Indiana Tribüne, Volume 19, Number 226, Indianapolis, Marion County, 3 May 1896 — Page 2

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Boyes oder gekochtes Misch. Was ist bekömmlicher, leichter ver. daulich? Rohes oder zubereitetes Fleisch? Wie oft hört man diese Frage und wie verschieden lauten im täglichen Leben die Antworten! Ver suchen wir etwas zur Klärung derselden in der Meinung des Publikums beizutragen, indem wir kurz die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung cuf diesem Gebiete zusammenstellen. Fassen wir zunächst die Schnellig keit der Verdauung in's Auge. In dieser Hinsicht stehen rohes Nindsleisch tnd rohes Hammelfleisch obenan; denn 31 Unzen dieser Fleischsorten wurden in zwei Stunden verdaut, - Hierauf folgt rohes Kalbfleisch, zu dessen Verdauung der gesunde Magen 2 Stunden braucht, während rohes Schweinefleisch erst in drei Stunden vom Magen bewältigt wird. Jede Zubereitung beeinträchtigt die Verdaulichkeit des Fleisches und beim gekochten dauert die Verdauung etwa drei, bei gar gebratenem etwa vier Stunden. Auf Grund diese? Beobachtung wurde vielfach der Genuß von rohem Fleisch besonders empfohlen; aber diese Empfehlung war wenig berechtigt. Beim gesunden Menschen kommt es nicht darauf an, ob das Fleisch eine Stunde früher oder später verdaut wird, sondern ob es überhaupt gut ausgenützt wird, und da lehren andere Beobachtungen, daß dies bei allen Fleischsorten der Fall ist, gleichviel ob sie roh oder gekocht oder gebraten genossen werden. Die Verdaulichkeit des Fleisches selbst kann also nur in der Krankenküche besonders erwogen werden; im täglichen Leben kommt sie für die Verwendung des Fleisches nicht in Betracht. Giebt es aber vielleicht andere Gründe, die für den Genuß des rohen Fleisches sprechen? Durchaus nicht! Im Gegentheil, die Gesundheitslehre verpönt rohes Fleisch als Nahrungsmittel. Vielfach enthält das Fleisch Parasiten und Krankheitskeime, die selbst bei einer genauen Fleischbeschau unentdeckt bleiben. Durch unsere 'Zubereitungsarten, nanientlich aber durch die Siede- und Brathitze werden diese Keime getödtet und dadurch unschädlich gemacht. Gegen die Verdauung gekochten Fleifches könnte um bic Einbuße an Nährwerth angeführt werden, die das Fleisch bei der Zubereitung erleidet, aber diese Einbuße ist sehr gering und ihre Bedeutung wird vielfach übertrieden. Betrachten wir nun die einzelnen Zubereitungsmethoden! Was zunächst das Kochen anbelsngt. so verhält sich das Fleisch etwas verschieden, je nachdem es in siedendem oder kaltem Wasfer angesetzt wird. Ist ersteres der Fall, so überzieht sich die Oberfläche des Fleischstückes alsbald mit geronnenem Eiweiß und das Wasser ist weTiiger im Stande, das Fkisch auszuLaugen. Zwei Bestandtheile kommen dabei in Frage: erstens das Eiweiß, einer der wichtigsten Nährstoffe des Fleisches, aus dem die Gewebe deö Körpers aufgebaut werden, und zweitens die Extractivstoffe. salzig und aromatisch schmeckende Bestandtheile, aus welchen z. B. das Fleischextract besteht. Die letzteren Stoffe tragen zur Ernährung des Körpers nicht bei, Wohl aber üben sie einen anregenden, stärkenden Einfluß auf die Thätigkeit der Nerven, des Herzens u. s. w. Setzt man das Fleisch mit kaltem Wasser an, so bildet sich die schützende Hülle von geronnenem Eiweiß erst dann, wenn das Wasser sich erhitzt hat, das Fleisch wird stärker ausgelaugt, es gehen viele Salze und Extractivfioffe in die Brühe über und die Folge davon ist. daß das gekochte Fleisch einen faderen Geschmack zeigt; da wir aber die Brühe mir zu Speisen verwenden, so kann auch in diesem Falle von einer nennenswerthen Benachtheiligung des Fleisches durch die Zubereitbng keine Rede sein. Beim Dämpfen des Fleisches findet ine ahnliche Umwandlung wie beim Kochen statt, doch ist die Einbuße an Eztractivstoffen und Salzen wegen der yerrngen Menge des zur Verwendung kommenden Wassers nur sehr gering. Darum ist auch gedämpftes Fleisch von großcrem Wohlgeschmack als gekochtes. Auch beim Braten überzieht jich das Fleisch mit einer Hülle geronneuen Eiweißes, welche je nach der Art und Weise des Bratens bald mehr, bald weniger fest und derb ist. Bei allen Zubereitungsmethoden verliert das Fleisch an ursprünglichem Gewicht, dieser Gewichtsverlust kann 40 bis 55 Procent betragen, aber e5 wird dabei dem Fleische in der Hauptfache nur Wasser entzogen. Wenn auch z. B. 6 Unzen Fleisch nur ein Beefsteak von 4 Unzen Gewicht ergeben, so hat doch dasselbe den ursprünglichen Nährwrcth ' von 6 Unzen Fleisch fast .gänzlich beibehalten; es bildet sozusagen concentrirte Fleischnahrung. Schlechte Entschuld!u n g. Ein junger Maler, der die Tochter seiner Logiswirthin porträtirt und ein Nidohen" der Mutter benutzt, um der jungen Schönen ein paar Küsse zu geben, wird von der zur Unzeit tu wachenden Mutter unterbrochen. Ja aber Herr Farbig was machen Sie denn da?! Nur Studium, verehrte Frau! Ich konnte hier auf dem Bilde die Mundpartie nimmer recht treffen, da mußt ich's so machen! Wie's gemacht wird. Käufer: Ich möchte gern ein Paar Filzschuhe für eine junge Dame kaufen." Händler: Da kann ich Ihnen diese hier sehr empfehlen, wenn Sie das Herz der jungen Dame noch nicht besitzen, damit können Sie sch U guem hineinschleichen!"

Acr Kaiser von Warocco. Nach einem wahren Erlebniß von W. v. Schierbrand.

An einer kleinen Seitenstation unweit Detroit waren die Beiden eingestiegen und schritten nun gemächlich an uns, ihren Mitpassagieren, entlang bis zum anderen Ende der Car. Ich warf einen flüchtigen Blick auf die Zwei, als sie an meinem Sitze vorbeikamen, wie man eben aus bloßer Neugier die neueingestiegenen Leute anschaut. Sie schienen aber nichts von besonderem Interesse für das Auge zu bieten. Der Eine von ihnen war sehr blaß, hatte langes, schwarzes Haar und einen schmächtigen Körper. Er war ganz alltäglich gekleidet und trug die Hände in den Taschen seines hellen Ueberrockes. Der Andere war em Mann von stämmigem Bau, der ebenfalls die Hände in den Taschen hatte und einen gleichmüthigen Ausdruck in seinem energisch geschnittenen Gesicht zeigte. Etwas Ungewöhnliches fiel mir an keinem der Beiden auf, und nachdem sich die Zwei behaglich auf ihren Sitzen, die sie neben' einander einnahmen, eingerichtet hatten und der Eine sich eine Cigarre angezündet, fuhr ich in meiner lebhaften Unterhaltung mit meinem Nachbar, einem Geistlichen aus Kalamazoo. fort. Auch ich befand mich auf der Reise nach Kalamazoo. einem hübschen Städtchen im südlichen Michigan. das wegen seiner landschaftlichen Schönheit und semer Jrrenanstalt einen einigermaßen verbreiteten Ruf im Staate genießt. Wir unterhielten uns über die zunehmende Verbreitung des Irrsinns, über die neueren Methoden, ihn zu behandeln oder zu heilen, und über die Wandlungen, die die öffentliche Meinung in Bezug auf geistig Kranke durchlaufen hat. Mein Nachbar, der Geistliche, behauptete, es einem Jrrsinnigen sofort ansehen zu können. Ich bestritt dies, indem ich Beispiele von Kranken anführte, deren nächste Umgebung jahrelang in Unwissenheit über ihren Zustand geblieben waren. Während dessen durchschritt der Conducteur mit seiner goldbordirten Mütze und schmucken Uniform unsern Wagen, und als er am anderen Ende angelangt war, nahm er dem einen der zwei neuen Passagiere die Billets ab. Auch hierbei ereignete sich nichts Auffälliges. Nach Kalamazoo?" frug der Conducteur nur, und der Andere nickte und blinzelte dann dem Bahnbeamten etwas eigenthümlich zu, worauf dieser die Billets knippte und sich dann wortlos wieder entfernte. ' Mein Nachbar und ich unterhielten uns weiter, und das Gespräch sprang allmälig auf andere Gegenstände über. Eine Stunde mochten wir so gefahren sein, der 3ua fubr icfet. da keine Zwischenstationen auf einige Zeit zu erwarten waren, etwas schneller. Die Bäume und Felder in der flachenLandschaft flogen an unseren Blicken vorbei. Plötzlich stand der Eine der beiden Lektaekommenen auf. näherte sich uns und flüsterte: Haben Sie ein Auge auf den Mann da ich muk 'mal schnell nach der nächsten Car zum Conducteur!" Und ehe wir Beiden noch, überrascht von seiner Aufforderung und Sprechweise, etwas darauf erwidern konnten, verließ er unsern Wagen. Im selben Moment aber stand auch sein Begleiter auf, stürzte sich auf die Thür, verriegelte sie von innen und zog dann einen scharfen, blitzenden Gegenstand aus der Tasche. Mit diesem in der geballten Faust näherte er sich uns. Er blieb dann stehen und sagte ganz ruhig und geschäftsmäßig: Bitte, knieen Sie nieder vor mir!" Wir starrten ihn an und dann uns. Dies versetzt, den Unbekannten in Wuth. Man sah ihm das Blut in's Antlitz steigen, und seine dunklen, tiefliegenden Augen schössen Blitze. Elende Creaturen." röchelte er, sofort vom Sitz erheben hierherkommen niederknieen!" Das Dolchmesser funkelte in seiner Hand und er schien einen Augenblick es auf den ihm zunächst Befindlichen der leider ich selbst war zücken zu wollen. Dann aber huschte ein Lächeln der Verachtung über seine Züge, und er wiederholte nun seine Aufforderung in eiwas ruhigerem Tone. Wir erkannten, daß wir es mit einem Irrsinnigen zu thun hatten, der wohl auf der Fahrt nach der Anstalt war. hinter deren Thore ihm eine sichere Zelle winkte. Im selben Moment auch fiel mir das sonderbare Blinzeln em, womit sein Begleiter offenbar ein Beamter des Sheriffs dem Conducteur vorhin ein Zeichen gegeoen yaoen münze. )er Irre war aber augenscheinlich gefährlich, und es erschien uns ein sträflicher Leichtsinn seines Begleiters, sich zu entfernen und uns in seinen Klauen zurückzulassen. Alles dies indeß nahm knapp eine Sekünde dann sahen wir nochmals dem Wahnsinnigen in das gräßlich verzerrte Antlitz und thaten wie uns geheißen. Er legte sanft seine fieberglühende Hand auf unsere Häupter und segnete uns: Ziehet hin m Frieden denn der Mächtigste der Erde, der große Kaiser, hat Euch das Haupt berührt." Wir setzten uns nieder, und der unheimliche Fremde setzte sich uns gegenüber. Sonderbar, nicht wahr?" sagte er im Tone ruhigen Nachstnnens, daß ich so ohne Gefolge, ohne Prunk, nur mit einem einzigen Leibsklaven noch dazu einem ungetreuen" sein Auge blitzte wieder auf in der Welt herumreise, das wundert Euch . auch &Wm. . .....

Wir nickten zur Antwort. Ja. das hat auch seine eigene Bewandtniß. Ihr müßt wissen ich bin der Kaiser von Marocco, der größte Fürst des Erdballs. Meine Reichthümer sind unermeßlich. Sobald ick wieder in mein Reich komme, werde

ich Euch tausend Zechinen auszahlen lassen als Lohn für Eure Huldigung als Vasallen. Aber man hat mich entfuhrt aus meinem Reiche. Werze ocn Schurken! Sie werden einst vom gro ßm Felsen Aldschiras in's mttt gestürzt werden, denn mein Grimm ist so tief wie meine Huld groß." Wir murmelten etwas Beistimmendes. .Was ist aus meinem Heer, aus meinem Palast, aus meiner Leibgarde geworden?" rief der Fremde klagenden Tones, und die Thränen traten ihm in's Auge. Wann werde ich wieder die duftende Rose blühen sehen in meinem Garten, wann dem schmelzenden Gesang der Nachtigall lauschen?" Er hielt inne. dann blickte er uns an und rief im Tone des Befehls: Kommt, Titix mußt mir helfen, mem Reich wieder zu gewinnen Ihr müßt. Schwort mir den Eid, den ich voriprechen werde, daß Ihr mir helfen wollt!" Und er streckte seinen Arm gebietend aus." Die Situation wurde sehr peinlich. Im selben Moment wurde an der Thür gerüttelt. Der Wahnsinnige schnellte auf wie eine Feder und lief darauf zu. Hinter dem Glase wurde das Gesicht des Transporteurs sichtbar. der uns Gesten zumachte, wir sollten uns auf den Mann werfen und ihn knebeln. Wir schüttelten dieKöpfe als Antwort. Sofort hatte der Mann draußen mit der Faust die Scheibe zertrümmert und bemühte sich jetzt, den Arm durchzustecken und den Riegel von innen zurückzuschieben. Die Scene, die nun folgte, wird mir immer im Gedächtniß bleiben. Der Irrsinnige stieß mit seinem Messer nach dem Arm, daß sofort das Blut hervorschoß. Dann packte er die Hand und zerfleischte sie mit seinen Zähnen. Endlich hatten wir uns von unserem Entsetzen so weit erholt, um dem Wärter zu Hilfe zu eilen. Als wir uns dem Tobsüchtigen näherten, rollten seine Augen ganz gräßlich und er schrie uns zu mit kreischender Stimme: Gedenkt Eures Eides, wenn Ihr nicht verflucht sein wollt in Zeit und Ewigkeit!" Indeß wir kehrten uns nicht daran, sondern packten ihn Beide zugleich von hinten. Wer hätte indeß geglaubt.daß dieser schmächtige Körper eine . solche Riesenstärke entwickeln könnte! Obwohl wir alle unsere Kräfte anspannten, konnten wir den Wahnsinnigen nicht bemeistern, und schon hatten wir beim Ringen mit ihm schwere Verletzungen davongetragen, als wir Beistand durch den Wärter, dem es jetzt gelungen war, den Riegel zurückzuschieben und die Thür zu öffnen, erhielten. Eine Minute später war der Rasende gebändigt. Mit großer Geschicklichkett und Schnelle waren ihm von dem Wärter Handschellen angelegt worden. Auch der Conducteur und einige andere Passagiere aus der nächsten Car waren hinzugekommen, und völlig erschöpft, am Munde schäumend und wieder geisterbleich lag der Wahnsinnige jetzt auf einer der Bänke. Fünfzehn Minuten später erschallte der Ruf: Kalamazoo!" und wir Alle stiegen aus. Der im Innern gepolsterte Wagen der Anstalt stand schon am Depot, und cs aelana ohne weitere Schwierig!ten, den Irren in denselben zu stecken. Aber vordem die Thüre hinter ihm zuschlug, raffte er sich nochmals auf. Wild glühte sein Auge, und mit heiserer Stimme rief er uns zu: Wehe den Mordbuben und Verrä thern an Seiner gesalbten Majestät, den Kaiser von Marocco! Wehe, wehe!"' Durch dieBlume. Freier: Lassen Sie mich doch auch einmal die Photographie von der vorräthigen Bartie leben." Seirathsvermittler: Die wird nichts für Sie 'sein, die ist r f tf l . j nur sur ganz Zi,urzna)llge. A l l e s v o l l. Auf einem Bann Hofe will ein ziemlich angeheiterter Herr in einen Wagen steigen. Darin sitzender Herr: Hier können Sie nicht einsteigen. Alles voll!" Bitte recht sehr, Sie vielleicht? Ich noch 1 in lange nicyi: Beim Hei ratbsvermittler. Junger Mann: Wissen Sie vielleicht eine Dame sur mich, die Kübsch. iuna. reich und gebildet ist?" Heirathsvermittler: Aber, bester Herr, aus den Eigenschaften mache ich ja vier Pärtieen!" B o s b a f t. Fräulem : Sie sind heute gar nicht so boshaft, Herr Doctor; sonst wissen &t doch immer die ganze Gesellschaft zu ärgern!" Herr: Warten Sie nur ab. ich werde Sie gleich auffordern, ein Liedchen zu singen! Kategorisch. Mann (beim Mittagessen zu seiner, Frau): Das sag' ich Dir, Emma, wenn Deirn Kockm nock einmal Zwiebeln unter du gerösteten Kartoffeln thut, lasse ich Mich von Dir scheiden: Kindliche Ansicht. Ba ier: .Was beulst denn so. Schotfch!? Sohn (eines Steuerinspectors): Weilst nöt in Himmel kommen kannst Vater!7 Vater: Warum denn nöt, dummer Bub?" Sohn: Weil'Z oben keine Steuern gibt. Aus dem Kasernenhof Unterofficier: Schulze, ich glaube Sie sind nicht einmal weitläufig mii der Familie Berthold Schwarz ver wandt."

Aie vraune LUiseCa.

Von Gustav Klitscher. Arm in Arm, einer den anderen stützend, stiegen die beiden Freunde den Aschenkegel des Vesuvs hinab, langsam bis weit über die Knöchel in den schwarzen Schutt einsinkend. Hin und wieder blieben sie stehen und blickten entzückten Auges auf die Landschaft zu ihren Füßen. Der Himmel war mit emer femen Wolkenschicht bedeckt, gerade dicht genug, um die Sonnenstrahlen in volles, weißes Licht aufzulösen, und unter diesem fllmmernden Sonnenschein erglänzte das azurfarbene Meer des Golfes in sprühendem, leuchtendem Silber. Die fernen Inseln Procida und Jschia tauchten dunstverschlcurt m blaulichgrcmen Massen aus dem funkelnden Glänze empor, neben ihnen Capo Miseno, aber je näher die Küste kam, desto färbenprächtiger, abwechslungsreicher wurde das Bild. Die weißen und rothen Häuser von Mapel blickten aus dem Grün der Steineichen, des Lorbeers und der Citronen hervor, von stolzer Höhe grüßte S. Elmo und S. Martino herab, im Hafen starrte ein Wald von Masten, und am Fuße des Berges reihte sich Dorf an Dorf, bis auf der anderen Seite über Torre Annunziata und Castellamare hinweg die felsige Küste sich am Capo di Minerve und dem daran schließenden Capri wieder in undeutlichen Rebelschleiem verlor. Wie schön es hier ist!" rief der eine der beiden jungen Leute, indem er die Arme ausbreitete und die blauen Augen strahlend über das prächtige Bild bor ihm gleiten ließ. Es war doch gut, Kurt, daß wir direct aus der nordischen Heimath in dieses glückliche Stück Erde gefahren sind. Wie es mich getrieben hat nach dem Lande meiner Sehnsucht Jtalia!" Du bist und bleibst mein lieber Schwärmer. Karl Egon!" Und warum sollte ich nicht mit unseren zwanzig Jahren!" Bei mir munkelt man sogar schon von zweiundzwanzig." sagte Kurt. Der andere beachtete den Einwurf nicht. Wie ich dich liebe, Land meiner Sehnsucht! Siehst Du, mein Junge, hier hat Goethe gestanden, vielleicht auf derselben Stelle, wo jetzt Deine banausischen Storchenbeine im Geröll stecken, dieser Platz hat ihn zu. den Worten begeistert: Man sage, erzähle, male, was man will, hier ist mehr als Alles! Ich verzeihe es Allen, die in Neapel von Sinnen kamen!" Dort unten hat der geistvolle HohenstausenKaiser seinen philosophischen Hof gehalten, da drüben dichtete Scheffel seinen Schwarzwaldgesavg vom Trompeter und der Freiherrntochter, hier hat Angelika Kauffmann geschaffen und die Achenbachs Du siehst, Raum und Zeit gehen Deinem überschwenglichen Freunde durch einander. Aber das eine weiß ich, hier ist Sonne, hier ist sonniges Glück und sonnige Wahrheit!" Kurt sah lächelnd auf das glühende Gesicht seines Gefährten. Ich verzeihe es Allen, die in Neapel von Sinnen kamen," sagte er trocken. Und dann das Volk hier!" fuhr Karl Egon unbeirrt fort. Diese Leute haben noch Lebenslust und Lebensfreude. sie verstehen die Schönheit, denn sie sind selbst schön, die Frauen, Kurt, und die Mädchen " Na, weißt Du, mit den Neapolitanerinnen kannst Du nun wirklich nicht Staat machen. Was ich bisher von ihnen gesehen habe Die italienischen Mäuschen haben ihre Eigenthümlichkeiten," sagte wie derum der Altmeister. Sie waren soeben um einen aroßen Lavablock herum gekommen, der ihnen bis dahin die Aussicht auf den W:g versperrt hatte. Karl Eqon unterbrach sich, ergriff in freudigem Schreck den Freund am Arm und wies gerade aus. , Mignon!" flüsterte er, Mignon und der Harfner! Ein paar Schritte vor ihnen saß auf einem Steine ein alter Mann, der bei ihrem Anblicke seiner Geige einige Nicht gerade harmonische Töne entlockte, die dem begeisterten Karl Eaon aber doch wie Sphärenmusik klangen. Denn seine Blicke hingen an einem Geschöpschen, halb Kind, halb Mädchen, das jetzt auf sie zutrat und mechanisch die gewohnten Worte mur melte: Un soldo, Stenore. un soldo!" Sie streckte Karl Egon eine kleine, feine Hand bin. dann schlua sie die Augen voll in stummer Bitte zu ihm aus. Die Augen erschreckten ihn fast so aroß und feuria. wie zwei brennende Sonnen, leuchteten sie aus dem braunen Gesicht mit dem schmalen Naschen unter dem wirren, zerzausten schwarzen Haar hervor. Der iunae Mann starrte das Mädchen wie eine Erscheinung an. Da sah sie angstvoll zu dem alten Mann hinüber, und wie der kam es zwischen den rotben Liv pen und den spitzen weißen Zähnen hervor: un soido, eccellenza, un soldo!" Kurt wollte ihr eine Kupfermünze reichen, aoer uaxi Cgon hielt ihn zu rück. Nein." sagte er, die Schönheit muk anders belohnt werden!" Er zog ' seine Brieftasche bervor. nahm einen Fllnflireschein heraus und drückte ihn in die kleine Hand der Bit tenden. Zuerst war sie sprachlos, dann aber sah sie ihn mit einem heißen Blick an und suchte seine Rechte zu erHaschen, um sie zu küssen. Nur mit Mühe entzog er sie ihr. Tausend' Dankworte sprudelte sie hervor, wäbrend der Alte den Segen der Madonna von Montevergine und aller Heiligen aus .die.

beiden Fremden herabwünschte. Sie hatten nicht bemerkt, wie er mit lüsternen Blicken die wchlgefüllte Brieftasche

Karl Egon's verfolgt hatte, und sie sahen auch nicht, wie er höhnisch lachte, als der junge Mann sich noch einmal nach dem Mädchen umwandte, um ihr einen Abschiedsgruß zuzuwinken. Fühlst Du Dich nun rn Dem ganzen Nichtigkeit, Du Spötter." jubelte Karl Egon, hast Du so viel himmlischen Liebreiz schon bei einem sterblichen Wesen gesehen? Weißt Du ich habe ja noch nicht viel Ersahrung m der Liebe, aber das glaube ich doch diese braunen Frauen des Südens müssen ganz anders küssen als unsere blonden Schönen so so athembeklemmend so ganz verruckt Verrückt scheint mir in diesem Augenblick ein sehr gut gewählter Ausdruck." erwiderte der Andere mit behaglichem Schmunzeln, Söhnchen, Söhnchen, der heiße vino di Vesuvio und der heiße Schwefeldampf scheinen bedenklich auf Deinen jungen Kopf gewirkt zu haben. Es ist höchste Zeit, daß wir hinab kommen an das kühle Me?r." Sie waren auf dem Platze des Observatoriums angelangt, wo sie ihre Pferde zurückgelassen hatten. Noch einmal zum Abschiede ließKarl Egon seine Augen in die Weite schweifen. Ein leiser Wind hatte die Wolkenschleier vom Himmelszelt abgehoben, hellblau schimmerten Firmament und Meer, und fern tauchte aus dem schwindenden Nebel, eingebettet zwischen Felsen und Gärten, über der Brandung thronend, ein lieblicher Platz empor: Sorrent. Und der junge Mann sang leise die Heyse'schen Verse vor sich hm: Wie die Tage so golden verfliegen. Wie die Nacht sich so selig verträumt, Wo am Felsen mit Wogen und Wiegen Die gelandete Welle verschäumt. Wo sich Blumen und Früchte gesellen. Daß das Herz Dir in Staunen entbrennt O du schimmernde Blüthe der Wellen, Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent! Und die Nacht, wenn so süß Luisella Ihre lachenden Lieder uns singt " Kurt unterbrach des Freundes Schwärmerei und drängte zum Aufbruch. Die höchst eigenartigm Knochengerüste, die uns auf diesen interessanten Berg herauf getragen haben, und die der Führer mit eiserner Csnsequenz als cavalli bezeichnet, obgleich sie solchen selbst in ihrer Jugend lang, lang ist's her kaum ähnlich gesehen haben können kurz: Sire, die Pferde sind gesattelt!" Er schwang sich auf sein Thier. Karl Egon war im Begriff, seinem Beispiele zu folgen, da tauchte eine zierliche Gestalt neben ihm auf, zwei große, sengende Augen hingen bittend an den seinen, und eine kleine schmale Hand hielt ihm den Steigbügel. Er setzte den Fuß hinein und unter herzlichem Dank wollte er dem Mädchen vom Pferde herab eine Belohnung reichen, aber sie wies das Geld zurück. Nein, Herr, Du bist gut," sagte sie einfach. Er war überrascht und wußte nicht, was er erwidern sollte. Gedankenvoll strich er ihr das lockige schwarze Wirrsal aus der Stirn. Wie ist Dein Name?" fragte er endlich. Sie lächelte ein wenig, wie von innerem Glück bewegt. Luisella," flüsterte sie und eine leichte Röthe stieg ihr in die Schläfe. Der sonderbare Zufall des gleichen Namens berührte ihn ganz eigenartig. Er hätte gerne mehr von dem Kinde erfahren, aber sein Pferd, als hätte es Kurt s Spott gefühlt, begann unruhig zu werden. Karl Egon mußte Abschied nehmen. Das Mädchen senkte die Wimpern, und ihm war's, als ob ihre Hand in der seinen zitterte, als sie fragte: Wohin gehst Du, Herr?" Nach Sorrent." Da schlug sie die Augen noch einmal voll zu ihm auf, und in diesen brennenden Sonnen blitzte ein Feuer auf, das nichts Kindliches hatte. A rivederia, Signore!" stieß sie hervor. Dann wandte sie sich geschmeidig wie ein Marder zwischen den Hufen der Pferde durch und war im nächsten Augenblick zwischen denSteintrümmern verschwunden. Die Fahrt von Torre Annunziata, wo sie die Pferde mit einem Wagen vertauscht hatten, nach Sorrent verging den Freunden in seligster Stimmung. Das herrliche Land verfehlte seine zauberhafte Wirkung auf Beide nicht, und Karl Egon schwelgte außerdem noch in der Erinnerung an sein Abenteuer, an den Liebreiz seiner" Luisella im Besonderen und die Pracht der italienischen Frauen im Allgemeinen. Es war Abend geworden, als si: nach' Sorrent in's Quartier kamen. Das Herz des jungen Jtalia-Schwär-mers war zu übervoll, als daß es ihn in der Gesellschaft des Freundes geduldet hätte. Im Garten des WirthsHaufes hatte er sich einen stillen Platz gesucht, wo er hinter einer Flasche goldiger Chriftusthränen seinen Gedanken nachhing. Wunderland einziger Romantik sei gegrüßt, Du mein schönes Sorrent!" Wolkenlos wölbte sich über ihm in tiefem, blauem Schwarz der NachtHimmel, an dem die Sterne mit Hellem Glänze flimmerten. Der Nachthauch rauschte leise in dem Laube der Reben und der Orangen, tausend Frühlingsblumen grüßten aus dem Grase süßduftend empor, und von den Mandelbäumen schwebte Zvie .Schneeslocken

rosaweine Vlütben rat Krde. IM.

Capri stand der Mond in silberner Echelbe und spiegelte sich m der dunk- i len Meerflutb. die tief unten mit dnmpfem Zischen auf die Steine des Ufers aufnes. Ja, hier ließe sich die Nacht selia berträumen. Wunderland einziger Romantik sei gegrüßt, Du man schönes (sorrent!" Wieder und wieder murmelten seine Lippen dtf Wort, da tönte ganz in seiner Nähdieselbe Melodie, nach der er die Heyse'schen Verse gesummt hatte, das alte Piedigrottalied von Cardellino: ßt crescendo un gentil cardel lino, Quante cose gli voglio insegnar " Andächtig lauschte er der rührenden, sehnsuchtsvollen Liebesklage. Als aber das letzte Voglio doppo davvero niorir! fast wie ein Schluchzen verklungen war. da trat er leise vor und bog die Zweige auseinander, um die Sängerin zu erspähen. Das Mädchen saß einsam auf einem Stein, die Hände in de? Schooß gefaltet, und blickte zum strahlenden Firmament empor. Freudige Ueberraschung schnürte ihm fast die Kehle zu. Luisella!- rief er. Luisella!" Das Mädchen fuhr empor, als wäre sie tödtlich erschreckt. Da sie ihn aber erkannte, flog ein glückseliges Lächeln über ihr Gesicht. Sie breitete die Arme aus, und mit einem leisen Aufschrei stürzte sie sich an seine Brust. Sie klammerte sich an seinen Hals und ein heftiges Weinen erschütterte ihren zarten Körper. Verzeih." flüsterte sie, Du bist so gut da bin ich Dir gefolgt lange . . -v V r . . . qaoe ico icy gebucht und nun endlich, endlich " Er führte sie sanft auf seinen Platz und zog sie auf den Schooß. Sie schmiegte sich eng an ihn. ihr Köpfchen ruhte an feiner heftig athmendenBrust. Und sie sträubte sich nicht; ihre rothen Lippm gaben seine liebeheischenden Küsse liebebegehrend zurück. Dann begann sie zu erzählen. Die alte Geschichte. Sie hatte ihre Eltern nie gekannt. Der Alte hatte sie aufgezogen und zum Betteln abgerichtet. Das war ihr ganzes Leben gewesen. Liebe und Glück hatte sie nie kennen gelernt, nur Schläge und rohe BeHandlung. Aber sie hielte es nicht länger aus. Mit klagender Bitte blickte sie ihm in die blauen Augen. Nimm mich mit, Liebster, nimm mich mit!" Wohin Du willst, Luisella meine Luisella!" Sie drückte ihm die Hand und küßte ihn. Und wieder sang sie in den wehmüthigenMollklängen: Voglio doppo davvero rnorir! Nein, nicht sterben, Luisella." rief er, nicht sterben! Wir sind ja noch Beide so jung, und dieWelt ist so schön und das Blut so roth! Leben, leben in seligster Seligkeit!" Er riß sie zu sich empor und erstickte sie in seinen Liebkosungen. Da plötzlich starrte sie ängstlich in den Garten und streckte die Hand abwehrend aus. Ein Schatten .huschte im Mondlicht über die Gräser. Der Alte! Katzenartig entwand sie sich seinen Armen wie am Bergeshang des Vesuvs. Auf morgen," hauchte sie, ich komme er schlüge mich todt, wenn er mich hier fände : auf morgen Und ehe er sie noch halten konnte, war sie in denGebüschen verschwunden. Lange starrte er ihr nach, dann stürzte er hastig em paar Glaser Wein hinunter." Die Kehle war ihm wie ausgedörrt. Was war das für ein her:liches Geschöpf! Hätte je eine blonde Nordländerin so ehrlich ihre Liebe bekannt, so ehrlich?! Das war nur in diesem Zauberlande möglich! Hier war sonniges Gluck und sonnige Wahrheit! Hier hatte man den Muth dazu! - Wunderland einziger Romantik sei gegrüßt. Du mem schönes Sorrent!" Sein jagendes Blut trieb ihn von seinem Sitze fort. Er durchstreifte die Gebüsche. So kam er aus eine hohe Klippe, die in das Meer hinaus ragte. Dort traf er Kurt im Gespräche mit dem Wirth. Sie blickten auf die Wogen zu ihren Füßen hinab. Eine Barke, von kräftigen Armen getrieben, löste sich vom Gestade ab und schoß in die dunkle Fluth. Karl Egon sah am Mast eine weibliche Gestalt stehen. Im hellen Mondschein glaubte er sie ganz deutlich zu erkennen. Aber neben ihr stand ein junger Bursche, der zärtlich seinen Arm um sie schlang, und durch das Rauschen des Wassers tönte das alte Lied herauf, als wollte es ihn höhnen: Se la trovi facendo all'a-v rnore " Luisella!" rief Karl Egon. Luisella!" Der Wirth war mit den Blicken der Richtung seines ausgestreckten Armes gefolgt. Luisella? Nm Barbara heißt sie mit ihrem Vater. Gott sei Dank, daß das Gesinde! fort ist. Schon seit einigen Stunden streichen sie da herum und Gutes bringt das Volk nie ich kenne sie aus Neapel " Der leise Gesang wurde durch einen Chor der Sckiffer unterbrochen. Ach. es war kein italienisches Volkslied der Schunkelwalzer schlug roh und hart an das Ohr der Lauschenden. Karl Egon fuhr im herben Weh der Enttäuschung mit der Hand nach seinem jungen, schwärmerischen Herzen. Plötzlich verfärbte er sich. E? tastete suchend in seine Brusttasche, er durchwühlte seinen ganzen Anzug. Dann stürzte er fort : Ich habe mein Portefeuille verloren!" Die beiden Anderen halfen lm.a su chen. Im Garten, auf der Klie

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großen Jugen, was vorgefallen war. Ja. sagte der Wirth, .dann wird das Suchen nicht viel nüken. im Gassengewirr um den Hafen drüben hinteriatzt eine Briestasche keine Spur und Kassenscheine erst recht nicht." Stau Egon war sehr bleich gewor den. Ihm war ws Weinen nahe. Sonnige Wahrheit, sonniges Glück! Kurt legte ihm tröstend den Arm um den Nacken. Laß gut sein, mein Jungchen, Lehrgeld müssen wir Alle einmal bezahlen, zumal wenn wir romantisch sind. Wie sagt doch der Altmeister: Die italienischenMäuschen haben ihre Eigenthümlichkeiten." Spotte nicht. Du thust mir weh!' Und nach einer Pause fügte er hinzu: Laß mir meinen schönen Glauben. Auch in einem gesegneten Lande können nicht alle Früchte Goldorangen sein." Der Freund zuckte die Achseln, aber er schwieg. Leise nur summte er vor ncy ym: Wenn die Früchte, die herbstlichen, schwellen, Ach wie weit. ach. wie bin ich getrennt! Dann ade. o du Blüthe der Wellen, Dann ade. du mein schönes Sorrent!" Deö Teufels Rache. Der Seewirth Teufel in B. hatte ein famoses Töchterchen. Hübsck, jung, reich. Kein Wunder daß sich zahlreiche Bewerber einfanden. War auch so mancher Kurgast darunter. Aber der alte Seewirth war ein Dickschädel. und kein anderer sollt's Reserl kriegen, als einer von seines gleichen. Da war auch unter den Sommer frischlern ein fader Kerl, ein Herr Schreilich, der, wo es nur anging, seinen Heldentenor ertönen ließ. Der hatte es ganz besonders abgesehen auf's Reserl. Und da ließ er sich's nicht verdrießen, einige gleichgestimmte Seelen so weit für den edlen Gesang zu begeistern, daß sie unter seiner Leitung einen Chor einstudirten, um bei passender Gelegenheit dem holden Wirthstöchterlein ein Ständchen zu bringen. Dies hatte Teufel erfahren, und da er sich durch's Grobsein die Kundschaft verdorben hätte, versuchte er's auf ndcre Weise, die Geschichte unmöglich zu machen. Es war an einem wunderbaren Morgen, die schönste Naturstimmung ringsum, und der Gesangverein mitten darunter, auf dem Wege zum Seewirthshaus. Dort malerische Gruppirung um den Dirigenten, ein leises Ertönen des A-Pfeiferls und sie legten los. Abev weit sind sie nicht gekommen, fürchterlich niesend und prustend mußten sie den Gesang unterbre.chen. und immer wieder ging's Hazi! und Hazo! Es hat nichts genützt, die Blamage war einmal da, und so mußten sie. Grimm und Gram im Herzen, wieder abziehen, mitsammt dem Herrn Schreilich. Und die Reserl hat gelacht und der Teufel auch, daß ihm sein Streich so gut gelungen war. Und Abends hat dev Hansl, der Stallknecht, die doppelte Portion bekommen, weil er die Pfefferbüchse vom Bodenfenster so gut ausgeschüttet bat, grad' über die Sänger. Spruch. Die sich stets mit Plänen tragen, Denen niemals folgt die That, Gleichen haarscharf einem Wagen, Dem nur Eines fehlt, das Rad. P o l a v - K ä l t e. Ein Nordpol - Forscher erzählt bei Tisch von seinen Erlebnissen: An diesem Punkte lagen wir zwanzig Tage fest und an jedem Tage hatten wir dreißig Grad Frost." Dame: Da haben Sie also sechshundert Grad Kälte ausgehalten! JnderhöherenTöchterschule. Können Sie mir sagen, Fräulein Ella, warum die Gegenden im hohen Norden weniger bevölkert sind, als die südlichen Gegenden?" Weil weil weil es dort keine Störche gibt!" Bescheiden. Sie: Ich begreife nicht, wie Du so leidenschaftlich dem Scatspiele nachgehen kannst!" Er: Du lieber Gott, es bleibt mir ja die einzige Möglichkeit, auch einmal die Vorhand zu haben!" Stärkste Probe. Doctor (zum Patienten): Ist's mit Ihrer Schlaflosigkeit wirklich so schlimm?" Patient: Und ob! Ich ging gestern aus Verzweiflung in eine Prcmiöre, und nicht einmal da konnte ich schlafen!" A m 2 8 t e n. Student Schlauch (zu seinem Commilitonen im dichten Gedränge): Du Süfflich, paß auf, wenn hier einer ein verblüfftes Gesicht macht, ist's ein Taschendieb, der mein Portemonnaie erwischt hat!" Vorsichtig. Hausherr (krank zu Bett liegend): Holen Sie mir mal ein Glas Bier drüben aus der Kneipe. Rosa, der Arzt hat's mir erlaubt!" Dienstmädchen: Brauche ich die gnädige Frau nicht zu fragen?" Boshaft. Nathansohn Haste gelesen. Veitcl? Ein prächtiger Schimmel-Viererzug soll durchgegangen sein mit den: Moritz Goldstern!" Beitel Stern: Ei ja! Wird sein verdruckt der Gcldstein wird durchgegangen sein mit de Schimmel!" Pur Deutsch. Berliner: Na, sagen Sie mich eenmal, mein jutestes Herrchen, wo man bei Sie een jutes Toppchen Vier haben kann! Schwäbischer Bauer: Dees verstoht koi Sau, wos Sie do schwätzet, geschweige i und überhaupt, wenn Se d' Leut' fröga went, na schwatzet Se Seutschl - -

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