Indiana Tribüne, Volume 19, Number 309, Indianapolis, Marion County, 26 July 1896 — Page 3
I
Revanche! von Arander ZZaron von. Jlsöerls.
(2. Fortseung). Der 'unselige Krieg!" jammerte Frau Wahl ihr stehender Refrain. Stö höre. Ihr Papa ist in Paris eingeschlossen und Sie sind ohne Nachricht von den Ihrigen? Wie schrecklich!" Die Brieftauben, die mir die Nachricht bringen sollten, dürsten wohl von 4en Preußen erlegt und als Araten verzehrt worden sein," scherzte Viktor. Doch unter dem Ccherz vibrirte die Enttäuschung, ihm die Unbefangenbeit raubend. Der verwundete deutsche Offizier, für den Gertrud die guten Bissen aussuchte, stand ihm von da an überall im Wege. Er hätte viel darum gegeben, wenn er sofort gewußt hätte, wie dieser Zeuner aussah. Und während seine Lippen mechanisch an der Unterhaltung theilnahmen. grübelten die Gedanken über den Abwesenden. Die alte Steine ist früher sehr hübsch gewesen folglich kann ihr Sohn euch nicht 'häßlich sein. Er ist Reserveoffizier, folglich auch nicht über die Jahre hinaus, wo ein junges Wesen sich in ihn verlieben könnte. Nun belauerte er Getruds Hantirungen, wie sie das Dessert für den Kranken uswählte. Er fand diese Sorgfalt zum mindesten übertrieben und er war froh, öaß die Tafel aufgehoben wurde, und er nicht mehr Zeuge dieser lächerlichen Hätschelei zu sein brauchte dieses stummen Bekenntnisses, das Gertruds Finger vor seinen Äugen ablegten. Was ist denn das? Doch nicht etwa Eifersucht? Er kam sich sehr kleinlich vor, doch gelang es ihm nur mühsam, darüber obzusiegen. Nicht allein kleinlich sogar ein Gesühl der Kleinheit bedrückte ihn. Jener hat für sein Vaterland in der Meißen Schlacht gefochten, er hat sein Blut, fast sein &t hcn dafür geopfert er ist ein Held! Er hat als Märtyrer seiner Nationalität Paris und damit seine Existenz aufgeben müssen. Er ist wohl die Sorge und die Hätschelei werth. Was ist er, J-ninet. dagegen? Er hat nicht einmal einen Schuß abgegeben! Er hat sich mit der großen Herde in ein Gefangenlager einsperren lassen, und schließlich hat e? die Heldenthat begangen, zu desertiren..... Fünftes Kapitel. Die Genesung des Verwundeten znachte jetzt mit jedem Tage merklichere Fortschritte. Hute früh sollte er seine vorsichtigen Marschirübungen sogar schon bis in den Wintergarten der Villa ausdehnen. Die Sonne durchleuchtete den hochgespannten Glasrauni, und man konnH denn Eintreten die Illusion hafrn, als sei die wohlige Wärme auch eine Wirkung dieser Sonne, während doch draußen der Reif die Gartenbeete und die Rasenplätze des Parkes mit schneeiger Kruste überhauchte und man durch die Glasscheiben den Rhein in schmu-tzig-grauer Winterfarbe daherschnellen sah. Die stolzen exotischen Gewächse schienen sich zu recken und zu dehnen unter der seltenen Sonnengnade und ihre breitgezackren Blattflächn wetteiferten im Glanz ihres satten und prächtigen Grün. Gertrud hatte zur Feier dieses necken Stadiums der Auferstehung einen Ehrensitz zu den Füßen der Canova'schen Hebe herzerichtet, einen Lessel mit der ihr vertrauten Kissenlage, wie der Kranke sie bedürfte, von Blumen umstanden und von dem natürlichen Baldachin einer prächtigen Chamerops beschirmt. Und sie hatte sich vorgenommen, heute ganz besonders lieb und zuvorkommend gegen den also Erwarteten zu sein. Als wenn eine Schuld sie seit gestern belastete! Ah. sie ist doch recht thöricht! Nichts natürlicher, als daß sie gegen den einen wie g?gen den andern Gast des Hauses die gleich freundliche Miene Zeigt. Ob Franzose oder Preuße was für jenen die Rücksicht des Geschäftes und der Höflichkeit verlangt, beansprucht hier das Mitleid.... Sie gedachte des Abends, da Lreutenant Zeuner ihnen vom Bahnhof durch Freiwillige des Rothen Kreuzes in's Haus gebracht worden war, eine leise schwankende, in ihrer Last girrende Bahre, auf der etwas Stilles, Unbewezliches mit Tüchern bedeckt lag. Sie 'schauerte, als brächte man einen Todten. Unendlich behutsam wurde die schwergende Last in das vorbereitete Krankenzimmer geschafft. Am zweiten Tage machte die ms heimliche Stille einem leisen Gestöhne Platz; der Kranke war schlimmer geworden und lag im hohen Fieber, die Aerzte riethen dringend, daß man die Mutter schleunigst herbeirufe. Wochenlang schwebte er am Todesrand, bis endlich eine plötzliche Wendung den Alp von ihnen allen löste. Dan kam der Taz, wo sie, aller .Zimperlichkeit trotzend, die Diakonissin, die von ihrem Mutterhause zurückgezogen ward, ablöste, um im Verein mit Frau Zeuner die Pflege zu überneh men. Sie würde nie den Eindruck vecgessen, den der erste Anblick des blassen, vom langwuchernden blonden Bart umrahmten, in seiner stummen Lei'densmiene fast an einen geniissm Christustypus gemahnenden Antlitzes auf sie gemacht. Seine Lider hobm sich langsam, und als er sie nun neben sei nem Bette gewahrte, schien ein leises Lächeln von den großen, durch das lange Leiden noch geweiteten stahlblauen Augen auszustrahlen, ein Laschein, das den bebenden Lippen noch -nicht recht gelingen wollte. Seine Hagext Hand belegte sich langsam, über die 'Seidende'cke tastend, und jetzt legte sich .von selbst die ihre in deren Höhlung.
Es war sein Dank für ihre Sorge, die er während seiner schwersten Leidenszeit gleich Engelsfittichen über seinnn Haupte verspürt hatte; es war wie ein gemeinsames Gelöbniß, daß sie beive gute Kameradschaft halten wollten. Und sie blieben gute Kameraden. Sein braves Mütterlein konnte fast eifersüchtig werden, wie wohlig ihm Gertruds Pflege behagte. Und diese führte die Rolle der barmherzigen Schwester mit einem Eifer durch, der fast wie Schwärmerei aussah. Mit einer seltsamen Aerwltrung gedachte sie des Tages, da er aufstehen, sich wie andere Menschen regen und bewegen und gar das Haus verlassen würde, um nicht wiederzukchren.... Liebte sie ihn denn? Sie wies die Frag? jedesmal mit einem gelinden Schreck zurück. Gewisse sentimentale Geschichten, in denen ein Verwundeter vorkam, der von einer Ritterin der freiwilligen Barmherzigkeit gepflegt wurde, endeten wohl mit solchem beim ersten Sonnenstrahl der Genesung geschlössen! Bund. Sie hatte dergleichen immer herzlich trivial gefunden. Sie erging sich in nutzlosemGrübeln, ob sie ihm, wenn wieder die Blüthe der Gesundheit seine Wangen färbte, die gleiche Zuneigung bewahren würde? ja ob diese nur ganz allein das rmantische Produkt, des Mitleids und der Verehrung für den heldenhaften Mann sei? Welche Uberraschung, als sie ihn zum erstenmal wirklich aufrecht sah! Sie hatte sich seine Gestalt nicht so machtvoll hoch vorgestellt, obgleich der Gebrauch der Krücken seine Haltung verzerrte. Etwas wie eine dunkle Ahnung dämmerte in ihr auf, daß eines Tages ein Rollentausch stattfinden könnte und sie an seiner breiten Brust Schutz zu suchen hätte vor den Stürmen des Lebens. Auch heute war es. als bedürfte sie seines Schutzes. War nicht gestern Abend der französische Wirbelwind dahergebraust. die stille Poesie dieses zartesten aller Romane, der sich zwischen ihr und dem Verwundeten webte, in lustigem Uebermuth verstör-end? Jetzt fuhr sie aus der Lektüre des Journals auf; sie vernahm Stimmen, den warmen Ton seines männlich sonoren Organes und den freundlichen Klang, mit dem sich Frau Zeuners Rede in die Harzen schmeichelte. Sie erhob sich und eilte den Ankommenden entgegen. Fast wie ein Jubelruf schallte ihm ihr Gruß entgegen: Willkommen im Grünen! Willkommen!" Er nickte freundlich, wie ein Kämerad dem andern zunickt. Dann ließ er es gern geschchn. daß sie ihm den einen Arm aus der Krücke löste und er sich nun ihres Armes und ihrer Schulter als Stütze bedienen sollte. Nur recht tüchtig aufstützen, Herr Lieutenant!" rief sie und sie reckte sich empor die Hilfe sollte doch nicht nur eine Höflichkeit bedeuten. Als sie so durch die Flügelthüre in den Glasraum traten, klirrte an dem Erkervorbau des Hauses, von dem aus man das Innere des Wintergartens übersehen konnte, in Fenster. Es war das Fenster des Franzosen, der sich so spät aus der lang entbehrten Rast erhoben zu haben schien. Gertruds fluch tiger Blick glitt dorthin und sie sah einen dunklen Kops zurückhuschen. Sie wußte nicht recht, warum sie sich freute, daß jener die kameradschaftliche Vertraulichkeit beobachtet. Als wenn der Zufall sie vor einerUnseligkeit schützen wollte, die ihr Herz zu bedrohen schien. Viktor beobachtete von seinem Fenster aus. Immer wieder zog es ihn von seiner Toilette nach dem Vorhang, hinter dem er dann stand und lauerte, gierigen Auges, mit klopfenden Pulsen. Ja, ein hänselnder Zufall mußte ihn die Jalousie öffnen heißen, da gerade Gertrud mit dem Preußen in die Thür des Gewächshauses trat. Er war vor Ueberraschung zurückgeprallt ah, fürwahr bravo! bravo! ein famoses Bild! Herrlich zum Malen! Wie die Sonne durch das üppige Gewirr des Blätterwertes brach und die beiden Gestalten mit ihrem Golde übergoß! Ei wie zutraulich! Welch taubenhafte Herzlichkeit! Wie sie jeden seiner Schritte hütet! Wie es sich so wohlig auf die Rundung ihrer Schulter stützt! Welch willkommene Kupplerisi ist doch solch: Krankheit! Wie fröhlich sie jetzt zusammen plaudern! Welch ein liebliches Spiel von Blicken, Mienen und Worten sie scheinen ja beide Virtuosen im Flirt! Jetzt vernahm Viktor deutlich Gertruds Lachen, wüthend, mit einem zornigen Klirren, schloß er das Fenster. Doch der Dämon der Eifersucht duldete nickt, daß er sich mit einem Achselzucken abwandte. Steht es so? Hat man sich so ernstlich in das deutsche Gretchen verliebt? Wo bleibt denn das Vaterland? Wo seine Schwüre, seine Pläne? Ist er nicht im Begriff, m Tiefinnersten s eineZ Herzens einen Verrath zu begehen an seinem Patriotismus?, , Jetzt hat der Lieutenant auf dem Sessel unter der Hebe Platz genommen; Frau Zeuner hat sich entfernt natürlich!" höhnte Viktor. So ist es recht, mein Fräulein! Noch naher mit dem Stuhl heran an seinen S-essel! Ach. das Aorlesen der Zeituna da ist
doch nur ein lächerlicher Vorwand! Hinweg Mit solchem Humbug! Eine reizende Gruppe abermals zum Malen! Das lass' ich mir gefallen, mein Herr Prussien, sich von solchen Sammethändchen füttern und pflegen und hätscheln zu lassen! zum Teufel, das ist ja nicht mehr zum Ansehen! Ein knabenhafter Trotz packte ihn. Das allerliebste Spielzrg -gehört mir! Ich will und muß es haben! Ich lasse
es mir nicht entreißen, am allerwenizsten von einem Preußen! Soll das Preußengelichter abermals siegen? Wohlan, wir wollen sehen! Ich neym den Kampf auf! Gleich sagte er sich, fcaß er ein leichtes Spiel hätte: wünscht doch der alte Wahl nichts sehnlicher als diese Verbindung. Und die andern thun ja nur, was dieser Tyrann dekretirt. Was ist der Preuße denn? Und was bedeutet dagegen er, Jaminet?, Plötzlich wandelt: sich ihm der jahrelange Scherz, den man mit dem zukünftigen Paar getrieben, in einen Aertrag. auf dessen Erfüllung er pochte. Sie gehört mir keinem andern! Ich liefa sie und sie wird mich lieden! Ich werde Gewalt anwenden! Und meine Göwalt heißt: französische Liebenswürdigkeit mit der kein deutscher Tolpatsch, und arbeitete er noch so mit den schmachtenden Heiligenaugen, rivalisiren kann! Und er begann sofort den Kampf. Bald beugte sich das ganze Haus seiner Art von Gewalt. Herr Wahl wünschte sich Glück: wenn die Verlobung zu Stande käme, so könnte Niemand behaupten, daß Gertrud dem Interesse geopfert worden sei, denn einen solchen Schwiegersohn müßte man weit und breit suchen hübsch, tüchtig, ja schneidig, wie er bewiesen hat, über die Maßen liebenswürdig, des seien sie alle Zeugen dazu eine bril lante Partie! Tillchen, nun wie findest Du ihn?" sragte Herr Wahl seine Frau. Auf die erste derartige Frage hatte diese mit einem ausweichenden Heben ihrer etwas spitzen Schultern geantwertet; sie war vorsichtig, auch in ihren Urtheilen. Der Gedanke, daß ihre Tochter nach Paris, in das Sündenbabel, heirathen sollte, erregte ihr ein Grauen. Schließlich hat ihr Gatte aber zu befehlen! Schließlich geschieht ja doch, was er will! Diesmal glitt ein Lächeln der Jefriedigung um ihre scharf auslausenden Mundwinkel er scheint brav zu sein wenigstens hat er Religion." Viktor hatte die anfangs widerspenstige Gunst der stark zur Frömmigkeit neigenden Dame durch seine religiösen Korrektheiten zu erobern gewußt. Er hatte gleich am Sonntag das Hochamt in der Pfarrkirche besucht o, wie lang: hätte er nach solchem Gottesdienst geschmachtet! Ein Schwiegersohn wie Zeuner wäre ihr im Ganzen sympathischer gewesen, aber trennte diesen nicht eine Kluft von solcher Möglichkeit? War er nicht Protestant? Viel lieber das Sündenbabel, das, wenn man Viktor hört, ja doch nicht ganz so entsetzlich sein soll. Die beiden schreckhaften Tanten kamen nicht aus dem Entzücken über den prächtigen jungen Mann heraus, der sie mit seinen allerliebsten Aufmerksamkeiten fast bis zur Unbequemlichkeit überhäufte; sie meinten krank und nerdös zu 'werden vor Ungeduld darüber, daß die Verlobung, die doch längst reif wäre, immer noch nicht platzen" wollte. Jesus Maria, sie lieben sich doch! Wie sie zu einander passen! Es ist eine Freude, sie beisammen zu sehen ein überaus gelungenes Paar!" Frau van Holleren nahm die Angelegenheit gang von der praktischen Seite ihres Vaters. Du bist zu beneiden." sagte sie zu ihrer Stiefschwester, deren Taille zärtlich umfangend. Wieso?" Nun wegen Paris! Daß Du in Paris wohnen wirst. Ich schwärme für Paris! Wenn wir es nur nicht bombardiren!" Gertrud entriß sich ihrem Arm, huschte davon und ließ sich am Flügel nieder, wo sie das Ach wie schön ist Carmosanella!" zu intoniren begann. Hier, während sie sang, war sie wenigstens all die Anspielungen los. die ihr den Purpur in die Wangen trieben. Doch das Lied war wie ein Signal, das sofort den Allerw'eltsschwerenöther herbeilockte. Warum erschrak sie jedesmal über sein Kommen? Warum beengte sich ihr Athem? Dort vorwärts an der Seite des Flügels stand er nun in nonchalanter Pose und der Blick seiner Augen ließ nicht von ihr ab ein so glühender, von Begeisterung trunkener Blick, daß sie sich fürchtete, ihm mit ihren Augen zu begegnen. Das Vibriren ihrer Stimme kündete ihm die seitsame Erregung ihres Herzens. Wundervoll! Ganz herrlich!" rief er. als sie geendet. Es war wie ein Jub:lruf, der nicht nur ihrer Stimme galt. Ja, Gertrud kam nicht mehr aus der Erregung heraus. Sie wußte nicht. was war und was werden sollte; sie begann irre an sich selbst zu 'werden. Und der Verwundete? Wenn sie an seine stille Leidensmiene dachte; an seine ruhige, von innerer Festigkeit zeugende Art; an die kameradschaftliche Herzlichkeit seines Verkehrs, an den Blick seiner innigen blauen Augrn, der nichts für sich zu .begehren, aber eine Fülle sorgender Treue zu geloben schien... Dann kam der Wirbelwind dahergebraust und vor dem Glanz des FeuerWerks, das Viktor vor ihren Sinnen abbrannte, verblaßte immer wehmüthiger das Bild des guten Kameraden. Sechstes Kapitel. Herr Jaminet ist der charmanteste Franzose, den ich je kennen gelernt!" Das war das Urtheil Zeuners über Viktor, das er mehrfach wiederholte. Die beiden Herren mußten sich oft genug treffen, und es war allen eine Freude, zu sehen, wie friedlkch sie sich zu einander stellten. Viktor staunte über sich selbst, wie er sich zu beherrschen,wie er sowohl den Franzosen, als auch den Eifersüchtigen zu verbergen ver stand. Kein Zucken einer Wimper rr
rieth den Preußenhaß, ber in seZuenf Innersten gährte. Zeuner hatte über zehn Jahre in Paris verbracht, das ihm zur zweiten Heimath geworden war. So bot ihnen die Weltstadt den neutralen Bodm. auf dem sich ihr: Unterhaltung leicht und ungezwungen bewegte. Der Deutsche hatte in einer ähnlichen Branche gearbeitet wie Jaminet, und so gab es auch hier Berührung genug. Sorgfältig wurde diese Grenze innegehalten und Gertruds und der Andern Besorgniß, daß die beiden natürlichenGegner, die doch gleichsam die kriegführenden Parteien hier im Hause vertraten, einmal scharf auseinander plahen würden, blieb grundlos. Zeuner ist von einer Kugel getroffen worden was kann er dafür? Jaminet ist gefangen genommen worden was kann tx dafür? Höchstens daß ein paar Scherze über die seltsame Romantik dieses Zusammentreffens fielen. Herr Jaminet ist der charmanteste. Franzose, den ich je kannte...." Es war keine Heuchelei bei diesem Ausspruch des Verwundeten. Fast hatte er den allzeit autlaunigen und aufmerksamen Gesellschafter liebgewinnen können. Gleichwohl sah und hörte und fühlte er. was im Hause vorging ja bis in Gertruds Herz hinein. Er grollte Niemand nicht dem Franzosen, der sich von dem Sturm seiner Leidenschaft fortwirbeln ließ nicht dem alten Wahl, bei dem aus allen Porcn das Geschäftsinteresse lugte nicht Gertrud, wenn sie solchem Sturm nicht Stand zu halten vermöchte nicht einmal dem Schicksal, das ihm, da er so wehrlos darnieder lag, einen schillernden Glückstraum vorgegaukelt, um ihn so schnell wieder fortzuwehen. Hätte das Leiden feine Sinne und seinen Willen nicht umfesselt gehalten, so hätte er sich sofort gegen die Illusion solcher Gaukelei gewehrt. Was ist es denn, das ihn zu einer Hoffnung be rechtigen könnte? Er ist nicht mehr jung, der Krieg und der Rassenhaß haben ihm den mühsam aufgebauten Wohlstand zertrümmert, er wird abermals von vorne beginnen müssen er ist durchaus kein Schwiegersohn für einen Wahl! Wozu sich also Hoffnungen hingeben wie ein von der Poesie bethörter Jüngling? Es gab den Tag über und des Nachts, wo ihn der Schlummer floh, Stunden genug, die er der Selbstläuterung widmen konnte. Er war gewohnt, an sich zu arbeiten, das Schicksal hatte ihn eine harte Schule durchmachen lassen. Sein Vater entstammte einem angesehenen Mannheimer KaufHause; er batte sich aus der soliden, aber beschränkten Tradition, die ihm don den Mvordern überkommen war, in das unsichere Meer gewagter Spekulatdonen ssestürzt und war ssescheitert; der Gram und die Schmach hatten ihn dahingerafft, wahrend Wittwe und Kinder in Noth und Sorge zurückblieben. Friedrich Zeuner war somit durch eigene Tüchtigkeit emporgekommen und er durfte sich mit Stolz einen selfinade man nennen. Die erzwungene Aufgabe seines Pariser Geschäftes bedeutete ihm mit Nichten einen Zusammenbruch. Wenn die angeschossenen Glieder erst wieder ihren Dienst thun werden, so gilt es, von Neuem aus zu. bauen für ihn gibt es kein kleinmüthiges Verzagen. Er würde die verlorene Position schon wieder zu erobern wissen! Niemand soll auch nur eine Spur der schmerzvollen Enttäuschung erspähen, die hier im Gcheimen seiner Brust brennt. Wenn es nicht für ein Weib sein soll nun. so aeschieht es für sein bravesMütterlein, seine tapse re Mitkämpferin in allen LebensMmen! Aber dies Mütterlein war nicht mit solcher Nesiznation zufrieden. Wie gerne hätte sie ihren Platz einer andern eingeräumt! Sie hatte Gertrud innigst in ihr Herz geschlossen kein größeres Glück für sie, als das liebe Kind dereinst ihre Tochter nennen zu dürfen. Dieser -Franzose rnit seinem jongleurhaften Wesen wird sich doch noch aus dem Felde schlagen lassen! Aber wie Friedrich darüber beschließt das ist stets das Rechte! Sie war zu stolz, um die Künste des Weibes, die vielleicht einen Erfolg errungen hätten, für' ihren Sohn einzusetzen. Viktor hatte nun bereits vierzehn Tage im Wahl'schen Hause verbracht. Es war Zeit, an die Abreise zu denken. Wohin? Nun über die Grenze nach Frankreich! Hat er dem Vaterland nicht seine Paar gesunden Fäuste versprechen? Und er lag hier müßig und ließ sich vom zwecklosen Flirt bethören! Ein Boulevardier, der Liebe girrt es war ein Hohn! Ucibrizens war es offenbar er hatte gesiegt, der Deutsche war ihm unterlegen. Jeder Blick Gertruds sagte ihm das das ganze Haus wartete ja nur darauf, daß ihre 5)ände sich zu einem Bund für's Leben ineinanderfügten.... Ah, er dachte ja gar nicht an's Heirathen! Ist jetzt die Zeit dazu? Sein Zweck ist erfüllt er hat den vertzaßten Deutschen ms dem Felde geschlagen. Es erheiterte ihn, wie sie wähnten, er könnte Ernst machen. Plötzlich jedoch sollte er zum Vewußtsein kommendaß er vor sich selbst nur den eitlen Renommisten spielte, daß sein Herz willen- und widerstandslos in ihren Banden angefesselt lag und daß ein Losreißen ihm eine blutige Wunde bedeutete. Eines Nachmittags trat Herr Wahl in das kleine Boudoir, dessen lauschige Erkernische Viktor und Gertrud besetzt hielten; ein heftiger Strichregen prallte gegen die Fenster, das fröhliche kinderhafte Geplänkel der Beiden fast
übertosend. Es that Herrn Wahl fast leid, das Paar so überraschend unterbrechen zu müssen: Sir Rowland ist soeben von seiner Reife zurückgekehrt," meldete er näher tretend, tx bringt wichtige Nachrichten mit." Sir Rowland diese Persönlichkeit lag ibnen in diesem Augenblick geMiß sehr fern. Gertrud dünkte dieNachricht herzlich wenig interessant; sie hatte nie göwußt, was sie aus dem enzlischen Sonderling machen sollte. Nun, er besuchte doch die Gefangenlager- dränge Wahl ungeduldig, da seine Mittheilung den beiden gar keinen Eindruck zu machen schien ex bringt, wie gesagt, sehr wichtige Nachricht." Sir Rowland setzt erst erinnerte sich Viktor. Aha, Äas ist der verrückte Kauz, der in den Humbug des ewigen Völkcrfriedens vernarrt ist. Am Tage nach seiner Ankunft hatte er den Englände? kennen gelernt; dieser war ein Nachbar der Mahls, in deren Hause er ein und aus ging, da er besonders an Frau Wahl eine stets zum Zuhören bereite Gesinnungsgenossin gefunden zu haben schien. Er war ein werkthätigeS und wohl eines der rührigsten Mitglieder der großen internationalen Friedensliga. Er war Junggeselle und hatte die Millionen seines Vermögens der idealen Utopie zur Verfügung ge stellt, nachdem er seine Verwandten abgefunden und sich selbst eine mäßige Rente reservirt hatte. Er befand sich das Jahr über aus Reifen, hielt Vorträge, antichambrirte bei einflußreichen Persönlichkeiten, bearbeitete und bestach die Presse für seine Ideen, schrieb frömmelnde Friedenstraktätchen, die er selbst in den Häusern kolportirte, ließ sich überall hinauskomplimentiren, ja hinauSwerfen, worauf er um so hartnäckiger wiederkehrte. Er hatte zur Zeit seinStandquartier hier in Mülheim bei einer englischen Familie, die mit den Wahls befreundet war. Viktor hatte sich gleich über den Mann cnnüsirt. Nichts komischer, als jetzt, in dem ungeheuren Getöse des Völkerschlachtens, wo das Wort den Großmäulern von Geschützen gehörte, den Sonderling die Friedensschalmei blasen zu hören! Sir Rowland verschmähte auch nicht den kleinsten Vortheil, den er zu Gunsten seiner Manie erhäschen konnte. So hatte er sich sofort auf den interessanten Fall dieses Gefangenen gestürzt. Eine dunkle Idee schwebt: ihm vor, wie man diese Hunderttausende von Franzosen, die in Deutschland gefangen saßen, zur Verwirklichuna des he'hren Friedensideals benutzen könnte. Er dachte daran, sie freizukaufen, und die so Erlösten müßten zum Dank in ihrer Heimath für den Frieden agitiren aber Vismarck würde wohl einen zu hohen Preis fordern und die Millionen würden nicht hinreichen auch könnte sich Moltke aus militärischen Gründen der humanen That entgegensetzen. Er quälte Viktor mit allerlei Fragen, die Organisation des Gefanqenlagers, die Stimmung der Gefangenen und deraleickien betreffend. Und Viktor gab die
Auskunft mit einem ironischen Zucken um die Mundwinkel, ja, er machte sich den Spaß, den Sonderling in seinem Vorhaben noch zu bestarken. 5? Rowland sollte nur Hinreisen, sie würden ihn mit offenen Armen empfangen, die Vreußen sowohl als die Gefangenen! Und zu Viktors und der andern Erstaunen reiste Rowland wirklich ab, um, wie er erklärte, in den rheinischen Gefangenlagern Vorträgt über den Frieden zu halten. Wirtlich?" höhnte Viktor. Hat er wirklich die Gefangenen aufgekauft? Freut mich unendlich! Was kostet denn das Stück? Nun, da werde ich mich auch noch losschlagen müssen! Was mag er für mich anwenden wollen? Was mag ich wohl werth sein, was meinen Sie, Fräulein Gertrü?" (wie er das ihm schwierige deutsche Gertrud aussprach). Gertrud lachte und in schelmischer Stellng schätzte ste ihn von der Seite, wie man etwa ein Pferd schätzt: Nun. das muß ich mir doch noch überlegen sagte sie mit komischer Wichtigkeit. Papa. was meinst Du, wie viel wir Herrn Toujouret (sie stutzte stets btt dem Pseudonym) taxircn sollen?" Herr Wahl wehrt: fast ärgerlich ab. Und in einem strengen Ton fügte er auf Dzutsch hinzu: Aber es ist wirklich von Wichtigkeit, es betrifft das Leben Herrn Jaminets!" W'ieso?" fuhr sie erschreckt auf. Nun, man hat ihn kriegsgerichtlich verurtheilt. Man hat ihn in conrumacuirn mit dem Tode bestrast. Ist das nicht wichtig genug?" Gertrud stieß einen Schrei aus und erblaßte. Viktor fragte, um was es sich handle, und seine Lippen schlössen sich über der noch lächelnden Grimasse seiner Zähne. Er ahnte, daß ihm em Unheil droh te und das Erblassen galt ihm! Wahl erklärte auf französisch, was der Engländer belichtet hatte. Gertrud bedeckte das Gesicht mit beiden Händen. Nichts weiter?" ri.f Viktor mit hellem Hahaha. Das ist ja lustig!" Er sprang aus; der eitle Franzose war sofort wieder wach, und er fühlte sich zur Heldengröße emporschnellen. Mir übrigens nichts Neues! Das hab' ich längst gttvußt! Ich hätte mich ja schon längst davonmachen koniren. Aber was liegt an meinem Leben, wo so viel Tausende sich drüben in Frankreich auf dem Altar des Vaterlandes opfern! Mögen sie doch kommen hier!" Er riß die Weste auseinander und schlug mit der Faust auf die gesteifte Leinwand der Hemdenbrust, daß es wie ein hohler Trommelschlag erklang.
Hier ich bin bereit!" Sein triumphirender Blick weidete sich an Gertruds Schreck, an dem Schauder, der ihre Gestalt erschütterte. Schrecklich! Halten Sie ein, MonsieurViktor! Sie müssen fliehen! Gleich müssen Sie fort!" rief sie in höchster Erregung. Ja, was haben Sie denn alle im Hause gedacht, als Sie mich aufnahmen?" fuhr Viktor fort. Einen Deserteur schießt man todt, wenn man ihn kriegt. Ich war doch von der ersten Stunde an dem ausgesetzt." Steht er jetzt nicht unendlich großer da, mit viel hellerer Glorie umstrcchlt, als sein Rivale, der Deutsche? Den hat eine swpide Kugel lahm gelegt; ich aber bin bereit, das freiwillige Märtyr thum fürs Vaterland zu bestehen! Da öffnete sich die Thüre und Sir Rowland erschien. Es war ein Fünfziger v,n hagerer, nervöser Gestalt, leicht nach vorn gebeugt, mit dunklen, unruhigen Augen, die hinter auffallend hohen Slirnwölbungen hervorlugten, und einem predigerhuft geschwellten Mund; Kinn und Lippen waren bartlos, nur von den Wangen hingen lange graue Strähnen gleich zottigen Moosbüscheln hernieder. Er 'hatte einen schlürfenden, nach vorwärts schiebenden Schritt, sein Anzug war schlotternd, die Taschen seines paletotweiten Jackets trug er stets mit Papieren, Broschüren und Traktätchen vollgestopft. Nie hatte er beim Kommen Zeit und stets wollte er sogleich wieder aufbrechen; dann redete er sich aber fest und blieb stundenlang. Er schlürfte auf Viktor zu und reichte ihm die harte Hand, die nie einen Handschuh kannte, wie er auch ohne Regenschirm, dem schüttenden Regen zum Trotz, herbeigeeilt war Mein Herr, ich komme, um Ihnen einen Dienst zu erweisen." Sein Französisch zeigte eine für tu nen Engländer merkwürdig sichere Aussprache. Wir werden fliehen, 'mein Herr. Ich werde Sie unter meinem Schutz über die Grenze bringen. Sie werden meinen Sekretär, meinen Diener, wen Sie wollen, vorstellen. Aber Eile, mein Herr!" Viktor konnte sich eines Lächelns nicht erwshren. Es sah so aus, als wollte der Sonderling seine Person ergreifen, zusammenfalten und der Sicherheit wegen in einer seiner weiten Taschen verschwinden lassen. Ein Uebermuth stach ihn, sie alle weiter zu reizen und den Nimbus, den die Situa tion ihm lieh, noch zu vergrößern. Bah, warum soll ich fliehen? Ich bleibe!" rief er und begann, die Hände nach Franzosenart in die Hosentaschen versenkt, das Zimmer in selbstgefalligem Wiezeschritt zu durchmeffen. Ich danke Ihnen, mein Herr, für die Sorge, die Sie um mich haben! Aber ich greife meinem Schicksal nicht vor. Ich warte ab,. was kommt! Wenn mich auf dem Schlachtfeld die Kugel getroffm hätte, so wäre die Wirkung doch dieselbe, nicht?" Gertrud streckte flehend die Hände nach ihm aus. HerrWahl ließ sich wirklich von dem Renommisten irre leiten und setzte seine Autorität auf: Sie werden fliehen! Ich bestehe darauf! Ich bin es Ihrem Papa schuldig! Sie wer den die Hilfe Sir Rowlands annehmen wir können ihm nicht genug für fei ne Aufopferung danken!" Er schüttelte dem Engländer kräftig die Hand. Viktor zuckte wegwerfend die Schultern, als wollte er sagen: Wenn ich mich todtschießen lasse, was geht eS euch an? Aber es war genug der Komödie! Da ich aller Welt einen Gefallen thun kann gut!" sagte Viktor großmüthig mit einem unwirschen Zögern, als kostete es ihm ungeheure Mühe. Ihnen besonders. Fräulein Gertrü, nicht?" Er sandte ihr dabei einen bedeutsam herausfordernden Blick zu. Zuvor jedoch wollte er die näheren Umstände hören. Sir Rowland berichtete also über seine Mission. Er hatte das Koblenzer Gefangenlager aufgesucht und war natürlich von dem Grobian eines Kommandanten abzewiesen worden; erst die geschriebene Empfehlung eines hohen Namens, ein Zaubermittel, mit dem er auch die hartnäckigsten Thüren zu össnen wvßte, verschaffte ihm Eingang in das Lager. Doch aus den geplanten Vorträge war nichts geworden. Bringen Sie Tabak und Zigarren, damit ist den Herren Franzosen besser gedient als mit einer Predigt " höhnte man auf dem Lagerbureau. Uebrigens wäre im Franzosen die Friedensfrage durchaus gleichgiltig, sie fühlten sich hier im Lager vorzüglich aufgehoben. " In dieser Hinsicht war also die Mis.sion gescheitert. Die baröarischenPreußen wollten nichts von einem Humanitätsideal wissen. Aber dennoch war die Reise nicht ganz ohne Resultat geblieöen: wenigstens gelänge es ihm nun, Herrn JaMinet zu retten, emen von den Hunderttausend! Im Lager wehte eine scharfe Luft. Iaminets Flucht und' die Entdeckung des geplanten Komplotts, fo hirnver b rannt es sein mochte, hatte die Preußen in Alarm versetzt. Man faßte die Sache sofort mit der bekannten Energie an; Verhöre wurden angestellt, mehrere Gefangene wurden in der Kastlnatte von Fort Alexander internirt, darunter der Hauptraisonneur Boularöde. Auch diesen sollte ein Todesurtheil bedrohen. Dem Entflohenen waren Steckbrief? nachgesandt worden die Preußen wollten unter allen Umständen ein Exempel mit ihm aufstel len. Kriegt man ihn, so wird er ohne Gnade und Erbarmen erschossen! - (Fortsetzung folgi.
Sür Mc Mche. ' ßlnt vorzügliche Suppe bereitet man-,indem man einenEßlöffel voll Kerbel, doppelt so viel jungen Sauerampfer, einen kleinen Salat Kopf und ein Bündelchen Petersilie sauber wäscht, zwischen zwei Tüchern ausdrückt und mit dem Wiegemesser gröblich zerschneidet; hierauf dämpft man die Kräuter eine halbe Stunde in kräftige, mit Wurzelwerk verkochte Bouillon, fügt ein Stückchen Butter hinzu und giebt die Suppe mit folgenden Klödchen auf die Tafel. Ei Eßlöffel voll Butter wird zu SchaM gerührt, mit einem Ei, einem viertel Pfund fein gewiegtem Rindfleisch, einigen gekochten und geriebenen Kar toffeln Salz und ein wenig Muskat vermischt, mit etwas Wasser oder Bouillon angefeuchtet und glatt ge rührt. Nun formt man kleine Klöb chen, kocht diese in Salzwasser gar und! giebt sie dann m die Suppe. Schüssel-Klops. Ein Pfund' Rind- und ein Pfund Schweinefleischs werden durch eine Fleischhackmaschine getrieben, alle Abgänge des Fleische? in einen Topf gethcn und mit Salz gekocht. Nun reinige und wiege man Sardellen, füge diese nebst ein weni? Muskatblüthe, Salz, einem Stückcheni Butter, einem ganzen Ei und zwek Gelbeiern an das. Fleisch, gebe gerie bene Semmel daran und so viel vorr der ausgekochten Brühe, daß man be quem von der Masse Klößchen forme kann. Bor dem Formen muß alles sehr gut durchgearbeitet werden und' nach demselben die Klopse noch mit geriebener Semmel bestreut werden. Nun schmiere man eine Porzellan oder Steingut-Schüssel, welche Ofen Hitze vertragen kann, gut mit Butter aus, lege sie mit geschnittenen Sar bellen und Eitrcnenscheiben, streue Kapern darüber, fuge auch einige Champignons hinzu und stelle die Schüssel auf's Feuer, am besten in: eine nicht zu heiße Röhre, wo sie nur. so lange bleibt, bis alles gekocht hat. Man richte die Klopse in derselben; Schüssel mit Salzkartoffeln an. Kartoffelspeife. Die Kar, toffeln werden in der Schale gesotten dann geschält und (nicht sehr fein) ixt Scheiben geschnitten. . Dann bestreicht man eine Backschüssel mit Butter, legt eine Lage Kartoffeln hinein, dann ei nige Löffel sauren Rahm, eine Hand voll Werkmehl, Salz und etwas Ma joran, dann eine in Butter etwa angedämpfte Zwiebel und ein hartge kochtes Ei, fein zerschnitten. Dann, kommen wieder Kartoffeln und fo ab wechselnd bis die Schüssel voll ist. Die oberste Schicht müssen Kartoffeln sein, über die man dann noch. etwas Rahm schüttet, Werkmehl übersiebt und kleine Butterstückchen auflegt. Es wird die Speise gebacken, bis ste obeir schön braun und innen durchgekocht ist. Türkischer Salat. Man. schäle und schneide sechs kleine Zwiebeln sebr fein. Man gieße darauf kaltes Wasser über sie und drücke sie zwischen den Händen, um den scharfen Geschmack zu entfernen. Dann lasse man sie trocknen. In die Salatschüs sel thue man eine und eine halbe Pinte kalter gekochter Bohnen und mische damit die geschnittenen Zwie beln, einen halben Theelöffel vollSalz, einen halben Theelöffel voll ungari schen Pfeffer, zwei Eßlöffel voll Sa latöl und eine Tasse Weinessig. Zum Garniren benutze man Oliven, zwei hartgekochte Eier und Lattichblätter. Raffklöße. 3 Tassen Mehl, (auch Schrotmehl oder Maisgries) 12 Eier, 1 Tasse Milche Salz nach Belieben auch 1 Tasse in Butter ge einem festen Teig verrührt. Mii einem Löffel sticht man Klöße ab und thut sie in kochendes Salzwasser. Wenn sie gar sind, kommen sie an die Oberfläche. Reisauflauf. Ein halbes Pfund Reis, ein viertel Pfund Butter. 8 Eier, ein viertel Pfund Zucker, Ei tronenschale und Zimmt, einige Zwie bäcke, drei Viertel Unzen gewaschene Rosinen und ein Quart Milch. Der Reis wird in Wasser einige Minuten gekocht, abgegossen und mit kochender Milch auf's Feuer gesetzt und, ohne -ihn zu rühren, gar- und steifgekocht; dann rührt man die Butter weich, gibt Eidotter, Zucker, Gewürz, .den abge kühlten Reis, die gestoßene Zwiebäcke, Rosinen hinzu und bäckt den Auflaus eine Stunde. ' Brandteig-Bretzeln. Man bereitet dieselben, indem man ein Pint Wasser mit einem viertel Pfund But ter. 2 Unzen Zucker und einer Prise Salz zum Sieden bringt; alsdann fügt man unter öfterem Umrühren drei gehäufte Kochlöffel voll Mehl hinzu und röstet diisen Teig eine halbe Stunoe über schwachem Feuer, indem man ihn fleißig verrührt, um das An brennen zu verhüten. Hierauf schlägt man 7 Eidotter und 2 ganze Eier hinein, vermischt alles gut und stellt die Masse kalt, am besten auf Eis. verarbeitet sie danach auf einem mit Mehl bestreuten. Brett und- formt kleine Bretzeln daraus, die man mit zerquirltem Ei bestreicht und aus einem Blech bei gelinder Hitze gelblich backen läßt. Poesie und Prosa. Backfisch (schwärmerisch): Ach, in der frei en Natur auf sausendem Rad. Wa denken Sie da, wenn Sie so auf Jh rem Rad dahinfliegen?" Radsah rer: Wenn nur bald das nächste Wirthshaus käm'." VomKasernenhof. Un terofficier: Lehmann, es ist nur gut. daß Sie nicht als siamesischer Zwil ling zur Welt gekommen an Ihnen ist in einfacher Auflage das Unglück schon groß genug." Erklärung. Warum nennst Du Deine Frau stets Deine Sonnet ..Weil sie mir deik msöt. .
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