Indiana Tribüne, Volume 19, Number 177, Indianapolis, Marion County, 15 March 1896 — Page 6

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VrosMtlust. 2ca ?L v. Taunus. .Ja, in einer großen Stadt geht d?ö Alles", sagte sich Lina vor dem Stf egel.fobem sie sich als Dame putzte. In irgend einer biederen Provinzstadt, tzz man sie als Zofe der Frau Baronin s?hr gut kannte, da wäre ihre Existenz so genau.so streng, so hoffnungslos begrenzt gewesen, wie die eines altindischen Paria. Lina war belesen und wüßte daher, was ein Paria ist. Auch sie war eine Paria, obgleich es, in der Nähe besehen, nicht sehr schlimm war, denn sie hatte guten Lohn, wenig Arbeit und viel Freiheit, da ihreDame häufig reiste, ohne das Dienstmädchen mitzunehmen. Lina hatte nur die Wohnung zu hüten und die Garderobe, zu lüften, welter nichts. Sie langweilt: sich und nahm tne leichte Neigung zur Korpulenz an. Trotzdem fühlte sie sich als Paria; denn obgleich sie hübsch und für ihre Lebenslage auch gebildet war, so hatte sie doch nicht die mindeste Aussicht, jemals etwas Besseres zu werden. Und darunter hatte sie schmerzlich gelitten bis heute, denn er, den sie vorgestern in der schönsten Stunde ihres Lebens kennen gelernt, er hielt sie wirklich für eine Dame. Die Eintrittskarte zu dem Künstlerfeste hatte die Gnädige" ihr geschenkt, aber freilich nur unter der Bedingung, von der Galerie zuzusehen. Und diese Bedingung ihrer gütigen Herrin hatte Lina nicht eingehalten. Zuerst hatte sie sich wirklich sehr fein gemacht mit einer Toilette, welche die Frau Baronin ihr kürzlich geschenkt. Durch bloßen Zufall war sie an eine ältere Dame herangekommen und unVersehens in den Strudel des, Festes gerathen, den sie zuerst von der Galerie mit so gierigen Augen betrachtete. Und da war sie auf ihn" gestoßen,, der da allein herumirrte, in unbestimmte: Weise suchend, wie es schien. Sie hatten sich zum Sterben in einander verliebt. Das stand außer Zweifel! Nur zweifelhaft blieb, wer von ihnen mehr. Das Alles war entzückend schön, schöner als in jedem Noman. Er" hielt sie für eine wirkliche Dame und sie war nur ein Dienstbote, wenn sie auch ihre Gnädige wundervoll zu copiren wußte. Trotzdem nur ein Dienstbote! Ja. sie sah entzückend aus, das durfte sie sich sagen, jetzt vor dem großen Trumeauspiegel, die hell blaue Taille mit den Cröme-Spitzen saß wundervoll, obgleich für die Gnädige" gemacht. Sie hatten se ziemlich eine Figur. Allerdings die blaue Taille war mehr für den Abend und eigentlich zu auffallend für eine kleine Conditorei, wo heute ihr Stelldichein war. Indeß,' eine wahrhaft große Dame kann sich über so etwas hinwegsetzen. Jedenfalls war Lina wirklich sehr hübsch und fein. Auch war es ja Sonntag heute, man durfte sich putzen. Zitternd vor Freude und innerer Erregung eilte das Mädchen an den bestimmten Ort. Und wirklich, er" wartete schon in der Rendezvous-Con-ditorei. sah so recht wie ein Prinz incognito aus. Und doch, er wechselte die Farbe als sie erschien. Ja, sie fühlte sich geliebt, obgleich er sie zu ihrem Entzücken gnädiges Fräulein" nannte. Er trank echtes" Bier, sie nahm ein Baiser und aß ohne dieHandschuhe auszuziehen, denn an ihren Händen sah man doch, daß sie keine Dame war. Und ihre Ringe waren nur zwei ganz billige. Sie plauderten leichthin. Er wohnte natürlich im vornehmen Viertel, wo alle reichen Leute wohnen. Mit Bangen hörte sie, wie viele hochgestellte Persönlichkelten er kannte: den Theaterdirektor A.. den Baron B. und den Kommerzienrath C., lauter bekannte Namen. Ach Gott, und sie war und blieb nur ein Hausmädchen. Wo viele Einzelheiten er wußte! Daß der Baron genau um dreiviertel 10 Uhr aufstand und daß der Kommerzienrath billigen Cognac zum Thee nahm und daß der Direktor sich höchstselbst rasirte! Nein, nein", sagte sie draußen auf der Straße zu ihrem Helden, es darf nicht sein, es geht nicht und niemals wieder komme ich hierher." Da seufzte er. Ja. eigentlich dürfte es nicht sein." ' Ihr Herz pochte zum Zerspringen unter der hellblauen Taille. Gewiß, auch für ihn durfte es nicht sein, aber er drückte ihre Hand so innig heiß und nun flehte er um ein Wiedersehen. Nicht hier sollte es sein, sondern auf der Promenade. Um diese Jahreszeit freilich war es dort Abends ganz einsam, denn jetzt ging man auch an schönen Abenden nicht dorthin. Dennoch sagte sie ja, weil sie eben nicht anders konnte, denn sie liebte Karl. Seinen Familiennamen hatte sie nicht verstanden, doch klang er ihr bekannt. Gewiß, gewiß ein sehr bekannter Name. Lina weinte am folgenden Vormittag beim Staubwischen. Die Baronin konnte nämlich kommen bisweilen langte sie unerwartet an und schon seit einer Woche war weder im Boudoir noch im Salon Staub gewischt worden. Was sollte nun werden? Niemals würde er" sie heirathen. Ein Mann aus der Gesellschaft heirathet kein Dienstmädchen, auch wenn dieses einer . Dame täuschend ähnlich sieht, auch ' wenn dieses vorzügliche Zeugnisse und etwas gespart hat. Ach, wäre Lina nur wenigstens Gouvernante,' das ginge noch eher. Oder wäre sie nur damals zur Bühne gegangen, damals - als ihre Mutter starb und' die Sache vielleicht durchzusetzen war. Denn wie alle hübschen.

aut gewachsenen und mundfertigen jungen Mädchen hatte sie zur Bühne gewollt. Und beträte sie heute auch nur als Hausmädchen die Bühe, nie als etwas Anderes, immer nur mit dem Staubwedel und mit den einleisenden Worten zu dem livrirten Dieaer. dem Collegen, die Keiner verstand, sie wäre doch immer eine Schauspielerin gewesen. Jedoch ihrVormund hatte es damals nicht zugegeben, und sie war auch, wi er es wünschte, anständig geblieben, aber auch nichts weiter als ein Dienstbote, ein braver Dienstböte. Nie, nie eine Möglichkeit, weiter zu kommen! Er", der vornehme Herr, spielte, tändelte mit ihr; er hielt sie für eine Dame mit etwas freien Manieren, doch begegnete er ihr mit großem Re-

stukt. und sie zwelfelte me daran, er würde sie heirathen, wenn sie etwas hätte oder etwas wäre. Äbe.r so!? Ach. sie mußte ein Ende machen, lieber gleich, bevor er Alles erfuhr. Dann behielt er wenigstens eine schöne Erinnerung an die geheimnißvolle Unbekannte! Die würde in seinem Herjen, seiner Phantasie fortleben. Nur die Handschuhe durfte sie nicht ausziehen. Am besten wäre es. gar nicht mehr seinem Nufe zu folgen, in geheimnißvollem Dunkel zu verschwinden. Und einen ganzen Tag lang blieb Lina bei diesem heroischen Entschluß. Dann aber dachte sie. dazu Ware eigentlich noch immer Zeit. Und einmal, noch em elnzlgs Mal wollte sie von dem süßen Giste kosten! Und sie ging zu dem Rendezvous in der dunklen, sehr vereinsamten Promenade und ein wahnsinniges Glücksgefühl überkam sie, als die hohe schlanke Männergestalt ihr in derDämmerung kaum kenntlich entgegen kam, ihre Hand erfassend und leidenschaftlich druckend. heiße, nur halbverständliche Worte murmelnd. Und dann, ehe sie es sich versehen, hatte er sie an sich gerissen und heiße Kusse auf ihren Mund gedrückt sie vermochte sich kaum zu wehren, betäubt vor Schrecken und Freude. Jedoch sie hatte viele Romane und. Zeitungen gelesen. Ihr schwebte das Schlcksal des verlassenen armen Madchens vor. das von einem Herrn aus der Gesellschaft verführt wurde. Und jetzt mit einem lauten Schrei riß sie sich los. ganz vergessend, daß er sie a für eine vornehme Dame hielt, daß er sich stets in diesem Sinne geäußert, sie immer nur gnädiges Fräulein" genannt. Sie hätte also nicht Furcht und Schrecken, sondern Entrüstung, Verachtung zeigen müssen. Aber im Augenblick vergaß sie das. So laut hatte sie geschrieen, daß sie die Aufmerksamkeit eines .Schutzmannes erregte. Und dies veranlaßte daö Paar schleunigst zu. entfliehen. Sie geriethen auf die Fahrstraße, da schrie Lina noch einmal. Dann faßte sie sich. Begleiten Sie mich nach dem nächsten Miethwagenplatz", sagte sie streng. Dort kann ich einen Wagen hciben, denn wir müssen uns trennen für immer." Da fiel er ihr zu Füßen und umklammerte ihre Füße. Können Sie mir verzeihen?" Dann sagte sie, wieder ohne an ihre Rolle als große Dame zu denken: Mein Gott, so schlimm war es ja nicht, warum sind Sie denn so außer sich?" (Denn, dachte sie, das bischen Küssen ist doch kein so großes Verbrechen.) Sid wissen nicht!" stammelte er. Sie wissen nicht! Nie hätte ich es wagen dürfen, mich Ihnen zu nähern, denn, das habe ich begriffen, Sie siehen hoch über mir, mein gnädiges Fräulein." Nun mußte sie ein bischen lachen. Was meinte er nur? Auf einmal fühlte sie sich als Herrin der Situation. Und nun beichten Sie und sagen Sie aufrichtig, wer Sie sind." Sie staunte selbst über den Ton, den sie da traf. Gehorsam fügte er sich und sprach in gewaltsam trockenem Tone: Ich bin nur ein Barbiergehilfe " Da war sie es, die ihm an den Hals flog, jauchzend, erlöst von der schrecklichen Vorstellung, als verführtesOpfer des vornehmen Herrn in's Wasser zu laufen. Vor Freude konnte sie anfangs nicht sprechen und er begriff es gar nichi, warum sie sich so sehr freute, daß er nur ein Barbiergeselle war. Ich bin ja nicht die Baronin", jubelte sie nun, sondern nur ihr Hausmädchen." Ah, das hätte ich nicht geglaubt!" Und ich auch nicht, daß " Aber es ist doch sehr schön so." Und wie " 4 Arm in Arm gingen sie davon, sich rasch und freudig verständigend. Er rasirte im vornehmen Viertel und. sie diente bei der Baronin. So hatten sie einander die Comödie der Leute von Welt" vorgespielt. Ach, und wie froh waren sie, daß die Masken fielen. Allerdings, er hatte nicht gespart, zu sehr hatte er den Eleganten gespielt. Sie besprachen das Alles in derselben kleinen Conditorei, wo sie sich damals getroffen. Ach, wie froh wär sie. heute die Handschuhe ausziehen zu können. Und dabei besprachen sie in aller Gemüth lichkeit ihre Hochzeit und lachten einander auch ein bischen aus. denn er hatte das Billet zum Künstlerfest geschenkt bekommen von einem eingeseiften" Kunden, und auch nur für die Galerie! Durch die Blume. Herr: Wie geht es denn Ihrem Herrn Gemahl?" Fräulein: Danke sehr, der ist noch immer ledia!"

Die Ezpedition ocs Grafen Eugen Zichy. Die Feier des 1000jährigen Bestehens des ungarischen Staatswesens, in Verbindung mit der großangelegten Millenniumsausstellung, die in diesem Jahre in Budapest stattfinden wird, regte in dem Grafen Eugen Zichy die Jdee an, jene Gegenden aufzusuchen, die im fernen Osten die Urheimath der Magyaren gewesen sind. Ueber die Abstammung der Magyaren existiren mancherlei, wohl aus alte Chroniken gestützte Traditionen. Nach

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GrafEugenZichy. der einen sollen sie mit den vor ihnen aus Asien gekommenen Hunnen und Avaren verwandt sein; die Volkssage läßt diese Völker sogar von Brüdern abstammen. Die Szekler sollen Abkömmlinge der Hunnen sein, die den einwandernden Magyaren entgegeneilten, um sie als Stammesbrüder zu begrüßen. Die Wissenschaft hat alle diese Legenden bei Seite gelassen. Zuerst waren es hervorragende Sprachsorscher, die eine Verwandtschaft zwischen der Sprache der Magyaren und der Finnen herausfanden. Diese Anschauung wurde vornehmlich von Joseph Vudenz (geboren 1836 zu Rasdorf bei Fulda) verfochten, der 1853 nach Ungarn kam, um hier mit der lebenden altaischen Spracye bekannt zu werden. Budcnz erlernte das Türkiickie, dann die finnisch-urgischen Sprachen und verfaßte ungarische Bücher, die den Gegenstand eingehend beTanzende Mingrelierin., handelten: deutsch erschienen von ihm Ungarische Sprachstudien" (Pest 1870). Im Jahre 1872 wurde für ihn an der budapester Universität ein Lehrstuhl für die vergleichende ungarische Sprachforschung errichtet. Budenz. der vor einigen Jahren starb, hat das Interesse der Magyaren für Finnland erweckt. Das Land der tausend Seen erschien den Ungarn als ein Bruderland, und es knüpften sich zwischen Süd und Nord sehr interessante wissenschaftliche und literarische Beziehungen an. Da kam Professor Vambery mit seinem Werke vom Ursprung der Magyaren" und führte die finnische SprachVerwandtschaft darauf zurück, daß während der Völkerwanderung Finnen und Magyaren im südlichen Rußkand wohl jahrhundertelang benachbarte Wohnstätten gehabt haben mögen, wodurch sich eine Vermengung der Sprachen vollzogen habe. . Den Charakter beider Völker fand Vambery so Abazamädchen. verschieden, wie er zwischen einem friedlichen Fischervolk und einer kriegerischen Reiternation nur sein könne. Dagegen war er bestrebt, die Verwandtschaft der Magyaren mit den Türken sowohl im Sprachschatz beider Völker als in deren Charakterähnlichleiten nack'uweisen. Angesichts so widersprechender Theorien war es eine praktische That, als Graf Zichy im vorigen Sommer eine Expedition ausrüstete, um mit ihr zum Theil jenen Wea einzuschlagen, auf dem einst die Magyaren zu den Karpaten gewandert sind. In seiner Begleitung befanden sich die Professoren an der Klausenburger Universität L. Szadeczky (Historiker) und G. Valint (Sprachgelehrt) sowie der Archäolog? Vosinsky. Abt zu Szegszard; als Dolmetsch fungirte der Professor I. Tschelingarian von den Militärschulen in Budapest. Die Reise ging über Lemberg längs des Dnjesir nach Odessa, von wo sich die Expedition nach Noworossisk einschiffte, um von hier aus über das Kuban- und Terekgebiet nach Tiflis zu gelangen. . In der. Nähe dieser Stadt, in Chwetureti bei Gori, haben die Arusischen Fürsten Zichianow einen ihrer Wohnsitze, wohin sich Graf Zichy

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einer Einladuna folaend'. begab. Nach

einer alten Familientradition kam der fürstliche Stamm vor Jahrtausenden Utschkulanen. aus dem Osten nach dem Kaukasus, und zwar in Begleitung zahlreicher Bewaffneter und mit Hunderten beladener Kameele.- Sein Name war ursvrllnalich Zichi. bis er die armenische Form Zichian und dann die russische Zichianow annahm. Da die ungarischen Zlchy von jeher daran festhielten. daß ihre Vorfahren bereits in der Urheimath Macht und Ansehen besaßen. so ist es Nlcht unwahrschemllch, daß die Häuser Zichy und Zichianow gememsamen Ursprungs sind. Im Tschetschenze. fürstlichen Hause hatte Graf Zichy Gelegenheit. auch die landesüblichen Tänze zu sehen. Unser Bild einer tanzendenMingrelierin veranschaulicht jene langsame und fast feierliche Bewegung, die dem ungarischen Lassu gleicht. Es ist das die Lesghinka, einer der schönsten Tänze, dem die Bewohner des Kaukasus huldigen. Unter den Mingrelierinnen gibt es viele schöne Frauen und Mädchen; sie unterscheiden sich von den Georgierinnen nur durch den Dialekt. Unter der Vagratiden-Dynastie waren alle Georgier und Mingrelier zu einem Reich vereinigt, bis ein Bruderkrieg ausbrach und Mingrelien ein selbstständiges Fürstenthum mit der Hauptstadt Kutais wurde, in der Dadian den Fürstenthron bestieg. Seit dem Anfang unseres Jahrhunderts gehört Mingrelien zum russischen Reich. Der Name Dadian tauchte in der neueren Zeit wieder auf, als Rußland einen Prinzen dieses Hauses für Bergjüdinnen. den bulgarischen Thron in Aussicht genommen hatte. In Kutais, nach Tiflis die größte Stadt des Kaukasus, haben auch die Fürsten Zichianow ihren Hauptwohnsttz. Um auf den eigentlichen Zweck der Ezpedition überzugehen, ist es in erster Linie die Kabardenfamilie, die uns interessirt. Als nämlich die Magyaren bereits auf dem Wege nach ihrer neuen Heimath waren so berichtet eine zeitgenössische byzantinische Chronik löste sich von ihnen der Kabarenstamm los. um in die alte Heimath, in das Thal des Elborus. zurückzukehren. Diese Kabaren sind die Vorsahren der heutigen Kabarden, die eine auffallende Aehnlichkeit mit den Ungarn haben. Dasselbe gilt von den ebenfalls verwandten Stämmen der Abaza, Abazech und Schabzig, die gemeinschaftlich mit noch einigen Adide genannt werden. Die Abazen zeichnen sich durch große Intelligenz aus und sind im russischen Dienst gern gesehen. Durch ihren Einfluß auf die Avare (Bauer). anderen Stämme sind sie für die ruf sische Politik ein nothwendiges Element. Die Utschkulanen wohnen im Kubangebiet und haben mit den Adfc destämmen vielfache Berührung. Der Tschetschenze hat seinen Sitz im Hochgebirge, nahe bei Kasbek; er ist ein krieaeriicker Tatar, und seine Vorsabren haben wohl an den Kriegen und ' cn . . " it.; . c auvzugrn lyeitgeilommen, ot vrn

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Namen der Tataren einst weithin gefürchtet gemacht haben. Ein anderes interessantes Bergvolk im Terekgebiet sind die Bergjuden, die ausschließlich vom Ackerbau leben. Der jüdische Typus ist bei ihnen nicht erkennbar, und ihre Frauen und Töchter gehören zu den schönsten des Kaukasus. Sie tragen die kaukasische Tracht, und die Frauen haben eine Vorliebe für orientalischen Schmuck. Die kaukasischen Bergjuden haben unter .den selbstständigen Dynastien eine einflußreiche Rolle gespielt, und, es wird sogar die Abstammung der Bagratidendynastie von ihnen abgeleitet. Während wir im westlichen Kaukasus mehrfach dem Ortsnamen Madschar begegnen, erwecken die Landschaften und Orte am Kaspischen Meer hunnische und avarische Reminiscensen. Wir finden da Hunib, Hunsaz

Avarenfrau. sowie einen Stamm und Bezirk der Avaren. Himry, der Geburtsort Schamyl's, liegt im Avarenbezirk, und der Nationalheld der Tscherkessen war ein Avare. . Das häufige Vorkommen solcher Namen, die an Hunnen, Avaren und Magyaren erinnern, sowie zahlreicher Benennungen von Flüssen, Bergen und Thälern, die im Ungarischen ebenfalls dieselbe Bedeutung haben. ist ein Beweis dafür, daß sich die Expedition auf der richtigen Fährte befand. Von Dhagestan, wo einst die mili tärische Ostgrenze des großen Hunnenreiches war, begab sich die Ezpedition weiter nach dem Osten, um auch -die ethnographische Grenzlinie festzustellen. Ueber den Kaspischen See geKabardenfamilie. lanate sie in das Land der Turkmenen, wo Askabad, Merw und Bochara besucht wurden. Aus alten Landkarten findet man neben der Stadt Bochara einen Stamm Hunu verezichnet.' Heute ist dieser dort nicht mehr vorhanden. In Kerminch (bei Bochars) wurde die Expedition vom Emir empfangen und von dort begab sich dieselbe nach Samarakand, der Hauptstadt Türkestans. Von Samarkand reiste die Expedition über Baku abermals nach Daghestan, um ihre Forschungen undSammlungen zu ergänzen. Die letzteren bestehen hauptsächlich aus antiken und neueren Waffen, Schmucksachen, Kleidungsstücken und allerlei .Geräthschaften,' die den Beweis liefern, daß die Geschmacksrichtimg in der BeHandlung der Luxus- und Gebrauchsgegenstände bei den verwandten Stämmen im fernen Osten vielfache Aehnlichkeit mit älteren und neueren ungarischen Arbeiten haben. Uebrigens hat sich bei einigen Stämmen im Kaukasus auch die Tradition erhalten, daß sie mit den Magyaren verwandt sind, und mit Vorliebe benutzen sie Degenklingen mit ungarischen Aufschriften. Die Heimreise machte Graf Zichy über St. Petersburg. Am 19. Januar dieses Jahres hat Gras Zichy abermals eme Reise nach dem Kaukasus angetreten. UnterArtisten. A.: Hast Du gehört, was unserm Collegen, dem Clown, passirt ist?" B.: Nein." A.: Meine Frau ist gestern Abend mit ihm durchgegangen." Raffiniert. Herr: O, ich räche mich an meiner .Schwiegermutter!" Herr: Wie denn?" Herr: So oft meine Frau kocht, muß sie bei uns speisen." - - . Schlagfertig. ' Bummler (einem vorüereilenden Briefträger zurufend): Na nu. Männeken, is nischt an mir? Briefträger: Ne Männeken an Ihnen is gar i ischt. : Frech. Richter: Denken Sie doch einmal, wie schön das wäre, wenn Sie arm, aber ehrlich lebten, und nicht unaufhörlich die Gerichte beschäftigten." Gauner: Sie wollen nun auch schon garnichts mehr thun." ' ' Nichts für' Männerohten.'' Hausfreund: Da mochte ich Ihnen gerne einen Witz erzählen, gnädige Frau, allein er ist pikant sehr pikant!" Frau (zu ihrem 'Manne): Albert, geh' hinaus!" Höchste Anerkennung. Gast (zur Hausfrau): GnädigeFrau, seitdem ich dieses deliziöse Roastbeef gegessen habe, halte ich das Wort Ochse" nicht mehr für einet Beleidigung." T o m m y's Entschuldi g u n g.. Mama: Warum hast Du das Stück Kuchen genommen. Habe ich nicht, als Du mich danach fragtest, nein gesagt?" Tommy: Gewiß, aber ich hörte Papa gestern sagen, daß wenn eine Frau nein" sagt, sie immer .ja" meint. . t .x .

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i . mm ,....J, j ., Die Anerkennung des Mrsten von ZZulgarien. Prinz Ferdinand von Sachsen-Co-bürg und Gotha. der am 7. Juli 1837 von der bulgarischen Nationalversammlung einstimmig zum Fürsten von Bulgarien erwählt wurde und am 14. August desselben Jahres die Regierung dieses Landes übernahm, hat das Ziel - seiner ehrgeizigen Wünsche erreicht: er ist jetzt endlich von den Mächten als Fürst anerkannt worden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Anerkennung Ferdinand's auf Betreiben Rußlands geschehen ist und dieselbe niemals erfolgt wäre, wenn er das Verlangen dieser Macht, denPrinzen Boris, seinen ältesten Sohn und Thronfolger, in die griechisch-ortho-doxe d. h. bulgarische Staatskirche aufnehmen zu lassen, nicht erfüllt hätte. Dem Mrsten blieb nur übrig, sich entweder dem Willen Rußlands zu fügen oder formell abzudanken, und er wählte das Erstere. Und selbst jetzt ist, so wird wenigstens behauptet.seine Stellung nichts weniger als beneidenswerth und sein Fürstenthron erscheint durchaus nicht gesichert. Das bulgarische Volk hat die Ermordung des früheren IZremierministers Stambuloff noch nicht vergessen und damals wurde gleich von Anfang an der Verdacht ausgesprochen, daß Fürst Ferdinand der eigentliche Anstifter der Mordthat sei. Für diesen Mord mußte er nun dadurch büßen, daß er sich vollständig dem Willen des Zaren unterwarf. Vielfach glaubt man jedoch, daß es nur der Anfang vomEnde Bulgariens als selbstständige Nation ist.

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&z FürstFerdinand. Bei der Aufnahme des katholisch getauften Prinzen Boris in die grie-chisch-katholische Kirche, welche im Beisein des Grafen Kutusow als Vertreter des Zaren, stattfand, handelte es sich übrigens keineswegs um eine Taufe", sondern blos um eine Salbung". eine Consirmirung. Denn im Gegensatze zu der ökumenischen Kirche anerkennt die bulgarische orthodoxe die nach katholischem oder protestantischem Ritus vollzogene Taufe. Nachdem nun Prinz Boris bereits getaust war, trat er in den Schooß der orthodoxen Kirche durch den bloßen Salbungsakt ein, der in derselben sonst gleichzeitig mit der Taufe stattfindet. Der Vorgang bei der Salbung ist solgender: - Nach stattgehabter Liturgie ruft der Priester die Pathen mit dem Prinz Boris. Kinde zu der sogenannten Kaiserthür" (tsarski avrata). der Hauptthllr der Kirche. Nachdem die Pathen die Fußbeugung gemacht, 'richtet der Priester an die Pathen Fragen, die sie im Namen des Kindes zu beantworten haben. Die Hauptfrage des abzulegenden Glaubensbekenntnisses ist, ob der Uebertretende anerkenne, daß der HeiligeGeist blos vom Vater und nicht auch vom Sohne ausgehe. Nach der Bejahung dieser Frage findet die eigentliche Salbung statt. Stirne, Mund, Nasenlöcher, Ohren. Brust und Hände des Uebertretenden werden mit Myrrha gesalbt, woher der bulgarische Ausdruck miropomasani?" für den ganzen Akt stammt. Die Mycrha ist ein mit Wohlgerüchen gesättigtes Oel, welches von einem Erzbischof gesegnet werden muß und derzeit seitens der bulgarischen Kche aus Rußland bezogen wird. Vom Kasernenhofe. Na. ist's nun endlich gefällig, Lehmann? Mensch, stehen Sie doch nicht , so träumerisch, da, wie Heine'2 einsame Fichte im hohen Norden!" Allerdinas. Student: Ich bleibe Ihnen als? die Summe bis nächsten Ersten schuldig." Schneider: Werden Sie aber auch wirklich " Student: Wenn ich verspreche, etwas schuldig zu bleiben, so halte ich auch . Wt."

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'Jli.i :T3raüsssüstf Scr Held von NZakalle. Die friedliche Entwicklung der von den Italienern in Erythräa angelegten Colonien erfuhr eine jähe Unterbrechung durch den Aufstand des Ras Mangascha von Tigre. eines natürlichen Sohnes des GroßkönigZ Johan nes. im December 1894. Die Jnsurrection wurde jedoch durch die Italicner niedergeschlagen und das Gebiet Ras Mangascha's mit 63.000 Quadratkilometer und 450.000 Einwohnern der Colonie Erythräa einverleibt. Der 'des Thrones verlustig erklärte Mangascha floh zu Menelik und reizte diesen auf, mit bewaffneter Hand gegen die fremden Eindringlinge vorzugehen. Am 7. December v. I. erlitt der am weitesten nach Süden vorgeschobene Posten der Italiener, 1040 eingeborene Soldaten und eine Batterie, unter dem Major Toselli nach verzweifeltem Ringen eine Niederlage durch Ras Mikael und Ras Makonnen, die mit 15.000 Mann Amba Aladschi angriffen, das die Straße nach Antalo sperrt. Toselli fiel auf Major G a l l i a n o. dem Rückmarsch, der größte Theil seiner Truppe wurde aber gerettet. Am 7. Januar erschien der Feind vor Makalle, dem einstigen Herrschersitz des Negus Johannes und des Ras Mangascha. Mit nur 1330 Mann widerstand hier Major Galliano auf das Heldenmüthigste den 70.000 Mann des Negus Menelik. Zwei Wochen hindurch tobte fast Tag für Tag ein heißer Kampf um das Fort Enda Jesu und den in der Eile befestigten, einst von dem Piemontesen Naretti erbauten Palast des Königs Johannes. Endlich, als der letzte Tropfen Wasser verbraucht war, capitulirte der wackere Negus Menelik. Galliano in ehrenhaftester Weise. Die Vertheidiger Makalle's durften Wasfen, Munition und alles Kriegsmaterial behalten, sie wurden mit Proviant versehen und erhielten Lastthiere und zwei Tage nach der Capitulation begann der Abzug der Italiener nach Adrtgat zu, wo ihre Hauptmacht unter General Baratieri stand. Zlnd doch ! 7 Uhr Abends. Mann (zu seiner Frau) : Ja, du hast Recht! Daö viele Trinken muß aufhören gleich heute wird damit der Anfang gemacht wenn ich heute mehr trinke als zwei Maß. dann darfst Tu mich einen schlechten Kerl heißen!" 9 Uhr. Der ledte Tropfen ! Hm ! Hm l 10 Uhr. Schrecklich ! Heiß mich, was D 'magst. Alte, aber lass' nur um.lles in der Welt a Bier holen !" Menschenfreundlich. Warum rasseln Sie so mit dem Säbel, Herr Lieutenant?- Warnungssignal für Mädchen, die Herz nicht in Gewalt haben!Netter Mann. Wiggles: Sie kennen den alten Walker?Waggles: .Ja." Wiggles: WaS für eine Sorte von Mann ist er denn eigentlich?- Waggles: O, wenn er meine Schwiegermutter heirathen mochte, würde ich nicht das Geringste dagegen haben!? -. j

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