Indiana Tribüne, Volume 19, Number 212, Indianapolis, Marion County, 19 April 1896 — Page 10

silaae. Sine Schuld. NovtÜe von JacqueS Normand. Aber warum treten Sie denn keinem Club bei?" fraaten wir vor einigen Jahren den Grafen R.. .., einen icken. in Paris wohlbekannten Ungarn. Alle Thüren stehen Ihnen offen, man schätzt sich überall glücklich, Sie em psangen zu dürfen; mit Freuden würde man Sie ausnehmen, denn Sie sind mehr pariser als viele Hiesige! Sie Müssen Mitglied unseres (Stiele wer. den!" Ich werde Sie im Jokey'Club vor. ftellen!...." Ich bei den MirlitonS'.Nein, nein, ich bitte, geben Sie sich keine Mühe," erwiderte der Graf in sanstemTone. Tu lieber Gott. Sie könnten dort Ihre Zeitungen lesen, würden Freunde wiedersehen . . ein wenig plaudern . . . . . . . - - Und die anderen Anneymllqleuen: das Tiner....der Fechtsaal.. ..Bil. lardZ und bei Gelegenheit ein kl. neS Jeu " Der Graf runzelte die Stirn und rief mit heftiger Stimme: Sprechen Sie nicht weiter davon! Niemals! Nie. mals!" Wir sahen un5 erstaunt an. Dieser kurze schneidende Ton paßte so wenig zu seine? sonstigen Liebenswürdigkeit. Keiner von uns hatte diesen sanften, träumerischen, jaschwermüthigen Mann so erregt gesehen; eS lag sonst auf sei nem Gesicht eine Melancholie, die anscheinend nichts verscheuchen konnte. Er verstand unser Schweigen und sprach, sich sogleich in liebenswürdiger Weise entschuldigend: Ich bitte tausendmal um Verzei. hung. daß ich mich in dieser Weise habe hinreißen lassen, aus Ihre freundlichen Vorschläge so unartig zu antworten, aber Sie haben eine alte, schmerzliche Erinnerung in meiner Seele geweckt. Nein, meine lieben Freunde, ich werde nie wieder einem Club beitreien. Ich will Ihnen gern erzählen, weshalb ich eS nicht thue, dann werden sie den Augenblick der Erregung begreifen, und ihn mir hoffentlich verzeihen." Der ttraf stieß einen Seufzer auZ, lehnte sein Haupt zurück, und begann mit tieser, etwaZ eintöniger Stimme folgendermaßen : Ich war fünfundzwanzig Jahre alt, heute bin ich fast achtundfünfzig. Die Geschichte ist alt, wie Sie sehen, und doch hat sie in mir einen unauS löschlichen Eindruck hinterlassen, daß es mir vorkommt, als sei sie gestern ge schehen. Ich führte in Paris seit meinem zwanzigsten Jahre ein tolleS Leben. Mein eigenes, ziemlich bedeutendes Aer mögen hat'.e ich durchgebracht. Um mich der Spielschulden zu entledigen ich spielte leidenschaftlich mußte ich meinen Vater um Unterstützung bitten. Er bezahlte, ohne ein Wort zu sagen. Aber diese Bitte war mir so schwer ge worden, daß ich mir zuschwor, sie nie wieder zu wagen. Nach allen Zahlungen blieben mir ungefähr 80,000 Francs. Ich be schloß, sie als letzten Einsatz zu wagen. Gewann ich, so konnte ich mich wieder flott machen; verlor ich, nun einen Revolver besaß ich. C5 ist ja eigentlich etwas früh, mit fünfundzwanzig Iah ren die Welt verlassen zu wollen, aber mein Entschluß stand unwiderruflich fest, und Nichts hätte mich davon ab bringen können. Ich verließ die Oper und ging nach dem Club damals gehörte ich noch mehreren Elubs an. ES war sine düstere, regenfeuchte, kalte MSrznacht. Als ich auf dem großen Platz stand, betrachtete ich mir eine Zeitlang die er leuchteten Fenster, die mich wie gelb rothe Augen auS dem Dunkel anstarr ten. Dahinter zeichneten sich hin und beihuschende Schatten seltsam ab. Leise sprach ich zu mir: Du spielst tzeute deine letzte Partie." Ich beschleunigte den Schritt. AlS ich unter den Thorweg trete. streift mein Fuß gegen eine schwarze Masse, die. gegm die Wand gelehnt, auf dem Trottoir lag. Neugierig blicke :ch genauer in.' Es va? ein klne?, etwa zehn Jahre altes Bettettind, mit bleichem, kränk. lichem Gesscht, de in ein zerfetztes Tuch gehüllt, den Kopf auf einen Prellstein gelehnt, schlief. Theils aus Mitleid mehr aber noch auS Aberglauben denn ich spalte ja da oben um mein Leben nahm ich einen LouiSdo? auS der Tasche und steckte ihn dem Kinde in die Hand. ES öffnete schlaftrunken die Augen, stammelte dank", seine Finger um schlössen daS Geldstück, dann legte eS den Arm auf die Brust, sank zurück und schlief wieder ein. . Fünf Minute? später befand ich mich im Spielsaal. ES waren nur u&n Personen anwesend, aber alle leiden schaftliche Spieler. Zuerst hatte ich als Bankbaltcr Glüif. Ich gewann tausend Louis ; das der lemen gespendete Almojen brachte mir Glück. Aber bald wandte sich das Blatt. Sie kennen die Empfindungen oÜe mehr oder minder, die uns beim Spiel bewegen und durchfluthen.. Ich brauche Ihnen daS Splel.eoer nicht zu beichrcl den, diese? Schwanken zwischen Gewinn und Verlust, diese stets sich erneuernde Hoffnung und - Furcht. Die Zeiten und auch die Menschen können sich in lern; die Spieler werden sich ewig gleich bleiben. . Um zwei' Uhr' besaß ich noch 60S0 Francs. Ich fette sie aus tmt Karte. Ich schlug acht. . Ich glaubte mich Serettet! Aber der Bankier schlug neun .... Ich war verloren.!

Mit äußerster fliafianiiungurrg u hob ich mich und hörte noch, wie man mir von allen Seiten zurief: Morgen Revche!" Ja .... ja .... morgen!" Morgen! wo werde ich mo: gen sein! Ein andrer nahm meinen Platz ein. Faires rotre jou!" sagte der Ban kier in seiner eintönigen Weise. Die Partie ging weiter. Im Vestibül reichte man mir meinen Pelz. Als ich die Arme hindurchste.kte. schaute ich auf und sah mein Bitt im Spiegel. Ich war blaß wie der Ävd. Ich ging die große Treppe hinunter, die nur schwach beleuchtet war. Unten schliefen drei oder vier Diener auf den Bänken. Tcr eine erhob sich, al ich vorüberging, die andern rührten sich nicht. Ich erinnere mich ganz genau an alle diese Einzelheiten. Dann zündete ich mir eine Eigane an und dachte da sei: die letzte!" Ich wohnte nur wenige Schritte vom Clublckal entfernt. Meine Berfügun-

gen hatte ich geiroffen In einer Viertelstunde ist ja doch alles vorbei! saate ich m,r. Die schwere Thür schloß sich hinter n i. P i . . mir. zcy iiano aus oer Virave. xjit durchdringende Feuchtigkeit ließ mich schaudern: ich ging wenige Schritte und streife plötzlich, ganz m meine Gedanke vertieft, mit den Füßen die sinne Bett, lerin. Im Eifer des Spiels hatte ich sie vollständig vergessen. Das Kind hatte sich nicht gerührt. ES schlief noch immer ruhig und fest und hielt den Louisdor, den ich ihm ge schenkt, in der Hand. Eine wahnsinnige Idee chteßl Mlr durch den Kopf Wer weiß! DaS Glück ist wandelbar. . . . Mit die lern LouiSdor kann ich wieder spielen und alles, was ich verloren, wieder zurückgewinnen Dieses Goldstück, das so lange in dieser unschuldigen Kindeshand geblieben, wird vielleicht der Fetisch sein.... Ja.... aber ich habe es dem Kinde doch geschenkt und eS ihm fortnehmen, wäre unwür. dig! Aber ich werde ja gewinnen .... ich kann nur gewinnen. . . . und dann werde ich eS der Kleinen dreifach.. .. vierfach hundertfach wiedergeben. Wie em Verbrecher sehe ich Mich um. Niemand!.. .. Ich beuge mich über daS Kmd Ich meche sanft die Im nen Imaer auf und erblicke daS Gold stück. Ich nehme e5, gehe wieder in das Clublokal, betrete den Spielsaal und werfe den Louisdor auf den grünen Teppich." Die Stimme des Grafen war nach und nach lebhafter geworden. Seine bis dahin kalten, ruhigen Züge hatten einen sckmelicben Ausdruck angenom men. Nach kurzem Schweigen fuhr er m erregtem, hastigem Tone fort: Jch gewinne. . . einmal... zweimal! Sogleich denke ich daran, die kleine Bettlerin an diesem unvermu theten Gewinn zu betheiligen und ihr einige Louisdore zu bringen... Ja, aber ich bin im Zuge! gut im Zuge! Das Glück könnte sich wenden!.... Nem, weiter, noch einen Augenblick! . . . Noch einen Augenblick!. . . Und ich spiele weiter... Die Zeit vergebt... ich gewinne in einem fort. . . e schlägt drei Uhr... ich habe 200.000 Francs gewonnen... die andern Spieler bit ten um Nachsicht... ich -nehme also eine Handvoll Goldstücke und stürze die Treppen hinunter!. . .Arme Kleine! Wie wird sie sich freuen! Wie sük wird das Erwachen sein!. .. Und dann werde rch mich auch weiter. . . ihr ganzes eben hindurch mit ihr beschaftd gen. Sie soll glücklich sein. . . glück llch durch mich... das bin ich ihr schuldig, dmn sie hat mich gerettet... schnell eile ich durch die Thür auf die Straße... Ich laufe, das Herz will Mir fast zerspringen! Niemand da! Nein, nein, daö ist ja nicht moa lich!... Sie lag doch vor einer Stund noch an diesem Prellstein. . . ich blicke um mich. . . der große Platz liegt kalt und traurig vor mir, nur die ersten Strahlen der Morgenröthe verbreiten ein mattes Licht... Wo ist sie denn, meine kleine Bettlerin, meine Retterin ... meme Vorsehung! Ein Mann geht vorüber. . . ich frage ihn... er sieht mich erstaunt an... er hat nichts gesehen... Schnell geht er weiter, denn er glaubt sich einem Aer rückten gegenüber und verschwindet. . . Wo ist sie?... Welchen Weg hat sie eingeschlagen? Nach rechts? Nach links?... Ich laufe auf Gerathewohl durch alle Straßen!... Nichts, gar nichts!... Sollte ich sie nicht wiederfinden? Aber dann bm ich ja em Dieb!... Jawohl: Ich habe die kleine ganz einfach bestohlen!... Die zwan zig Francs, die ich ihr geschenkt, gehorten ihr. . . und wenn ich sie ihr wie der wegnahm, war ich ein Dieb!.... Und dabei hielt ich in den Handen mehr, als zu ihrem Gluck nothig ge Wesen wäre... Und sie sollte auch glücklich werden... Wenn ich sie nur wiederfand! Ich lasse mich nach der Polizeiprä fektur fahren. Stundenlang muß ich warten, ehe die Bureaus geöffnet wer den... Endlich empfängt man mich; ich erzähle die Geschichte... Ich gebe das Signalement der Kleinen an so weit es mir möglich war. . . Man wird sich erkundigen und die nöthigen Re cherchen anstellen... Ich mache mich auch wieder auf die Suche... und durchstreife ganz Paris. . . Ich besuche die ärmsten und elendsten Straßen, denn ich hoffte noch immer, der Zufall werde mir das zzino in den Weg jüh ren. . . :cy wurde es erkennen und ihm meine Schuld bezahlen können, . . Acht Tage vergehen... auf der Präfkktur erfahre ich nichts... und ich selbst habe nichts erreicht! Sie denken nun wohl, ich unterließ meine fruchtlosen Bemühungen und gab jede Hoffnung auf? Peit ge. fehlt,! Ich hatte nur noch ein

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ras iit xtt.i tuxjuhugt&en. Denn ich sHu-ücte übt: alle et niinftcoiiür. -ja Wdt.VittW ir.it licht Xü& Qiqtnitiiil Diwiita können und wer weih, war uk mt Dideicht noch schuldiger? Dieses &öIdlud, das ich ihr geschenkt und wieder fortgenommen, war kielleicht ihre ÄetUllg. e hatte sie. vielleicht aus dem lienh befreit, vor Unehre geschützt. . . 'lianchmal yat ein zur rechten Jett gespendetes Almosen Ernslufj auf em zanzes Menschenleben! Ich habe sie also gesucht, und gesucht, länger als dreißig Jahre, und habe sie nicht gefunden. Sie ist gewib todt, die arme Kleine, oder noch chlimmeres! Biellelcht bin, ich ihr einmal begegnet, vielleicht habe ich sogar mit ihr gesprochen, und nichts hat mir zugerufen: Da ist ne!... Das ist sie! Gieb ihr zurück, was Du ihr geraubt! ommt mir nicht ein kaum anzu nehmender Zufall zu Hilfe, so werde ich sie niemals wiedersehen. WaS ich nicht im Einzelnen thun kann, werde ich im Großen thun. Ich bin Junggeselle geblieben und Herr meines Vermögens, zu dem noch das meines Vaters hinzugekommen ist. Wenn ich die Kleme vor memem Tode jiicht wiederfinde, so werde ich anstatt eine Person zu beglücken, diele glücklich ma chen. das ist alles!" Der Graf blieb einen Augenblick in tiefes Nachdenken versunken; dann schüttelte er den Kopf, als wolle er die düstern Gedanken verscheuchen, er hob sich aus seinem Fauteuil und sprach mit schwermüthigem Lächeln: Jetzt meine Freunde, wissen Sie, weshalb ich keinem Club beitrete. In -fY'-Li i. s i c ri..r vicucioi eiwas uociiiicocncr tTVi senhaftigkeit habe ich mir einen Schwur geleistet, aber Sie verstehen mich, nicht wahr, meine Freunde?Drei Jahre lang sah ich den Gra fen nicht. Ich glaube, er war viel auf Reisen. Neulich blättere ich in einer Zeitung und lese darin folgende Zeilen: Aus Pest meldet man den Tod des Grafen N. ... Sein ungeheures Vermögen hat er testamentarisch den Armen von Paris vermacht." Die kleine Bettlerin hat er also nicht wiedergesehen. Die theure 9lai Humoreske von Julius Knopf. Frau Doctor Roeper fühlte sich höchst unglücklich, denn sie hatte Urfache sehr unzufrieden mit ihrem Manne zu fein. Nicht nuv. daß er sie weder zu Bällen noch zu Festlichkeiten führt nein, er trieb fogar seine grenzenlose Rücksichtslosigkeit soweit, Abend für Abend allein auszugehen. Einmal schützte er den Aerzteverein vor, dann mußte wieder ein zufälliger Weise im Sterben liegender Patient herhalten und endlich nahm ihn der Club in Anspruch, jener Club, in welchem o, sie wußte eö wohl, scharf gejeut wurde. Und ihr Mann war ein eifriger Spieler. Zwar machte daö nichts, denn sie hatte ihm ein Vermögen in die Ehe gebracht, aber sie argwöhnte, daß daö Spiel ihn nicht allem in Anspruch nahm. Wenn er sich eins o entsetzlich! Geliebte angeschafft hätte! Kaum zwei Jahre wan sie verheirathet und schon ? Nein, nein, unmoglich! Und doch! Wie hatte sie ihn flehentlich gebeten, heute, am Vorabend ihreö Hochzeitstages, zu Hause zu bleiben! Kalt lächelnd hatte er sie auf die Stim geküßt und war in den Club aegangen wie er sagte. Jetzt durchschaute sie ihn. Heute früh hatte sie auf seinem Schreibtisch zwei Eintrittskarten für den Maskenball Kroll bemerkt! Zwei Eintrittskarten! Na natürlich, für ihn und für sie ' seneS Scheusal, daö sie noch nicht kannte, daö sie aber kennen lernen wollte! Ja gewiß! O, sie wollte ihrem sauberen Herrn Gemahl schon auf die Schliche kommen! v . Es war 11 Uhr! Also aerade Zeit. Hastig hüllte sie sich in ihren weiten Abendmantel ein und schlich sich scheu, wie en Dieb, aus dem Hause, ohne glücklicherweise bemerkt zu werden. Sie winkte einer Droschke: Zum nächsten Maskenverleiher!- Während der Fahrt zählte sie schnell ihr Geld nach; es waren 190 Mark im Portemonnaie. Das sollte wohl reichen. Schon war sie vor der Maskenaarderobe. Sie zoa den dichten Schleier fester vor daö Gesicht und ging entschlössen hinein. Bald hatte sie einen dunklen Domino, der füv sie paßte, gefunden. Zu Kroll!" rief sie dem Kutscher zu. Der nickte verstandnißinnig. Auf der Fahrt kamen ihr Gewissensbisse, Wenn Jemand sie erkannte. Aber nein, daS wär nicht: möglich! Die Maske verhüllte ihr ganzes Gesicht. Aber eigentlich war es doch recht unweiblich von ihr! Gewiß, das war's ja. Doch wer war Schuld daran? Er. er, er! Sie weinte leise vor sich hin. Die ses Leben ist mein Tod jammerte sie. Und sterben will ich nicht, ich bin ja noch so jung, und jeder stirbt nur sich elbstz die - Anderen vergessen ihn chnell. Also. r - Sie gab sich einen Rv! Zy Au gen blitzten entschlossen unter her Maske hervor. Herr Doctor Roeper, nehmen Sie sich in Acht, die Swnde der Veroeltung naht. Wehe, ''wehe,. wehe!- , Der Wagen hielt vor dem-weltbe-kannten Etablissement.' Mit sicherer Sand löste sie sich ih? Dillkt und stolzirte in den Saal. V , Welch ein Gewühl von bunten Maö ken und schwarten Fräcken! Und die

Htje! Und wo sollte sie den Ungetreuen unter all' diesen Menschen herausfinden! Ihr schwindelte fast. Da erhielt sie einen so kräftigen Klaps auf die Schulter, daß sie vor Schreck laut aufschrie. Sie sah auf. Vier grinsende Clownmasken umtanzten sie, wie die Möpse, Scheu wollte sie entweichen, aber da faßten sich die haß lichen Kerle an die Hand und bildeten einen Kreis, den sie nicht ZU durchbrechen vermochte. Wohl hatte sie als kleines Mädchen für ihr Leben gern Ringel - Ringel - Rosenkranz" gespielt, aber jetzt noch und hier bei Kroll.

Hilfe suchend sah sie sich um. Da kam ein distinguirt aussehender Herr im schwarzen Frack heran. . Er durchbrach die Kette, bot ihr seinen Arm und führte sie in eine Nische. Die vier Frechlinge glotzten ihm nach. Dankbar neigte sie das Haupt. Der junge Mann hatte wahrhaft weltmanNische Manieren. Wahrscheinlich ein Gesandtschasts-Attachöe oder etwas Aehnliches. Ehrfurchtsvoll fragte er nach ihren Befehlen. Führen Sie mich hinaus," bat sie, fort aus diesem Lokal." Er willfahrte ihrem Wunsche. Sie ließen sich die Garderobe geben. Sorgsam legte er ihr den Mantel um. Nach Hause," sagte sie. bitte, lassen Sie mir eine Droschke holen." Mit Vergnügen, meine Gnädigsie", antwortete er. aber gestatten Sie mir, Sie vorerst in ein Restau rant zu führen." Sie winkte ableh nend. O. ängstigen Sie sich nicht", fuhr er eifrig fort, ich werde nicht zudking lich werden. Aber ich sehe, Sie sind sehr erschöpft, Sie müssen eine Klei nigkeit genießen, und fürchten Sie Nicht, geZehen zu werden. Ich fuhr, Sie in unser vornehmstes Restaurant und lasse a part serviren." Er sah so nett und so havmloS auS, und sie hatte solchen Durst, und wenn er ihr etwaS thun wollte, konnte sie sich ja wehren, und dann war eS auch mal etwas anderes also warum nicht! Nun saßen sie m einem klemm, lauschigen Charnbre sparde. Der fCrrmh ftTTf rrn nnarrM?rftn8 v M w Menu zusammen. Mocturtlesuppe, RbeinlachS. Fasan, Rehrücken, Fürst Püaler-Eis und dazu Burgunder und Cdamvaaner. venve Cliauot. Der Mann mußte der feinsten Gesellschaft angehören, vielleicht gar em Ministers söhn! Frau Doctor Roeper berührte die Speisen kaum; sie nippte nur ganz wenig an dem Kelchglas, das ihr der Fremde imt Champagner füllte. Dagegen ließ es ihr vornehmer Beschützer sich um so besser schmecken. Er schien einen kräftigen Appetit zu besitzen, denn die vollen Schüsseln vor ihm schmolzen zusammen, wie cxrSchneevor - der Sonne.' Und nun gar sein Durst! Er schien an das Weintcinken gewöhnt zu sein; der zweiten Flasche ließ er eine dritte folgen. Wie taktvoll und wahrhaft vornehm er war! Er trieb die Noblesse soweit, daß er ihre Person fast ganzuö dem Spiel ließ und sich nuv den Speisen widmete. Äwei Stunden waren fast veraangen. Sie mahnte zum Aufbruch. Er Ichluckte den letzten Bissen herunter, wischte sich den fettglänzenden Mund und erhob sich. Ich will selbst die Droschke holen", sprach er mit melodischer Stimme, damit die Gnädigste unten keinen Aufschub bat." Sie. nickte dankbar. Schnell zog er sich an und ging hinunter. Auch sie hüllte sich wieder in ihren Mantel, um gleich fertig zu sein, wenn er kam. Er blieb etwas lanae. Unaeduldig ging sie auf und ab. Wie die Minuten tdäae dabin scklicken' Wenn ihm nur nichts passirt war. Sie stellte. )ver euner kam sofort. Schnell fragt sie: Wo ist mein " Der Kellner lächelte devot. Jhr Herr Gemahl lassen der gnä digen Frau sagen, er wäre vorauöge fahren, und " Vor Schreck war sie starr. - .Und", fuhr der GarLvn fort, da eö der Herr Gemahl, wie die gnädige Frau wüßten, sehr eilia bätten. möckten die gnädige Frau die Rechnung begleichen." Damit, präfentirte er die iKom. uu Mark und 5Q Psen niae!" ... Sie! faßte sich gewaltsam. Nur nichts merken lassen, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen war. Sie faßte in die Tasche daö Portemonnaie . war. fort! Ah, der Elende! Sie nestelte : . ihr ' goldenes . Armband loö, daS reich' mit Brillanten verziert war und sie bei Frjedländer 800 Mark Y . v - - gekostet hatte. Da Portemonnaie vergessen nehmen Sie daö bis morgen!" Der diskrete. Kellner verneigte -sich tief sie stürmte heraus -und lies nach Hause. Äum Fahren hatte sie nichts sie die reiche Frau Doctor! Glücklicher Weise , war ihr Gatte noch nicht heimgekehrt. Er kam erst eine Stunde später sehr verdrießlich, denn er hatte im Club 600 Mark beim Baccarat verloren. Nach eine? schlaflosen Nacht eilte sie gleich am Vormittag in's Restau. rant. um . ihr Armband einzulösen. Der siellner lächelte wiederum de vot. 7 " Aber der Herr Gemahl waren ja bereits vor einer Stunde hur, haben die Nota bezahlt und das Armband gleich mitgenommen.,v Frau Doctov Roeper wußte nicht, wie sie auf die Straße gekommen war. Ihr flimmerte eS vor den Augen. Sie wankte nach Lause, Dort fand sie den

hatten vor. der ihr Lrgttlich "seinen

pielverlust gestand. Ihr stürzten die Thränen aus den Äugen. O. welch' theure Nacht! Welch' theure Nacht! Ein Portemonnaie mit. . . 190 Mark Ein goldenes Armband für 800 Em Spielverluft von 500 Summa: 1490 Mark Und alles aus Leidenschaft! Sie erzählte dem Gatten weinend ibr Abenteuer und gelobte, nie mehr eisersüchtig zu sem. Er aber schwov ihr, nie mehr eine Karte zu berühren und sich nur noch seinen Patienten zu widmen und seiner kleinen, lieben Frau. Von zener Nacht an hat iedoch Frau Doctor Roeper nicht so leicht Jemand mehr für einen Mmisterssohn gehalten. m Häusliche Auseinan dersetzung. Magerer Schwiegersöhn (nach erbittertem Streite mit seiner sehr corpulenten' Schwiegermut' ter): Paß man upp. wenn de Düwel Di irst halt und Du in de Höll schmorst. Schwiegermutter: Ja. an Di ollen helligen Laband möt de Dü wel ja noch Votier anstäken. Wiedererstattung. Warum haben Sie dem Kläger eine Ohrfeige gegeben?- Weil er mich beim letzten Geschäft auch über's Ohr ge hauen hat!Der RIALTO Cigarrenladen 67 Ost Washington Ctr. empfiehlt sich dem Publikum durch seine vorzüglichen Waaren. Alle Sorten einheimischer und importirten Cigarren und eine große Auswahl von Raucher Artikeln. Um geneigten Zuspruch bittet Schiller Römler. Aergert Dich Dein Auge s rettze es nicht au, und werft ti nicht von Dir, Ivnorra menoe 4na, an MK ?.ii.rLNN,i. ctNiSON H0B3E. INDIANAPOLIS-IND. wo man Dir für Dein Luge da nöthige VlaS an serllgl. unuucve ugen werden iqmerzlo etnge,etzk. . B r i Z Z e u werden nach den besten Methoden dm ugen angepaßt. Samen! Kaufen Sie guten Samen. Dann haben Sie ein gute Ernte Wir können Sie befriedigen. Ein hübscher Garten verschönn daS Leben. Blumenzwiebeln und Blumen samen aller Sotten. Besuchen Sie uns, ehe Sie kaufen. Tlie Hantington Seed Co., 66 Gst Washington Ltr. Oster-Blumen und Pflanzen. Eine schöne nnd grosze Sammlung Bertermann Btos. 3743 Mass. Ave. Tel. 840. 30 Arcade-Gebäude. Tel. 1840. C Ein dankbarer Patient, bet seine Name nicht genannt habe will, nnd der innc yoiiftanotg eoeryerfteunng von schwe rern Leide einer iu einem Toktorduch angkgebe e r,nei verdankt, läßt durch n dasselbe kosten im an icinr uiocnoen lUiitrnenjajei verschl Diese große Buch entdltt Re,epte, die in jeder poione aemaajt iveroe rönnen. Csljtdt wart moitil tu wrtejmaite rioat Stlinit und ' pemarp, aati u. fett., ew vor!, . v. ümEm 4' Der Herren Freund. 4' Der Herren Freund Nnskre Vollkommene Spritze frei mit jeder fflascke. ffia$t retncMieaen. werpurrt fetrtrruren. gnit xnpper u0 tittrjtufe in 1 bis 4 Tagen. Frägt Lporbekern dafür rriano, ci rxrr, tut i.oo. vian ren: UALYDOR MFG.CO..LAHCASTCR.OHIO. Injektion. Eine permanente Kur der hartnäckiafte Fall von Sonorrhea nd S 1 Ut, garanltft in von 3 bi 6 age ; tetrn m nun vcoanoiupg upiniR. vni dhc i an 2 cttlndtn 5c fultat de Einhm S. Z W fch. Cnaiha ahtr Suiitiil Äl. 4. 3r. Jk Sa. 2 Z (BrotTt achsolaer), potVker, Pari, er. $ kauft oon alle Lruggtsten. , 2 ti Manneskraft leicht, schnell und oauerno vtever hergestellt. Schwäche, Nervosi tät,Kräftevnsallund alle ssolaen von Iu aendsünden, AuSschweluiigen, ueoeraroeilung. . w. gänzlich und gründ ich beseitigt. Jedem Or flan und orperlizei! wird die volleKraft und Vt.srkezurüclerstattet. SlnsachrS. vatür licheS Verfahren, keine Magenmedicin. Em Fehlschlag ist unmöglich. Buch mit Zeug, nisseil und Gebrauchsanweisung wird per Post frei versandt. Mau schreibe an Cr. HansTreskoi, 822 Itahaj, KwYerL "

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