Indiana Tribüne, Volume 19, Number 226, Indianapolis, Marion County, 3 May 1896 — Page 9

ZnSiana Tribüne.

sziclgE.

Entwischt. Von Th. Gcndvnt, Im Frühjahr 1372 war m einem großen kaufmännischen Geschäft l Cpandauerstraße in Blin ein. Einbruch verübt toordtfi, bei welkem der schwere eisexnGeldsckra? gestohlen worden r:. rfvi-r'" iuat. L5',VnHrtirrtifm . . - - - - WliltVIttUUUtV, ?Ö.Tnb der Nacht e Aussicht, waTen' durchwühlt, ftsmmtltdje Pulte erKrochen und raän nahm seitens der Polizei an. da.h den Verbrechern die Oefsnung des diebessicheren Arnheims rn Ort und Stelle entweder zu zeitraubend erschienen oder durch das zur Verfügung stehende Schränkzeug über Haupt nicht zu ermöglichen gewesen sei. Dieses Braöourstückchen erregte na lürlick unaebeures Ausseben und die oesammte Polizei der Reichkhauptsta wär in sieberhaster Thätigkeit. Es ' v ' ' !?urde ermittelt, datz Passanten die .schweren Jungen- bei der Arbeit bemerkt, aber bei deren sicherem Auftrelen sich nichts Schlimmes gedacht hatten; man war gerade bab gewesen, den eigentlichen Tresor aufweinen niedrigen Handwagen zu verladen. Der Einbruch war erst gZgen acht Wjx, als w!- v7 ra.r?;? ll.7emer,. rd7n. uu'd!! v,.,. m,nt.Tnr,Ui,i fnfhT fifnn .5518! in oas aus yaiien wniajwBi iuu.i, um dann vom Flur aus sich Eingang in das Comptoir zu der cha en: die Hausthür war später einfach durch iir wnr ThHt ,infslrf hurrf. einen Dietrich geöffnet wsrden. Nach Angabe de; Gischäktsinbabe,, befn. 3 "ÄL Thaler Saanl Geld, welche Summe ÄÄÄiS hteju; in "dasdie Einbrecher im H.TrVIrVir?f mil ?rt rn WriftnYTIri I lUkVVi tUlIVtlin VtilViii HltHV HIMI der Firma gearbeitet hatten, und nach v,?.s.r f,.v7,.t, r, . UUU Wlfc vw4iafciiuywb vunituwuivtti Ein paar Verhaftungen wurden vorgenommen, aber es stellte sich sehr bald tu hsns iinMiiTh rossen b raus 7o d'ol7Bebö d7v bo. denlosen Frechheit völlig rathlöZ' gegenüberstand. Nach acht Tagen schien endlich ein Lichtstrahl in daS Dunkel hineinzublitzen. Der Chef der Criminalpoli9l fOrif ti4Vtlrt TwvT2ft t VWillVkVUlCtVV VVll A)iUUUt9M V' hielt nämlich einen anonymen Brief, in welchem mitgetheilt wurde, der a,tM?fmi s.z iA,; ftfM,iiK, t,.. V. I v I v vgraben und noch unversehrt, da er allen seitherigen Bemühungen der Einbrecher widerstanden; diese, unter denen o,m(rfrtff VliJZ. ' 7 v uiinni, ivuiui uuu um vsi jjc.- I fiellung neuen, besten Schränkzeuges, Lm.nw rM,l,4.r ff.ni?n,ÄfI I uiiivwu' rer, beschäftigt und in einer der nächften Nächte solle ein neuer energisch Angriff unternommen werden, von dem man sich sicherenErfolg verspreche. Der NrZelsckreik. toflH nun ben 5rt ke? ?7N? hnrnpn M nun ben unter der NedZnuna bi mn ihm eine Belohnung von sechshundert Thalern die gleiche Summe hatte der Bestohlene für die Herbeischa fung des Schranke? mit Inhalt ausgesetzt - unter einer bestimmten Cbiffer zusage. Der Brief verrieth eine gewisse Bildung des Schreibers, und man kam auf den Verdacht, daß ein Angestellter der Firma seine Hand im Spiele habe. ,urück Herr von Drygalski. hielt es unter seiner'Würde. mit den Verbrechern zu Paktiren, und bot die ganze CriminalPolizei auf. um im Verein mit hundert uniformirten Schutzleuten und fünfzig N?ritten,n h?, ?,,s,n!z., s.,i.s.. - Vj HIUVII) Drei volle Tae dauerte d.5nr.

chung und eS -blieb, wie man annahm Innern der Stadt emen Ueberzieher kein Fleckchen ' Erde unbesichtigt estohlen und sei. da der Diebstahl sootirt Yrmr rnsnnft ösrn htrn fort bemerkt worden, auf der Flucht

erschien der Chef schon Waller Frühe verfolgt, m emem Neubau gesunden auf dem Criminalcommissariat. krei- ?nd verhaftet worden. D:r Geschäftsdebleick und in böckiter Aufreaun. fuhrer habe auf die ernste Vorstellung

ewen geöffneten Brief in der Hand; der Anonymus batte wieder von m ?rr. .. V. . , i(.!fi. ynu (U(ii, uuu jjwat iciiie er in Ausdrücken mitleidig-höhnischen Bedauerns darüber, daß ihm durch die Engherzigkeit der Behörde ein guter Verdienst, dieser selbst aber der Ruhm der. Entdeckung des gefüllten TresorS entgangen sei, mit. daß in der vergangenen Nacht die Anbohrung gelungen, das Geld entnommen sei und man den entleerten Schrank cm der westlichen Seite der Mauer des Sarnisonkirchhofes finden werde! Ich war damals , als .Anwärter" zur Criminalpolizei commandirt und stürmte, da der frühen Morgenstunde wegen noch keiner der anderen Herren zugegen war, mit ein paar Schutzleuten in einer Droschke erster Güte los und fand ' den zertrümmerten Schrank an der bezeichneten-, Stelle! Die Hintere Wand war an mehreren Stellen angebohrt und die dazwischen liegenden Theile herausgebogen, so daß man mtt einiger Anstrengung in den Tresor hineingreifen konnte; das Geld wa? verschwunden, die Geschäftsbücher dagegen fanden sich vor. ES war ew recht deprimirendes Wefühl. daS uns beschlich. und ich vermochte mich in die Seele deS nur wenige Minuten später in Begleitung mehrerer Commissarien anlangenden ChefS sehr wohl hinew zu denken, der leichenblaß und mit finster gerunzelten Brauen auf den unglückseligenSchrank uiederschaute. Er sagte kein Wort, gier daZ Beben seine? Lippen redete

küehr, slZ hundert Worte auSMrücken im Stande gewesen: Selbstverständlich touVoe die Umge. düng der Fundstelle gnau untersucht, Und es blieb kein Zweifel übrig, daß das eisengepanzer Ungethüm an derselben Stelle Sand bedeckt gelegen hatte, an mV$tx wir dasselbe nun fanden Aber .loch ein ander als der Chef füllt, w!e ihm alles Blut zum Her. ?-Vorang und das war ich! Denn

wj entsann mq ganz genau, oay ,cy j'mit den mir zugetheilten Beamten am ersten Tage der Razzia meyreremat an dieser ominösen Stelle vorübergegangen war! Allerdings hatten auch zwei andere Colonnen später denselben Streifen abgesucht, aber ich hütete mich doch wohlweislich, meine Erinnerung in Worte zu kleiden. Ein Räthsel aber war's und ist's mir noch heute, wie das Versteck uns hatte entgehen können; und es wäre doch ein Hauptcoup gewesen, wenn ich den Schrank gefunden hätte. Denn abgesehen von allem anderen hätten die 600 Thaler, die, wie schon bemerkt, für die Herbeischaf funa des SÄrankes nebst Inhalt ausgeic$i roaren, ein unenoncyc, guuuc ' r.Ti Wf!X.9 jS'i'S' ,. B".?;- " ungeheur. 1$ r . i. x ,,. .1, rntnTB 111 UZt, WttlilUliyHl VlUifcUVVi, vj so hungrigen Zeit abgegeben! 01 . rn-njci:.- v.a mti aenauer ciiujuuuiiu . Schrankes selbst fanden wir innerhalb des Tresors einen kleinen Hirschhornknöpf, welcher auf einem winzig kleif c . - - p - n. ? s7Z r Sjai 5 dieser nopf von dem Rockarmel des1 a a l ä n m w m w m n igm der Verbreer welcheit der Hand den Raub durch das immerhin iUrnliä enae Bohrloch herau!ehN ffi Ä Ä . V,,. .7: n.. SX;TY t tm JTr . ifluaiiicn iiuu uuu uu, v rv .r.i.i v;. v. ,:kr. 23? mlen km i d Knopf Ml! dem Zeuglappen. sowie die FS "Tffn !A, ,. ftr und rde Germer Reg.erungsra.h. . , . .. . i 3 3ajw wann seil I 3t verflossen und ich war Vorsteher des ! dreiunddierziasten Reviers in der . . . . . Manteu r' E$u.lz ni iUTZ- T' dessen Mutter beneinem SchwlegerVater Wirthschaften und Anstands dame war. Sein verstorbener Vater war der Nachbar memes Schwieger vaters gewesen und hatte, gleich die sem, eine prinzliche Domäne in Pacht gehabt. Ich wußte von dem jungen Mann, der sich als Kaufmann em , , t ev . führte .gar nichts und meme Frau nur 15" bar "al"r" Hause brachte, so wurde er natürlich - - rrn freundlich aufgenommen. Mrr giflel Snz gut.und so nahm ich lhn denn, 2 meme Frau an lenem Tage Kopfweh hatte und ihr Ruhe Noth that. nack dem Abendbrote mit nach der . m. ' ,. neipe. um noch n Glas Bier mtt chm zu trmken. Meme Frau lud lhn n ivr r für den nächsten Smnwg ,u T,e nd ,ch fugte am Abend zum Abschiede Vierung hmzu mit mir vor ÄÄ und" n einen Frühschoppen zu trinken; und so geschah es auch. Am Montag Mittag kam dcr älteste Wachtmeister meines Reviers zu mir mem Sprechzimmer und berichtete sgiy? iSV1 Klgend: ES habe gegen Mittag der Geschäftsführer emer großen Badeanstatt ,m Revier m emer wlchttgm Angelegenoeit mich zu fprechm verngt, und da er mich nicht angetroffcn; l'J? "lhm. dem Wachtmeister. Mitgetheilt, daß ich vor emigen Tagen nen Herrn mit nach der Lowengruöe eß die Kneipe) gebracht, dense. n der auch am Sonntag mit nur dort gewesen, den ich unmogUch naher kennen könne. Denn dieser Herr habe ihm. dem Geschäftsführer, vor etwa , , in I zwei Jahren lN emer Restauration im des Wachtmeisters zeden Irrthum sei nerseits für unmöglich erklart. I (CTA0hrs'??tiVsft rft n !A ,"V, T, uw berste betreten, ließ mir sofort eine Droschke holen und fuhr nach der Badeanstalt. Der Geschäftsführer, welcher mir als ein besonnener, anständiger Mann bekannt war, hielt auch mir gegenüber seine Auslassung in vollem. Umfange aufrecht, so daß ich ihn um fernere vorläufige Discretion ersuchte und direkt nach dem Criminal commissariat fuhr, um mir Gewißheit zu verschaffen. Nach wenigen Augen blicken wurde mir dort ein ziemlich umfangreiches Aktenstück übergeben, auS welchem ich nicht nur die Wahrheit lener tollen Behauptung erfah..fondern auch feststellen konnte, daß mein Gastfreund wiederholt wegen Diebstahls und Betrugs bestraft war und schon sechs, Jahre im Gefängniß zugebracht hatte! Natürlich ärgerte mich die colossale Unverschämtheit, mit welcher der Mensch mich compromittirt hatte, ungeheuer und ich beschloß im erstenZorn, ihm sofort ganz gehörig mein Herz auszuschütten. Unterwegs aber über legte ich. wie wohl der Mensch dazu ge kommen fei. mich, trotz seiner Bergan, genheit, aufzusuchen. Da mein Weg mich cm jener Kneipe vorbeiführte, -so wollte ich meinen Aerger hinunterspülen. bei welch' edlem Thun mir ein Bekannter, den ich dort vor der Thür traf,' der Brandmeister Kramer, bereitwilligst Gesellschaft leistete. Schon wählend deZ ersten Glases letzte sich

Ut Inhaber der Kneipe, yerr reichert, zu u;:s an den Tisch und zeigte mir ein Zweimarkstück (diese waren damals erst kürzlich zur Ausgabe gelangt), in-

dem er seme Zweifel über die Echtheit desselben äußerte. Ich besah mir daS Ding genau; es fühlte sich allerdings etwas fettig an. war aber sehr gut geprägt und hatte auch einen guten, helen Klang. Auf meme Veranlassung schickte Herr Teichert das Geldstück zu emem m der Nahe wohnendenGoldarbeite?, und als der Lausbursche sehr bald mit de? Auskunft zurückkam, daß das Stück falsch sei und aus einer Composition von Zink bestehe, so nahm ich es an mich, um Anzeige zu erstatten. Herr Teichert bemerkte nun weiter, daß er vor einigen Tagen und auch gestern morgen mehrere Zweimarkstücke in Zahlung erhalten, er könne aber die betreffenden Verausgabe? nicht namhaft machen; der Herr, der mit mir gekommen sei, habe ihm eben falls, beidemale, je ein solches Stück in Zahlung gegeben. Bei diesen ganz harmlosen Worten fiel meine Faust schwe? aus den Tisch, so daß Herr Teicheri sich beeilte, zu versichern, daß diese Stucke natürlich echt gewesen seien. Ich dagegen nahm sofort an, daß mein Begleiter falsche Stücke verausgabt habe, und ging noch einen Schritt weiter. Denn eS ging mir wie ein Blitz durch den Kopf, daß der Mensch mir nur auS dem Grunde und zu dem Zweck semen Besuch gemacht habe, um in meinem Beisein und unter meiner Aegide falsches Geld an den Mann zu bringen! Der Gedanke war einfach großartig! Würde dann wirklich ein falsches, von ihm verausgabtes Stuck als falsch erkannt, so wurde doch Niemand so nahm ich an, daß er calculirte den Gedanken auszudenken wagen, daß ein Herr, der in Begleitung des Reviervorstandes kam, wissentlich falsches Geld in Umlauf setzen werde; man würde überhaupt das Geld gar nicht prüfen. Höchstens könne es tn Frage kommen, daß er selbst das Stück irgendwo erhalten und es nicht als falsch erkannt habe. Da Teichert em vernünftiger Mann war, so nahm ich keinen Anstand, beiden Herren meine Erlebnisse mit meinem Besuch zu erzählen und ihnen memen weiteren Verdacht mitzutbeilen. Ich beschloß, den 'säuberen Herren Nicht merken zu lassen, daß ich seine Vergangenheit kenne, ihn vielmehr em zuladen, mich wieder zu besuchen, und dann genau aufzupassen. Ich sandte daher am folgenden Morgen eine Visitenkarte zu ihm mit der Einladung, am Abend an einer Skatpa?tie in de? Löwengrube" theilzunehmen. Allerdings war zu befürchten, daß er am Sonntag, ebenso wie der damals von ihm Bestohlene ihn. auch diesen wiedererkannt habe, aber ich tröstete mich mit dem Gedanken, daß die Götter den. den sie verderben wollen, mit Blindheit schlagen. Freund" V. entschuldigte sich umgehend schriftlich, sagte aber mit Freuden seinen Besuch für den folgenden Abend zu und erschien auch pünktlich auf der Bildfläche. . Kramer hatte leider Abhaltung, und so mußten denn zwei andere Herren, die von dem Complott keine Ahnung hatten, als dritte? und vie?te? Mann" herhalten. Als ich mich zum Skat Niede?ließ, fragte ich Herrn Teichert. ob er mir zwanzig Mark wechseln könne, was derselbe verabredetermaßm zu seinem Bedauern verneinte; natürlich erbot er sich, das Wechselgeschäft anderweitig zu besorgen. Es kam aber nicht dazu. denn der Umgarnte erklärte mit uebenswürdiger Bereitwilligkeit, daß er dazu im stanoe lei. r aao ein Zehnmarkstück,, vier ganz neue Zwei Markstücke und kleine Münze, da er sich aus den Skat eingerichtet habe. Wah rend dieses Wechselgeschäfts hatte ich eine Anekdote zu erzählen begonnen und steckte, meinen Mann unauffällig in'S Auge nehmend, das erhaltene Geld mit Ausnahme der Münze in mein Portemonnaie. Dabei prüfte ich Vorsicht! mit den Fingerspitzen die neuen Zweimarkstücke, fest überzeugt, den durch das Zink oder auch daS Quecksilber erzeugten fetten Glanz fühlen zu müssen, aber ich hatte unzweifelhaft richtiges Geld zwischen den Fingern. Dagegen schien es mir einen einzigen kurzen Augenblick. alS ob die Augenlider meines Gegenüber ganz unmerkllch vidnrt hatten und -ich hatte mich nicht getäuscht! Da mir nun selbstverständlich nichts daran liegen konnte, mit dem Spitz buben freundschaftlich Skat zu spielen. so führte Herr Teichert seine ihm vor her zugetheilte Rolle durch, indem er Mich schon nach den ersten Spielen her ausrief mit dem Bemerken, es warte ein Schutzmann auf mich. Als ich zu rückkehrte, gab ich vor, daß meine An Wesenheit auf dem Bureau nöthig sei; ich werde aber wiederkommen und er suche die Herren, sich nicht stören zu lassen. Ich ließ nun die erhaltenen Zweimarkstücke untersuchen und erhielt die Gewißheit, daß sie echt seien. Als ich dann zurückkehrte, empfing mich Qerr Teiche?t mit de? überraschende?. Nachricht, daß der Betreffende sehr bald nach memem Fortaange ebenfalls aufgebrochen sei unter dem Vorgeben, noch ein ihm soeben erst einfallendes Geschäft schnell erledigen zu müssen: sein Bier hatte er mit dem Versprechen, sehr bald wieder zu kommen, mit klei ner Münze bezahlt. Natürlich kam er nicht wieder, und ich war nun überzeugt, daß er, trotz meiner Vorsicht, mein Befühlen der Geldstücke bemerkt (daher das Vibri ren der Augenlider) und Verdacht ge schöpft habe. Am folgenden Morgen begab ich mich m Begleitung memes Wachtm sters, den ich vorläufig in einer Kneipe warten ueß. schon um sieben Uhr nach der Wohnung des B. Seine Wirthin erzäblte mir auf Befragen, dch. ihr

'iicitzstz am rcrgangencn Avenv gegen

zehn Uhr m großer Eile heimgekehrt sei und ihr mitgetheilt habe, daß er sofort verreisen müsse, da er von mir von der schweren Erkrankung seiner Mutter verständigt worden sei. Sie habe eine Droschke holen müssen und Herr B. sei ihr, als sie zuruckgekommen, mit semem klemen Ateisekosser schon auf der Treppe begegnet. Irgend welche Instruktion über seine Rückkehr und so weiter habe er ihr nicht gegeben. da er aber ein ordentlicher Mensch sei, noch dazu bei mir verkehre, die Miethe pünktlich zahle und sehr häufig verreise, auch seine meisten Sachen zuruckgelassen habe, so habe sie nichts dabei gefunden. I überlegte; es war eigentlich nur ein sehr unbestimmter Verdacht, den ich hatte, aber seme schleunige Abreise in Verbindung mit seiner Vergangenheit war zum mindesten sehr auffällig. Um nur etwas zu sagen, fragte ich die Wirthin, in welchen Geldsorten der Her? gewöhnlich die Miethe gezahlt , .. ; tt ".. i yaoe. mit tfiau jiugic: tfiuijci immer in Gold und Kleingeld,' in der letzten Zeit aber in Silber; herrjeh. da fällt mir em. daß die Schlachtersrau das letztemal mit zwei Zweimarkstücken wie eine Verrückte zu mir kam und sagte, sie wären falsch und sie hätte sie von mir bekommen. Ich lief gleich zu Herrn B., der noch zu Hause war, und sagte es ihm, weil er mir das Geld gegeben hatte; aber der lachte mich aus und ging selbst zu dem Uhrmacher gegenüber, um die Stücke untersuchen zu lassen. Als er dann wieder kam, gab er der Schlächterfrau die beiden Stücke zurück, wett sie ganz echt seien; die lief aber selber zum Uhrmacher, aber als sie wieder herauskam, nickte sie mir zu; das Geld war natürlich echt!- .(Sollte nicht der Schlauköpf dem Uhrmacher zwei echte Stücke zur Prüfung gegeben und die falschen vorher wieder zu sich gesteckt haben?) Während dieser langen Erzählung war ich in dem Zimmer auf und ab gegangen und hatte dabei einen Blick durch die geöffnete Thür der Schlafstube geworfen. Plötzlich haftete mein Au auf einer grauen Lodenjoppe, die dork an einem Nagel hing. Von einem eigenthümlichen Impuls getrieben, trat ich näher, denn es waren Hirschhornknöpfe an der Joppe; ein Griff, und ich hatte den rechten Aermel in der Hand. Und siehe da, es fehlte dort ein kleiner Knopf und mit dem Knopf ein Stückchen Zeug, das gewaltsam herausgerissen zu sein schien! Wie war doch die Geschichte vor zwei Jahren? Hatten wir da mcht m dem zertrüm merten Geldschrank in der Hasenhaide genau einen solchen klemen Hirschhorn knöpf mit Zeugfetzen, wie er hier fehlte. gefunden? Und wie war s mit dem Entschuldigungsschreiben neulich; war mir nicht die Handschrift bekannt vor gekommen? Esel, Quadratesel!" rief ich Mir selbst zu, dann stürmte ich mit dem Lodenrock,. die Treppe hinunter, holte den Wachtmeister aus derKneipe, warf mich in eine Droschke und fuhr nach Hause, um das bewußte Billet zu holen dann ging s nach dem Poli zeipräsidium. Nach zehn Minuten waren die Ak ten gegen Unbekannt" in meinerHand kem Zweifel, es war dieselbe Hand schrift wie in dem anonymen an Herrn von Drygalski damals geschriebenen beiden Briefen, und auch der bei den Akten befindliche Knopf paßte genau in die eingerissene Stelle der grauen Lodenjoppe memes Freundes B. tun spielte ver Telegraph an sämmtliche Reviere und die Bahnhöfe; bald kam vom Potsdamer Bahnhof eine Antwort: Die Beamten hatten am frühen Morgen die entsetzlich ver stllmmelte Leiche eines Menschen, der in der Nacht von emem Zuge übersah ren worden war, in der Nähe von Zeh lendorf gefunden; es war B., und ich nahm an, daß dieser, durch mein Be fühlen des von ihm erhaltenen Geldes gewarnt, und alles entdeckt glaubend denn man fand in dem Koffer bei der Leiche neben mehreren Hundert markscheinen eine größere Menge fal scher, ganz neuer Zweimarkstücke sich hatte aus dem Staube machen wollen. . Um seine Flucht möglichst sicher zu bewerkstelligen, da er wohl fürchtete. hier auf emem Bahnhose verhaftet zu werden, wollte er auf einer Vorortsta tion erst den Zug besteigen und war bei seinem eiligen Gange auf den Schirmn von einem Zuge erfaßt worden. Er war der irdischen Gerechtigkeit entwischt! Wer damals die anderen Künstler gewesen, ist heute noch em Geheimniß Ein Naturwunder. A.: Sieht Dein Sohn Dir ähnlich?B.: Rein, meiner Frau; aber die Fuße sind mir wie auS dem Gesicht ge schnitten." Gerade recht. Dichter: Herr Redacteur, hier ormge ich Ihnen etwas sehr Umfangreiches Re dacteur: Das ist recht, es ist so Hunds kalt da hierinnen!" Mißverständniß. Hausfrau: Auguste, ich muß zur Babn fahren; gehen Sie fort und holen Sie mi? emen hübschen Landauer!" Auguste: So. de? Kutscher ist jetzt da; er .ist zwa? kein Landaue?, abe? auch 11. rrn r y im . ein ganz neuer cenicy: Vo?schlag zur Güte. Kindermädchen: -Der Kleine hat seinen Appetit, er will die Milch nick nehmen." Gräfin: Geben Sie ihm ein Caviarbrötchen daS macht Ap petit!" VorGericht. Richter: Also der Angeklagte atz eme Portion Gänse braten und verschwand dann, ohne zu bezablen: bat er sonst nock etwas v-r. zehrt?" Zeugin (Kellnerin, empört): rr ? t 1 r r men ug-yar er sicy aucy noq ge nymmen, der Lumpl" .

Von Ernst Eckstein. Wie rauschd die Zeid, wie schdreemd des Lewe! Was Hot der Mensch vom ganze lies? Kaum sangd mer an, sein Kodb ze hewe. So sälld er schlabbernd schon zerick. Was badde mich die scheensde Drauwe? öen Hagelschlag, so sin se hin! WaS bad't mich Hoffnung, Lieb un Glauwe, Wenn ich e ahler Esel bin? Ter Wind peifd grimmig nu von Norde, Ringsher schiebd Asche nur und Schutt. Längst is des Haar mer dinn geworde, Un alle Blumme gehn kaputt. Mich mag kee Meedche mehr beim Tanze. Mich will kee Schahche mehr zum Schatz Geh' weck! Ich schrnr mem Bichseranze Un such mer wo en schdille Platz. En schdille Plat) ja, ja. den kenn cd Erbot sein' unbesckdriddne Ren Die Weide bischble dord beschännig. Un schaurig schdehn die dunkle reiz. Ich Ih'i nu sadd, 'erum ze krame Im irdedhal voll Ach und Weh. Treibt ihr'sch nur fort in GoddeS Name Ich sag' der schneede Zeld Adchee! Äoshast. Mutter (von zwei talenttosen Backfischen, die eine Gesellschaft durch ihre Gesangsvortrage ent setzen): Nun, Herr Medicinalrath, ist es Ihnen recht, wenn meine Kinder noch etwas zugeben?" Medicinal rath: Gewiß, gnädige Frau, Kinde? müssen sich ausschreien!c 3 Ein dankbarer Vatient. der seinen Name nicht genannt haben kill, und der ,ic vuunancige eoryerung von. sedwe ivnt ihm in In inm X hnA v HMltV tii Wnn.i tirrhaiH IXfcttiitvA mil ((. Tf. tn ititviiHitf tBtnf vkv ivfiini fnl an .in Iihn)ttt fft4tninfitt irf I niHiHiufkn vlwlltH Cr 1 -f- t - rr k A- & , . T . . - - 0- -' v vicfcpic, i in icuci nhothrr at mitist tnrhn Itnnni CM f c . - 7- - - Tr " w VHflKI III n k rt - ' a. m t . . . otrnc um vxirjmaxn un vrtoat xitntr unO mt jf aa ih n i , m m m ajitpcniarp," &ucp 11. u., k vou, 5U V. tj' Der Herren Freund, "-i Nnsk vollkommene Spritze sni mit jeder Flasche. Ulact in Flecken. Verhütet Strikturen. Heilt Tripper und kiterMK in 1 M 4 Tagen. Frägt Lporhekern daftt. ver,an! ttt iprei für 91.00. man ane! ftn : UALYDOR MFG. CO.. LAM C ASTER. O MIO. Injektion. Eine permanente Nur j der hartnickigve Fälle ron Sonorrhea und $ 1 9Utt. oarantUt in 3 bi 6 Taaen: kein 4 W ..L...-G.l..l 1. - t - m min vifanDtuni nuiviR. un inc sie an j ftlnbcn Resultat bei Sinncbrncnl von öu. 2 5 leb, Cpiba der delSl. J.Ferr & E. 2 (Btou'ft Stachfolar). pokVter, Harö. er. i laust ja allen Sruniifttn. 5 , Manneskraft leicht, schnell und vauernd wiever hergestellt. Schwäche, Nervosität, Kräfteverfall und alle Folgen von Ju endsünden. AuSsckwei. ungen, Uederarbeitungu. . w. ganziiq und gründ ich beseitigt. Jedem O gan und orperthell. wird die volleKraft unZ, Stärke zurückerstattet Einsacke, nntittm. licheS Verfahren, keine Magenmedicin. Gfo ffehlschlag ist unmöglich. Buch mit Zeu? nisseu und Gebrauchsanweisung wird per Post frei versandt. Man schreibe an ' Dr. HansTreskow, 822 Broadwaj, Naw YorL Aergert Dich Dein Auge so reibe e nicht au, und werfe et Nicht von Dir, lonoern menoe aw an SSl mnjL ZrJ?A A'cj MsM7?5 " OPTICIAM-PO H.rtNIU DtNISON HOCL. INDIANAPOLIS-IND. w man Xir für Dein Vuae da nSthige SlaS an fertigt. Snftltche gen erde schmer,lo eingesetzt. Brillen werden nach den besten Methoden den Lugen angepaßt. Llvmvu VounvFut 184 & 186 Oft Washington Str. ' o-?'!! ?-'p7? lMm'ftfj?J cT W ftu Wire Tree Guards. Poul-bry ITo-b-biiig-Garden Irnplernents. Lawn Mowers. ÖOGSOCS of all kinds. M. Gierke. Deutscher Buchbinder. 408 Süd Eaft, Ecke McCarty Str. XJp Stairs. Herr Varl Piagpank, 7 öd labama Ltreße, nimmt VeKelluvgen für ich entgegen.

Elegie

Itfrisgu

! iU2S

?y-

MA

11

j ii 1 't'-iij 'm-'Ji IU.FTlx''.l

Unter allen Umständen, in jedem Haushalte ist t. Jakobs Oek. das beste Heilmittel gegen Schmerzen.

V M IMDt HAfM

HD 35TTin. FEELSICK?; Disease cornmonly comes on with slight Symptoms, which when neglected increase in extent and gtadually grow dangerous. "'1'"! '' TtiE UIPANS TABULES BÄ" tXke RiPANS TABULES " UIFANS TABULES TZJir.. RIPANS TABULES Ripans Tabnles Regnlate the System and Freserre tne Eealtn. asy totale dDnje s 8 Gives I Quic& t0 acte . S Rlpanä Tabulea ure sold by druggista, or br mall KZ rsPtl 0T sr lk the price (50 cents a box) la sent to The Rlpana S in-ncy. Chemical Company, No. 10 Spruce St., New York.

; aamAlA oauijiQ

' MlWKM yig

Frenzel irothers, No. i West Washington Straße, (Merchants National Bank.)

in europäisches Departement. Wechsel, Creditbriefe und Poftanvei s ungen aus alle Städte Europas. Schisssscheine nach und von Europa. Anund Verkauf ausländischen Geldes.

Unser neues Gebrau: ii mm

Ein konzentrirteö Liquid aus Malz und Hopfen, ist ganz ausschließlich für unser Flaschenbier-Geschäft gebraut und jetzt zur Ablieferung bereit - "Extract 0s Ilalt" sollte ein in jedem Hause gern gesehenes Setränk sein, da seine absolute Reinheit, wie auch seine große Nahrhaftigkeit et ganz besonders für den Familiengebrauch geeignet machen. ES ist von hervorragenden Chemikern dieser Stadt, die auch Chicago's analysirt worden und hat die Prüfung wohl bestanden, da beide es für ew gesundes und kräftigendes Getränk erklärt haben. Machen Sie einen Versuch mit "Exfracl of Malt". Es wird Ihnen sicherlich gefallen. ES wird in unserer Flaschenbier-Abtheilung auf Flaschen gezogen. Telephon 1060. Sowie auch von 3. Metzger & Co. Telephon 407. HOIE BREWIM CO.

Ablieferung erfolgt prompt

MCPIDE STTGWIE CODMlIPAErTy, Fabrikanten von Heiz- und Koch ' Oefen. Sprechen Sie vor und sehen Sie unsere enorme uSwahl von Stahl Lkanges, ModelKochöfen und Ranges. Bowen- und Shirk Resrigeratoren. . Gas- und Gasoline-Oesen. ÖCO.jÖUfl, : : : Verkaufsräume: - 79 Süd Meridian Str.-

W ÄISÄKlDlKiKI .v,.'f.rrju.i r;.

,, , . ,.- , l-ltä . x , , "vAlVv 'MW Der beste der Welt.

ÄitiJ

AV IVl ivl 1

V , V I m At

rnvrn -yr rn . .

ksss'rmjm

ilkM?

smtä

- ,.,tv

T&mr

Schwache. Varicoule und alle Arten geschlechtlicher Schwache werden czebessert und geheilt. Während vieler 5abre Kellen wir die so berükmten Oe GUfirim fsnlDomtrtm

Jen her, welche Tausenden von Kranken zur Gesundheit halfen, wo Medizin fehlschlug. Uir adrlzlren auch die ersten und vorzüglichsten elektrischen Bandagen zur HeUung von OrüN.

. Ulftrirter Kt,I, welcher Tankschreiben do Geheilten und UZlunst ethaü, wird eaen Erosendung vou kc an irgend eine Aöresie verschickt. Das ütikU Qtnvlifftmtnt r &tlt für elektrilide cilmlt1l.

The OWEN ELECTRIC 01-211 C7AT3 CTZUTT

iu allen Zeiten,

ri o I in AAnra iiu v vvuv9 ilMl 19 nach jedem Stadttheile daß der letttische Ctteu soso nach de KI bei aOrtd crfuH tnir Owen Elektrische Gürtel heilt Rheumatismus, Neural gia, Nieren- und Leberleiden, Schwäche bei Männern und Frauen,

OF

Nückenschmerzen und Lsgenleiden. Verderbt Euren Magen nicht durch Gebrauch schädlich Drogen. kA'Uvser ßlekteische? Gürtel mtt elettris

Suspensorium wirkt wohlthätig iu allen Formen ten .fx.xiix 0 jt. . jt. c . w r m w

fouftige tsrnsCt BELT & APPLIANCE CO. (Ecke Adams) C3D1C3. ILL3. .