Indiana Tribüne, Volume 19, Number 247, Indianapolis, Marion County, 24 May 1896 — Page 4

Zndiana Tribüne.

Erscheint Täglich und Sonntagö. Die tlglicke .Tribüne" kostet durch den Irlger 2 ent per Woche, die ontaa.,rribüe''I et per Woche. Beide ,usmen IS ent ,de 5 SentI vr ,at. Per Poft außerhalb bei tdt zugeschtck in oraube,hlng V pei ahr. omc 18 eüd Nlavama StraKe. Indianapolis, Ind., 24 Mai 1896. Sonntags - JJsiiuÖcrci. Die Geschäftsleute machen trübe Gesichter. Die Geschäfte gehen schlecht. Daran ift allerhand Schuld, worüber man nicht leichtweg plaudern, sondern nur ernst sprechen kann. Lassen wirS daher beiseie. 9?ur einen Punkt, der nicht wenig zu den schlechten Geschäften im Allgemeinen beitragt, will ich erwähnen und daS ist daS Radfahren. DaS Radfahren ist zu einer Epidemie geworden, und Tausende schassen sich Räder, welche sich daS Geld dafür auf irgend eine Weise abzwacken müssen und deren Verdienst nicht hinreicht, um neben der kostspieligen Beschaffung eineS RadeS die sonst gewohnten Bedürfnisse zu befriedigen. Da müssen dann natürlich andere Geschäfte darunter leiden. Mädchen, welche hie und da ein paar DollerS für allerhand anderen Putz- und Flitterkram ausgaben, haben jetzt ihr Rad abzuzahlen, und eS giebt Leute, welche im schäbigsten Anzug herumlaufen, bloß um sich ein Rad beschaffen zu können. Räder sind nun einmal in der Mode und die Mode muß man eben mitmachen. Biö manS aber kann, ist daS so eine eigene Sache. ES geht damit wie mit dem Tabakrauchen. Wenn ein junger Mensch in dem Bevußtsein und dem Stolze der herankommenden Manneswürde anfangt zu rauchen, dann wirds ihm allzumal gottsträflich schlecht, so schlecht, daß sich ihm daS Innere zu äußerst kehrt und er bei sich tausend Eide ablegt, daS giftige Kraut nie mehr zu berühren. Aber eS dauert nicht lange, da hat er den auS dem Teufelskraut gefertigten Glimmstengel wieder im Munde und mit einer wahren Todesverachtung raucht er daraus loS, als gälte eS die Erwerbung der ewigen Seligkeit. Nach einer Weile fängt er wieder an zu schlucken und zu drücken, eS schnürt ihm den HalS zu und der Angstschweiß steht ihm auf der Stirne. Er bezahlt seinen Tribut. Aber mit einer Beharrlichkeit, die einer besseren Sache würdig wäre, hält er auS, und schließlich besiegt er die Natur. Aehnlich, nur etwa? anders geht eS mit dem Radfahren. ES geHort dieselbe Beharrlichkeit, dieselbe TodeSVerachtung dazu, um trotz hundertmaligen HerunterfallenS dabei zu bleiben. Nach und nach färbt sich der Körper des beginnenden Radfahrers grün und blau, in der Periode des Tätowiren geschieht eS gar oft, daß er sich dornimmt, daS scheusälige Ding, daS nicht pariren will, in die Rumpelkammer zu werfen, aber eS zieht ihn doch wieder zu demselben. Er setzt sich auf den wackligen Gaul und klammert sich mit den Händen so fest an denselben, alS volle er ihn im Leben nicht wieder los lassen. Er läßt auch nicht loS und fällt natürlich mit ihm. Aber schließlich überwindet erk doch und wenn eS zum ersten Male geht, strahlt sein Seficht vor Freude. Aber seine Leiden sind noch nicht vorbei. Er fährt über ein Straßenbahngeleise und er kann das Rad nicht mehr halten. DieS rollt auf einen Trolleypfosten zu, er läßt eS loS und schlingt die Arme um den Pfosten, alS ob er in heißer Liebe seinen HerzenSschatz umarmen wollte. Und wenn auch kein Mensch auf ihn achtet, so hat er doch daS peinigende Gefühl als stünden tausend Menschen um ihn herum, die ihn auslachen. Hat er besonderes Pech, so geht in diesem Augenblicke wirklich gerade sein Schah vorbei und sieht ihn in der lächerlichen Situation. Wenn der unglückliche Anfanger durch die Straße fährt, so macht ihn jeder herankommende Wagen verdös und jedesmal entringt sich ein tiefer Seufzer seiner gequälten Brust, wenn er glücklich daran vorüber ist. Ihm kommt eö vor, als führen alle Wagen, die er vor sich sieht, nebeneinander und er sieht auS der Entfernung keinen Zoll Raum, um an denselben vorbeizukommen. Er flucht innerlich über die unvernünftigen Kutscher, aber nach einem Weilchen athmet er doch etwaS leichter, er sieht, daß eS nur optische Täuschung war und daß die Wagen auch hintereinanderfahren. So einem unglückseligen Anfänger ist die br,.teste Straße zu enge und er ärgert sich über Jeden, der. außer ihm sich das Recht nimmt, die Straße zu befahren. DaS Schlimmste für manchen Ansänger ist, daß er nicht von dem Qf

fährte freiwillig 'runterkommen kann. DaS verflszte Ding steht nicht still, eS hält sich nur durch die Bewegung auf-

recht, im Fahren abspringen, ist so eine Sache, und steht man still, dann fällt eS um, natürlich mit dem, der darauf fitzt. Für Anfänger mag eS daher als Regel gelten, daß sie nicht herunterspringen, sondern herunterfallen. Der Leiden eine? beginnenden RadfahrerS find mancherlei. Manchmal schlüpfen ihm die Pedale unter den Füßen weg und er zappelt mit denselben in der Luft herum, wie ein Hampelmann, der an einer Schnur hängt; er sieht in der Straße eine sog. watercap, oder ein Loch, sieht es zu spät, er weiß nicht, wie er daran vorbeikommen kann und steht tausend Aengste aüö, bis er über daö gährniß weg ist; er hat Glück, wenn er bloß einmal jeden Tag einen Wagen anrennt, aber schließlich, wenn er den Muth nicht verliert und mit ganzen Gliedern davonkommt, wird er (oder auch sie) ein geschickter Radfahrer. Ist er ein anständiger vernünftiger Mensch, dann fährt er stets mit mäßiger Seschdindigkeit und setzt sich und Andern keiner Gefahr auS, ift er aber ein roher Lümmel und rücksichtsloser Rüpel, dann saust er wie wahnfinnig die Straße entlang und um die Ecken herum, bringt die Leute in Gefahr und bricht dielleicht selber einmal den HalS dabei. Der Plauderer. Villiges Schweinefleisch. Knollendorf ist ein Flecken am Mittelrhein, welcher außer einer Einwohnerzahl von beinahe 199 Köpfen die Eigenthümlichkeit hat, so viele hübsche Schweinchen zu besitzen, als erwachsme Bürger vorhanden sind. Für das Halten der Rüsselträger bedaure ich, eine bestimmte Triebfeder nicht angeben zu können, vermuthe jedoch, daß jedem Knollendorfer eine zarte Neigung zu diesen ebenso unreinlichen als nützlichen Thierchen gleich mit der Muttermilch imprägnirt wird. Zu jener Zeit, wo meine wahrhaftige Geschichte spielt, sah es recht ernst aus in unserm lieben Oertchen. Den alten Vater Rhein mußte wohl ein übermüthiges Nixchen einmal wieder recht tüchtig gekitzelt haben, denn er geberdete sich so toll in seinem Bette, daß die Kissen sich aufeinander thürmten und die alte Lade Risse bekam, oder, weniger poetisch ausgedrückt, daß die Wogen stellenweise die Höhe der Dämme erreichten und letztere in : fahr geriethen, durchzubrechen. Für Knollendorf und das benachbarte Städtchen Grilach standen die Sachen besonders schlimm, denn gerade an dieser Stelle war der Deich wenig stark. Längst hatten sich schon die Grilacher Bürger daran gemacht, die am meisten gefährdeten Stellen zu befestigen und für die nächsten Tage wurde sogar Militär zur Hilfeleistung erwartet. So lagen die Dinge, als unter dem Vorsitz des Grilacher Bürgermeisters in Knollendorf eine große Versamm lung stattfand, um zu berathen, was im Falle eines wirklichen Dammbru cheS zu geschehen hätte. Lange waren die Meinungen getheilt, bis man . sich endlich dahin einigte, bei Eintritt einer Katastrophe sollten die Knollendorfer ihr Liebstes .schleunigst guf- und zusammenraffen und nach dem höher ge legenen Grilach eilen, wo sie mit Gottes und des Militärs Beistand wohl untergebracht werden .könnten. Im Städtchen sollte durch die Feuerwehr eine permanente Deichwache ewgerich, tet werdenwelche bei höchster Gefahr das auch in Knollendorf gut hörbar? Vrandsignal' blasen wurde. ' Nachdem dieser Beschluß zur namentlichen Be, friedigung der guten Knollendorfer gefaßt worden war, überließen sich letzte wieder . ganz ihrer gewöhnlichen Gernüthsruhe, fütterten ihre Schweinchen und ließen die vdrsichtigeren Grilacher in Sturm und Regen 'auf dem Damme Wache, stehen. So vergingen zwei Tage, als am Abend des dritten der alte Nachtwäch. ter plötzlich schreckensbleich in dasGastzimmer Zum grünen. Meerkater" gestürzt kam und nur noch gerade Puste genug beaß, um die Worte ausstoßen zu können: Et blost det Water kömmt!" Wenn sich die Stühle plötz. lich in glühende ölkn blocke verwandelt haben würden, hätten die Bauern nicht schneller aufspringen können, AlleS stürzte vor die Thüre, um mit eigenen Ohren die unheilverkündenden Töne zu vernehmen. Und richtig, untermischt mit dem Rauschen des . Regens ' und dem Heulen deö Sjurm.e? klangen deutlich die Töne eines . Hsxnsignals von Grilach herüber. Kein Zw.ejfes, der Dammbruch mußte erfolgt sein. Da galt kein Zögern mehr. Seg, Pitter. Krtschan, Jochen, wat nümmö Dau met? war jetzt die allge-' meine Frage. Ick nehm min Swin, dat is ml et Liwstl meinte der dicke Wirth welcher sich einer gewissen Autorität erfreute, 5Dat sall Di swerft weckloopen bi de DrZngelei warf ein., ändert? ein, erhielt.. aber, die überlegene Antvsrj; Sewsredend werd et erst geschlacht! Das leuchtete jedem ein und tote tex Sturm zerstoben war all der Hörer Schwärm. Fünf Minuten später er füllte ein furchtbares, schmerzerslllltes Gequieke die Luft und gleich darauf hatte das letzte Schweinchm ja seines EigenthümerS -Arm perröchelt. . In langen Reihen eilte alsdann fcie edle Sckssr der Anollenwrfer, die

tyeUte Last auf dem breiten Rücken, so schnell sie ihre Beine tragen konnten, gen Grilach. Die Signaltöne waren inzwischen verstummt, der Regen hatte nachgelassen und still und friedlich lag das Städtchen im Mondschein. Still und friedlich?" wird vielleicht die eine oder andere nicht allein schöne, son dern auch gefühlvolle Leserin staunnd fragen, wie ist das denkbar?- Und doch war es so, aber ich darf nicht vorgreifen. Auch den Knollendorfer kam die Ruhe in Grilach sonderbar vor, als sie mit den Leichnamen ihrer Liebsten" durch's Thor gezogen kamen. .Trotz ihrer dicken Schädel wähnten sie doch, daß ein Ereigniß, welchem ihre Lieblinge zum Opfer fallen mußten, auch in Grilach einige Aufregung erzeuge. Vor dem Schulzenamt wurde Halt gemacht und den ermüdeten Rücken etwas Ruhe gegönnt, indem man die theure Last vorläufig in langen Reihen auf dem Erdboden deponirte. Dann wurden mehrere, um den Bürgermeister zu holen, zum blauen Schwan" gesandt, wo derselbe zu noch größerer Verwunderung der ehrsamen Schweinezüchter beim Schafskopf" saß. Nach einigen Minuten erschien denn auch der alte joviale Herr und mit ihm ein großer Theil der besser situirten Bürger. Waren übrigens die Knollendorfer er staunt über die Ruhe im Städtchen, so waren es die Grilacher nicht weniger über den sonderbaren Aufzug der tu. sieren, sowie über die mitgebrachten Rüsselträger, und es dauerte eine ganze Weile, ehe der . Schulze endlich die Worte herausplatzen konnte: Ja, Leute, was bedeutet denn das eigentlich?" Awerst, Herr Burgemeister, et hat doch geblose." brachte einigermaßen bestürzt der dicke Wirth hervor, während seine Mitbürger dastanden, als hätte jeder von ihnen gerade den Geist seiner Schwiegermutter gesehen. Wieder entstand eine Pause, doch dieses Mal nur eine kurze, dann begann das Gesicht des Stadtoberhauptes plötzlich sich aufzuhellen, und der gute, alte Schulze brach in ein derart!ges Gelächter aus, daß es ihm für die nächsten fünf Minuten nicht möglich war, auch nur ein Wort heroarzubringen. Aber Leute. Knollendorfer!" rief er endlich, nachdem er wieder etwas zu Athem gekommen war. Eure Dummheit istdoch zum Ver zweifeln! Heute Morgen ist das Dersprochene Militär eingetroffen und was ihr gehört habt, war nicht das Alarmsignal, sondern der allabendlich geblasene Zapfenstreich. Uebrigens ist das Wasser seit gestern Abend fallend und jede Gefahr dars als vorüberge-' gangen betrachtet werden!" War dem einen oder anderen der anwesenden Grilacher bisher noch etwas räthselhast an dem eigenthümlichen Vorkommniß gewesen, so war dieses Räthsel jetzt gelöst und ein vielstimmiges nicht endenwollendes, Gelächter erschütterte orkanartig die Luft. Aber auch durch die dicken Schädel der Knollendorfer hatte die kurze Rede des Bürgermeisters glücklich ihren Weg gefunden. Dunnerklau!" fluchte der .dicke Wirth und als wenn dies ein Commandowort gewesen wäre, luden plötzlich die sämmtlichen Bauern die theuren" Lasten wieder auf ihre dreiten Rücken und, heidi, ging's zum heimathlichen Schweinekoben zurück, als Ware der Gottseibeiuns mit glühender Mistgabel hinter der edlen Schaar. Am andern Tage erschienen die Herren jedoch wieder mit den Körpern ihrer Liebsten", nicht um diese Pietätvoll der Erde zu übergeben, sondern um sie in höchst frivoler Weise zu veräußern. So billig war Schweinefleisch in Grilach noch niemals abgegeben worden, denn da man wußte, daß die Knollendorfer erst eingeschlachtet hatten, und also das Fleisch verkaufen mußten, so sah sich Niemand veran laßt, tief in den Säckel zu greifen. Mancher arme Grilacher. de? sonst vielleicht nur an den drei hohen Fest? tagen des Jahres Fleisch auf seinem Tische sah, konnte sich einen Braten leisten und wenigstens vierzehn Tage lang hatten die Aerzte nichts zu thun, als überladene Magen zu kuriren. Aenne Ehomasuhr. Humoreske von I. Sch. Was halten Se von Traimen, he? Seit eeniger Zeit gloobe ich feste d'ran und dis aus gutem Grunde. Troomte mir da neilich, ich wär mit d'r Nase in änne große Regenpfitze gefallen und wie ä halbgebieechter Kameruner wieder uffgestanden, und kurze Zeit d'ruff hab'ch Se ä sulches grailiches Pech, daß meine Kinder und .Kindeskinder wenn'ch welche haben häte, noch nach Jahrhunderten d'rvon erzählen wärden. Das ging Se nämlich ä so zu. August," sagte eenes scheenen Tages meine liebe Ehehälfte, und hält M'r ä beschrieb'nes Papier vor de OoSen,.da schreiben m'r meine Eltern schun wieder, daß'ch se doch recht bald ,ämal besuchen - möchte, ' wie wärsch denne. wenn'ch'n endlich cjmal die heemliche Freide machte und nach Großenhain kutschirte?" Agnes," sagte ich uff diese Worte geriehrt, fo&re Der edle? Vorhaben auS.' ich als liebender ßZgttk wi? Dir nich .hinderlich fein. Es, is, p?eeß Knöppchen, ä gutes Zeechen vun Delnem kindlichen Herzen, daß de Deine alten Eltern uff tzies, Weise ehrst." Im Geheemen aber srejtx jch mich, daß'ch in Abwesenheit mejnes gestrenoen Ehestands-Corporals. meiner AgneS, ijmgs eenige Tage mei freier Herr wä und Abends im Rothen Ochsen" & Stindchen länger quetschen könnte. De Reesevorbrreitunaen Lingeff ooch

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ganz gut vun Statten und den dritten Tag schon war'ch glicklicher Stroh wittwer. Da eenes scheenen Vormittags, ich war gerade d'mit beschäftigt, den Abends vorher in meiner Stammkneipe gefangenen Kater mit an'n sauren Häring ze bekämpfen, kommt d'r Postbote und bringt m'r ä ' kleenes, ziemlich schweres Kistchen. Wo konnte das her sein? Jch beguckte m'r de Adresse, kenne aber de Handschrift nich, ooch d'r Uffgabeort Dräsen" war mlr, weil'ch dort Niemanden kannte, a ziemlich behmsches Dorf. Jch drehte das Ding nach allen Seiten hin, um zu erfahren, vun wem's denne eegentlich sein kennte, aber da gab's freilich nischt. Da was war denn das? Aus dem Innern des Kästchens kam ä eegenthiemlicher Ton. wie das Ticken vun änner Uhr. Ich werde uffmerksam. Da lief m'r platzlich anne dicke Gänsehaut ieber den Ricken und meine Haare suchten Männchen ze machen. Mir hatten uns nämlich d'n Abend vorher am Stammtische vun allerhand Verbrechen, vun Dinamitattentaten. Thomasuhren und anderen lieblichen Dingen unterhalten, so daß vor laute? Graulen und Gruseln mei Ricken wie a Reibeisen ausgesehen haben muß. Was kunnte also in dem Kistchen vor mich andersch sein, als änne sulche lie benswärd'ge Hellenmaschine, die eenen im Oogenblicke glei neinz'gtausend Meilen in de Erde 'neinhaut! Mir war weesterhole, mit eenem Mal ganz schwach ze Muthe, und mer damischer Kater war plätzlich verschwunden. Ach du meine Gute, uff anne sulche barbarische Weise sollte ich mei theires Leben einbießen! Agnes, verleichten stehst De Deinen August uff diesem Planeten nich wieder! Eenen Oo genblick ieberlegte ich. Das mörderische Ding mußte uff alle Fälle unschädlich gemacht war'n und das so schnell wie meeglich. Wieder simelirte ich, dann holte ich meine neie Jagdflinte aus'n Schranke Se missen nämlich wissen, daß'ch mei Lebtag a halber Nimrod gewesen bin nahm das Kistchen vorstcht'g unter'n Arm und spazierte mit än'n' Härzen, das vor Ufsregung wie a großer Schmiedehammer in d'v Brust pumperte, zum Städtchen 'naus und uff ä großes freies Feld. Hier legte tf i fetpitf r i ico nu oas NlttHen 10 recyl veya beh uff de Erde, wobei es noch ämol. rote mir zum Höhne, recht deitlich .Ticktack! Ticktack!" machte und retirirte hinter ä'n ziemlich entfernten Karschboom. Jtze läge ich den scharfgeladenen Fchießbriegel an und Pardauz !" Zeht's, daß m'v ordentlich Här'n und Säh'n vergeht. Die Kugel mußte ihr Ziel getroffen ha'm, denn Schnurrrr raaz!" klang's vun d'n Kistchen her in mei Ohr. Um sicher ze gehn, schickte ch noch ä Sticker zwee bis drei Kugeln ?in. die ooch sämmtlich die gewinschte Wärkung hatten. - Da keene Explosion ufolgte. schlich. ich mich -bald druff iach d'n Kistchen hin, nahm mei gro es Taschenmesser 'raus und brach behutsam d'n Deckel 'runter. geerscht quillt m'r ä Haifchen Hai entzegen. Ich untersuche weiter. Da find'ch glei d'ruff ä eegenthiemliches Ding in scheeneS weeches Seidenpapler 'ingewickelt. Härn, war das schwer, oas konnte ahm norr änne meschante Thomasuhr sein. Behutsam ziehe ich Znne ganze Masse Papier, wie de Haite ?on änner Zwiebel 'runter. Jtze kam's letzte, da was war denn das? Zch hielt, weesterhole, wärklich änne Uhr in d'n Händen. Zum Glicke 'chien's keene Thomasuhr, sondern a Kontrolleur im Gegentheil, änne fähre 'cheene Stutzuhr in än'n Porzellangeiaise ze sein. Jch denke doch glei, mich oll d'r Asse kratzen, so verwundert var'ch ieber de ganze Geschichte! lnd dann ach du meine Giete st war daS arme Ding von änner Ubr dorch de' ??lint,nkugeln zermärschelt? 's Zifferblatt dorchlächert. 'S lZehaise aus'n Leime, 's Räderwerk in Sticken, 's war reene zum Erbarmen! Aber wem kunnte nyrr de? scheene, hemesirte Stundenzeiger geHeeren? i.Gott se. Dank, daß'r ni meine is,dacht'ch bei mir, ich cjrgerte mich sunst kck'g und scheck'g! Da siel m'r uff eemal a Bneschen in de Hände. Die Schrift kam mir hekannt vor; ich las: Mein lieber.August!Hkjrre, der Brief war also n mich gerichtet und hatte meine thejre Stroh? Wittwe, meine Agnes, zor Verfasserin. Sie schrieb: Indem, daß ich hoffe, daß Du Dich auch ohne meine Wenigkeit wie zu Hause fühlst.was bei mir ebenso ziemjich der Fall ist. theile ich Dir mit, daß ich heute mit meinem liebenVaer emen Abstecher von GroßenbaZn nach-Dres.

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den gemacht habe. Hier sah ich gar viele schöne Sachen, besonders gefiel mir das, was in der Niederlage der MeißnerPorzellanfabrik in derSchloßstraße ausgestellt war. Da mein Vater gerade bei guter Laune war, so kaufte er mir eme Stutzuhr, wie ich mir längst schon eine gewünscht hcüe. Möge sie Dir recht viele frohe Stunden zeigen! Den Brief schreibe ich im Eomptoir, während das Einpacken und Abschicken der Uhr vom Ladenpersonal besorgt wird. Bald bm ich wieder m Deinen Armen etc." Weiter las'ch ni, 's war, als wenn der Blitz vor mir in de Erde gefahren wäre. Jch knitterte den Brief vor Wuth zusammen, dicke Angstschweiß troppen standen m'r uff d'r Stärne, und meine Zahne trommelten 'n Generalmarsch. Mir war, weeß Knäppchen, als mißt'ch mit der Extrapost aus der Haut fahren! Ganz stille packte ich mel Kramchen zesammen und storchte mit än'n Gesichte, als wenn m'r de Hiehner 's Brot gefressen hätten, nach Hause. Hier packt'ch de demelirte Uhr in ä andres Kistchen, legte noch a Brieschen be: und adressirte das Ganze an de König!. Porzellan-Rie-derlage in Dräsen. Schun d'n dritten Dag druff kam ä neies Kistchen for mich an, für daß'ch, weeß Knäppchen, 200 Mark Postnachnahme bezahlen mußte. Ei, du gerechter Strohsack, zog'ch da ä Gesichte! Aber, was half's, da mußte ahm berappt werden. Als meine Agnes wieder vun d'r Reese kam, stand ihre scheene Uhr ganz stillvergnügt uff d'n Säckertäv und lachte uns mit ihren Zisferblatte so freindlich an, als wenn gar nischt gepassirt wäre. Wenn später meine Agnes manchmal so recht vergniegt fragte: Nu, August, freist De Dich denne gar nich ieber de schiene Uhr,- da seiszte ich allemal recht tief und .sagte, indem daß'ch vun d'r Seite hinguckte, ganz kleelaut: Ei jaa!" Sonderbare rabschriften. Auf einer Fußreise durch Böhmen hat ein Tourist die folgenden sonderba ren Grabschriften gesammelt: In diesem Grab liegt Aloys Peter, Die Frau begrub man hier erst später, Man hat sie neben ihm begraben Wird er die ewige Ruh nun haben?? Hier ruht Andreas Krug, Der Kinder. Weib und Zither schlug. Hier ruhet Eonrad Reich als Leich'; Ein schlechter Tenorist, Jedoch ein guter Christ. Im Leben hat er nie so leicht. Wie jetzt die Höh' erreicht! Hier ruhet Wenzel Podibrat, Leibkutscher bei Graf Kolowrat, Ueber sein' Bauch ging Wagenrad, Und weil er immer war so brav. Ließ Stein ihm setzen der Herr Graf. Bestrafte vtfersut. Frau Registrator Federle, die ihren Mann fortwährend grundlos mit ih rer Eifersucht quält, hört ein verdäch tiges Geräusch in der Küche. Leise schleicht sie hm, öffnet vorsichtig die Thüre und glaubt schon ihren Mann auf einer Ungehörigkeit ertappt zu ha ben, da empfängt sie von einem himmellangen Infanteristen eine furchtbare Ohrfeige und eine tiefentrüstete Stimme brüllt sie an: Wart, Du falsche Schlange, ich werde Dir mit Cavalleristen cokettiren!" Wüthend eilt sie über den Gang in das Mädchenzimmer, um ihren dienstbaren Geist darüber zur Rede zu stellen, wie sie sich unterstehen kann, einen Soldaten in dieKLche zu lassen. Kaum aber hat sie den Kops durch die Thür, spalte gesteckt, als sie eine noch stärke Ohrfeige auf die andere Wange erhält und dazu schreit sie daS Dienstmädchen an: Was so weit treibst Du Deine, Frechheit! Ich habe, Dich schon kom. men sehen, aber bis da herein sollst Du doch nicht!" Verlangt. Respektable deutsche Manne? zur Uebernahme der Agentur für in jedem Hause leicht verkäufliche Artikel. Ersahrung nicht nothwendig, einfache Arbeit und gute Bezahlung garantirt. Zeder, der sich ein rentable? Geschäft in oründen wünsöt. oder ficb eine guten Nebenverdienst verschaffen will, ri- c. r--i (T1.I..I i iqreive fofon ui Miiuiarc uv kostenfreie Proben an c. I. OSoop ? CXo, 5?o. 215 vtate Straße, Naeie. 3i.

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