich Namensunterzeichnete entschuldige hiermit meine Tochter Auguste indem daß. sie jefellt hat, indem daß. sie die Krätze hat und indem, sie sich immer juckt, was ich hiermit zu entschuldigen bitte." Den Nogel aber schießt ein Mann ab. welcher lakonisch meldet: Wejen Storch, aber dot." ' Zwanglos. Der Fürst von Wollenburg beehrt den Jour fixe eines berühmten Malers mit seiner Gegenwart. Ansänglich legt die Anwesenbeit des erlauchten Gastes der Gesellschaft eine gewisse Zurückhaltung auf. allmälig indeß wird die Stimmung freier, und fchließlich fagt der Fürst: Ich fühle mich recht behaglich hier, es ist sehr gemüthlich auf Ihrem Jour fixe." Der Gastgeber (hocherfreut): Das ist noch gar nichts, Durchlaucht; da follten Sie erst mal sehen, wie gemüthlich es bei mir hergeht, wenn Sie erst weg sind!" ' Nun hab' ich ei Liebchen. Hab' den Täubchen am Schlage Gar cst zugeschaut. Wenn sie girrten und kosten. So lieb und so traut. Hab' die Vöglein im Walde Schon manchmal belauscht, ' Wenn singend auf den Zweiaen Sie Liebe getauscht. Hab' des Zephyr's Geflüster Gehört in der Nacht. Wenn um Blüthen er minnte Gar heimlich und sacht. " V , , Die Täubchen am Schlage, ' Die Vöglein weit und IxtU Und der Zephyr verriethen Bald Lust mir. bald Leid. Ich mußt' sie belächeln. Weil seltsam ich's fand. Nun hab' ich ein Liebchen Und Liebesrerstand s Zweierlei. Wahr ist derSpruch und inhaltsschwer ..Viel' Feind', viel' Ehr'!" : Noch richt'ger mir derSpruch erschemt: Viel' Ehr', viel' Feind' !" Heilsame Bewegung.. Arzt (zum kranken Schhmachermeister): ..Sie sollten Kalt mebr Bewegung ya den." Patient (zu seiner Frau) Haft'S g.'hört mttj 's , h'Ilt alles nir. 's muß wieder a Lchrbua ins Hans -um Durchprügeln."

Moderne Historie. Ich konnte ihr Silberlachen ' Und ihr Vlauauge gut leiden, Wir schaukelten im Nachen Unter den grünen Weiden. Wir küßten uns heiß und lange ' Ringsum die Welt verschwamm: Glüh brannte ihre Wange, , ' Ihr Haar entfiel dem Kamm. ' j Gelöst in weichen Fluthen Umfloß mit Lockenpracht, ' Den letzten Sonnengluthen . Sahen wir träumerisch nach. Ich nahm ihr Händchen leise Drückte es innig warm, Um uns zog seine Kreise : Ein frecher MUckenschwarm. ' - Doch stechen auch die Mücken, Bricht auch herein die Nacht. Die Liebe baut sich Brücken Und sie gewinnt die Schlacht!

Kurirt. Humorcsk von R. S Der Sekretär Schiene hatle zu diel gearbeitet, war hochgradig nervös und don seinem Hausarzt in's Riesengebirge gesandt worden, wo er zum Kurgenuß täglich 12 Stunden herummarschirte. Todtmüde kam er eines Abenvs in der Schneegrubenbaude an. und weil ihn unterwegs ein Gewitter mit Graupelwetter erwischt hat, muß er seme nassen Kleider zum roanen m die Küche hängen lassen und schleunigst zu Bette gehen. Wie er gerade im Einschlafen ist. wird er durch eie sehr scharfe Frauenstimme geweckt, denn durch die dünnenHolzwande hört man ganz deutlich, was nebenan gesprechen wird. ' Bei solchem grausigen Wetter bin ich allerdings noch nicht unterwegs geWesen und man hat mir noch nie zugemuthet, in einem so elenden GastHause zu logiren. Hier fehlt es an jeder Bequemlichkeit. Ich finde es höchst rücksichtslos von Dir. mich in eine so uncivilisirte Gegend zu schleppen! Für Männer mag eine solche Tour ihren Reiz haben, aber für eine Frau von meinem Stande, meiner Herkunft ist sie unpassend!So ging es ohne Aufhören neben dem guten Schiene fort, und dem Junggesellen schauderte ob der Beredtsamkeit einer liebenden Gattin. Sie hielt ihrem Manne alle Sünden vor, die er seit zwanzig Jahren begangen, und seine Vertheidigungen, von denen Schiene nur undeutliche Bruch-, stücke vernahm, lieferten ihr stets die Massen zu neuen Angriffen. , Endlich erhob der unglückliche.. Dulder selne Stimme ebenfalls und bat dringend mebrere Male: Aber liebes Käthchen. sei doch nur wieder gut! Ich sehne mich wirklich nach Ruhe!" Umsonst ! Das Uhrwerk war ein mal aufgezogen und mußte ablaufen! Ruhe willst Du haben hast Du mir welche gegönnt, als wir heute über Stock und Stein, über Felsen und schlüpfrige Abhänge geklettert sind ? Mir eine solche gräßliche Reise zuzumuthen!" Da war es mit des Sekretärs Geduld zu Ende. Er griff nach dem Stiefelknecht, pochte kräftig an die hölzerne Wand und rief fo laut er konnte: Na. Käthchen, ich dächte. Du hieltest. jetzt den Mund! Ich möchte ebenfalls schlafen !" Das half! Er vernahm nur noch einen Schrei, dann wurde.es todtenstill nebenan und er benutzte diePause, um schleunigst einzuschlafen. Als er am nächsten Morgen beim Frühstück in der Wirthsstube saß, fiel ihm fein nächtliches Abenteuer wieder ein. aber vergeblich sah er sich nach dem Ehepaare um, und erfuhr vom Wirth, daß feine Stubennachbarn trotz Regen und Nbel schon vorTage aufgebrochen wären. Schiene lächelte; er wußte, vor wem sie die Flucht ergriffen, dann nahm er das Fremdenbuch zur Hand, um sich pflichtschuldigst einzuschreiben, aber seine Züge wurden starr vor Schrecken und feine Wangen kreidebleich! Fassungslos starrte er aus das tt Blatt, wo von einer ihm wohlbekannten Hand geschrieben war: Baurath Heldenvater. Katharina Heldenvater, -geb. von Brummkäfer.Drei Tage blieb Schiene in der Schneegrubendaude und wagte sich kaumin's Freie, und dann schlich er auf unwegsamen Pfaden scheu wie ein Verbrecher durch's, Gebirge heimwärts und wlch ängstlich jedem Ehepaare aus. Er. der kleine unbedeutende . Sekretärhatte' die vornehme .Frau Bauräthin Du- genannt, und ihr den Rath gegeben, den Mund zu halten! Wenn daö an's Tageslicht kam, war er ein verlorener Mann! Aengstlich klopfte sein Herz, als er seinem Chef zum ersten Mal wieder im Dienste gegenüberstand, aber der .Herr Baurath war ungewöhnlich guter Laune, fragte nach seinem Befinden und freute sich, daß ihm die Erholungsreise so gut bekommen. Er hatte offenbar keine Ahnung, daß sein Sekretär ihm im Kampfe gegen die Gattin beigestanden. Der Herr Baurath Heldenvater soll jetzt viel friedlicher mit seiner Katharina leben, als vor der Parthie nach der Schneegrubenbaude, weil sie sich das Gardinenpredizen abgewohnt hat; die geborene von Brummkäfer ist kurirt. und der Sekretär Schiene gleichfalls. Seitdem er den Schreck glücklich überstanden . hat. kann ihn nitfts mebr in Aufregung versetzen r , i , ...

rrc". und geztalztt!