Indiana Tribüne, Volume 19, Number 233, Indianapolis, Marion County, 10 May 1896 — Page 4
Zndiana Tribüne
Erschemt Täglich und Sountagv Die tSgltche .Tribüne- kostet durch den Träger J Cents per Woche, die EonntagS.TribünS dtuti per Woche. Beide ,usanreu 15 Teut Ut SS Cents per Vlenat. Per Poft SerhalS de, .?f dt ugeschtckt i rauSb,Rhlung V pe, 'ahr. OfTixi 18 eüd Vlabama trabe. Indianapolis, Ind., 10 Mai 1896. Sonntags - Müllerei. Diese Woche hatten die Republikner ihr großes Parlaver. Auö dem ganzen Staate kamen sie zusammen, nahezu 1500 Mann stark. 1500 Staatsmänner. Jeder Einzelne dieser Leute hält sich nämlich für einen Staatsmann, wenn nicht für einen gegenvärtigev, so doch für einen künftigen. Haft du lieber Leser, schon jemalS 1600 Staatsmänner beisammen gesehen? Wenn nicht, dann gehe nur einmal in eine StaatSconvention, ob republikanische oder demokratische eS ist toute meme choseuno dann kriegst du Respekt vor amerikanischer Staatskunft. Denn was die Leute zusammenheulen und zusammenjohlen, davon macht sich ein Mensch, der nicht Staatsmann ist, gar keinen Begriff. Und um was ? 3m Grunde genommen um Nichte. Denn, wenn man dieses Treiben mit skeptischen Augen ansieht, dann kommt Einem diese angebliche Begeisterung, diese riesige Aufregung vor, wie eine absurde Burleske. Und doch ist eS keine, doch steckt für jeden dieser Leute, welche alle den Keim des künstigen Staatsmannes in sich tragen, etwas sehr RealeS darin. Denn mit venizen Ausnahmen hat Jeder, der daher kommt, zu Hause ein Eisen im Feuer. Jeder aspirirt auf irgend ein Amt oder ein Aemtchen, wenn nicht gleich, doch spater, und darum und um sich ein Verdienst zu machen, will er helfen den künftigen Präsidenten machen. 3a, eS find lauter Staatsmänner. Betrachte sie dir nur, besonders die Vettern vom Lande. Dort putzt sich einer die Nase mit den gingern wie eS bei amerikanischen Staatsmännern zuweilen vorkommt, hier johlt einer und fuchtelt mit den Fäusten in der Luft herum, als säße ihm der leibhaftige SottseibeiunS im Nacken. Da drüben schachert einer mit dem andern um eine Stimme, denn jeder Einzelne reitet sein eigenes Steckenpferd. O. eS ist eine ausgezeichnete Gesellschaft und wenn die Leute gerade gut aufgelegt find, dann vollführen sie einen Lärm, wie die Hexen auf dem Blocksberg in der Walpurgisnacht. Dafür find sie auch Staatsmänner. ES ist ja im Grunde leicht Staatsmann zu sein. eS hängt rein vom Zufall ab. Wer Erfolg hat, ist ein Staatsmann, und wer keinen hat, ist ein Esel. Die Staatsmannschaft hängt vom Erfolg ab. Der amerikanische Politiker rechnet mit Sicherheit auf Erfolg und wenn der kommt, wird er auch Staatsmann. B Also muß er doch inS Zuchthaus nämlich Cofsin, der dem alten Haughey so energisch half, die erste National bank zu verkrachen. Er war ein großer Schwindle, ein Schwindler auS dem F. F. und dennoch wundert mich seine Verurtheilung, dennoch bin ich überzeugt, daß eS mehr Leute giebt die ihn bemitleiden, als solche, welch, sich über seine Verurtheilung freuen denn seine Schwindeleien hatten im Ärunde genommen alle den Schein deö Gesetzes für sich und wären 'ohne einen lüderlichen korrupten Bankpräsidenten gar nicht möglich gewesen. Erging von dem in der Geschäfts welt ja nicht ganz für unrichtig ge haltenen Grundsatze auö, daß eS Sach desjenigen ist, der Geld auöleiht, vor fichtig zu sein, daß aber der Borger keme Ursache hat, vorsichtig zu sein. Und wie sehr alle seine Trank aktioneg den Schein der .Gesetzlichkeit für sich hatten, und wie im Allgemeinen tu angeführte Grundsatz Geltung hat geht auS dem Umstände hervor, daß er au? unter besonderen Bestimmungen deS NationalbänkgesetzeS verurtheilt wurde. Wäre die betreffende Bank keine Nationalbank, sondern eine Pri vatbank gewesen, dann hätte sich wahr scheinlich kein GesetzeSparagravh ge funden, unter dem eine Verurtheilung möglich gewesen wäre. Und noch ein anderer Umstand spricht dafür. Beide CossinS hatten nach ihrer Verurtheilung keine Schwierig keit, Stellungen zu finden. Man hielt sie in der Geschäftswelt so eigentlich . nicht für Spitzbuben. DaS Geld, daß ta der Bank verloren ging, war ja nicht ähnen, eS war dem alten Haughey an Zutraut. ES gehörte Geriebenheit,
Schlauheit, sagen wir'SeschäftStalent dazu, eS herauszubekommen, und Leute
mit Geschäftstalent finden immer Unterkommen. Wir yaoen in oer heutigen Welt eben verschiedene Sorten Moral. Die Privatmoral ist derschieden von der GeschastSmoral, diese wieder verschieden von der politischen Moral, und so ist eS natürlich, daß bei so dielen Sorten Moral die wahre, echte und natürliche Moral etwaö ftiefmütterlich über die Achseln angesehen wird, ja den Meisten fremd ist. Der Plauderer. glotiVs. von Wilh. F. Brand. Trotz seiner so fremdländischen Form hat sich das Wort Lloyd's wie wenig andere auf dem ganzen Erdenrund eingebürgert. So haben wir auch in Deutschland einen Germanischen Lloyd zur Bezeichnung eines Schiffsmessungs-Bureau, .einen Rhei-nisch-Westfälischen Lloyd zur Bezeichnung . einer Versicherungs-Ans!alt und swi t i m C' t einen norvveuliHen xiono; eme. Bezeichnung, welche die größte DaMpf-sckifffabrts-Gesellsckaft fübrt. - - Sat also das Wort langst in gewisser Hinficht verschiedenartige Bedeutungen anaenommen. so beickranken sich diese doch auch wieder auf drei bestimmte Gebiete, zunächst und vor Allem aus das der Schifffahrt im Allgemeinen, sodann das des Berückerunaswesens und schließlich auf dasjenige der Verbreitung von Nachrichten. Allerdings fallen die beiden letzten Punkte insofern wieder mit dem ersten zusammen, als sowohl die Versicherung wie die Namrickten-Berbreituna fiA vornebmlich doch nicht ausschließlich auf Schisssahrtswesen beziehen; und so decken sie sieb mit dem ursprünglichen und bekanntesten Lloyd oder richtiger Lloyd's. Denn die Genetivform ist bis aus diesen Tag dafür beibehalten; und zu ergänzen ist dabei die Bezeichnung Coffee house auf deutsch also: liarei Das Wort Llokd ist tbatsäcklick nichts Anderes als der im Britenlande noch Heute keineswegs ungewöhnliche, ursprünglich wallisische Name eines mannts. und em gewisser Edward loyo war es bekanntlich, der in den achtziger Jahren des siebzehnten JahrHunderts ein Cafö gegründet hatte. Schon 1652 war das erste Coffee house in London eröffnet, zum Verrauf des neuen Tranks, gewohnlich Kauphy" genannt, wie die damalige Schreibweise war. Diese Kaffeehänser" erfreuten sich bald eines so erhebuchen Zuspruchs, daß Karl II. darob besorgt wurde und sie eines Tages sammt und sonders schließen netz, nicht iowoyi wen er den neuen. Trunk an sich für staatsgefährlich hielt, sondern weil dieser Veranlassuna aab zur Ansammlung von Männern, die mit den 1 . mm m m m veueyenoen Aeryaltmjsen unzusrieoen, allerorten falsche, böswillige und schandliche Gerüchte ersannen und verbreiteten zur Schmähung Seiner Maiestät Neaieruna und zur Störuna von Ruhe und Frieden im Reiche. Die strengen Maßregeln dieses mit außerster Willkür herrschenden Monarchen scheinen aber seine Regierung nicht überlebt zu haben. Es thaten sich bald wieder andere Räume auf.in denen der Bohnentränk dargeboten . wurde und unter diesen befand sich' auch das von Lloyd zuerst in Tower Street begründete und 1688 nach 'Lömbard Street verlegte Kaffeehaus-.' das, in unmittelbarer Nahe des Hafenö gelegen, alsbald viel von Schiffscapitänen und Rhedern besucht wurde. Der Brauch, Schiffe und ihre Ladüngen zu -versichern,- ist schon alt. Selbst das kanonische Gesetz des Mittelalters gestattete diese Art von Wuchtt". England hatte die SchifffahrtsVersicherung gleich vielen anderen nutz-lichen-Einrichtungen, den ! Kaufleuten der Hansa zu verdanken, die darin länge Zeit ein einträgliches Monopol oesaven. uz)t als im Jahre 1597 durch ein Edikt der Königin Elisabeth alle Ausländer des Landes verwiesen waren.' fingen auch die englischenKaufleute an. dieses Geschäft zu entwickeln und 1601 wurde auf Betrieb des bekannten Lord-Mayors von London, Sir Thomas Gresham, das erste britische Bersicherungs-Gesetz erlassen, da bei der Verderbtheit der menschlichen Natur Personen über Geldangelegen, heitm leicht zu streiten anfangen und diejenigen, welche große und kleine Fahrzeuge zu versichern unternehmen, nicht selten in die abscheuliche Gewohnheit gerathen, ihre Verpflichtungen aus frivolen Gründen abzuleugnen." Mit Ausdehnung des britischen Handels entwickelte sich auch das Versicherungswesen mehr und' mehr; und da es den daran Vetheiligten an einem großen gemeinsamen VersammlungSort gebrach, wie die Hanseaten ehedem in dem Stahlhof.- an' der Stätte, wo heute die große Canon Street Station errichtet ist besaßen, so wurden denn die Versicherungen vielfach in den CaföL abgeschlossen. ' Der Besitzer des .Kaffeehauses in omoaro sireer n?ax aver em Mann von ganz besonderem Unternehmungsgeist.- Um seine in Sachen der Seeschifffahrt in. besonderem: Maße inte ressirten Besucher mehr und mehr an sein Haus zu fesseln, suchte er ihnen alle möalichen auf dieses Gebiet bu. lichen Nachrichten zu verschaffen,' und rate me alten Athener auf den Marktplatz mnaen.' um etwas Neues au tr fahren, so stellten sich alle, die mit uoerieeiicyem Handel und mit Schiff fahrt zu thun hatten, bei Llovd's ein und er unternahm eö sogar im Jahre 1696. also aerade bor imtfmv-r Jahren, für seine Gäste ewe besondere o er'x.ircc-t.-im v 1 tiijj sHliiia"'ulaeuaen
hetten herauszugeben. Lloyds 'News genannt, die dreimal wöchentlich erschien und nächst der officiellen London Gazette" die älteste Zeitung des
Landes ist. Allerdings hat sie nicht ununterbrochen fortbestanden. Sie kam schon sechs Monate nach ihrer Bearünduna mit dem Parlament inCon slikt. Hatte sich das Blatt doch unterfangen, eine, wenn auch ganz harmlose Mittheilung über - eine Debatte im Hause der Lords seinen Schifssnachrichten einzuflechten. Die bloße Mittheilung über eine solche war eine Verletzung der Privilegien des Parlaments". Und das ist sie heute noch! Wohl hat man natürlich in beiden Hausern des Parlaments langst ausreichende Vorkehrungen getroffen, den Berichterstattern ihren Dienst nach Möglichkeit zu erleichtern. Was wurden die Wähler, wa: würden die Mitglieder des Parlaments selbst sagen. was wurden ihre Reden an Bedeutung verlieren die so häufig nur für die Zeitungen berechnet sind wenn sie dieselben nicht veröffentlichten! AVer erlaubt ist's nicht! Das ist so eine kleine englische Gepflogenheit! Aber vor zweihundert Jahren hatte das Gesetz, das wie so viele andere lange todt und nur noch nicht begraben ist, noch Kraft und Leben. Mr. Lloyd wurde vor die Herren Lords geladen, denen er Schmach und Schande bereitet hatte, und mußte die Veröffentlichung seiner Zeitung einstellen. Wenigstens beschrankte er sich darauf, diese fortan nicht mehr gedruckt, sondern im Manuscript herauszugeben, und das schien ihren Zweck zu iener Zeit m nahezu hinreichender Weie zu erfüllen, sintemal die Lloyd'sche Zeitung damals eigentlich nur im Lloyd'schen Caf6 gelesen ward. Erst im Jahre 1762 kam sie wieder gedruckt heraus und führt seitdem den Titel Lloyd's List-. ' Wie die Zeitung, so wuchs nun aber auch das Kaffeehaus und der darin ausgeübteBeruf mit jedem Jahre rasch an Bedeutung. Doch erst im Jahre 1770 schritt man zur Begründung emes geschlossenen Verbandes und vier Jahre später siedelte man in ein eigenes, dem ausgedehnten Wirkungskreis eines solchen Verbandes mehr angemessenes Heim über, das man in den stattlichen Räumen der Royal Exchange" fand, im Herzen der City, in unmittelbarer Nähe der Börse, der Bank von England und des Mansion House , der ossiciellen Residenz des Lord-Mayors von London. Aber es ist wiederum ganz und gar im Einklang mit englischen Gepflogenheiten, daß der Name Lloyd's" auch jetzt beibehalten wurde für eine Anstalt, für die wir in Deutschland doch jedenfalls etwas wie Allgemeine Maritime Asse-kuranz-Association" oder etwas Längeres und' Deutscheres ausgesonnen hätten. Unter den Personen, die sich bei dieser Übersiedelung und der Neugestaltung des Verbandes besondere Verdienste erworben, ist vor Allem ein Mann deutscher Abkunft. Johann Julius Angerstein, dessen Name wie kein anderer in den Jahrbüchern des Verbandes glänzt. Besonders günstig für die weitere Entwickelung desselben waren nun aber auch die balddarauf eintretenden politischen Zustände. Mit der Empörung der Colonisten in Amerika begannen die für das Schifffahrtswesen so gefahrvollen Zeiten, die mit kurzen Unterbrechungen bis zum Sturze Napoleon's andauerten. Lloyd's" wurde mehr und mehr der Hort aller Kauffahrer, die sich zur Versicherung dei Schiffe wie der Ladüngen dahin drängten. Waren aber die Prämien vorher nur wenig abweichend gewesen von denen des heutigen Tages je nach den Entfernungen, der Seetüchtigkeit der Schiffe und anderen Einzelheiten von bis 1 Procent so stiegen sie im Jahre 1782 z. V. für eine einfache Reise von London nach New Nork auf 16 Procent. Aus diesen bewegten Zeiten stammt auch die Begründung eines anderen Unternehmens des Patriotic Fund" das mit dem Namen Lloyd's" auf's Engste verbunden, wiederum 'in erster Reihe auf Betreiben Angerstein's in's Leben gerufen war; der Mann, der nächst ihm die größten Verdienste um das Zustandekommen dieser patriotischen Stiftung" erworben, war gleichfalls deutscher Abkunft: Sir Francis Varing. Es wurden aus diesem Fund" der aus freiwilligen, von allen Seiten herbeiströmenden Beiträgen. gebildet worden und zur Zeit des schließlichen Sturzes Napoleons I. die Höhe von 600.000 Pfund Sterling erreicht hatte, Männern, die sich um die Vertheidigung des Vaterlandes besonders verdient gemacht hatten oder deren Hinterbliebenen nicht nur beträchtliche Geldspenden zuerkannt, sondern auch Denkmünzen, Ehrensäbel u. dergl. überreicht, die. mit der Aufschrift IVorn the Patriot! . Fund at Lloyd's Coffee House, London" versehen, als eine besondere Auszeichnung entgegen genommen wurden. ' . So etwas lag nun wohl abseits von dem eigentlichen Wirkungskreis deiner Genossenschaft wie Lloyd's-, aber eö war immerhin ein Zeichen kräftigen Aufblühens des Verbandes, der darob auch jedenfalls der weiteren Entwickelung seiner ihn näher betreffenden Angelegenheitm nicht vergaßt 1811 fand Line Reorganisation, desselben 'statt vnd tie damals getroffenen Bestimmungen sinp jm Wesentlichen auch heute noch in Kraft. ' Der Verband zählt im Augenblick 670 Mitglieder. - Zur Aufnahme als solches ist eS erforderlich, von sechs Mitgliedern eingeführt und von -dem leitenden Ausschuß gewählt zu werden, dann ein Eintrittsgeld von 400 Guineen und einen Jahresbeitrag von 20 Guineen zu entrichten, überdies ' aber eine Bürgschaft don 5000 Pfund Ster-
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Zu Fuß gehen, ist gute Uebung
Aber unangenehm IP gewesen, so wäre eö nicht gebrochen. macht, die wissen wie Bicycleö gemacht Mitglied auf eigene Hand ganz nach Belieben Berstcherungsgeschäfte unternehmen, für die aber der Verband in keiner Weise verantwortlich ist. Die Geschäfts-Methode ist nun die, daß ein Mitglied für einen von den Maklern angebotenen Versicherungsgegenstand, ein Schiff oder eine Ladung, einen bestimmten Antheil gewöhnlich nur 100 Pfund unterschreibt. So muß sich das Ristco natürlich auf eine große Anzahl von Undermriters- vertheilen, aber das Waniß des Einzelnen ist immer nur geringfügig, wenn er auch den Tag über wohl Dutzende von Malen einen solchen BersicherungsAntheil übernimmt. Den Versicherten aber droht noch weniger Gefahr, da, im Falle der Underwrrter" sein Vermögen bis auf den letzten Penny eingebüßt hätte, dann noch immer die hinterlegte Bürgschaftssumme zur Deckung seiner Forderung vorhanden ist. Die ganze Methode einer solchen zerstückelten Versicherung mag uns einigermaßen primitiv erscheinen, aber sie muß sich doch thatsächlich sehr Wohl bewähren; denn wie zahlreiche Ver-sicherungs-Gesellschaften im Laufe der Zeit sich auch in's Feld gewagt haben, auf dem Gebiete der SchifffahrtsVersicherung überragt Lloyd's" sie alle bei Weitem, wenn seine Mitglieder auf anderen Gebieten auch Verhältnißmäßig wohl nur wenige Geschäfte ma chen. Doch es gibt kaum irgend eine Gefahr, gegen die man bei Lloyd's sich nicht versichern könnte, und seien es auch nur Zwillinge! Manchem nicht gerade ' bemittelten - Ehepaar würde eine derartige Segnung mehr noch als ein unerwünschter Luzus ttrscheinen, Lloyd's- hilft ihnen gern, die Bürde zu tragen. Von ganz besonderer Bedeutung ist das Kaffeehaus aber noch als der von der ganzen Welt anerkannte CentralPunkt in Bezug auf alle Nachrichten über alle Schiffe aus allen Ländern. Alle schwimmenden Fahrzeuge der Wett sind ' bei Lloyd's- eingetragen und es werden in Bezug auf dieselben auch immerfort solche Einzelheiten ergänzt: yb sie hier einen Hafen verlassen, dort in einem anderen eingetroffen sind,' ob sie hier hon einem Küstenpunkte aus gesehen, dort von einem .Schiffe angesprochen sind, so daß man von jedem Schiffe der Welt' bei Lloyd's- jeden Augenblick wenigstens mit annähernder Bestimmtheit erfahren könne, wo dasselbe sich gerade befindet. Zur Uebermittelung all' dieser Nachrichten unterhält das KaffeeHaus eine Anzahl von ungefähr 2000 Agenten in allen 'Theilen der Welt und sine beträchtliche Menge von Begmtm auf d?m eigenen Bureau, die Tag und Nacht darüber aus sind, die immerwährend einlaufenden Meldungen zu ordnen und zu notiren. An der Seite eines befreundeten Underwriters" stattete ich dieser interessanten Stätte letzthin einen Besuch ab. Am Eingange standen einigePortiers in so alterthümlichen scharlachenen Talaren, daß man hätte wähnen können, dieselben seien schon zur Zeit des seUgen Mr. Lloyd in Brauch geWesen. Durch einen Vorsaal hindurch schreitend, gelangten wir sofort in die eigentlichen Börsenräume, wo die Ver-sicherungs-Geschafte abgeschlossen werden. "Da? war ein Summen und Wogen von Underwriters" und Maklern, ein Treiben, wie eö eben an bedeutenden Börsen zu herrschen pflegt. Doch interessanter sind noch die Nebenräume. Hier ist ein Zimmer, wo die letzten Listen der fortwährend einströmenden Telegramme zur Schau gestellt sind. Dortvird.den Angehört-
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in einem Fall wie diesem. Wäre el ein 1D1BIE Patee Bichcleö sind von Leuten gewerden sollen. aen von Seeleuten nach deltem WtNen über dieses oder jenes Schiff Auskunft ertheilt, öier ist ein Saal mit zahl losen Specialkarten, Abbildungen der verschiedensten Flaggen und Signale. Dazwischen sind mancherlei wundersame Reliquien aufgestellt, zumal Ueberbleibsel verunglückter Schiffe. So erblickte ich hier die Schiffsglocke der gesunkenen Lutme , die mit Gold und Silberbarren im Werthe von anderthalb Millionen Pfund beladen, im Jahre 1793 auf der Fahrt von Harwich nach Hamburg an der holländischen Küste Schiffbruch litt. Seitdem sind bis auf diesen Tag, also beinahe bundert ?kabre bindurch 'allerdings mit verschiedenen Unterbrechungen Rettunasversuche anaetellt worden. Es sind außer der Glocke auch mancherlei andereDinge zu Tage befördert, aber die langwierigen ergungs-Ar beiten baben bereits solch' große Sum men verschlungen, daß. selbst wenn es schließlich gelänge, den ganzen Schatz zu heben, der Reingewinn kaum em er heblicher sein würde. ' Was aber den tiefsten, den erschüt terndsten Eindruck auf den Besucher bei .Llovds" macht, das ist jedenfalls das Ckarnder of Horrors", wo das schwarze Buch" ausuezt. Es ist nicht der Einband, der dem Buche den Namen gegeben hat. Der Einband ist grün. Aber der Inhalt ist schwarz. Denn hier werden alle Unglücksfiille zur See eingetragen, sobald die Nachricht davon eintrifft, und ihre. Zahl beläuft sich aus mehr als oreitauleno im Jahr! Hunottftischeö. Reflexion.-- Gauner (infolge deS überaus warmen Plaidover seines -'Vertheidigers ' freigesprochen): .Die Lumperei hat doch ihre guten Seiten! Hätt, man mich wohl je so gelobt wie heute, wenn ich ein ordentlicher Mensch wäre?! ' - Familiennachricht. Die Geburt eines selbstverständlich schönen, strammen Jungen zeigt an' Lieutenant von Schneidewitz. Zweideutiges Versprechen.' Patient: .Ich habe letzthin so lange vergeblich auf, Sie ge wartet, daß inzwischen' meine' Schmerzen von selbst vergangen, sind!" Arzt: ..Bedaure unendlich...... doch das wird in Zukunft nimmer passiren!" Ablenkung. Warum gehen Sie, Herr Lieutenant, nicht zur Premiere der heutigen Tragödie?" Will Dichter nicht unglücklich machen. Wenn Publikum mich sieht, weint ja kein Mensch!" ' I e i der TestamentSerSfsnung. Schwester: Was hast Du eigentlich mit der. Haushälterin unseres alten Onkels, 'Du weichst ja nicht von ihrer "Seite!- Bruder: .Warte doch ab. ich fürchte, sie kriegt das ganze .Vermögen'.'., in diesem Fall will ich wenigstens der erste sein, der ihr einen Heirathsantrag macht!Verlangt. Respektable deutsche Männer zur Uebelnahme der Agentur für in jedem Hause leicht verkäufliche Artikel. Erschrung nicht nothwendig,- einfache Arbeit und gute Bezahlung garantirt. Zeder, der sich ein rentable? Geschäft zu gründen wünscht, öder sich einen guten Nebenverdienst verschaffen 'will, schreibe sofort für Cirkulare und kostenfreie Proben an c. I. Schoop t; Go, ' No.' ttö.vtate Straße, 5!aci, Qi?.
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