Indiana Tribüne, Volume 19, Number 226, Indianapolis, Marion County, 3 May 1896 — Page 7
Söcröstcrrcichischc l?osltsßrmtdje. Tief im Gebirge, in Oöerösterreich, im Salzkammergut. in Tirol, in Oberbayern, in Steiermark und Jtärn ihen haben sich aus uralten Zeiten noch so manche Bräuche im Volke erhalten, von denen man sich im Flachlande nichts träumen läßt. Wie jede alte Feste, jede Burgruine ihre Kirche, jedes Dorf in der Bergklamm und auf der Halde seine besonderen Sagen und Märchen haben, so haben die Gemeinden ihre besonderen Bräuche, seltsame Traditionen, die nicht selten in ihrem Ursprünge auf die Heidenzeit, auf die altgermanischen Zeiten zurückweisen. Viele Sagen, so von den Burgen, in welchen ein Knabe eingemauert wurde, kommen auch in anderen Gaum auf deutscher Erde vor; von den Kirchen, deren Bau durch einen Riesen, einen grimmen Heiden, zu hintertreiben gesucht wurde. Die Burg Liebenberg in Bayern war uneinnehmbar, weil bei dem Baue ein Knabe eingemauert worden war; heute noch geht die Mutter im Gemäuer um und sucht bei nachtlicher Weile nach ihrem Kind Die Heilsweiber", die Wuotansfrauen" spielen bei diesen Sagen nicht selten eine bedeutsame Rolle. Der Vergbewohner, der bei nächtlicher Weile vom
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rm a & &r .W & ( - iv Ehekreuztragen. Gebirg hernieder steigt, glaubt, daß ein Kobold, ein Berggeist, ein Zwerg oder ein altes Weibchen ihn begleitet, seine Schritte überwacht oder ihn neckt. Mit dem Kobold führt er Gespräche. Die meisten Berge haben ihre bestimmten Geister". Gar merkwürdig sind mitunter die Sagen und auch die Bräuche der Erz- und Salinenarbeiter im Gebirge und auch jene der Holzknechte, der Flößer und der Floßknechte. Rauher treten mit ihren Traditionen die Holzknechte, die Flötzer auf den Plan; ihre Spiele" sind meistens derbunden mit Raufen, Ranggeln" und Kämpfen Mann gegen Mann. Die Flößer, die häufig genug mit den Flößern" verwechselt werden, sind die eigentlichen Holzknechte im Gebirge. Eine ausgehauene Stelle im Walde (Lichtung) heißt ein Flötz"; die Knechte und Burschen, die den Wald ausgehauen und das Holz zu Thal geschafft haben, eine halsbrecherische Arbeit, heißen die Flötzer. Das Floß dagegen wird im Fluß zusammengefügt, und die Männer, die bei dem Bau des Floßes beschäftigt sind, welches thalab und durch die reißenden Bergwasser in die Donau geführt wird, bis nach Wien und bis nach Ungarn hinein, sind die Flößer. Die Holzknechte haben einen absonderlichen Brauch, wenn einer ihrer Genossen einem Mädchen das Jawort abgewonnen und sich verlobt hat. Sie zimmern im Walde ein hübsch schweres Kreuz und lauern dem Genossen auf, wenn er von der Arbeit geht. Dann erfassen sie ihn. laden ihm das Kreuz auf den Nacken und treiben ihn bergab oder auch bergan, je nachdem ein Wirthshaus in der Nähe gelegen Gevatterleutbitten. ist. Sie treiben ihn mit kräftigm Stock- und Geißelhieben. Der Mann, der das Ehekreuz auf sich zu nehmm im Begriffe steht, schleppt das Holzkreuz bis z;:i Schmke, wo er sich mit einem Freitrunk, Branntwein oder Bier, loskauft. Man hat es äugenscheinlich mit einem Brauche zu thun. der in altchristlicher Zeit entstanden ist. Sehr harmloser Art ist der Brauch des Gevatterleutbitten". Er kommt heute noch in einigen entlegenen Gebirasdörfern und Gemeinden Ober Österreichs vor. Nach der Geburt eines Kindes ist es des Vaters nächste Pflicht. Gevatterleute erbitten zu ge hen. Das sind die Pathen für den Täufling. Er geht zu dem Nachbar oder läßt ihn zu sich bitten, läßt sich vor ihm auf ein Knie nieder und macht ihm m originellen Nennen den Vorschlag, die Gevatterstelle zu übernehmen. Dabei hält er einen Haselstock in der Rechten, und der Gevatter erkennt, wenn das dicke Ende nach unten gerichtet ist, daß es ein Mädchen ist; xm andern Falle hat er es mit einem Buben zu thun. Wenn er dem Wunsche, das christliche . Werk" nicht zu versaaen. nachgekommen, wird er zur Mahlzeit geladen, und es wjid aus dös.
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Gedeihen des Göd'nkindes" getrun ken.
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Kreuz st ehe n. Ein finsterer, von dem unüberwindlichen Aberglauben Zeugniß gebender Brauch ist das Kreuzstehen", welches auch heute im Gebirge noch vorkommt. Der .Kreuzsteher" ist ein Bursche oder auch ein Mann, der die Zukunft ersahren will. So besonders, wenn er der Zukunft mit einer gewissen Furcht entgegen sieht. Wenn zum Beispiel ein Wilderer oder Holzdieb in der Besorgniß lebt, daß man ihm auf der Spur ist, dann geht er Kreuzstehen, um zu erfahren, ob seine Besorgniß begründet ist. In der Christnacht,"wenn dieLeute zur Mette gehen, wandert er hinaus nach einem Friedhof, der womöglich auf der Grenze zweier Pfarrgemeinden liegt. Hier erwartet er den Gottseibeiuns". Er hat einen schwarzenHahn mitgebracht und einen Stecken; mit dem letzteren zeichnet er einen Kreis in den Schnee und in den Kreis stellt er sich mit seinem Hahn. Er wartet die Mitternachtstunde ab. und gewöhnlich erscheint auch Schlag zwölf der Teufel. Zuerst erblickt er allerhand schwarze Gestalten im Mondenschein heranschweben. Dann erscheint der Teufel selbst. Wenn er schon vor den Gespenstern Stand gehalten hat, dann muß er jetzt all feinen Muth zusammennehmen. Er hat sich für diesen Moment vorbereitet, indem er durch drei Tage sein Gebet unterlassen hat, und jetzt murmelt er Beschwörungsformeln. Nähert sich der Teufel zudringH ü t l h e b e n. lich, dann wirft er ihm den Hahn an den Kopf. Gewöhnlich entflieht der Teufel mit dem schwarzen Vogel, und der Bursche hat den Teufel bestanden" und kann jetzt klar in die Zukunft schauen und weiß genau Bescheid über sein und der Seinigen Schicksal. Wieder ein harmloses Spiel, das oft im Familienkreis im einsamen Berghaus betrieben wird, ist das Hütlheben". Auf den großen Tisch in der Stube werden die Hüte der Männer und Frauen in zwei Reihen gelegt. Unter den Tisch legt man allerhand Gegenstände: Münzen, eine Handvoll Getreide, Schuhe, ein Bündel, einen Ehering und so weiter. Einer mit verbundenen Augen muß mit der Haselruthe die Hüte suchen. Jener Hut, den er berührt, gehört zu dem betrefsenden Gegenstand, und der letztere bedeutet: Münze: Reichthum; Getreide: eine gute Saat; ein Bündel: Auswanderung, und so weiter. Der Besitzer des Hutes weiß jetzt, was ihm für die nächste Zukunft bevorsteht. Die Sorge um die Zukunft ist es in den meisten Fällen, welche das Gemüth der Gebirgsbauern bewegt, und sie bildet das breite und uralte Fundament für ihren Aberglauben. ?cr ugcnüsrcuno. Von Frida Schanz. In einem einfachen, schmucklosen Schlafzimmer, am Bett eines traurig und krank aussehenden.ungesahr dreizehnjährigen Mädchens, fand ein schmerzliches Gespräch zwischen der der Mutter des Kindes und demHausarzt statt. Der alte Mann streichelte der sorgenvollen Frau mehrmals tröstend über diabgearbeitete Hand, um seine harte Verordnung zu begütigen. Er wußte keinen Rath mehr. Sein letzter Versuch, die kleine Patientin ein hat bes Jahr fest im Bett liegen zu lassen, um ihr Leiden, eine der verh'ängnißvollen eiternden Hüftentzündungen, die so oft ohne jede sichtbare Veranlassung eintreten, zu besiegen, war erfolglos gewesen. Die ersten Wiederaufstehversuche brachten dem armen Kind verzweiflungsvolle Schmerzen. Nun blieb eben nur eins; der alte Arzt zögerte, es auszusprechen. Aber dies eine würde Gretchen Voraussichtlich bestimmt zu einem völlig gesunden Kinde machen. Frau Seemann müßte mit ihr nach Berlin zu einem großen Chirurgen reisen und eine Operation vollziehen lassen. Als das schwere Wort einmal gesprechen war, wandte der gute alte Mann einen ungeheuren Aufwand von Gesprächigkeit an, um die Sache als recht leicht und harmlos hinzustelj len. 1 Das vergrämte Frauengesicht aber war wie erstarrt in nachdenklichem -Grübeln. Sie hatten ihr schon vier JMüLfeaslatteSKk qgc ühez die
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ersten schwersten Jahre hinaus; zwei sehr wilde Buben hatte sie noch und diese arme liebe Grete. ihr Herzenskind. Ihr war, als griffen bei dem Gedanken an Operationsmesser gierige schattenhafte Hände nach ihrem Liebling, und neben dieser Seelenangst erhob eine bange Furcht ihre Stimme: was würde ;,t Mann zu diesem neuen Unglück sagen? Sie duckte sich förmlich zusammen, als sie daran dachte. Herr Seemann war sein schlechte? Gatte und Vater, er versündigte sich in nichts und arbeitete hart für Frau und Kinder. Aber die kleine Eisengußfabrik im entlegenen Provinzialstädtchen brachte seit Jahren wenig ein. und der Mann hatte sich gewöhnt, Sorgen und Schmerz hierüber und über das Unglück in seiner Familie durch Vorwürfe gegen die Seinigen sich vom Herzen zu fchaffen; Frau Seemann war so recht die Frau, die einem rauhen Manne das Anschreien anerzieht, ängstlich, geduldig, unsicher in allem, bei jedem Tadel bis zu Thränen verschüchtert. Gretchen's Siechthum, die nutzlosen Euren des letzten Jahres, die großen Kosten der nun nöthig gewordenen Operation, das würde er alles ihr wieder als Sünde ausbürden, ihr, die nichts verstand, die nichts abzuwenden wußte. Das mühsam verschluckte Weinen schnürte der Frau die Kehle zu. Kaum hörbar fragte sie: Welchen Chirurgen empfehlen Sie denn, Herr Doc-tor?-Der Doctor kämpfte. Sollte er den allerersten, allergeschicktesten, aber auch allerrücksichtslosesten nennen? Er hatte sich's drei Tage lang immer auf's Neue überlegt; der junge Professor galt eben als. fo enorm theuer. Aber dennoch es galt Gretchen's Leben und Zukunft. Gehen Sie zu Professor Busch, Frau Seemann. Professor Ferdinand Busch. Dorotheenstraße " Etwas eigenes geschah in diesem Augenblick. Das gewöhnlich aussehende, vergrämte, magere Frauengesicht erschien auf einmal so jung, wie es vor Jahren wohl war. Man gewahrte plötzlich die einstige Feinheit der Züge, die Thränen, Sorge und Arbeit verdorben hatten. Der Abglänz einer sonnigen Erinnerung leuchtete rührend aus den verweinten Augen. Nur durch den Klang eines Namens, den die Frau lange vergessen hatte. Der Doctor, der das ungewöhnliche Mienenspiel erstaunt beobachtete, fragte ganz erleichtert: Sie kennen wohl gar den Professor?" Ja freilich." antwortete die Frau, wie aus Thränen aufathmend. Das trifft sich wunderbar, das ist ja mein Jugendfreund!" Sie konnte nun getrost von der Reise und von der Operation sprechen. Das Grausame, Dräuende war verschwunden und hatte einer hoffnungsreichen Beruhigung Platz gemacht. Vor Professor Busch fürchtete sie sich nicht. Wenn einer ihrem Gretchen helfen würde, so war er's. schon ihr zu Liebe. Sie wollte die Sache ihrem Mann, schon beibringen; sie zitterte nun nicht mehr davor. Was bei dem Namen des Professors fern dahergeweht war aus demGarten ihrer Kindheit, das war alles so lustig, so hell und so gut Es war trotzdem ein schweres Stück Arbeit, Herrn Seemann's Zustimmung zu gewinnen. Auch ihm mochte bei dem Begriff Operation das Schwerste vor Augen stehen; es mochte ein m'aßloser Gram und Kummer sein, den er sich in Anklagen gegen das Schicksal und seine unglückliche Frau vom Herzen donnerte. Schlieklich dieß es: Mach', was Du willst!" Damit waren für den ??all des Wik .lg:nö werben 'at Vorwürfe sür d'ie arme Seele schon mit prophezeit. Frau Seemann trocknete die Thränen heute rascher als sonst nach so traurigen Scenen. Sie athmete seit heute morgen in einer frischeren Lust. Die Schlaflosigkeit, die sich in den Krankheiten der Kinder bei ihr eingewöhnt hatte, versüßte ihr heute das Spiel der Erinnerung. Ach. diese Zeiten damals, diese ungetrübten, frohen! Sie war das verwöhnte einzige Töchterchen einesOberlehrers in einem Gymnasialstädtchen gewesen, fünf, sechs Stunden von ihrer jetzigen Heimath. Im Nachbarhaus, beim Paftor, waren Ferdinand Busch und das Miekchen, seine zwei Jahre jüngere Schwester, in Pension. Pastor und Oberlehrer aber waren Brüder; da gab es den lustigsten, ungehemmtesten Verkehr von Haus zu Haus ; heute wurde hüben und morgen drüben zu Abend gegessen, alle Ausflüge waren gemeinsam, alle Feste wurden zusammen gefeiert. Ferdinand und Her; mine hatten sich st eine Zeit lang vor einander genirt, wie sich das für wohlerzogene Leute über zwölf Jahre von selbst verstand. Der Tertianer wollte versuchen, gegen den Backfisch höflich zu sein; das ging aber über seine Kräfte; Hermine wurde des immerwährenden Erröthens und VerlegenWerdens auch müde; so war's ein allgemeines Aufathmen, als, endlich bei der Aufregung eines Hazardspiels um Ehocoladenbohnen die Schranke des steifen Verkehrs fiel. Die drei Nachbarskinder lebten nun wie Geschwister. Ferdinand, der frische Junge, machte ein fröhliches, natürliches, beinahe wildes Mädel auj dem verzogenen, zimperlichen Herminchen mit dem ewig fleckenlosen weißen Latzschürzchen und den sorgfältig gewellten, langen, offenen Blondhaaren. Die Haare wurden auf Ferdinands Anregung und auf Herminens Bitten noch einmal bis an die Schultern kurz geschnitten, daß sie nicht immer hän-
gen 'blieben beim flotten Wettlaufen. Hermine war eine pedantisch fleißige Schülerin, und der Freund machte ihr den trockenen Lerngewinn nun auf einmal lebendig. Ueber Li-teratur-und Eeschichtskenntnisse sielen von den geistig belebten Spielen ber, die Ferdinand angab, blitzende Streiflichter. Hellenenthum. Nibelungen und Wikingerwesen woben sich lustig und glänzend in diese Kinderfreundschaft ein. Auf den Spazierhängen wurden lange Gedichte mit schallender Stimme gemeinsam Herdeclamirt. und der Citate und Anspielungen gab es unendliche. An den Nachmittagen der Nähstunde galt Hermine als Opfer der Atriden; das bescheidene Brünnchen unter der Hänge-Esche im Pastorhof war Urda's Quell, und statt hinüberzuspringen und zu seben. wo die Gesvielen steckten, legte Hermine tönende Verse unter den Runenstein in derEcke der alten Laube im hintersten Winkel des ansteigenden Gartens. Wo seid ihr, Könige der See? Seid ihr im Speerkampf in den Sunden? Verhalten euer) am Strande Wunden? Seid ihr den Wolf zu jagen aus?" stand in accurater Backfischschrift auf billigem rosa Kinderbriefpapier zu lesen. Und der Tertianer antwortete in seiner steilen Streichholzschrift auf einem ausgerissenen Blatt seiner Kladde tröstlich: Kein Feind hat uns Wunden geschlagen. Wir sind nicht aus, den grauen Wolf Aus seinen Schluchten aufzujagen! Wir segeln nicht im Dänengolf!" Pastormutting pellte gestern Erbsen aus, wir Sklaven mußten helfen. Heut' Nachmittag Räderkuchen zum Kaffee. Komm herüber, Hermine!" Ach, solcher Kaffeeschmaus unter der wehenden fächelnden Linde! Als Nachtisch überhörte man sich dieSchularbeiten, wobei der großangelegte Junge aus der oft kleinlichen Mäd-
chenpedantene semer Freundm manchen Gewinn zog. Nach gethaner Arbeit ging's in den Wald oder an den See hinaus. Das weiche weiße Mieking mit dtm lockigen Goldhaar war als dritte immer dabei, wenn sie auch gelassener an der Freundschaft theilnahm als die beiden Großen. Ferdinand fühlte sich als der kleinen Schwester Schutz und Halt, er hatte es zuerst beim Vormund angetragen, daß die schöne Kleine nicht in ein großes Mädchenpensionat, sondern in dieselbe Kleinstadtxension kam wie er. Hermine bewunderte das Kind im Stillen. es hatte etwas Gleichmüthiges. Vornehmes, was ihm reizend stand. Drei Jahre lang dauerte die Jugendwonne. dann wurde Hermme eingesegnet, nahm Tanzstunden und ging auf ihre ersten Bälle. Sie wardie hübscheste Erscheinung im Städtchen und wurde wegen ihrer Gesellschaftserfolge von allen Freundinnen bcneidet und angestaunt. Das Jungemädchenwesen der Kleinstadt steckte sie an, die schlechten Heirathsaussichten. von denen die Mütter so viel sprachen, wirkten seelenschädlich auf das arme junge Volk; von fröhlicher Unbefangenheit blieb in den niedlich frisirten, blumengeschmückten Köpfen der kleinen Balldamen wenig übrig. Das Sinnen und Trachten galt einem unausgesprochenen einzigen Ziel, und das Ziel zu erreichen, galt Eile, denn die kleine Stadt hat eine traurig-fal-sche Taxe für Mädchenalter und gönnt den armenDingern nur ein paar winzig kurze Jahre zum Sichjungfühlen und Heirathsfähigsein. Hermine war auch in denAugen der kleinen Stadt noch blutjung, als sie ihren ersten Heirathsantrag erhielt. Es war unter den wenigen Heirathscandidaten ter unbestritten beste, der um sie warb. Fabrikant", das klang stolz und nahm sich auf den Verlobuugsanzeigen sehr gut aus. Sie sagte ja natürlich zu; der gutgekleidete.nicht ganz ungebildete Mann genügte ihr, die Kleinstadtansichten über das Heirathen waren schon zu sehr in's Kraut aesckossen. die fre alänzende Kindheitspoesie war runter derFlitterpracht der Ballzeit zu tief versunken. Am Tage vor ihrer Verlobung saß sie wieder einmal mit den Geschwistern in der alten Laube und kam sich bei einer Ausstattungshäkelei sehr weit weggerückt und sehr wichtig vor. Ferdinand kaute grüne Weinsprossen beim Vocabelsuchen und fragte plötzlich über den Herodot hinweg: Hermine, fag, warum hast Du eigentlich nicht auf mich gewartet? Sie zupfte einStirnlöckchen auf und lachte geziert: Noch zwölf Jahre oder so, nicht wahr?" Er schlug das Buch zu und fuhr sie ein bischen an: Nun, was wär's denn da weiter?" Da wär ich bald dreißig!" sagte sie mit Schaudern. Das wäre doch egal; ich wäre dann eben auch dreißig."Dann hättest Du mich doch nicht mehr genommen." Wie, nicht?" rief er gereizt. Das hattest Du können drauf ankommen lassen!" Es war eins der vielen Jugendgespräche, an die sie bis heute nie mehr gedacht hatte, aber die Erinnerung hebt solche Sachen oft in merkwllrdi gen Verstecken auf. Nach so langer Zeit fiel ihr jedes Wort wieder ein. Ferdinand hatte die Sache schließlich sehr vernünftig aufgefaßt. Am Tage der Verlobung nannte er sie zum ersten Mal Fräulein" , und Sie". und nach der Trauung im nächsten Frühjahr war der junge schlanke, Primaner der erste, der ihr mit Gnädige Frau" galant und herzlich gratulirte. . 1 Frau Seemann hatte sich's lange
überlegt, ob sie Herrn Professor Busch vorher schreiben sollte. Aber nein. Zur Zeit des Briefwechsels unter dem Runenstein war sie ziemlich Herrin der Orthographie gewesen, und der Freund hatte sich trotzdem oft bald todtlachen wollen über kleine Unfälle, die ihr passirten. Nun war sie seit zwölf Jahren aus der Uebung. Die niedlichen MädchenfreundschQften, die noch auf ihrem Polterabend glänzten, erwiesen sich nicht von eiserner Festigkeit; die Eltern waren bald nach ihrer Verheirathung gestorben, und Lber's Grab gibt es ja leider keinen Briefwechsel. So fuhr sie auf's Gerathewohl mit ihrem Schmerzenskind nach der großen Stadt. .Grete wimmerte unterWegs bei jeder Bewegung zum Herzbrechen auf; ohne das Winken der Hoffnung, der man entgegen fuhr, wäre das Mutterherz verkommen und verblutet auf dieser Fahrt. Mit einem kleinen Selbstgefühl gewahrte Frau Seemann, wie man im Gasthause, wo sie abstieg, den Namen des Professors kannte. Ja, der würde schon helfen, sagte das Zimmermadchen, die die still weinende Grete in's Bett heben half. Mit welchen Gefühlen stiegen Mutter und Kind die schöne, breite, teppichbelegte Stiege zu des Professors Sprechzimmer empor! Das ganze Haus war Klinik, der Carbolgeruch und das lautlose Huschen der ernsten Schwestern im schwarzen Pflegerinnenklid konnte einen ganz ängstlich machen. Nun saßen sie im Wartezimmer, unter mindestens vierzig Leidensgenossen. Die richtige Reihenfolge nach dem Kommen wurde streng aufrecht erhalten, es gab numerirte Marken, nach deren Zahlenfolge der Diener den Harrenden Einlaß in's Sprechzimmer gewährte. . Stundenlang hier ausharren.welche Aussicht! Grete krampfte die magerenH'ändchen zusammen und schluchzte siill, der Blick dieser stummflehenden Kinderaugen konnte einem schüchternen Weib schon Muth machen. Muth gehörte nämlich dazu, großer Muth, diesen eleganten Diener mit dem abweisenden Gesicht anzureden. Frau Seemann that es auch mit tiefer
Verlegenheit. Sie holte em Visitenkärtchen hervor, ein vergilbtes, kleines, blankglasirtes mit haarfeiner Schönschrift, wie sie vor zwölf Jahren Mode gewesen waren. Hermine Seemann, geborene Heller, stand darauf. Sagen Sie dem Herrn Professor, eine Jugendfreundin wär's, die ihn dringend zu sprechen wünschte. Meine kleine Tochter befindet sich so schlecht; wir können kaum noch warten," flehte sie mit demüthiger versagender Stimme. Der Großartige sah die bescheidene Frau in dem altmodischen braunen Seidenkleid mit dem billigen levkojengeschmückten Kleinstadtcapotehut auf dem glattgescheitelten blonden Haar fast spottend an. Aber da der Professor einen Patimten entließ, ging er doch mit dem Kärtchen hinaus. liin paar Almuten vergingen, in denen das arme Frauenherz in wildem Takte schlug. Dann kam der Diener wieder und forderte Mutter und Tochle: durch ein spitziges Brtte!" auf, ihm zu folgen. Auf den Zehen gingen sie ihm nach. Ihre traurigen Gesichter schimmerten froh. Und da drinnen, hinter der großen Flügelthür, stand auch einer, ein altmodisches Kärtchen in der Hand, mit heiter schimmernden Mienen. Mitten im tiefen Ernst des Tagesarbeit hatte ihn etwas entzückend heiteres, fernes, liebes, durch dieses Kästchen begrüßt. Er blickte nach der Thür, als müßte das Morgenroth dahinter aufgehen, als müßte die Jugend eintreten in eigener füßer Person, Und da trat sie ein mit ihrem Kind. Sie sah den Jugendfreund an und er sie infc beiden stockte das Wort. Seine braunen guten gescheidten Augen waren es noch; sonst war dieser vornehme große blasse Mann ein anderer, ack. ein wie anderer als der frische lustige lockige Junge, dem zu Liebe sie mit den langen .Haaren ihre Zimperlichkeit einst gottvergnügt geopfert, dem sie d Risse in der SchulZacke wie oft! geflickt, der dem Pastormutting die Erbsen auspellen aeholfen unter der alten Esche bei Ürda's Quell! Am dritten Ort hätte sie ihn nie erkannt. Er sah aus wie ein Fürst, der über Menschen gebietet. Bist Du's? fragte sie sich immer wieder. Und er. . Sein Herz krampfte sich zusammen in der Brust und wehrte sich: Nein, Du kannst es nicht sein.Du bist es nicht! Und dann sah er plötzlich wieder alle die bekannten feinen Züge in dem entstellten Bild. Er bezwang die schmerzliche Enttäuschung und drückte der Frau herzlich die Hand. Liebste Frau." sagte er mit seiner wohlthuenden Stimme. Das ist einmal eine Ueberraschung! Wie lange haben wir uns nicht gesehen! Geht's Jhne gut? Ist's Ihnen gut gegangen in all' der Zeit?" Sie nickte unsäglich wehmüthig. Ach ja." sagte sie. Mir schon." Und; Ihrem Gatten auch?" Sie sprach noch einmal dasselbe seufzerartige: Ach ja!" Dann faßte sie Muth. Die Kwdrr haben uns viel Leid gemacht. Vier kleine Gräber haben wir schon." Der Doctor sah auf Gretchen. Einen nadelscharfen Stich nach dem andern galxs ihm in der Brust. Dies ist meine Aelteste, Gretel.sagte die Frau beklommen. Sie hat ein Hüstleiden, wir sind in so sehr großer Sorge. Ach, wenn Sie helfen könnten!" . .
Der Professor versuchte ein tröstliches Gesicht zu machen. Nun, das hoffen wir doch!" sagte er, so munter er es in seiner kummervollen Stimmung konnte. Er vermochte sich noch kaum hineinfinden. Dieses halberwachsene. sieche, gewöhnlich aussehende Mädchen ihr Kind! Kann die Zeit an dem einen Menschen schneller vorübergehen als an dem anderen? Er hatte die gealterte Frau selbst als Kind vor Augen, als sei das gestern gewesen. Komm. Gretchen! Willst Du einmal mit mir da hineingehen, und wollen Sie sie ausziehen, liebe Frau?" Er öffnete die Thür zu einem großen kahlen Raum, in dem außer weißen Wandschränken und eininStühlen sich ein einziges Möbel befand, ein großes, verstellbares, ruhebettartiges Lager aus dreifingerdickem Glas. Eine junge, rothwangige Pflegerin kam herein und fragte mit wundersam zarter gedämpfter Stimme, ob sie helfen sollte. Danke.Schwester Gertrud, wir besorgen alles selber," sagte der Professor freundlich. Frau 'Seemann zog dem Kind das buntcarrirte Kleid und die groben sauberen Röckchen herunter. In eine seidenweiche weiße Wolldecke gehüllt, hob der Chirurg die Patientin 'auf das Lager. . Sei still, Liebling, ich halte Deine Hand," sagte die Frau und kniete neben dem zitternden Gretchen nieder. Es thut nicht sehr weh." tröstete der Arzt, und wirklich, die Berührung dieser kräftigen, weichen, saubergepflegten Doctorhände, die neben der harten Frauenhand mit den abgearbeiteten Nägeln doppelt edel erschienen, mußte eher schmerzstillend als schmerzbringend wirken. Gretchen ließ sich mit, leisem Lächeln auf dem jungen Leidensgesicht die lange Untersuchung gefallen. Dem Professor überwog trotz seiner großen Praxis dasJnteresse am Menschen immer noch in den meisten BeHandlungen das Interesse am klinischen Fall. Hier war es nun gar, als solle ihm das Herz in der Brust verbrennen. Die Sache sah trostlos aus. Er mochte lange Zeit gar nicht mit einem Blick Auskunft geben auf die angstvolle Frage der fest auf ihn gerichteten Frauenaugen. Es war eine furchtbar kritische Operation, die dem armen Wesen bevorstand. Er konnte ihm unter Aufbietung übermenschlicher Mühe im glücklichsten Falle vielleicht das bedrohte Leben erhalten und die Schmerzen nehmen. Aber an normales Gehen, an Laufen und Springen war nie mehr zu denken. Und wenn die schon erschöpften Kindeskräfte nun nicht aushielten? Wenn dem armen Weibe, dieser versonificirten Mutterund Frauensorge, ein neues Leid zudacht war? Und durch seine Hand, der sie hätte in weiche Daunen betten mögen vor jammerndem Erbarmen, mußte die Arme dann noch dazu den Streich empfangen! Nein, es durfte nicht dazu kommen! Der inbrünstige Wunsch.hyhe Schwierigkeiten zu besiegen, hatte ihn schon zu manchem Gelingen gestärkt. Dieses Kind wollte, mußte er retten! Auf seinen Zügen lag plötzlich eine große ärztliche Zuversicht, die den Patienten die Herzen mit Sonnenschein erhellt. Frau Seemann sah es nicht mit einem 'Lächeln, nein, mit einem wirklich leisen Lachen des Glücks. Wird sie gesund?" fragte sie mit bebender Stimme. So Gott will, ja," verkündete der Doctor fest. Ein bischen hinken wird sie wohl lebenslang, darüber müssen Sie beide tapfer denken; aber die Schmerzn behalte ich, will's Gott, hier, wenn wir das Gretel entlassen." Frau Seemann schluchzte ein paar Mal vor Bewegung. Ach, wie wollten wir's Ihnen danken!" Dann wurde sie nachdenklich. Eine Operation, nicht wahr, ist aber nöthig?" Er sprach nun ganz frisch und fröhlich. Ja, ja. Das wird nicht schlimm. Wir machen Dir oben ein hübsches Bettchen zurecht, kleine Grete. Schwester Gertrud, die .vorhin bereinsah. soll Dich pflegen; die ist lieb zu Kindern. Was möchten Sie denn noch fragen, liebste Frau?" . Ach nichts," sagte sie verlegen. Wie hätte sie fragen können, was ihr alles durch den Kopf ging! Sie war unwillkürlich mit der Hand in die Tasche gefahren, als könne sie so den mäßigen Inhalt des Portemonnaies in aller Eile besser noch einmal überrechnen. : Ich meine nur, wird es sehr lange
dauern?" fraqte sie zögernd. Der Professor hatte sie m ihremGedankengang. wie früher beim Wettlaufen, längst überholt. Nein, nur etwa drei Wochen sagte er schnell. Liebe Fras Seemann, wollen Sie Ihrem alten Jugendkameraden eine Freude machen? Wollen Sie mit Gretel mein Gast sein in dieser Zeit? Mieking würde ja selig sein! Sie wissen doch. Mieking? Die führt mir nämlich Haus" Frau Seemann fragte in ihrer großen Verlegenheit, als könn: das gar nicht möglich - sein, nur: Ach? Wie? Das Mieking?" Ja.ja." sagte der Professor. Denken Sie. die hat sich erst vor einem halben Jahre verlobt; die hatte es nicht eilig. Nun wird ja freilich alles anders werden. Vor allem will ich ihr jetzt klinaeln. daß sie einmal herunterkommt." In der nächsten Minute schon kam sie. Sie mußte 'sich bei Frau Seemann's Mädchennamen länger besinnen als ihr Bruder, aber endlich ' - p i r rsi p l ; wuyie ne Beicyeio. ' Ich hätte Sie nicht wieder erkannt!" sagte sie. i
Frau Seemann wurde dunkelroth. Ich Sie auch nicht," sagte . sie. Und doch, und doch " Mieking war so schön, daß sie das Zimmer, in dem sie sich befand, förmlich durchsonnte. Ein Mädchen von fast dreißig Jahren, wie vertrocknet und verkümmert hatte sich das junge Herminchen das einst gedacht! An Mieking. einer großen, herrlichen Gestalt, war alles voll und weich und schlank; die Züge waren voll Ruhe und Liebreiz, weder durch Sorge noch durch zehrende Sehnsucht vorzeitig geschärft und verkümmert. Als das schöne Fräulein Zöusch mit Hilfe einiger Winke ihres Bruders die Situation einmal erfaßt hatte, war sie von rührender Güte und Freundlichkeit gegen ihre alte Jugendfreundin. Ja, natürlich mußten die lieben Beiden Gäste des Hauses sein! Sie nahm. sie. während der Arzt einen neuen Patienten zu sich einließ, mit hinauf und wies ihnen ein friedliches, zierliches Zimmerchen zum Ausruhen an. Dann wurde an einem mit lauter blinkenden blitzenden Geräthen bedeckten Tisch gefrühstückt; Mieking hatte dieselbe feine freundliche Gleichmüthigkeit wie in früherer Zeit; auch als sie das Bild ihres Bräutigam!,, ein dunkles bedeutendes Gesicht, eine hohe Gestalt in stabsärztlicher Uniform, zeigte, ging keine heiße Erregung, sondern nur ein ruhiges inniges Leuchten über ihr Gesicht. Hermine und Mieking nannten sich auf der letzteren Bitten wieder Du. Du eine junge Braut!" sagte die ältere von beiden nachdenklich bewundernd. und ich? Sieben Kindern das Leben geschenkt, vier begraben, mit einem seit einem Jahr die bittersten Schmerzen getragen, dazu kleine Sorgen so jahraus jahrein und die viele Arbeit das läßt altern." Das Schlimmste sagte und fühlte sie jetzt nicht: das Zittern vor dem heftigen Gatten. Wenn sie von ihm weg war, sah sie ihn in freundlichem Licht, sah nur sein Schaffen und Sorgen. Und er war ja auch gut, nur ungebildet und rauh. Sie hatte ihn gewählt und mußte seine Fehler tragen. Von dem Wirken des Bruders sprach Mieking mit zärtlichem Beifall. Er ging völlig auf in seinem Beruf, und es gab zahllose Menschen, die ihm ihr Leben und Glück verdankten. Eine von den durch ihn Geretteten sollte rn, auch sein Glück werden. Mieking meinte, es müsse der armen Freundin wohlthun.wenn sie ihr traulich. wie in alter Zeit, etwas noch halb heimliches, liebliches erzählte. Ferdinand liebte ein ungewöhnlich sympathisches junges Mädchen, die ihm ihre Wiederherstellung nach einem Sturz vom Pferde verdankte. Und dieser Liebling hatte ihm gestern das Jawort gegeben.' Frau Seemann hörte die sonnige Mittheilung freudig mit an. Was gönnte sie dem Manne nicht, der ihr Kind zu retten versprochen hatte. Aber so wehmüthig war's doch für sie, all dieses junge Glück um sie her! Im Garten der Jugendfreunde blühten die Rosen und sie sah die gelben Blätter fallen. Ungefähr vier Wochen später fuhr Frau Seemann mit Gretchen nach Hause zurück. Die schwere Operation war glücklich überstanden; die Wunde Dar geheilt; Ruhe und vortreffliche Pflege hatten das ihre gethan, die Genesene trug einen Anflug von gesunder Röthe auf den schmalen Wangen. Wie schwer der Professor dieses Leben dem Tode abgerungen, wußte die Frau nicht. Aber ihr Dank loar doch grenzenlos. Wie viel Güte hatte sie empfangen! Welch einen schönen Traum hatte sie geträumt vier Wochen lang! Mit Wehmuth dachte sie bei jeder Station daran, wie der Traum weiter und weiter entschwand; aber es war keine verderbliche Wehmuth. Zum Glück war sie doch schon zu sehr Kleinstadthausfrau geworden und fand es dringlich an der Zeit, zu Hause nach dem Rechten zu sehen. Und vor allem war sie Mutter und ??rau. Sie freute sich auf ihre Buben, dmen die Freunde em ganzes ttosserchen voll Gaben gepackt, und auf ihren Mann. Sie brachte ihm die drei Hundertmarkscheine, die er ihr mitgegeben, wieder. Worüber hätte er schelten sollen? Er schalt auch nicht. Wenn eine stille brave Frau vier Wochen fort ist, merkt auch der rauheste Mann, was er an ihr hat. Es kamen Wochen voll Frieden.in denen sich das schöne große Erlebniß so recht stillharmonisch nach leben ließ. Sie hatte viel Glück gesehen, aber nur selten kam ihr einmal der Gedanke, es hätte anders werden können, sie selbst hätte können glücklich sein. Gretchens Heilung machte Aufsehen in der kleinen Stadt. Sie hinkte nur wenig und blühte immer mehr auf. Frau Seemann wurde von jedem, der irgend ein Gebrechen hatte, nach der wunderbaren Cur ausgefragt. Sie erzählte so gern davon. Und wenn dieLeute meinten: Professor Busch, der berühmte? Der ist aber gewiß sehr theuer?" dann sagte sie mit bescheidenem Stolz: Jch weiß es nicht. Mir hat er es
nit tbeuer aerechnet. Er ist mein Jugendfreund!" Großartig. Bursche: E5 ist ein Wechsel über 5000 Mark vorgezeigt worden, Herr Lieutenant!" Lieutenant: Haben Sie für mich aus gelegt?" Unangeneym. az jage Dir, das ist jetzt schrecklich mit meinem Manne, ich mag noch so gerauschvoll in Ohnmacht fallen mehr als Nasser Weg ich nicht!".
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