Indiana Tribüne, Volume 19, Number 254, Indianapolis, Marion County, 31 May 1896 — Page 6

Für Geist und Gemüth. Eine Freude unter allen Hab' ich stets als wahr erkannt. Und die Leuchte sei genannt; Sie bleibt wahr, ob alles trügt. Unbefleckt von Groll und Neide Selig der, dein sie genügt: Freude an der Andern Freud: Ein Kampfplatz ist die Welt: Das Kränzlein und die Krön' Trägt Keiner, der nicht kämpft Mit'Ruhm und Ehr' davon. Glücklich, wem die Tage fließen Wechselnd zwischen Freud und Leid, Zwischen Schaffen und Genießen, Zwischen Welt und Einsamkeit! Wie man wohl richtig Sich selber ehrt? . Nimm Dich nickt wichtig': Aber halte Dich werth!

Aic WaZLowkc. Äcnn's Mailüfterl sanft weht.dann ist auch die Zeit der Maibowle wieöer gekommen, und allenthalben, wo der Waldmeister grämt und der Menschen Gemüth die Poesie von Maienzeit und Liebestraum noch zu empfinden dermag. da wird auch die Zeit des Frühlings unöer jungen Liebe nicht vergehen, ohne ihren Attributen einen Maienabend gebracht zu haben, erfüllt dom Glänze der scheidenden Sonn: und des Mondes Silöerstrahl, von den Liedern ausströmender Fröhlichkeit und dem Klänge der Gläser, aus denen empor Waldmeister und Rebenblüthe uns ihren sorgenverbannenden, frohsinnerweckenden Geist senden. Es geht nichts LSer die Poesie eines solchen Abends bei der Maibowle, und wenn auch nicht ihr poetischer, so war es doch ihr realer Werth, der schon zu Beginn unseres Zeitberechnung bekannt war, denn der Gebrauch, den Wein mit duftigen Kräutern zu mischen, ist ein sehr alter. In Deutschland ging man, allerdings erst im 15. Jahrhundert, mit der Emanzipirung von den fremdländischen, gallischen und fränkischen Weinen zur Würze des Weines über, indem man den vaterländischen Rebenfast durch Zusätze zu verbessern suchte, und zwar durch Beimischung von Honig sowohl, wie von Gewürzen und wohlriechenden Kräutern, und hier haben wir wohl den Ursprung der heutigen Maibowle zu suchen, denn in den aus dieser Zeit stammenden Kräuterbüchern findet man eines Krautes Herz freund" erwähnt, das zweifellos identisch mit unserem Waldmeister ist. Stein Wunder, wenn auch heute noch der Waldmeister als Herzensfreund" bei uns gilt, nachdem er unseren Vorfahren schon so ein guter Freund geWesen ist. Und fragen wir uns. was denn eigentlich der Bestandtheil des Guten in ihm sei? Run. der unter dem Agens des Wiyensdranges ste(ende, zersetzende Geist unseres JahrHunderts hatte natürlich Ruhe, bis er euch des Waldmeisters Inneres mit der Säure der chemischen Untersuchung in seine einzelnen Theile aufgelöst hatte, und da fand sich denn, daß" das. was ihn so lieblich macht, ein gewies flüchtiges Oel ist. Kumarin genannt, das sich außer bei ihm auch noch bei einigen Kleearten, jedoch in vermindertem Quantum, findet und, unter dem Alkoholeinfluß des Weines aus seinem Safte sich ausscheidend, der Maibowl: ihr Aroma giebt. Freilich ist's nicht das allein, was die Maibowle zum Genuß" macht, dazu verhilft allein ihre richtige Bereitung, und dies: ist wie die Herstellung aller kulinarischen Genüsse eine Kunst, in der nicht Jeder die Meisterschaft erringt! Waldmeister ist bald beschafft, aber um eine rechte Maibowle in aller Form herzustellen, muß er frisch vom Schatrn des Buchenwaldes stammen und darf ton nu? wenige Stunden an der Luft Iiegen, so lange gerade, daß der Bolleehalt seines Duftes zu Tage tritt. Dann gilt es ferner zu beobachten, mit welchem Wein man die Kräuter verbinde, wie lange man denselben auf sie wirken lasse und ob und welche anderen Ingredienzen man hinzu thue! Feine Kenner lassen nur Moselwein und Champagner als vollgültig gelten und verwn. außer Zucker und vielleicht noch einigen Orangeschnitten, jede fernere Zuthat. Alle anderen Zusätze, wie Erdbeerblüthen. Pfeffermünz- und Melissenkraut, geben wohl einen starkwürzigen Trank, aber nicht das zarte, duftige Aroma, das allein das Prädicat der echten Maibowle ist und im Waldmeister seine Entstehung findet. Ein anderes wesentliches Moment zum vollwichtigen Genuß der Maibowle ist der Ort. an dem man sie trinkt, und da soll man nicht des Zimmers Enge wäblen! Trinken läßt sie sich dort Wohl auch, aber nicht genießen. Zum eigentlichen Genuß des Trankes gehört die Herrlichkeit der Gottesnatur mit dem Blau des 7?rühlinnshimmels, dem Grün der s?rüblinasbüsche und dem Duft der ersten Blütben. Unter diesen Bedingungen bewahren Waldmeister und Rebensaft allzeit ibre Kraft, den Menschen frob und freudig zu machen, der Soroen Last von seiner Seele zu wälzen und das 5)erz dem Herzen zu erschließen. Schlußtermin. Lehrjunge: Meister, wenn Sie mich noch amal prügeln wollen, da müssen Sie sich tummeln, sonst ist es zu spät." Meister: Weshalb denn?" Lebrjunge: In einer halben Stunde habe ich ausgelernt." Ahnungsvoll. Richter: Ihr Name?" Eulalia Bitterlich." Richter: Und nun Ihr Alter.... vorerst aber ermähne ich das Publikum, sich jedes Heiterkeitsausbruches zu enthalten!-

Zur Geschichte des WLgcnbaucs. Die Fortschaffung lebender und todter Lasten ist ebenso alt wie der Mensch selbst, nur die Art und Weise, wie dies geschah, ist verschieden, und es unterliegt gewiß keinem Zweifel, daß dies in den ersten Zeiten des Daseins des Menschengeschlechtes durch Tragen erfolgte. Dann später benützte man zum Tragen Thiere, am meisten jedenfalls das Pferd, und als auch die Bewältigung durch Tragen auf Thieren nicht mehr möglich war, verfiel man auf andere Arten der Fortschaffung; Schleifen und Walzen, späterhin sodann Schlitten waren die folgenden Beförderungsmittel, und wir sehen dieselben bei vielen alten Völkern angewendet, ja wir können z. V. heute noch den Schlitten auch aus schneefreien Stellen im Gebirge zur Beförderung von Lasten, allerdings nur thalwärts, benützt sehen. Auf einem Basrelief in Theben ist eine Schleife

Assyrischer Wagen. zu sehen, wie man sie auch jetzt noch benützt. Die später aufgekommene Walze, von Menschen oder Thieren gezogen, mag der Vorläufer des Rades gewesen sein, welches in seiner ersten Form auch nur eine schwere. Holzscheibe war, wie wir sie heute noch bei orientalischen Völkern oder solchen, die orientalische Sitten angenommen und sich von der übrigen Menschheit abgeschlössen hatten, z. V. in Bosnien, finden, wo die Araba, ein plumper Wagen ganz aus Holz mit Holzscheiben zum Fortbewegen, noch vielfach in Gebrauch ist. Wenngleich wir die Zeit, zu welcher das Rad in Gebrauch kam, nicht bestimmen können, so muß dasselbe doch schon seh? alt sein, denn wir finden solches auf den Resten von Baudenkmälern, wir finden ein Stcrncnbild als Wagen bezeichnet, ja auch die alten Mexikaner stellten in ihren Zeitrechnungen den Zeitlauf durch ein vierspcichiges. von einer Schlange durchwundenes Rad dar; in ihrem alten Thierkreise zeichneten sie einen zweiräderigen, von Ochsen gezogenen Wagen, und auf assyrischen, persischen und egyptischen Tempelbildern sind Abbildungen von Wagen verschiedener Gestalt nicht selten. Römischer Triumphwagen. An den ältesten Wagen waren die Räder nur rohe Holzscheiben, deren Auflagefläche 10 Zoll, deren Achsen, mit denen sie fest verbunden waren, 20 bis 30 Zoll Durchmener gemessen hatten. Die Fortbewegung eines solchen Wagens war mit viel Geräusch und großem Kraftaufwand verbunden; sie waren meist zweiräderig, aber auch vier- und mehrrädcrige Wagen kannte man. Die Schwere solcher massiver Holzscheiöen mag wohl bald empfunden worden sein, und so sehen wir auch Speichenräder angewendet. Die ältesten Speichenräder besaßen nur vier Sprossen (Speichen) und vielsprossige Räder kamen erst viel später in Aufnähme. Die Vierzahl wurde dann auch beibehalten, als man auf vollkommen erzen: Räder überging, obwohl man hier leicht mehr Speichen hätte anbringen können; achtsp.eichige Räder aus jenen Zeiten weisen sogar darauf hin, daß dieselben aus zwei vierspeichigen zusammengesetzt wurden. Verhälrnißmäßig früh, schon wurden die Räder, wenngleich noch fest mit der Achse verbunden, ausgebildet. Felgenkränz und Speichen vervollkommnet Wagenausder Z'e i i u m 1650. und des ersteren Festigkeit dadurch erhöht, daß man ihn in einer uns näher liegenden Zeit aus gebogenem Holz (ganzen Baumstämmen) herstellte. : Bei besseren Fuhrwerken wurden die Räder bald Gegenstände künsilerischer Verzierung, und als man Metafle zu gießen verstand, wurden Räder aus eisern Stück mit Verzierungen angefertigt, wobei das Holzrad immer die nachzuahmende Tyre blieb. Der Radrerf spielt eine sehr bedeutende Rolle, denn durch ihn wird dis Rad erst befähigt, auf schlechteren Wegen leichter zu laufen, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, am nächsten besten im Wege liegenden Stein zu zerschellen. So einfach der Gedanke, ds wenig widerstandsfähige hölzerne Rad durch, Belegen mit Eisen oder anderem

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Metall vor Bruch und Abnützung zu schützen, so mögen doch lange Zeiträume dahingegangen sein, ehe man zu der Anwendung des Radreifens kam.

Wagen König Ludwigs XV. Bei den Egyptern finden wir zweiund vierräderige Fuhrwerke im Gebrauch; die Juden hatten bereits Lu-xus-oder Prachtwagen, wie wir in der Bibel lesen. Assyrer und Perser besaßen Streitwagen von Pferden gezogen, Griechen und Römer besaßen Fuhrwerke, die theils zuKriegszwecken, theils zu wirthschafAichem Gebrauche dienten. Durch die Römer wissen wir von manchen anderen Völkern, von Galliern, Briten, Skyten und Sarmaten, namentlich auch von unseren deutschen Vorfahren, daß sie rohe Ochsenfuhrwerke als Kriegs- und Reisewagen besaßen. Ehe die Bauart der Wagen und Wege eine ziemlich vollkommene gewesen, gehörte das Fahren gewiß nicht zu den Annehmlichkeiten, und Männer und Frauen, selbst die vornehmsten, zogen es vor, zu reiten, und man hielt es für unmännlich, sich eines Wagens zu bedienen. Luru-fuhr-werke mögen etwa im 15. Jahrhundert in Gebrauch gekommen sein; zu Anfang des 15. Jahrhundert erscheint ein in Riemen kiängender Wagen als ein: ungarische Erfindung, etwa zu gleicher Zeit kamen die ersten Kutschen mit Säulendach in Frankreich inGebrauch. Kaiser Friedrich III. kam 1494 in ei nem gedeckten und mit Gehänge verzierten Wagen nach Frankreich. Im 16. Jahrhundert sah man bei großen Turnieren und anderca festlichen GeWagen König Louis XVI. legenheiten oft schon viele solcher Staatskutschen im Gefolge der Vornehmen; sie waren mit feinem Leder überzogen, mit Sammet ausgeschlagen, vergoldet, mit seidenen Fransen und Quasten behängen und hatten messt auch durchsichtige Fenster. ' Nach England kam die erste Kutsche aus Deutschland im Jahre 1580. Aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind die beiden Brautwagen des Herzogs Kasimir besonders bemerkenwerth, unförmige, plumpe Fahrzeuge mit Schnitzwerk überladen und jetzt noch reich vergold:!. Die Deichsel ungerechnet, sind diese Wagen ca. 14 Fuß lang, der Kasten aber verhältnißmäßig schmal; zwischen Hinter- und Vordersitz sind fast 4 Fuß Raum. Die Decke ruht auf Säulen. Fenster 'vaxtn nicht angebracht; Räder, Kutschersitz. Fußtritte, alle Theile sind so unförmig, daß mindestens sechs Pferde nöthig waren, dieses Ungethüm fortzubringen. Seither hat man stetigFortschritte gemacht, jedoch erst die Erfindüngen der Neuzeit vermochten auch hier einen raschen Umschwung und die Herstellung eines Fuhrwerkes herbeiTürkische Araba. zuführen, das unseren Anforderungen entspricht.' ' Was speciell unsere heutige Wagen Fabrication anbelangt, so hat dieselbe vermöge der enormen Fortschritte, die alle unsere modernen Industrien aemacht haben, eine ganz bedeutende ! Ausdehnung erreicht und liegt nicht j mehr, wie früher, ausschließlich in. den ; Händen von Gewerbsleuten, sondern ! .3 ---1 -r. r. . rzi. cr:r?-i3 I es veiieyen gioiic viiuuuiicuinua um allen technischen Hilfsmitteln der Neuzeit ausgerüstet, neben kleineren Wagenöauern und Sattlern, und es ist vermöae der durch unsere Eisenbahnen so wesentlich verkürzten Entfernungen den letzteren der Standpunkt gegenübe? einer entwickelten Fabriksindustrie sehr schwer gemacht. In den großen Wagenbau - Anstalten haben wir einen vollkommen fabrikmäßigen Betrieb, die einzelnen Bestandtheile der Waaen. wie Räder. Metalltheile etc., werden mittels Maschinen in böchster technischer Vollendung hergestellt, die Ostin discherStaatswagzn. verschiedenen Gewerbe, wie Wagner. Schlosser, Schmiede u. s. w., arbeiten sich ohne Zeitverlust in die Hände.

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An Ausdehnung hat die ganze Wäzenindustrie durch die gesteigerten An Forderungen nur gewonnen und ist die Ausstattung derWagen eine verschwenderische geworden. In Oesterreich. England, Frankreich und Deutschland steht der Luzuswagenbau auf der Stufe hoher Vollendung, wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß die beiden ersteren Länder, namentlich aber England, das Beste darin leisten, wie es ja auch bei den Verhältnissen dieses Landes gar nicht anders sein kann. Die englischen Wagen stehen in jeder Beziehung auf einer hohen Stufe

Havanesische Volant:. der Vollendung, sowohl hinsichtlich der Form, als auch der inneren und äußeren Ausstattung. Deutschland und Oesterreich bauen viele und gute Wagen mit Geschmack und großer Dauerhaftigkeit, und namentlich Oesterreich exportirt noch viele Wagen nach Rußland und den unteren Donauländern, nach Griechenland, Egypten u. s. w. In Oesterreich bildet Wien den Hauptplatz für den Wagenbau, doch liefern auch .Budapest. Graz. Prag. Nesselsdorf in Mähren gute und schöne Wagen. Deutschland concentrirt seinen Russische Telega. Wagenbau in Berlin, Osfcnbach, Mainz, Halle a. d. S. und anderen Städten und leistet ebenfalls Ausgezeichnetet In Frankreich ist es namentlich Paris, welches die erste Rolle im Lande spielt, doch werden noch viele Wagen nach Frankreich importirt. Einen großen Aufschwung hat. der Wagenbau in Amerika genommen. Amerikanische Wagen zeichnen sich durch bestes Material, gediegene Arbeit. gefällige Formen und Leichtigkeit aus, und die Amerikaner waren wohl auch die Ersten, welche einzelne Wagenbestandtheile. wie z. I. fertige Räder, zum Export brachien. Das deutsche Clubhaus in Slaitgim. Das Bestreben der im Ausland lebenden Deutschen, sich gesellig zu vereinigen, hat dahin geführt, daß fast in allen Hauptstädten des Auslandes Clubhauser entstanden; so ist auch jüngst ein solches Gebäude in der Han-dels-und Seestadt Rangun in Britisch - Birma von der etwa 35 Köpfe zählenden deutschen kaufmännischen Colonie erbaut worden. JmErdgeschoß enthält das Haus eine Halle, in der sich die Restauration, ein Billard- und Herrenzimmer sowie ein Spiel- und 1L Ansicht des Clubhauses. . Damenzimmer befinden, während im ersten Stockwerk ein geräumiger, hohe: Saal für Festlichkeiten eingerichtet ist. Der an das Clubhaus angrenzende große Garten weist eine Kegelbahn, zwei Lawntennisplätze und einen Turnplatz auf. Nicht - Deutsche werden in den Club als sogen, permanent: Besucher aufgenommen, sie haben aber weder bei dessen Verwaltung noch bei den beschließenden Versammlungen 'Sitz und Stimme. ' Gewonnen. Rentier Blaumeyer: Nun, was ist denn das? Warum kommt denn mein gewöhnlicher Barbier nicht? Kratzer: Ja, säh'n Se, mei gutester Härr Blaumeyer, ich hawe Sie gestern iit'n Schafskopp" gewonnen. Rentier Blaumeyer: Was soll das heißen? Kratzer: Nu säh'n Se, des is nämlich so. Mit zwce Kameraden hamm 'me? in der goldenen Eule" Schafs kopp gespielt, und zwar um die Kunden, und da sind Sie mir nun auf vierzehn Tage zugefallen. So'n Glück im Schafskopp" habe ich lange nich gehabt. Nu äben! EinAmtsgeheimniß. Wozu braucht denn mein Mann feine neuen .Hosen, Amtsdiener? Was auf dem Rathhaus passirt, Frau Schultheiß, ist eigentlichAmtsgeheimniß. aber unter uns gesagt, hat der Herr Schultheiß das Tintenfaß über die Hosen geschüttet. SchnelleEntscheidung. Er: Wollen wir den Doctor A oder den Doctor B über die Wahl Daines Badeortes befragen? Sie: Fragen wir den Doctor B. Seine Frau trägt immer die elegantesten Hüte, da wird er auch die elegantesten Badeorte em-Pfehlen!

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F!:cg:r.dc Kreise. ' Als der Vorstand der biologischen Station zu Sebastopol, Dr. Ostroumow, mit seinem Sohn an einem schonen Morgen im vorigen Sommer bei ruhigem Meer und klarem Himmel entlang der Halbinsel des Chersonesus fuhr, erwartete ihn ein merkwürdiges Schauspiel. Auf der Oberfläche des Wassers ruhten viele Individuen einer kleinen grünen Krebsart (Pontellina rnediterranea) aus der Ordnung der Spaltfüßer oder Kopepoden, und der Beobachter bemerkte zu seinem Erstaunen. daß deren nicht wenige sich vom Wasserspiegel aus springend in die

Fontellina plurnata. Luft erhoben, in ihr eine lange Curve beschrieben und darauf wieder in das Wasser zurückfielen. Fliegende Krebse! Davon hatte man bislang noch nichts gehört. Allerdings wird diese für ein Krustenthier seltsame Vewegungsart durch die stark befiederten, mit allerlei Anhängseln versehenen Gliedmaßen und Schwanzflossen begünstigt, die. beim Fliegen ausgebreitet, wie ein Fallschirm wirken. Dr. Ostroumow meint, dieses Sicherheben in die Luft unterstütze den immer etwas mühsamen Häutungsproceß der Krebse. Andere Formen wenigstens hätten die Gewohnheit, wenn dieser Proceß bevorstände, sich an die Oberfläche des Wassers zu begeben. Eine sehr nahe Verwandte der von Dr. Ostroumow beobachteten Kopepodenform ist Pontellina plmnata, die die in unserer ersten Abbildung in 25Calocalanus pavo. facher Vergrößerung dargestellt ist; auch andere Formen, wie der wundervolle Calocalanus pavo, in Figur 2 15fach vergrößert, und die durchsichtige Copilia vitrea, in Figur 3 lOfach vergrößert, besitzen dieselbe Fähigkeit. Wenigstens haben sie am Schwanz oder an den Eliedmaßen ähnliche Anhängsel. die vermuthen lassen, daß diese gelegentlich wohl auch als Fallschirm dienen könnten. Wahrscheinlich haben aber diese Gebilde noch eine andere, wesentlichere Function. nämlich die, als Tastorgane das Empfindungsgebiet der Thierchen zu vergrößern, so daß ihnen das Nahen einer etwaigen Gefahr schon aus ziemlicher Entfernung bemerkbar wird. Dem sei. wie ihm wolle, so ohne Weiteres darf man die eigene Art der Ortsbewegung von Pontellina moditerranea noch nicht Fliegen nennen, denn zum wirklichen Fliegen gehört es, daß ein mit dieser Thätigkeit beschäftigtes Thier während derselben . t& Jimz -SWS".$1J sÄM Copilia ritrea. nach Willen und Wunsch Schwenkungen ausführen kann. Das ist hier nicht der Fall, es handelt sich dabei um durch einen Fallschirm unterstützte Luftsprünge, wie bei den fliegenden Fischen, bei dem seltsamen fliegenden Frosch (Rhacophorn Reinwardtii, der beim Springen seine großen Schwimmhäute ausspannt), bei jenen kleinen, Drachen genannten Eidechsen der Sundainseln, bei den fliegenden Eichhörnchen, Beutelthieren und Pelzflatterern. Jmmerderselbe. Matrose (der bemerkt, wie ein Passagier in's Meer stürzt): Mann über Bord!'' Der Verunglückte (auftauchend): Wie heißt Mann über Bord? Der Commercienrath von Feiglstock ist über Bord!

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Im Juncm don Asrika. Zum zweiier Male ist die muthig: Afrikareisende Frl. Kingsley vor Kurzem aus oem Innern des dunklen Erdtheils zurückgekehrt, wo sie besonders das Culturleben der Negerstämme nordöstlich vom französischen Congogebiet eingehend studirt und von wo sie werthvolle wissenschaftliche Sammlungen über die Fauna und die Flora des Hinterlandes ' von Kamerun mitgebracht hat. Fräulein Kingsley. die bereits im Jahre 1893 eine ergebnißreiche Expedition nach Central-Afrika unternahm, ist die Tochter des durch seine Berichte aus dem letzten deutsch-französischen Krieg bekannt gewordenen Correspondenten und Herausgebers der Daily Neview" Henry Kingsley und eine Nichte des berühmten englischen Schriftstellers und Weltreisenden Professors Charles Kingsley. Von Jugend aus hat sie sich abgehärtet, ihren Körper gestählt und sich an das Bestehen von Gefahren gewöhnt; sie ist außerordentlich ausdauernd und kräftig, zäh und geschmeidig und gegen Fieber und andere klimatische. Uebelstände ganz besonders widerstandsfähig.

F r l. K i n g s l e y. Während ihre erste Expedition nur von kurzer Dauer war, da die Reisende damals durch die Kugel eines feindlich gesinnten Negers am Fuße verwundet' wurde, hat die zweite Expedition nahezu ein Jahr in Anspruch genommen, und volle fünf Monate brachte Miß Kingsley, abgeschnitten von aller Cultur, in unbekannten Gegenden und unter ganz uncivilisirten Völkerstämmen zu. Sie erforschte zunächst das Gebiet des Kalaöarflusses, wo sie für ihre Sammlungen in der Familie des King" von Kalabar bereitwillige Unterstützung fand, besuchte dann das Gabunland, die Heimath der Gorillas, fuhr von da mittelst eines kleinen französischen Dampfers nach N'Djole am Ogowefluß, bemannte dort ein kleines Boot mit sieben Eingeborenen und begab sich mit ihrer kleinen Schaar nach einer Ortschaft Kangwe am Remboefluß, um von hier unter mannigfaltigen Gefahren durch ganz unbekannte Landstriche, wie das Die Königsfamilie in Kal a b a r. Gebiet eines Zwergvolkes, das verwildert in den Wäldern lebt, und das Land des Kannibalenstammes von Fangwe, nach dem Kamerungebirge sich durchzuschlagen, dessen höchste 13.700 Fuß hohe Spitze von ihr erstiegen wurde. DieEingeborenen.die sonst davor zurückscheuen, die hohen Bergspitzcn zu besteigen, folgten ihr bereilwillig und erklärten, auch in Zukunft ihrer Führerschaft blindlings zu folgen, da sie stets so verständig und umsichtig für sie gesorgt habe. In der That brachte sie sämmtliche Leute ihrer kleinen Expedition durch alle Fährnisse wohlbehalten und glücklich hindurch. Fräulein Kingsley hat den Londoner Museen allerlei culturell interessante Sammlungen von ihrer letzten Reise mitgebracht, darunter , eine überaus reichhaltige und werthvolle Collection der mittelafrikanischen Fischsorten, ferr.er ein altes Götzenbild des Kabendastammes, verschiedene Gerätschaften, Gorillazähne u. f. w. In nicht allzu fe?ner Zeit gedenkt die kühne Reisende sich zu einem dritten Zuge nach Westafrika zu rüsten, um dort weitere Forschungen zu unternehmen und die Wissenschaft auf's neue zu bereichern. Kühne Vermuthung. Feldwebel (?um Rekruten, der sich freiwillig zum Militär gemeldet): Was sind Sie?" Freiwilliger: Schlachtenmaler!" Feldwebel: lha, deßhalb kommen Sie zu uns! .... Sie meinen wohl, wir sollten nun gleich Ihnen zulieb einen Krieg anfangen?!" AnderrichtigenQuelle Möchte wissen, ob diese alte Schachtel wirklich die Naivetät chat, mit mir zu cokettiren." Nun, mein Herr, ich kann sie ja fragen, es ist nämlich meine Frau." Vevhängnißvolle Verwechslung. Warum haben Sie denn Ihren ersten Commis entlassen? Weil er mir statt der Waaren die Kundschaft vertrieben hat. Annonce. Hiermit ersuche ich Jedermann, meiner Ehefrau Anna Lustig gar Nichts zu leihen, sondern blos mir. Conrad Lustig, Spurdhausen.

Die Rache.

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E k Die Köchin geht vom Markt nach Haus, Die Schildwach sieht beim Schilderhaus; Doch oben, grade über'm Thor Da wohnt der strenge Herr Mayor. Mit Korb und Kann an jedem Arm Ist hilflos man, daß Gott erbarm, Und solche Unbeholfenheit Reizt leicht zu großer Zärtlichkeit. Der Köchin Hilf- und Wehgeschrei Ruft hurtig den Major herbei: Habt acht! Gestanden! nicht gerührt! Jetzt geb' Sie ihm, was ihm gebüHrt!" I?Ä Die Köchin sieht und sinnt voll Groll, Was sie dem Kerl nun anthun soll: Er ist jetzt wehrlos. Mit Genuß Bekommt auch er jetzt Kuß um Kuß! Zweierlei Standpunkt. Ah, da schau her, die Kellnerin hat aber gut eingeschenkt da brauchst Du nur ein Glas zu trinken!" Na na ... da trink i' nacha erst recht zwei!" Ein vernünftiger Kerl. Schaffner: Hier ist die Nothleine gezogen worden. Dame: Dieser Herr hat mich küssen wollen! Schaffner: Na, es ist doch ein ganz netter Kerl; was wollen Sie denn? S e h r r i ch t i g. A.: Also Dem Onkel hat gar nichts hinterlassen?" B.: Nur soviel, daß er verbrannt werden kann, wie er in seinem Testa ment bestimmt hat!" Na. der soll te sich auch begraben lassen!" Wo die Liebe eine Comodie war, da wird die Ehe ein Drama. ,

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