Indiana Tribüne, Volume 19, Number 205, Indianapolis, Marion County, 12 April 1896 — Page 3
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iln Mcrn-floenne. i Eine ErzZ!l-.lilg aus fcem dcntschamcrifanifcbcn cben ron jaus Zlohland. (4. fyüriicKumj.) Beruhig? Dich doch Johanne!" suchte Herr Wurm seine Gattin zu tröf:en. Allein Tjiau Heinzelmann sprach gebietend: Schweigen Sie, Herr Schwiegersöhn!" Dann schüttelte sie ihre rastlos in ein großes Taschentuch hineinweinen'de Tochter ziemlich unsanft an der Schul' ter und sagte mit harter Stimme: Mache mir keine Faxen vor, Joljanne!" Die Wirkung dies'r Aufforderung blieb nicht aus, denn Frau Johanne trocknete sich sofort die Thränen, richiete sich aus ihrer liegenden Stellung auf und ächzte fortan nur noch wenig kaum der Nede werth. Frau Heinzelmann war gewöhnt, daß ihren Lcfehlen augenblicklich Ge borsam geleistet wurde und wunderte sich daher nicht im mindesten über die so rasch und auf so einfache Weise erzielte Heilung der Weinkrämpfe." Sie wendete sich vielmehr sofort dem Manne zu. der das Glück genoß, eine so gewaltige Frau zur Schwiegermutter zu haben, warf demselben zunächst einen wahrhaft vernichtenden Blick zu und sprach sodann das große Wort gelassen aus: Sie sind an Allem schuko!" Der arme Wurm knickte sichtbar zusammen. und vor bodenlosem Staunen über diese durch nichts gerechtfertigte Anschuldigung blieb ihm der Mund offen stehen, was umso komischer aussah, als der Grocer zugleich mit Kinr und Hals in seiner Halsbinde verschwand. Endlich brachte er hervor: Ich wäre an " Sie und Niemand anders!" unterbrach ihn Frau Heinzelmann in einem Tone, der jedenEinwand vorneweg abschnitt. Wer heißt Sie auf dieStraße hinausgehen und mit dem groben Painter anbinden? Schweigen Sie! Und dann, wenn Sie schon so unvorsichtig sind: warum bewähren Sie sich dann nicht wenigstens als Mann? .....Man muß sich schämen, was Sie sich alles von dem Menschen an den Kopf werfen lassen." Aber, mein Himmel. Sie werden doch nicht verlangen, daß ich mich' in eine Rauferei einlasse?" Das hätten Sie nicht nothwendig, wenn Sie mannhafter auftreten würden," sagte Frau Heinzelmann. Sie haben gesehen, wie ich ihn bezähmte." Daß der wilde Hopr gegenüber seiner Schwiegermutter den Kürzeren gezogen hatte, konnte Wurm nicht in Abrede stellen. Seine Haltung war daher ziemlich unsicher, als er zu bedenken gab: Ja. sehen Sie das ist ganz etwas anderes!.... Sie sind eine Frau.... er wird sich hüten, eine Frau zu prügeln!...." Das ist es nicht!" sprach Frau Heinzelmann äußerst majestätisch. Aber er sieht, daß ich mich nicht vor ihm fürchte das ist Alles... Das ist der Weg. wie man solchen Leuten imponirt. HerrSchwiegersohn. Vor einem Hasenfuß wie Sie hat freilich Niemand Respekt." Ich möchte um mebr Rücksicht gebeten haben. Frau Schwiegermutter," sagte Herr Wurm mit einer Stimme, in welche er vergebens Festigkeit und Würde zu legen versuchte. Rücksicht für Sie!" rief aber die Heinzelmann bohnvoll. Haben Sie etwa Rücksicht für uns? Sehen Sie nicht, wie Ihre Frau leidet?" Ach Gott! ach Gott!" stöhnte Frau Johanne wieder. Und thun Sie etwas, um sie vor gefährlichen Aufregungen zu bewahren?" fuhr Frau Heinzelmann unbarmberzig fort, wissen Sie Ihrer Familie Achtung zu verschaffen? Schützen Sie sie etwa vor bosbaften Nachbarn? Benebmen Sie sick wie ein Mann? Nein, nein und tausendmal nein! Alle Welt würde uns auf der Nase herumtanzen, wenn ich nicht da wäre, und mit Ihnen würde Hopser den Boden fegen " Frau Heinzelmann hatte ihrenStoff noch lange nicht erschöpft, ja, sie gedachte diesmal dem armen Wurm ganz besonders hart zuzusehen, einestheils. weil ihr dessen unrühmliche Haltung wirklich Anlaß dazu gab. anderntheils aber auch, weil sie sich für die mehrtägige Friedenspause entschädigen wollte, welche ihr die Heimkunft des Dr. Julius Wurm abgezwungen hatte. Bedauerlicherweise wurde sie jedoch hier im Texte ihrer Predigt durch den kleinen Charley unterbrochen, der, mit dem ganzen Gesichte lachend, in's Zimmer gerannt kam. Und was schwang der ahnungslose Knabe in der Hand? Nichts Geringeres als ein längliches Ding, das Baker Wurm auf den ersten Blick händeringend als den Bogen erkannte, von welchem aller menschlichen Berechnung nach jener verhängnißvolle Pfeil nach des Nachbars Nasc abgeschnellt worden war. Und er. Wurm, hatte die (3r stenz dieses Boqens vor aller Oeffentlichkeit auf das Bestimmteste bestritten! So war also Nachbar Hopser mit seinen Beschwerden eigentlich völlig im Rechte, und die Familie Wurm mit Arminius Wurm an der Spitze saß. wenn man so sagen darf, bis an den Hals hinan im heillosesten Unrechte. Unglücks! iifd!" rief Charleys Baier niedergeschmettert. Doch Frau Heinzelmann gebot ihm mit einem einzigen strengen Blicke Stillschweigen. Mij der feinen Diplomatie, die sie
ihren Enkeln gegenüber in allen schwie j ligen Fällen herauszukehren liebte, beugte sie sich, das zärtliche Großmut terlächeln auf den Lippen, zu dem Jun.
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VV IllkVVt UIIV itt IkilViit y lll' ger aus den Boden tippend: Woher hast Du das. mein Herzenskind?" Aus der ?)a?d." antwortete Charley. der Wahrheit gemäß. Das lügt der Schlingel." warf der Later zornig ein. doch brachte ihn em Blick der Frau Heinzelmann sofort wieder zum schweigen. Dort hat es ein anderer Junge verloren weiht Du vielleicht wer. mein süßer, kleiner Charley?" fragt: die Großmutter wieder. Charley zögerte ein wenig mit der Antwort; er hatte hinter dem Bretterzäune hervor gesehen, daß Gusting mit dem Bogen geschossen und diesen dann plötzlich weggeworfen hatte. Instinktiv, und ohne zu wissen, wäs geschehen, hatte auch er, Charley. Reißaus genommen, als er seinen Bruder so thun sah. Im Besitze eines reineren Gewissens als Gusting war er aber bald wieder zurückgekehrt und hatte nun den Bogen gefunden". Der Junge fürchtete jetzt, man würde ibm seinen Rund abnehmen, wenn er die Frage derGroßmutter so beantwortete, wie die Wahrbeit es eigentlich erheischte; dann aber überlegte er. daß die Großmutter ihr Nesthäckchen schon auf iraendeine Art vor dem Verluste des Bogens, für dessen gegenwärtigen rechtlichen Seither er sich natürlich Hielt, beschützen werde. und so antwortete er: Gusting Hat es weggeworfen." AH also Gusting!" sagte Vater Wurm, von dieser Nachricht scheinbar recht vesriedigt, und dabei sah er umder. ob nicht im Bereiche seiner and etwas wäre, womit man Gusring eindringlicher als es mit Worten möglich war. klar machen konnte, daß aus einem friedlichen Cbicaaoer Büraerbause nimmermehr ein Jndianerlager aus dem fernen Westen werden dürfe. Gustmg hat es weaaeworfen?" inquirirte inzwischen die Großmutter weiter, und warum das. mein ö'rz?" ein e- nicht." sagte der Kleine. Gustina schoß in die Luft und rannte davon und warf das Ding weg wem Nicht warum. Papa Wurm wollte vor Aeraer fast ersticken. Na. so will ich dem miserablen Nichtsnutz aber doch einmal das Lederzeug gehörig anstreichen!" brach er los; dabei fakte er nack dem unkieilvollen Geschenke des dicken Lipps und riß die als Sehne dienende Schnur herunter. Geh' und suche Gusting er soll sogleich herkommen." wandte er sich an Charley. Doch dieser war durch die üble BeHandlung, welche seinem Bogen widerfahren war. so tief in seinen heiligsten Gefühlen verletzt, daß er nicht um eine Million dem Befehle des Vaters gehorcht hätte. Ihn faßte des Lebens ganzer Jammer an und so warf er sich, mit den Beinen strampelnd zu Boden und schri- dabei toi: ein Zahnbrecher. Ich will Dich oehorchen lehren, kleine Kröte!" rief der Vater, diesmal nicht in der Laune, des Jungen UnbotMäßigkeit zu dulden, legte den Trotzköpf kunstgerecht über das Knie und eS begann nun ein Akt. dem wir schon einmal an derselben Stelle und von! denselben Personen aufgeführt, beigewohnt haben. Aber wie damals, so legte sich auch heute die Großmutter zu Gunsten Charleys in's Mittel. Sie entriß dem Kannibalen von Vater das kleine Menschenkind und beschützte es in ihren Armen. Recht anzüglich sagte sie dabei: Es ist keine Heldenthat. Herr Schwiegersohn, kleine Jungen durchzuprügeln." Herr Wurm hatte darauf erwiedern können: Aber manchmal eine Nothwendigkeit"; er unterließ es aber, achtete auch nicht weiter auf seine Frau, welche es nicht vermeiden konnte, herzbrechend zu seufzen: Ach Gott, ach Gott er erschlägt die Kinder!" sondern faßte den aus Lipps Bogen gewonnenen Stock fester und stürmte, einer finstern Wetterwolke vergleichbar, aus der Thüre, um sich selbst auf die Suche nach Gusting zu begeben. Wenige Minuten später fiel denn auch Gusting, der das Haus umschlich, wie ein Fuchs den Weingarten, in Fol ge eines ungeschickten Manövers in die Hände seines erzürnten Vaters und alsbald belehrte ein weithin gellendes Geschrei die Mitwelt darüber, daß Lipps prophetisches Wort von der Wandelbarkeit eines Bogens und dessen Anwendbarkeit als ZüchtigungsMittel zum Wahrwort geworden sei. Wahrend dieses sich im hinteren Theile des Wurm'schen Wohnsitzes begab. trat in der Wohnung selbst, wo die Frauen mit dem durch Naschwerk endlich wieder beruhigten Charley zurückgeblieben waren, ein anderes, sehr bedeutungsvolles Ereigniß ein. Es erschien daselbst nämlich ein feindlicher Parlamentär. Derselbe trug zwar keine weiße Fahne, auch begleitete ihn Kriegszeiten üblich ist, allein er war mit allen Machtvollkommenheiten eines wirklichen Gesandten ausgerüstet, und trug gewissermaßen ähnlich jenem Feldherrn aus der Römerzeit Krieg und Frieden in seiner Toga; an Frau Heinzelmann war es, zwischen beiden zu wählen. Dieser Sendling aus dem feindlichen Lager war kein Anderer, als unser schwarzer Freund Veniamin Smitb. fälschlich genannt Pomponius. Er war ! c... Tl. rm n . . uun icmcT. leoieicr, kleiner Hopl", , beauftragt, der Frau Heinzelmann kurz und bündig die Alternative zu stellen, sie möge entweder für die dem Ches des Hauses Hopser auf offener Straße angethane schwere Beleidigung öffentlich und schriftlich" das hieß also wohl auf dem Wege einer in die Zeitungen eingerückten Erklärung Abbitte leisten, oder sich gewärtig hal. ien. vor Gericht geschleppt zu werden. Zum Glück sprach man bei Wurm ein ziemlich geläusiges Englisch. U
daß Pomponius sich dieses seines Aufträges nicht nur mit Geschick, sondern auch mit dem gebührenden Anstartde zu entledigen vermochte. In diesem wichtigen Momente zeigte sich Frau Heinzelmann . der ganzen bTwunderungswüroiaen Größe ihrer Seele. Der Gedanke, als Angeklagt: vor einem Friedensrichter erscheinen zu müssen, wa? ihr über alle Beschreibung unangenehm; allein, wenn auch zu befürchten gestanden hätte, daß der Richtet am Schlüge des Vcweisverfahrens sich erheben würde' um feierlichen Tones etwa zu sprechen: ..Frau Barbara Heinzelmann! Da Sie erwiesenermaßen dem hier gegenwärtigen Balthasar H. Hopser. Painter, aus geringfügigen Ursachen auf offener Straße eine derbe
Maulschelle versetzt haben, verurtheile ich Sie, kraft der nur verliehenen richterlichen Gewalt dazu, daß Sie am Halse so lange aufgehangen werden sollen, bis Sie todt sind" wenn auch wie gesagt, so schreckliches, oder auch noch Entsetzlicheres in Aussicht gestanden Ware. Frau Heinzelmann wurde doch die demüthigende Zumutbuna Hopsers, ihm Abbitte zu leisten, rundweg zurückgewiesen haben. denn: alle Achtung vor der Unbeugsamkeit ihres Charakters. Sie antwortete demgemäß dem freundlich grinsenden Neger: Sagen Sie Mr. Hopler, er soll thun, was ihm beliebt. Ueber die Zumuthung, ihm Abbitte zu leisten, kann ich nur lachen. Es ist rhm nicht mehr geschehen, als er verdient hat." Die Mlsnon Pomponius' rsar damit eirdgiltig gescheitert, und der Schwarze mußte sich zurückziehen. Unten, vor dem Hinteren Zugang m Wurms Geschäftsladen, stieß Pomponms auf Arminius Wurm, der eben von der an Gusting in aller Form Rechtens vollzogenen Exekution zuruckk?yrte. Wurm hatte gar zu gerne mit Pomponius über die Ereianisse des Tages gesprochen und bei dieser Gelegenheit vielleicht so etwas wie eine an Hopser gerichtete Entschuldigung angebracht. Darum lud er den Schwarzen freundlichst ein, in den Laden zu treten und mit ihm ein Gläschen Old Gin" zu trinken, von welchem Stoffe er für den Hausgebrauch und für gute Freunde" Aorrath halte. Allein so sehr hatte Hopser es verstanden, selbst dem gutmüthigen Pomponius tiefgewurzeltes Mißtrauen gegen Wurm und Zugchör einzuflößen, daß der Schwarze, wenn auch mit seinem gewöhnlichen freundlichen Grinsen, den Old Gin" zurückwies, wobei ihn der heimliche Hintergedanke leitete, cs sei besser, dermaleinst an Altersschwäche zu sterben, als 'twa schon innerhalb weniger Stunden an einer Messerspitze voll Pariser Grün" oder einem Tropfen Strychnin zu Grunde zu gehen, wovon möglicherweise Wurm eb?nfalls Vorratb hatte, wenn auch nicbt für den Hausgebrauch", so doch für gute Freunde"..'.. So dachte man von dem harmlosen Wurm, der doch wahrbaftig mit Absicht keiner Fliege ein Leides that! V. Der glorreiche Vierte." Man kann nicht leicht ausge.zeichneter gestimmt sein, als es der, seiner ganzen Charakter-Anlage zufolge im Grunde keineswegs zu einer vorwtegend heiteren Lebensanschauung hinneigende Dr. Julius Wurm an jenem Abende war, da er von dem wie wir wissen, gemeinsam mit Helene Hopser unternommenen Besuche bei Tante Newman" nach Hause zurückkehrte. Er wußte selbst nicht warum: aber die Welt erschien ihm damals plötzlich in einem gewissen losenrothen Schimmer, das ganze Leben lachte ihm fröhlicher entgegen. Is je. und schien jedenfalls weitaus begehrenswerther, als noch wenige Stunden vorher. Und doch war das Vergnügen" bei Tante Newman ein überaus bescheidenes gewesen; allein man darf eben nicht vergessen, daß ein Arzt in der Regel in seinen Ansprüchen an Unterhaltung weitaus mäßiger ist, als andere Sterbliche denn wer den ganzen Tag mit Kranken, oder gar am Sezirtische mit Leichen zu thun hat. der ist für ein bischen Heiterkeit weit empfänglicher als Leute, die sozusagen ihre ganze Zeit mit Lachen und Scherzen hinbringen können..... Mit äußerst vergnügten Sinnen betrat alfo damals der Doktor das väterliche Haus. Aber da wurde ibm. als ob man ihn plötzlich mit kaltem Wasser Übergossen hätte: Verweinte Augen seitens der Stiefmutter und der kleinen Geschwister, ängstliche wie auf ganz unerhört schreckliche Dinge gespannte Mienen des Vaters und ein wahres Gletschergfsi'cht dort, wo Frau Heinzelmann thronte. Endlich machte man ihn auch mit den trübseligen Ursachen dieser unerfreulichen Erscheinungen bekannt und da lag nun mit einem Male das stattliche Luftschloß in Schutt und Staub, das sich der Doktor auf dem Heimwege aufgebaut hatte. Wo waren die Hoffnungen auf freundliche Beziehungen zu dem Nachbarhaufe, auf angenehmen Verkehr mit der reizenden und ach so unbeschreiblich liebenswürdig sich gebenden Helene? Nichts war geblieben, als die gewaltsam sich aufdrängen'deUeberzeugung. daß der Friede jetzt schwerer herbeizuführen sein werde, als zuvor. Allein "nover say die sagt ein altes, gutes Sprichwort und Dr. Julius Wurm war der Mann, sich daran zu halten. Er war keiner von Denen. die sich grollend in ihr Schneckenhaus zurückzögen, wenn just ein wtdriaer Wind. Staubwolken vorübertrieb. Hatte er sich einmal ein Ziel gesetzt, so konnte ihn keine Zufälligkeit, und war sie an sich auch noch so fatal, mehr davon abbrinaen. Von diesem Standpunkte aus betrachtet, wird man.es verständlich sinden. daß der Doktor nach einer unter unangenehmen Träumen hinqebrachten Nacht sich mit dem festen Entlcklusse
von seinem Lager erhob, bei Hopser einen Besuch abzustatten, wiewohl das, in Anbetracht der Gemüthlichkeit des Painters, zum Mindesten ein gewagtes Unternehmen genannt werden muß. Selbst Helene, welche doch die Dinge mit anderen Augen ansah, als ihr in seinem Hasse verbohrter Vater, war auf's Höchste überrascht, ja erschrocken, als sie von ihrem Fenster aus denSohn des Nachbars in's- Haus treten sah. Sie eilte an die Thüre, um den Dokter von seiner Absicht, von der sie die übelsten Folgen befürchtete, abzuhalten; allein eben als sie die auf den Korridor führende Thür aufriß, trat daneben Dr. Wurm in das Zimmer des Vaters. Uttheil, nehme deinen Lauf! Hopfer war wie aus den Wolken gefallen, als er den Sohn seines Todfeindes so frank und frei, so ohne jede Spur von Befangenheit bei sich eintreten sah, als sei nicht das Geringste passirt. Der Empfang, welchen Dr. Wurm
fand, war diesem unangenehmenStaunen des Hausherrn angemessen. Halloh!" rief Hopser, was soll's?" und dabei rückte er ein in der Nähe liegendes Farbenlineal an sich heran, um für alle Eventualuaten vorgesehen zu sein. Dr. Wurm hatte sick, als er sich zn diesem Besuche entschloß, vorgenommen, Hopser so zu behandeln, wie der Arzt aus dem geistigen Gleichgewichte gerathene Menschen behandelt, das heißt also, sich über nichts zu wundern und nichts übel zu nehmen. Die rauhbeinige Art des Painters machte daher 'einen Eindruck auf den zungen Mann. Hopser saß beim Emtritte des Doktors in der Nähe des Fensters und machte Eintragungen in ein vor ihm liegendes großes Rechnungsbuch. Selbstverständlich kam es ihm nicht im Entferntesten Zn den Sinn, seinem Besucher einen Stuhl anzubieten; wenn er aber gehofft hatte, sich dadurch den ungebetenen Gast eher vom Halse zu schaffen, so war er übel berathen, denn Dr. Wurm rückte sich ohne weitere Aufforderung einen Stuhl herbei und nahm auf demselben so ungeirt Platz, als wäre es das natürlichste Ding von der Welt, seinen erbittertsten Gegnern langwierige Besuche aufzudrängen. Lassen Sie uns ernsthaft miteinder sprechen." sagte Dr. Wurm, nachdem er sich gesetzt. Nein, lassen Sie uns nicht gar nicht." platzte aber allsogleich Hopser los, das fehlte mir noch, fraß mir die Leute, die ich nicht leiden kann, in aller Herrgottsfrühe auf die Bude rücken und sich dabei obendrein noch so benehwen, als müßte mir das ein ausgezeichnetes Vergnügen sein!" Der Doktor lächelte und dieses Lä'cheln verdroß den Painter über alle Beschreibung. Es war ihm ein sicheres Zeichen dafür, daß seine Grobheit nicht imponirt hatte und so etwas schmerzt einen richtigen Grobian. Daß Ihnen meir Besuch kein Vergnllgen bereiten würde." sagte Dr. Wurm sehr ruhig, davon war ich von vornherein überzeugt; um offen zu sein: mich hat gerade auch nicht die Sehnsucht, Ihre Bekanntschaft zu machen, hierhergeführt." Hopser witterte, sozusagen. Morgenlust. In dieser kurz angebundenen, ohne alle Höflichkeitsphrasen rücksichtslos auf das Ziel lossteuernden Sprache war etwas, was ihn, ohne daß er es sich eingestand, ja. vielleicht ohne daß er sich selbst darüber klar wurde, entschieden sympathisch berührte. Es lag unverkennbar ein Zug herzerfrischender Grobheit in dieser Art, sich zu geben und sich auszudrücken. Aus dem jungen Menschen hätte offenbar etwas Ordentliches werden können, wenn er nur in die richtigen Hände gekommen wäre. Dr. Wurm fahr inzwischen ebenso ruhig wie früher fort: Ich bin gekommen, um mich zu erkündigen, was denn eigentlich die Urfache ist. daß Sie sich mit Ihren Nachbarn nicht vertragen können?" Und was geht das Sie an?- knurrte Hopser. Verzeihen Sie: das geht mich ganz bedeutend an. da ich doch auch zu Ihren Nachbarn gehöre." Das thut mir leid aber ich kann's uicht ändern." Sie können das nun allerdings nicht ändern," bestätigte der Doktor, und dabei flog wieder ein leichtes Lächeln über seine ernsten Züge. Das ist aber auch gar nicht nöthig. Es genügte schon vollständig, wenn Sie selber sich ein klein wenig änderten." Das nenne ich unverschämt!" sagte Hopser, und dies bedeutend ruhiger, als man dem Sinne seiner Worte nach hätte erwarten dürfen. Das kam aber daher, weil ihm die geringste Grobheit, wo immer sie sich auch fand, stets eine gewisse Befriedigung verschaffte. ' Nennen Sie es, wie Sie wollen," fuhr Dr. Wurm fort, aber ich versichere Sie: es entspricht den Thatsachen. Ich habe, seit ich hier bin. mit den verschiedensten Leuten von Ihnen gesprochen. und wissen Sie. was man mir allerwärts sagte?" Nun?" fragte Hopfer. jetzt wirklich gespannt. Dieser Hopser, hieß es allgemein, ist ein ehrlicher Kerl, aber so bärenmäßig grob, daß es kein Mensch auf die Dauer mit ibm aushalten kann," antwortete der Doktor. Hopser lachte daraufhin vergnügt auf. als hätte man ihm die größte Schmeichelei gesagt. So spiecht man von mir?" Genau so." Nun. ich sage Ihnen: das freut mich, freut mich aufrichtig." Dr. Wurm zuckte die Achseln. Das freut mich herzlich," wiederholte Hopser, denn sehen Sie, die Welt ist nur durch diese sogenannte Höflichkeit, dieses verdammte Herumschwenzeln so sehr auf den Hun'd gekommen. Davon können Sie überzeugt
sein. Da sagt Einer dem Anderen die
vmywelketten Schmeicheleien, bittet wegen jedem Quark und entschuldigt sich auf's Höflichste wegen Sachen, die nicht die Hälfte von den dabei aufgewendeten Worten werth sind. Und was kommt bei all' dem heraus? Daß die Leute einander die Haut vom Leibe ziehen würden, wenn es nur anginge, Es ist ekelhaft, sage ich Ihnen. Zu meiner Zeit, da warf man sich gegenseitig die Grobheiten an die Köpfe, daß es nur so klatschte aber dabei herrschte Treue und Redlichkeit, Ja war Ja. und Nein blieb Nein in alle Ewigkeit." Und so möchten Sie die Welt ge wissermaßen durch Grobhnt wieder regkneriren?" warf der Doktor ein. Ne fällt mir nicht ein! Meinethalben mag Alles aus denFugen gehen; ich bin ein alter Kerl und werde den Trödel nicht mehr lange mit anzusehen haben. Aber vor den Höflichen da hüte ich mich weil ich eben weiß, wie der Hase läuft." Demnach können Sie meinen Baier nur darum nicht leiden, weil er zu höflich mit Ihnen ist?" fragte Dr. Wurm erstaunt. Da müßten Sie ja aber dann Frau Heinzelmann folgerichtig auf das Aeußerste hochschätzen." Der Painter bekam bei der Erinnerung an Frau Heinzelmann einen rothen Kops. Donnerwetter!" rief er, die schießt wieder über's 3iel hinaus! Denken Sie, wenn immer gleich Einer auf den Anderen mit den Fäusten einHauen wollte, wenn ihm etwas nicht recht wäre?" Und denken Sie. wenn Ihre gepriesene Grobheit allgemein würde!" gab der Doktor zu bedenken, wenn man überall statt Guten Morgen" sagte: Hängen Sie sich auf!" oder statt: Leben Sie wohl!" ..Hol' Sie der Teufel!" Man muß nichts übertreiben," brummte der Painter. derlei fällt mir nicht ein.... Der Mittelweg, das ist das Rechte. Nicht viel Redereien, aber ehrllche Meinung; urfd kann man Einem nicht mit gutem Kewissen die Hand reichen, so soll man ihm in Gottes Namen die Faust unter die Nase halten. Aber sie in der Tasche ballen das finde ich schuftig! In dieser Weise ging die sonderbare Unterhaltung zwischen dem Doktor und dem Painter noch längere Zeit hin und her, und beide trennten sich schließlich ganz friedlich, zum Staunen, aber auch zur unaussprechlichen Erleichterung von Helene, die, was wir trotz aller angeborenen Galanterie gegen Damen nicht verschweigen können, mit klopfendem Herzen an der Thüre gehorcht hatte. Der Painter versprach sogar aus eigenem Antriebe, er wolle die Sache mit der rabiaten FrauensPerson" womit natürlich Frau Heinzelmann gemeint war auf sich beruhen lassen, eine Nachgiebigkeit, zu welcher er weniger durch das diplomatische Geschick des Doktors als vielmehr dadurch bewogen wurde, daß ihm der Gedanke höchst unbequem war. jene Ohrseigen-Geschichte vor der Oesfentlichkcit eines Gerichtszimmers und insbesondere vor den neugierigen Ohren der Gerichtssaal-Reporter mit allen Einzelheiten enthüllen zu müssen, m Uebrigen aber erklärte der alte Dickkopf, er wolle von Wurms nichts wissen und gewärtige von dieser Seite nach wie vor das Schlimmste. So war denn der erste Schritt des Dr. Wurm, den endlichen Frieden anzubahnen, mißlungen. Mehrere Wochen verstrichen, ohne dak sich an Western-Avenue viel ereignet hätte, was ausführlicher erzählt , r rrt t l " ? werven munle. vciqi ganz unerwaoni darf indessen bleiben, daß Dr. Wurm während dieser Zeit wiederholt den Drang in sich fühlte, Tante Newmanmit seinem Besuche zu erfreuen. Es geschab dies angeblich hauptsachlich darum. weil die alte Frau neuestens wieder arg an ihrem alten Fußübel zu leiden hatte, wogegen ver U)oilor rne wirksamsten Mittel in Bereitschaft hatte. An den Tagen, da Dr. Wurm bei der Leidenden erschien, war immer auch Helene dort zu ftnden; man wurde aber dem Zufall diesmal entschieden Unrecht thun, wollte man dafür rhn verantwortlich muchen. Helene ging hin wenn der Doktor hinging, weil dieser versicherte, sie bei den kleinen Handreichungen nicht entbehren zu können, die bei der Behandlung eines Kranken so unumgänglich nöthig sind. Weit weniger nothwendig, ja, vom allgemein menschlichen Standpunkte aus betrachtet, geradezu überflüssig, war allerdings. daß der Arzt bei diesem gemeinsamen Samaritanerwerke keine sich bietende Gelegenheit vorübergehen ließ, ohne die zierliche Hand des jungen Mädchens zu berühren, oder, wenn es irgendwie sich machen ließ, möglichst nahe an ihr herrliches Blondhaar heranzukommen, oder doch wenigstens an das zierliche Persöncken heranzustreifen. Das Alles geschah indessen auf so diskrete Meise, daß Helene nichts davon merkte. Mrs. Newman, trotzdem sie balb blind war, sah freilich in solchen Dingen weit schärfer, als selbst ihre helläugige Nichte, denn .sie sagte eines Tages, als der Doktor wieder einmal, wie zufällia. des Mädchens zarte Schultern streifte, in ihrer derben Weise: "For GoTs salce, IuliuS, Du rennst mir das Mädl nächstens nieder. Kurt.' hat sie sckon blaue Flecke am ganzen Körver. Gott beschütze einen vor solcher Art Flirtation!" Dabei zwinkerte sie trotz aller Schmerzen lustig mit den Augen und freute sich an der ersichtlichen Verlegenheit der Beiden." Es ist selbstverständlich, daß die lungen Leute nach derartigen Besuchen ge-' meinsam den Heimweg antraten. Doch führten sie während der Fahrt stets die unverfänglichsten Gespräche von dk Welt, und fast niemals war die Redr von ihnen selber. Schon an Milwauktt
Zlvenue trennten sie sich, um dem alten
k Hopser keine Ursache zum Aerger zu geben, da er von Wurms noch immer nichts wissen wollte" und darum ganz gewiß kein Verständniß für die Wohlthaten bekundet hätte, welche Helene zusammen mit dem Doktor an der Tante Newman übte. Was den alten Wurm anbetrifft, so war er, seit er Besitzer eines SpiegelTeleskops geworden war. auf der Leiter der irdischen Glückseligkeit um ein beträchtliches Stück vorgerückt. Jeden klaren Abend verbrachte er auf dem Dache seines Hauses und musterte von hier aus durch das Rohr seine glänzenden Lieblinge am dunklen Himmelszelt, wie ein General seine in zerstreuter Gefechtsart" aufgestellten Truppen. Manchmal leistete ihm auch sein Sohn Julius in solchen Swnden Gesellschaft. Doch bewaffnete dieser sodann sein Auge nur höchst selten mit dem Spie-gel-Teleskop. Ihm genügte vollständig der bescheidenere Tubus, und auch durch diesen betrachtete er seltener den Himmel, der sich Über der unwürdigen Menschheit wölbt, als jenen anderen, der hinter einem gewissen Fenster des Hopser'sche Hauses für ihn allmählich aufzusteigen begann. Da indessen die astronomischen Studien dieser Art meist nur dann stattfsnden. wenn der Vater eben den Rücken kehrte, so blieb diesem solch' ungebührliches Verhalten verborgen, und er konnte sich der vollen, ungetrübten Freude darüber hingeben, daß der Sohn, gleich ihm. hohe Theilnähme für die edelste der Wissenschaften an den Tag legte. Je mehr sich aber der alte Wurm folchergestalt mit wissenschaftlichen Dingen beschäftigte, desto geringer wurde sein Interesse fürdie schlichten Angelegenheiten des gewöhnlichen Lebens. Daß dies seinem Grocer-Laden nicht zum Vortheile gereichte, ist nur selbstverständlich. Denn daß Wurm die sämmtlichen Sternbilder der nördlichen Halbkugel, vom großen Bären angefangen bis herunter zum Delphin, mit Namen kannte und mit allen in denselben enthaltenenFizsternen aus vertrautesteul Jußc shutfc, war den profanen Gemüthern jener Hausfrauen, welche bei ihm ihren Bedarf an Mehl. Eiern. Butter, Hülsenfrüchten und dergl. deckten, äußerst gleichgilrig; dagegen nahmen sie es aber sehr ungnädig auf, daß Wurm sich nicht selten von seinen Lieferanten unverantwortlich schlechte Waare anhängen ließ. Leider war auch Toby in dieser Lage keine auch nur halbwegs brauchbare Stütze für seinen Prinzipal, denn Toby war, was Hopser längst festgestellt hatte, wirklich ein Grünhorn", und das eines von der unverbesserlichsten Sorte. Außerdem strebte er nach Höherem" und war sich in seinem dunklen Dränge des rechten Weges keineswegs bewußt. Denn er suchte seiner allerdings schr vernachlässigten Bildung durch das Lesen von schlechten Romanen aufzuhelfen und erhitzte damit seine Phantasie so sehr, daß er zu Zeiten zwischen Mehlsäcken und Zuckerfässern ganz in der Rolle seiner Romanhelden lebte und dachte. Manche Frauen lachten über den lächerlichen Kerl und sprachen von ihm als von einem Eranky". Als aber eines Tages Frau Hushek. die Gattin eines Schmiedes, kam. um Fett zum Einschmieren der hohen Stiefel ihres Gatten zu kaufen, und Toby in der Haltung eines Knappen aus der Ritterzeit fragte: Edle Dame, nach welchem Schlosse zieht es den Raugrafen?" Da nahm Frau Hushek diese Albernheit für eine Spötterei, schimpfte weidlich und kam nicht wieder. So aber verhielten sich viele Frauen. Weder Frau Johanne noch Frau Heinzelmann fühlten den Beruf in sich, sich um das Geschäft zu bekümmern, uttd da sich zu allem Ueberflusse noch ein Konkurrent in der Nähe von Wurm festsetzte, der keiner weiteren Wissenschaft nachhing, als der. Geld zu machen wie Heu", und der gegebenenfalls ohne Zweifel jeden romanlesenden Elerk unbarmherzig an die Luft gesetzt hätte, so kam Wurms Geschäft weit rascher herunter, als es je emporgekommen war. Längere Zeit hindurch konnte natürlich dieser Stand derDinge demScharfblicke der Frau Heinzelmann nicht ver borgen bleiben, und das wäre bei der anerkannten Thatkraft dieser Dame vielleicht ein Glück für den unbehilflichen Wurm gewesen. Leider aber hatte zu eben derselben Zeit der unglückselige Lipps, der nun einmal, trotz all' seiner Uttwürdigketten da? Vertrauen der Frau Heinzelmann in hohem Maße besaß, deren Kopf mit anderen Dingen angefüllt, so daß auch sie nicht den richtigen Blick für die langsam heranziehendeGefahr zu gewinnen vermochte. Lipps hatte nämlich in irgend nner Trinkstube die Bekanntschaft eines Menschen gemacht, der sich als Mr. Vrozen in Chicago umhertrieb. Dieser Mr. Vrozen hatte dem dicken Lipps, der von Geschäften und damit zusammenHangenden Dingen nicht um Haaresbreite mehr verstand, als beispielsweise ein großer Theil unserer St'aatsmänner" von der Währungsfrage, be! einer gur geku-ytten tfia cqc cu mu emer - geradezu überwältigenden Sicherheit . einen riesigen Geschaftsplan entwickelt, in welchem es von gewaltigen Ziffern nur io wimmelte Wahrend seiner Darstellung schwor Mr. Vrozen eme Reche von Eiden, daß man bei der Sache im Handumdrehen Millionär werden müsse. Und der Mann sah in der That so aus. als habe er ein Endchen von den zu erwartenden MMlonen sckon, der Tasche: er war völlig dudemaßiq aekleidet. trua eine schwere, au- . r . genscheinllch goldene Uhrkette und eine Anzahl von Brilliantringen am kleinen
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pr öie Küche. Geb ratene Zunge. Erst wird die Zunge geklopft, eine Stunde lang gesotten, dann ausgehoden, in eine Bratpfanne gelegt und wie ein Braten angerichtet; so bald als möglich nimmt man die Haut ab und läßt die Zunge unter öfterem Begießen vollends braten; wenn sie einbratet gibt man Wasser und Salz nach. Beim Anrichten wird sie derLänge nach schön getheilt, so, daß sie ein Herz bildet, und mit Petersilie verziert. Warmes Hamburger Rauchfleisch. Ein schönes Stück Rauchfleisch legt man den Tag vorher in Wasser. Beim Kochen bindet man es in ein reines Leinentuch, setzt es mit frischem Wasser zu Feuer und kocht tZ ganz langsam vier bis fünf Stunden. Man schneidet es glatt zurecht und dann in Scheiben, schiebt es wieder auf, heißer Schüssel zusammen und glasirt es mit kräftiger Jus. Man servirt es mit dem folgenden Brei. Sechs Aepfel kocht man weich, zerdrückt sie, thut eine Stange geriebenen Meerrettich dazu,, reibt von drei grünen Orangen die Schale auf Zucker ab. preßt den Saft von sechs Orangen aus und thut dies zu Aepfeln und Meerrettich. Wenn noch Zucker nöthig ist. so thut man diesen nebst etwas Salz noch dazu. streicht den Brei durch, rührt ihn wieder heiß und thut ihn in eine silberne. kleine Kasserolle, in der man ihn zum Rauchfleisch servirt. Das Gericht ist von eigenartig feinem, prkantem Geschmack. FalfcherSalmoderKalbfleisch in Gelöe. Ein schönes Stück Kalbfleisch (Oberschale) wird mit Salpeter und Salz eingerieben und einige Tage in Essig gelegt. Man gibt Zwiebel, Lorbeerblatt, Nelken und Pfefferkörner bei und wendet es täglich einmal um. Nun kocht man das Fleisch langsam weich in der Beize, gießt die Brühe ab und stellt sie beiseite. Andern Tags wird dieselbe entfettet und wie Gele fertig gemacht. Würde sie nicht gut sülzen, so nimmt man ciniii- Gelatine dazu. Mittlerweile hat man das ici u schöne Scheiben geschnitten, m eme tiefe Platte gelegt und mit gewiegten Kapern. Sardellen und etwas Petersilie zierlich bestrichen. Ganz sachte wird die erwärmte Brühe darubergegössen, um in kurzer Zeit zu geliren. Rothe Gelatine gibt dem Gericht cm eigenartiges, hübsches Ausgehen. 'Italienischer Salat. Man legt vier schöne Heringe über Nacht in Fleisch behutsam ab. entfernt Haut und Gräten, schneidet es in dünne Scheiben, die man aufeinanderlegt und in Streifen zertheilt. Ebenso zerschneidet man ein Pfund kalten Kalbsbraten, ein halbes Pfund gekochte rothe Rüben, vier Aepfel und vier Salzgurken, zwei Neunaugen und sechs Sardellen und mischt alles nebst drei Löffeln Kapern und zwei Löffeln kleinster Perlzwiebeln durcheinander. Aus fünf Eigelb und einer halben Flasche Olivenöl rührt man eine dicke Mayonnaise, vermischt sie mit Estragonessig. einem Löffel Fleischextraktbouillon, etwas Weißwein,. Mostrich und gehackten Kräutern und verrührt damit die zerschnittenen Zuthaten. Der Salat wird in einerKrystallschüs sel angerichtet und mit harten, gewiegtcn Eigelb und -weiß, rothen Rüben, Olvien. aufgerollten Sardellen und Cornichons garnirt. Rühr ei von gelochten Eiern. Man koche pro Person 2 Eier hart, schäle sie ab und hacke sie, Weißes und Gelbes zusammen, ziemlich fein; zerlasse in einem Tiegel ein Stück gute, frische Butter, die aber durchaus nicht braun werden darf.und thue die gehackten Eier hinein, die aber nur darin heiß werden dürfen. Dazu Salz und Schnittlauch, oder grüne Petersilie. Das Ganze muß recht warm gegessen werden. Heringsbrei. Man nehme 2 Heringe, wässere sie. gräte sie aus und hacke sie fein; erwärme auf dem Feuer ein Pint. am besten saure Sahne, thue dann die gehackten Heringe, Butter, in der Größe einer Wallnuß, und 3 Eßlöffel Reibebrot, das aber nicht alt sein darf, hinzu. Dies Alles muß einmal tüchtig zusammen durchkochen. Man gibt geröstete Semmelscheiben dazu. Zimmt Waffeln.. Man mische auf dem Backbrett ein halbes Pfund Butter, ein balbes Pfund Zucker, ein halbes Pfund Mehl, etwas Zimmt und 3 Eier. Wenn es gut verarbeitet ist. forme man davon kleine Kugeln, drücke sie zwischen das gut bestrichene heiße Waffeleisen und backe sie schön gelb. Altdeutsche Pastete. Eme runde, tic't Form belegt man mitButterteig, bcstreicht den Boden mit einer pikanten Kalbfleischfarce, belegt diese Farceschicht mit zertheilten Geflügelstücken (?as Geflügel in gter Fleisch extract-Lrühe gar gedünstet). KalbsMilchscheiben. Zungenstuckchen, gedampfen Pilzen undSemmelklößchen. ftrfisf e rrnrfimaT eine Srfjt&t s?arce I 7" 1 ' Vdarükr, beträufelt sie mit KrebsbuW ttXt einen Teigdeckel auf die Pa. ftctc unb bäckt sie im Ofen eineStunde. ie. Brühe, in der man das Geflügel impfte, verdickt man, würzt s mit Conensast und Sardellenbutter und mit. 3-4Eidottern ab, um sie auc? zu der Pastete zu reichen, die Pastete einfacher herrichten m nimmt einen Nudelteig und kleine qedämpste Kalbsfricandeaux statt Ge slüoel ' . Gewissenhaft. Eorporal: 5intm Ym Wnrt nrnfc si?fnfT VirnM VI"" M-T
sgl'ich .m. Mnn-Sbb. zuseuern. olvat: Wie vttl scyusle muß ich ablcm. mit das ganze Tu , v:. o,,fv "7" 5 in ie ut
