Indiana Tribüne, Volume 19, Number 239, Indianapolis, Marion County, 16 May 1896 — Page 1
I VT", i r vwtf 0 yy r -0 v kS I A sft ü l U ti y w i i V 4 Office : No. 13 Sud Alabama Straße. Indianapolis, Zndiana Samstag, öen J6- Mai 1896 Jahrga4 lll). No 239
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Die dreizshnts jührlichs
unstAnssteUnng Oelgemalde und Aquarelle im Propylaeum vom 1. bis 2J. Mai. Tag und Nacht Eintritt 25 ientS, Kinder 10 Cents. Eintritt ftei SonntagZ von 1-6 Uhr Abds. Sihe jetzt zu haben, jedoch nur smson-Rarten für das Mai-Musiksest in der BIG FOUR TICKET OFFICE No. 1 Ost Washington Str. Preise der Snisonnrtsn : aller . $4.00 Hintere Reihen (untc) $6.C0 Vordere Reihen(unten) $3.00 Hintere Reihen, Aalcony f 8.00 Vordere Reihen, Balco, h $10.00 Besondere ttvtii : Der Vorverkauf von Sitzen für die einzelnen Konzerte wird erst am Montag, den 13. Mai, eröffnet werden. Erste Exeursion nach ßincinnati, am Sonntag, den 17. Mai. $150 äff $1.50 Der Zug verläßt den hiesigen Bahnhos um 7.00 Uhr Morgens und derlaßt Cwcinnati um 7 00 Uhr Abends. Dieser Zug ist speziell für Reisende auS Indianapolis bestimmt und hält auf k.in?r Zwischenstation. Fahrkarten auf dem Union Depot und No West Washington Straße. Geo. W. Haylor. D. P. A. M. MODE, der Schuh -Händler 93 Sst Wnshingion Ltr. ist immer in der Mode, nicht allein weil er stets die modernsten und besten Waaren an Hand hält, sondern auch weil er sie zu zeitge maßen Preisen verkauft. Besuchen Sie HCOHDIE. 860 für einen Fmnace für .ein Haus mit L Zimmern. 850 für ein 5zauS mit 5 Zimmern. Referenten : Hr. Pbtt. appaport, Heraugebr der Jndiana IrttSne. Hr. 461. S. Sahl. Srocer. 272 W. Michigaa Str. to l i M fopy, 100 Kentucky Avenue. Der 4- 4Mgaerenladen 7 OK Washington Otr. empsiehlt sich dem Publikum durch seine vorzüglichen Waaren. Alle Sorten einheimischer und importirten Cigarren und eine große Auöwahl von RaucherArtikeln. Um geneigten Zuspruch bittet Schiller RönLler. eorg;e Hernnann LsichenbeftstteV, Offiee : 26 Süd Delawareftr. eulle : 120, 122, 124, 125, 123 Oft Pearlftr Telephon V1I. Offen Tag und Nacht.
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RIALTO
Editorielles.
Durch ungefähr vierzehn Tage laS man in den englischen Zeitungen jeden Tag mehrere Spalten lange Berichte über den Prozeß deS Mörders Jackson, wahrend die ganze deutsche Presse dek Landes sich mit kurzen Berichten begnügte. In unserem großen Lande finden Jahraus Jahrein viele Mordprozesse statt, aber eS find nur wenige, über welche so ausführlich ierichtet wird. WaS war nun an diesem Prozesse Besonderes, daß ihm die Presse so große Aufmerksamkeit schenkte? 3m Grunde genommen weiter nichts als das grausige Kopsabschneiden. Da aber karz nach dem Aussinden der Leiche daS Opfer vollständig durch die Kleidung nid einige körperliche Merkmale iden tPzirt wurde, so fehlt auch diesem Punkte jedes weitere Interesse. An ständiger Weise konnte man nun die ganze Sache ruhen lassen, bis daS Gericht gesprochen, anständiger Weise konnte man sich darauf beschränken, die hauptsächlichsten Beweismomente, welche bei den Verhandlungen sich ergeben und daS schließliche Urtheil mitzutheilen. Anstand aber und ethische Rücksichten bestehen für die amerikaNische Presse nicht, für sie ist die Sensation die Hauptsache und sie kennt ihr Publikum. 2e sensationeller, auf. regender, je gruselige? und auch je schlüpfriger ein Bericht ist, desto eifriger wird er gelesen. ES ist traurig, der doch wahr, daß ein großer Theil deS Publikums solche Berichte förmlich verschlingt, während sie natürlich dem feineren Gefühl vollständig widerwärtig find. ES ist während dieses Prozess, vorgekommen, daß mehrere empörend schmutzige Briefe verlesen werden muß ten. Der Rich er machte ai f den Charakter der Bliese aufmerksam und bat die Damen, welchen eS anstößig erscheinen könnte, zuzuhören, sich zu entfernen. Von den zahlreich anwesenden Damen erhob sich nicht eine. Darauf gebot der Richter sämmtlichen Damen sich zu entfernen. Man fragt sich Angesichts solcher Vorkommnisse vergeblich ob die Presse daS Publikum, oder ob daS Publikum die Presse korrumpirt und' verdorben hat. Jedenfalls wäre eS aber nicht Sache der Presse, dem schlechten Geschmacke deS Publikums zu fröhnen, sondern im Gegentheil denselben zu heben. Statt dessen thut die Presse daS Gegentheil, weil sich das besser bezahlt und der ethische Stankpunkt ihr gleichgiltig ist. Von dem Augenblicke an, da die Leiche der unglücklichen Pearl Biyan gesunden wurde, ist das Publikum tagtäglich mit den widerlichsten Detailbeschreibung traktirt worden. Zedeö Wort, jede Bewegung, jede Miene der Angeschuldigten wurde sorgfältig mitgetheilt, während deö Prozesses wurde jede lumpige Zänkerei der Advokaten, jede MeinungSäußerung irgend einer zweifelhaften Person, jede Stimmung in Greencastle oder sonstwo und zum Schlüsse noch die langen, phrasenhasten, mit Juvectiven angefüllten Tiraden der Advokaten getreulich berichtet. Wir haben noch bei keinem Prozesse so wie bei diesem die Wahrnehmung gemacht, daß die Advokaten Tage lange Reden bloß auS Ehrgeiz und Gefallsucht halten, und zwecklos die Geschworenen heranguiren. Zeder Vernünftige konnte fühlen, daß in diesem Falle daS Beweismaterial geradezu erdrückend war, und daß ohne ein weiteres Wort Verurtheilung erfolgen mußte. Theilweife aber wollte daS Publikum ein Schauspiel, und die Advokaten in ihrer Selbstgefälligkeit gewährten eS bei der großen Publizität in diesem Falle sehr gerne. Anderthalb Tage lang sprach der Vertheidiger, biS er vor Heiserkeit nicht mehr sprechen konnte. Der Advokat, welcher den StaatSanwalt unterstützte, spuckte im Eifer der Rede den Vertheidiger an und bat dann um Entschuldigung, und der StaatSanwalt erschöpfte sich so, daß er sich während deS Sprechens niedersetzen mußte. DaS sind Absurd!täten und Ausschreitungen, welche eine Folge der SensationSsucht find und in bekannter Rückwirkung die SensationSsucht fördern. Auf diese Weise werden Scheusale, mit welchen man je schneller, desto besser fertig wird, zu einer An Helden gestempelt, die unreife Jugend em-
pfangt von der Lektüre der sensatio
I nellen Berichte ähnliche Eindrücke , wie 'von dem Lesen der verwerflichen Dirne Noyels, unvernünftige, finnlich er- , regte Frauenzimmer schicken den Scheusalen Blumen zu und der Grad der - rt . . i . r i l r!iif!X allgemeinen uuicnieir, ves niiucgcn Denken? und FühlenS geht um einige Nummern weiter herunter. Die amerikanische Presse ist in diesem Punkte die schlechteste dir mit Sie übertrifft in unsittlicher Sensationöhascherei noch die französische, und kein Mittel ist ihr zu unsauber, wenn es sich darum handelt, Geld zu verdienen. ES gereicht der deutsch-amerikani-schen Presse zur Ehre, wenigstens in diesem Falle anders verfahren zu haben. Unisjliittdjridjtcii. Inland. Wetterbericht. Kühleres Wetter. Zeitweiliger Regen heute und morgen. Gestrige Temperatur: Maximum 80 Grad, Minimum 01 Grad. Schissel'SWassertemperatur74 Grad - Der Wirtheverein in Cincinnati will die erhöhte Wirthssteuer nicht bezahlen. Eleveland, ,, 15. Mai. Der hiesige Wirthederein hat einen Beschluß gesaßt, der große? Aufsehen erregen und wahrscheinlich von den Wirthen in allen Städten des Staates Ohio rachgeahmt werden wird. Die Wirthe sind nämlich mit der von der Legislatur angenommenen Erhöhung der Wirthssteuer von $250 auf $350 durchaus nicht einverstanden. Sie bezeichnen diese Maßnahme als Klassengesetzgebung und somit als unconstitutionell, und führen weiter auö, daß daS Gesetz auö dem Grunde ungültig sei, weil eS sofort in Kraft trat, und nicht am Schlüsse deS Fiskaljahres, dem 28. November. Der Wirtheverein hat hervorragende Advokaten consultirt und aus deren Rath wurde beschlossen, die Steuer überhaupt nicht zu bezahlen. Führen die Wirthe ihren Beschluß durch, und eS ist nicht daran zu zweifeln, dann wird eS Jedermann klar werden, waS daS vielgeschmähte Wirthsgeschäft für die städtischen Departements leistet. DaS ganze Polizeidepartement wird aus den Einnahmen der Wirthssteuern erhalten; ferner erhält der Armenfonds ein Fünftel und der Staat ebenfalls ein Fünftel der Einnahme auS dieser Quelle. County. Auditor Schellenträger hat erklärt, daß der Beschluß deS WirtheVereins ihn in eine höchst kritische Lage bringen werde, da alödann absolut keine Mittel vorhanden sein würden, um die Polizei zu bezahlen und die Stadtarmen vor Noth zu schützen Wie der Präsident des WirthevereinS sagt, werden die Wirthevereine in den anderen Städten deS Staates daS Beispiel nachahmen und ebenfalls die Bezahlung der WirthSfteuer verweigern. Die Zahl der Wirthschaften in Ohio beläuft sich auf 11,000 und die von denselben zu zahlende Steuer erreicht somit die Summe von nahezu fünf Millionen Dollars. Ein Wirbelsturm in TexaS. Fort Worth, Tex., 15. Mai. Eine Depesche auS Sherman, Teraö, sagt : Ein furchtbare? Cyklon suchte heute Nachmittag um 4 Uhr 20 Sherman heim und zerstörte den ganzen westlichen Theil der Stadt unter schwerem Verlust von Menschenleben. Man rechnet, daß zwischen 30 und 40 Personen umö Leben gekommen, und viele andere mehr oder minder schwer derletzt worden sind. Um 6 Uhr Abend waren im CourtHause bereits 12 Leichen eingeliefert und aufgebahrt, aber viele liegen in den betreffenden Stadttheilen noch zerstreut, und eine genaue Schätzung der Zahl der Todten und des angerichteten Schadens ist noch nicht möglich DaS Suchen nach den Vermißten wird unter' der furchtbarsten Aufregung sortgesetzt. DaS Resultat gestaltet sich mit dem gortgange der Nachforschungen immer! trauriger, und von den aufgefundenen jSeidjin werden die von Farbigen in dem leeren Moore'schen Gebäude am
South Square untergebracht. Dort
zählte man an Todten und Sterbenden um ö Uhr schon 15, und noch immer treffen Fuhrwerke mit Verunglückten ein, und eS herrscht ein entsetzlicher Wirrwarr. Die Zahl der Verletzten beträgt min- ! bestens 100 und die der Todten wird sich erst nach mehreren Tagen genau angeben lasse. Namentlich werden viele Kinder vermißt. Die Polizei ist eifrig beschäftigt, die Leichen und die Werwundeten unter Dach und Fach zu bringen und Aerzte und Apotheker stellten sich bereitwilligst zur Verfügung. DaS größte Lazareth ist auf der Nordseite deS CourtplatzeS angelegt angelegt, und Hunderte von Frauen wetteifern in der Pflege der Verletzten. Spät Abends zählte man 40 durch den Cyklon getödtete Personen und noch immer langen Wagen mit ihrer traurigen Last an und die Zahl 50 dürste bald erreicht sein. Die Zahl der Vermißten schätzt man auf mindesten? 00. Mindestens 60 Häuser find vollständig zerstört, aber die meisten von ihnen sind kleine CottageS mit Ausnahme von vier eleganten Wohnhäusern. Der Schaden wird mindestens $150,000 betragen. Ausland. W eyl e rS neueste Proklamat i o n. Havana, 15. Mai. General Weyler hat eine Proklamation erlassen, in welcher er der Landbevölkerung eine Frist von 20 Tagen setzt, innerhalb der sie alleS erlangbare Getreide in den Provinzen Pinar del Rio, Havana und MatanzaS in den verschiedenen Regierungsspeichern zu deponiren hat. Die Eigenthümer deö Getreides haben den Transport bis zu den den spanischen Truppen - DetachementS nächsten Dörfern zu übernehmen Wenn die Landleute außer Stande find, den Getreide. Transport selbst auözusühren, so werden ihnen die erforderlichen Fuhrwerke gestellt, und die Militärbehörden an den Sammelp'ätzen find ermächtigt, das Getreide zum Marktpreise zu kaufen oder eö in Depositum zu nehmen. Nach Ablauf von 20 Tagen wird alleS Getreide, welches nicht auf solche Weise deponirt oder an die Militärbehörden verkaust ist, für KriegS'Contrebande erklärt, und die Besitzer desselben als Verbrecher bestraft werden. Die Cholera in Marseille. London, 15. Mai. Eine Depesche auS Marseille meldet, daß dort mehrere Todesfälle in Folge von Cho lera constatirt worden sind. Am Freitag traten die ersten drei Fälle auf, von denen zwei tödtlich verliefen Am letzten Mortag wurden vier frische Falle entdeckt und es traten drei TodeSfälle in Folge der Krankheit ein. Ochisfs. Nachrichten. Angekommen in : Queenötown: Lucania" von New Fork nach Liverpool bestimmt. New Sork.: St Paul" von Southampton; Augusta Victoria" von Hamburg; Island" von Kopenhagen; Greta Holme" von Palermo; Michigan" von London; Campania" von Liverpool. Hamburg: Palatia" von New Äork. Liverpool: Carinthia" von Boston; Lucania" und Nomandic" von New Aork. Der erste directe Zug von Minneavolis nach New Fork auf der Wisconsin Central-Bahn wird am kommenden ersten Juli fahren und zwar wird der ganze Zug mittels eines Trajektschiffes von Zbianitowoc auS über den See nach Michigan befördert werden. Die Centralbahn hat bekanntlich eine Linie von Hilbert nach Mani towoc gebaut. Von Menasha aus bis Hilbert wird sie die Geleise der St. Paul-Vahn benutzen. Die eigentliche Eröffnung dieser neuen Bahn wird nicht vor August oder September stattfinden". Die Bergwerke Industrie hat sich in neuerer Zeit im südlichen Theile von Britisch - Columbien erstaunlich entwickelt. In einem Jahre sind zwei Städte entstanden und die kanadische Pacificbahn - Gesellschaft will eine Zweigbahn von Lethbridge über Alberta nach Nelson bauen. Die Regierung hat schon angekündigt, daß sie das Parlament auffordern werde. der Gesellschaft ein in 20 Jahren rückzahlbares, zu 3z .Procent verzinsbareS Darlehen von 51.000.000 iu oewab-
ren. In Crow's Nest ist ein ungeheu-
res oylenlager gefunden worden. Beim Angeln im Caloosahatchie an der Küste von Florida hat Herr N. M. Georqe von Danbury. , Conn., jüngst einen Fang gemacht, der in seiner Art einzig dastehen dürfte. In Begleitung eines Eingeborenen Namens A. F. Gonzales hatte er sich in einemBoote herausbegeben, um dem Tarvonfange obzuliegen. Nach einer Wttle fühlte er, daß ein gewaltiger Fisch angebissen hatte, und als er die Angelschnur aufwand, kam zu seinem Staunen nicht ein Tarpon, sondern ein 'Sägefisch an die Oberfläche. Das Ungethüm versuchte sich mit Gewalt loszureißen, allein Herr George verstand als erfahrener Angler, dasselbe zu 'ermüden und schließlich mit der Hilfe von Gonzalez zu todten. Der Sägefisch hatte bei einer Länge von 14 Fuß 8 Zoll ein Gewicht von 625 Vkund In Würzvurg gerrethen auf dem Heimwege vom WirthsHause zwei gute Bekannte, der verheirathete 33jährige Depotarbeiter WilHelm Selzam und der ledige 21 Jahre alte Schreiner Valentin Werner in der Aügustinergasse über den Vorschlag des Ersteren, mit noch mehrerenFreunden im Gänsemarsch zum Bahnhof zu gehen, um dort die Kneiperei fortzusetzen, in Wortwechsel, der schließlich in Thätlichkeiten ausartete. Werner zog dabei sein grifffestes Messer und versetzte dem Selzam einen Stich, der die große Halsader traf. Der Schwerverletzte, von allen Bekannten verlassen, vermochte sich noch bis zur nahegelegenen Wohnung des Polizeichirurgen Messerer zu schleppen, an dessen Hausthüre er infolge Verblutung todt zusammenbrach. Eine Stunde später wurde der Thäter in der Wohnung semer Angehörigen, braver und geachteter Leute, verhaftet. JuKattowitzistdieunverehelichte Wanda Kirchhübel von einem früheren Liebhaber, dem Hüttenarbeite? Michael Klakus, an der Seite ihres jetzigen Geliebten mit einem Brotmesser erstochen worden. Klakus stellte sich, von dem Bruder und dem Geliebten der Getödteten verfolgt, der Polizei. Die Kirchhübel unterhielt früher intime Beziehungen zu Klakus.Vor kurzer Zeit hatte sie dieselben abgebrochen und gegen alle Aufförderungen des Klakus, das frühere Verhältniß wieder herzustellen, sich ablehnend verhalten. Als die Kirchhübel mit ihrem neuen Liebhaber zum Balle ging, folgte ihr Klakus, der sich vorher ein Brotmesser eingesteckt hatte, lauerte ihr nach Beendigung des Tanzes auf und trat auf dem Heimwege an sie heran mit der Aufforderung, mit ihm nach Hause zu gehen. Als sie sich wieder weigerte, zog er das Brotmesser vor und stach sie zweimal in die Brust. Der Direktor des Va-riete-Theaters in Gallipolli befand sich kürzlich in überaus peinlicher Lage: das zumeist aus Griechen und Bulgaren bestehende Publikum hatte seine erste Sängerin ausgepfiffen, die er mit großen Kosten engagirt hatte. Da kam ihm am Vorabend seines Ruins ein rettender Gedanke: In riesigen roth und weiß geklecksten Affichen beehrte" sich der Pfiffikus, ein geriebener alter Grieche, dem V. P. Publikum anzuzeigen, daß es ihm nach vielen Anstrengungen gelungen sei. eine herrliche Negerin aus Kairo zu engagiren, die eine ganz phänomenale Stimme besäße.eine wahre schwarze Patti-Perle!" Das V. P. Publikum" strömte haufenweise in's Variete und an derselben Stelle, wo es bisher nur Zwrcbel und faule Kartoffel gehagelt hatte, erntete der Director nun scheffelweise Francs ein für den pfiffigen Einfall, die ausgezischte Primadonna schwargbraun särben zu lassen. Wasserconferenz. Der Boord of P. W., der GesundheitSrath und die Vertreter der Wassergesellschaft hatten heute Vormittag eine Conferenz. Dieselbe führte zwar zu keinem praktischen Erfolg, aber die Wassergesellschaft erklärte, alleS in ihren Kräften Stehende thun'zu vollen, um die Verunreinigung deS WasserS in Zukunft zu verhindern. Der frühere Stadtingenieur Brown brach eine Lanze für die Wassergesellschaft, indem er seine Erfahrung in St. LouiS mittheilte, indem er erklärte, daß dort die Ursachen deS auftretenden ThphuS auf andere Dinge wie daö Wasser zurückgeführt wurden. Dr. Klein trat für StadtphysikuS Ferguson ein und erklärte, daß eö der Gesundheitsrath für seine Pflicht hielt die Einwohner zu warnen, nachdem Dr. Ferguson Bacillen im Wasser entdeckte. Derselbe sei ein tüchtiger Bacterologe wie eS einen im Land gebe und um dieses zu zeigen führte er an, daß derselbe vor zwei Jahren, alö Typhus in EvanSville auftrat, mit der Untersuchung deS Wasser beauftragt worden sei. Um ihn hinter daß Licht zu süh
hiesiges.
ren habe man ihm destillirtes Wasser geschickt. Er habe dasselbe für unrein erklärt, worauf ihm mitgetheilt worden
sei, daß daS Wasser rein sein müsse, da es destilirteS Wasser sei.' Er habe sich dann ihren Destilirapparat zeigen lassen und aus demselben einige Hände voll Schlamm herausgenommen, zum Beweis, daß er Recht hatte, waö auch zugestanden worden sei. Herr Davis hielt dafür, daß die Eesellschaft nicht recht behandelt worden sei. Dieselbe sei stets bereit, alleöZm ihren Kräften Stehende zu thun, um das Wasser rein zu erhalten. Der Gesundheitörath sprach dann seine Anficht dahin aus, daß es jetzt nicht mehr nothig sei, einen Bacterologen kommen zu lassen, da die Ursache der Verunreinigung gefunden sei und die Gefahr schnell verschwinden werde. Mahor Taggart betheiligte sich rege an den Verhandlungen und zeigte, daß er sich mit der Sache vollständig dertraut gemacht hatte. Nach Beendigung der Conferenz kam die Gesundheitöbehörde mit Herrn Daviö dahin überein, daß daö Bett deö White River damit tüchtig ausgewaschen werden solle, daß daS Wasser deö Kanals in den Fluß eingelassen wird, eine Quantität von 8,000.000 Gallonen die Stunde. Dr. Ferguson ist überzeugt, daß dadurch in einigen Tagen jede Gefahr beseitigt wird. yolizeigericht. B. H. Dowding wurde wegen Tragenö von Waffen zu $50 und Kosten verurtheilt. Er gab an, ein Detektiv auS Chicago zu sein. Der Richter war aber durch die Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung gekommen, daß der interessante Herr auch noch ein Lügner dazu sei, daher die hohe Strafe. ..3ohn Newman und Frank Preston haben einen Check auf $12.50 gefälscht mit der Unterschrift R. H McDonald & Son, einzulösen in der Capital National Bank und zahlbar an ThomaS 3. Casey. Der Fall ist auf Montag verschoben. Herman Pelty, wegen Schlägerei angeklagt, muß $1 und Kosten berappen. Hat Bürgschaft gestellt. George Laird, angeklagt erstens wegen Schlagenö seiner Stieftochter Maud Jögrigg und zweitens wegen Tragens verborgener Waffen muß bis nächsten Montag auf die Entscheidung deS Richters warten. OtiS Gray hat vom Big Four BahnHof Kisten, enthaltend Seifen, Zuckerwerk u. s. w. gestohlen und des GroßdiebstahlS angeklagt. Der Fall wurde an die Großgeschworenen überwiesen. Walter Newfarmer wurde wegen Schlägerei zu $5 und Kosten verurtheilt. Da er ein leeres Portemonnaie hatte, mußte er ins Arbeitshaus spa zieren. Ein Betrunkener wurde zu $1 und en verdonnert. Da auch ihm das Geld ausgegangen war, so mußte auch er ins Arbeitshaus spazieren Oliver P. Healy, welcher am Dienstag für irrsinnig erklärt wurde, leitete gestern ein Habens corpus Verfahren gegen Sheriff Womack und Herrn Edenharter, Superintendent deö Central Jrrenasylö, ein. Er behauptet, nicht irrsinnig zu sein und sagt, daß die Commission keine Untersuchung angestellt hätte. Salzfluß tritt oft auch bei kaltem Wetter, die innere Hand ergreifend und andere Körpertheile Hood'ö Sarsaparilla, der große Blutreimger heut Salzfluß. H o o d'ö Pillen wirken Vorzuglich nach der Mahlzeit und kuriren Kopfweh. 25. Harriet.B. Randerson wünscht von ihrem Gatten Robt. E. Randerson, einem Angestellten der Big Four Eisenbahngesellschaft, geschieden zu werden. Klägerin beschuldigt ihren Gatten der schlechten Behandlung. Sie wünscht, daß daö der Ehe entsprossene Kind und $1000 Alimente ihr zugesprechen werden. C Ein, Herrn Herman Frauer gehörender Stall hinter seiner Wohnung, 416 Highland Ave., wurde geftern Abend stark durch Feuer beschädigt. Man glaubt, daß einige Knaben, welche man kurze Zeit zuvor auö dem Stall kommen sah, den Stall anzündeten. Kurze Zeit darauf brannte ein Holzschuppen in dem zu SchulhauS Ro. 10 gehörenden Hof.
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