Indiana Tribüne, Volume 19, Number 177, Indianapolis, Marion County, 15 March 1896 — Page 7
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Cm wirkliches Drama. 5luS den Papieren eines amerikanischen Tetectivs, von W. v. SchierKrand. 1. Die Italiener haben ein Sprichwort: Die Rache ist ein Gericht, das kalt gegessen werden muß. An dieses Wort erinnerte mich der Fall Brock - Hillert. In die Öffentlichkeit ist nie viel gedrungen über die Ereignisse, die jenem grausen Trauerspiel zu Grunde lagen, und doch war es ein solches, wie es selbst die kühnste Phantasie selten ersinnt. Eines Tages brachten die MorgenZeitungen unter fetten Aufschriften folgende Notiz: .Bei der Vorstellung im GaietyTheater, an der Ehestnut Street, gab es gestern Abend kurz vor Schluß einen tragischen Zwischenfall, der allgemeine Theilnahme und Entsetzen hervorrief. Der bekannte Zauberkünstler Signor Stell wurde, als er eine seiner packendsten Leistungen, das Fangspiel mit den catalanischen Dolchen, ausführte, von einem Mitwirkenden, dessen Name noch nicht bekannt gegeben ist, so unglücklich getroffen, daß die Klinge des einen Messers ihm 6 Zoll tief in die Kehle drang und seinen .sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Vorhang fiel sofort und es entstand eine Panik unter dem Publikum, die indessen. Dank der Umsicht und Entschlossenheit des anwesenden Polizeilieutenants Murray, ohne schlimme Folgen ablief. Die Leiche des Verunglückten denn um einen Unglücksfall hat es sich offenbar gehandelt ist vom Coroner mit Beschlag belegt worden, und eine eingehende Untersuchung ist in Aussicht gestellt. Der unbekannte Thäter ist gleich nach dem Geschehenen verschwunden. Er sowohl wie der Todte waren Deutsche von Geburt." Diese Darstellung, die wenigeStunden nach dem Ercigniß selbst geschrieben war und die Wahres undFalsches. so wie es sich eben in der Eile durch die Reporter hatte feststellen lassen, enthielt, ist so ziemlich Alles geblieben, was über diese eigenthümliche Angelegenheit in die Öffentlichkeit gelangt ist. Noch während der Nacht wurde ich vom Polizeichef Anderson mit Erforschung der wahren Umstände betraut. Ich begab mich also sofort auf die Suche nach dem Thäter. Es kostete mich einige Mühe, um das Hotel ausfindig zu machen, wo derselbe in hiesiger Stadt abgestiegen war, denn der Theaterdirector und der Regisseur hat'ten den Kopf verloren unter all' dem Wirrwarr, der entstanden war. Nachdem ich jedoch erfahren, daß Signor Alberoni so war der Vühnenname des Thäters im Brix House, einem kleinen, billigen Hotel der Westseite, wohnte, begab ich mich sofort dahin. .Jawohl sagte der Nachtclerk deZ. Hotels, der offenbar noch nichts von dem Vorfall im Theater wußte, der Signor ist vor einer Stunde nach seinemZimmer hinaufgegangen, nachdem er eine Flasche Wein an der Bar gekauft und mir besondere Jnstruction gegeben hat. ihn unter keinen Umständen zu stören, denn er wolle einen langen Schlaf thun." . Nummer 17 das war's. Ich lauschte an. der Thür. Kein Laut. Dann klopfte ich stark. Keine Antwort. Nochmals horchte ich selbst der Athemzug eines Lebenden war nicht zu vernehmen. Ich ahnte Böses. Und da auf allen Lärm mir im Innern des Zimmers nichts antwortete, so rief ich den Clerk herbei und ließ mir einige Werkzeuge bringen, um die Thür zu öffnen. Allein das Schloß widerstand, vermuthlich weil von innen verschlolfen und verriegelt. Vermittels einer Leiter stieg ich dann hinauf bis zur Höhe des Oberlichts über der Thür und warf einen Blick in das Zimmer. 'Drinnen am Tische saß eine menschliche Gestalt halb entkleidet und regungslos. Gehörte sie einem Todten an? Ich klappte das Oberlicht zurück und ließ mich dann vorsichtig in's Zimmer, meine Rechte mit dem zuverlässigsten aller Freunde, einem trefflichen Colt'schen Revolver - bewaffnet. Die Gestalt am Tische regte sich nicht. Signor Alberoni war todt. 2. Fünf Stunden blieb ich in jenem Zimmer. Die Morgensonne eines kalten Wintertages goß schon ihr bleiches Licht durch die blinden Scheiben, als meine Pflicht schließlich beendet und meine Auskunft vollständig war. Der Todte dort im Stuhl, dessen wahrer Name Albert Brock war. hatte sich selbst entleibt, und der andere Todte, der jetzt in der Morgue mit glanzlosen Augen in's Leere starrte, war sein Opfer. Ich rief einen Polizisten vom Hauptquartier durch's Telephon herbei und ließ ihn als Wache zurück in dem Zimmer des Hotels, während ich bald darauf dem Chef meinen Rapport machte. Ein Bündel Papiere, Briefe, Notizbücher, das Tagebuch des Selbst mörders und einige Photographien, die ich bei aenauer Durchsicht des Ge päcks entdeckt und durchstudirt hatte, nahm ich mit, denn zusammen bildeten , sie das erschöpfende Material zu einem wirklichen Drama aus dem Leben. Den Rest des Giftes und den Boden satz in dem Weinglase,' aus dem sich Brock den Tod gegeben, siegelte tch sorgfältig ein, und so war ich denn in der Lage, dem Chef ein ganz genaues ad der Tragödie zu geben, um die es sich handelte. Sie war durchaus nicht alltäglich. t Der Chef ließ sich auch ganz detaillirtBericht erstatten von mir und dann ordnete er an. daß völligesStillschweif,,mnkrt werden solle über den
Fall. rE3 kann zu nichts I2iiu. führen, wenn die Sache an die große Glocke gehängt wird," bemerkte er, und ich pflichtete ihm bei. Die amtliche Leichenschau durch den Coroner verlief, wie diese Formalität fast immer verläuft, und einige Tage später ruhten die beiden Todten, die sich im Leben glühend gehaßt, auf demselben Friedhofe friedlich bei einander. Der Theaterdirector und seine Gesellschaft bezahlten die doppelten Begräbnißkosten, und auf beiden Grabhügeln wurde eineAnzahl Krän'ze und Anker niedergelegt, die sich dunkel von dem schneebedeckten Boden abhoben.
Eine Woche später war der Vorfall vergessen. Die Großstadt mit ihrem Hasten undTreiben, ihrem wechselnden Interesse und überstürzenden Neuigleiten hatte den Vorfall in ihrem Strudel verschlungen. 3. Aber interessant var der Fall BrockHillert doch. Vor Jahren waren diese Ziwei aute Freunde aewesen in Co blenz am Rhein. . Beide waren sie ehrgeizig und tüchtig in ihrem Fache Albert Brock als Mechaniker 'und Optiker, Rudolf Hillert als Architekt. Da erfaßte sie die Leidenschaft für ein und dasselbe Madchen, und von der Stunde an war's vorbei mit ihrer Freundschaft. Beide warben sie um die Hand der Schönen, die wegen ihrer Gefallsucht und ihrer Reize gleich berannt war m der Stadt. Eme Zeit lang schien sie Rudolf Hillert zu begünstigen, dann aber plötzlich neigte ich die Wagschale zu Gunsten von dessen Nebenbuhler. Bald darauf war die Hochzeit. Am Vorabend derselben war Hillert abgereist, wie es hieß, m Berufsgeschäften nach Frankreich. Als er nach einigen Monaten zurückkehrte, hörte er zu seinem Erstaunen. daß das Wesen Adelheids, nunmehr die Frau eines Anderen, sich seit ihrer Vermählung gänzlich verändert habe. Aus dem eitlen, gefallsuchtigen Mädchen war eine züchtige, liebende Gattin geworden, die mit voller Seele an ihrem Manne zu hängen schien und die von diesem wiederum auf Händen getragen wurde. Hillert knirschte mit den Zahnen. Eme rasende Eifersucht bemächtigte sich seiner, und seine Blicke weissagten nichts Gutes. um so verwunderlicher war es, daß er die ersteGelegenheit wahrnahm. um sich dem Paare zu nähern, ihm seme verspäteten Gluckwunsche darzubringen und dabei über seine eigene Bewerbung in der liebenswürdigsten Weise zu scherzen. Albert, der thatsächlich den Freund schätzte und werth hielt, beförderte die gesuchte Annäherung und Versöhnung aus's Beste, obwohl sein junges Weibchen hierzu eine ernste Miene aussetzte. Indeß blieb Rudolf nach wie vor sich gleich in seixitz scheinbar echten Freundschaft für n:v r , uic zeiocn, unu o gelang es inm oenn bald, der unentbehrliche Hausfreund der Zwei zu werden. So gmgen die Dmae 6 Monate lang, und in der Stadt fing man an, die wiederhergestellte Freundschaft der Beiden natürlich zu finden, obwohl es r . r c i ooz Jungen gao, oie oenaupzeien, Rudolph gehe in seinenBeziehungen zu der reizenden jungen Frau viel weiter. als es deren guter Ruf erlaube. Indessen diese Gerüchte drangen wohl nicht zu den Ohren des Ehemannes, denn der schien völlig ahnungslos zu sein, daß etwak in seinem Hausstand nicht in Ordnung sei. Da. eines Abends, verbreitete sich plötzlich die Kunde durch die Stadt, daß Rudolf Hillert mit Adelheid, der Frau seines Freundes, gefluchtet sei. Und so war es auch. Die guten Freunde, die zur rechten Zeit kein Wort der Warnung für den blinden Ehemann gehabt, lietzen es sich zetzt angelegen sem, denselben von all' den Vorgängen zu unterrichten, die der Flucht der Beiden vorangegangen waren. Aber Albert Brock hörte sie ruhig und aufmerksam an, dankte dann und ließ Nichts von semen weiteren Absichten verlauten. D Flüchtigen sollten sich, so hieß es, nach England gewandt haben. Bedächtig traf Albert Brock seine Vorbereitungen. Nach mehreren Monaten erst war es ihm gelungen, seinen Laden mit Einrichtung und Kundschaft zu verkaufen. Er erhielt eine bedeutende Summe dafür. Am nächfien Morgen war er , verschwunden. Mehrere Jahre lang hörte man nichts von ihm in der Heimath. Da besuchte einst ein Deutsch - Amerikaner seine Heimathstadt, und der behauptete, Albert Brock drüben in Amerika, unter einem anderen Namen, bei einer Vorstellung im VarietS - Theater in Cleveland gesehen zu haben. Und das war ganz richtig. Albert Brock, der einen Eid geschworen, daß er sich an dem Unhold, der sein ganzes Lebensglück zerstört, rachen wolle, war diesem gefolgt. Wie sein Schatten, aber ungesehen und unbewußt, hatte er sich an die Fersen seines Wildes geheftet, erst in England, dann war er'ihm über den Ocean nach Amerika gefolgt. Als Hillert in seinem Berufe keinen Erfolg hatte und, seine Amateurkünste in der Salonzauberei benutzend, zur Varietätenbühne übergegangen war. da hatte Brock das Gleiche gethan, immer mit der Idee, daß einst, die Stunde schlagen werde, wo er seine Rache nehmen werde voll und ganz. Einst, in Chicago, hatte Brock sein treuloses Weib getroffen. Es war im Park. Sie wich ihm anfänglich aus, aber als er sich ihr näherte, da sah sie ihn mit Thränen in den Augen an und beichtete. Es war ein Leben voll Elend, voll Schuld und Gewissens- ! bisse, das sie enthüllte. Die Neigung.
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welche die flatterhafte jftnrn einst in die Arme deS Verführers getrieben, war bald verraucht, als sie sah. daß er so ganz anders sei, als sie geglaubt. Auch bei ihm war die Leidenschaft bald verraucht, und jetzt herrschte schon seit längerer Zeit Unfriede zwischen den Beiden. In seinem maßlosen Zorne hatte sich ihr Verführer, wie sie mit strömenden Augen und bleichen Wangen gestand, sogar mehrere Male hinreißen lassen, seine Gefährtin zu mißhandeln. Ich werde Dich rächen, Adelheid, ihn todten!" hatte Albert grimmig gerufen. Aber sie flehte und bat, dies nicht zu thun so lange sie lebe. Und er hatte es versprochen. Ab einst einst seine Stunde schlägt noch!" so hatte Albert düsteren Auges gemurmelt. Nun war sie gestorben das Weib, das ihrem Verführer seit Jahren gefolgt über den ganzen Contineni hin. Als Albert dies erfuhr, da war sein Plan reif. An jenem Abend, von dem ich oben berichtete, hatter sich, unter Angabe eines Namens, den sein Feind noch nie gehört, den Zutritt zu der Truppe gesichert, deren hervo?xagendstes Mitglied Hillert war, und so war's ihm leicht geworden, seine Rache zu nehmen. Damit war aich sein Lebenszweck dahin. Unter den Äufzeichnungen unter seinen Papieren, die ich in jenem Hotel fand, war auch eine, die deutlich besagte, daß er den Tod seines gehaßten Nebenbuhlers nickt überleben wolle. Ja, es passiren doch noch viele Dinge, von denen iie allwissenden Zeitungen nichts berichten. Der Dieustman alS Länger. Humoreske von Max Hirschfeld Mein lieber Herr Walter! Soeben höre ich, daß Sie hier angekommen sind. Thun Sie mir den Gefallen und kommen Sie heute Abend auf meinen Maskenball. Bringen Sie aber ein paar hübsche Liederchen mit. Erkenntlich werde ich schon sein. Es grüßt unbekannterweise Ihr ergebener Zucker, CommercienratrI Gelinde beurtheilt, eine großartige Naivität!" grollte der Tenorist Walter, der, für die Stadtoper neu engagirt, im Hotel abgestiegen war. Ich habe nie etwas von dem Mann gehört, und nun ladet er mich ein, als wäre ich sein intimster Diener. Mag er auf mich warten." Der Sänger wurde jedoch anderen' Sinnes, als er ein zweites Couvert erbrach und Folgendes las: Sehr geehrter Herr! Sollten Sie von der Reise nicht allzu ermüdet sein, so wäre es mir licb, Sie heute Abend auf dem Maskenball des Commercienraths Zucker sprechen zu können. Eine Einladung haben Sie wohl erhalten. Fräulein Dora Ebner, welche Sie ja kennen, wird ebenfalls da sein. Mit bestem Guß Schulze, Director." Ja, gewiß, Fräulein Dora Ebner, die erste Sängerin der Oper, kennt er. Er liebte sie sogar, und ihretwegen hatte er das Engagement angenommen. Ihretwegen wollte er auch die Einladung annehmen. Er ließ einige Masken - Anzüge zur Auswahl kommen. wählte ein polnisches NationalCostüm, schlüpfte hinein und fuhr auf den Maskenball. Die Larve ließ er in der Garderobe. Dann stellte er sich dem Hausherrn vor. welcher ihm erfreut die Hand drückte und sagte: Sehr schon von Ihnen! Sie werden bald .'rankommen." Als Walter Fräulein Ebner gefunden hatle, vertiefte er sich in eine Unterhaltung mit ihr, rn welcher er da durch gestört wurde, daß man die Sangerm bat, em Lied vorzutragen. Sie folgte lächelnd der Aufforderung und sang mit gßem Beifall einige Lieder. Darauf wandte sich der Commercienrath an den Tenoristen: Herr Walter, bitte,, singen Sie etwas." Thut mir leid, bin heute nicht bei Stimme " . Das kennt man, alles Ausreden. Genieren Sie sich nicht " Ach bitte, flüsterte ihm Dora zu, singen Sie, ich möchte Sie auch einmal nach so langer Zeit wieder hören." Uno Walter sang, er sang so schon, wie vielleicht nie in seinem Leben, denn seme ganze Liebe zu dem anwesenden Gegenstande.seines Herzens legte er in die Töne. Die Anwesenden waren weg vor Entzücken, die Damen umringten den Sänger, und warfen ihm schwärmerische Blicke zu. Eine echt silberne. waS sag' ich, eine goldene Stimme!" rief der Commercienrath. Jetzt verabschiedete sichFräulein Ebner, und als sie fort war, wollte auch der Tenorist sich aus dem Staube machen. Aber der Hausherr hielt ihn fast mit Gewalt zurück. So setzte er sich denn, mit dem Vorsatz, die erste Gelegenheit zumEntßchlüpfen wahrzunehmen, als er plötzlich von einemDiener herausgerufen wurdet In der Garderobe stand ein Dienstmann, der ihm ein Schreiben übergab. Dasselbe kam vom Operndirector, der ihm mittheilte, daß. es ihm leider nicht möglich sei, auf dem Balle zu erscheinen. Gut!" sagte er und wandte sich um, als ihn plötzlich ein Gedanke durchfuhr. Mein Lieber." sagte er zu dem Dienstmann, wollen Sie feine Delicatessen essen, schone Weine trinken und noch zehn Mark verdienen?" Das rothe Gesicht des Mannes erglänzte, und seine Nase schien in einem höheren Purpur zu strahlen. Sie haben nichts zu thun, als dieses Costüm anzuziehen, die Larve vor das Gesicht Lu legen, in den Saal zu
gehen, zu' essen und' zu trinken, und auf Alles, was man Ihnen sagt, den Kopf zu schütteln oder Nein" zu sa-
gen!Der Dienstmann zöaerte noch, doch wich sein letztes Bedenken, als Walter hm em blankes Zehnmarkstück entaegenhielt. Mit einem allaememen .Ab!" wurde der in den Saal tretende Mann in dem Polen - Costüm empfangen. Ader, bester öerr Walter, wollen Sie die Larve nicht ablegend fragte der Commercienratb. Ein Kovfsckütteln war die Antwort. Aber diese Idee! Sie waren dock vorher ohne Larve, und man kennt Sie jetzt doch sehr genau!" Ein Gemurmel erfolate. aus welchem nur das Wort Durst" deutlich herauszuhören war. Was? Durst haben Sie? Das bätten Sie gleich sagen sollen!" Es war eme Lust, den vermemtlichen Sänger am Büffet zu beobachten. und es stand em ganzer Damenflor um ihn herum, der ihn mit dem größten Interesse beobachtete. Das allgemeine Urtheil lautete dahin, daß die Leistungen des Sängers im Essen und Trinken beinahe so bewundernswerthe seien, als auf musskalijcyem Gebiete. Endlich, endlich schien er aesättiat. und nur die Bowle würdigte er einer weiteren Beachtung. Jetzt nahte sich em Backfisch mit emem Autographenfächer. Bitte, schreiben Sie etwas darauf." sagte sie. den Stift hinhaltend. Mir auch! - riefen einige andere, ebenfalls mit ihren Fächern kommend. Der Sänger" befand sich in großer Verlegenheit. Er schüttelte immer den Kops und sagte: Nein!" Wollen Sie wohl etwas schreiben. Sie böser Mensch?" flüsterte die Tochter des Hauses. Der Dienstmann erschrak. Er hielt das für einen officiellen Tadel. Was was soll ich schreiben?" stotterte er. Schreiben Sie, was ich Ihnen dictiere: Wandle aufRosen und Vergißmeinnicht!" Er schrieb: Hadle auf Hosen und vergiß mein nich!" Ein reizender Scherz!" sagten die Backfische. Aber nun. bitte. Ihren Namen hören Sie doch. Ihren Namen sollen Sie darunter schreiben." Und derDienstmann schrieb: Spulike." Nein, das ist schon' ein zu weit getrieben Scherz." grollten die Backfische. Aber schon hatten sie eine andere Idee. Bitte, bitte, eine Locke!" Er schüttelte den Kopf. Hören Sie nicht?" sagte dieTochter des QauseS. .5ier ist eine Sckeere. Darf ich Ihnen eine Locke Jhreö Haares abschnttvenz Der .Sänaer" nabm schnell sein Barett vom Kopfe, hob die Perücke ab und reichte sie der schonen Fragenden. Zuerst standen die jungen .Damen starr vor Staunen, dann aber brachen sie in ein heiteres Gelächter aus, und als die Musik einen flotten Walzer begann, stürmten sie alle davon in den Tanzsaal. Kaum sah sich der Dienstmann allein in dem Buffetraum, als er leise ausstand und sich die Taschen mit Kuchen und Confect zu füllen begann. Denn der gute Mann dachte an seine sechs Kinder. Erschreckt hielt er inne. als plötzlich der Commercienrath vor ihm stand. Nur zu, Herr Walter, nur zu. lassen Sie sich nicht stören. Greifen Sie nur zu. Aber nicht wahr, jetzt singen Sie auch etwas?" Wenn Spulike in der Diensimannskneipe beim Glase Branntwein saß. forderten ihn seine Kameraden oft auf, etwas zu singen, denn er kannte eine Menge komischer Lieder. Er glaubte, der Commercienrath wollte dies Talent für ein Aequivalent für das Confect in Anspruch nehmen und ohne weitere Ziererei begann er sofort mit gröhlender Stimme: v Neun kleine Negerlein " Eine düstere Ahnung befiel den Commercienrath. Mit einem Satze sprang c? auf Spulike zu und riß ihm die Larbe vom Gesicht. Mensch, wer sind Sie denn?" Dienstmann Spulike No. 104, Herr' Commercienrath." Wie können Sie es wagen, hierher zu. kommen r s Spulike erzählte getreulich, wie er zu seiner Maske gekommen sei. s Hören Sie, mein lieber Herr Spulike," sagte der Commercienrath, hier haben Sie noch zehn Mark. Nun entfernen Sie sich durch jene Hinterthür und schweigen Sie über den ganzen Vorfall." . Es gab an diesem Abend keine vergnügtere Familie als die des Dienst-n.-anns Spulike. . ine gefäyrliche Ballonfahrt. "i . Bekanntlich war nach der a'änzlichen Zinschließung von Paris durch die oeutjchen Truppen m Jayre 18 u em Entkolnm, slu der Stadt nur durch Luftballons möglich, und dieser Weg wurde denn auck von etwa 150 Per o aen mitMa 5 NallonS benukt. die außerdem noch vier Millionen Briefe r c . L f- tv v -5 ocTcrcciten. XJon vielen bfc auons wurden" fünf vom Feinde gefangen. xtoti ai.islpn t'Tlnrtn und kamen wahr scheinlich im Kanal um. während jener. um , den es sich hier handelt, auf dem Givfel des Lifield in Norwegen landete. nbckkein er die weite Reise in etwa 14 Stunden zurückgelegt hatte. Die Melden b-r-r fühnm. ungewissen Luftreise waren der damals 29 Jahre tv, lV tf M l 4ine Ingenieur naul noiler uno oer Franktireurofficier-. L. Dechamps, lveicue am va inn--iu i., n
Uhr 40 Minuten in Paris aufstiegen, I um Depeschen des Generals Trochu, 1
des Befehlshabers von Paris, nach der Loirc-Armee zu übermitteln, außerdem aber noch fünf Centner Privatbriefe.' zehn Säcke Ballast und sechs Brieftauben mitnahmen. Der Wind blies scharf aus Süd-Süd-Ost und alles ging Anfangs gut.. bis sie Morqens gegen sechs Uhr beim Anbruch des Tages sich üöer dem Meere wiederfanden, ohne irgendwo Land zu erblicken. Dechamps verlor sofort alle Fassung, wogegen sein Gefährte Rolier kaltblütig ver kritischen Lage entgegensah. Gegen 11 Uhr Morgens erblickte er einSchiff, er ließ den Ballon bis einige Yards über dem Wasserspiegel herab in der Hoffnung, daß man den Ballon auf dem Schiffe bemerke' Dieses aber änderte plötzlich seinen Kurs und die Luftschiffer stiegen hierauf, nach Auswerfen sämmtlicher Ballastsäcke und eines Briefbeutels wieder zu einer Höhe von etwa 6500 Fuß empor. Gegen 1 Uhr erfaßte beide Insassen der Gondel eine solche Mutlosigkeit, daß sie sich entschlossen, den Ballon anzuzünden und lieber freiwillig in den Tod zu gehen, als die Qualen der Angst und der anmmiaen Kälte noch länger zu ertragen. Aber glücklicher Weise gelang es ihnen nicht, die mitgenommenen Streichhölzer zu entflammen, da diese ganz feucht geworden, die Kleider aber und jede Fläche mit dickem Reif überzogen waren. Kaum eine Stunde später, nämlich gegen 2 Uhr 30 Minuten, bemerkten die Luftschiff einen Berggipfel. Sie veranlaßten das Sinken des Ballons und blieben auch sofort mit der Gondel in einem Baumgipfel hängen. Roller schwang sich heraus, wogegen Dechamps mit den Fußen sich lm Ankerseil verwickelte und mit dem Kopf nach unten an diesem hing; in diesem Moment begann der Ballon plötzlich wieder rasch zu steigen, doch gelang es ittolier, noch rechtzeitia semen Gefahrten zu fassen und zu befreien, während der Ballon ihren Blicken entschwand. So standen wir nun," berichtete nachher Dechamps, wie durch ein Wunder gerettet, aber unsere Aussichten waren sehr wenig tröstlich. In einem unbekannten Lande, dem Hunger und der Kälte ausgesetzt, ohne weitere Kleidung, da der Ballon entwichen und unsere ganze Ausrüstung, Lebensmittel, sowie die Briefschaften Mitgenommen hatte! Auf gut Glück wählten wir die Richtung nach Süden und marschirten zwei Stunden angestrengt weiter, als Rolier vor Ermattung zusammenbrach und lm Schnee liegen blieb. Mit Mühe schleppte ich ihn in ein nahes Gebüsch, wo er sofort einschlief, wahrend ich, ebenfalls todtmüde, den Marsch fortsetzen wollte, dabei aber in nächster Nähe eine kleine, mit Heu gefüllte Hütte entdeckte, in die ich den halberstarrten Rolier trug, ihn und mich in das Heu eingrub, wo wir warm gebettet bis zum Morgen des nächsten Tages schliefen. Bei Fort setzung unserer Fußrene fanden wir bald die Spuren eines Schlittens und gelangten, ousen folgend, in eme von Menschen bewohnte Hütte. Aus den Holzhauern, als welche wir unsere Wirthe erkannten, brachten wir trotz der Unmöglichkeit einer weiteren Berständiauna doch heraus, daß wir lN Norwegen und nicht sehr weit von Christian! seien. Nachdem die Leute uns mit Schweinefleisch. Kartoffeln. Schinken und Milch m hevenswurdigster Weise gestärkt, fuhren sie uns mit einem Schlitten zunächst nach Siliorb. von wo aus man uns nach eintägigem Aufenthalt über Kungsberg nach Christiania brachte; dort verbreitete sich unser Abenteuer mit Blitzesschnelle durch die Stadt und bald waren wir die Löwen des Tages. Bald darauf lief auch eme Depesche ein, daß unser Ballon im Kirchspiel Kordsbarred, nördlich von Drammen. . . . i r (Vt.n gelandet uno nur seinem jnyau wohlgeborgen sei. Der Ballon war zuerst zu Mandal im südlichen Norwegen gesehen worden, und schon am 25. November brachten die Londoner Abendzeitungen eme Depesche von dort, des Inhaltes, daß daselbst ein Ballon, jedenfalls von Paris verschlagen und nach Norden hm sich dewegend, gesehen worden sei." Der Ballon, den die Luftschiffer zum Dank für ihre gastfreie Aufnahme in Skandinavien der Universität Christiania als Andenken überließen, lag lange im Keller der Hochschule unbeachtet. Der Ballon war übrigens durchaus primitiver Natur, immerhin darf aber wohl seine Reise als die größte, die je ein Ballon gemacht, bezeichnet werden, da die Entfernung zwischen Skandinadien und Paris gegen yöu engnicoe Meilen beträgt, die er also in 14$ Stunden zurücklegte: dabei ist ader die Annahme zu Gunsten emer viel größeren Geschwindigkeit insofern berechtigt,als der Ballon sich wohl kaum in gerader Luftlinie bewegt haben dürfte, vielmehr vermuthet werden kann, daß er zunächst den anal unv einen Tbeil von England passirt haben wird, bis ihn eine andere Luftströmung erfaßte und nach Nordosten trieb. . Der dresslrte Drache. Diese Geschickte wieder zu erzablen. wird mir nicht leicht, denn sie areift Mir immer gar zu sehr an s Herz, und lcy muß dann jedesmal weinen. Da es aber sein muß, so wisse, o Leser, daß in der tiefen Höhle eines dunklen Urwalds ein Drache wohnte Mit Namen Pyropulos, em Dache, der grauenhast stark und schrecklich anzusehen war. denn er hatte einen sebr ft nächtlichen Schweif und sprühte schier ununterbrocken ??euer. Dieser Dracbe nun bewachte seit fünfundzwanzig Jayren eine zunge Dame, Adelheid von kvnavvitz mit Namen. Bon dlese
Dame hatte ein junger Mann. Felix Meyer mit Namen, gehört; sein Herz entglomm in Mitleid, und theils deshalb theils aus noch zu berührenden geschäftlichen Gründen beschloß er. die noch unverehelichte Adelheid zu befreien. Es war ein fchöner DonnerstagVormittag, als sich der schreckliche Kampf entspann. Aber er war schnell entschieden, denn der Drache hatte in seiner Weltabgeschiedenheu nicht mit den Fortschritten der Neuzeit gerechnet; kaum, daß er eine Lohe seiner Rachengluth auf Herrn Meyer geschleudert, als ihm schon aus dessen Hand der Inhalt eines FeuerlöschExtincteurs zwischen das Gebiß flog. Denn in diesem Artikel (D. R. P. 123.456) reiste Felix Meyer und auf denselben hatte er seinen Plan gebaut. So vorzüglich in der Ähat war das Fabrikat seiner Firma, daß Pyropulos, der in seiner Verblendung nach dem Strahle der Gasspritze schnappte, schier die Gluth seines Gaumens erlöschen fühlte.' War es ein Wunder, daß er nunmehr, auf's Aeußerste bestürzt, jede weitere Vertheidigung aufund dem Manne, den er in seiner beschränkten Branchenkenntniß für einen Gott halten mußte, sein Leben in die Hand gab? Felix Meyerber begann, jsch durch eine nähere Untersuchung darüber aufzuklären, wo der Drache sein Herz hatte, auf daß er ihm das noch aus semer Dienstzeit bewahrte Zigenthums-Seitengewehr dort hineinstieße. Hart und gewaltthätig ist des Manues Sinn, milde aber und weich ist das Herz der Frauen. Siehe, aus dem Innern der Höhle erklang jetzt eine holde Stimme: Haltet ein!" und mit züchtigem Schritt heran trat das Fräulein Adelheid. Hören Sie, mein Herr", hub sie an, auf die Stimme eines zarten Weibes, ehe Sie diesen meinen Tyrannen tödten, der übrigens, wie ich der Wahrheit gemäß bemerken muß, mich doch stets mit der meiner Abkunft, meiner Jugend und meiner Schönheit schuldigen Ehrfurcht behandelt hat. Immerhin einige Zeit der Weli entfremdet, Herr Meyer, habe ich dort nichts mehr, was ich liebe, und so will ich denn Ihre, in diese ungewöhnliche Form gekleidete Werbung erhören. Vorher aber muß ich Sie um klare Auskunft darüber ersuchen: sind Sie denn auch in der Lage, einen Hausstand zu gründen?" Felix Meyer verneinte diese Frage mit einer ihn ehrenden Offen- und mit großer Entschiedenheit, bescheiden erklärend, nur Menschenliebe und der Wunsch, die Vorzüglichkeit des von ihm vertretenen Artikels zu beweisen, hätten ihn zu seiner That bewegt, nie aber würde er sich erlauben, sein Herz und Auge so hoch aufzuschlagen. ) bitte", entgegnete daraus, sanft erröthend, das Fräulein, ich reiche Ihnen trotzdem die Hand, denn ich weiß, was ich einem
Erretter schulde und wer.de mich durch nichts hören Sie, mem Herr, durcy ' i 5 ? nichts! avyauen !aijen, meine Pflicht zu thun; Ihrer Unbemitteltheit t.ir. je c w iju cv aoer nene ira au, uciui o"1 - ' it r, ... w!l fl CV" W. vie herrlichste oer liigisien. vicu Sie diesen Drucken da nicht, sondern schenken Sie ihm das Leben und dressiren Sie ihn! Er wird in Dankbarkeit das Mögliche thun, sich auszubilden nickt war. Vvrovulchen?" und seine eigenthümliche Naturanw . r . . i. cv "Xi. f.:..? ert.it. zage, loivie oic tfiuiyic jcuic yuitJ werden uns mühelos die Mittel bieten, glücklich zu sein!" Und so ward es; denn, mit Ernst, Eifer. Ausdauer. Dankbarkeit und Liebe unterzog sich Pyropulos der Erledigung der ihm gestellten Aufgaben. Felix Meyer aber gab, nicht lange nachdem die schöne Adelheid ihn zum rii . . rv.t.i r.: i?! 'Dinare gesuqri, cinc iiycnyc viuuui tton auf und machte in den Zeitungen der Residenz bekannt: Noch nie dagewesen. Vnrovulos. der !!! dressirte Drache!!! Dieses Unaeheuer der Urzeit, 3297. Jahre alt, bisher gewohnt habend in m Scklünden des Urwalds und gesveist badend nur Menschen und Kmder, 25 Jahre lang bewacht habend als wonnige Maid die ihn jetzo mit vorführende Frau Direktor Äveiyeiv Mever. aeb. von Schnavpitz.bezwungen und gebändigt durch die Macht der Neuzeit und den Heldenmuty des yoazaatunasvou mitunterzeMneien ireitors. wird die Ehre haben, sich einem hohen Adel und . vereyrligzen pudiikum vorzustellen m allen leinen ivm naeborenen furchtbaren Künsten. So wird er über eine Stange und durch Reifen mit Papier springen, den riumvb d Geistes über die Natur zu zeiaen. ferner Kovf sieben und dabei u , , seinen entsetzlichen Schweif (ange: w i 1 1 1 t ! .t. ö.bo Meier:::) im reqc vicycu, u dann auf einem Drahtseil, nicht ohne Anmuth, dahinschreiten. zunwsqui". aber sick als Radfabrer im Sportcostüm. produciren. wobei, mittels ununterbrockenen Glutb veienö. aus oem Rachen der bezaubernde uneer einer sick fortbeweaenden arokartiaenSonne von circa 5 Meter Durchschnitt den geblendeten Augen des 1'. T. Publikums sich bieten wird. Director Z?elir Mever und ,rau. geb. Edle von Schnappitz, alleinige Drackeninbaber' der Welt. X. 13. Es ist verboten den Drachen zu necken und zu futtern. So besann eine schöne Zeit des Zusammenwirkens für die drei betheiligten Persönlichkeiten, denn auch Vnrovulos entsaate aern der Wildheit, nun er die Segnungen eines wahrhaft schonen Familienlebens, das er doch gewissermaßen gestiftet hatte, alltäglich nnt eianen Auaen sah. Aber. ach, es ist auf Erden nichts Vollkommenes mein Serz füllt sich mit Weh,
wenn ich die Blicke ausie Zukunft richte! Lag es nicht für Frau Adelheid Meyer nahe, bei den theuren Zeiten zur Ersparung von Feuerungsmaterial die Speisen dadurch zu bereiten, daß sie selbige auf des liegenden Drachen Nasenlöcher setzte, da diese doch den Oeffnungcn in einem Kochherd anbetrats ihr?s Feuergehalts wohl gleichzustellen waren? Dieses that sie denn also, und Pyropulos ermangelte nicht, durch geschicktes Mindern und Mehren seines Odems das ihm Andertraute immer in rechter Temperatur zu halten, auf daß es weder abkühle noch anbrenne. Einmal jedoch ich muß es sagen schlummerte er ein wenig ein bei solcher Thätigkeit. In seinem Schlummer aber kamen ihm Bilder aus seiner Jugend, die seine Seele so sehr entfachten, daß er mehr denn nöthig aus seiner Nase Gluth blies. Dadurch nun geschah es, daß die von Frau Adelheid aufgesetzte Kloßsuppe überkochte; dieses aber wiederum bewirkte, daß ihm die Klöße in die Nasenlöcher mit solchem Erfolge sanken, daß er mit einem jder in dieser Beschaffenheit nur ihm eignen Nieser erwachte. Dieser Nieser wiederum schleuderte einen heißen Luftstrom mit solcher Macht auf die nahe weilende Frau Adelheid Meyer, daß diese, in Flammen aufgehend, auf den hinter ihr rastenden Herrn Felix Meyer flog, welch' letzterer gleichfalls in Folge 1)ieses Unglücks verstarb. Thränen furchtbaren Herzeleids entrannen den Augen des Pyropulos, als er so ihn. der ihm selber dereinst das Leben geschenkt, und sie, die er 23 Jahrelang vergeblich geliebt hatte, durch seine eigene Schuld getödtet sah. Ach, mit ihnen war Glück und Frieden auch aus seinerSeele dahin! Aber nicht fern von ihm in kalter Erde sollten sie ruh'n. das beschloß er. So aß er denn beide, blutenden Herzens freilich, auf. Dann aber wankte er wieder hinaus in die Wildniß, und dort lebt er noch heute in tiefer Zurückgezogenheit; nicht dei Gegenwart gehört sein Geist, in der Vergangenheit weilt er mit aerührten, wehvollen Gefühlen. Die Menschen, dergl Bildung er schätzen gelernt hat, achtet er warm, und nur am Todestage der beiden Guten verspeist er je einen Mann und -eme Frau zu einem Gedächtnißmahl der Treue, das er reichlich mit Thränen würzt. Nitter eirinscn und die Plinsen. Eine plinsliche Tragödie. Frau Suse an dem Kochheerd stand Und knetete mit eigner Hand 'nen Eierbrei zu Plinsen. . Sie wähnte ihren Gatten fern Und weil die Plinsen aß so gern Der Ritter von der Strmsen.
Doch ach, da stand mit einem Mal An.ibrer Seite dn.Gemqb. S0 ipai oauii xju nooi 4uucu Ich weiß, für mich thust Du es nicht. Die Plinsen sind für einen Wicht, Ich kenn' ihn, er heißt: Strinsen. Xoxi reibt er wüthend ihr den Brei. Wirft aus dem Fenster nach der Reih', Die fetten, heißen Plinsen Dort unten aber in der Nacyt, Hält längst verborgen stille Wacht Der treue Ritter Strinsen. Der ruft: Ach. Suse, bist Du süßr Fängt auf mit seinem spitzen Spieß Der Reihe nach die Plinsen. Dann, ob es auch schon spat zur waqt, Schlingt von den heißen PImsen achtZehn 'runter Ritter Strinsen. Jedoch der stärkste Rittersmann ' Nun einmal nicht verdauen kann Zur Nacht so viele Plinsen. So kam's auch hier. Am torgen fand Noch eine Plinse in der Hand Man todt den Ritter Strinsen. Als dies Frau Suse hört, r?at sie Ohn' Unterbrechung spat und sruy Geweint um Ritter Strinsen. Bald schwamm sie in 'nem Thränenmeer Und starb, als sie nicht konnte mehr. An allzuvielem Plinsen. Lügen kann cr's auch. Nack dem lekten Rennen tn ttvzia saken mebrere Serren. darunter auch der als arger Ausschneider bekannte Privatier R., beim läse ier. as Kesvräcb drebte sich um das lchie Rennen im Speciellen und besonders hervorragende Reitleljtungen im Älloemeinen. Unter Anderem erzählte der Privatier R.. er habe einst den Waldweg von Leipzig nach annewltz, zu dem ein guter Fußgänger etwa eine Stunde Zeit braucht, aus seinem Pferde in sieben und einer halben Minute ' zurückaeleat. Da die übrigen Herren keine besonders gläubigen Mienen zu dieser Erzählung machten, wandte sich R. an einen zufällig an wesenden Stallmeistci mit der - Bitte. ihm die Möglichkeit des eben Sesgien zu bezeugen. Dieser kam der Bitte mit den Worten nach: R''tcn- sanr. ich's Nicht, aber lugen kann ich's auch." Ich bin Saul. Drei Witzlinge begegneten einem alten Juden, den sie zur Zielscheibe ihrer Witze machen zu können glaubten. Guten Morgen, Vater Abraham!" rief der Erste. Guten Morgen. Äater Jsaak!- rtf der Zweite. Guten Morgen. Vater Jakob!" rief der Dritte. Sie irren sich, meine Herren versetzte der Jude lächelnd; ich bin weder Abraham, noch Jsaak, noch Jakob, sondern Saul. der Sohn Kis, welcher ausging, seines Vaters Esel zu suchen, und siehe, hier habe ich sie gefunden!"
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