Indiana Tribüne, Volume 19, Number 198, Indianapolis, Marion County, 5 April 1896 — Page 2

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Valthaser Nebelkrähe.

Humores?? von Emil Beyer. , Um mein lechstes Jahr herum machte ich die Entdeckung, daß ich Balthaser Nebetträhe hieß. An diesem Unglück war natürlich nur mein Vate? schuld, denn meine Mutter hatte früjer den ganz unverfänglichen Namen Müller geführt. Welche Seligkeit, Müller zu heißen! Der Schuldnertox lachte, als ich ihm vorgestellt wurfce, jedermann wollte sich ausschütten vor Lachen wenn er meinen Namen 'ozk und machte schlechte Späße darüber. In der Schule mußten wir alle Morgen einer nach dem andern unsern Namen nennen zum Zeichen, daß wir alle da waren. Wenn dann die Reihe an mich kam, wenn ich mich erhob und unter lautloser Stille der Klasse mit Todesverachtung mein Balthaser Nebelkrähe" hervorstieß, so erhob sich jedesmal ein unkeimlickesischen. Glucksen und Prusten ringsherum, und ich hätte gewünscht, meinem Name Ehre machen und mich zum Fenster hinaus hoch in die Lüfte schwingen zu können. Aber der Name allein thut es even nicht. Meine Mitschüler nannten mit ..Krebelnäbe- oder WahIrcW der Krahnebel". weil sie wußten, daß ich mich darüber ärgerte. Mein Name lies aleichsam wie ein fonStolllji HM ter mir her und verhöhnte mich. Ich bewunderte meine Mr.tter. die den Muth qehabt. einen Mann, welcher mit !M, Inlrfart fDrn Tiaf, f Vnrtr 11t liutni uiuyiu jiuiiiui i'.tyuin iu.(y4 beirathen. Eine zweite solche Fräs gad es sicherlich nicht. Aus eins hatte ich noch im Stillen meine Hoffnung ge letzt. Ich wußte mir die Adrefedü cher der bedeutendsten Großstädte Deutschlands zu verschaffen lrnd schlug qieria den Buchstaben N" nach vergeblich! Es cub nur eine Nebelkrä he in 'der Welt und das war ich! Ich würde der Märtyrer meines NamenZ werden. Das ist aber leichter gesagt als gethau. Ich war zum Junglma her angewachsen und hatte als solche? großes Jnterene für die jüngere Da inenwelt. Täglich begegnete ich einem jungen Mädchen, welches mir außerordentlich wohl gefiel; sie err'öthete jedesmal, wenn sie mich erblickte, und 7ch Charte gehört, daß 'dies ein gutes Zeichen 'fei und eine Ermuthigung für en männlichen Theil bedeute. Später traf ich 'sie in Soireen'und öffentlichen Gärten und meinem inneren Dränge sorgend näherte ich mich ihr. Mit einein undeutlichen Gemurmel stellte ich mich dv?; 'sie führte mich sittsam an den 'Tisch, wo ihre Eltern saßen; ich wiederholte mein "Gemurmel. wurde sucht Platz zu -nehmen und bald 'saßen ton in ungenehmer Unterhaltung. In seliger Vergessenheit verlebte ich inige glückliche Stundmevst beimAbschied mtb es -mir wieder einen Stich Lurchs 'Herz. Leben Sie wohllieBes ffräulein'Feli!-. so hieß sie -nämlich mit Vornamenwie ich gehört -hatte. Gleichfalls. Herr eh". Na riuten Abend, Herr ehir Lassen Sie sich mal wieder sehen, wir sind oft hier. Herr eh!" We heißt er eigentlich?!" hörte ich -noch im Weggehen alle drei zugleich rrmen. Ich verschwand schleunigst. Aber was nmt! Sollte ich schreiben? Dann war natürlich alles aus. UeSrrgens kannte ich weder Namen moch Adresse. Der Alte hatte wohl in der erfrcn Ueberraschun vergessen meine Vorstellung -zu erwiedern. Endlich be"schloß ich. das Mädchen noch einmal auszusuchen und zugleich für immer Abschied zu nehmen. An einem 'der ersten Abende trafen wrr'uns in demselben Garten. Fräulern Feli", begann ich. es muß sein! Etwas Fürchterliches trennt uns für ewig!" Erst säh'sie mich verstört an; dann wurde ste feuerroth und senkte den Vlies. Ist es'dielleicht der Namt ?" flüsterte sie. Ha. Sie wissen also? .Nun brnn, ja, es ist mein Name" Ihv Name?!Mein Name!" Mein Name. "J6r Name mein Fräulein, verwechseln Sie um Gotteswillen die Namen nicht, es würde Ähr UnMcksein!" Das ist noch sehr die Fraae". meinte sie 'ganz leise. ...Sie müssen fürch. terlich heißen." erwiöerte ich erschüttert; .aber das allein kann mich retten! Sei en wir offen", schrie !ich wild, '.um mir Muth zu machen und packte ihren Arm, Herau5 damit! ich cheiße Aalthaser Nebetträhe! I" .Ophelia Gänseklem!" flüsterte sie verschämt wir lagen uns in :den Ar men!" So rrr.'rde sie meine Frau, Ophelia Nebelkrübe, geborene Gänseklem. Wie wunderbar sind iiei Schicksals LLege! 23 c 13 ü g liehe Eiup fehln ng. Hclsfrau (zum ftellesuchenden Kindermöden): ES wird jetzt noch darauf ankommen, ob mthit Kinder Sie gern Haben werden." Mad chen: D, dämm keine Sorge! T5t Jungen von meiner vorigen Herrschaft waren nie aus der Küche herauZzubringen." Hausfrau: Wie alt warm denn die Jungen?" Mädchen: Hirn, so zwischen achtzehn und fünfundZwanzig." Aus dem Gerichtssaal. Richter: Sie haben die Dame erst angebettelt, bevor Sie ihr das Geldtäschchen raubten?" Angeklagter: Freilich. Herr Amtsrichter ich hätt' ja sonst Nicht gewußt, wo'S steckt!" W u r st w i d e r W u r st. Patient: Herr Doktor, ich habe Sie rufen lassen, doch muß ich Ihnen gleich bemerken, ich habe nichts daZ geringste Vertrauen zu den Aerzten. Arzt: Ach, das thut nichts, der Esel hat zum Thierarzt auch kein Vertrauen und Ivird doch von ihm kurirt. - -

Sie weiße Sklavin. Vou Agneö Cchöbel. Fräulein! Vitte. bitte rechnen Sie

mir doch die dummen Exempel heraus! Ich werde nicht fertig damit! Fräulein! Möchten Sie mir nicht den Knopf hier an meinen Schuh nähen?" Fräulein! Wann ist ganz bestimmt der jüngste Tag?" Fro i lein!" wimmert's jämmerlich aus einer Ecke hervor. Helfen Sie Mir dock, ick kabe solcke Zahnschmerzen. bitte, bitte. Fro i-!ein!" Ein fünftes Stimmchen, das noch Nicht in artikulirten Lauten sein dringends Verlangen nach Fräulein" auszudrücken vermag, erhebt sich voll schmetternder Kraft aus einem Wiegenbettchen. Das dielberufcne Fräulein-, eine allerliebste Blondine mit beweglichen Gliedern und munteren Augen, hält sich lachend die Ohren zu. Dann erwärmt sie rasch eine der luftdicht verschlossenen Flaschen und trägt sie zu Baby. Sofort verstummt das rosige, kleine Geschöpf. Wohlig dehnt's die wie aus Wachs geformten Gliederchen Zwischen den gestickten Kissen. Die Thür des Nebenzimmers oft net sich. Eine mit rassinirier Eleganz gekleidete junge Frau tritt herein -und nickt befriedigt. So recht, mein liebes ffräulem! Baby bedarf Ihrer am meisten! Auch beruhigt's mich, die Kleine nicht fortgesetzt in den Händen des ungebildeten Kindermädchens zu wissen!" Ew Räuspern der Verlegenheit. Saen Sie. liebstes Fräulein, ginge es n5cht an, daß Sie Baby heute auf den Spazierganz mitnähmen? Im Kinderwagen ist das ja so leicht! Anna wird schwerlich abkommen können Sie wissen, daß heute mein Jour ist!" Sie nestelt an ihrem Handschuh Und noch eins es sind, glaube ich, ein paar Batistbezüge von Baby zum Durchwaschen da. Von so einem winzigen Geschöpfchen rechnet das ja kaum. Und mein Spitzenneglig6 nehmen Sie gewiß auch gleich dazu". Die fchöne Frau lächelt überwältigend liebenswürdig: Sie sind ja eine Tausendkünstlerin, eine Perle wir wissen das! Sie erwerben M wirklick Himmelslohn, wenn Sie einer vielgeplagten Hausfrau hin und wieder beistehen!" Sie schiebt klagend dieBrauen zusammen. Gott! Allein die Sorgen um die Kinder! Und die geselligenVerpflichtungen, der große Hausstand! Sie 'haben's gut, Sie können jetzt in den schönen Thiergarten spazieren gehen ich habe noch eine Welt zu erledigen bis ZUM Abend! Vergessen Sie übrigens nicht Ihre Häkelei, liebes Fräulein! Die Lore braucht so nothwendig Einsätze an die Hemdchen. Auf dem Rückweg könnten Sie ja bei Josty petit four aussuchen und auch etwas feines Obst mitbringen. Sie haben wohl die Güte, die Kleinigkeit auszukeoen? Transportiren Sie nur Alles im Kinderwagen, damit Sie keineLast 'haben!" Sie beugt sich über Baby, das mit .mächtig aufgeblasenen Bäckchen an seiner Flasche saugt. Lebe wohl. Dar.ling! Wie gern bliebe ich bei dir!" seufzt sie abschiednehmend, wirft dem Zsraulein noch hin: Ich darf doch darauf .rechnen, daß Sie heute Abend den Tbee bereiten? In Ihrem netten rosa Kleidchen?Äann rauscht ste zur Thür, um sich dort noch einmal umzuwenden. Sie sind gewiß so liebenswürdig, während des Spaziergangs mit den Kindern französisch zu sprechen? An ein flottes Klavierstück füv Lore, zu Papas Geburtstag müssen wir auch bald denken." Sie winkt grüßend mit der Hand. Fünf Minuten später steigt sie unten in die bereitstehende Equipage. .Fräulein macht sich nun daran, dem zehnjährigen Kurt bei seinen Exempeln zu .helfen, d. h. sie rechnet sie ihm fix und fertig aus, während er aus seinen Taschen gespartes", alias von der Tafel gestohlenes Naschwevk in den Mund stopft. Dazwischen beantwortet Fräulein hundert Fragen der um sie iherum lungemden Kinder, entscheidet die wichtigsten Bedenken, z. B. ob der Puppe Fiora Blau oder Rosa besser steht, obFritz Zuckerbäcker oder Droschkenkutschev werden soll, radirt aus Lo.re's Extemporaleheft drei Tintenflecke unsichtbar" aus und geht dann an die .unlösbare Aufgabe, ihre fünf Pflegebefohlenen zum gewohnten Spaziergang menschenwürdig herzurichten. Die zwei wilden Buben kratzen .ihr .aus" sie muß sie zuvörderst einfangen. Bei der tollen Jagd durch sämmt.licke Räume zerbricht eine vonMamas kostbaren japanischen Vasen. Fräulein hat Schuld!" declamiren .die kleinen Uebetthäter unisono. Wenn sie uns nicht gejagt hätte, wäre iie Vase nicht kaput gegangen.'- Mit vor Schreck erblaßtem Gesichtchen räumt Fräulein die Scherben fort dann beginnen die Waschungen". .Unttx fürchterlichem Gebrüll sämmtliche? Kinderi Klaus rauft dem Kurt einen Büfchel Haare aus. Lore mengt sich dazwischen und kriegttüchtiJ eins ab." Das neckische Alischen hcrt sich jnzwiscken als Junge verkleidet. Lore will infolgedessen auch was Besonderes haben und macht sich fubbe doll fern." Inzwischen hat Baby, als die Personifikation gesättigten Reichthums, angehöben, ungeduldig nach Abwechselung zu brüllen. Fräulein weiß zum Hundertstenmale am Tage nicht, ob ihv armer Kopf noch zwischen den Schultern steht. Unter Bitten, Drohen und eifriger Thätigkeit erreicht es die Vielgevlagte endlich, daß die kleine Karawane fertig zum Aufbruch ist. Nun gilt es, den Kinderwagen die Treppe hinunter zu bugsieren. Der Diener, zugleich Kutscher, dem dieZGeschäft sonst obliegt, hat Dienst bei bei gnädigen Frau. Klaus und Kurt oU

len angreifen, Fraulein nimmt das jauchzende Baby auf den Arm. Ein Krach, ein markerschütternder Schrei ! Klaus hat dem hilfreichen Akt ein turnerisches Kunststückchen beizugesellen

versucht und dabei sich den Bruder und, den Wagen zu Falle gebracht. Babz Fläschchen, sowie der Elfenbeinschi xfo griff sind die Opfer an denchlZ. fen der Brüder erheben sich prägend zwei feuerrothe Beulen. Wie Orden." meint Klaus humoristisch. Mit gedämpfter Fröhli bewegt sich fünf Minuten später . der kleineZug am Canal entlang. Fräulein schaut träumerisch zu den '.ichten Schleiern empor, welche der Frühling über die herrlichen, alten .nstanienbäume . des Quals geworfen, fyit. Da erwacht in Baby die Marotte, genommen" sein zu wollen verzweiflungsrM neigt es sich über den Rand seines seidegepolsterten Gefäng nisses. ?,n Fräuleins Blick erstirbt das Leuchte sie bückt sich zu dem reizenden Quälgeist. Klaus benutzt die Zeit, um übe' die Balustrade des Weges zu stei ae! und so knapp am Grate desQuais .inherzubalanciren, als wolle er sich etwa zum Gemsenjäger ausbilden. Die kleinen Mädchen streifen indessen ihre Hütchen ab und beginnen mit geradezu verklärten Blicken Sand auszuheden. um ihn sich gegenseitig in die goldenen Locken zu streuen! Die Thränen in den Augen. Baby auf dem Arm, springt ZZräulein dem kleinen Wagehals nach währenddessen tollt Kuvt mit dem leeren Wagen davon Unter Beschwörungen gelingt es Fräulein endlich, ihre Herde an den Goldfischteich zu leiten. Die fpielenden" Bemühungen, das geliebteDeutsch ZU verbannen, scheitern an einem vierfachen Hohngelächter. Doch bringt das Füttern der goldenen Fischchen Beruhiqung die kleinen Peiniger verwandeln sich in die holdesten Geschöpfe dev Welt. Baby jauchzt zum leise erglühenden Abendhimmel empor Fräuleins Gesicht strahlt. Sie kann nun beruhigt häkeln. Sogar der Aufbruch und Rückgang gestaltet sich erträglich bis auf ernt ge Invasionen der Knaben in die bei Josty erstandenen Düten. Zu Hause angekommen, gilt es, die drei Jüngsten mit List in Morpheus Arme zu betten und dann dann ist es Zeit für Fraulem, Toilette zu ma chen, d. h. sie vertauscht ihr schlichtes Hauskleid mit einem netten, rosigen Batistfähnchen. Das junge Mädchen steht vor dem Spiegel, ein Leuchten in den tiefen, blauen Augen, über dem blonden Scheitel ein Flimmern von Heiligkeit und Poesie heute Abend, im Salon der Gnädigen, soll sie ja ihn wiedersehen, ihn. den einzigen Menschen, der sie nicht Fräulein nennt, für bai sie mehr ist als etwa ei ne Nummer oder ein aenereller Be griff. O. jener erste Abend, an dem sie ihm hat erzählen dürfen von ihrer armen Kindheit, von der langen Todeskrankheit des Vaters, von ihrer Sehn sucht, sich zur wissenschaftlichen Leh rerin auszubilden, von dem Scheitern all ihrer Plane an des Vatevs Sterbe bett! Von ihren ersten bösen und traurigen Ersahrungen, als gramem als gebildetes Mädchen für alles! O, jener erste Abend, an dem noch so unendlich viel Wichtiges passirte! Kllnglinglmg! Hell und scharf schrillt die Blocke der Gnädigen. Die schwebenden, 'leuchtenden Träume zerstieben, Fräulein beeilt sich, die lehte Hand an die Toilette ihrer Herrin zu legen. Des Zungen Mädchens einfach lieb Ilche Erscheinung verschwindet -neben diesem üppig schönen Frauenbild. Titki ist die gequälte Hausfrau" nicht mehr abattuö". Nicht mehr nervös Strahlend in dunklem Feuer blicken ihre Augen unter der rothflimmemden Haarkrone, die weichen Glieder regen stcy geZchmelvig. von semer Seide be deckt, wie von einer leuchtendenSchlan genhaut. Im Salon. Aus phantastischen. gläsernen Kelchen brennen die elektrischen Flammen hervor. Orangegelb und feurigroth stnd die Lampen ver schleiert. Der Duft von frischen Blumen und das Parfum, welches dieKleider 'Und Haare eleganter Frauen ausströmen, schwebt durch den Raum. Zwischen der Pracht der japanischen Einrichtung liegen lange und glihernde schleppen irage umhev. Die Damen, die von Cavalieren umgeben, -in den Sesseln lehnen, halten in den arbeits scheuen Händen Theetassen, welche das Fräulein" ihnen präsentirt hat, das sie dafür vollkommen als Dienstboten behandelt ode? vulmeh? übersehen haben. Die Hausfrau Pnat. singt Volkslie der mit so erschütterndem Ausdruck, als trüge sie wirklich ein Herz in de? Brust! Sie stngt von dem armen Kmde. das nicht Vater, nicht Mutter hat, das brach die Welt irrt, elend, verstoßen, aott- nnb menschmverlassen! And rn der cke des goldstrahlenden Salons, ueben dem mit Silber und kostbarem Porzellan LberladenmTheeim steht das Fräulein . nicht selten einsamer unter Menschen als dasHeibekind vx der öden Wcitc die weiße Sklavin ves neunzehnten Jahrhunderts! Wer erbarmt sich ihrer? Wer singt von ihrer heimlichen Noth inTonen. die ans Herz greifen? Rauschender Beifall überschüttet die junge Frau amEnde ihres Vortrags in den Augen einiger Zuhorerinnen funkeln Thränen falsche Diamanten! Mit ernster Miene erhebt sich der Mann, welcher die Begleitung gespielt hat. Sein Gesicht ist goldig verbrannt, wie das Aller, welche längere Zeit in der Nähe des Aequators gelebt haben. Dreimal hat er Afrika durchquert, der berühmte Forscher, berühmt nicht nur wegen seiner Eroberungen für die Wissenschaft, berühmt auch wegen der Menschlichkeit, die er den unglücklichen' Schwarzen bewies. Ob er im dunklen

Erdth-H harte Sklaverei antraf dls bisw Mn in den vom Lichte der Intell'yenz durchstrahlten Europa, der fchbu?g der Cultur? Mit freundlichem Gruß tritt er zu

dem Fräulein und bittet um eine Tasse Thee aus ihren Händen. Das gefrorene Lächeln, die spitzen Blicke dev Damen übersieht er. Roth vor Freude und glückstrahlend schaut die Kleine zu ihm auf. Sie lacht. sie plaudert. Vergessen Sie auch nicht ganz Ihre Pflicht,' Fräulein?" Hell und scharf hat es dieselbe Stimme gerufen, weiche noch vor Minuten so herzzerreißend um ein dem Elmd der Welt preisgegebenes Geschöpf klagte. Hastlg fahren die von schwerer 'Arbjt unaefüae wordenen, zersprunge nen Hände des Fräuleins zwischen dem seinen Porzellan umher ein trockenes Klirren, die eine der kostbaren japanischen Tassen ist zerbrochen. Mit funkelnden Augen, aller Herr schaft über sich selbev bar, kommt die schöne Hausfrau herüber. MeinGott. werden Sie es denn nie lernen, 'mit fremden Eigenthum behutsam umzuge hen. Fräulein! Ueber die Vase, welche heute Nachmittag entzwei ging, ver lor ich kein Wort, obgleich derenWerty nebenbei mehr beträgt als Ihr ganzer Jahveslohn", sagt sie Mit gedämpfter Stimme. Sie hat das Wort Lohn- gewählt, nicht Gage, nicht Honorar, sondern Lobn! Das Fräulein suhlt etwas in sich aufwallen sie will die Stimme er heben, aber sie bezwingt sich. Die Vase zerbrach Klaus, nicht ich , vertheidlat sie sich einfach. Mein Sohn mag die vhysischeThat begangen haben, die psychische UrHeber!n sind Sie. mein Fräulein", entgegnet die Herrin scharf. Kinder sind wild und unbedacht, an Ihnen ist es, ih kleinen Unarten zu verhüten. Sie müssen Gedanken haben für die Kleinen. sie von unnützem Thun ablenken." Die eleganten ZuHörerinnen dieser weisen Rede nicken der vollendeten Erzieherin befriedigt zu. Und mit fromm emporaeschlaaenen Augen fahrt die m allen Sätteln gerechte Frau fort: Du lieber Gott, können Sie denn nicht wenigstens in den paar Stunden, da mich anstrengende Pflichten von meinen Kleinen abziehen, ihnen die Mutter erfetzen, Fräulein?" Bleich bis in die Lippen steht die Gemaßregelte da. Zurechtgewiesen vor der Gesellschaft, vor ihm! Er sollte nur die Pflichten-, die paar Stunden der Gnädigen kennen! Tag und Nacht hat sie, das Fräulein, dem man alles aufpacken darf, nicht Ruhe vor den reizenden Unarten" der lieben Kleinen ! Die schöne, zürnende Fvau wendet sich ab. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie für die Tasse , einzustehen haben werden", ruft sie noch über die Schulter und lächelt dann einem neu hinzugekommenen Gaste entgegen. Eine brennende Thräne fallt auf die zerbrochene Spielerei. Für die bedürftige, halbgelähmte Mutter hat daS .Fräulein" sich eine kleine Summe abgespart; ob sie ausreichen wird, diesen Tand zu ersetzen? Auf der Stirn des jungen'Forschers haben sich tiefe Falten gebildet. Er tritt zu semer Cousine. Um Verzeibung. liebste Nora! Würden Sie mir gestatten, Ihren Schmerz zu heilen? Ich werde ?khnen morgen genau so ein Täßchen wie das zerbrochene zu Fu ßen legen, ich habe es selber aus Japan mitgebracht! Inzwischen ist aus dem Kreis der eleganten Damen ein junges Mädchen herausgetreten. Sie streckt zwei weiche weißeHände aus. Darf ichJhnen beim Präsentieren ein wenia helfen, liebes ffräulein wie heißen Sie? Erika? Welch lieblicher Name ! Ich heiße nur Klara." Sie dämpft ihre Stimme ein wenig.- Gewiß machen Ihnen die wilden Kinder den Tag über tüchtig zu schaffen, und Sie sind abgespannt, bitte, bitte, lassen Sie mich " Und mit bezaubernder Gewandtheit übernimmt Fräulein von Bergen Crikas Amt. Die Anwesenden sind entzückt der junge Forscher ist von neuem zu dem Fräulein" getreten. auch seine Blicke folgen wohlgefällig dem schlanken Mädchen, das sich nicht schämte, einer Enterbten der Gesellschaft" Herz zu zeigen. Erika ist glücklich. Unter ihren Av4 gen entzünden sich kleine, rothe fflämmchen. Andächtig fast lauscht sie dem, was ihr der Freund (erzählt von fernen Welten, von fremden Sternen und Menschen. Wie wilde Märchen klingt es. Und dann spielt ev dem Fräulein" am Flügel ein paar arabische Volks lieber vor kriegerische, waffenklir rende Weisen. Zum Schluß spielt er eine kleine. unscheinbareMelodie in gedämpften, heimlichen Tönen. Die ist mir gefolgt aus der Heimath, ist immer bei mir gewesen meine Mutitx hat sie gesungzn," flüstert er. Erika beugt sich zu ihm herab -cr-rathend, leise gesteht sie, daß es ihr Wiegenlied gewesen, das ev soeben gespielt. Wie ein Hauch schweben die Töne um die beiden her. Da rauscht's von Seide anspruchsvoll und weltlich hinein in den heiligen Moment, da zwei Mcnschenherzen sich zu einander nei gen. Fräulein! Es istZ:i!, nach denKindern zu sehen und für Morgen alles Nothwendige vorzubereiten," erklingt mahnend die Stimme der Hausfrau. Mit bezauberndem Wohllaut fährt sie dann fort: Liebster Alexandev, wi: gehen bald zu Tische, ich habe Ihnen den Platz neben meiner Schwester Kla ra ausgehoben. Vielleicht erlösen Sn die Kleine jetzt ein wenig von demAm te des Präsentirens!"

Fräulein- verschwindet. Niemand

als der Doctor bemerkt ihren verlegenen Gruß. Sie geht zu den Kindern. Lange, in holdes Träumen versunken. scht sie an Babys Bett, und als sie endlich den Kopf auf ihr Kissen legt, da singt ein armes, kleines Lied sie zur Ruhe. Im Speisesaal herrscht inzwischen jener lustige Lärm, welchen eine vergnugte Tafelrunde hervorbringt. Auf dem Schoße der Hausfrau macht sich ein wie aus Flaumfedern zusammengewehtes Etwas breit, Siff, der verhatschelte Malteser. Er darf stets mit den Herrschaften speisen das Fräulein" an Gesellschaftstagen nicht! Die Schwester der Hausfrau Zieht laut und ungeniert den Vergleich. Gott, wie beklagenswerih solch armes Ding von Fräulein ist!" fügt sie hinzu. Sie ist doch eigentlich Erzieherin, Klavierlehrerin, Kindermädchen, Näherin, Zofe. Dienstmagd, Gesellschafterin in einer Person! Aber alles nur halb!" wir t die Hausfrau äußerst sanftmüthig ein. Wenn ich z. B. an Fraulems Iranzösisch denke!" Der junge Forscher läßt seine Gabel auf der Fingerspitze balancieren. Vermuthlich hat sie nicht die Mittel gehabt, es in Paris zu fiudiren! Da Sie aber so perfekt darin stnd. liebste Nora" Soll ich vielleicht die Kinder unterrichten!" ruft die schöne Frau klaaend. Sie betrachtet ihre sammetweichen, mit Edelsteinen bedeckten ??moer. Ja. woZU ich alles Zeit aufbringen muß! Der Wirthschaft vorstehen, die Kinder er ziehen, repräsentiren, Gesangstudien machen au sait bleiben über denStand der Künste, mich fortbilden mein Gott ! Solch Fräulein hat gar keine Verantwortung, sie kann in den Sag hineinleben Ich finde es schon furchtbar rig, so ohne Namen durch die Welt zu gehen und. von Niemandem als Personlichkeit ) geachtet zu werden," entgegnet Fräulein Klara. Allen übrigen Angestellten sind die Grenzen ihrer Pflichten scharf gezogen. Nur das Fräulein- hat fortwährend dieFunctionen anderer zu übernehmen, wird unausgesetzt zu niedrigen Dienstleistungen mißbraucht. Der Fluch der Halbbildung, liebsie Schwester!Der Forscher hat voller Freude den Worten des jungen Mädchens gelauscht. Das Gespräch zwischen den beiden wird immer lebhafter. Wohin es sich wendet, trifft es auf gememsame Interessen. Den ganzen Abend bleibt der ernste Mann neben semer klugen, muthigen Tischdame, er begleitet sie bis an lhr Haus. Und in der nächsten Zeit findet e? sie durch Zufall oder durch Veimittelung gütiger Nebenmenschen an seine Seite geschoben. Der Frühling bringt ia so viele Ausfluge, routs. Gartenfeste, gesellige Zusammenkünste ! Auch innerlich kommen sich die zwei Menschen immer näher. Mit offener, schöner Herzlichkeit erfreut sie sich an der kühnen Männlichkeit seines Wesens. die jeder Gefahr in einem harten Leben trotzte, ihm wird die reine Menschlichkeit. die klare Harmonie, die aus ihrer Seele hervorstromt, immer theurev. Sie liebt ihn, weil er Gefahr bestand. Er liebt sie um ihres Mitleids wil. len. um jenes Mitleids willen, das sie der gesummten leidenden Creatuv entgegentragt, das sie lhm so wahlverwandt macht. Die vorsichtige Schwester Fräulein Klaras verhütet sehr sorgfältig ein Wiedersehen zwischen ihvemVetter und dem Fräulein". Längst hat sie den berühmten jungen Forscher zu ihrem Schwager auserkoren. Ihr kann er schließlich gleich sein, an welcher Angel er gefangen wird. Sie halt Klaras Philanthropie für em raffmlvtes Kokettiren. Erika weint sich Nachts die Augen wund. Sie begreift's nicht, weshalb die Gnädige jetzt immer selber den Thee macht an ihren Jours. Und eines Morgens, während sie aus besonderer Liebenswürdigkeit und weil sie so reizend geschmt zu allem ist, der schonen Hervrn Goldhaar frisirte, gleitet ihr Blick wie zufällig über eine gestochene Karte, die zwischen dem Krystall des Toilettentisches liegt Dr. Alexander Wiedenhöser, Klara von Bergen, Verlobte. sieht auf der Karte. Eine Saite in Erika's Innern zerspringt, ein frohes Zukunftslied verstummt. Sie hat ihn geliebt! Und er? Er hat sich ihrer nur erbarmt, weil sie das Fräulein" ist, eme Sklavm m semen Augen! Stumm, mit zitternden Fingern wirrt sie die schimmernden Haarsaden euseinandev und formt ine Krone daraus auf dem Haupte ihrer Herrin. Tnumphuend ruht der Blick der schonen Frau auf dem erblichenen Gesicht dieser anmaßenden Person, welche sich wahrhaftig eingebildet hat. mit ihrer Schwester zu rangiren! Fest und beherrscht verläßt Erika den wülen, parfümirten Ankleideräum. In ihrem Zimmerchen liegt sie dann auf den Knieen, unter unhemmbar heißem Weinen ihre erste und letzte Lebensyossnuna bearaveno. ?tunoenlang schluchzt ste. all ihrer Pflichten vergessen, bis endlich der. Gefang der Gnädigen, der das vornehm stilleyaus durchhallt, sie mahnt, daß es ein Uhr ist. Zeit, die kleinen Mädchen aus der Sckule abzuholen. Die schöne Frau singt vom lichte? Maien, der lindert alle Herzens' noth " 4 Noch vor der Hochzeit des junge? Paares giebt Erika ihre Stellung auf. Von igm Gesicht ist die Jugend-

blütbe verschwunden, sie altert rasck.

Von Haus zu Haus zieht sie als raalem , immer belasteter, immer aboehetzter, immer fremdlos. Keine Stunde geHort lhr. kaum em Gedanke. Sie weiß e3 schließlich nicht mehr, daß auch für sie Menschenrechte erschaffen wurden. Sie hat nur Pflichten, sie ist verdammt, Fräulein- zu sein bis an's nde ihrer Tage . . . Einst unö Zcht. Der Fortschritt der Cultur" macht nach langen Zeiten der Stetigkeit sprunghaste Bewegungen, durch welche Großeltern und Enkel in ihren Daseinsbedmgungen weit auseinandergerissen werden. Es fällt thatsächlich uns Enkeln schwer, das Leben der Großeltern zu verstehen. Als Beispiel dafür und gewissermaßen als ein Zeuge, der aus der Vergangenheit Iprlcyr, mag ein Auswandererbries aus dem Jahre 1817 dienen. Wie so sehr verschieden von heute war die Auswanderung nach Amerika zu Anfang dieses Jahrhunderts! Damals vermiethete ein Schisfseigenthümer einem Agenten gegen einen festenPreis das Zwischendeck, wogegen dieser Menschenfracht einladen mochte, so viel ihm beliebte. Bis zum Jahre 1819 war das Zwischendeck bei 'Auswanderer schiffen um nichts' besser, als das der Sklaven- oder Kulischisfe; man packte die Auswanderer gerade so zusammen und kümmerte sich so wenig um sie, wie vel den unglücklichen Wesen, die man aus Afrika oder China auf den Markt brachte. Der Aufenthalt und die Zu sammenpferchung in den verpesteten Räumen und die schlechte Ernährung verursachten eine ungeheure Sterblichkeit an Schiffsfieber" und HungerTyphus. 10 Procent Todesfälle waren etwas Gewöhnliches. 20 Procent nichts Unerhörtes: es kamen Falle vor, in welchen unter 1200 Reisenden 400 begraben wurden, bevor das Schiff den Hafen verlassen hatte. Sollte emer der Passagiere, heißt es m emem Ueberfahrtsvertrag, auf der Reise mit dem Tod abgehen, so soll die Fa milie eines solchen, wenn er von hier aus über die Halbscheid des Weges stirbt, verpflichtet sein, seine Fracht zu bezahlen, stirbt er aber auf dieserSeite des Halbwegs, soll der Verlust für Rechnung des Capitäns fein." Die Ueberfahrtsprelse waren hoch; sie be trugen 140 200 holländische Gul den. Da die armen Auswanderer solche Beträge nicht aufbringen konn ten, so war es üblich geworden, für die Uebersahrt nichts zu verlangen, sondern sich dadurch bezahlt zu machen. daß man sie nach der Ueberfahrt in zeitliche Knechtschaft verkaufte. Das hatte den doppelten Vortheil, daß die Auswanderer während der Ueberfahrt noch willenloser und anspruchsloser dem Commando des Capitans preis gegeben waren, sowie daß man wegen des Risikos" die Fahrpreise oft um 100 Procent erhöhen konnte. Junge Leute fanden immer einen guten Markt, alte kränkliche Personen und Kinder waren schwerer anzubringen In solchen Fallen, sowie bei Todessal len während der Ueberfahrt hatten die kräftigen oder überlebenden Familienglieder auch für die Schuld der anderen aufzukommen, ihre Knechtschas also um so viel Jahre auszudehnen Erwachsene hatten drei 'bis vier Jahre zu dienen, Kinder von zehn bis fünfzehn Jahren bis zu ihrer VoMhrlgkeit. Einmal verkauft, waren sie ihrem Herrn preisgegeben, der sie, konnte er die Arbeitskraft nicht langer ge brauchen, wieder veräußerte, so daß es , v m ;c wc m.C lagilllzes zuorrommniv war, vag aus diese Weise ganze Familien für immer getrennt wurden. Kurz, das ganze System des Abverdienens der Ueberfahrtskosten war Sklaverei, die den Auswanderer als erste Segnung der Freiheit- begrüßte. Etwas besser er ! Of ff !... VnvM (rZtiVtlU ging es IM 'allgemeinen uem vmutv des Briefes, dem folgende Stellen ent nommen sind, einem Manne, der im Winter des harten Noth- und Hungerjahres 1816 17 aus Emmendmgen in Baden auswanderte. In Amsterdam, wo ich auf das Schiff kommen bm, war ich noch schul dia 284 Thaler, ,etzt, wo wir vo Nephlies kommen sind, so werden viele Leut ausgelöst, aber mich hat Niemand wollen lösen mit meiner großenSchulo, sammt meinen Kindern, jetzt kamen aber zwei Kaufherren von Baldimor und wollen meine zwei Buben haben, und so weil ich mir nicht mehr hab wissen zu helfen, so habe ich ste geiassen. und meine Buben sind aber auch recht gerne gegangen, und sind Beide gleich mit ihnen fort nach Baldimor. da ist mir vor sie 112 Thaler bezahlt t- rr. f. !t tr.: worden, aoer ste munen oei iunen oiriben, bis sie 21 Jahre alt sind, ich habe aber vorbehalten, daß wenn ich unter 'er Zeit das Geld ihnen wieder kann zurückgeben, daß ich meine Kinder wieder kann an mich ziehen. Am 22. Hornung starb mein liebes Kind Sibylle. Da hat mein Kind sollen in das Wasser begraben werden, weil man mit keinem Schiff an das Land kommen kann von wegen dem Eis. Da habe ich aber mein Kind genommen und bin über eine Meile weit über das Eis geloffen, wo ich nicht alle Tritten gewußt habe, wenn es mit mir untergeht, aber ich habe den Todtengräber und Pfarrer selbst müssen machen, bei meinem lieben Kind, wo ich in Amsterdam, so wahr als mich Gott erschaffen hat. hätte können 1000 Gulden von ihnens haben von einem reichen Kaufmann, der gar kein Kind hat und hätte ihnens aufgenommen vor fein eigen." Im März endlich brach das Eis und das Schiff kam nach Baltimore. Er wurde von einer Metzgerfrau'ausgelöst und konnte bei ihr auch feine Frau und die übrigen Kinder bei sich behalten. Wenigen mochte es so "gut gegangen sein, wie dem Schreiber jenes Brie'sed.

Denn es sind Beispiele überliefert, wonach die Verkauften schlimmer behan-

delt wurden, als das Vieh, und mit Schlägen und Tritten zur Arbeit geneben wurden. Aber doch durste Niemand ohne Entschädigung aus seiner Knechtschaft austreten. Wer in seiner Verzweiflung entlief, wurde eingefangen und hatte für jeden Tag seiner AbWesenheit eine Woche, für jede Woche einen Monat, für jeden Monat ein halbes Jahr langer zudienen. Glücklich waren zene. denen es ging, wie emem russischen HcrLptmann, der über eine Woche unverkäuflich geblieben, alsschwerer Ballast" auf dem Schiff ge--blieben war, bis ihn der Eapitän an'S Land schickte und ihm auftrug, sich mit: 50 Procent Abschlag im Kaufpreiseauszubieten. Da er aber außer der Kunst des Bajonnetfechtens nichts verstand, wollte ihn Niemand, und der Eapitan mußte ihn endlich gegen dasVersprechen, seine Schuld später zu. bezahlen, entlassen. Ein Salorno. Abdul Hamid ben Ali war ein wei ser und guter Regent. Sein Volk verehrte ihn als einen gütigen und gerechten Vater, und die schwierigsten Rechtsfälle fanden ihre Entscheidung durch ihn, wenn ste und das geschah regelmäßig vor die Stufen seines Thrones gelangten. Eines Tages traten Murad ben Abner und Muley. zwei Jünglinge in der Jugend schönster Blüthe, vor ihn und trugen ihm ihren Fall" vor. Herr," begann Murad. wir sind seit frühester Jugend die besten freunde, und nun droht unserer Freundschaft arge Gefahr, denn wir lieben Beide Fatme. die Tochter Deines Kämmerers; von ihr lassen, können wir nicht und unsere Freundschaft zerstören, wollen wir nicht entscheide Du, Herr!" Hm-, sprach Abdul Hamid. wer von Euch Beiden ist der Reichere, daß er dem Mädchen ein ruhiges und sch'önes Leben bieten kann?" Wir sind Beide mit Gütern gleich gesegnet, Herr und Gebieter," antwortete Muley. Und wem ist die Fatme besser gegestnnt?" forschte er Richter weiter. Erröthend schwiegen Beide. Wohlan, so ruft mir Fatme!" befahl der Sultan seinen Trabanten. Fatme erschien, schön wie der Tag, wenn er von der Sonne geküßt wird. Tritt näher, Fatme." befahl der Sultan milde. Diese beiden Jünglinge werben um Dich wähle!" Ach. Herr sprach Fatme und ein glühender Blick traf die edlen Gestalten der Werber sie stehen meinem Herzen gleich nahe, und ich will nicht, daß durch mich ihre treue Freundschaft in die Brüche gehe." Der Sultan zog die Stirne kraus. Dann glitt ein Lächeln über sein kluges Gesicht. - Und er sprach: So hört! Murad und Muley! Kennt ihr ein noch ftär keres Gefühl als die Liebe zu Fatme?" Ja, Herr," rief Murad rasch, die Liebe zu Dir!" Und Muley setzte warm fort: Wi der Sonne Strahl, brennt die Liebe zu Dir, o Herr, und wie das liebe Licht der Sterne leuchtet in uns die Liebe zu Fatme!" Wohlan," entschied dev Sultan so hört! Ich danke Euch für Euere Treue. Und da sie größer ist, als die Liebe zu Fatme, so werdet Ihr in dieser Euere Herrin ehren, denn heirathen werde Ich sie!" Zwei Seufzer. Der Mann. Im Brautstand war sie so reizend. In der Ehe nur reizbar sie wird; Im Brautstand zeigte ste Chic nur, In der Ehe sie nur chikanirt! Oh! Die Frau: Im Brautstand glich er dem iMmme, In der Ehe ist er ein Bär; Im Brautstand Feuer und Flaznme, In der Ehe, da raucht er nuv mehr. Ah!Zarter Wink. Frau: Männchen, eben habe ich ein Gedicht begonnen: Grüne Matten, Himmel blau" .... Ist das nicht ein hübscher Anfang?" Mann: Ich mochte Dir eine kleine Aenderung vorschlagen: Grüne Erbsen, Karpfen blau".... Wie wäre es damit?" Verdächtig. A.: Warum haben Sie denn den Kopf verbunden?" B.: Ach, meine Frau mußte mir diese Nacht den Schlüssel herauswerfen, wie ich nach Hause kam, und der ist mir an den Kopf geflogen!" Vorschlag. Erster Schriftsieller: Ach, neulich ist mein Schauspiel durchgefallen!" ZweiterSchriftsteller: Und meines auch!" Erster Schriftsteller: Wie sich das wunderbar trifft, da können wir einmal eines zusammenschreiben!" Hereingefallen. Du hast Dich mit Fräulein Emma verlobt? Soviel ich mich erinnere, konntest Du sie früher nicht leiden!" Das war wegen ihrer Eitelkeit, weil sie immer nach der neuesten Mode gekleidet ging. Jetzt aber kleidet sie sich so einfach!" Ja. das Einfache ist eben jetzt die neueste Mode!" Gute Miene zum bösen Spiel. A.: ....Der Rosenknopf soll viel verloren haben; hast Du ihir gesehen was macht er?" I.? Was er macht? Gute Miene macht er zum Borsenspiel! EinglücklicherOchs. Vorstand der Jur4) einer Viehaussiellung: Ihr Ochs. Stoppelbauer, hat den ersten Preis beonimen!" Bauer: Das muß j"' ihm gleich sage de? wird a' Freud habe!" . , .