Indiana Tribüne, Volume 19, Number 254, Indianapolis, Marion County, 31 May 1896 — Page 3
An WW-ilWU. i Line LrzZlzlnng aus dem deutsch amerikanischen Leben von.aans ZZohkand. (II. Fortseung). Folgen! Was konnten sich nun noch für Folgen einstellen, jetzt da Alles verloren und er zum Bettler geworden war! Die Haut konnte man ihm nicht vom Fleische reißen, und die war so ziemlich das Einzige, was er noch sein eigen nennen durfte. Mr. BlyZ Sendling schnupperte noch längere Zeit in der Nachbarschaft umher, sprach mit Diesem und mit Jenem, ließ sich mit den Weibern, die überall neugierig umherstanden, in leutselige Gespräche über den Brand und seine mögliche Entstehungsursache ein, besichtigte schließlich sehr eingehend die Brandstätte selbst und verschwand erst, nachdem er alle seine Beobachtn gen sorgfältig in ein Notizheft eingetragen hatte. Die Mittagstunde nahte heran. Wurm saß noch immer theilnahmloZ in dem bescheidenen Zimmer, das ihm ein mitleidiger Nachbar eingeräumt hatte. Er wartete auf die Rückkehr seines Sohnes, der unvermeidliche Gänge zu der Brandschaden - VerstcherungsGesellschaft, sowie zu dem Bauvereine hatte machen müssen, welcher Eigenthümer der auf dem abgebrannten Hause eingetragenen Hypothek war. Stunde um Stunde verrann, ohne daß Julius zurückgekommen wäre. In den ersten Nachmittagsstunden kam jener junge Mann "wieder, welcher am Morgen vergeblich Blys Wechsel zur Zahlung präsentirt hatte. Er kam cröer diesmal nicht allein, fondern in Begleitung eines kleinen runden Kerls. mit einem dicken, gutmüthigen Gesichte und einem gelinden Ansätze zu einem Spitzbäuchlein. Blys Angestellter wies statt jeden Grußes auf Wurm und sagte zu feinem Begleiter: "Tlint's the man." Darauf machte der Kleine einen Ziemlich mißlungenen Versuch, eine ernste Amtsmiene aufzusetzen, stellte sich als Gericbtsdiener des Richters So und So vor, legte dem ihn Verständnißlos anstarrenden Wurm die Hand auf "die Schulter und sagte, indem er. wie im Innersten gerührt mit den Augen zwinkerte: "You aro rnv prisoner, sir can't liolp it!"" Wurm erfuhr nun. daß jener Mr. Bly ihn kurzweg der Brandstiftung beschuldigte. Diese Anschuldigung kam dem Armen so ungereimt vor, daß er laut auflachte. Er, ein Brandstifter an seinem eigenen Hause! Aber was nützten seine Betheuerungen. seine Entrüstung Mr. Bly beschuldigte ihn und hatte sich erbötig gemacht, die Beweife für seine Behauptung dem Richter vorzulegen. Wurm blieb also nickits Anderes übrig, als sich vorläufig obne Widerstand unter das Joch dieses neuen Schicksalsschlages zu beugen. Während die Kinder, obwohl sie ja. gottlob, keine Abnung von der wahren Bedeutung d:r Sache hatten, ein groß:s Gezeter anstimmten, während Frau Johanne in eine, diesmal unzweifelhaft echte Ohnmacht fiel, während sogar 'das Herz der Frau Heinzelmann angestchts dieses neuen Schreckens schmolz, und sie. in Thränen ausbrach, welche der' gutmüthige Gerichtsdiener vergebens dadurch zu stillen trachtete, daß er ein- um das andere Mal versicherte, man brauche nur einen halbwegs guten" Bürgen zum Richter So und So zu schicken, dann könne der Mann da" schon sein Supper wieder "outside" er meinte natürlich outside des Xlounty-Gefängnisses nehmen während also all' das geschah, zog Wurm gänzlich fassungslos und wie im tiefsten Herzen getroffen, seinen Rock über die Schultern, stülpte feinen Hut auf den Kopf und st te mechanisch den beiden Männern, die gekommen waren, ihm, dem Unschuldigen, der in der letzten Nacht all' sein Hab' und Gut verloren, nun auch noch die Freiheii und den guten Namen zu nehmen. Wurm sah nicht auf. als er. in der Mitte jener Beiden gehend, oder besser schwankend, an seines erbitterten Widersachers, des Painters, Haus vorüber kam. Er dachte auch nicht im Entferntesten an Hopser, ja nicht einmal an all' sein Elend und seine Noth, wie groß das auch war, dachte er in diesem Momente, sondern ihm kollerte im Kopfe plötzlich ein blitzvummer Spaß umher, über den er vor Wochen einmal herzlich gelacht hatte. Es handelte sich dabki um die Frage, wie man die Kanonen herstellt? ' und, die geistreiche Antwort lautete: man 'nimmt einfach ein Loch und schlägt etwas Kanonenmetall darum..., In seinen späteren Tagen wunderte sich Wurm oft darüber, daß er damals, in jener entsetz!!chen Stunde, an nichts Besseres hatte zu denken geivußt, als an jene Dummheit. Er hat eben unbewußt den Segen des Gesetzes vom Kontrast genossen, das im richtigen Augenblicke - unsere Sinne umschleiert und uns davor bewahrt, aus Kummer und Leid wahnsinnig zu werden. Hatte auch Wurm den Painter nicht gefehen, so war doch diesem der Grocer mit seiner sonderbaren Begleitung keineswegs entgangen. Hopser sah den Dreien sehr erstaunt nach, dann schlug er sich mit der flachen Hand derb auf den Schenkel und rief: Bomben und Granaten! Das war ja der Konstabler vom Richter Dingsda! Was ist denn da wieder los? He, Pomponius!- . Des Negers Wollkopf tauchte sofort .aus der Tiefe des Basements empor. Hör' mal. Pomponius sagte sein Herr und Gebieter, dort geht der Grocer von drüben mit einem Konstab ler "
"Did you see it, too?' grinste der Schwarze, bissl einsperren Mr. Wurm, sieht so aus he!" Daß Dich der Deuwel! Es ist gar nichts Spaßhaftes daran, Menschenfrejiersohn. Spring' einmal hinüber nach dem Dingskirchen wie heißt er doch? ich meine den Mann, wo die Würmer einstweilen untergekrochen sind und erkundige Dich vorsichtig, was denn geschehen ist. Und hörst Du: vorsichtig! Es braucht nicht gleich alle Welt zu wissen, daß ich Dich abgeschickt habe." Pomponius beeilte sich, dem Auftrage Hopsers nachzukommen. Aber er hatte gar nicht weit zu gehen, um zu erfahren, was geschehen war. Ueöerall saßen schon die Spatzen auf den Zäu, nen und pfiffen lustig das Lied von dem BrandstifterWurm". Es brauchte eigentlich nicht besonders betont zu werden, daß diesmal die Spatzen fast ausnahmslos Unterröcke und meistens Sommerbonnets auf dem Kopse und Körbe am Arm trugen. Nach kaum zehn Minuten war Vomponius zurück und erstattete demPain ter Bericht über das Ergebniß seine? Mission. ' ,.Oh. Mr. Hopser!" sagte er, und dabei riß er die nachtschwarzen Augen uf. so weit es nur gehen wollte. Böse Geschichte das. sehr böse Geschichte: Mr. Wurm bissl angezündet you foe Haus angezündet! Mr. Bly, Wholesale-Grocer unten down-town, weiß es bestimmt, hat Mr. Wurm arrestet. Sitzt jetzt hinter den schwedischen Gardinen wird ihm übel gehen he!" Wer hat Dir denn den Schwefel erzählt?" fragte Hopser, indem er die Brauen zusammenzog. .He? Wer Dir den Unsinn aufoebunden hat. Kameel?" brüllte der Painter seh: ärgerlich. ..Unsinn he?" antwortete Vomponius gekränkt. Alle Leute wissenAlle Leute! Die alten Weiber, meinst Tu." "Xo, andere auch: Mr. Rauten-
strauch..." So. so. Mr. Rautenstrauch! Na, das scheint mir auch der Wahre zu sein. Du, Pomponius". wandte er sich dann neuerdings an den Neger, ich will Dir was sagen: daß Du mir nicht witerklatschst. was Dir das dumme Volk da erzählt. Es ist ein Gesindel. sage ich Dir, und dumm wie Bohnenstroh. Ich habe den Wurm nie leiden mögen es ist wahr aber, verstanden, die Anderen mag ich auch nicht ausstehen. Das ist so 'ne GrocerGeschichte: der Wurm ist ein Grocer. der Rautenstrauch ist ein Grocer und der andere Kerl; dieser Spn oder Bly. oder wie der Lumv sonst heißt, ist auch Einer hol' der Teufel die ganze Gesellschaft. Aber weil die gane Bande jetzt hinter dem einen armen Teufel her, ist. will ich ihnen doch eir.mal einen Possen fpielen. Ja. das will ich!" Und damit stand der Painter auf. entließ in Gnaden seinen getreuen Schwarzen und schritt, gefolgt von den unvermeidlichen beiden Hunden, m sein Zimmer. Dort angekommen, begann er sofort, sich zu einem Ausgange zu rüsten, d. b. er zog seinen Rock an, setzte seinen Kalabreser auf und nahm hinter dem Ofen einen Stock hervor. Isis und Osiris wedelten bedeutend, führten die merkwürdigsten Freudensprünge aus und thaten auch sonst alles Mögliche, um ihrem Herrn begreiflich zu machen, daß sie sich unbändig darauf freuten, mit ihm ausgehen zu dürfen. Als aber Hopser seine Vorbereitun gen vollendet batte, pflanzte er sich vor den Hunden bin. hob den Stock, wie um sich die Aufmerksamkeit der Vierfüßler zu sichern und hielt ihnen eine kurze, aber kernige Rede. Ihr Köter." sagte er ungefähr. Niemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, daß es euch besser gebt, als Hunderttausenden von Zwei beinern 'meine? Art: fressen, faufen, schlafen, nichts arbeiten wer hat das von uns he? Heute müßt ihr daher schon gestatten, daß ich' einmal einein von meiner Rasse aus der Patsche helfe, so gut das möglich ist. und darum müßt ihr für diesmal zu Hause bleiben. Punktum!" Isis heulte schmerzlich auf. Schweig' still, mein Herz, schweig' stille," zitirte der Painter. ich meine: Du solltest gescheidter sein und Deinem Kameraden mit gutem Beispiele vor; angehen. Ich fahre zu dem Richter,, weißt Du. zu dem, dessen Name mir nicht einfiele, und wenn ich weiterhin jedenSuppenknochen mit einem blanker Dollarstücke bezahlen müßte, faxte dort in allerSchnellrgkeit den Schwach--köpf von drüben aus, und dann stehe' ich meinetwegen wieder zu Eurer Lerfügung. Good by, ladies and geiitlemenr Hopser schwenkte nach diesen Worten grüßend seinen Stock und verließ das Zimmer. . An-Milwaukee-Aoenne benutzte er einen Straßenbahnwagen, um seine menschenfreundliche Absicht, den armen Wurm aus dem Gefängniß zu befreien, desto schneller ausführen zu können. Mitten unterwegs wäre er aber beinahe wieder in seinem Entschlüsse wankend geworden. An Ehicago-Avenue' nämlich sah er zwei junge Leute in ein eifriges Gespräch vertieft stehen und augenscheinlich auf einen nordwärts fahrenden Straßenbahnwagen warten. Und alZ ti sich die Beiden näher betrachtete, wen erkannte er- in ihnen zu seinem großen Mißvergnügen? Niemand geringeren als den Dr. Julius Wurm und seir? leibliches Kind, Miß Helene! Daß Dich daö Mäuschen . beißt." lief Hopser bei diesem Anblicke so laut, und mit so zorniger Stimme, daß
zwei in seiner Nähe sirgende Ladies erschreckt von dem Erank" wegrückten, so weit es gehen wollte. Da brate mir nun dsch einer einen Storch," fuhr er leiser fort, fahre ich alter Esel da in die Stadt, um dem Bengel seinen Bater aus dem Loch zu holen, und der Luftikus schannuzirt inzwischen mit meiner Helene auf offener Straße!" Der Wagen, in welchem der Painter faß, fuhr währenddem aber weiter, und mit der Zeit gewannen wieder menschlichere Gefühle die Oberhand in Hopfers rauher Brust. Schließlich konnte ja auch der alte Wurm nichts dafür, wenn der Sohn ein nichtsnutziger Schlingel und Helene ein gedankenloses Frauenzimmer war. Und dann,- sann Hopser weiter, das muß man dem Burschen lassen: gestern hat er sich wacker benommen. Alle Achtung! Balrhasar H. Hopser ist auch kein Hasenfuß aber das mit dem Herausholen von Lipps aus dem brennenden Haus hätte er sich möglicherweise denn doch ein bischen überlegt!" - Das Zusammentreffen Julius' mit Helene war kein zufälliges gewesen, sondern die Folge eines Stelldicheins, welches das Mädchen ihrem Verlobten den Tag vorher gegeben. Helene, die an dem Aussehen Julius' wohl erkannt hatte, daß schwerer Kummer ihn bedrückte, und die aus gelegentlichen Aeußerungen des Vaters auch ungefähr wußte, was ihren Geliebten so tief niederdrückte, bat diesen herzlich und so inständig, sein Leid mit ihr zu theilen, daß er endlich nicht anders konnte, als all' seine Vedrängniß. die Noth, in der sein- Vater sich befand, die Furcht vor der Zukunft, die er dunkel und drohend vor sich sah, ihr mitzutheilen. Als dies geschah, war das Haus Wurms noch nicht niedergebrannt und man hatte den alten Mann noch nicht verhaftet. Aber auch ohne das war das Uebel groß genug. Trotzdem jedoch war Helene weit davon entfernt, in thatenlosem Schmerz den Kopf sinken zu lassen. Im Gegentheile! Als die würdige Tochter ihres, wie wir wissen, nichts weniger als sentimentalen Vaters meinte sie: Schlimme Zeiten bleiben Niemanden erspart, deshalb darf man nicht verzweifeln. Aber auf Regen folat allemal Sonnenschein." Nach dieser Unterredung war es, daß sie Julius um ein Stelldichein für den nächsten Morgen bat. Trotz des schrecklichen Ereignisses, welches die Nacht über Wurms Haus gebracht hatte, hielt Julius die ihm von Helene festgesetzte Zeit ein. Er mußte fast zwanzig Minuten auf seine Verlobte warten endlich kam sie. Die Thränen standen dem guten Mädchen in den Augen, als sie Julius, der in den letzten vierundzwanzig Stunden so Schweres erlebt, begrüßte, und auch er konnte nur mühsam seine Fassung bewahren. Tröste Dich. Julius!" bat sie. indem sie ihren Arm unter den seinen schob, es ist traurig, sein Heim zu verlieren, aber wem Gott Kraft und Gesundheit gegeben hat. der baut sich ein neues, und wird doch noch glücklich, wie schlimm es auch ausgesehen hat." Julius drückte der Geliebten in stummem Tank die Hand. Und nun. Julius." fuhr Helene mit etwas gekünstelter Lebhaftigkeit fort, verzeih' meine Vergeßlichkeit, wie hoch, sagtest Du. sei der Wechsel von jenem Schurken?" Der junge Mann sah das junge Mädchen, dessen Augen vor innerer Erregung glänzten, erstaunt an. Der Wechsel?" fragte er, siebenhundert und einige Dollars. Doch warum fragst Du?" Weil Helene stockte; dann nahm sie ein verschlossenes Kouoert aus der Tasche und reichte es ihrem Ver lobten hin. Weißt Du.mir war jetzt auf dem Herwege plötzlich so. als hättest Du etwas von sieözehnhunder! Dollars gesagt, und das wäre dumm gewesen, wenn ich ein: Verwechslung gemacht häik... Aber so nimm doch.... Und sie steckte ihr Kouvert dem Doktor. der noch immer nicht wußte, wo Helene hinauswollte, zwischen die Finger, so daß er nicht anders konnte, als es nehmen. Hastig riß er das Papier auf und fand sich nun plötzlich im Besitze von zehn Hundertdollarnoten. Helene!" ' Mein Gott, mach' doch nicht ein solches Aufhebens von der Sache," plauderte Helene, als sie die starren Augen in dem blassen Gesichte Julius sah. es fällt mir nicht ein, Dir das Geld zu schenken. Nicht einmal leihen konnte ich es' Dir, weil ich alles zusammen nicht so viel besitze. Ab, mußt Du wissen, wir haben Kredit oder tu gentlich Du hast i?n. denn ich habe bei der Sache nur die Vermittlerin gemacht." Ich verstehe Dich nicht. Kind!" sagte Julius noch immer sehr ausgeregt. Nichts einfache: als diese Geschichte." lachte Helene, während ihr aber die Thränen aus den Augen liefen. Ich war heute bei Tante Newman.." Und sie hat Dir das Gels....' Geliehen, Julius, ja wahrhaftig geZiehen; und das nicht mir, sondern Dir. Ich erzählte ihr die ganze Jammergeschichte von jenem Wechsel und balfi:, sie möge Nath schaffen, das beißt, mir das blöchen Geld borgen; bis ich Frau Doktor sein würde, würde ich es ihr zurllckge-ben. Da lachte sie vnd meinte, zu mir hätte sie kein rechtes Vertrauen, doch wolle sie Dir es leihen. Du müßtest eS ihr mit fünfProzent verzinsen und so weiter, was sie sonst noch vorbrachte, habe ich gleich wieder vergessen. Dann fuhren wir zusammen nach der Stadt zu ihrem Bankier und holten das Geld, und wenn sie nicht so lange gebraucht hätte, um Hut. Sonnenschirm, Handschuhe und Man-
telchen zusammenzufinden, so wäre ich auch Zitt rechten Zeit hier gewesen." : So plauderte Helene, glückselig, wiewohl ihr immer noch die Thränen über das liebliche Gesichtchen rannen. Und Julius wußte nicht, wie ihm geschah. Sein männlicher Stolz wollte ihn immer wieder antreiben, das Geld zurückzuweisen, und doch behielt er es und war glücklich, nicht blos darüber, daß er nun seinem Vater zu helfen vermochte, sondern noch mehr deswegen, daß sein gutes Geschick ihn ein solches treues und liebevolles Herz hatte sinden lassen. Die beiden jungen Leute kamen Lberein. daß Julius sofort sich zu jenem Mr. Bly begeben solle, um den Wechsel einzulösen, während Helene nach Hause fahren wollte, um nach der Küche zu sehen. Als die Beiden auf den Straßenbahnzug warteten, der Helene nordwärts mitnehmen sollte, fuhr, wie wir bereits berichtet haben, an den Ahnungslosen Papa Hopser vorüber. Er war, wie wir wissen, brummig wie eine Horn'isse, der man die Weintrauben weggenommen hat; und doch wenn er Alles gewußt hätte, was da hinter feinem Rücken vorging, er hätte nicht anders sagen können, als: Sie ist ein Prachtmädel!" Inzwischen war Papa Hopser bei dem Richter angelangt, dessen Namen ihm nun einmal nicht im Gedächtniß bleiben wollte, und der unter anderen schönen Eigenschaften auch die. für den des Englischen so wenig kundigen Painter besonders wichtige besaß, daß er Deutsch sprach. Die Sache, wegen welcher Hopser sich herbemüht hatte, war leicht genug gemacht: Man legre ihm ein bedrucktes Blatt Papier vor. aus welchem Hopser nur so viel entnahm, daß er mit $1500 dafür bürge, daß Mr. Arminius Wurm" zumProzesse erscheinen würde. Mit vieler Mühe klekste Hopser darunter seinen Namen und erkundigte sich dann sofort, ob er jetzt gehen könne. Der Elerk des Richters forderte dem Richter aber vorerst noch zwei Dollars ab, die dieser sofort erlegte, und fragte dann, ob er. Hopser, denn nicht auch den Mann' sehen wollte, für den er Bürgschaft gestellt; man würde ihn sofort aus der Jail holen.' Ne!" brummte aber der Painter sehr energisch, ich habe nicht die minbeste Sehnsucht danach! Ueberhaupt, judpe, wäre es mir angenehm, wenn der Mann aar nicht hörte, daß gerade ich den Wisch da unterschrieben habe. Geht das?" Ei freilich," lachte der Richter, machen Sie aber auch den Konstabler mit Jbrem Wunsch bekannt." Soll geschehen. Good by denn, jndp, und lassen Sie den Vogel nur fliegen; der ist um zwei Stunden früher, als er muß. wieder bei Ihnen." Hopfer tapfte hinaus. Draußen drückte er dem mit dem ganzen Gesichte lachenden Konstabler einen, Dollar in die längst nicht mehr erröthende Faust und ersuchte dringend, den Arrestanten" nicht wissen zu lassen, wem er die rasche Befreiung zu verdanken habe. Der Konstabler versprach es. So." sagte der Painter," während er anfing, die Treppe hinabzuklettern. Da wären wir denn fertig, Gott sei gepriesen. Good by, heilige Gerechtigkeit!" Eine halbe Stunde später war Wurm wieder ein freier Mann, welchen. wie der Konstabler ganz richtig bemerkt hatte, nichts hinderte, sein Supper "outside zu nehmen. Und was noch mehr werth war: auch den Prozeß selber, der mehrere Stunden hindurch gefährlich über seinem Haupte geschwebt hatte, brauchte Wurm nicht weiter zu fürchten. Denn als Mr. Bly das Geld für den Wechsel, welches ihm Julius auf das Zahlbrett gelegt, nachgezählt und eingestrichen hatte, sagte er zu seinem Elerk: Streichen Sie den Wurm case, Holton. die Leute haben bezahlt. Da' sieht man wieder, wie vortheilhaft es ist, wenn man gleich ernste Maß regeln ergreift. Glauben Sie, ich hätte einen Cent von meinem Gelde wiedergesehen, wenn ich den Mann nicht hätte hinter die schwedischen Gardinen setzen lassen? Xo, sir I bet you!" XIII. Ein unfreiwilliges BadundseineFolgen. Zwei Tage später kam Hopser plötzlich auf den Einfall, den kranken Lipps mit seinem Besuche zu beglücken. Zehn Minuten späte? befand er sich bereits auf dem Wege nach Stichows bescheidenem Quartier, wo, wie bekannt, Lipps einstweilen Unterkunft gefunden hatte. Diesmal umsprangen denPamter die beiden Hunde, denen er ausnahmsweise und im Gnadenwege" gestattet hatte, mitzukommen. Als Hopser so mit Isis und Osiris auf den Fersen ziemlich bequem die Straße hinunterschlenderte, hörte er hinter sich Jemanden rufen: Morgen!" Selbstverständlich war Balthasar weit davon entfernt, sich umzusehen, denn der Gruß konnte ja Jrgendjemanden angehen, und er verfolgte seit jeher das Prinzip, in solchen zweifelhaften Fällen sich so zu stellen, als hätte er nichts gehört. Isis und Osiris, die offenbar nicht demselben Prinzipe nachlebten, knurrten dagegen beide sehr unwirsch auf den Gruß des Unbekannten, und als er, jetzt aus geringerer Entfernung und noch lauter, wiederholt wurde, konnten beide nicht umhin, zornig zu bellen. Ob denn das Viehzeug ruhig und verständig wie andere Hunde vor sich hingehen könnte!" brummte der Pamter. nothgedrungen stehen bleibend und sich umwendend. Es besserte feine Laune nicht im Ge ringsten. als er erkannte, daß derjenige, der ihn angerufen hatte, Herr Rauten strauch war. Donnerwetter," rief dieser, als er auf fünf Schritte herangekommen war,
verfluchte Köter zerreiße' mir Hose'! Halte Sie sie. Mr. Hopser!" Erstens." sagte dieser sehr ernfthaft, sind das keine verfluchte Köter, Mr. Rautenstrauch, sondern meiae Schoßhündchen, wohl verstanden! Zweitens sind Ihre Hosen in keiner Gefahr, denn die Thierchen tragen Maultörbe. wie Sie bemerken wollen." Der Painter ging weiter, duldete mdessen, daß Rautenstrauch sich ihm anschloß. Es entwickelte sich nun folgendes Gespräch: Schöner Morgen, heute!" bemerkte Rautenstrauch. "Yttf; bin ganz zufrieden." Wohin gehe' Sie?" Besuch machen." Ist das so?" "Yes, das ist so." Rautenstrauch wußte nicht recht, wie er fortsetzen sollte, da Hopser sich als so einsilbig erwies. Endlich sagte er in seiner plumpen Weise, die aber für derb-aufrichtig gelten sollte: Na. wann soll die Hochzeit sein. Mr. Hopser?" Was für eine Hochzeit?" Da frage' Sie noch? Wisse' Sie nimmer, was wir bespräche' habe'?" Oh, Sie meinen Ihre Hochzeit mit meiner Helene?" Ja, die meine ich." So. so! Na. haben Sie denn schon mit Helene gesprochen, und was hat sie Ihnen für Bescheid gegeben?" I. wie werd' ich denn mit ihr rede', wenn's nit nöthig ist!" Nicht nöthig? Sie meinen wirklich, daß das gar nicht nöthig ist?." Aber wo!" rief Rautenstrauch gemüthlich. Wenn ich das Verspreche' vom Vater selber habe' thu'!" Dem Painter wurde die Geschichte zu bunt. Herr!" brach er los. das ist mir bei Gott zu dumm! Wollen Sie denn mich heirathen. oder das Mädl, in drei Teufels Namen? Ich kenne mich wahrhaftig nicht mehr aus. Wenn Sie durchaus mich haben wollen, so sage ich Ihnen gleich, daß Sie sich vergebens bemühen, denn ich möchte nun einmal keinen Grocer, nicht um Alles in der Welt! Wenn Sie aber meine Tochter haben wollen, so gehen Sie zu ihr und fragen Sie sie selber unser Herrgott hat ihr einen Mund wachsen lassen, und. wie ich sie kenne, wird sie um eine Antwort nicht verlegen sein. Mich aber lassen Sie dann ungeschoren." Rautenstrauch, weit entfernt, sich durch den groben Ton. den Hopser anschlug, beleidigt zu fühlen, sagte eindringlich: I. das ist ja Alles recht schön. Mr. Hopser, aber, wisse' Sie, da' streicht Einer herum " Streicht Einer herum?" unierbrach der Painter, stehen bleibend und die Hunde abwehrend, die wirklich alle Neigung hervorkehrten, dem Rautenstrauch, den sie nun einmal nicht leiden mochten,, an die Waden zu gehen. Streicht Einer herum? Was wollen Sie damit sagen, Herr? Ich hoffe " Aber no, Mr. Hopser." beschwichtigte Rautenstrauch. ..ich meine nur: der junge Wurm, der Doktor, der bewirbt sich auch um das Mädle. Er sagt sogar, sie sei sei' Verlobte und da trau' i' mi' nit recht 'ran!" Er hat das Ihnen gesagt?" erkundigte sich Hopser. So wahr ich da nebe' Jhne' geh'." beeilte sich Rautenstrauch zu versichern. Er meint, ich müßt' zurücktrete', weil er schon verlobt ist mit der Helene, und weil er sie heirathe' thät', ob's mir recht wär' oder nicht." Das meint er?" Akkurat das!" Na, sehen Sie. da hat man's wieder! Das ist ein Arzt, der traut sich heran, an die. die er gerne hat. Sie. als Grocer. haben natürlich nicht die Kouraae. Lassen Sie sich ausstopfen, mein Lieber." Aber Sie habe' mir doch versproche...." Hängen Sie sich auf, meinethalben, wenn Sie gar kein Hirn baben." rief der Painter wüthend. Sie glauben doch nicht, daß ich Ihnen meine Tochter an Händen und Füsien gebunden., in's Haus liefern würde? Da soll doch das Wetter dreinschlagen!" Ohne irgendwie sich zu verabschieden, ließ. Hopser, der eben vor Stichows Wohnhaus angekommen' war, seinen Begleiter stehen und begann die Treppe hinaufzusteigen. Dabei fchimpfte er noch auf jeder Stufe auf den langweiligen. Peter":. . Der Kerl, ist dumm, zum Häusereinrennen.... So ein Kameel!... Na, ich möchte ihn nicht haben, und wenn er seine Wohnung mit Zmanzigdollarstücken gepflastert hätte.... Das reine Känguruh! " Endlich war er oben angelangt, und aufathmend sagte er: Na. mich tröstet bei dem Allen, daß meine Helene ihm die Thüre vor der Nase zuschlägt, sobald er sie nur mit seinen Telleraugn ansieht, das ist so sure wie etwas!" Lipps lag, als Hopser eintrat, im Bette. Er hatte entsetzlich große und schwerfällig aussehende Brillen auf und las mit Hilfe derselben die Zeitunq. Stichow saß eben an einem der Fenster und schrieb an einem Briefe. Halloh," rief Lipps. aufrichtig er. freut und dem Painter die. Hand entgegenstreckend, der Albrecht Dürer der Western-Avenue! Wie geht's Euch, vieledler Herr?" Auch Stichow begrüßte den Gast mit vieler Herzlichkeit. Uff!" machte Hopser, mir scheint, ich hätte mir die drei Treppen sparen können, denn so viel ich sehen kann, geht's Ihnen, Lipps, besser als mir. Sie liegen bequem im Bette und freuen sich Ihres Lebens, während unsereins unter Noth und Elend und über steile Stiegen krauchen mutz."
Dem Verdienste seine'Krone," sagte der unverbesserliche Lipps. Stichow unterbrach jedoch weitere Folgerungen, die Lipps an seine Behauptung knüpfen wollte, indem er mit einer abwehrenden Handbewegung ausrief: Ich bitte Dich. Dicker, male den Teufel nicht an die Wand. Wenn Jeder nach seinem Verdienst im Leben gebettet würde, dann ginge es Dir, das darfst Du mir auf's Wort glauben, heidenmäßig schlecht. Bitte, nehmen Sie einen Stuhl, Mr. Hopser, und bedienen Sie sich mit einer Zigarre." Im Ernst gesprochen, Lipps," sagte der Painter, es freut mich, daß es Ihnen gut geht. Was sagt denn der Doktor?" Der Doktor meint, wenn ich nicht einmal mit einer schnell fahrenden Lokomotive zusammenstoße, nicht vom Auditoriumthurm herunterstürze und mir kein Haus auf den Kopf fallen lasse, so könnte ich recht gut meinen hundertsten Geburtstag erleben." Das heißt." fiel Stichow ein. es ist noch eine Bedingung dabei, die Du offenbar wieder vergessen hast " Ja, das ist wahr," sagte Lipps ein wenig niedergeschlagen, Trinken soll ich auch nichts mehr!" Halt!" unterbrach Stichow, davon war nicht die Rede. Das Trinken hat Dir der Doktor nicht verboten nur das Saufen." Ja wohl." seufze Lipps. aber das kommt bei mir ziemlich auf eins heraus!" Ja, mein Lieber." sagte Hopser bedachtsam, entweder man folgt feinem Arzt, oder man läßt es bleiben. Im letzteren Falle riskirt man, daß man eines schönen Tages, ehe man's gedacht, im Jenseits aufwacht." Und ich denke," mischte sich wieder Stichow in's Gespräch, Du hast alle Ursache, Deinem Arzt zu vertrauen und ihm. ohne zu mucksen, zu pariren. Oder nicht? He. was glaubst. Du wohl, wie's Dir ginge, wenn Dich der Dr. Wurm nicht in die Arbeit genom men hätte?" Hm." machte Lipps, es ginge mir dann aller Wahrscheinlichkeit nach wie dem seligen Polonius Ihr wißt ja. Hopser, dem Hofschranzen, den Hamlet aufspießte: ich wäre bei der Mahlzeit." Bei der Mahlzeit?" fragte Hopser, der in den Klassikern nicht eben bewandert war, sehr erstaunt. Ja, bei der Mahlzeit; aber nicht etwa bei einer, wo man ißt, sondern bei der, wo man gegessen wird; gegessen von der gewinen Reichsversammlung von Paladinen in der Gestalt von leckeren Würmern." Pfui Teufel!" rief Hopser ohne jeden Respekt vor Shakespeares unsterblichem Genius. Um im. Ernste zu sprechen," nahm wieder Lipps das Wort, wenn ich alle die Lobreden, die ich in meinem Leben schon auf lebendige und todte Mitmenschen gehalten, sammt und sonders auf den Dr. Wurm umprägen würde ich hätte noch nicht den zehnten Theil von dem gesagt, was man zu seinem Preis sagen könnte. Nicht blos als. Arzt, nein auch als Mensch sucht er seines Gleichen, und wer den nicht liebt und hochachtet, Hopser, ich sage Euch, der ist ein Kameel und bleibt eins.", So, so, hm, hm!" brummte Hopser nachdenklich. "Yes, sir," fuhr Lipps mit wahrem Feuereifer fort. Erst flickt er mir den Leib zusammen und leistet damit ein wahres Kunststück, weist dabei noch alles Geld zurück, das ihm Viktor' als Beitrag zu meinen Unterhaltungskosten aufnöthigen will; dann rettet er mich mit eigener Lebensgefahr aus den Flammen, in denen ich unfehlbar hätte braten müssen, endlich behandelt er mich jetzt noch so sorgsam, als wollte er mir später eine Rechnung schreiben so lang wie die Bettdecke da ich sage Euch, Hopser, es gibt Niemanden, der sich mit ihm vergleichen könnte." Hm, hm!" machte wieder Hopser. "Well, ich weiß, ihr könnt die Würmer nun einmal nicht leiden, aber wenn Ihr den Doktor ebenfalls -mit Eurem Haß verfolgt, dann könnt Ihr mir wahrhaftig aufrichtig leid thun!" Fällt mir gar nicht ein." sagte de: Painter. ich kenne ihn ja kaum. Na, wie gesagt, es freut mich, daß es Ihnen wohl geht " Hört einmal. Hopserchen," unterbrach Lipps, Ihr war't doch auch in der Unglücksnacht am Brandplatz habt Ihr denn keine Ahnung, wer es war. der dem Doktor half, mich über die Leiter hinunterbringen? Weiß der Donner, es hatte mich Jemand bei den Beinen, aber ich war zu Dreivieritheilen ohnmächtig und konnte drum nicht sehen wer es war. Ich möchte dem braven Mann denn doch wenigstens Dank sagen." Er wird genug gekeucht haben unter Ihrer Last," lachte Hopser. Ne. Lipps, das weiß ich nun nicht war's nicht Mr. Stichow?" Ich? keine Idee!" sagte Stichow, als ich ankam, lag der Dicke schon am Rasen im Hof und schnappte nach Luft, wie ein Fisch nach Wasser." Na, ich weiß es auch nicht," erklärte Hopser noch einmal, indem er sich zugleich erhob, 's ist Zeit, daß ich mich wieder auf die Beine mache. Good byt genilemen!" Das habt Ihr doch gelesen," sagte Lipps, während er dem Painter die Hand reichte, daß der Schuft, dieser Brozen, gefangen ist?" Der nach Ihnen gestochen hat? Kein Wort weiß ich davon!" . "Yes, sir," triumphirte Lipps, sitzt fest, wie ein Hecht an der Angel. Just als er in Vicksburg unten sich nach New Orleans einschiffen wollte, faßte ihn ein, Blaurock am Wickel. Chicago roird nächstens wieder die Ehre haben." (Fortsetzung folgt.).
Aur die Küche. - ' Kaiserinsuppe. Aus Rindfleisch. Kalbfleisch und zwei Suppen-.' Hühnern, die man vorher zehn MinuterrZ inButter ringsherum anbrät, ohne daß? sie Farbe annehmen dürfen, bereites man mit sechs Quart Wasser, dem no, thigen Salz und verschZedenenSuppen. wurzeln eine gute Kraftbrühe, die man! durchseiht und gut entfettet. Die Tup-j penhühner werden aus der Brühe ge nommen, sowie sie weich sind, daZ,Brustfleisch abgelöst und mit weniÄ Brühe bedeut, das übrige Fleisch sein! gestoßen und mit etwas süßer Sahn? vermischt beiseite gestellt und die Knö chen zerhackt. Die fertige Brühe wirdö mit etwas in Butter geschwitztem Mehr dünnsämig gekocht, die zerhackten Sbxoi chen kocht man mit leichter Bouillon! noch dreißig Minuten aus und th$ diese Brühe zu der Suppe, die man langsam damit noch eine halbe Stunde kochen läßt. Vorher hat man junges grüne Erbsen, Blumenkohlröschm,' Spargelköpfe, rautenförmig geschnit tene, junge, grüne Bohnen und kleines kugelförmig ausgestochene Mrhrrübeir in Salzwasser weich aekocht. Man legk diese abgetropften Gemüse, nachdeni man die Suppe mit dem feingestoßenerr Hühnerfleiscb und drei feingeriebenen, harten Eigelb legiert hat, hinein und richtet sie über dem in feine Streifen: geschnittenen Hühnerbrustfleisch an. ! Fleischspeise v o n K a l b s braten. eine recht dick mit Butter ausgestnchene und mit Kaffeebrod ausgestreute Form thut man einen tiefen Suppenteller fein geschnitteneni Kalbsbraten, eine Prise Salz darüber, und möglichst viel Sauce, hierüber streicht man einen Teig, de? aus sol--genden Zuthaten besteht: einem halben Pfund Mehl, einem halben Pfund Wasser recht gut abgerührt, dann vier Eigelb dazu und den steifen Schnee derselben. Sofort in den Ofen g'choben und eine Stunde gut backen lassen.' Mit recht säuerlichem Kartoffelsalat schmeckt es besonders gut. Spargel mit Buttersau c e. Die nöthige Anzahl schöner, starker Anzahl wird geputzt, gewaschen, in Bündel zusammengebunden und in einer Kasserolle mit siedendem Wasser und einem Stückchen Butter weich ge dünstet, dann herausgenommen, aufgebunden und auf einer runden Schüssel. mit den Köpfen nach innen, angerichtet. Inzwischen thut man 3z Unzerr frische Butter. 34 Eidotter, eine halben Löffel feines Weizenmehl und den Saft einer Citrone in einen Topf, quirlt dies im Wasserbad schaumig, gießt nach und nach ein PintFleischbrühe zu. schlägt oder quirlt die Sauce dicklich bis fast zumKochen und gießt sie über den Spargel aus. Das Spar gelwaner, in welchem man den Spar gel weich gekocht hat, kann man zu einer wohlschmeckenden Suppe verwenden, indem man es mit ein wenig ge hackter Petersilie verkocht und mit ei ner hellen Mehlschwitze verdickt. ' Marinirte Eier sind den we nigsten Hausfrauen bekannt, trotzdem sie besonders bei Herren ungetheilten Beifall finden. Man kocht etwa 13 Eier hart, schält sie und legt sie in einem kleinen Steinkopf. Dann kvcht man ein Quart Essig mit einer halben Unze Pfeffer, ebensoviel Ingwer und Jamaikapfeffer 10 Minuten, fügt zuletzt ein Bündelchen feine Kräuter und 150 Gran feinenZucker hinzu und gießt diesen Essig durch ein Sieb auf die Eier. Nach dem Erkalten der Marina de wird der Topf mit Pergamentpapier überbunden und drei Wochen an einen kühlen Ort gestellt. Dann sind die Eier gut. Man nimmt sie beim Anrichten aus der Marinade, schneidet sie mitten durch und garniert sie mit einem Kranz junger Kresse. Vorzügliche Käsetorte. Zuthaten: 3 Pfund weißer Käse, auch Quark qenannt, fest ausgedrückt, ein Viertel Butter, 5 Eier, ein . halbes Pfund Zucker, etwas Vanille. Zuerst bereitet man einen Butterteig von ei nem viertel Pfund Butter, einem halben Pfund Mehl, Zucker und ctwaä Wasser (es darf aber kein Ei genom men werden). Mit diesem Teig belebt man die Kuchenform und läßt denTeig halb gar backen. Unterdessen rührt man die Butter schaumig, gibt die Eigelb, den Zucker und den trockenen Käse hin ein nebst einem Eßlöffel Mehl, rührt die Masse tüchtig und mischt zuletzt den festen Schnee der Eier durch und soviel Vanille, daß die Käsemasse reichlich nach der Würze schmeckt. Ist der Teig gut angebacken, füllt man die Form mit der Masse und läßt den Kuchen backen, bis er oben recht schön braun ist. Die angegebene Portion ist auf ei ne kleinere Springform berechnet. ' Waffeln. Ein Pfund Butter wird fchaumig gerührt, 12 Eiqelb, 12 Löffel voll Mehl, 6 Löffel voÄ saure Sahne, 6 Löffel voll Milch abwechselnd dazugethan, auch .etwas Salz, zuletzt noch der Schnee von 12 Eiern. Man bestreicht die Waffelform mit Speck, schwarte, bäckt die Waffeln auf beiden Seiten schön gelb und giebt sie wann, mit Zucker bestreut, zu Tische. . Wein creme auf. eng li s ch e A r t. In eineKasserolle thut man 8 Eigelb, ein Viertel Pfund gestoßenen Zucker. Saft und Schale einer Ornge und einer Citrone, drei Viertel Quart Rheinwein, schlägt dies über ' Feuer mit einem Schneebesen bis kurz, vor dem Kochen, thut den Staub von 123 Gran Hausenblase dazu und ein Glas Rum oder Arak, mischt dies gut durch einander und stellt es kalt. Präludium. Bauer: Wenn Se nich gleich machen, daß Se auZ der Wiese rauskommen, hau' ich Se die Beene kaput! Herr: Aber lieber Mann, ich konnte ja nicht wissen, daß man hier nicht gehen darf., Bauer: Drum hab' ich Se'S ersqt im Guten
l gesagt!
