Indiana Tribüne, Volume 19, Number 184, Indianapolis, Marion County, 22 March 1896 — Page 2

Vldcndstimmng.

Veu Slöert JenY. Leise Schatten schweben mtt'tr, Färben dunkler Wald und Flur, Stille wirds an allen Orten Sachte tönt das lädiern nur. Schmiegend stehl'n die weichen Klänge Sich in's wng: Herz Dir ein, Wiegen sanft, mit milder Stimm? Dich in süßen Schlummer ein. Schwarz und schwärzer senkt die Nacht Ihre Schleier auf die Erde, Und in weiter, weiter Ferne, Flimmernd wacht -das Heer der Sterne. per IZaria. Von Hans Richter. Ich .wußte und weib noch heute nicht recht: beneidete ich die Leute oder beinitleidete ich sie? Meinen großstädtischen Ansichten, Bedürfnissen.Gewohnheiten und Nerven .waren sie völlig Ontipodisch, diese kräftigen Männer und Frauen mit dem ziegelrothen Teint, die ich bei meinem Aufenthalt auf htm Gute eines Jugendfreundes genauer kennen lernte, als cr sonst den ; Ausflügler möglich ist. Es war eine von der Industrie noch völlig verschont gebliebene Gegend; hier rauchten noch keine Schlote, fauchten und rasselten noch keine Maschinen. Hier lebte noch nicht der moderne, strebsame, denkende, politisch geschulte Arbeiter. Die Leute sahen in dem Gutsherrn noch wirklich den Herrn"; sie quälten sich für einen ziemlich niedrigen Lohn und Waren dabei wohlgenährt, zufrieden, heiter. Ja. mein Freund sagte mir, daß fast ein jeder sein Sparkassenbuch besitze. Diese einfachen Menschen sind eben von einer erstaunlichen Bedürfnißlosiz keit. Soll man sie darum beneiden? Soll man sie bemitleiden, daß ihnen fajt alles, was uns Genuß ist, stets versagt bleibt? Natürlich am meisten jeder geistige Genuß; sie denken nicht einmal ein glücklicher Stumpfsinn sprach aus diesen frischen Gesichtern da und den wasserhellen Augen. Nur meiner machte davon eine Aus nähme. Der Mann war mir bereits am ersten Tage aufgefallen. Auf einer kräftigen Gestalt, die sich jedoch sehr nachlässig trug, saß ein fast viereckiger Kopf mit einem seltsam' fahlen Gesicht, dem selbst der dauernde Aufenthalt in Luft und Sonne keine Färbung aufzuprägen vermocht hatte, und tiefen, stillen, glanzlosen, gleichsam erlöschenen Augen. Um den bartlosen Mund lagen harte, bittere Falten; die auffallend starken Brauen waren stets wie in düsterem Grübeln zusammengekniffen. Ein Gesicht, aus dem Leid, Verditterung und Nachdenken sprachen Der Mann war stets mit einer Arbeit beschäftigt, die er allein verrichten konnte. Ich begann ihn verstohlener Weise zu beobachten. Niemals sprach oder lächelte er. Stumm und ohne eine Miene zu verziehen, nahm er Mt Befehle oder eine gelegentliche Rüge des Verwalters entgegen; in gleicher Weise grüßte er die zur'Familie meines Freundes Gehörenden. Nur wenn er sich völlig unbeobachtet glaubte, lief bisweilen etwa bei einem Fehlgriff in der Arbeit, oder wenn ein Anderer, ohne ihn zu beachten, an 'ihm vorüberging ein jähes, wildes Zucken übe? das farblose Antlitz. Es war wie ein unausgesprochener Fluch .voll unsäglichen Grimmes. Keiner von den Andern sprach mit ihm. Die Männer sahen hochmüthig über ihn hinweg; die Frauen, Mädchen und Kinder wichen ihm scheu aus und ihm schien das selbstverständlich zu sein. Ein Paria des Dorfes! Ich fragte meinen Freund nach ihm. Der Wolf?" lautete die Antwort. 3&. das ist ein sonderbarer Kauz. Du wirst schwerlich ein Wort aus ihm herausbekommen.Aber warum wird der Mann allgemein verachtet und gemieden? Seine WortkargHeit ist doch kein Grund." Allerdings nicht, aber er hat Zwölf Jahre im Zuchthaus gesessen, wegen Todtschlags! Merkwürdigerweise geht er nicht aus dem Dorfe -fort, obwohl er hier sozusagen boykottiert und verfehmt ist. Ich scheute mich selber, ihm Arbeit zu geben, und habe es schließlich nur gethan, damit er mir nicht etwa 'das Dach über dem Kopfe anzündet. Solchem Volk ist alles zuzutrauen. Er soll sich im Zuchthause zu einem geschickten Kunsttischler ausgebildet haben und könnte sich als solher in einer großen Stadt, wo Niemand seine Vergangenheit kennt, ganz gut eine Existenz gründen, ber, wie gesagt, er geht nicht! Na. man sieht ja auch, daß es bei ihm hier nicht ganz richtig ist." Und dabei tippte sich mm, Freund auf die Stirn. Vererbung jedenfalls! Der letzte Sproß einer alten Wilddiebsfainilie. deren Glieder theils im Gefängniß, theils in der Jrrenanstalt endeten, wenn sie nicht mal erschossen im Walde aufgefunden wurden. Dieser da hat den Förster meines Vorgängers erschlagen." Ich weiß nicht mehr, ob mein stets beschäftigter Freund keine Zeit hatte, mir die näheren Umstände der That zu erzählen, oder ob ich überhaupt nicht danach fragte jedenfalls war mein Interesse an dem Manne so ziemlich geschwunden. Ein Todtschläger und Zuchthäusler! Und ich hatte bereits einen vollständigen Dorfroman um ihn gewoben! Ich beachtete Wolf nicht mehr, gmg ihm vielmehr aus dem Wege wie die endern. So kam d'er letzte Tag meiner Anwesenheit heran, ein Sonntag. Patronatspflichten hatten meinen Freund in das Pfarrhaus geführt; ich' Lchlendeite im Walde umh snd' fie

xiüf) dabei owr Absicht in die sogenannte Kreuzschlucht, ein schmale! Thal, in dessen Mit'.: sich zwischen dea lten Fichten ein Zzalbvermorschtes . v ä-r t' 1 C 1 - Y

Zireuz eryoo. Lezeiamere oicoicuc, an welche? der unglückliche Förster ein Opfer fernes Berufes geworden war. Schon war ich Im Begriff, vorüberzugehen, als ich eine am Fuße des Kreuzes in das Moos hingestreckte Gestalt erblickte. Mich durchlief trotz der sonnendurchglühten, waldduf schwülen Sommerluft em zähes Frösieln: der Mann, der da den mächt! gen, viereckigen Schädel m trotziger Haltung gegen das Holzkreuz stemmte, war Wolf der Mörder cm derStelle seiner blutiflen That, vor dem Denk mal seines Opfers! Zog es ihn, wie so viele Verbrecher, noch jetzt nach dem Thatort zurück? Auch er hatte mich bemerkt und sprang mit einer ganz -ungewöhnlichen Lebhaftigkeit empor.. Ich wollte weiter gehen, 'du klang ein Herr Herr!" an meine Ohren, kaum vernehmbar, doch so flehend, so schmerzdurchbebt, daß ich, fast wider meinen Willen, anhielt. Nun kam er 'heran, die Mutze in der Hand, das starre Gesicht -noch fahler als sonst, in den großen, düsteren Augen eine Welt von Traurigkeit. Sie fürchten stch vor mir, Herr?" begann er mit einer heiseren Stimme. Nein," nntwortete ich ruhig. Was wünschen Sie?" Nichts Herr!" Es lag ein Aber" in seinem Ton, und so wiederholte ich meine Frage, ganz vergessend, daß ich einem Todtschläger gegenüberstand. Er fuhr mit der schwieligen Faust über die Stirn, auf welcher helle Schweißtropfen glänzten. Dann fuhr es aus ihm heraus: Warum sind Sie mir jetzt aus dem Wege gegangen gleichwie 'die Andern? Ich habe nach Niemanden mehr gefragt es ist mir gleich gewesen, ob mich eme? angesehen, oder ob ir an mir vorbeigegangen ist wie an etwas Giftigem. Gelacht habe ich heimlich darüber. Ich bin ja nun einmal der Zuchthäusler, derjenige, an den sie denken, wenn der Herr Pastor vom Abschaum der Menschheit sprich!. Einfältiges Volk! Sie aber, Herr, haben einmal, besser von mir gedacht ich hab's gemerkt, wenn Sie auch nie ein Wort zu mir gesprochen haben. Und da ist mir das harte Herz noch einmal 'weich geworden. Beten hätt ich können, daß Sie mich einmal anreden. Sie Haben's nicht gethan, schlimmer noch: auch Sie haben mich dann verabscheut und gemieden. Ich weiß, was manZhnen gesagt hat: ein Wilddieb sei ich gewesen, der dann den braven Förster aus Rache erschlagen! Ja. den braven Förster!" Der Mann unterbrach sich mit einem grellen Hohnlachen. Seine farblosen Lippen zuckten. Ein zaghafter Blick traf mich wie die Bitte, weiter sprechen zu dürfen. Ich nickte. Sie haben dm Mann eben um seines Amtes willen gehaßt. Ich begreife das. Und dann stießen Sie beide einmal zusammen, sodaß es hieß: er oder du selbst, Sie waren der Schnellere und " Nein, Herr;" unterbrach mich Wolf mit einem jähen Emporwerfen seines gewaltigen Kopfes. Nicht um seines Amtes willen habe ich den Bender so hieß er .gehaßt. Damals wilderte ich längst nicht mehr -und halte ihn darum auch nicht mehr zu fürchten. Keiner weiß, warum ich ihn haßte und tödtete keiner! Sie verständen mich ja doch nicht auslachen würden Sie mich! Wie ein Thier :fcin ich groß geworden. Ganz am Ende des Dorfes stand unsere Hütte. Der Wind pfiff durch die Ritzen, und der Regen tropfte auf unsere Betten aus Moos. In der Schule faß ich als letzter abseits von den .Kindern ehrlicher Leute, und die Bauern hetzten mich mit den Hunden vom Hofe, wenn ich um ein Stück Brot bltelte oder, als ich größer war, um Arbeit ansprach. Die Mutter lag am Fieber darnieder, jahrelang, vhneHilfe, ohne Arznei, u)ft ohne Essen. Der Vater trieb sich im Walde nmher, und wenn er ein Stück Wild verkauft hatte, war er betrunken und schlug uns, oder er saß im Gefängniß. Kaum zehn Jahre alt war ich. als er einmal länger als gewöhnlich nusblieb. Mein älterer Bruder ging endlich, ihn zu fuchen. Nach zwei Tagen brachte er ihn heim, todt, eine Kugel im Herzen. Nun lernte ich von meinem Bruder Schlingen legen, lernte auch ein Gcwehr führen man ivill essen, der Hunger ist ein böser Gast. Wie die Raubthiere nährten wir uns und wurden wir von den Menschen behandelt. Nur von einer nicht! Elvira hieß siez sie war des Lehrers Tochter, ein liebes, sanftes Kind. Sie theilte ihr Brot häufig mit mir und redete dem schmutzigen, zerlumpten Jungen gut zu, der oft dvr'Wulh heulte. Wir standen in gleichem Alter, aber ich hatte Respekt vsr ihr. Weil sie mich bat, lich ich das Wildern und Schlingenstellen und gewöhnte mich an regelmaßige. Arbeit in der Stadt, von der ich nur des Sonnabends nach Hause kam. Dann sah ich sie wieder ein glücklicher Moment jedesmal für mich! Ich kam zum Militär und war ein guter Soldat. Mein auptmann wollte mich behalten, und ich wäre heute ein geachteter Mensch, wäre nicht am Tage, bevor ich die Eapitulation unterschrieb, ein Brief von Daheim gekommen, mein Bruder liege auf den Tod darnieder, der Förster Bender' habe ihn beim Wildern ertappt und niedergeschossen. Nun mußte ich heim.' Nur noch einen Todten traf ich und Elvira war die Gattin des Försters geworden. Man hatte sie dazu lang: überreden müssen, denn er war ein harter, roher Mann; aber sie war nun versorgt! Einmal begegnete ich ihr. .Sie klagte nicht, aber 'sie sah aus wie

einer dvn dcn' traurigen, blassen En geln, die ich in den Kirchen abgebildet gesehen hatte. Das Herz im Leibe drehte es mix herum. In's Gesicht sagte ich es ihr, daß ihr Mann sie schlecht behandle. Sie wollte es zuerst abstreiten, nber das Lügen gelang ihr schlecht. Seitdem schlich ich wie ein Spürhund um die Försterei. Eines Abends sah ich die Beiden tor dem Hause. 'Bender saß bereits zu Pferde. Sie schienen zu streiten da plötzlich hob er die schwere Reitpeitsche und schlug sie mehrere Mal damit. Mir war, als träfe mich selbst jeder Schlag, als fei die Reitpeitsche eine glühende Ruthe, die auf meinen Kopf niederfalle. Wie ein wildes Thier, vor dessen Augen man sein Junges martert, kam ich mir vor. Schon spiang ich vorw!s, da ritt er mit einer wüsten Verwünschung davon. Ich konnte ihn nicht mehr einholen, aber ich lauerte ihm auf und traf ihn endlich hier, an dieser Stätte! Ich warf ihn nieder und schwor, ihm den Schädel einzuschlagen, wenn er sein Weib noch einmal schlüge. Wie eine Schlange wand er sich wüthend unter meinem 'Griff, mit einer gemeinen Beschimpfung sei ner Frau antwortete er mir dann griff er nach seinem Hirschfänger. Ich kam ihm zuvor, und da " Das Antlitz des Mannes erblaßte, die Lippen preßten sich fest zusammen. Ich bin nicht geflohen als es geschehen war, habe nicht geleugnet," fuhr er stoßweise fort. Während ich im Zuchthaus saß, ist sie gestorben sit hätte mich wohl nicht verstoßen, wie die andern alle! Gehen Sie nur weiter, Herr. s ist ja gleich, weshalb ich's gethan habe was kommt's draus an! Schuft heißt es, und man geht weiter!" Er hatte sich trotzig aufgerichtet der Trob der Verzweiflung, der mir in's Herz schnitt. Fast ohne zu wissen, was ich that, faßte ich nach der harten Faust und drückte sie. Atm Mann!" sagte ich leise.und da sah ich zum ersten Male seine Augen in Dankbarkeit aufleuchten. Er riß meine Hand an seine Lippen und eilte davon. Ich habe ihn nicht wieder gesehen. Das EhevcrspreHcn. Von A. Wolters.

Ellen 'Worbis fühlte sich recht einsam und .von aller Welt verlassen, als sie so mutterseelenallein in ihremStüb chen saß. Sie war sehr, sehr traurig! Eigentlich hätte sie froh und vergnügt sein müssen, denn sie hatte ja ihreu Prozeß gewonnen! Aber weit tnU fernt, froh zu sein, bedauerte sie es schon aus tiefster Seele, daß sie dem Drängen jenes eifrigen beweglichen .kleinen Advokaten Thompson nachgegeben und die Klage wegen Bruchs bei Eheversprechens gegen Henry Gibson angestrengt hatte. Sie erglühte jetzt von Neuern, als sie sich die Mienen der Richter vergegenwärtigte, welche diese beim Durch lesen und beim Erwähnen der Liebes, .briefe Henry's an Ellen gezeigt hatten. Wäre sie dem Rathe des Advokaten nicht gefolgt, dann könnte sie Letzt nachdem der, den sie über Alles in der Welt geliebt hatte und noch liebte diese Briefe als heiliges Bei wächtniß, als süße.wenn auch schmerzliche Erinnerung an den Geliebten be. trachten. An den Geliebten und an selige, glückliche Stunden, die sie mit ihm genossen Das war nun vorbei Alles Alles vorbei! Was nützten ihr nun die fünstausend Dollars, die Henry ihr sdä Entschädigung hatte zahlen müssend Sie ' bedürfte des Geldes nicht, denn ihre geschütten Finger, welche die wunderbarsten Goldstickereien anfertigten, verdienten viel mehr Geld, .als sie brauchte. Alles Gold in der Welt brachte ihr ja das nicht zurück, wonach sich ihre ganze Seele so unaussprechlich sehnte den verlorenen Geliebten! Ein Geräusch auf der schmalcnHolztreppe draußen schreckte Ellen aus ii rem schmerzlichen Versunkensein. Gleich daraus klopfte es an die Thür. Herein," rief das junge Mädchen unwillkürlich ohne an ihr thränenüberströmtes Gesicht zu denken. Die Thür ward geöffnet, und der bewegliche Advokat trat näher. Es war eine kleine, breite .Gestalt mit ro!hem, wie Borsten in die Höhe star rendem Haar. Die Augen waren wässerig, mit rothen Ringen unter den wimperlosen Lidern. Ellen zündete sofort jbic Lampe an. Der Advokat hatte mittlerweile ganz ungenirt Hut und Handschuhe auf einen kleinen Tisch gelegt, als ob sich sein Verweilen ganz von selber ver stün. ' Bitte, bitte, nehmen Sie Platz, lie. bes Fräulein," begann er, als er wahrnahm, daß Ellen erwartungsvoll stehen ; blieb. Ich kam nur. um ein wenig' mit Ihnen zu plaudern und Ihnen meine Gratulation zu dem glücklichen Ausgang des Prozesses zu bringen." Ich danke sagte Ellen kalt. Ich weiß ja, daß Sie Ihr Möglichstes thaten." ' Eine kleine Pause trat ein. Her? Thompson rieb verlegen die Hände aneinander und sagte: Sie Sie wissen doch, daß daß ich ein Junggeselle bin, Fräulein Worbis?'Nein. Herr Thompson," erwiderte Ellen gelassen. 1 ' Ja. ja, leider bin ich es. Es ist Unrecht von mir, daß ich nicht früher heirathete. ich weiß es! Aber ' Fräulein Worbis, Ihre Liebenswürdigkeit hat einen so mächtigen Eindruck auf mich gemacht. Nein, nein, bitte lassen Sie mich ausreden." fügte er hastig hinzu, als er sah, daß ihn Ellen

unterbrechen wollte' Ihre Liebenswürdigkeit ist für mich ein kostbarer Schatz, den ich besitzen möchte " Entschuldigen Sie," fiel ihm Ellen würdevoll in die Rede, ich bin nicht kiebenswürdig für Niemanden!" 0h, oh! Bitte Fräulein! Hören Sie mich ruhig an. Ich biete Ihnen meine Hand mit der Zeit werden Sie schon liebenswürdig gegen mich werden. Ich will Ihnen ein sehr guter, liebevoll Gatte sein. Ich rauche nicht, trinke nicht, spiele nicht, bin anspruchslos in meinen Mahlzeiten und überhaupt ein sehr guter Kerl, wenn man mich nur verstehen will. Nun sagen Sie. bitte, Ja", und es ist Alles in Ordnung!" Ich danke bestens. Aber ich sage lieber Nein!" Oh damit begnüge ich mich aber Aicht! Lassen Sie sich Zeit für Ihre Antwort. Sie brauchen sie mir ja nicht heute und morgen zu geben." Ich bleibe bei meinem Nein, verlassen Sie sich darauf!" versetzte Ellen in festem Tone. Ich werde mich im ganzen Leben nicht wieder verlobenl" Armes Kind! Ihre Gedanken weilen noch immer bei jenem abscheulichen Menschen, der Sie so tief beleidigte! Nun, wenigstens haben Sie die fünftausend Dollars Schmerzensgeld! Gold ist ein ganz hübsches Pflaster für solche Wunden! Das erinnert mich Gott, wie konnte ich

( nur nicht sofort daran denken dies Geld wurde selbstredend be: unserer Heirath für Sie sichergestellt werden, obgleich ich eine sehr gute, gewinnbringende Anwendung dafür wüßte!" Nochmals, mein Herr, ich danke Ihnen. Ich werde Sie aber me und nimmer heirathen und was das Geld betrifft, so schäme ich mich desselben so sehr, daß ich es sofort zu wohlthätigen Zwecken weitergeben werde!" Unsinn, Fräulein! Sie werden darüber später anders denken! Ich Wünschte, Sie an diesem verwünschten Henry Gibson rächen zu können. Am liebsten möchte ich ihn mit der Reitpeitsche züchtigen für das, was er Ihnen angethan! Aber erst dann wenn er das Geld bezahlt hnt!" Wenn Sie glauben, mir zu imponiren, indem Sie Henry beschimpfen, so irren Sie sich, Herr Thompson," bemerkte Ellen jetzt in heftigem Tone. Ich verbitte mir das! Ich dulde es nicht, daß man ihn beleidigt !" Ellen hatte sich stolz aufgerichtet, ihre dunklen Augen blitzten zornig. Er wird jedenfalls über Sie ander sprechen, als Sie von ihm. Gott weiß, wie schlecht er Sie jetzt überall macht!" sagte der Advokat hämisch. Außerdem brauchen Sie sich vor ihre nicht zu fürchten " Ich fürchte ihn nicht," sagte das junge Mädchen, nur mit größter Anstrengung die Thränen zurückhaltend. Er ist immer lieb und gut zu mir geWesen, und es war nur meine Schuld, mein Trotz, daß er die Verlobung rückgängig machte." Ellen wandte sich ab und schürte das Feuer in Wirklichkeit wollte sie ihr Gesicht verbergen. Heiße Thränen waren ihr in die Augen gestigen. Also ich werde mir die Antwort morgen holen," beharrte der Advokat. Nein und abermals Nein," sagte Ellen bestimmt. 'Ich wünsche Ihren Besuch nicht. Ich bleibe bei meinem Nein." Und jetzt verlassen Sie mich bitte für immer!" Adieu, Fräulein Worbis für jetzt!" Er griff nach Hut und Handschuhen und öffnete die Thür. In demselben Augenblick trat eine hohe Gestalt in's Zimmer. Thompson blickte den Neuangekommenen an und zögerte, das Zimmer zu verlassen. Aber ohne alle Umstände schob ihn derselbe einfach hinaus und machte ihm die Thür vor der Nase zu. Der Ankömmling war Henry Gibson. Ohne eine Einladung abzuwarten, zog er einen Stuhl herbei, und ohne einen Gruß gesprochen zu haben, fragte er heftig? Was hatte dieser kriechende Bettler hier zu suchen?" '. Er wollte mich besuchen, Herr Herr Gibson," antwortete Ellen mit zitternder Stimme. Oh ich muß gestehen, daß er Deine Sache vortrefflich geführt hat. Du bist ihm dafür natürlich sehr dankbar, nicht wahr?" Ja ich glaube ich ich weiß es nicht versetzte Ellen bei jedem Worte stockend. Das mußt Du wissen! Wenn er die Geschichte nicht verstanden hätte, dann würdest Du die fünftausend Dollars nicht gewonnen haben. Hier habe ich übrigens das Geld." Er klopfte bei diesen Worten bedeut, sam auf seine Brusttasche. Dann fuhr er fort: Ich wollte das Geld nicht erst durch die schmutzigen Finger eines solchen Kerls gehen lassen. Es könnte ein Theil an ihnen kleben bleiben. Nun folge meinem wohlgemeinten Rath, Ellen, und bezahle ihm seine Rechnung sobald als möglich." Sehr freundlich," stammelte das unge Mädchen mit müdem, traurigen Ausdruck in den Zügen. Aber ich glaube nicht, daß Herr Thompson mich betrügen oder Übervortheilen wird, denn denn er will mich heirathen!" Ein solches Geständniß paßte eigentlich nicht zu dem sonstigen Wesen Ellen's. Aber ein plötzliches Verlangen, ihrem früheren Verlobten zu beweisen, daß nicht Jeder ihren Besitz verschmähe, daß es noch Leute gab. die sie begehrten, füllte ihre Brust. Dazu, bäumte sich ihr Stolz mächtig auf bei dem Gedanken, daß es Henry so leicht geworden schien, sie aufzu-

eben.' obne einen besonderen Grund

dazu zu haben. Aber Du wirst ihn doch nicht nehmen?" fragte der junge Mann. Ich weiß es noch nicht l" Du kannst ganz andere Ansprüche machen," fuhr er erregt fort, mit dem, was Du Dir erspart und mit mit meinen fünftausend Dollars obendrein!" Vielleicht ja! Ich habe auch berijs andere Anträge gehabt!" sagte Ellen, immer noch mit niedergeschlagenen Augen. Den Teufel hast Du!" brauste er wild auf. Aber " Nun?" forschte er ungeduldig. Warum nimmst Du keinen der Anträge an?" Ich oh. ich heirathe im ganzen Leben nicht ohne " Ohne daß der Mann, den Du nimmst, ebensoviel Vermögen besitzt wie Du! Nicht wahr? Hier ist das Geld!" Er legte eine umfangreiche Brieftasche auf den Tisch. ' Hier zähle nach, ob es stimmt. Lauter neue Banknoten! Außerdem möchte ich aber doch nun endlich wissen, weshalb Du Dich eigentlich mit mir zanktest! Du weißt doch, es war am letzten Abend unseres Beisammensein " O Henry ich ich hielt es nicht für möglich, daß Du deshalb von mir fortbleiben, mich verlassen würdest wegen der paar heftigen Worte " Ich habe auch nie ernstlich daran gedacht, Dich zu perlassen!" Aber Du hast es gethan! Und Du hast so schlecht über mich gesprochen!" Ueber Deinen Trotz, Deine Ungerechtigkeit, ja! Aber ich weiß, gehässige Menschen haben meine Worte entstellt! JcZ wollte wiederkommen aber da horte ich, daß dieser Thompson um Dich herumschlich, daß er Dich verleitete, eine Klage wegen Bruchs des Eheversprechens gegen mich zu erheben und da lief denn auch mir die Galle über! So, nun zähle Dein Geld!" Ich ich will es nicht!" rief Ellen schluchzend aus, indem sie in einen Stuhl sank und das Gesicht mit beiden Händen bedeckte. Ich hasse es unde und" Und mich ebenfalls?" Henry war leise aufgestanden und neben sie getreten. Und mich ebenfalls?" wiederholte er sanft. Oh Henry!" stammelte sie. ihr thränenüberströmtes Gestchtchen zu ihm erhebend. Dann sank sie an seine Brust. Nun ist alles alles wieder gut!" flüsterte er innig. mm m m Die Wetteruhr. Er war sonst ein braver Mensch, mein Freund, der Großbauer Fritz Schneider und in seinem Fache auch überaus tüchtig. Er wußte nicht nur. wie man den Mist aufzuladen sondern auch abzuladen hat, welch letzteres bekanntlich häufig nicht mal wir Schriftsteller verstehen, wenigstens nicht hinsichtlich geistigen Düngers!Aber Französisch konnte er absolut garnicht und mit der deutschen Orthographie war es auch nur so so mit ihm bestellt; leicht erklärlich, denn er war eben aus Sahksen. Kürzlich war er nun mal wieder von seinem im Erzgebirge bclegenen Dorfe hier nach Berlin gekommen, um seine riesengroßen Kartoffeln an den Mann zu bringen und nach glatt abgewickeltem Geschäft bummelten wir also ein bischen durch die Friedrichstraße. Du, Heere mal, mei' Fremd," meinte Fritz da plötzlich auf dem Trottoir stehen bleibend, ehe ich dran vergesse, ich mecht mer doch noch so eine Wetteruhr mit nach Hause nähmen," Eine Wetteruhr, lieber Fritz? Ich weiß wirklich nicht, was Du meinst!" O, Du werscht's schon wissen. So e gleenes Ding nämlich, was die Demberadur anzeigt !" Ach so. Du meinst ein Thermome ter, mein Junge?" Ne, ne, so heeßt's niche! Mit 'ner Uhr war'sch was, ich gann nur im Moment nich auf den Namen gommen!" Hm, dann weiß ich wirklich nicht, was Du meinst!" Und wir bummelten gemüthlich weiter. Auf einmal bleibt Fritz, bums, vor einem Optikerladen stehen und ruft mit seiner Bärenstimme hocherfreut, daß alle Passanten aufguckten: Siehste woll, mei' Freind! Da hängt ja schon so enne Wetteruhr, so eene glecne reizende Raumuhr, wie se se nennen, die wer'ch mer nor gleich rausholen!" Und ehe ich ihn hindern konnte, war er im Laden und kam bald darauf mit einem ReaumurThermometer heraus! Naiv. Onkel: Warum schließt Du den Laubfrosch in den Schrank ein? Fritzchen: Großmama hat vorhin zur Rathut Hemze gesagt, der Storch käme bald wieder zu uns. Ausgeplau.der t Tante: Hast Du Papa schon gesagt, daß ich morgen wieder abfahre? Nichtchen: O ja, er hat mir gleich einen Groschen geschenkt! Wörtlich genommen. Lehrer: Kann mir Einer von Euch eine Stelle aus Schiller's Gedichten sagen, Zn welcher der Ackerbau vor allen andern Ständen gepriesen wird? Schüler: Ja, im Felde da ist derMann noch 'was werth. Neue.Wortbildung. A.: Du hast ja eine wahre Antipathie gegen Deme Frau!". B.: Ach das ist schon eine wahre 5antipathie!"

Crispi's Zcdan. Der große Jubel, welchen in ganz Italien die Kunde von dem Eintreffen des Oberst - Lieutenants Galliano mit den tapferen Vertheidigern von Maklalle im Lager des Generals Baratieri hervorrief, ist durch die Hiobspost von Adna in die tiefste Trauer verwandelt worden. Trotzdem die italienische Regierung auf das Eifrigste bemüht war. keine Nachrichten über die kritische Lane ihrer Streitmacht in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, wurde bekannt, daß Ras Sebat und Agos zum Feinde übergegangen waren u. die Lage der Italiener sich durch diefenAbfall höchst kritisch gestaltet hatte. Die abGeneralVaratieri. trünnigen Ras organisirten den Widerstand der ansäßigen Bevölkerung und an den Kämpfen nahmen nicht blos die militärisch geschulten Banden, sondern auch die Einwohner derDorfschaften Theil. Die abessynischen Dörfer liegen meist hoch oben auf Berakegeln und dahin zieht sich die Einwohnerschast zurück, wenn sie aeschlagen ist. Die Italiener hatten nicht Mannschaft genug, um. alle diese Felsennester zu belagern oder sonstwie unschädlich zu machen. Auf allen Seiten von fanatische Guerillabanden bedrängt, brauchte General Baratieri immer mehr Truppen, um sich der nach Zehntausenden zählenden Horden des Negus Menelik zu erwehren, und diese Schwierigkeiten wurden noch dadurch. daß er m steilen Gebirgspässen zu ope Ex-Premier Erispi. riren hatte, in hohem Grade erschwert. Die Katastrophe konnte General Baratieri wohl verzögern, aber nicht aufhalten. Bei Adua wurde seine Streitmacht von den Schoanern umzingelt und zum größten Theile niederge macht. Daß die Nachricht von Varatieri's furchtbarer Niederlage in ganz Italien nicht nur die tiefste Trauer, sondern auch einen furchtbaren Entrüstungsstürm gegen den Ministerpräsidenten Crispi, welchem als Förderer der itauenlschen Nahonalpolitik die Hauptschuld an dem nationalen Unglück beigemessen wurde, hervorgerufen wurde, war vorauszusehen. Diesem Sturm gegenüber sich zu halten, war Crispi außer Stande und er hat sein Amt niederlegen müssen. Als Verschwörer hat Francesco Crispi die politische Premier v. Rudini. Arena bestiegen und man hat ihn oft den Condcttieri im Frack genannt. Er war ein verwegener, rücksichtsloserPolitiker. der bei der Wahl seinerMittel vor Nichts zurückschreckte. Der Banca Romana - Scandal" hat Crispi mit eherner Stirn Trotz geboten, allein die Volkswuth, welche die Niedermetzelung von Tausenden italienischen Landeskinder hervorgerufen, hat ihn hinweggefegt, Adua ist sein politischesSedan geworden. Crispi's erbitterter 5?eind, der Marquis di Rudini, welcher bereits vom 6. Februar 1891 bis zum 5. Mai 1892 Premier - Minister gewesen, hat die Regierung übernommen. Durch die Blume. A.: Wo ist denn heute unser FreundMayer?" B: Aufs Eis ist er aeaanaen!" A: Heirathet der Mensch auch?" Malitiös. Dichterling:... Ich versichere Sie, ich kann nur des Nachts dichten!" Guter Freund: Aber da nehmen Sie doch einfach Schlafpulver!" . Einfalt vom Lande. Bauer (seinem Nachbar vom Theater erzählend, welches er zum ersten Mal in der Residenz besuchte): Schön war's, aber weißt, man sieht doch, daß es keine Wirklichkeit ist. 's ist einer imStück gestorben und 's ist nii amo! a Doktor dabei g'west.

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Schönheit. Ein Talisman, der. wohin man

kommt, die Herzen der Menschen erschließt und Siebe und freundliches Entgegenkommen gewinnt, ist Schönheit. Der Weg zum Herzen führt durch das Auge; ist dieses bestochen, o ist auch jenes leicht gewonnen. Unwillkürlich schließen wir von dem Aeußern auf das Innere und nehmen n, oatz eine schone Hülle auch einen schönen Inhalt berge. Lacht Di? dayer em liebliches Antlitz aus dem Spiegel entgegen, so trachte mit aller Mühe danach, daß Deine Seele dietm Antlitze entspreche. Müßtest Du Dich nicht beschämt fühlen, wenn die Menschen, die Dein AeußereZ anzieht, sich enttäuscht abwenden, nachdem sie Dein Inneres kennen gelernt? Wenn sie entdecken, daß Deine sanften Züge einen heftigen, reizbaren Sinn, Deine edle Stirn Oberflächlichkeit und Gedankenleere, Dein leuchtendes Auge ein kaltes, hartes Herz verdecken? Eitel oder stolz darf man auf seine Schönheit nicht sein, aber sich ihrer dankbar freuen, das darf man wohl. Deine Schönheit ist ein Segen wie das Glück, wie das Genie." Die Schönheit der Züge, das Ebenmaß der Gestalt sind Vorzüge, welche die Natur ohne unser Zuthun gab, schon deshalb sollte man sich hüten, ihnen zu viel Werth beizulegen. Nur was man durch eigene Kraft. Mühe und Sorgfält errungen hat, darf einen mit stolzer Befriedigung erfüllen. Wie kommt, es aber, daß äußere und innere Schönheit so selten zusammengehen, daß ein schönes Innere sich viel häufiger in einer unscheinbaren, als in einer glänzendcn Außenseite findet? Ist es für den. der Schönheit besitzt, denn schwe rer, gut zu sein, als für einen Anderen? Ja. das ist es. Wenn man von Kindheit an um seiner Schönheit willen gepriesen wird und sieht, welcher Werth ihr von den meisten beigelegt wird, ist es dann nicht natürlich, wenn man sie überschätzt? Gewohnt, daß die Herzen Dir von selbst zufliegen, wirst Du die Liebe, die man Dir entgegenbringt, bald als ein Recht ansehen. Das Bewußtsein, daß Du den Leuten gefällst, wie Du bist, wird Dich abhalten, an Deiner inneren Vervollkommnung zu arbeiten. Die stete Beschäftigung mitDir selbst wird Dich selbstsüchtig machen und unlustig. Deine Pflichten im Hause getreulich zu erfüllen, und statt zu einer Quelle der Freude wird Deine Schönheit zu einer Quelle des Unbehagens für Dich und Andere. Du hast Dir die Schönheit nicht gegeben, und Du vermagst sie Dir nicht für immer zu erhalten, ein paar Jahr weiter, und sie ist dahin. Versäume es daher nicht. Dir Schätze zu erwerben für die Zeit, da die Schönheit Dich verläßt und mit ihr die Bewunderung unj Huldigung aufhört, mit der man Dich jetzt überschüttet. Wie einsam und öde müßte das Leben Dir dann sein, .wenn Du es nicht verstehst. Dir um Deiner selbst willen Liebe zu erringen. Genieße Deine Schönheit, falls die Natur Dich damit beschenkte, und laß sie Dir ein Antrieb zu allem Guten sein, ist sie Dir aber versagt geblieben, so trauere deshalb nicht. Du kannst schön erscheinen, auch ohne es zu fein. Oder glaubst Du, daß Dein von Liebe und Zärtlichkeit strahlendes Antlik Deinen ! Eltern, Deinem Bräutigam oder Gat-

ten nicht schon erscheint, auch wenn es den Regeln der Schönheit nicht entspricht? Der Arme, dessen Noth Du Dich liebreich erbarmst, wird einen Engel in Dir sehen, wie auch Dein Anttitz gebildet ist. Die Schönheit des Herzens, die Tüchtigkeit des Strebens. die wohlgepflegte Geistesbildung, Güte und neidlose Bescheidenheit lassen schön erscheinen, wenn nicht für Alle, so doch für die, welche mit dem Herzen zu sehen verstehen. Hast Du noch nie ein Antlitz gesehen, das an sich unschön. Dich doch unwiderstehlich anzog, weil aus jedem seixer Züge Güte und Klugheit sprachen? Kennst Du Niemand, der Dir, als Du ihn zum ersten Male sahest, häßlich erschien, und der, als Du ihn näher kennen lerntest. Dir von Tag zu Tag schöner dünkte? Eine solche Schönheit, die zuerst von unserem Herzen und dann von unseren Augen wahrgenommen wird, übt eine viel dauernde und tiefere Wirkung auf uns, als wenn sie durch unser Auge zu unserem Herzen dringt. Die sorgfältige Pflege. Deiner inneren Schönheit vermag aber nicht allein Dich schön erscheinen zu lassen, sie ist auch im Stande, Dich wirklich zu verschönern. Aeußeres'und Inneres eines Menschen stehen stets in Wechselwirkung zu einander. Wie der Zorn, der Mißmuth. die Begehrlichkeit ihre entstellende Schrift allmälig auch auf das schönste Antlitz schreiben, so drücken auch Güte, Sanftmuth, Bescheidenheit dem Antlitz mit der Zeit ihren Stempel auf. Trachte deshalb danach. Dein Gesicht zum Spiegel Deines Innern zu machen, wenn . der Blick, Deine Züge die Schönheit Deines Innern erkennen läßt, dann hast Du, auch ohne schön zu das höchste Ziel erreicht, das der Schönheit gesetzt ist. Mißverständniß. Kunde: Hier bringe ich Ihnen den Wein wieder, ich habe ihn gekostet, aber er ist mir zu sauer!" Weinhändler: Bedaure. im angetrunkenen Zustande keine Flaschen zurücknehmen zu können." Kunde: Gut. dann will ich morgen früh wiederkommen, wenn Sie wieder nüchtern sind." Bedenklicher Fall. Onkel: Da lese ich in der Zeitung dok ein Professor auf Hundertmarksch?! nen M'kroben entdeckt hat!". .Neffe (Student): Leih. mir einen, ich werde ihn untersuchen !"