Indiana Tribüne, Volume 19, Number 184, Indianapolis, Marion County, 22 March 1896 — Page 6
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Nicht llein. Von Julius Sturm. Merk': allein Glücklich sein Kannst Du nicht im Leben! Drum such' eine Seele Dir,' Um Dich ihr Liebend hinzugeben. Gleiche Last. Gleiche Rast, Freude gleich und Schmirzen. Sieh! so macht der gleiche Schlag Tag für Tag Ein Herz aus zwei Herzen. Zwiefach lebt Ihr und webt Liebend Euch die Lose, Und wenn Euch das Glück erscheint. Ruht vereint Ihr in seinem Schote. Kosmetische Ziaulfchler. Unsere Haut ist besäet mit kleinen Gebilden, deren Thätigkeit wir gar nicht beachten, solange sie tadellos ihre Schuldigkeit thun. Diese Gebilde sind die unscheinbaren Talgdrüsen, die wie birnenförmige Ausbuchtungen in der Haut liegen und durch einen WinZigen schlauchförmigen Kanal an der Oberfläche münden. Jhr Aufgabe besteht darin, daß sie den Talg bereikn, mit dem das Haar von Natur eingefettet wird. Sie sind auch überall zu finden, wo Haare wachsen, gleichviel ob diese stark sind, oder ob si: nur wie ein Flaum, dem bloßen Auge Zaum bemerkbar, die Haut bedecken. Ist die Talgdrllse völlig gesund und kräftig, so quillt der von ihr bereitete Talg an die Oberfläche der Haut und das dicht an der Mündung der Drüse stehende Haar, vertheilt sich hier, und wir merken nichts von der Thätigkeit der winzigen Gebilde, die zu Hunderttaufenden die Haut durchsetzen. Aus Gründen, die uns nicht bekannt sind, kann aber die Thätigkeit der Drüsen verschiedene Aenderungen erleiden. So erzeugt z. V. die Talgdrllse genügende Mengen Fett, hat aber nicht die Kraft, dieselben auszustoßen. Infolgedessen sammelt sich der Talg in der Drüse, füllt den Kanal aus. wird mit der Zeit fester und bildet ein Pfröpfchen, das in der Haut steckt. Nun wird die Oeffnung der Drüse in auffälliger Weise sichtbar; denn an der Stelle, wo der Pfropf mit Luft in Berührung kommt, setzt sich auf ihm der Staub ab und schwärzt ihn mit der Zeit. Dann ist die Haut besät reit schwarzen Punkten (Mitesser), die bald kaum sichtbar sind, bald die Größe eines kleinen Stecknadelkopfes erreichen, die tief in der Haut eingebetUi erscheinen oder wie kleine Höcker hervorragen. Wenn nun diese Mitesser nur Mitesser bleiben wollten, dann wäre das Leiden noch nicht so groß; aber wenn sie einmal festen Fuß gefaßt haben, dann wirken sie weiter verderblich auf die Haut ein. Haben sich Eiterkokken". in dem Mitesser oder gereizten Knötchen niedergelassen. dann nimmt die Entzündung einen heftigeren Verlauf an und diese Erkrankung der Haut wird mit dem Namen der Finnen oder Wimmerln bezeichnet. Gerade diese kosmetischen Fehler erheischen am häufigsten eine sorgfäliige und oft auch langwierige VeHandlung. Um diese Erkrankungen der Haut zu bekämpfen, müssen wir zu allgemeinen hygienischen Mitteln greifen, für Stärkung des Körpers durch Bewegung in frischer Luft und Bäder, für Regelung der Verdauung sowie eine leichte, nicht zu fette und ebenfalls nicht zu scharfe und pikante Diät zu sorgen. Die innere Behandlung führt jedoch allein nicht zum Ziele; im Gegentheil, die Erfahrung hat gelehrt, daß diese Uebel durch eine Zweckmäßige, consequent durchgeführte äußere Behandlung sehr wohl beseiiigt werden können. Andererseits unterliegt es auch keinem Zweifel, daß durch Anwendung nicht entsprechender äußerer Mittel die kleinen Leiden derschlimmer! werden. ' Wenden wir uns zunächst der VeHandlung der Mitesser zu. Am häufigsten versucht man. sie dadurch zu entfernen, daß man di: Talgpfröpfchen ausdrückt. Handelt es sich um einige vereinzelte Mitesser, so mag diese Behandlung unter Umständen genügen; sind aber die Mitesser lhlreicher vorhanden und kehren sie häufiger wieder, so kann sie unangenehme Folgen nach sich ziehen. Der Druck, den man mit den Fingernägeln ausübt. muß mitunter recht stark werden, da die Talgpfropfen sehr fest in der Haut sitzen können. Kleine Absckllrfungen und Verletzungen sind ' die Folge dieser Operation, welcke den Eiterbakterien zahlreiche Pforten offuet. durch die sie in die Haut eindringen. Gerade durch das häufige Ausdrücken wird die Verwandlung der Mitesser in Finnen ungemein gefördert. Man muß darum gegen diese Hautplage mit anderen Mitteln vorgehen. In leichteren Fällen kommt man schon mit einfachen Seifenwaschungen zum Ziel. Noch wirksamer wird die BeHandlung, wenn man warmes Wasser und Salicylseife zu Hilfe nimmt. Warmes Wasser und Seife lösen die Talgpfröpfchen; die Salicylsäure weicht die Haut auf und gestattet der Seife tiefer einzudringen, außerdem aber verhütet sie, dank ihren antis'eptischen Eigenschaften, das ' Entstehen eitriger Entzündungen. Wäscht man die von Mitessern befallenen Stellen des Gesichtes drei bis viermal des Tages mit warmem Wasser und Seife, so wird man bald ein Schwinden .des
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Uebels bemerken. Noch energischer wirkenSandabreibungen. Man schlägt zu diesem Zwecke von der Salicylsäure Schaum, nimmt von diesem eineHand voll, vermischt sie mit feinem weißem Sand und reibt damit die befallene Haut ab. Weichen die Mitesser auch dieser Behandlung nicht, was nue selten der Fall ist. dann muß zu noch energischeren Mitteln gegriffen werden, aber diese sollte man nur auf ärztliche Verordnung anwenden. Kurirt man weiter auf eigene Faust, so kann man leicht unzweckmäßige Mittel gebrauchen. So sind z. B. gegen Mitesser alle Theerpräparate unangebracht, denn sie verstopfen die HautPoren, die gerade offen bleiben sollen, außerdem reizen sie die Haut und rufen vielfach Ausschläge hervor. Die Behandlung des Finnenausschlagcs ist langwieriger, aber sehr erfolgreich, wenn sie mit Geduld fortgeführt wird. Zunächst muß man auf die größeren Knoten und die Eiterpustcln sein Augenmerk richten. Man öffnet dieselben mit einer starken, gut desinfizirten, in der Flamme urnnittelbar vor dem Gebrauch ausgedrllck-, ten Nadel und drückt eenjn der Tiefe sitzenden Eiter heraus. ö)ie kleine, etwas nachblutende Wunde wäscht man mit einem in zweiprocentiges CarbolWasser getauchten Wattcbäuschchcn ab und läßt sie eintrccknen, worauf sie bald zuheilt. 'DanI schreitet man zur allgemeinen Behandlung der befallenen Hautstellen. An Stelle der gewohnlichen Toilettenseife wird zum gewöhnlichen Waschen Salicylseife genommen. Des Abends nimmt man Salicyl-Schweselseif und reibt den Schaum derselben fest in die von Finnen befallenen Hautstellen ein. Es werden sich dabei die Hautporen Lffnen, die Pilzkeime werden durch die Salicylsäure abgetödtet. und nach und nach wird der Ausschlag schwinden. Bei etwaigem Rückfall wird das Verfahren von Neuem angewendet. Es kann vorkommen, daß infolge desselben die Haut gereizt wird; merkt man dies, so setzt man die Behandlung aus. Die leichte Hautreizung sann durch Einreiben mit Zinksalbe gemildert werden; dagegen muß man von der Anwendung aller Pudermittel grundsätzlich absehen, weil dieselben die Poren, die offen bleiben sollen, gründlich verstopfen. Sitzen die Finnen so tief, daß die angegebenen Mittel gegen dieselben nicht helfen, dann ist das Leiden schon derart fortgeschritten, daß es nicht mehr unter kosmetische Fehler zählt, sondern eine ärztliche Behandlung erfordert. Damit ist aber die Reihe der Verunzierungen, deren Ausgangspunkt die Talgdrüsen bilden, noch nicht erschöpft. Die Oeffnungen der Talgdrüse können sich verstopfen; der Talg bleibt in der Drüse sitzen; alsdann bilden sich auf der Haut kleine blaßrothe Knöpfchen, die dicht bei einander stehen und eine gänsehautähnliche Erscheinung hervorrufenAm häufigsten geschieht dies an den Streckseiten der Oberarme und der Oberschenkel. Dieses kleine Leiden wird namentlich Da-
men. die mit entblößten Armen erscheinen wollen, peinlich und lästig. Als Mittel dagen gelten rennte Bäder und häufige Seifenwaschungen, durch welche die Poren der Talgdrllsen offengehalten werden. Außerdem können die Ausführungsgänge der Talgdrüsen sich völlig verschließen, indem sie zuwachsen. Ist dies geschehen, dann kann der Drüseninhalt nicht nach außen entleert werden. Eine Zeit lang sondert dieDrllse Talg aus, und dieser verkalkt in dem festen Verschluß: dann stirbt dieDrüse selbst ab; inzwischen hat sich aber ein kleines, bis stecknadelkopfqroßes weißes oder weißgelbliches Knötchen gebildet, das unter der Haut hervorragt und jahrelang sich unverändert forterhalten kann. Diese Affektion wird Hautgries genannt, und sie kann nur auf operativem Wege" entfernt werden. Allerdings ist die dabei in Frage kommende Operation so geringfügig, daß sie jeder selbst vornehmen kann. Mit einer gut desinfizirtenNadel wird die Haut der Grieskörnchen aufgeschlitzt; der Inhalt wird dann durch Finaerdruck entfernt, das Tröpfchen Vlut abgetrocknet t- und die Wunde" verheilt ohne Narbe. Die Talgdrüsen können schließlich zu Unzuträglichkeiten Anlaß geben, indem sie zu viel Talg absondern oder auch in ihren Produktionen zu karg sind. In letzterem Falle erscheint die Haat spröde und trocken und muß künstlich eingefettet werden; , im ersteren dagegen erscheint das Gesicht glänzend fettig, nimmt leicht Staub aus der Luft an und bedeckt sich zuweilen mit Krusten. Die Behandlung dieses kosmetischen Fehlers ist nicht schwierig; man wasche das Gesicht zwei- bis dreymal täglich mit einer guten Toilettenseife, und das Leiden wird nach längerer Zeit schwinden. Damit haben wir die Summe der kleinen kosmetischen Leiden, welche durch mangelhafte Thätigkeit der Talgdrüsen erzeugt werden, aufgezählt. Lästig sind' sie wohl, aber wie wir gezeigt haben, leicht zu heilen und zu vermeiden. Kleines Mißverstandn i ß.'Richter (zum Vater, dessenSohn auf der Anklagebank wegen wiederholten Diebstahls steht): ..Sie hätten Ihren Sohn auch warnen sollen!" Vater: Hab's auch gethan, Herr Gerichtshof; ich hab' ihm ausdrücklich gesagt: Karl, sei dieses Mal recht vor-sichtig!-Hyperbel. Chef (der seinen Buchhalter am Pult schlafend findet): JSzvLn hört's aber auf; Sie halten sich wohl für das Dornröschen, Herr Miil UsZ
Motor - Nlagen. Nach der Natur der VerkehrsentWicklung werden großartige Erweiterungen 'der Fernverkehrsanstalten immer seltener. Immer erneut vollzieht sich der Proceß, daß man bei wachsendem Verkehr, der eine bestimmte Stiaße passirt, zunächst die Fahrbahn in einen mehr und mehr vollkommenen Zustand versetzt.bis endlich der kleinste Wegwiderstand in einem Geleise verkörpert ist. das dann nur noch bestimmten Fahrzeugen als Weg zu dienen vermag, die ihrerseits allen Verkehr, der nicht von der nunmehr genau festgelegten Bahn, aus bedient werden kann, einer anderen Fahrzeugart überhssen. Die weitere Entwickelung geht dann dahin, daß die an's Geleise gebannten Fahrzeuge in der Richtung des motorischen Antriebes immer mehr entwickelt werden, während der übrig gebliebene Verkehr in immer engeren
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S t u r g e s' elektrischer Wagen. Grenzen an feste Bahnen gebunden wird, wo es die Verkehrsdichte irgend gestattet. So haben wir den Uebergang vom grundlosen Weg zur gut gepflasterten Chaussee, neben der sich Geleise für von Pferden gezogene Wagen entwickeln, bis der Fernverkehr sich in den motorbetriebenen Haupteisenbahnen ganz abgelöst hat. Der übrig gebliebene Verkehr zu Lande verdichtet sich außerhalb der Städte weiter zu Neben- und Kleinbahnen, innerhalb der Städte erst zu weitmaschigen Netzen von Pferdebahnen, aus denen sich bestimmte längereLinien für motorischen Betrieb, vielfach die Straße verlassend, ablösen, bis endlich auch im engmaschigen Pferdebahnnetz auf der Straßensohle der Motor das Pferd verdrängt und zu dem vollkommensten Wege, dem Geleise, auch der hierfür vollkommenste Wagen, der Motorwagen, sich gesellt hat. Wird der jetzt- übrig gebliebene Fuhrwerksverkehr in Stadt und Land, der zu schwach, zu verzettelt ist, um an Geleise gebunden zu werden, sich fernerweit so entwickeln, daß die Zugthiere durch Motoren ersetzt werden? Nur Crawford-Wagenvon MorrisckSalom. dort, wo man die Thiere nicht ohnehin halten muß, wo ferner die Wege so gut sind, daß der an gleichmäßige Umlaufzahl mehr oder minder gebundene Motor das Thier ersetzen kann, das seine Leistung beliebig nach Kraft und Geschwindigkeit abstuft, und wo endlich die Möglichkeit häufiger BeNutzung sowie sachgemäßer Bedienung und Ausbesserung des Motorwagens sich bietet. Trifft das zu, so haben die Motorwagen nur einige Zukunft für größere und größte Städte mit lebhafterem Verkehr auf gut gepflegten Straßen. Als weitere Vorbedingungen der Ausbreitung treten hinzu: Abwesenheit von Geräusch, üblem Geruch oder sonstiger Belästigung durch abziehende Gase und Dämpfe. Funkenflug und glühende Aschenreste. Soweit endlich Personenbeförderung in Frage sieht, muß noch das jetzt sehr störende Rütteln des Fahrzeuges durch die schwingenden Massen des Motors H eitel's Ga so l in kutsche. vermieden werden. Nur in diesem Rahmen kann den neuzeitlichen, in Frankreich. Amerika und England veranstalteten Wettfahrten mit Pferdelosen Wagen eine praktische Bedeutung zuerkannt werden. An der im vexflossenen Sommer in Frankreich abgehaltenen Wettfahrt von Paris nach Bordeaux. 727 Meilen, nahmen 66 Motorwagen Theil, und diese Strecke wurde von einem Petroleummotor in 2 Tagen 53 Minuten zurückgelegt, es wurde also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 9-10 Meilen in der Stunde erzielt. Bei Weitem nicht so gute Resultate wurden auf der vom Times-Herald- veranstalteten Wettfahrt erzielt. Der Wagen, welcher den ersten Preis erhielt, war mit einem Gasolinmotor amerikanischen Urspruncs ausgestattet, der zweite besaß einen Benz-Motor, der in Amerika ge-
baut war. Der erste Wagen fuhr anderthalb Mal so schnell, als ein Fußgänger geht, also etwa wie eine Postkutsche; die ganze Fahrt dauerte 10 Stunden 23 Minuten. Nach diesem wenig ermuthigenden Ergebniß wurde eine neue Wettfahrt zwischen den Siegern veranstaltet: diesmal kam der zweite Wagen allein an's Ziel, und Zwar nach 9 Stunden 30 Minuten;
seine Geschwindigkeit war oemahe die eines Pferdes im gewöhnlichen Galovv. Eine dritte Wettfahrt wird zur Zeit vom Cosmopolitan" arrangirt und zwar soll dieselbe am nächsten Gräberschmuckungstage stattfinden. In unseren Illustrationen sind vier Motorwagen, die in unserm Lande gebaut sind und welche sich recht gut bewährt haben, veranschaulicht. Der aus der Electric Motocycle Company hervorgegangene Motor, Figur 1, von Herrn Harold Sturzes construirt,war ursprünglich ein dreisitziger Sulky" für sechs Personen, der em Gewicht von 2750 Pfund hat und dessen Räder mit Gummireifen versehen sind. Um mehr Raum für die Batterien zu schaffen, wurde der hinterste Sitz entfernt. Die Batterien setzen einen Motor von drei Pferdekräften in Bewegung. Der Crawford-Waqen" von Morris & Salom. Figur 2, wiegt mit den Batterien 2000 Pfund und soll auf guten Wern eine Fahrgeschwindigkeit von 20 Meilen erzielen; die Batterien sind stark genug, um den Wagen 25 bis 30 Meilen weit zu treiben. Dieser Wagen hat semen Steuerapparat an dem hinteren Räderpaare. Ames' Dampfkutsche. Grundverschieden von diesen beiden ist der Hertel'sche Gasolinwagen, Figur 3, von Max Hertel in Chicago gebaut. Derselbe wiegt 220 Pfund und hat nur zwei Sitzplätze. Der Wagen wird von einem Gasolinmotor eigenthümlicher Construktion getrieben; das Reservoir enthält Gasolin genug für eine Fahrt von 50 Meilen und die Kosten einer Fahrt auf ebener Bahn stellen sich auf einen Cent für je fünf Meilen. Für den von A. C. Ames in Chicago gebauten Wagen dient Dampf als Betriebskraft und als Brennmaterial dient Gasolin; sein Gewicht beträgt 400 Pfund. Ob's ihm gelingt? Der Steffenbauer, der oern oft ein
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wenig über den Durst trinkt, hat eine beinahe märchenhaften Eindruck und so lange Nase, daß die Nasenröthe ''weck lromantlsche Vorstellungen. Wenn noch gar nicht bis in die Spitze ge- blc Worte Bosporus , das goldene drungen ist. Doch hofft der Bedau- nd Der-i-Seadet" daher auf ernswerthe. diesen sein ganzes Gesicht l'dm im Auslande weilenden Türken verunzierenden weißen Erkerpunkt ; und aus Konstantmopel herstammenbald ebenfalls verkupfert zu haben. den Griechen oder Europaer stets eine
Fürchterlich. Süffel: Ein schrecklicher Gedanke, die Seelenwanderung! Wenn so z. B. mein' Seel' nach mein' Tod in ein' Walfisch fahret und i müßt' 's ganze Jahr Wasser saufen!" Alter Adel. Die Familie Gurgelhausen ist wohl von sehr altem Adel?" O freilich! Die haben noch von den Kreuzzügen her Schulden!" Zuvorsorglich. Hieselbauer (der seinem Sohne einen Hemdkragen kauft): Geben S' ihm nur die weiteste Nummer er kriegt doch auch noch an' Kröpf!" Im Eifer Ach, geh'n Sie. Doctor die Männer taugen alle nichts; und wenn 'mal ein gutes Haar an einem ist dann ist es ihm ausgegangen!" Auch ein Vorzug. . .Die Wohnung gefällt mir soweit ganz gut. nur finde ich sie etwas theuer!" Aber ich bitt' Sie. Herr Registrator theuer! Sie haben ja die Sonne herin, laufendes Wasser, und jetzt hörchen S'. jetzt kommt d' Hauptsach': Anzapf'n hört man auch vom Wirth 'rüber!-
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Konstantinopel. Stambul! Welchen Reiz und welche Anziehung übt der Klang dieses Wortes nicht auf unser Ohr! Wer aber wollte den Streit über die Frage entscheiden, ob Neapel, Rio Janeiro, Lissabon oder Stambul dem Reisenden, der sich ihnen von derSeeseite her naht, das schönste Bild darbietet? Es hängt sehr viel von den äußeren Umständen, von dem Wetter einerseits, von der Individualität und der augenblicklichcn Stimmung des Beschauers andererseits ab, ob der Anblick Neapels ihn so entzückt, daß er befriedigt durch den Hochgmuß mit diesem Bilde in seiner Seele sofort sterben" möchte, oder ob
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A g j a S o f i a. . er durch den Anblick Konstantinopels oder Rio aneiros so begeistert ist, daß er es wagt, den Traditionen zu widersprech?n. welche für Neapcl den höchst: Schönheitspreis verlangen. Wie man über diese Streitfrage auch denken mag. jedenfalls muß doch Jeder, der Konstantinopel gesehen hat, gestehen, daß sein Anblick zu den schönsten gehört, die sich ihm sofern Küstenplätze und große Hafenstädte in Betracht kommen auf seinen Reisen dargeboten haben. Zu dieser unfehlbaren Wirkung auf die Augen und das Gemüth des Weisenden trägt vielleicht ein Umstand ganz wesentlich bei. der sich bei den Rivalinnen Stambuls viel weniger geltend macht. Wie das Antlitz einer der vielen Schönen, die es in seinem Innern birgt, zeigt es sich dem Blick des Fremden stets verhüllt von einem leichten Dunstschleier, der dem großartigen Panorama jenenReiz verleiht, der nun einmal immer mit dem Schleier verbunden ist. Er bricht die grellen Farbtöne, er mildert die Härten der Linien, er läßt die Mängel und UnVollkommenheiten dessen, was er bedeckt, nicht deutlich zu Tage treten, er weckt das Interesse und die Neugier für das, was er nur leicht verhüllt, läßt die Formen weicher und schöner erscheinen und reizt die Sinne und die Phantasie durch das, was er mehr ahnen als sehen läßt. i Eigangsthor zum Sera skierat. Ob Konstantinopel im rosigen Licht und Nebeldunst eines sonnigen Morgens, ob es in dem violetten eines klaren Abends, ob es in dem beinahe unsichtbaren grauen des heißen Mittags, ob es in dem zauberhaften bläulichen der mondhellen Nacht oder in dem goldschimmernden des Nachmitwgs erzcyeinl, immer macyt es emen roeuio rnaajiige iccujcgc Abirrung ausüben wie das Wort Neapel auf die Hunderttausende von Jtalienreisenden und auf die Neapolitaner, so ist das nur begreiflich. Lüften wir den leichten Schleier der Schönen, so sind uns freilich Enttäuschungen nicht erspart. Neben zahlreichen Reizen zeigen sich dann doch auch viele unschöne Züge, die wir gern vermissen würden. Schon das Prachtvolle Bild, das sich , dem Auge dessen bietet, der den Thurm von Galata besteigt, weicht bedeutend ab von dem, das sich dem Reisend.' von dem Losporus her bot. Das Auge nimmt hier schon die Einzelheiten des Stadtcharakters wahr wird gefesselt durch die Straßenverkaufer. Erscheinungen des ungemein regen Straßenlebens. Und dasselbe ist der Fall, wenn wir von irgend einem hohen Punkte oder Thurm der SiebenHügelstadt des eigentlichen Stambul aus Umschau halten. Der Bosporus, das Marmarameer. die asiatischeKüste mit Skutari und dem großen Eypressenwald des türkischen Kirchhofs dahinter, vollends die schonen, nördlich und östlich vom goldenen Horn. dem. fzordartigen. tiefenHafen. gelegenen, in Grün gebetteten Vororte: Kassim Pascha, Galata. Pera. Top-Hane. Dolma Bagdsche. Terapia, Bujukdere und wie sie sonst heißen mögen,lenken zwar zunächst unsere Blicke von der näheren Umgebung ab. Die Kuppeln und
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schlanlen, zierlichenMinärets der Hunderte von Moscheen geben dem Panorama auch ein so eigenartigesGepräge. daß der Fremde, der den Orient nicht kennt, dadurch völlig gefesselt wird. Betrachten wir aber unsere nächste Umgebung, so gewahren wir eine and:re und weniger anziehende, ja im Allgemeinen unschöne Eigenthümlichkeit des Orients: ein verwickeltes Gewirre von engen, schmutzigen, überfüllten Straßen, die zum Theil von hüttenartigenHolzbauten gebildet werden, welche zwar den Erdbeben Widerstand leisten mögen, aber Feuersbrünsten die beste Nahrung gewähren und von den Prachtbauten der Paläste des Sultans, der Großen und der fremden Diplomaten stark abstechen. Dieser Gegensatz zwischen völliger Uncultur und Uebercultur tritt uns noch deutlicher entgegen, wenn wir nun von unserer hohen Warte hinabsteigen und in das Labyrinth der alten Stadt einerseits und in die europäischen, gut gehaltenen Straßen der hauptsächlich von Ausländern und der Diplomatie bewohnten Vororte andererseits eindringen. Von Hygiene scheinen die türkiscken Behörden noch keine Ahnung zu haben, trotz der vielen Bildungsanstalten, welche Kon-
Vornehme Türkin in Strae n t r a ch t. stantinopel besitzt und die gerade für die einheimische orientalische Vevölkerung bestimmt sind. Schmutz und seine Begleiter üble Gerüche herrschen in der alten, überwiegend, wenn nicht ausschließlich von Türken bewohnten Stadt vor und machen diese Bezirke zu gefährlichen AnsteckungsHerden bei Epidemien. Andererseits übt aber gerade wieder das alte Stambul, der echte, unverfälschte Orient seine unwiderstehliche Anziehungskraft aus den fremden Culturmenschen aus, denn das Völkergemisch, das Leben und Treiben in den Straßen und Bazaren sind zu abweichend von Allem, was die Großsiädte des Abendlandes in diesen BeZiehungen bieten können, um nicht interessant zu sein, und widerwärtig sind dem Ausländer hauptsächlich nur die Hunde, die auch in Konstantinopel, wie in anderen Orten des Orients, in großen Massen herrenlos anzutreffen sind und gewissermaßen die Straßenreinigung besorgen. Wer sie in diesem nützlichen Geschäft stört, bekommt leicht ihr-e Zähne zu fühlen. Hunderte von Straßenverkäufern bieten in allen Theilen der Stadt und der Vororte nicht nur die nothwendig sten Gebrauchsgegenstände und EßWaaren, sondern auch alle jene kleinen Orientwaaren feil, die die Fremden so Frau aus dem Volke. ungemein anlocken. Daß zahllose dieser Gegenstände heute weder mehr in M. .1 äkonttantlnope! nocy uveryaupl lm Orient angefertigt, fondern ausFrankreich und England dorthin rmportirt werden, daß viele der geschätzten orien taNjcyen Stosse m England ooer in Deutschland hergestellt werden, das ahnen natürlich die wenigsten fremden Besucher Konstantlnopels. Im merhin bieten die Bazarc und Läden des Einheimischen noch sehr viel, und wenn man es versteht mit den schlauen Griechen und Armeniern gehörig zu feilschen, so kann man auch hübsche, echte Orientwaaren zu verhältnißmäßig billigen Preisen erhalten. Geben uns die Bauwerke Konstantinopels eine Vorstellung von der geschichtlichen und cukturgeschichtlichen Entwickelung des Landes und seiner Hauptstadt, von der Mischung und Verbindung der verschiedenartigsten Culturen; sehen wir in der größten Moschee, der Agfa Sofia und ihren zierlichen Minarets, das Meisterwerk byzantinischer Baukunst, verbunden mit arabischen Bauelementen; blicken wir in den öffentlichen Gebäuden, den Ministerien, den Kasernen, den Palästen der Großen und der fremden Diplomaten den Einfluß der europäischen Laukunst auf die byzantinische und orientalische, so zeigt daneben auch die Bevölkerung eineMischung der verfchiedenartigsten ethnischen Factoren. Allerdings leben die einzelnen Volkselemente im Allgemeinen von einander getrennt, die Türken in der alten Stadt, die Armenier in den westlichen Bezirken, die Griechen an der Westseite des goldnen Horns, die Juden auf der Ostseite desselben, die Europäer m Galata, Pera und den weiteren nordostlichen Vororten; die Geschäfte, denen sie alle nachgehen, bringen sie bei
doch in die engste Berührung,' und' man kann sich Zaum eine buntere Ge-
sellschaft denken, als die, welche man beständig in den Bazaren, den Caf6s und austcn Straßen trifft. Die weiblichen Personen sind m verschwindender Minderzahl, und ihre äußere Erscheinung ist, so weit sie Mohammedanerinncn sind, auch wenig anZiehend, da sie stets bis an die Augen verhüllt sind. Aber auch die christlichen Frauen und Mädchen leben sehr zurückgezogen, überlassen die Vesorgung der Geschäfte den Männern. Die malerischen Trachten der Letzteren tragen dafür viel dazu bei. die traßenbildcr zu beleben. Eine besonders eigenthümliche Erscheinung in dieser vielgestaltigen Masse bieten dem Culturhistoriker die Semiten dar. die zum Theil aus Spanien dorthin eingewandert sind und durch die JahrHunderte ihres Aufenthaltes in Konstantinopel doch noch manche altspanische Gebräuche beibehalten haben. Nicht mmder interessant als die Stadt und der stets sehr stark belebte, von Schiffen aller Nationen besuchte Hafen ist die Umgebung Konstantinspels auf europaischer wie auf asiatlscher Seite. Wie wenig ln unserem Jahrhundert des Verkehrs die Cultur dort auf dem Lande noch vorgedrungen ist. davon gibt das Bild eines von Ochsen gezogenen türkischen Landreisewagens ein treffendes Beispiel. Doch selbst solche Ueberreste einer dem Ausländer fremd gewordenen Urwüchsigkeit entbehren wegen der Ungewöhnlichkeit ihrer Erscheinung nicht des Reizes auf den Fremden Konstantlnopel ist daher rn jeder Bezie hung zweifellos einer der anziehendsten Orte Europas. Beitclsängcr in Kairo. Die afrikanische Musik erfreut sich keines besonderenRufes; sie ist zu ..ur.künstlerisch"; aber sie gefällt dem Neger. Tanz, Gesang und Musik bilden die Hauptfreude an jedem Negerfeste. Und wie es dunkelhäutige Tänzer und Tänzerinnen gibt, die ihre Kunstfertigkeit zum Gewerbe machen und sich gegen Belohnung sehen lassen, so kennt auch Afrika Straßensänger, die allerlei launige und gruselige Lieder vorsingen und dafür von dem Zuhörer .Bettelsän ger. durch milde Gaben erfreut werden. Man begegnet derartigenBarden überall im Dunklen Welttheil; afrikanische Großstädte aber wie Kuka, Kano. Timbuktu oder Kairo beherbergen eine ganze Anzahl verschiedenartiger weither gereifter Sängertypen. Unser Bildchen zeigt uns zwei dieser Barden, deren Heimath der Sudan ist und die in Kairo ihr Kunstgewerbe ausüben, indem sie auf afrikanischer Guitarreihre Lieder begleiten. So war's nicht gemeint. Mann: Der Hut fit sehr hübsch, dm Du Dir da ausgesucht hast; aber, ich meine, er paßt nicht ganz zu Deinen: Kleide!" Frau (entzückt): Ach, Mannchen, Du wolltest mir wirklich auch noch ein lncues Kleid kaufen?" JnderBerlegenheit. Dame: Herr Referendar, Sie küssen meine Köchin!.?" Referendar: Pardon ... ich dachte, es sei das Stubenmädchen..! In der Hitze. Untkroffizier (zu einem Einjährigen): . . Lluf Ihre G'scheidtheit brauchen Sie sich gar nix einzubilden das hört sich bei uns auf!" . , Reflexion. Bäte?: Na Max. ich denke, Ihr habt heute Examen? Max: Jawohl. Papa, von 3 bis 4 Uhr Nachmittags, komm aber nur nicht hin. Du blamirst Dich blos! Entschuldigung. Die Schmeicheleien, die Sie mir sagen, haben Sie heute andern Damen auch schon gisagt!" ). nur a.u5 Uebung, gnädiges Fräulein! Eingearbeitet. Fischhändler: Sie reflectiren auf die Stellung als Heringpacker? Haben Sie denn schon in dieser Branche gearbeitet? Applikant: Ja, Herr, ich war zwei Jahre Stratzeneisenbahn Condukteur. Aus derKaserne. Unteroffizier (zu einem neu eingetretenen Einjährigen): Was sind Sie denn in Jh rem Civilverhältniß?" Einjähriger: Doktor der Philosophie!" Unteroffizier: Unsinn, so 'neKrankhit ja gar nicht!"
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