Indiana Tribüne, Volume 19, Number 184, Indianapolis, Marion County, 22 March 1896 — Page 7

Der Eoroner lS S.Dstmördcr.

Giaer wahren BezZebcnhcit nacherzählt, von W. V Schicrdrand. I. Damals zählte Dr. Bryce. der lothnäsige. gutmüthige Coroner von Riverlyn, zu meinen besten Freunden. Es war ganz sicher, daß er mir alle Fälle von besonderem Interesse, die in seine amtliche Thätigkeit schlugen, mit Gusto mittheilte, indem er auch nie versäumte, diejenigen Einzelheiten, die voin journalistischen Standpunkt aus die effektvollsten waren, nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit anzuverbrauen. Er wußte das ganz genau zu beurtheilen, weil er durch langjährigen Verkehr mit den Vertretern der Lokalpresse selbst zum halben Zeitungsmenschen geworden war. Oefters begleitete ich ihn und seinen Assistenten zur Abhaltung von AmtsHandlungen, und da machte ich dann die Bemerkung, welch' feines psychologisches Verständniß mein alterFreund hatte, wie geschickt und taktvoll 'er es immer verstand, die Motive der verschledenen Personen, die er als Zeugen vernahm, an's Licht zu bringen. So war ich einst auch gegenwärtig bei einer Leichenschau, die menschliches Mitgefühl rn besonderem Maße herausforderte. Es handelte sich um den Selbstmord eines jungen Mädchens. Ansitze Stein, die Schwester, einer hübschen, drallen Frau, welche mit ihrem Manne zusammen eine Schwunghafte Bierwirthschaft an der Myrtle Ave. betrieb, war erst ein Jahr zuvor aus Deutschland angelangt.einer Einladung des Ehepaares folgend, das für das ibtn herangeblühte Mädchen in Amerika eher eine vortheilhafte Heirath erwartete, als in ihrem Heimathsstädtchen am Neckar. Agathe schien es anfänglich auch ganz gut im neuen Lande zu gefallen, und sie betheiligt: "sich mit jugendlicher Heiterkeit cn allen den Vergnügungen, den Bällen nnd Picnics. die Schwester und Schwager mitmachten, wobei sie durch ihre körperlichen Reize und durch die naive Munterkeit ihres Wesens bedeutenden Eindruck auf verschiedene heirathsfäh?ze junge Männer machte. Im Hanfe ihrer Schwester auch wurde ihre Gegenwart höchst angenehm emPfunden, denn sie erwies sich als eine tüchtige, geschickte Stütze der Hausfrau. So waren einige Monate dahingegangen, als sich jäh das ganze Wesen des jungen Mädchens veränderte. Sie wurde schweigsam, traurig, blaß und magerte zusehends ab. ohne daß ein greifbarer Grund vorhanden zu sein schien. 'Alles Zureden, alle Aufmunterung fruchteten nichts, und am Tage vorher hatte die Schwester das junge Mädchen todt in ihrem verschwiegenen Stübchen gefunden. Agathe hatte sich vergiftet, und zwar auf die denkbar qualvollste Weife, indem sie aus den Phosphorköpfen einer Anzahl Päckchen Streichhölzer sich einen Absud bereitet xrnd diefen getrunken hatte. ES hatte 56 Stunden gedauert, ehe sie der Tod von ihren gräßlichen Schmerzen erlöste, und doch hatte sie diese ganze Zeit sich eingeschlossen gehalten, nur leise wimmernd und em unbedeuten des Unwohlsem vorschützend. Vor Tagesanbruch war sie gestorben stumm, ohne die Ursache, die sie aus dem Leben izetrieben, verrathen zu haben. Beim Durchstöbern ihrer hinterlassenm .Habseligkeiten erst fand Frau Mäcklm. die Schwester, ein kleines Tagebuch der Verstorbenen, und dessen engbeschnebene Seiten aewähr ten Aufschluß darüber, welch' unseliges Verhängniß das blühende, junge Geschöpf dahingerafft. Aus den Auf Zeichnungen ging klar hervor, daß Agathe eine Heftige, unerklärliche Lei denschaft für ihren Schwager gefaßt hatte, gegen die sie mit allen Kräften. die ihr tief religiöses Gemüth und ihr verstand ihr zu Gebote stellten, anae kämpft hatte, aber vergeblich. EmeZ zencr watn , wie sie nur das weib liche Herz m seinen unergründlichen diesen ausweist, hatte sich bei ihr voll zogen, denn der Mann, dem jede Faser ihres Wesens entgegenschlug, erschien nicht einmal als besonders liebcnswerth, noch hatte tx überhaupt die leiseste Ahnung davon, daß sich die eben geöffnete Knospe ihm zugewendet. Und welche Seelenkämpfe das arme Geschöpf durchkämpft, wie sie in dem Bewußtsein ihrer sündigen Liebe, für n. w:. -.t . -i . r uiz ,ic uiz scywener nocu naco oem Tode um Vergebung anflehte, gelitten, das ging eben klar und deutlich aus den schmucklosen Jetten ihres Bekennt nisses hervor. Und so lag sie nun da in ihrem Sarge, die sanften Jüae verklärt durch den erlösten Tsd, wie eine frühzeitig verwelkte Blume 5 Auf dem Rückwege nach seinem Bureau sprachen wir von diesem eiaenthümlichen Fall, und Dr.Bryce konnte es nicht unterlassen, seiner Verwunderung darüber, daß das Zunge Mädchen. wenn es doch schon sterben wollte. gerade eine so langsame, qualvolle To desart erkoren hatte, Ausdruck zu verleihen. Ich halte den Selbstmord unter allen Umständen für' unerlaubt, feig und thöricht." sagte er. aber um sich mit so scheußlichem Gift aus der Welt zu schaffen, da muß man denn doch schon verrückt sein." Damit schloß er ei Discussion. II. Jahre waren vergangen. Dr.Bryce war längst nicht mehr Coroner von Riverlyn. Er war bei der nächsten Wahl geschlagen worden, und da er während seiner 'politischen Amtszeit seine Praxis verloren und. sich an's Politisiren und Drahtziehen gewöhnt hatte, so zog er's vor. ein kleines Nebenämtchm zu versehen, das allerdings nicht viel abwarf, aber ihm doch

gestattete. Politiker" von Fach zü

bleiben. Ich verlor Dr. Bryce so aus dem Gesichtskreis. Nur von Zeit zu Zeit vernahm ich Kunde von ihm, die jedesmal weniger erfreulich klang. Es mußte ihm schlecht gehen, denn als ich ihn einmal traf, glänzte sein schäbiger schwarzer Rock von dem Fett, das er auf der Bar" abgewischt, und sein ganzes Aussehen machte den Eindruck eines ziemlich verkommenen Gesellen. Auch schien er sich dem Trunle ergeben zu daben, denn man erzählte sich von ihm, er trinke wie ein Fisch, und bei Dick Eostello. dem populären irischen Inhaber des hekannten Sample Room" am Courthouse, vernahm ich. daß der Doctor seinen Schnaps nur noch unverwassert und aus Bieraläsern zu sich nehme. Es that mir leid um den Mann, dessen umfassendes Wissen und warmfühlendes Herz ich während der Periode seiner Co'ronersthätigkelt kennen und schätzen gelernt yalle. is roar unoerrennvar er war on the down grade". Dann verlor er seme Frau, die er zärtlich zelkeot und die immer noch emen Emrlufr zu seinen Gunsten ausgeübt. durch einen plötzlichen Tod. Es hieß. daß der Doctor sich Vorwürfe deshalb machte, weil er, als sie im Fleberdell rmm laa und der aufmerksamsten Pflege ihres Gatten am meisten bedurft hatte, dun Dränge nicht hatte widerstehen können.Billy Boyle an der Ecke nur aus fünf Minmen auszusuchen und einen tüchtigen Schluck hinter die Binde zu gießen. Aus diesen fünf Minuten" waren dann zwei Stunden geworden, und bei seiner Heimkehr hatte er die Kranke in viel schlimmerem Zustande vorgefunden, und während der Nacht war sie dann gestorben. Wie dem auch sei, jedenfalls gma es mit Dr. Bryce seit dem Tode seiner Frau mit Riesenschritten abwärts. Und als ich ?ines Tages es war noch am frühen Nachmittag und ich selbst hatte erst meine Berufspflichten begonnen ihn im Zustande eines hochgradigen Rausches traf, als er xade eine neue Schankwirthschaft nuffuchte, da war ich erschreckt über die Verwüstungen, die sein Laster an dem stattlichen Korper des Mannes ngerichtet hatten. Erinnern Sie sich noch," fragte er mit lallender Zunge, was wir einst über den Selbstmord verhandelt haien? Nicht? Nun, ich weiß es noch ganz genau. Habe m letzter Zeit oft daran gedacht. Na, 's ist gut wer den bald was von Mir zu hören kilegen. Am nächsten Morgen war er todt. der Doctor. Selbstmord durch Gift so stand es auf dem Polizeibericht zu lesen. Ja, er hatte denselben Weg eingeschlagen, wie einst Agathe Stein. Und wie sie hatte er den Phosphor, eines der am langwierigsten und schmerzhaftesten wirkenden Gifte, aea wählt dazu. Nur mit dem Unterschiede, daß er das gewöhnliche Rattengift vorgezogen death on rate". Daß er bei vollem Verstände gewesen war, als er d That verübte. daß n sich der Handlung voll bewußt war, das ging hervor aus einigen Zetteln, die man auf einem Tische vorfand, und auf denen er in zum Theil noch festen, klaren Schnstzugen die Ursache angab, die auch ihn auö der Wett getrieben, die alleinige Ursache tiefer Ekel vor sich selbst und vor vtm ihn beherrschenden Laster. Em Unglücklicher weniger auf der klt," sagten die. welche ihn in besseren Tagen gekannt. Merkwürdige Ochlupswinktl der Armenier. Tirt den Nackrickten über die armem sckenUnruben erscheint auch wiederholt der Name Gueremeh. Das im rauhen Äappadocien 300 Meter hoher als Kaisenek und 1600 Meter über dem Meere westlich vom Araäus aeleaene siiiirmf tft tn hr mrfhiitr vHVWMIV WV vvV' n. n i n r ! ni .1 mgurn egcnoen ocs 0icgcn jticiu asiens. Von dem anseknlicken Städtchen Urgub führt der Weg fortwähreno narr beraan. bis man in em .Hochthal aelanat. wo allenthalben weiße Kalksteinnadeln emvorraaen. die eine Art Hut. Reste einer ehemals über diesem Kalkstem gelagerten härteren Schicht traaen. Diese durch die VerWitterung des Gesteins geschaffenen Psetter erinnern an die bekannten Grabsteine der türkischen Zriedhöfe. Nach einstundiaer Wanderuna durch diese Wildniß öffnet sich plötzlich eine überraschende Aussicht. Zu Fußen des Wanderers liegt eine etwa 1200 Metee lange und 400 Meter breite Thal schlucht, die gegen 150 Meter tief ist. Stell fallen die Felsen auf beiden Seiten ab. theils iäb und unvermittelt. theils in einer Aufeinanderfolge von unregelmäßigen Terrassen, neben und über denen die Verwitterung des Gesteins einen tollen Wirrwar von vvramidalen, obelisken- und thurmartigen m en geschaffen bat. Das ist das Thal Gueremeh. Auf seinem Grunde stehen viele Fruchtbäume, und ih? Grün, sowie die dunklere Abtönung der ferneren Bergpartien bildet einen wohlthuenden Geaensak zu dem Klan, der weißen Felsen. Es ist ein ebenso scyoner wie fremdartiger Anblick. Aber das Wunderbarste sind die zahllosen Kammern und Nischen, die ttjfY sto.tf -- V r uvuuu, uu?u,u ui vzn zujammenoanacnden Thalwänden wie in ienen abgelösten Massen, sichtbar sind, alle ein Werk von Menschenhand. Vor Zeiten sind viele von ihnen menschliche Wobnungen, ist das ganze Felsenthal der Sitz einer aroßen klösterlichen Gemeinde gewesen, die seinen Boden angebaut und mit jenen m der jetzigen Wildniß sö überraschenden drucktbäumen bepflanzt hat. War sie es auch, welche diese Welsen ausaeböblt ! hat oder hat jie diese seltsamen Bauten

vorgefunden? Nur ganz besondere

Grunde konnten eme so trostlose Gegend wählen und dort Behausungen schaffen lassen, zu denen man entweder nur sehr schwer oder in den meisten Fallen absolut gar nicht ohne Leitern hinaufsteiaen kann. Da es aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen ist, daß Felspartien, die etwa den Zugang vermittelt hätten, abgebröckelt sind, so bleibt in der That nur übrig, daß die m diesen Kammern hausenden Mönche auf Leitern oder Gerüsten em- und ausstieaen. was in aewissen griechischen Klöstern noch heute üblich sem soll. Meist münden die Kammern hoch über dem Thalboden an ganz abschüssigen Stellen aus, und wo eine sehr enge und gewundene Treppe innerhalb des Felsens zu ihnen hinaufführt, da liegt deren Anfang so hoch über dem Thalboden, daß auch sie nicht ohne Leiter erreichbar ist. Die sehr viel kleineren Nischen, die nicht einmal einem Kinde Raum böten, sind ebenfalls in nahezu senkrechte Felswände gehöhlt und liegen oft m sechs Reihen über einander. Tihxt 5Zakl ist auffallend groß. Solche Nischen sind aucy m ven Wanden jener Kammern ringsum angebracht. Neben ienen eiaenartmm Kloster zellen fehlt es auch nicht an Räumen, wo die Mönche gemeinsam zu speisen pflegten. Diese Refectorien haben länalichen Grundriß .und ziemlick große Tiefe. Auch in ihren Wänden lins Nljcyen angebracht, und die Mönche mögen sie benutzt haben, um Lampen darin aufzustellen, denn solche waren in einem Maume, der nur durch die Thür Licht empfängt, ganz uncntbehrlich. Doch acht die 5tebl der Ni schen über dies Bedürfniß weit hinaus. im schmaler Tisch, der eine ganze Lanaselte des Gemaches einnimmt, ist aus dem Felsen gehauen uno hangt nur an der Basis mit diesem zusammen; eine Abrundung am oberen Ende deutet auf den Ebrenstk. Ringsherum läuft eine ebenfalls aus dem Fels gehauene Bank. Die etwa A Meter über dem Boden liegende Decke des Gemachs ist flach. Noch viel merkwürdiger als diese Refectorien sind mehrere Kirchen, die ihr Gegenstück wohl nur in den allerdings viel größeren Felsentempeln Indiens smden. Alle haben eme gewölbte und zuweilen mit Fresko schmückte Vorhalle, an deren Seitenwänden sich eme bis zur halben Hohe reichende blinde Arkade von hufeisenförmiaen Bogen hinzuziehen pflegt. Alles das ist in den Fels gehauen. Aus dieser Vorhalle führt ein enger Gang- über eme gewundene Reihe Stufen hinab in den tiefer gelegenen Kirchenraum, ein eigenthümlicher Umstand, der merken laßt, daß die hier thatig gewesenen Mönche sich mit voraefundenen VerHältnissen abfinden mußten und eine Umwandlung vorhandenerRäume vorgenommen haben. Der Grundriß dieser Kirchen ist ein griechisches Kreuz, ihre Architektur größtentheils byzantMlsch. Die stets zu Kuppelgewolben ausgestattete Decke wird von sechs durch hufeisenförmige Bogen verbundene Säulen getragen", wenn man diesen Ausdruck hier, wo doch Alles Fels ist. anwenden darf. Das hinterste Säulenpaar ist in die Wand der Jkonostasis embezogen. des Altarschirmes. der in griechischen Kirchen das Allerheiligste von dem übrigen Kirchenraume trennt. Innerhalb der Jkonostasis steht ' der , Hochaltar, vor ihr auf ieder Seite ein Nebenaltar. Die größte dieser Felsenkirchen hat in der Apsts hinter dem Hochaltar, auch einen Bischofsthron und an den Seiten Transsepte mit Arkaden, von denen die eine den Eintritt in eine dahinter liegende Kapelle vermittelt. In allen diesen Kirchen find die Wand flächen und Decken mit byzantinischen Fresken geschmückt, welche Dank der Trockenheit der Luft in diesen Räumen in der Hauptsache wohl erhalten sind, obwohl böswillige Hände sie vielfach beschädigt haben. Die Ausführung ist für byzantinische Gemälde gut. oft sogcrr geistvoller und origineller, als es der byzantinischen Kunst eigen ist. und man wird sie daher in frühe Zeit zu setzen haben, in der diese Kunst noch nicht verknöchert war. In der Regel ist in der Centralkuppel das Haupt des Heilands, auf den Seitenwänden der Einzug Christi in Jerusalem und die Kreuzigung dargestellt; auch sieht man die Gestalten der Propheten und Heiligen des Alten und Neuen Testaments, einschließlich David, Salomon und Daniel, sowie zwei militärische Heilige zu Pferde, St. Theodor und St. Georg. Räthselhaft bleibt es, auf welche Weise die Mönche diese dunklen Räume so hell, wie das Malen es nforderte, beleuchtet haben. Mit Fackeln ist es nicht geschehen, denn sie würden die Wände und Gemälde geschwärzt haben. Dieselbe Frage erhebt sich be kanntlich in so manchen altegyptischen Bauten. Vielleicht ist das egyptische Verfahren den Mönchen, welche die Felsenkirchen vonGueremch ausgemalt haben, noch bekannt gewesen. Der byzantinische Charakter, der in diesen Kirchen ausgeprägt ist, sagt uns, zu welcher Zeit dies merkwürdige Thal bewohnt gewesen ist. Aber die Entstehung der alsWohnungen benutzten Felskammern reicht in ein fernes Alterthum zurück. Wann sie geschaffen wurden, läßt sich nicht genau feststellen, denn Inschriften, die darüber Auskunft geben könnten.sind nicht vorHanden; auch spricht kein Autor von diesem Thal und seinen Bauten. Wenn Leo Diaconus, ein byzant.inischer Autor des 10. Jahrhunderts, zu dem Zuge des Nikephoros Phokas durch Kappadocien in Parenthese bemerkt, die Kappadocier seien früher Troglodyten genannt worden, weil sie sich wie Kaninchen in den Boden einj wühlten und künstliche Höhlen, und

E

Kammern als Nufluckten benutzten, so lebrt dies, dak unterirdische Bauten wie diejenigen im Thale von 'Gueremeh schon zu der Zeit, als der Name Troglodyten für die Kappadocier aufkam. also im Alterthum, bekannt geWesen sind. Dieser Name war offenbar ein Spitzname, und daß er noch heute auf die in ihrem langen Winter und in Zeiten der Verfolgung mehr unter als über der Erde lebenden Armenier paßt, zeigt uns, wie wenig sich die Verhältnisse ihres klimatisch wie politisch gleich ungünstig gelegenen Landes seit Jahrtausenden geändert haben. Die Felsenkammern von Gucremeh sind aber, wiewohl sie schon im Alterthum als Zusluchten gedient haben mögen, nicht zu diesem. Zwecke geschaffen worden, sondern ursprünglich Gräber gewesen, was ihrer späteren Benutzung als Wohnungen gewiß einen besonderen Beigeschmack gibt. Dem Kenner fällt sofort auf, daß sie in ganz charakteristischen Zügett mit denjenigen im Burgfelsen zu Wan übereinstimmen, die aus altassyrischer Zeit herrühren und unbezweifelt Gräber waren. Die Anlage an unzugänglichcn Stellen und die bauliche Gestaltung ist hier dieselbe wie dort, auch fehlen nicht die Nischen in den Kammern. Eine Besonderheit von Gueremeh sind aber die so außerordentlich zahlreichen Nischen in denFelswänden, die augenscheinlich zur Beisetzung von Aschenurnen gedient haben. Denselben Zweck hatten die in den Kammerwänden angebrachten Nischen, mithin Waren diese Kammern ursprünglich Columbarien. Das waren sozusagen die Erbbegräbnisse, während die außen unmittelbar in die Felswand gemeißelten Nischen die Asche von weniger Bemittelten - aufnahmen. Das Thal von Gueremeh war also in den Zeiten, als man in Kleinasien, nicht minder als in Egypten die Ruhestätten der Todten möglichst entfernt von den Wohnsitzen der Lebenden an recht abgelegenen Stcllm anlegte, eine Nekropole, ein großer eigenthümlicher FriedHof. ein Thal des Todes". So erklärt sich die Eingangs geschilderte Unzugänglichkeit aller Kammern. Später kamen die Zeiten, wo flüchtige Landeskinder eine Zufluchtsstätte suchten. Da mußten die Todten den Lebenden weichen. Die Flüchtlinge richteten sich, so gut es eben ging, m räumlich ausreichenden Kammern häuslich ein und zimmerten Leitern j oder Treppen, die im Falle der Noth leicht wieder beseitigt werden konnten. Auf Leitern war früher auch die Asche der Todten hinaufgebracht worden. Flüchtlinge gab es in einem Lande wie Armenien, das stets derKamvivlatz in den Kriegen der großm Nachbarreiche in Ost undWest war, fast zu allen Zetten. Auch die' Christenverfolgungen sorgten dafür, daß die Schlupflöcher von Gueremeh nicht lange unbewohnt blieben, und damals mag schon die Umgestaltung der größeren zu Kirchen begonnen haben. Als dann die Mönche kamen und eine Art klösterliche Gemeinde bildeten, machte dieser unterirdische Kirchbau weitere Fort schritte, wobei die (auch in Wan den größeren Anlagen nie fehlende) VorHalle beibehalten und aus mehreren aneinanderstoßenden Kammern der Kirchraum geschaffen wurde, während Seitenkammern zu Kapellen wurden. Vermuthlich begann die Ansiedelung der Mönche bereits im Zeitalter des hl. Basisius, seines Bruders Gregor von Nyssa und seinesFreundes Gregor von Nazianzus (Mitte des vierten JahrHunderts). Diese drei Männer spielten in der orientalischen Kirche eine hervorragende Rolle und übten als Lehrer. Organisatoren und strenge Ascetiker einen mächtigen Einfluß auf ihre Zeitgenossen aus. Bis dahin kannte das Mönchsthum nur ein einsames Leben als Eremit. Basilius erkannte und würdigte die hiermit verknüpften Uebel und Gefahren und organisirte das den christlichen Grundsätzen besser entsprechende Mönchsleben in Gemeinschaft. Da er als Bischof in Cäsarea (Kaiserieh) lebte und wirkte. so ist es sehr wahrscheinlich, daß er die Niederlassung von Mönchen auch in dem nahegelegenen Thale von Gueremeh angeregt hat. Das Leben in dem sehr rauhen Klima dieser 1600 Meter über dem Meere gelegenenWildniß muß ein sehr angreifendes gewesen sein, und man begreift es kaum, wie die frommen Brüder es in jenen Felsenkammern ausgehalten haben. Als mit dem Fortschritt in der EntWickelung der Kirche große und behäbiae Klöster gebaut wurden, verödete das Thal von Gueremeh allmälia wie der. Als aber Perser, Sarazenen, Mongolen und Türken nacheinander Kleinasien uberschwemniten, da sind jene Felsenkammern wieder willkommene, Schlupflöcher für die christlichen Bewohner des Landes gewesen, gleichwie die armenische Bevölkerung auch jetzt wieder diese und ähnliche Zufluch ten aufgesucht hat. Dat lät jo just so. Der alte X., ein großer Bauer, hat. viel Aerger mit semem Aeltesten. Der Junge ist bald 22 Jahre alt; seine Kameraden nennen ihn DickschnutenWillem. Bei Tisch ist er der erste, bei der Arbeit der letzte,und wenn er wirklich etwas nothgedrungen arbeiten muß, so macht er sich die Sache so bequem als möglich. So auch beim Füttern. Der Alte hält etwas auf seine Pferde und will ihnen den Hafer nicht versagen. Früher, als der Großknecht fütterte, waren die Väule immer glatt und schön bei Fleische; seit Willem aber fütterte, wurden sie mager und ruppig. Daran war Willems Bequemlichkeit schuld: auf der Diele standen 5aferborsteln, der goldene Hafer aber war aufdem Boden; flun

wars a bequem sur k!lllem, wenn er

Ä W rftf Nicht auf denBoden zu klettern brauch te. deshalb fütterte er Borsteln. Als der Alte dahinter kam, da gab's em Donnerwetter und zuletzt sagte der Vater: Wo schall Di dat woll vörkamen, wenn Dine Mudder Di. heele Kartuffelschälle gewen wull! Haberbasteln sünd doch keen Haber." Ach Vattcr, dat lät jo just so!" sagte Dickschnuten-Willem phlegmatisch. Nach 8 Tagen war Markt in H. . . Der Alte fuhr allem hm; dort sah man ion lebhaft mit dem Inhaber einer Schießbude tuscheln. 14 Tage später war in V... Markt. Kannst henföhren". sagteer Alte und zählte dem Jungen fünf 'blanke 10 Markstücke auf dem Tisch. Zwar sehr verwundert, aber desto erfreuter über diese gänzlich unwohnte väterliche Großmuth sackte der John das Geld ein und fuhr nach V. . . Als sein weniges Silbergeld aus der Westentasche zu Ende war. ging er daran, die väterlichen Goldfüchse umzusetzen. Hier mal ran, Krischan, Hinnerk, Jehann, Fielen. Vecke alle ran, ick gew een ut. Weerthsmann, dringen Se mi mal veer Buddeln Win, ick betahl Allens", rief unser Dick-schnuten-Willem und klapperte mit den 6 Zehnmarkstücken. Da klangen die Gläser, immer mehr bestellte er und als er endlich nach der Zeche fragte. da hatte er 43.75 Mark zu bezahlen. Protzig griff Wilhelm in den Beutel und warf die 5 Zehnmarkstücke auf den Tisch. Der Wirth besah sich das Geld und sagte: Willem. wenn Du wen uzen wullt, denn möst Du Di'n Dümmern utsöken." Eö braucht keine lange Erklärung. Die 5 Zehnmarkstücke" waren gewöhnliche werthlose Schießmedaillen, denen der alte X. die Oesen fein säuberlich abgefeilt hatte. Das fürchterlich dumme Gesicht Dickschnuten-Willems belehrte den Wirth und die Gäste, daß der spendable Bursche mit den Spielmarken selbst angeführt war, und es erhob sich nun ein unbändiges Gelächter. Willem mußte einen Schuldschein von 43.75 Mark unterschreiben, fuhr mit sehr gemischten Gefühlen heim und machte dem Alten die bittersten Vorwürfe. Wo kannst Du mi blameeren? Spielmarken sünd doch keenTeinmarkstücken!" Sein Erzeuger aber erwiderte phlegmatisch: Ach Willem, dat lät jo just so!" Dannenbokim und Co. Berliner Gerichtsscene. Erlooben Sie mir erst een paar Worte. Herr Präsident? Vors.: Nun? Was wollen Sie? Angekl.: Ick wunoere mir blos, det diese Sache nach Moabit verwiesen worden is, wo sie doch vor't Handelsjericht, oder vor die Aeltesten der Koofmannschaft oder memetwejen vor dat Jewerbejericht je hört. Man kann doch nich bei Koofr.:i. r .i jl. cvrtt ..r uc gicia sauen ur oie rimmailviejeschale lejen, sondern Vors.: Hören Sie auf! Hören Sie auf mit dem Unsinn und passen Sie auf. was die Anklage Ihnen zur Last legt. Sie schemen ein arger Schwa her zu sein, aber wenn Sie zu weitläufig werden, entziehe ich Ihnen das Wort. Sie sollen also einen armen Polen, den Arbeiter Joseph Stanjeck, in niederträchtiger Weise betrogen haben. Kennen Sie dies Buch hier? t Angel!.: Janz zenau. wtt iZ mem Hauptbuch jewesen un mein Name Aujust Dannenbom steht uf die erste Seite un ebenso det Datum. In die koofmännische Buchführuna bin ick knollig jenau. ' Vor.: So. Also Stanjeck hatte sie wohl als Gehilfen angenommen, weil er Nicht lesen und schreiben kann? Angekl.: Als Jehilfe nich, ick war sein Compagnon. Derf ick denn nich kurz erzählen, wie det jekommen is? Ick muß hier die Sache, die eenen janz apartijen Fummel hat, doch auseinanversetzen. Vors.: Aber machen Sie es kurz! Angekl.: Det muß so Anfangs De zember jewesen sind, als ick zufällig Joseph m t Ooge kriegte. Wir hatten in'n Sommer zusammen in Treptow bei det Planiren von die Gewerbeausstellung jenrbeitet un immer treu zusammenjehalten. Er kam uf mir zu un meente fo m seme polnische Hand schrift: Jessus, Aujust! Bruder! Wo kommst Du her jewesen bei das jroße Feuchtigkeit?" Denn et regente mächtlg. Vors.: Die Wiedergabe seines polnischen Dialekts verbitte ich mir. drücken Sie sich m Ihrem eigenen Dialek aus. Angekl.: Jawohl. Meiner is ooch besser. Also er kriegt erst eene Buddel raus, hat aber blos blauen Zwirn", so'n janz ordinären Fusel drin, denn wat änderet drinkt der Polacke nich. Darauf fangen wir an. uns von die schlechten Zeiten zu unterhalten, un er erzählt mir, det er jerne wat verdienen möchte. Ick sage Ja. sage' ick, det möchte ick ooch. so wahr ick Danntbom heeße". Als ick so meinen eijenen Namen höre, krieje ick eene Idee. Joseph, frage ick ihn, hast Du Jeld?" Ja, meente er, er hätte von die Sommerarbeit 300 Mark nach Hause jeschickt, sein Vater hatte det Jeld in Verwahrung. Mensch! sage ick, det wird jerade ausreichen. Un nu stelle ick ihm vor, det er sich det Jeld schicken lassen sollte un denn sollte er sich uf'n Lehrter Bahnhof eene Ladung Dannenböme koofen un die sollte er ! denn mit'n jroßen Verdienst wieder in einzelnen verkoofen. da könnte er een reiazer cann du iveroen. iu xomuc ? r itti . - r w i r a. m m. M, a ihm ja nu scheinen, aber er meente, det würde ihm hinderlich sein, det er r v f, r i ! J nick schreiben könnte. a. sagte ick ihm, wer zu'n merkantilen Handelsstand ieberjeht, der muß ooch schreiben können, sonst jeht er sachte pleite. Vors.: Nun gut, Sie erboten sich, ihm bei dem Geschäft behilflich zu sein

und das Anschreiben der verkaufte.. Bäume zu übernehmen, wofür Sie täglich 3 Mark erhalten schien.

Angekl.: Un Vormittags un Nachmittaas iedes eenen Groschen zu SSnavs. Zuerst jing et janz jut. Er machte die Rutschen zuerecht un sekte Äweiae in die Stämme, det sie einial aussehen wurden un verkoofte sie denn Stück vor Stück je nach ihre Jröße un Schönheit um, 74 nn bis zu'n 5Viir. Un 7?d?smal wenn er eenen verkooft hatte, denn rief er mir zu: Dannenbom schreib an! wodruf ick denn, den Bleistift naß machte un det jedesmal anschrieb. Da können die Aeltesten der Koofmannschaft un Kommerzienräthe kommen, ob det so ich m der Ordnung is. Vorsitzender: Wie viel Bäume haben Sie im Ganzen verkauft? Angekl.: 335 Stück. Vorsitzender: Jetzt wollen wir mal Ihr Buch hier betrachten. Da sieht auf der ersten Seite: Sechs Schock Tannenbaume eingekauft. Sind sechs Schock nicht 360 Stück? Anaekl.: Jawohl. Vors.: Haben Sie welche übrig behalten? Anaekl.: Nee. sie sind alle verlobst worden. Von.: Wie kommt es denn, daß Sie 25 Stück mehr eingekauft als belauft haben? Angekl.: Det jeht leichte an. ndem man immer emne opfern muß, um anoere, die mal eene XJuae yaoen. damit auszuputzen. Da können Sie die Aeltesten der Kaufmannschaft un sämmtliche Vors.: Halten Sie den Mund! Ihr Einwand ließe sich ja hören, aber Stanjek behauptet, daß dazu höchstens fünf Stuck draufaeaanaen sind. Es fehlen also immer noch 20 Stuck. ngeit.: u5k.qu m oei rollen, wiz oel zuiammenyanglö in eenen Heujen, oer nicy iqen un corcioen lann. c. t.r... pjf. I iebe ick nischt, den brauche ick Nich anzunehmen. Sie jlooben januch, wie dumm er is. 4 Vors.: Na, na, so dumm ist er nicht. Lesen kann er übrigens etwas. So hat er zum Beispiel herausgefunden. daß sie wiederholt kleinere Betrage sur Nägel, Säge schärfen u. s. w. angeschrieb! haben, thatsächlich haben Sie aber Schnaps dckfur gekaust. Doch dieserhalb ist keine Anklage erhoben. Nun will ich Ihnen aber nachweisen, wo die fehlenden 20 Baume geblieben sind. Die haben Sie verkauft, wenn Stanzek Nicht anwesend war, und den Erlös haben Sie in Ihre Tasche gesteckt. Angekl.: Herr Jerichtshof, det . r. X m i 1 to' I Un.n juuty mit uciuiccu iuci ii. jüu lurnu.i die Aettest x : T mal hier Ihr Notizbuch an. Da haben Sie zwei Blätter zusammengeklebt. Man hat sie müheselig wieder getrennt. uno nun j.aen auy utn vcuc Bc.uc rn" . tf n t--C"l Z4 Baume sliö veriausl alliaesuan. (fassungslos): Det muß mir eener zum Schabernack angedhan haben. Die -Beweisaufnahme laßt keinen Zweifel an der Schuld deö Angeklag ten. welcher zu einer Gefängnißstrafe von 14 Tagen verurtheilt wird. Ter Srand mit Biere. Von E. Jürgensen. Krouse keikt er und ick dabc die Ge. schichte aus seinem eigenen Munde; er mag daher auch die Verantwortung rrr w . v v t r. nagen, iine me oewen anoern ycißcn, . . ... . weiß ,ch nicht medr, aber so aynliaz wird ihr Name wohl auch sein, denn sie ftnmfflfti nfl Tm stii r?m sliifemlflt CMm Berlins. Deshalb waren sie

auch eines schönen Tages zur Regatta sen noch nicht lange seinen Dienst annack (rünau binausaefakren. wo sich oetreten. da wird er von der Grafm zu

bekanntlich stets die sämmtlichen gelfligen Eapacitäten des östlichen Berlin ZU treffen Pflegen. Daß Krause aber an diesem Tage noch nach beendetem Wassersport-Bergnügen auf trockenem

Lande derartig hmemgerudert werden emer Ohnmacht nahe, zu wanicn ocwürde, das batte er sicher selbst nicht innt und zu trinken verlangt. Jean

geahnt. rennt nach Wasser. Er ist so Qinauq Also das feuchtfröhliche Amüsement in nächster Nähe und zwar in einer cbbatte sein Ende erreicht und man eilte scuren Kneipe an der Landstraße, wel-

nunmehr wieder mit der Bahn .zurück, um das frankfurter Viertel zu erreichen, Ta aber die Wetten auf den Sturmvogel", die Möve" und den Müggcl Aeair" verschiedene Markstücke vcrschlun gen hatten, so hoffte man den entstan denen Verlust durch einen kleinen uou vcescat wieder herauszuholen. Ein Spiel Karten führt jeder tüchtige Sportsman bekanntlich stets bei sich und so konnte die Geschichte denn los eben. Sehr bequem ist ia nun so ein Skat in einem verstaatlichten preußi schen Eisenbahnwagen dritter Klasse (hart aber kühl und mit Tabakrauchen, 11taf itnAv !4t siUif uyt uiuii -uiuiiij a- mu was that man nicht, um des lieben Er- .... w r . r werbs" wegen. A!,o!os oavor: Strauße, i r U g!vtt! AUN vitte, rechl sreunoilcy: Ader trotzdem Krause sonst von ra u Fortuna in geradezu aufdringlicher Weise verfolgt wird, heute wollte ihm die Sache durchaus nicht gelingen, er verlor ein Spiel über's andere und da Vertrauen ist die Hauptsache immer gleich baar ausgezahlt werden mußte, so war ihm die Sache eigentlich schon allmahllg recht peinlich geworden. jeoenfalls hatte er längst die Hoffnung aufacaeben. das Geld, was er im blinden Glauben an den heidnischen Gott Müaacl-Aeair verloien hatte, wieder herauszuschinden. Doch plötzlich schien sich das Blatt zu wenden. Er bekam eine wundervolle. mit den beiden jüngsten Buben gespickte Aßkarte und da er gleichzeitig in der Vorband foft. fo wurde ibm das Svicl auf Tournee- zugeschoben. Der Skat" lag auf der hölzernen Eoupee' jjan neben ihm. - . . . i jm0 dann liettre mal binein in . den Skat, lieber Emil!" meinte der tnt von den beiden Mitspielern, der . . V . . wie gesagt ebenfalls nicht viel anders : hieß, als Krause, nun steh mal zu, was Du findest." i ' Und Krause wollte bereits die Hand erheben. Da plötzlich hält der Zug. iitvi i. v?" yu o4 .Station Iobannistbal! Umsseiaen

nadf Stralaü-Rnmmelsburg, War

schauer-Brüae, Friedrichsberg!" ruft der Schaffner und ehe noch weitere drei Sekunden vergangen sind, steht alle draußen auf dem Perron und rennt hinüber zu dem dort wartenden Zuge. Das ist allerdings eine kleine Ver. zögerung. aber da Jeder seine zehn Karten in der Hand behalten hat. so kann ja das Spiel sofort in dem andern Coupce seinen Fortgang nehmen. So wenigstens denkt Krause, der brave. ahnungslose. Aber, o Schreck! Kaum hat man sich wieder zurechtgesctt und der glückliche Besitzer der großen Aßkarte will nunnichr tourniren, da entdeckte er zu seinem Ent setzen, daß er in der Aufregung den Talon" im anderen Coupee hat liegen laen. Schnell gefaxt, springt er trotz seines Embonpoint wieder aus dem Wagen heraus und eilt hinüber zu dem eben verlassenen Zuge, der auch, welches Glück, nach auf der Station hält. Er findet auch richtig den Wa gen. Ein schneNer Griff nach den bei den dort auf der Bank liegenden Kar ten, in noch viel schnellerer in dieselben hinein er entdeckt die beiden ülte sten Jungen sem Grand mu Bieren, angesagt Schneider, schwarz steht un umstößlich sicher den discontirt sofort die deutsche Reichsbank und freudestrahlend eilt er zurück 103 Points pro Nase 1 Pfennig macht 2 Mark 16 Pfennig da pfeift der Zug. Mein lieber Herr, Sie dürfen nicht mehr mit!" ruft der freundliche Schaft ner und Krause steht mit seinen zwölf todessichcren Ärandkarten mit der hocherhovenen Necyten aus iailon Johannisthal! Er hat sein Geld heute nod) nid)t! Die deutsche Reichsbank will sich der Sache durchaus nicht an s,men ' Müller-Aberglauve. Bei den Müllern, und nicht zuletzt bei Windmühlen - Besitzern, sind allerhand abergläubische Ueberlieferungen noch heute mehr oder weniger verbreitet. Aus Holland und anderen Geqenden mit bedeutendem WindmühlenBetrieb sind schon viele derartige Beispiele bekannt geworden. Aber auch hierzulande läßt sich Aehnliches nachweisen, so auch an dem nachstehenden Fall aus Minnesota. Unweit des Dorfes Mmnesota Lake, am nördlichen Gestade des gleichnami gen Sees, trifft man auf eme altmodische Windmühle, welche Gottlieb Shast ?Zn Kfhtnr Ylnsikdler deutscher vor beiläufig vierzig Iahren errichtete und beständig als Mahlmr.w, h,r,h Ylk,,? M imnmin cynfim, hai tnm fllr;Dr.n BrfllId Angeführt: er gestattet keinem anderen Menschen, nicht einmal seiner Gattin I 1 ' ' ' . ' . I d,? n,m Kokn das Keböude ZU betreten. Er glaubt nämlich allen Ernstes und es fehlt auch nicht an Mitgläubigen daß seinerzeit irgend eine ihm nicht wohl wollende Person den Teufel in die Mühle gebracht habe", welcher ihm fünf Jahre lang vieles Unaemach bereitet habe, bis es ihm endlich gelungen sei, Sr. gehörnte Majestät wieder hinauszubrmgen; er habe selber den Bösen in Gestalt eines Kanmchens davonlaufen eben. UND er ist fest überzeugt, daß zeder Andere, der in die Mühle gelassen wurde, den I fr Cf VntV. 4ft2?Jpt4M i vnv. mviu I Der noble Jan. ean bat beim Grafen Thurmhauemem Spaziergang vesoyien. e,er letztere dehnt sich ziemlich lang aus und da mittlerweile die Sonne hoch gestiegen, empfindet die zart angclegteGrafin plötzlich die Hitze so stark, daß sie. ches zu finden es stellt sich aber bei näberer Prüfung als für Men cqen gänzlich ungenießbar heraus. Da tragt sie tan. mehr als er sie führt, an besagte Landstraße und im Anblicke der gemeinen Kneipe meint er: FrauGräsin. ich weiß keinen anvern naty, ais daß man da vielleicht eine Maß Bier V ' Ja.'aber . . .!" wehrt und sträubt s?ck die Gräfin, welche das Local schaudern macht. I ' Nix. aber!" entgegnet jedoch Jean, welcher die Abaeneiqtheit seiner Gnävigen Ersparungsgründen zuschreiben I ' IX . 1 V.2. Cf (.n.mfiAlt. i gu muCn glllllvl, nu ine tyuuuwuu' sens als etwas geizig verschrieen sind. I "r v - - am Nir aber ich zahl's schon!' " v Folgerungen. Wer nie den Weibern zugethan, -Der wird kein Weiberhasser; Wer mühevoll sein Geld erwarb. Aus dem wird nie ein Prasser; Wer über schlechte Zeiten klagt. . Der hat viel Geld erworben; Wer seine Schwiegermutter lobt, Dem ist sie schon gestorb.. Gaunerhumor. Her (der einen Vagabunden im Wirthshaus antrifft): Was?! Hier trcff' ich Sie. und vor einer halben Stunde haben Sie mich angebettelt und gezammert. Sie mußten sich ersaufen ? ? Strolch: Das thu' ich auch, wie Sie ! sehen, ratenweise!" Der Anciennität nach. Gläubiger:' Sie können wieder nicht zahlen?- Lebemann: Nein! Aber feien Sie froh, Sie haben jetzt nur noch zehn Vordermänner!" . Vergewissert. Fräulein (im Begriff, ein Heirathsgesuchauf zugeben, zum Redakteur): Haben Sie denn aber auch emen heirathsfahigm orirt2? s""