Indiana Tribüne, Volume 19, Number 191, Indianapolis, Marion County, 29 March 1896 — Page 3
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dUl UHIU 111(1)1 II Itl. Linc Lrzählnng ans dem deutsch amerikanischen Leben von Kans Ztoykand. (2. Fortscr.ung.) Das ist elwZs Anderes." rief er. ich habe meine Börse allerdings vergessen, aber es macht nicht viel aus. es ist sogar ein höchst bedeutungsloser Umstand. Denn hätte ich sie auch bei mir. es wäre mir doch nicht geholfen; es ist nämlich nichts in dem alten Ding, was mit Geld irgendwie Aehnlichleit hätte!" Wenn das so ist." meinte Hopser ernsthaft, so will ich noch zwei Dollars bei hnen anlegen. Lipps mehr kann ich wahrhaftig nicht entbehren." Oh. bitte, genirt Euch meinethalben nur ja nicht." beruhigte Lipps. schon die 5)and ausstreckend, in welche Hopser ?wei Lilberstücke gleiten lieh. Eben setzte der Wirth die Getränke auf den Tisch und Lipps faßte sofort nach seinem Glas. Zugleich hielt er am Rock den Wirth f:st. der sich wieder hinter die Bar zurückziehen wollte. Halt. Ma1:n!" rief er dabei, weile, weile, denn Du bist so schön, wie der Dichter zum Augenblick sagt. Wer 5eißt ßu davonlaufen? Prosit, freund Lackpatzer. Gott erhalte Euch!" Damit leerte ?isps in einem Zug sein Glas und gab es dem Wirth zurück: Noch ein solches Fingerhütchen voll, würdiaer Bacchus-Knecht. wenn's gefällig 'ist. Und dann schleppt etwas Lunch herbei; mein Magen fällt in sich zusammen, wie ein Handschuh, in dem just keine Hand steckt." Hopser hatte dank seiner phänomenalen Neugierde Eile, auf den Gegenstand zu kommen, der ihn hierher geführt hatte. Er warf daher hin? Sagen Sie 'mal. Lipps, was soll tan die Tafel, die Wurms heute an das Haus nagelten?" An welches Haus, Freund ParniiiV Donnerwetter an welches Haus! An Wurms Haus natürlich; der KäseHändler wird doch wohl nicht an anderer Leute Häuser Tafeln schlagen lassen!" Eine Tafel. Hopserchen?" Nennen Sie es munethalben ein Schild, oder wie immer kurz ein Dina. auf dem etwas aeschrieben steht." So. so. dergleichen hat man bei uns angeschlagen? Ich weiß nichts davon. so wahr ich durstig bin wie ein Kameel in der Wüste." Hopser ärgerte sich beträchtlich. Na. hören Sie. Lipps." sagte er m seiner borstigsten Manier. Ihnen soll in Zukunft auch der Böse das Licht halten. Hämmern die Leute an der Mauer, daß man meint, die ganze gebrechliche Bude stürze in sich zusammen, und Sie sehen, hören und fühlen nicht das Gerinaste davon!" Nicht die Probe." bestätigte Lipps gemüthlich, sich zugleich über den Lunch hermachend, den ihm der Wirth vorgese!zt hatte; nicht das Geringste, das will ich beschwören. Zu meiner Entschuldigung möge dienen, daß ich bis vor etwa einer halben Stunde in meinem Bette lag und den Schlaf Derer schlief, welche durch ihren gerechten, untadelhaften Lebenswandel " Hören S.ie mir damit auf. Lipps," unterbrach der Painter grob. Ihre Flausen können mir gestohlen werden." Painter, meiner Seele, Euer Zorn imponirt mir nicht; das muß Ich sagen! Aber halt! Da fällt mir ein. was etwa auf dem Ding, das Ihr als Tafel bezeichnet, geschrieben stehen könnte." Und was?" fragte Hopser aufhorchend. Hm!" machte Lipps. gesehen habe ich das Ding, wie gesagt, nicht, aber nach den Reden der alten Heinzelmann zu schließen, deren ich mich jetzt ein?germaften zu erinnern beginne, dürfte wobl auf dem Schild so etwas zu lesen sein wie: Dr.Iulius Wurm. Arzt" oÄer Dr. Julius Wurm, deutscher Arzt. Geburtsbelfer und Operateur" oder so dergleichen." Dem Painter blieb vor Ueberraschung der Mund offen stehen. Julius der junge Mann ?" fragte er. Der jüngere." verbesserte Lipps. denn es aibt bekanntlich junae. jüng:re und allerjünasie Würmer. Murmder Jüngere, also ist auf dem, Wege hierher und gedenkt auf väterlichem Grun und Boden seine ?.elte aufzuschlagen: Darum vermuthlich das Schild." ' Hopser lachte zorniq auf und schlug mit der yeballten Faust auf den Tisch. Baltbasar Etsch! sagte Lipps in strafendem Ton. in dem er von seinem Lunchteller aufsah, ich möchte ganz eraebenst um etwas Mäßigung gebeten haben; meine Serben sind bedenklich angegriffen und können Euer Gepolter nicht, gut vertragen.... Uebrigens: waIUM erregt Euch dieser Jünger des Asklepios. ehe er noch da ist? Habt Ihr irgendwelche Schmerzen?" Wenn ich sie hatte." knurrte Hopser. von einem Wurm ließe ich sie nicht kuriien lieber wollte ich Zeit meines Lebens auf Krücken gehen und nichts weite? als Wasser saufen.Vrrr!" .machte Lipps, dem das schauderbaft erschien. Im Uebrigen geht mich ja die Geschichte nichts weiter an." fuhr der painter fort, ich halte es nur für eine sündkzfte. echt Wurm'sche Eselei, sich als Arzt hier in diesem entlegenen Winkel der Stadt niederzulassen, wo die Leute an nichts weiter leiden, als an lebensgefährlicher Gesundheit und an einer Ueberzahl von Aerzten." Und wer wäre denn ich?" erkundigU sich Lipps. auf seinen Fuß weisend, meint Ihr. meinem Zipperlein thäte nicht ein tüchtiger Arzt noth?" Nein. Lipps. Sie brauchen roahrbaftig keinen Arzt! Essen Sie anstatt schwerer Fleischspeisen leichte Gemüse und trinken Sie anstatt Rheinvem
frisches Wasser, und Sie werden, gefund wie ein Fisch, in Ihr achtzigstes Lebensjahr hinüberwalzen." Oh. Painterchen!" seufze Lipps. die Hände über dem Bauche faltend, va er mit seinem Lunch zu Ende war, und die verquollenen Aeuglein gegen Himmel wendend, wie dumm redet Ihr doch daher! Ich und Gemüse! ich und Wasser! Das paßte ungefähr zujammen wie Kinderspielzeug und GatlingKanonen. Schlimm genug, wenn man sich Wasser in die Stiefel rinnen lassen muß. daß man es sich aber auch in die Kehle schütten soll nee. das halte ich entschieden für überflüssig." Dann lassen Sie sich das Kranksein gut schmecken und nehmen Sie sich den Dr. Wurm zum Hausarzt ich vergönne es ihm und Ihnen!" Danke!" sagte Lipps. Es öffnete sich die Eingangsthüre gegenüber von Lipps und herein trat ein junger Mann, der ganz das Aeußere eines preußischen Garde-Ofsiziers hatte, wenn man das als typisch gelten
lassen will: Eine mittelgroße, schlanke Gestalt, mit geschmackvoller Eleganz gekleidet; blondes, sorgfältig gescheiteltes Haar, ein ebenfalls blondes, leicht gekräuseltes Schnurbärtchen, das einen anaenehm aeschnittenen Mund beschattete, und blaue, fröhlich und Isorglos in die Welt lachende Augen. Dieser junge Mann nannte sich Victor I . r , 5 i . t i . r i . , von Zllcnow uno lvoynie jen eilva zehn Monaten so lange er in Ehicago weilte in der Nachbarschaft, welcher Umstand ihm den Vorzug der Bekanntschaft mit Lipps,' mit Hopser und selbst mit Wurm verschafft hatte. Er wollte für einen Literaten gelten, der nur in's Land gekommen war, um die amerikanischen Verhältnisse kennen zu lernen, und man erwies ihm die Gefälligkeit, ihn dafür zu nehmen. Eine Thatsache, welche ein Mann wie Lipps besonders hoch zu schätzen wußte, war, daß Stichow, dank höchst ausreichend bemessener Wechsel aus der Heimath. stets bei Kasse und überdies nichts weniger als ein Knauser war. Da sitzt das Beefsteak!" rief der Eintretende statt jeden Grußes, als er Lipps' ansichtig wurde. Da sitzt oder liegt vielmehr der Fetttlumven! Bei meinen Ahnen. Lipps. ich habe gute Lust. Dich aus Deinem Fell herauszuprügeln." Oh Knabe." ächzte Lipps. als bätte er Höllenschmerzen auszustehen, siehst Du nicht, daß das leidige Zipperlein mein Gebein durchwühlt? Hast Du kein Wort des Mitleides für einen Greis, der sich kaum noch zu helfen weiß!" Du ein Greis? In allen rechtschaffenen Dingen ja; ein so hilfloser Meergreis, wie es nur je einen gegeben hat! Bei allen schlimmen Streichen aber, und vor Allem bei der Flasche. jung, frisch und kräftig wie ein Raubritter ohne Furcht und Tadel." Daß in mir Manches ist. das an einen Ritter ohne Furcht und Tadel mahnt, darüber kann kein Zweifel Herrschen." gab Lipps. sich etwas aufrichtend, zurück, ich glaube auch nicht, daß es mir zur Unehre gereichen kann, daß diese Erinnerung gerade aus Deinem Munde kommt. Uebrigens ist es. meiner Treu, das erste Mal seit Langem, daß ich Dich die Wahrheit reden höre." Schweig still, heilloser Fettwulst, oder ich vergesse mich und walke Dich, wie Du es verdienst." rief Stichow erbost. Du machst mich um Dein zeitliches, wie um Dein ewiges Heil bangen, ruchloser Knabe. Ist das der Respekt, den Du dem ehrwürdigen Alter schuldest?" Stichow ließ das unbeachtet und wendete sich, während er an dem Tische Platz nahm, an Hopser mit den Worten: Sie trinken ja wohl ein Glas mit mir, Mr. Hopser? He. Reichmann: zwei Glas Bier. Für Dich, schnöder Wanst, besorge ich später ein BrausePulver, was allein Dir zuträglich ist.... Was meinen Sie wohl. Mr. Hopser: Verpflichtet sich dieser Weinschlauch hier, mich um 10 Uhr in meiner Wohnung abzuholen, um mit mir nach der Stadt zu fahren. Jetzt um Viertel über Zwölf finde ich ihn hier beim Wein! Zwei volle Stunden ließ er mich zu Hause veraeblich warten." Viktor! Viktor! Du verfällst wieder in Dein altes Laster, das üble Lügen, Das willst Du doch hoffentlich nicht ; beschworen, daß Du zwei Stunden hindurch auf mich gewartet hast. Vermuthlich hast Du zwei Stunden länger geschlafen." Warum sollte ich das nicht beschw'ören. Meergreis? Denkst Du. ich sei. wie Du, nur im Bett zu finden, wenn ich nicht eben im Wirthshaus sitze?" Wie er mich verleumdet! Sie bemerken es doch. Hopserchen?" Hopser hatte sich erhoben, um den Heimweg anzutreten. Daß Sie im Bett liegen, wenn Sie nicht im Saloon sitzen, und umgekehrt, das weiß jedes Kino." sagte er. von Verleumdung kann also in diesem Punkte nicht weiter die Rede sein. Na, wenn ich Ihnen rathen darf: sprechen Sie mit Dr. Wurm." Mit welchem Dr. Wurm?" fragte Stichow. Mit Dr.Julius Wurm, dem Nachwuchs aus dem Grocer-Nest mir gegenübe?. Das Vürschchen wird namlich nächstens auf die Menschheit in Chicago losgelassen. Gott sei unö gnädig!" Wie. Julius Wurm, der in Boston war? Und das ist ein Sobn von unserem Wurm da in derNachbarschaft?" Ja. ja. Viktor. es ist wie Du sagst rief Lipps eifrig, da er bemerkte, 'daß Stichow sich für die Sache interessirte; denn sich diesen als Freund warm zu halten war ihm aus begreiflichen Gründen von Wichtigkeit. Julius Wurm in Chicago! Das ist eine gute Nachricht, und ich bin gewillt. Dir dafür noch einmal Dein Glas füllen zu lassen. Dicker. Juliuö Wurm ist mir ein lieber Freund.
und ich darf wohl sagen, er ist einer der nettesten, anständigsten Kerle, die in diesem Lande überhaupt zu finden sind." rief Stichow mit großer Lebhaftigkeit. Hopser schnitt eine Grimasse, als hätte er auf einen scbmerzbaften ?Zabn
, i gebissen. "(lood byr sagte er, sich zum Gehen wendend. Leben Sie wobl. Mr. Hopser," antwortete Stichow. dem Painter die Hand reichend, welche dieser aber übersah. da er sich schon der Thüre zugewandt hatte. Ich sage nichts als: Gott erhalte Euer Liebden den Thürstöcken und Fensterrahmen in der engeren und weiteren Nachbarschaft." rief Lipps hinter dem Abgehenden her. Kaum aber hatte sich die Thüre hinter Hopser geschlossen da lachte Lipps laut auf und sagte zu Stichow: Na, da hast Du was Schönes angerichtet, Viktor, das vergißt er Dir im Leben nicht." Wer vergißt was nicht? Drücke Dich gefälligst deutlicher aus, wenn man Dich verstehen soll.Weißt .Du denn nicht." lachte Lipps. daß Hopser sich ebenso gerne eine Klapperschlange in die Rocktasche stecken läßt, als daß er irgendeinen aus derOrdnung der Würmer loben kört?" "Well" sagte Stichow. da' kann ich ihm wahrhaftig nicht helfen: waK wahr ist, bleibt wahr. Julius Wurm ist einer der verständiasten. ernstesten. und sympathischesten Männer, die ich je hier zu Lande kennen aelernt babe. Als Arzt ragt er geradezu thurmhoch uder die Mehrzahl seiner Kollegen hinaus. Lipps. ick wünschte Dir. der Mann näbme Deinen Leichnam in Behandlung. Wenn sonst Keiner: Der macht daraus wieder ein vrdentliches Stück Fleisch, so weit das über Haupt noch möglich ist." Bm ,ch denn krank? rief Liv'os. jetzt wirklich geärgert, wenn das alberne Geschwätz und die öden Witze von )t und Deinesgleichen nicht wären, ich tuytte mich wohl wie em Fisch in frischem Wasser." III. EinVlickZndenHimmel. Wenige Tage später hielt Dr. Julius Wurm seinen Einzug in das väterliche Haus an Western-Avenue. Man hatte ihm daselbst drei leerstehende Zimmer, anstoßend an die Wohnung der Frau Heinzelmann zugewiesen, und Julius hatte unmittelbar nach seiner Ankunft damit begonnen, sich in diesen Räumen einfach und geschmackooll einzurichten. Während der junge Arzi Abends seine Bücher in den Bücherschrank einreihte, ging Vater Wurm diesmal das .Haupt äußerst frei und hoch aus der Halsbinde gehoben im Zimmer auf und nieder, und ließ sich von des Sohnes Studien, seinen Erfolgen und seinen Hoffnungen für die Zukunft erzählen. Der alte Wurm war. da er den Sohn so fest und männlich-ernst vor sich sah. ganz glücklich, ja stolz, als hätte er all' das. was sein Sohn die Jahre her hatte lernen und geistig bewältigen müssen, selber im Kopfe. Diese Stunde in dem werdenden Studierzimme: seines Sohnes entschädigte ihn für manche Bitterniß, die er in all' den Jahren von Julius Abwesenheit hatte hinunterwürgen müssen. So! und da hast Du nun alles gehört, was mich angeht, Papa." schloß Julius seinen ausführlichen Bericht, indem er sich von dem Stuhle. auf welchem er vor dem Bücherkasten gesessen hatte, erhob. Und wie ist's Dir die ganze Zeit über gegangen? Gesund bist Du. gottlob, wie ich sehe. Was macht das Geschäft?" Es macht sich. Julius, es macht sich. Wenn es ein Vischen besser ginge, schadete es freilich auch nichts. Aber die Zeiten sind nicht gut und man muß es eoen nahmen wie es kommt. So 'ist es. Papa. Und sonst bist Tu zusrledcn?" Des alten Wurm Kinn tauchte auf diese Frage etwas Weniges in di: Halsbinde nieder, kam aber doch bald wieder zum Vorschein. An kleinen Aergerlichkiten fehlt es nun nicht." gestand er zu. das acht aber einmal nicht anders. Da ist. beispielsweise, ein böswilligerNachbar, der Einem das Leben manchmal unangenehm macht." Ein Nachbar? Wer ist es?" Der Painter gegenüber, Mr. Hopscr," antwortete Wurm senior mit einem ergebungsvollen Seufzer, ein übelwollender Mensch, ich versichere Dich. Wäre es nich: unmenschlich, ich würde behaupten, er sei nicht viel besser als seine beiden Hunde, die doch so bissig und boshaft sind, wie man sich einen Hund nur immer vorstellen kann." Hm, ich erinnere mich." meinte" Wurm junior, an das Fenster heran. tretend, von dem aus er zu Hopser hinübersah. Du bist schon damals, als ich noch im Hause war, nicht gut mit dem Mann gestanden. Ich dachte aber, der Zwist sei längst beigelegt." Der Grocec schüttelt bekümmert das Haupt. Es ist nichts zu machen mit dem Mann, Julius; weißt Du. wie der Dichter sagt: es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nich! gefällt." Er hat kein Gentüth, der Hopser. Ich bin doch wahrhaftig ein friedfertig:? Mensch aber mit dem da drüben könnte ich mich nimmermehr vertragen." Du brauchst ja auch nicht mit ihm zu verkehren," endigte Julius das Gespräch über diesen Gegenstand. Gehe Du ruhig Deinen Weg und lass' ihn den sein:n gehen. So werdet ihr nie an einander gerathen und das ist schließlich die Hauptsache." Die ersten Tage seines Aufenthaltes in seiner Vaterstadt benutzte Julius. um sich in der Nachbarschaft umzusehen, alte Bekanntschaften erneu-
ernd und neue anknüpfend. Lipps, der schon am ersten Tag? dem neuen
Hausbewohner unter sorgfältiger Be tonung des Adelswortes von" durch Frau Heinzelmann in aller Form vor gestellt worden war, verabsäumte selbstverständlich nicht, den jungen Mann auch bei Reichmann emzufuhren. Dort traf man gleich beim ersten Besuche auf Viktor von Stichow, der sich nicht wenig freute, den Dr. Wurm, mit welchem er cinir Zeit hindurch in Boston höchst angenehm verkehrt hatte, wieder zu sehen, wie denn auch Wurms ernste Züge sich freundlich erhellten, als er des lustigen Kumpans ansichtig wurde. An dieses Wiederseyen knüpfte sich eine fast einstündige Sitzung bei Reichmanns Wein, während welcher Lipps fast beständig das qroß5 Wort führte. Unter Anderem sprach er auch von den Aussichten, welche sich einem jungen Arzt in diesem Theile der Stadt eröffneten; seiner Meinung nach, waren dieselben nicht eben günstig. . Dies ist. wie Sie wissen, der nordwestlichste Theil dieser mehr großen als großartigen Stadt," sagte er. Vor ein paar Jahren noch gab es in dieser Gegend nichts weiter als verstaubtes Präiriegras, Lehmboden, so zäh wie Schuhleder, und unübersehbar? Pfützen, wenn es just geregnet hatte. Daß das Viertel seither um Vieles reiner geworden, möchte ich nicht im Ernste behaupten; dagegen hat es so viele Einwohner bekommen, als es fassen konnte. Am Auffallendsten ist der Zuwachs an Kindern. Aehnliches ezistirt nicht im Umkreis eines gutgemessen: Tagmarsches, dafür garantire ich. Ein geschickter Geburtshelfer, so sollte man darnach glauben, hätte darum hier ein weites Feld für seine segensreiche Thätigkeit. Aber. Prosit! Da kommt ohnehin auf jedes Ehepaar schon ein Arzt und mindestens eine Wehmuttcr!" Ich bitte Dich. Mar, verschone' uns endlich mit dem Geschnatter," unierbrach Stichcw den Redefluß des Alten, wann wird wirbelig davon." Du brauchst nicht zuzuhören Vikkor," wandte Lipps ein, der Doktor Wird mir gewiß dankbar sein, wenn ich ihn mit den nun einmal bestehenden Verhältnissen bekannt mache." Und da Dr. Wurm dem Schwätzer aus Gründen der Höflichkeit beipflichtete. fuhr Lipps im Texte fort? Das ist also die Ursache, warum aus diesem Gebiete nichts zu machen ist. Was nun die Erwachsenen hier herum anbelangt, so brauchen die so wenig einen Arzt, wie ein Sioux-Jn-dianer einen braucht. Es sind fast durchwegs Deutsche von unverwüstlichstenl Schlag. So etwas wird niemals ernstlich krank. Wundbehandlungen kommen fast noch weniger vor wie reguläre Krankheiten, denn, sehen Sie. wcnn auch einmal Einem da herum ein tüchtigen Ziegelstein, oder eine kegelkugelgroßc Männerfaust auf den Kopf fällt Sie können wetten darauf: der Vetrofftne macht davon kein großes Aufhebens. Die Schädel hier sind durchwegs aus unzerbrechlichem Matcriale gefertigt, wofür der mindestens halbzöllige Hirnkasten unseres gemeinschaftlichen Freundes Hopser als glänzendes Beispiel dienen kann. Bleiben also die Krankheiten der Kinde? Masern, Scharlach u. f. w., und dergleichen ist hier wirklich nicht selten, weil die Rangen sich den ganzen Tag über auf der Straße umhertreiben und in beschmierten Höschen und ditto Röckchen ihren beneidenswerthen Eltern alle .erdenklichen Krankheitskeime zuschleppen. Da wäre also für einen Arzt zu thun. Leider aber pflegen hierorts die Mütter die Heilung kranker Kinder selbst in die Hand zu nehmen. In leichteren Fällen kommt gewohnlich nur sogenanntes spanisches Rohr Anindo Donnx nach Linn6 zur Anwendung, und zwar äußerlich und es kann nicht geleugnet werden, daß damit hie und da ganz erstaunliche Kuren erzielt werden; sonst gibt es eine Unzahl von Hauspülverchen und unheimlichen Theesorten aus der Spezies der Magenverderber. Der Arzt aber wird gewöhnlich erst dann herbeigeholt, wenn schon der liebe Herrgott selber riefe man ihn an das Krankenlager in eine kleine Verleaenheit kommen könnte. Sum?.a Summarum," schloß Lipps endlich seine lehrreichen Ausführungen, es ist nischt da herum, und wenn Sie dem Rathe eines ersahrenen Mannes folgen wollen, der zugleich Ihr ergebenster Diener ist, dann schnüren Sie rasch Ihr Bündel und flüchten in eine Gegend, wo es min Ostens hysterische Weiber gibt und Männer, die man dafür nehmen kann." Lipps faßte nach dieser langen Rede nach seinem Glase und that einen Zug. der ihn reichlich für die gehabten Anstrengungen entschädigte. Diese Gelegenheit benutzte Stichow. um zu sagen: Der Herr sei gepriesen die Plappermühle schweigt! Troßm Sie sich. Dr. Warm: ein tüchtiger Mann findet überall einen Platz, um ihn auszufüllen, und überdies ist von dem was Lipps sagt, niemals mehr als der zehnte Theil wahr. Sie können überzeugt sein, daß Sie schon alle Hände voll zu thun hätten, wollten Sie nur allein Lipps völlig zum Schsamm gewordenes sterbliches Theil ein wenig zurechtflicken." Der Doktor lächelk. Es liegt gar nicht in meiner Ab ficht, hier Reichthümer zu sammeln." sagte er. Ich will in Chicago vorlaufig nichts weiter, als fortsetzen, was ich in Boston begonnen habe: mein Studium. Dazu ist hier schöne Gelegenheit und diese will und werde ich be nützen. Finde ich nebenbei noch Leidende, denen ich nutzlich sein kann umso besser. In erster Reihe aber steht mir, wie gesagt. Vervollkommnung in meiner Wissenschaft.-
Erst mehrere Tage nach dem Einzuge des Doktors m das väterliche Haus langten die letzten Stücke seines Gepäckes an, darunter eine Kiste mit ärztlichen Instrumenten und Apparaten für die ärztlich Hilfswissenschafte. als da sind: Luftpumpen, Präcisionswaagen. Mikroskope und dergleichen geheimnißvc,Äe Gegenstände, von welchen ein La kaum die Bestimmungen kennt. . Vater Wurm interessirte sich für diese iym' meist ganz unverständlichen Werkzeuge' außerordentlich und besichtigte jcÄÄ einzelne mit dem zurückhaltenden Ernste eines Kenners und der GenauigkÄt eines SchätzmeisterS, Der Sohn cb' in gedrängter Form die nöthigen Auftlärungen. denen ve? Vater wie nner Offenbarung lauschte. Endlich richrere der Doktor ein Mikroskop auf einen Tropfen Wasser ein. dar er aus einem, auf dem sonnbeschienenen Fensterbrett! siehettderc Trinkglase genommen hatte' und- Ueß den Vater durch das Okular sehen. Der Alte wußte sich vor Erstaunen kaum zu fassen, als er in dem bis-
chew Wasser unzählige LeS?wesen lustier durcheinander fahren- sah. wie die Fische in einem Karpfenteich. Und das trinkt man in sich hinein!entsetzte er sich. Leider," antwortete der: Doktor, und manche von den unscheinbaren Dingerchen sind sogar höchst bedenklicke Gäste im menschlichen Organismus. Glücklicher Weise sind diese aber doch in der Minderzahl die meisten von den Mikroben sind unschädlich." Ich danke für Obst!" riefder Grocer, noch immer auf das Durcheinander unter dem Okular starrend. Da vergeht Einem wahrhaftig die Luft, Wasser zu trinken und man muß dem dicken Lipp im Hinterhaus Recht geben. Sag'' einmal, Papa, erkundigte sich der Dokwr. während er das Mikroskop reinigte und zur Seite stellte, interessirst Dir Dich noch immer, für Astronomie?" Außerordenttich!" antwortete der Wahrheit gemäß, der alte Wurm. Vor Jahr und Tag habe ich sogar sekondhändig einen kleinen Tubus gekauft, der mir wahrhaftig an die' elf Dollars gekostet hat. Am Ende hat ja Jeder sein Steckenpferd!" setzte er wie entschursigend hinzu. Ich habe mich dev Deinen noch rechtzeitig eriirnert." lächelte Julius, und Dir das hier mitgebracht." Dabei hob er vom Boden der Jnstrumentenkiste eine umfangreiche und schwere Lederkassette, die eröffnete. Es ist ein Gelegenheitskauf, den ich mir nicht entgehen lauen wollte: ein Spiegelfernrohr. mit dem man schon ganz hübsche Beobachtungen anstellen kann-." Des alten Wurm Finger zitterten vor Aufregung, als er nach dem glänzenden Instrumente griff, das ihm; der Sohn vorlegte. Etwas Anspruchsloseres als Arminius Wurm ist nicht leicht zu denken.: er rauchte nicht, er spielte nicht, er trank nicht oder doch, nach einem Worte Lipps, nicht mehr als ein Schneider und er hatte kein Verlangen nach Theater oder Konzert. Nur Eines zogihn mächtig an, und das war die Winenschaft im Allgemeinen und die Sternkunde im Besonderen. Nichts fesselte ihn in den Zeitungen mehr als jene Artikel, die irgendwie mit Astronomie zusammenhingen und in welchen mit Billionen oder doch Milliarden von Meilen gerechnet wurde.. Hatte er derlei gelesen. so schlich er sich, wenn eben ein heller Abend war, nach Schluß des Geschäftes !N aller Heimlichkeit, denn er fürchtete und dies nicht ganz ohneGrund den Spott der Nachbarn und vor Allem den im eigenen Hause, auf das slackie Dach, um mit dem Tubus, den er für ein höchst vollkommenes Instrument hielt, die fernen, räthselhaften Welten am Sternenhimmel zu beobachten oder mit unserem uralten Nachbar, dem Mann im Monde zu koquettlren. Das waren die seligsten: Stunden des Grocers. Seine Phantaste, sonst träge am Boden dahinschleichend, nahm zu solchen Zeiten einen gewaltigen Aufschwung in höhere, dem Staube und dem Jammer des Irdischen entrückte Sphären, und es bereitete ihm alsdann nicht die geringsten Schwierigkeiten, sich in das Leben der Sternenbewohner hineinzudenken, oder sich selber im Geiste m irgendein stilles Mondthal zu versetzen, das weder von bösen Schwiegermüttern, noch von feindlichen Nachbarn heimgesucht war. Nach riT dem mag man sich- die Freude ausmalen, welche den Mann erfüllte, als ihm sein Sohn das schöne Instrument vorlegte, das den Tubus um elf Dollars ungefähr so Welt überragte, wir der Tubus seinerseits ein. gewöhnliches Augenglas. Mein Mmmel!' rief er, wahrhaft erschreckt crus. das muß ja ein. Btt mögen gekostet haben." Nein, nein es ist wirklich mcht so arg beruhigte Julius. Unv wennDich daF Rohr freut, so ist der PreiZ. um den rch es erstand, ichlich aufg wogen." ,Und ob es mich fut. Jusge. o tf mich freut!" rief der alte Wurm. e "t. n leinen 5soyn tn uocrqueucnircc lichteit umarmend und an die Brust drückend. Du wirst mir dann daS Instrument aufstellen und den richt!gen Gebrauch zeigen, nicht wahr!.. Gle'' heute AbenÄ will ick) die Venus damit betrachten. Denn weißt Du', das sagte er in einem ungemein wichtigen Ton die Venus ist jetzt . i , n nrn eben in der kronave räum ou Mil lionen Meilen von uns entfernt, wes-1 halb sie denn auch so wunderbar glänzt!.Ja, Papa, beobachte die Venuö. wenn eS Dir Vergnügen macht, das Rohr will ich Dir schon einrichten.-
Und ich will Dir jetzt meinen TubuS zeigen, den ich bisher für ein ausgezeichnetes Instrument gehalten habe, ich Narr, der aber in Wirklichkeit das reine Kuhhorn ist gegen dieses.... diesen..... wie nennt man doch ein solches Fernrohr? Spiegelteleskops Ich, der Besitzer eines Spiegelteleskops!" rznd der Alte rannte dcrvon, um seinen TubuZ herbeizuholen. Dieser TubuS. der offenbar in den Tagen unserer Urgroßväter irgendwo in Deutschland gebaut worden war, und den, wer weiß welch verschlagenen Schicksalswege in das modernste Land der Erde verschlagen hatten, war ein großmächtlges.Drng von altvätsicher Form und nicht viel. handlickr als eine Schotterwalze. Es ließ sich weit auseinanderziehen, und da' das Objektiv im Laufe der Jahre stark gelitten hatte, sah man die Gegenstände alle von einem Regenbogen umrahmt. Als der alte Wurm seinem Sohne das Instrument in die Hand. legte, zog es dieser vorsichtig, damit es nicht unVersehens zu Schaden kome, auseinander und richtete es gegen das gegenüberlregende Haus, das ist also gegen
Mr. Hopsers Residenz. Dann lehnte er das Rohr gegen die Thürfüllung und sah nuch einem der Fenster der feindlichew Burg, dessen Vorhänge vorgezogen' waren. Wie doch der Zufall oft aus merkwürdige Art seine Finger in das menschliche Getriebe steckt. Hätte Dr. Julius Wurm in dieser ewig denkwürdiqen Stunde den alten Tubus seines Vaters an Hopsers Haus vorüber auf irgend ein anderes daneben oder dahinter liegendes Objekt gerichtet, so Ware- bei dieser Sache sicherlich nichts besonders Merkwürdiges herausgekommen. Der mnge Gelegne hatte wahrscheinlich einfach festgestellt, daß der Tubus seine Dienste langst geleistet habe nirt) heute für die Wissenschaft der Astronomie von nicht höherer Bedeutuna? sei. als etwa ein armer alter Invalide für eine große Entscheidungsschlacht. So aber wollte es der Schelm: Zufall, dak Dr. Wurm das Rohr gerade nach Hopsers Haus richtete. und zwar nach jenem Fenster oes ersten Stockwerkes, hinter welchem Helene Hopsers Stube lag. Da. wie bereits erwähnt, die Vorhänge des Fensters zugezogen waren, hätte man mit freiem Auge nichts von dem gesehen. was in dem dahinterliegenden Raume vor sich ging; allein der Tubus, wie altersschwach seine Gläser auch waren, durchdrana das dünne, weitmaschige Gewebe doch , und da erschien nun vor dem überraschten Auge des Doktors ein wundersames Bild: em junges, bildschönesMädchen mit großen blauen Augen, das vermuthlich vor einem Spiegel siehend diesen selbst konnte der Doktor nicht sehen sich das Haar bürstete. Und was für ein herrliches Haar war das! Nicht von der Art, wie es die meisten jungen Ladies hierzulande zu tragen Pflegen, welche bekanntlich den schönsten Schmuck des Weibes von einer grausamen Scheere übel zustutzen und sonach brennen lassen. so daß ihr jugendliches Haupt nicht selten eine fatale Aehnlichleit mit dem eines Pudels erhält. Das aschblonde Haar, dessen Anblick der Tubus dem Doktor vermittelte, und das darum wie von einem regenbogenfarbigen Heiligenschein umgeben aussah, war dagegen von erstaunlicher Länge und von einer reichen Fülle, die ihres Gleichen suchte. Es erinnerte an das qoldene Haar der Loreley. wenn auch seine Besitzerin sonst nichts Gemeinsames batte mit der sphynxenhaften. und im Grunde sehr unheimlichen Rheinjungfrau. . Während Julius so durch den Tubus starrte und sich nicht trennen konnte von dem herrlichen Bilde, besichtigte und betastete der alte Wurm sein neues Eigenthum, das Spiegelteleskop. Als Schluß einer längeren Gedankenlese, die der Menschheit ewig ein Geheimniß bleiben wird, weil Wurm sie selbst nicht laut werden ließ, sagte er: Jammerschade, daß ich damit den nächsten Venus-Durchgang nicht beobachten kann aber der gett erst im Jahre 2004 vor sich! Ja, die Venus, die Venus!" Während d Alte so sein Schicksal beklagte, das ihn um ein volles Jahrhundert zu früh hatte auf die Welt kommen lassen, verschwand plötzlich das reizende Bild aus dem Tubus. He lenk hatte das Haar aufgesteckt und war in das Innere des Zimmers zurücfgetreten. Der Doktor schob nachdenklich das Rohr zusammen und sagte zerstreut: Was sprichst Du von Frau Venus? Ich denke eher an die Loreley." .Die Loreley?" fragte Vater Wurm m Eifer des Forschers, ks fällt Dir n. Julius! Das ist eiN'ganz kleines Sternchen und mit sreienr-Auge nicht besser zu sehen, wie vom hieraus Grieskörnchen, das am Auditoriumthurm liegt. Ich glaube; die Loreley wurde überhaupt erst? im-Jahre 1876 entdeckt Es mag sein. Papa"' sözte-'der junge Arzt sich besinnend. Sag' ein-. mal. hat Nachbar Hopser Kinder?" Der alte Wurv sah bei dieser gänz lich unerwarteten Frage- erstaunt auf. Kinder?" Kagte er. Ja. ne Tochter bat e Du- mußr" Dich doch des Nindes Helene heitzt das Mädl noch erim?nn: ein hübsches, blondhaariges Dmg freundlich ttft& gutartig, daß man sich nur undeM kann, wie der unangenehme Patro zu dem liebenswürdige Wesen gekommen ist. Sie versäumt nie, zu grüßen, wenn sie hier voruderkommt. plauderte Wurm fort; .man muß der Kleinen gut ftm, wie wenig man auch ihrem Vater zu gethan sein kann." (Fortsetzung folgt.)
zur otc RUllje. Pöke'lb raten. Ein gepökelter Schweinsr5cken oder ein Keule geben einen fehr schmackhaften Braten, den man übrigens ganz wie gewöhnlichen Schweinebraten bereiten tann. Man wäfcht das gepökelte Fleisch gut ab, schneidet die Schwarte mit der Spitze eines Messers der Länge und Quere ein, so daß ste in Vierecke ge-heilt ist, legt es in eine Pfanne mit reichlichem Wasser, aber ohne S'slz. nach Belieben nige kleine Zwiebeln und etwas Brotrinde, zum sämig machen der Saute, und läßt des Fleisch unter fleißigem Vegießen 2 bis 3 Stunden bratÄt indem man bisweilen nach dem Verdunsten der Flüssigkeit etwas kochendeS Wasser angießt.. Wenn der Braten' fertig ist, rührt mm den Bratensatz mit kochendem Wisse? von der Pfanne fos, gießt die Sae durch ein Sieb und' entfettet sie. Gewöhnlich gibt man Sauerkraut, Kioffelklöße oder auch Grünkohl dazu. B r a un schweiger' Salat. Man schält': eine fehr zarte? rohe oder halb weich gekochte Sellerieknolle, söhneidet sie' in' rmdelartig ferne Streifia, würzt'sse-mit Pfeffer und Salz, vermischt sie' mit ganz wenig Essig und Oel unö' läßt ste ne' Viertelstunde stehen.. Außerdem schÄt man vier rohe schwarze Trüffeln dünn ab, dünstet ste etwa', drei bis vier Minuten lang mit eineni'halben Weinglas Madeira in einer' verdeckten Kasserolle, läßt sie auskühlen und schneidet sie ebenso fein wie die Sellerie. Serauf reibt man vier W fünf hartgekochte Eidotter durch ein Haarsieb, verrührt sie irr einer Schale), die man miö einer Knoblauchzehe 'etwas eingeriebeir hat, mit einem Löffel feinem Senf, vier bis fünf Löffeln Prvenceröl und nem reichlichen Löffel 'Weinessig, sowie etwas Salz und weißem Pfeffer. Dann rührt man die Süllerie- und TrüffelSchelbchen mit 'dieser Salat -Sauce an, mischt eir.e Priese feingehackten Estragon und Schnittlauch hinzu '.und servirt den Salat.. Grat in von' Kartoffeln. Man schneidet abgeschälte Kartoffeln in dünne Scheiben; streicht eine Backschüssel gut mitiBÄter aus, legt eine Lage Ksrtofeln" hinein und bestreicht diese mit abgekochrem, gehacktem PLkelfleisch, mit ebenfalls gehackten Hä ringen,. welche jedoch vorher gewässert werden müssen, unil legt dann Butterstückchen' darüber7 hin. Nun kommt wieder eine Schicht Kartoffeln und sy fort, bis die Form ooll ist. Nun gießt man so viel kräftig, schwach gesalzene Fleischbrühe darüber, so daß sie dem Uebrigen gleich steht, stellt das nun in den Backofen und läßt es bei mäßigem Feuer gar kocherr.. Obenauf müssen Kartoffeln liegen, die man mit Butte? belegt'und die zulegt ein schönes Gold braun angenommen haben müssen. . Gefüllte Zwiebeln. . Die spanischen Zwiebeln sind hierzu - am besten,, doch kann man auch kleine ver wenden,' dann müssen es aber isriß, sein. Das Innere wird entfernb unl! folgende,.' Farce eingefüllt: Gehackter, kalter Braten, Speck, Sardellen, Zn)ie beln, geschmolzene Butter, etwas .ein geweichtes Weißbrot und 1 bis 2'Eier, Das, Alles gutt durcheinander gerührt und' eingefüllt.. Nun bindet mair den (vor- dem Aushöhlen abgeschnittenen Deckel wieder fest auf, schwitzt in eine, Kasserolle etwaMehl in Butter.-füllt Fleischbrühe unv etwas Wein-Hknein. gibt Kapern und eine Eitronenfcheibi hinzu-und.läßt'hierin die Zwiebeln ga? fchmvnn, währenddem man öfters von der Sauce,' übergießt. Ham b u rg er Ap felt'üch. l e rn.-. Man rühre ein halbes Pfuni ungesalzener Butter zu Schaum, dann nach,undnach4 Eier, 3 Eßlöffel ge stoßenen Zucker, ein halbesP int Milch, worin 300 Gran Hefe aufgelöst wer den, daran und hierauf so vieö feineZ Weizenmehl bis der Teig', breit un ganz langsam von dein; gehobenen Rührlöffel herabfällt. Man-läßt ihn nun gehen), wonach man noch 3 Unzen Korinthen-und 5 Pfund geschälte, fein würflig- geschnittene, weinsäuerlicht Aepfel' hinzufügt. Jetzt' läßt man in jeder Vertiefung einer- Spiegeleier pfanneMhmelzbutter heiß'-.werden, gib! einen Löffel voll von dem Teig hinein und backt ihn, die Küchlein einmal umwendend, auf beiden-Seiien braun. K r ä-'u t e r b u t t tr.. Man nimmt einen Eröffel feingehackte- Petersilie. Schalotten und Kerbel mischt es mit 3 Unzen frischer aufgekläner uni weichgeriebener Butter;, gibt den Sast einer-Eitrone, etwas; Salz, Pfeffer und -Muskatnuß dazu:. Hauptsächlich zu Bsfsteaks. Verufs'wa-S:'!. .Wer Z?'. dekra der Herr, den ich immer als letz : teu Zuschauer aiiä beut Theater kom' Uten sehe?" rft der Musitkri. tiker LückerZ den mutz man immewe ax, wenn das SÜuk aus ist!" Er weik Abhilfe. Thes, .Sie eign sich ganz vortrefflich fül die Stell'ng-, aLer ich würde ewn ver. heirathew: MMN vorziehen." Stel lungssuchende?r Vielleicht können roh das arANgiuzl. Ich höre, SLe haben Töchte.llebtrtriebene ofUch teil Richter: Angeklagter. Sie sind, freigesprochen. Sie iöwn gehend Anzeklagkr:. Habe die lhre mich zu. ervpfehlen entschuldign Sie. datz i4 Sie umsonst bemüht, habe Beleidigt. Magd (beim Fleischer): .Die Fu schickt da! Fleisch zurück; sie ht's nachgewogen, cä fehlen 5 Unzen Schlächter: .Gut, lassen Sie das Fleisch da, aber sagw S Ihrer Frau, ste soll es künftighin wo anders kaufen. Mit solchen mi& iranischen Leuten, die m,ir mei Waare nachwiegen, mag ich NichlZ 1 thun haben
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