Indiana Tribüne, Volume 19, Number 219, Indianapolis, Marion County, 26 April 1896 — Page 3

MMW-ÄWW. Line LrzZhlunz aus dem deutsch amerikanischen keben von an$ Jtohkand. (G. Fortsetzung.) Dieser war in weniger denn fünf Sekunden ein brennendes Wrack, aus welchem die Raketen zischten, das Funkenfeuer schlug. Umläufer rasten und Wirbelschwärmer guckten. Das Alles wurde grell .beleuchtet von den letzten Resten des bengalischen Feuers, das natürlich mit allem übrigen in Brand gerathen war. Es war eine bedenkliche Situation, und Niemand von den zunächst Betheiligten zeigte sich ihr völlig gewachsen. Wurm, Toby und nicht zuletzt Lipps pflanzten eilig das Hasenpanier auf, indem sie sich, so schnell es gehen wollte, in den schmalen Thorweg des Grocerhauses flüchteten. Frau Johanne. die dort auf den Treppenstufen gesessen hatte, also aller Gefahr so ziemlich entrückt war. stieß einen gellenden Schrei aus. der als Vorbote einer auf jede mögliche Weise komplizirten Ohnmacht dienen mußte, und auch Frau Heinzelmann hielt diesmal der Gefahr nicht Stand. dies nicht so sehr, weil sie für Haut und Knochen sorgte, als vielmehr darum, weil sie ihr kostbares Seidenkleid am Leibe hatte. Sie alle flüchteten, einander rücksichtslos stoßend und drängend in den, wie gesagt, überaus schmalen Thorweg, wo allein momentan Sicherheit war. Die Zuschauer auf der Straße aber stoden schreiend auseinander. In dieser schrecklichen Noth bewährte sich Hopser als ein wackerer Mann. Kaum war nämlich bei Wurm das Unheil ausgebrochen, da rückte er, ohne irgend welche ängstlichen Besorgnisse für seine eigene Sicherheit mit seinem Spritzschlauch in's Feld. Pomponius, als ein treuer Knappe, sprang nach der Pumpe, und so war Hopser in der Lage. mit einigen kalten Wasserstrahlen, die er aus nächster Nähe auf dieBrandstätte entsendete, rasch jede Gefahr zu beseitigen. Das war gewiß eine höchst lobenswerthe That des Painters, und hätte er sich darauf beschränkt, sie zu üben, so wäre Dank und Anerkennung von allen Seiten gewiß sein Theil gewesen. Aber der Teufel reitet auf einem Fidelbogen, wie ein altes Wort treffend sagt.... Bei dem Glühen des bengalischen Lichtes hatte Hopser die Familie Wurm entdeckt, zusammengekeilt in drangvoll fürchterlicher Enge" in Zenem Thorwege. Zu allem Unglück stand Fra:l Heinzelmann allen anderen voran. d:r Straße am nächsten. Kaum erblickte nun Hopser das im Augenblicke äußerst ängstliche Gesicht seiner Feindig. da brannte wieder die Backpfeife von unlängst auf seiner Wange, als wäre sie eben erst gegeben worden, und zugleich erinnerte er sich, daß er einen Schlauch gefüllt mit kaltem Wasser in der Hand hatte.... Ha! da war eine gediegene Gelegenheit, Rache zu nehmen und Hopser war nicht der Mann, eine solche Gelegenheit ungenützt derstreichen zu lassen. Etwas wie teuflische Freude zuckte über sein Angesicht dann schrie er 'pomponius an: Pumpen, fest pumpen. Donnerwetter?as Zeug will nicht verlöschen! Der Schwarze, ein Muster von Gehorscrm. pumpte aus Leibeskräften, Mephisto Hopser aber richtete den Schlauch plötzlich gegen die Hausthüre. Ein enetzliches Kreischen und Hilferufen un'J Fluchen war die augenblickliche Folge der fluchwürdigen That. Aber an dem Felsenherzen desPainters prallte all' das ab. ohne den geringsten Eindruck zu hinterlassen. Hopser lachte im Gegentheile laut auf, als die durchdringende Stimme der Frau Heinzelmann durch die Nacht gellte, und er rief: Zu viel Hitze in den Leuten; so etwas ist gefährlich für die ganze Nachbarschaft.... aber da ist frisches Wasser das beste Mitteln. Ho, ho. ho! da hinten glüht noch etwas, man könnte es beinahe für eine besonders rothe Nase halten.... aber es ist ein heimtückisches Flämmchen. das verlöscht werden muß!" Und bei den letzten Worten ging ein armdicke? Wasserstrahl über Lipps nieder, der pustend versicherte, er würde dem Painter das schon eintränken. Einstweilen' wurde aber Lipps selber eingetränkt und das gründlich und mit ihm zugleich der gelbgeblümte Schlafrock des Herrn Wurm, der Sonntagsstaat der Frau Johanne, der große Feuerwerker Toby und hauptsächlich der Stolz und die Zierde

der Frau Heinzelmann. das kostbare Seidenkleid. Sie alle hätten sich ja so gerne geflüchtet, allein die Thüre war an der Wand befestigt, und zur Flucht über die Treppe ließ Hopser Niemanden Zeit. So mußten sie's eben leiden, wie's in dem alten Liede heißt. VI. Ein B e r l o b u n g s f e st." Die Schreckensszrne vor Wurms hatte bald ein wichtiges Ereigniß im Gefolge. Dieses war ein unerwarteter Besuch, welcher sich am Morgen nach jenem für die Familie Wurm .so fatal verlausenen Unabhängigkeitsfeste bei Hopser einfand. Der Besucher war ein noch junger Mann, der sich selbst als Nachbarbezeichnete, den aber jemals vorher gesehen zu haben der Painter sich nicht erinnerte. Der Fremde stellte sich in elwas linkischer Weise vor. und Herr Hopser erfuhr dadurch, daß er es mit einem Herrn John Rautenstrauch zu :hun habe. Dieser Rautenstrauch, der übrigens seinem ganzen Aeußeren nach weit besser gethan hätte, sich statt John einfach Johann zu nennen, war aber jen-r. Konkurrent Wurms auf demGedieie von Mehl. Hulsenfrüchten, Kaffee, Zucker und allen anderen Grocerwaale, dessen gestern veranstaltetesFeuer-

werk als die eigentliche Ursache des so übel ausgefallenen Wurm'schen Festes zu bezeichnen ist. Diesem Umstände hatte es der Mann zu danken, daß er von Hopser, der sonst für Besuche nicht besonders zugänglich war, sozusagen mit offenen Armen aufgenommen wurde. Herr Rautenstrauch verdiente elnen solchen freundlichen Empfang seitens des Painters aber auch in anderer Hinsicht. Der Zweck seines Besuches war nämlich der. Herrn Hopser den Beifall auszudrücken für die bei dem gestrigen Brande an den Tag gelegte Bravour", durch welche vielleicht das ganze Stadtviertel vor einer unübersehbaren Katastrophe bewahrt worden sei. Bon wem dieser Beifall herrühre, führte Herr Rautenstrauch nicht besonders an, doch ließ sich aus seinem Auftreten schließen, daß es sich nicht allein um seinen eigenen, sondern um den Beifall von unzähligen Mitbürgern hansle. die ihn zu ihrem Sprachrohre erwählt. Der 'Painter meinte nun zwar, so schlimm" sei es eigentlich nicht gewesen, heimlich begann er aber doch stolz auf sich zu werden, denn in seiner Herzenseinfalt war er alsbald bereit, nicht nur die Versicherungen seines Besuchers für baare Münze zu nehmen. sondern sie auch für den Ausdruck der öffentlichen Meinung über die Hei denthat von gestern zu halten.... Herr Rautenstrauch war ein Schwabe und sichtlich bestrebt, sich als offener, allen Winkelzügen abholder Biedermann zu geben. Einen schönen Mann konnte man ihn gerade nicht nennen. Er war viellmehr ein robust und roh aussehender Kerl, mit großen, nichtssagend in die Welt starrenden Glotzäugen und semmelblondem Haar. Ue-

Her seinem Antlitz mit den dicken rothen Backen lag stets ein unbeschreiblicher Schimmer von Langweiligkeit; dabei spielte aber doch ein Zug von dreister Verschlagenheit um Augen und MundWinkel. Hopser machte sich nun nichts aus der Langweiligkeit Anderer, und i'm sich von jenem ungemüthlichen Zuge von List warnen zu lassen, der in Raütensirauchs Gesicht von der Hnd der Natur geschrieben stand, dazu war Hopser in der Physiognomik nicht genügend ausgebildet. Der Painter war also sehr erfreut über Herrn Rautenstrauchs Bejuch und hörte mit Vergnügen auf dessen Mittheilungen, die alle in einer eigenthümlich abgehackten Redeweise gegeben wurden: Wie es über die schone That Hopsers nur eine Stimme in der Nachbarschaft gäbe, wie man sich allgemein darüber freue, daß dem wackeren Retter aus der Noth bei seiner gemeinnützigen That kein Unfall widerfahren sei. was ja so leicht hätte geschehen können, und wie man heute noch in den weitesten Kreisen darüber lache, daß die Familie Wurm, deren Leichtsinn die ganze Gefahr heraufbeschworen, durch einen bösen Zufall in die dicksten Wasserstrahlen gerathen sei. Hier lachte Hopser äußerst vergnügt und beeilte sich, im Vertrauen" zu versichern, daß von einem Zufall imGrunde genommen nicht die Rede sein könne. Vielmehr habe er geglaubt. denWurm'schen einen kleinen Denkzettel nicht vorenthalten zu sollen; denn wer's nicht versteht, der sollte eben die Finger von allen Zündwaaren lassen. Rautenstrauch stellte sich ob dieser vertraulichen Mittheilung sehr überrascht, lachte dann aber auch aus vollem Halse und beglückwünschte schließlich den Painter zu seinem gelungenen Einfalle". Auch im weiteren Verlaufe des Vesuches drehte sich das Gespräch selbstverständlich um die Familie Wurm, und Herr Rautenstrauch warf, indem er sich, wie bis auf den Grund seines Herzens vergnügt, die Hände rieb, wozu er aber "ein" clnz ernstes Gesicht machte, gelegentlich die Bemerkung hin: Leute werde' es nicht mehr lange mache'. Ziemlich fertig. Thut mir leid: eigentlich traurig. Stehe schon bereit, Kram aufzukaufe'. Ausgezeichneter Posten, müsse' Sie wisse'." 5)opser sah seinen Besucher etwas betroffen an. Er wußte nicht recht, was er aus dieser Rederei machen sollte. Wurms werden es nicht mehr lange machen? Wie kommen Sie auf diesen Gedznken?" Rautenstrauch that geheimnißvoll. Darf ich nicht sage'. Sichere Sache: abgewirthschaftet." ' Hm." machte der Painter. das kann ich nicht glauben. Das Geschäft geht freilich ein bischen langsamer, aber es geht doch noch immer." Ganz egal Leute stehe' vor Ruin," versicherte Rautenstrauch noch einmal auf das Bestimmteste. Der Eintritt Helenens unterbrach das Gespräch über diesen Gegenstand. Das junge Mädchen brachte Gläser und eine Flasche Wein, welche sie vor die Herren hinsetzte. Meine Einzige." stellte Hopser mit einer entsprechenden Handbewegung vor. Rautenstrauch machte eine Verbeugung, die er vermutlich für sehr ungezwungen hielt, die aber in Wirklichkeit etwas sehr hölzern ausfiel. Hopsers Hunde knurrten ihn dafür drohend an und umsprangen sodann wedelnd Helene, die ihr Guten Morgen" sagte und wieder verschwand. Aber noch an der Thüre hatte das Mädchen das unangenehme Gefühl, als folgten ihr die großen, abscheulich aus ihren Höhlen quellenden Augen des Fremden, und als sie die Thüre hinter sich zugezogen hatte, wischte sie mit der Hand leicht über den Latz ihrer Schürze, als furchtete sie , daß diese Blicke Flecken da zurückaelassen hätten. Alle Wetter, verdammt hübsches Mädl das," sagte Rautenstrauch, als Helene gegangen war. wie alt?" Hopser lachte, sichtlich geschmeichelt. Ja, meine Helene darf wohl für hübsch gelten. Das ganze Ding ist erst siebzehn. Und ein gutes Kind ist sie,

das weiß Sott. Hauslich und Wirthschaftlich keine rlirts und kein shop-pillF-Gehen. Ich danke unserm Herrgott, daß ich sie habe." Herr Rautenstrauch sagte auf das von dem Vater der Tochter gespendete Lob nichts weiter als so, so"; doch wurde er plötzlich nachdenklich und trank, in Gedanken versunken, seinen Wein, indem er dazu mit der Zunge schmatzte, mehr als gerade nöthig war. Nach einigen belanglosen Wechselgesprächen empfahl er sich endlich. Isis und Ostris knurrten wieder sehr unangenehm, als Rautenstrauch unaufgefordert das Versprechen gab, nächstens wieder kommen zu wollen. HerrRautenstrauch hatte dasSchlagwort abgewirthschaftet", welches er mit Bezug auf Wurms gebraucht hatte, nicht so ganz aus der Luft gegriffen. Allerdings hatten bisher weder Wurm selber noch auch seine Angehörigen sich das Geständniß ablegen müssen, daß der Zusammenbruch bereits vor der Thüre stehe; aber man fühlte doch auch schon im Hause Wurm sehr bedeutend, daß nicht alles sei. wie es sein sollte, und immer mehr bemächtigte sich ein gewisses dumpfes Gefühl der Unsicherheit und des Unbehagens des armen Wurm. Dieses Gefühl ließ ihn keine Stunde mehr los, ja es begann ihn allmählich sogar auf sein Observatorium zu verfolgen und verleidete ihm den Anblick der Sterne, seit er eines Tages sich genöthigt gesehen hatte, bei einem seiner Lieferanten um Frist für eine bereits fällige Zahlung anzusuchen. Dabei wurden unverkennbar die zahlungsfähigen Kunden immer seltener. und nur diejenigen Käufer blieben dem Geschäfte noch treu, die weit davon entfernt waren, ihre Bedürfnisse mit baarem Gelde zu bezahlen... Wurm kraute sich, wenn sich ihm diese Beobachtung aufdrängte, hinter den Ohren, und sein Kinn versank tief, sehr tief in der Halsbinde aber der Kunden wurden darum nicht mehr. Toby. der infolge dieser tristen Verhältnisse den größten Theil des Tages über nichts zu thun hatte, warf sich neuerdings auf die Poesie, das heißt, er schmiedete im Schweiße seines Angesichtes Verse auf eine imaginäre Schöne. Wurm schüttelte nur wehmüthig das Haupt, wenn ihm der Junge diese greulichen Reimereien gelegentlich vorlas, und meinte, er habe 'sich seinerzeit wohl auch in der edlen Dichtkunst versucht, sei aber zu der Ueberzeugung gelangt, daß dabei nichts Ordentliche's herauskomme. Verständiger und für alle Theile besser wäre es gewesen, wenn Wurm Tooys Gedichte in den Ofen geworfen und den Burschen an seine Arbeit verwiesen hätte. Denn auch dadurch, daß Toby den Käuferinnen gelegentlich Strovhen aus feinen in der Entstehung begriffenen Werken rezitirte. konnten die Hausfrauen nicht darüber hinweggetäuscht werden, daß man bei Wurm immer schlechter bedient werde. Recht unangenehm war auch, daß die Deutsche Sparbank des Herrn Brozen noch immer nicht ihre Geschäfte beginnen wollte, denn durch diese Verzögerung wurde offenbar auch eine Verzögerung, in der zu gewärtigenden reichen Zinsenzahlung herbeigeführt. Lipps. durch die plötzlich erwachte Unruhe der Frau Heinzelmann angetrieben, suchte eines Tages es war das etwa eine Woche nach den Ereignissen des 4. Juli Mr. Brozen in dessen Stammkneipe auf. Der Dicke fand denn auch dort seinen Mann, der höchst gemüthlich hinter einer Flasche Sekt saß, und ließ sich herbei, ein Glas davon mitzutrinken. Ueber den gegenwärtigen Stand des großen Geschäftes erfuhr er aber doch nichts Genaueres, denn Mr. Brozen meinte. Geschäfte wie das seine müßten ebenso vorsichtig als geheim angelegt werden nurdann sei ein Erfolg zu gewärtigen. Damit hatte Mr. Brozen in jedem Falle den Nsgel auf den Kopf getroffen, und Livps glaubte darum seiner Auftraggeberin die Versicherung geben zu dürfen, daß alles im besten Geleise sei, und die Deutsche Sparbank demnächlt ihre segensreiche Thätigkeit aufnehmen werde. So hatte Mr. Brozen versprochen, nachdem er herzlich und gänzlich unbesorgt über die Mittheilung von Frau Heinzelmanns plötzlicher Aengstlichkeit gelacht hatte.... Julius, dm man. wie wir wissen, nichts von der Betheiligung seiner Familie an der Deutschen Sparbank gesagt hatte, sah wohl, daß das Gemüth seines Vaters von Sorgen bedrückt war; da der a?te Wurm aber allen Fragen cruswich. glaubte Julius annehmen zu dürfen, daß es sich nur um vorübergehende geschäftliche Unannehmlichkeiten handle und. mit seinm eigenen Angelegenheiten stark beschäftigt, unterließ er es, weiter in den Vater zu dringen. Julius hatte sich Helene gegenüber dafür ausgesprochen, daß man ihrem Vater ohne weiteres Zögern Mittheilung von ihrer Verlobung zu machen und um seine Einwilligung zu bitten habe. Allein Helene war es. die ihn davon abhielt. Sie wollte eine Gele genheit abwarten, um den Vater so viel als möglich auf das große Ereigniß vorzubereiten, und dann war es auch räthlich, eine Moment abzupassen, wo der Alte besonders guter Laune war. Auf diese Weise verstrich ein Tag um den anderen, ohne daß das junge Paar auch nur um einen einzigen Schritt der Erfüllung seiner Wünsche näher gekommen wäre. Rautenstrauch wußte seine Zeit unleugbar weitaus besser anzuwenden. Er arbeitete mit bewunderungswürdigem Fleiße daran, sein Geschäft in die Höhe zu bringen und unterließ nichts, um das seines Konkurrenten Wurm naher an den Abgrund heranzutreiben. Daneben fand er aber immer , noch Zeit, sich auf's Eingehendste um

Hopsers Verhältnisse zu erkundigen. In kurzer Zeit wußte er ganz genau, dak Hopsers Haus völlig schuldenfrei war. daß der Painter überdies einen werthvollen gleichfalls schuldenfreien Besitz in Wisconsin hatte, der unter günstigen Bedingungen verpachtet war. und auch den Vank-Account Hopsers konnte er bei Helln und Pfennig angeben. Um all' diese Dinge hatte sich Rautenstrauch indessen nicht etwa aus eitler Neugierde erkundigt. Er hatte vielmehr einen bestimmten Zweck im Auge, und nun. da er wußte, daß das Gerücht, der Painter fei gut ab", nicht gelogen hab, war er auch fest entschlossen, keinen Augenblick zu versäumen, um sein Ziel so rasch als möglich zu erreichen. Denn dieses Ziel war kein anderes, als Helene Hopser zu seiner Frau zu machen, und man wird s bei Helenens äußeren Vorzügen begreiflich finden, daß der gute

Rautenstrauch in der Befürchtung lebte, irgendein Anderer mochte etwa auf dieselbe Idee kommen und ihm den Rang ablaufen. Daraus, daß Rautenstrauch zu dem eben erwähnten Entschluß gelangt war, darf aber keineswegs geschlossen werden, daß Helene auf sein Herz einen so unauslöschlichen Eindruck hervorgebracht hätte. Gar nicht! Rautenstrauch auch faßte nicht nur alles Andere sondern auch die Heirathsangelegenheit vornehmlich vom Standpunkte seines Geschäftes aus in's Auge. Helene hatte ihm allerdings gefallen, aber sie allein deshalb zur Frau zu ttthmri, wäre ihm auch nicht im Traume in den Sinn gekommen. Um feine eigenen Worte zu gebrauchen: Von der Schönheit konnte man nichts herunterbeißen. Aber Rautenstrauch kalkulirte so: Eine schöne, muntere Frau taugt zum Verkehre mit Kunden entschieden besser, als eine alte, häßliche und unangenehme. Dann war Helene, wie ihm von allen Seiten bestätigt wurde, außerordentlich häuslich und wirthschaftlich, Eigenschaften die man bei einer modernen Amerikanerin leider nicht allzu häufig findet. Und Häuslichkeit und Wirthschaftlichkeit, verbunden mit einem völligen Mangel des unseligen Hanges zum Shopping," das war," was Rautenstrauch mit Recht an einer Frau über Alles schätzte. Eine vollkommen arme, wenn auch sonst mit allen erdenklichen häuslichen Tugenden geschmückte Frau zu heirathen. dazu hätte sich nun Rautenstrauch trotzdem nimmermehr entschlossen. Er ging näilich von der Ansicht aus, eineFrau dürfe zum Mindesten nichts kosten, sonst nimmt sich ein Geschäftsmann besser einen Clerk, den man nach Belieben wegjagen kann, wenn man nicht zufrieden mit ihm ist. Ab?r der gütige, seit undenklichen Zeiten den Rautensträuchern holde Himmel hatte ja auch in diesem Punkte gnädigst vorgesorgt, indem er Helene mit einem Vater versehen hatte, dessen Verhältnisse sich in einer so überaus günstigen Ordnung befanden. So war denn Helene für unseren Rautenstrauch das Ideal aller Hausfrauen. und er war, wie gesagt, mit sich darüber einig, daß er diesmal zugreifen müsse. Daß er möglicherweise einen Korb erhalten könnte, das kam ihm, wie bei einem Charakter von seiner Art begreiflich, nicht einen Augenblick in den Sinn. Er war ein solider Geschäftsmann, der auf einige Erfolge zurückblicken durfte, und schon ein hübsches Stückchen Geld auf die höh: Kante gelegt hatte; auch stand er in den besten Jahren in der ersten Hälfte der Dreißiger war gesund und kräftig, hatte keine üblenGewohnheiten was sollte unter diesen Umständen ein vernünftiges Mädchen an ihm auszusetzen haben? Endlich wollte Rautenstrauch sich vorerst gar nicht an das Mädchen selber wenden, sondern an den Vater. Das Mädel würde schon Ja sagen, wenn nur der Vater einmal einverstanden war. Und daß der alte Hopser nichts gegen ihn Anzuwenden haben würde, das war ja von vorne herein klar. Wie hätte auch ein vorsichtiger Mann eine bessere Wahl in Bezug auf den Tochtermann treffen können? Der Zufall führte an einem der nächsten Tage den Painter Rautenstrauch in den Weg und der Freier war gleich bei der Hand, die Gelegen heit beim Schöpfe zu fassen. 'Mal meinen Laden ansehe', Mr. Hopser," schlug er dem Painter vor. ' 5)opser, neugierig wie immer, war mit diesem Vorschlage sofort einverstanden und begleitete den neugewonnenen Freund in dessen Laden. Dort hatte ein Bediensteter alle Hände voll zu thun, um den Wün schen der Kunden gerecht zu werden. Das machte auf Hopser einen rech! guten Eindruck und Rautenstrauch beeilte sich, denselben zu befestigen, indem er seine Vorräthe in aller Form vorstellte. Bei jedem Artikel gab er auch die davon vorhandene Menge an: Mehl: 17 Barrels; Konserve': 800 Büchse' Fleisch, 200 Gemüse; Zttt: drei Fässer." Hopser äußerte sein Erstaunen über das große Waarenlager. Reißender Absatz'. Einkauf im Großen billiger," erklärte Rautenstrauch. Sodann führt: der Hausherr seine Gast in die Wohnstuben: Drei Zimmer, einfach, .aber sehr anständig möblirr. Durch das eine Wort Ererbt" deutete Rautenstrauch an, auf welche Weise er in den Besitz der Mobelstücke geiangt war. In seinem Schlafzimmer öffnete Rautenstrauch einen Sekretär und nahm ein Einschreibebuch heraus. Er legte es dem Painter vor, indem er sagte: Aktiva, Passiva. 3181 Dollars 58 Cents in der Bank see!" Hopser nickte befriedigt, obwohl ihn

die Sache ja weiter gar nichts anging. Er wußte begreiflicherweise noch im mer nicht, wo der Grocer hinauswollte. Endlich, nachdem er seinen Gast auf einen Stuhl genöthigt, rückte Rautenstrauch auch mit der Farbe heraus: "Weil Mr. Hopser", sagte er. denke, habe was vor mich gebracht, im Leben. Hoff:, noch weiter vorwärts zu komme'. Brauche nur Eins: tüchtige Hausfrau." Da haben Sie sich nur umzusehen. Es gibt genug junge Mädchen, die nicht nein sagen würden," ermunterte Hopser. Hoffe so," nickte Rautenstrauch, auch schon gesunde', was mir paßte." Dann ist ja Alles all right", lachte Hopser, wie heißt denn die Glückliche, wenn dieFrage erlaubt ist?" Rautenstrauch verzog wahrhaftig keine Miene, als er die Frage Hopsers beantwortend, sagte: Helene Hopser". Hopser glaubte nicht recht gehört zu haben. Wer?" rief er. wie aus den Wolken gefallen. Helene Hopser." wiederholte Rautenstrauch so ruhig wie früher. Alle Hagel!" brach der Painter los. indem er sich erhob, ,,meine Helene?" na. hören Sie 'mal.... Wann um's Himmelswillen haben Sie denn mit dem Mädel gesprochen?" Gejproche'? Kein Wort! Meine nur: Helene wäre die Rechte für mich." Ach so!" machte Hopser unter einem unverkennbaren Aufathmen. Aber Rautenstrauch fuhr unbeirrt fort: "Y Sir. Helene wäre die Rechte. Häuslich, wirthschaftlich, bischen Moneten " , Woher wissen Sie denn das." unterbrach der Painter mißtrauisch. "Well ich weiß es." lehnte Rautenstrauch ein näheres Eingehen auf diesen Gegenstand ab. Hätte' Sie 'was gegen meine Bewerbung?" Hopser wiegte nachdenklich das borstige Haupt, dann sagte er: Eigentlich nicht. Aber mir scheint: die Hauptsache wäre denn doch, daß Sie sich erst bei dem Mädl selber erkundigen." "0h, that's all r!?ht." rief Rautenstrauch beinahe ungeduldig, vas fixe ich schon." Hopser war sehr erstaunt über diese Siegesgewißheit, doch wußte er vorläufig nichts dagegen einzuwenden. Glaube, wir sind im R:inen," fuhr Rautenstrauch fort, was geben Sie ihr als Mitgift?" Diese Fixigkeit ärgerte nun den Painter. Mochte Helene den Mann da haben, so hatte er allerdings nichts dagegen; sein Geschmack wäre der gute Rautenstrauch mit den abstehenden Ohren und dem langweiligen Gesichte nun freilich nicht gewesen, trotz aller Vorräthe an Mehl. Fett u. dergl. Aber sich so ohne Weiteres nach der Höhe der Aussteuer zu erkundigen, das war nach Hopsers Ansicht im höchstenGrade undelikat. Er erwiderte daher grob: Jetzt geht das nochRiemanden an." "All riz?ht!" sagte Rautenstrauch nicht im Mindesten gekränkt. Denke, wir gehen jetzt Eins trinken." Dem Painter war's recht. FünfMinuten später betraten Beide Reichmanns Wirthschaft. Bei Reichmann saß inmitten eines auserlesenen Kreises von umwohnenden Bürgern Meister Lipps, und an dessen Seite Viktor von Stichow,.welchen vortrefflichen jungen Mann wir leider seit Längerem aus den Augen verlieren mußten. Die ganze Gesellschaft befand sich schon in höchst fideler Stimmung, wozu die von Lipps gelieferte eingehende Schilderung der uns bekannten Ereignisse des 4. Juli nicht wenig beigetragen hatte. Hopser mit seinem schlechten Gewissen hätte nun Lipps und dessen Gesellschaft am liebsten links liegen lassen; da aber sein Begleiter geradeWegs auf den von der fröhlichen Kumpanei besetzten Tisch zusteuerte, mochte er doch auch nicht hintenbleiben, well das möglicherweise so ausgesehen hätte, als fürchtete tt sich vor dem dicken Lipps, was gewiß eine lächerliche Auffassung von den Dingen gewesen wäre. Rautenstrauch wie Hopser nahmen also bei den. Anderen Platz, die bereitwilliqst zusammenrückten. Hopser knurrte dabei einen Guten Abend" in sich hinein. während Rautenstrauch aller Welt die Hand reichte. Stichow. der noch nicht aufgehört hatte zu lachen, wendete sich sofort an den Painter mri der Frage: Sagen Sie, ist es wah.-, daß Sie den Fettmulst da letzthin eingeweicht haben?" Ueber Hopsers Antlitz zog bei der Erinnerung an den Anblick, den der puoelnasse Lipps damals gewährt hatte, ein Lächeln. "Why sind Sie auch naß geworden, Mr. Lipps?" fragte n dabei mit gut gespieltem Erstaunen. Zum Glück nicht weiter als bis an die Knochen." antwortete Lipps unter dem Gelächter der ganzen Gesellschaft. Ja. es ist ein schlimmes - Ding, w?nn man sich vor einen Spritzenschlauch stellt," meinte Hopser gemüthlich. Besonders dann, wenn ihn ein anaenehmer Nachbar handhabt," ergänzte Lipps. Wer, zum Teufel, heißt Sie. auf der Straße Reden halten?" fragte Hopser geärgert. Wer. zum Donner, heißt Euch, sich darum kümmern?" gab Lipps zurück. Halt!" fiel Stichow ein. gestritten wird hier nicht. Dicker. Ich bin der Meinung, daß Mr. Hopser den Dank

der Edlen verdient. Denn erstens hat er ein Feuer gelöscht, und zweitens hat er Dir einmal gründlich das Fell gewaschen. Was aber wäre sonst so drin- , zend nöthig gewesen?"

Hör' mal. Junge," sagte LippS Im Tone des Vorwurfes gegen Stichow gewendet. Ich finde Dich schon wieder auf der Seite meiner Widersacher. Das schmerzt mich in tiefster Seele. Denn sieh': wem verdankst Du. daß Du Dich unter amerikanischen Gentlemen leidlich gut zu benehmen weißt? Wem anders als mir? Und ist das der Dank hiefür?" Oh. Du miserabler Topf voll sündiger Gedanken!" rief Stichow entrüstet. Was verdanke ich Dir? Hör' 'mal: mein rechter Arm soll mir augenblicklich von der Schulter fallen, wenn Du mir je etwas anderes gezeigt hast, als die Plätze, wo Wirthshausschilder hängen!" Und ist das nichts? Meinst Du etwa, ein Grünhorn wie Du hätte sich hierorts in den Wirthshäusern zurechtgefunden, wenn nicht ein getreuer Ekkehart...." . Stichow lachte aus vollem Halse. Lipps als getreuer Ekkehart der unerfahrenen zarten Jugend!" rief er mit Thränen in den Augen. Du bist ein köstlicher Kerl, Dicker, das muß Dir der gelbe Neid lassen!" Meine Verdienste werden niemals richtig anerkannt," sagte Lipps scheinbar tief gekränkt. Aber ich weiß wohl: es gehört mit zum Loose olles Schönen auf Erden, daß die blinde Welt es nicht gelten lassen will. Bin ich einst gestorben " im Kkllkr wird matt Tich bkzrabe, Wo Tu so manche; Fak gkleert Tkg Kopf soLö Du am Zapfen habrn, Tie Fübe nach ttz Wanö aekehrl, sang Stichow, und fügte sodann hinzu: Auch eins von den Schelmenliedern, die Du so oft zum Besten einer crziehungsbedürftigen Jugend singst." Ohne Spaß." warf einer der Theilnehmer an der Tafelrunde ein, ich möchte wohl hören, was man nach Jhrem Tode von Ihnen sagen wird, Lipps." Ich auch," gröhlte der Painter. Nur Gutes," behauptete Lipps. Halloh," rief dagegen Stichow, der sich heute in besonders übermüthige? Laune befand, soll ich dem Dicken die Leich:nrede halten?" Ja. ja!" riefen die Gäste. Und Einer meinte: Das soll ein gelungener Spaß werden." Ist's Dir auch recht. Bruder Dickwanst?" wendete Stichow sich anLipps. Dieser meinte achselzuckend: Wenn Du durchaus von Deinen Kindereien nicht lassen kannst, und wenn Dir so dringend darum zu thun ist, Dich lächerlich zu machen, ich habe weiter nichts dawider." .VII right," lachte Stichow, dann will ich so reden, wie man vor Deinen sterblichen Ueberresten reden würde, wenn nicht der grundfalsche Satz in Geltung wäre: De mortuis nil nisi bene." Mach's gnadig und setze Deine Einfältigkeit nur nicht in allzu grelles Licht." mahnte Lipps, denn man würde es irrtümlicherweise auf meine Erziehungsmethode schieben. Du mußt wissen: Es wohnt verzweifelt wenig Witz zwischen DeinenAugenbrauen und Deinem Haarboden. Denke daran, daß dieser Mangel nicht allzu scharf hervortritt." Ich will Dir's geben, unverschamter Weinschlauch!" rief Stichow. Und. indem er auf ein hinter ihm liegendes Bierfaß wies, sagte er, zu der übrigen Gesellschaft gewendet: Das stellt den Sarkophag unseres verblichenen Freun'des Lipps dar Ihr seid die Trauergäste, ich der von der Saufania-Loge Nr. 218 erwählte Fest-, will sagen Leichenredner." Lipps, als einer der Trauergäste" zog ein mächtiges, großgeblümtes Taschentuch hervor, wischte sich mit einem Zipfel desselben die Augen und sagte erschüttert: Er ist dahin !" Stichow nahm jenen näselnden Ton an, der von Alters her von den meisten Professionals in Leichenreden angewandt wird, und begann: Ja. er ist dahin, geliebte Brüder. er ist eingegangen in den Tempel des ewigen Friedens." Dabei wies der Redner nach dem Fasse, das Lipps' Sarkophag vorstellte. Reichmann, der Wirth mit den ewig verschlafenen Augen, lachte 'bei dieser Geste laut auf und meinte: So 'ne Ruhestätte wäre ihm freilich recht." Still.Bruder," fuhr Stichow ernstbaft in TeKte fort, gebiete Deinen Thränen, störe nicht die Weihe dieses Momentes durch den Ausbruch Deines Schmerzes. Denn siehe, was geschehen ist. ist geschehen und die Bäche unserer Thränen ändern nichts daran. Ich weiß wohl, jeder von Euch, geliebte Brüder, würde das Seine thun, um ihn wieder lebendig zu machen, schon darum, weil er so ziemlich Allen, die da versammelt sind, etwas schuldig war aber leider! Den Weg. den er gegangen, hat so wenig je Einer zurückgethan, . als je einer von den Silberlingen wiedergekehrt ist, die wir ihm gepumpt haben." HeilloserGrünschnabel!" rief Lipps dazwischen. (Fortsetzung folgt.)

AnS einem Soldatenbrief. ....Du schreibst mir, Kathi, daß meine Liebe zu Dir dem Einst" anzugehören scheine..- sieh Dir die Schnur an, die ich anbei sende und die Du wohl wiedir erkennen wirst an ihr hing einst eine Wurst." Ein Radikalmittel. Mutter: Der Taugenichts, der Karl, ist wieder so störrisch und eigensinnig, der spricht schon den ganzen Tag kein Wort." Vater: Gib mir 'mal das Tau der Bengel wird gleich auf

thauen!

M die Küche. Türkische Wein-Supp'

Man dünstet ein Viertel Pfund gut gereinigten eis mit wenig Jiaanet weich. Dann schwitzt man einen Eßlöffel voll Mehl in Butter weiß, aiebt eine Flasche weißen Wein, eine halbe Flasche Wasser, die abgeriebene Schale und den Saft einer halben Citrone hinzu, quirlt alles gut untereinander und läßt es kochen. Dann thut man et? was Rosinen, welche zuvor gut gernniat und in etwas Wasser mit Aucker weichgekocht sind, nebst dem Reis und dem nothigen Zucker hinzu, labt Die Suppe noch einige Minuten kochen und riebt sie mit vier Eidottern ab. Nao)' Belieben kann man das aus den Zellen geschnittene Fleisch ewiger sauber geichalten Apfelsinen m die angerlcylele Suppe geben. QchsenzungemltDlllsaum mm m m m ct. rne ichone srijcye cyienzunge wird blanckirt. aeküblt. abaetrocknet und mit geschnittenem Wurzelwerk, eiNigen Scheiben magerem (scymlen, elner Zwiebel, einem Lorbeerblatt, Pfeffer und Salz in eine passende Kasserolle gelegt und mit so viel Brühe übergössen, daß sie davon bedeckt ist. Nun läßt man sie ganz langsam weich dünsien und häutet sie alsdann. Für die Sauce schwitzt man zwei Eßlosseleyt mit Butter hellgelb, rührt zwei Lösfel Sahne und ebensoviel Eftg dazu, gießt nach und nach einen halben Liter gute Fleischbrühe und zwei Efclostel fein gewiegten Dill hinzu. Den Dill läßt man in der Sauce durchziehen, ohne daß sie zum Kochen kommt, am besten ist, sie sofort vom Feuer zu nehmen. LammwieWildpret. Rücken und Keule des Lammes werden mit Salz, welchem man einige feinzerstoße ne Wackbolderbeeren beimischt, eingerieben. Dann schlägt man das Fleisch m em recht naß mit Rothwem getränktes Tuch ein und bewahrt es 3 bis 4 Tage an kühlem Orte auf. wobei man von Zeit zu Zeit wieder etwas Roth wein überträufeln kann. Vor dem Zu richten wird das Fleisch enthäutet, schön gespickt, in eine Bratpfanne gelegt, mit kochender, brauner Butter Übergossen, in den heißen Ofen gestellt und reckt fleißia begossen. Nach 10 bis 15 Minuten Bratens setzt man etwaS kochendes Wasser zu. Eme Viertelstunde vor dem Anrichten verrührt man einen Tbeelöffel Mehl mit Wasser, gießt eine Tasse saurem Rahm dazu und gibt das zu dem Braten. 40 bis 50 All nuten genügt für Lamm. Beim Anrichten gibt man Citronenscheiben, dazu. Die Sauce wird entfettet und wenn nöthig verdickt. Kartoffeln mit Zwiebeln auf holländische Art. Man nimmt dazu ganz kleine Kartoffeln vor gleicher Größe, schält und wäscht sie recht rein. Zu einer Schüssel von mittlerer Größe rechnet man emen Teller von Zwievem, legt diese lagenweise mit den Kartoffe'ln. reicklick Butter. Salz und etwas Pfeffer in einen Topf, gibt so vielWafser dazu, daß die Kartoffeln rncyl ganz bedeckt sind, und läßt sie, fest zugedeckt, weich kochen. Nach Belieben kann man auch etwas Essig dazu geben. Zeit deZ Kochens 45 Minuten. Reisbeignets. Nachdem der Reis blanchiert ist, kocht man ihn in Milch. Zucker und Vanille weich und reckt steif, gibt ihn auf eine Schüssel und läßt ihn erkalten. Des anderenTages gibt man 4 5 Gelbeier hinzu, fingerdicke Kuchen davon, dreht sie in Eiweiß und gestoßenem Zwieback unr und bäckt sie in kochendem Fett dunkelbraun. (Chocoladensauce oder Vanillensauce paßt gut dazu.) LeichtesBiscuit. Acht Eigelb werden mit einem halben Pfund gesiebtem Zucker 45 Minuten gerührt. Dann wird ein halbes Pfund feiner Gries löffelweise dazu gegeben, zuletzt der feste Schnee der Eier, nach Belieben auch der Saft einer Citrone. Diese Masse wird in einer mit wenig Butter ausgestrichenen Blechform eine Stunde bei mäßiger Hitze gebacken. GrieskloßezuSauerbrat e n. Ein Viertel Pfund Butter wird zu Schaum gerührt, dazu werden nach und nach 4 Eier, ein halbes Pfund Gries, etwas Salz und Muskat gegeben. Hiervon werden walnußgroße Klöße geformt und in schwach gesalzenem Wasser gekocht. Die Klöße werden Abends vor dem Gebrauch eingerührt. Fische blau zu kochen. Fische richtig blau zu machen, gelingt nicht Zeder Köchin, auch sind die Meinungen darüber getheilt, ob man sie mit kaltem oder' warmem Essig bläuen soll. Folgendes Verfahren ist icdoch erprobt und gelingt immer: Man schlachte die Fische, lege sie in eine tiefe Sc Lssel. übergieße sie mit kaltem Weinessig und decke sie zu; man wird sie nach etwa einer Stunde sehr schön blau finden. Im Essig schwimmen sollen sie nicht, sie werden sonst zu sauer: man kehre sie daher, wenn.es no thig ist. lieber in der Hälfte der Zeit einmal um. Beim Waschen der Fische soll man sich hüten, allen Schleim abznreiben. da dieser das Vlauwerden des Fisches sehr befordert. Aus derMusikwelt. Kapellmeister (zum Musiker): .Aber zum Teufel, warum halten Sie denir diese Note nicht länger aus? 'S ist doch eine ganze Note!- Musiker: Do! sehen's, Herr Kapellmeister, 's is halt der Fidelbogen zu kurz'.Wo die Laune einzieht, zieht de Gerechtigkeit aus. Bayer. Warum oi)t Du denn gar so furchtbar grob gegen diesen Schaffner?- Der infame Kerl hat mir das Coupee angewiesen, in dem ich meine Frau kennen lernte!Zutreffend. Herr (nachdem er vom Rasirer zwei Mal geschnitten wurde): Sie. schreiben S' auf Ihre ??irmatafel anstatt .Friseur

.Herrenschneider-!- .