Indiana Tribüne, Volume 19, Number 175, Indianapolis, Marion County, 13 March 1896 — Page 2

Fndiana Tribüne.

Erscheiut Taglich und Sountagv. Di tägliche, Tribüne" kostet durch den Träzer 23 Cents per Ooch, die Eonntaak.Tribüne-S Net per Ooche. Leide zusammen 15 SentZ $Ui tt Cent per Vkoat. Per Post außerhalb de, (fcubt Lschit t Soraubtthlung f pei LaZr. onus 18 Süd Vladama Straße. Indianapolis, Znd., 13. März 1896. yashionable Talismane. Wer sich etwa einbilden sollte plaudert ein Correspondent aus unfe rer Bundeshauptstadt die Matrosen und Sportsleute seien die einzigen zahlreichen Menschenclassen der cultivirten Welt, bei denen abergläubische Vorstellungen bezüglich glückbringender oder unglückbringender Kraft gewisser Gegenstände besonders stark vertreten seien, der würde sich gewaltig irren und kann bei etwas intimeren Einblick in unser feineres Gesellschaftsleben und in die politischen Kreise sich leicht überzeugen, daß solche Vorstellungen hier überaus weit verbreitet, ja man möchte sagen, allgemein sind. Nur sind diese Vorstellungen sehr vielseitiger Art, und es ist nur erstaun lieft und einigermaßen komisch, daß zwar so ziemlich Jeder und Jede in diesen Kreisen irgend einen LieblingsAberglauben solcherArt hat (oder minbestens thatsächlich übt), aber es andem gegenüber durchaus nicht zugeben will. Jedenfalls ist dies nur aus die Befürchtung zurückzuführen, daß die Anderen" darin weniger aufrichtig sein möchten. Vielleicht haben diese abergläubischen Vorstellungen in der Washingtznei Gesellschaft einen festeren Hort, als in irgend einer anderen Stadt unseres Landes. Nur einige wenige Beispiele seien hier preisgegeb:n. Zur Zeit als Präsident Cleveland und seine Gemahlin noch ihre FlitterWochen feierten, erhielten sie nebst vielen anderen Geschenken auch verschiedene Talismane", u. A. einen sorgfaltlq in ein kleinesKistchen gepacktenKaninchenfuß. In einem beigelegten Schreiben erklärte der Geber, dieses ffüßchen müsse entweder der Präsident selber oder seine Gattin stets in einer bestimmten Abtheilung des Portemonnaieö sorgsam aufbewahren, um das Glück an sich festzuzaubern. Ob der Rath befolgt worden ist, muß dahinge- . stellt bleiben, Thatsache ist aber, daß die Mode, in Portemonnaien ein Kaninchenfüßchen zu diesem Zweck zu tragen, unglaublich weithin vorherrscht, und nur sehr wenige Gesellschaftsdamen in Washington ihr nichk huldigen ! Ja eS ist nur sehr wenig, wenn sie sich mit Einem Kaninchenfuß begnügen ; Manche haben ein ganzes Sortiment solcher, um einen etwa verloren gegangenen sofort ergänzen zu können, ssür Uneingeweihte sei noch Hinzugefügt, daß dieser Glückszauber am kräftigsten wirken foll, wenn der Kaninchenfuß von einem in mondfinsterer Nacht auf einem Friedhof geschossenen oder sonstwie getödteten Kaninchen stammt. Im Nothfall" thut's aber auch em gewöhnlicher. Den amerikanischen Präsidenten und ihren Familien sind noch allerHand andere Talismane gelegentlich von Freunden oderVerehrern zugegangen. Vor etwa einem Jahr erhieltFrau Cleveland einen Talisman in Gestatt eine? lochst niedlichen kleinen Eskimo Puppe. Das Püppchen könnte bequem in die innere Handfläche hineingelegt werden und war dabei vorzüglich ausgeführt. Es war gleichfalls dazu bestimmt, in einer Börse getragen zu werden, und die Uebergeberin war ein Eskimokind, das mit seinen älteren Angehörigen dem Präsidenten und dem Cabinet im Blauen Gemach deS Weißen Hauses eine Unterhaltung gab. Diesem Talisman wurde große Vielseitigkeit nachgesagt; er sollte nicht nur alle möglichenWohlthaten und Vortheile verleihen, sondern euch vor Uebel aller Art bewahren. In den letzten Tagen ist wiederFrau Leland Stanford, die Wittwe des califomischen Senators und Universitätsstisterö Stanford, anläßlich des für sie erfolgreichen Ausganges des bekannten Processes derBundesregierung gegen die Stanford'sche Erbschaftsmasse, (womit der Bestand jener Unidersitat endziltig gesichert ist) in den Zeitungen viel genannt worden. Auch sie hat ihren Talisman. Es ist keinKaninchenfuß und keine Puppe, sondern ein. gleichfalls sehr niedliches melalleneS Fiaürchen von St. Joseph und .dem Jesuskinde. Stets trägt sie dieses Figürchen getreu in ihrer Börse, und dieser Talisman soll die specielleZZraft haben, daß die ihn tragende Person niemals ohne Geld ist. Gar nicht Wenige sollen ihn deshalb mit sich herumtragen. aber der im Besitz der Familie Stanford befindliche scheint besonders wirksam gewesen zu sein. Sehr weit verbreitet ist in der großen Gesellschaft euch der Glaube, daß das Geld nur auf ganz bestimmteWeise in die Börse gesteckt werden dürfe. Geldscheine irgend welcher Art dürfen darnach nicht in das Portemonnaie einfach hineingepfropft, sondern müssen, wenn man das Glück an sich heften will, sorgsam gewendet und nach dem Besitzer zu der Länge nack gefaltet werden; daö bringt Reichthum oder doch Fülle. Nun, das sorgsame Zusammenlegen ist jedenfalls zweckmäßiger und. sicherer, als ersteres Versahren. besonders wenn die Geldscheine schon recht verschlissen sind! Auch grausige Vorstellungen solcher Art cursiren m der Bundeshauptstadt. Verschiedene Washingtoner Damen im Wesiende tragen stets ein kleines Stückchen von dem Strick angeblich wenigstens mit welchem , Guiteau gehanot wurde, mit sich und nehmen dasselbe mit peinliche? Regelmäßigkeit zum Pokerspiel mit, wo es allezeit Glück bringen soll. . Der bekannt, Senator Talvw S.

B'rice hat einen festen Glauben an die Zauberkraft einer Krawattennadel aus gediegenem Gold, in Gestalt eines geöffneten Geldschrankes, an welchem ein Wachthund angekettet ist. Daß er an

die Aauberkrast" des Goldes selbst glaubt, das wird sicherlich Niemanden Wunder nehmen, der ihn und seine Laufbahn kommt. Manche dieser Talismane befinden sich schon seit drei oder mehr Generationen in derselben Familie, und wer sie tragt, kann sich schon auf das Pietätsgefühl berufen, obwohl dieses keineswegs das ausschlaggebende Motiv lst. m Sriefe aus Deutschland. Von Wilhelm Kaufmann. Dresden. Mitte Februar. Königlich sächsische StaatZangele genheiten haben für amerikanische Le' ser wenig Interesse und ich km stets bestrebt gewesen, meine Leser mit solchen Dingen zu verschonen. Aber die proiektlrte Veränderung des Wahlrechts zum sächsischen Landtage gebietet eine Ausnahme; denn erstens ist die Sache selbst von größter Bedeutung und zweitens ist die Art und Weise, wie mit dem werthvollsten aller Volksrechte hier umsprungen wird und wie sich die sogenannten besseren und gebildeteren Kreise das ruhig gefallen lassen, doch von der größten Wichtigkeit. . Wenn am Wahlrecht gerüttelt wird, so sollte man meinen, daß das Volk in Aufregung' gerathen, oder daß es wenigstens die Frage ernsthaft besprechen und erwägen würde. Geht der Plan nun gar schon so weit, daß man über drei Viertel aller wahlfähigen Bürger entrechten will, so mußte man doch annehmen, daß ein Protest von der Mächtigkeit des Sturmwindes das Land durchbrausen würde. Aber in dem Lande der. hellen" Sachsen regt sich sehr wenig abgesehen von den Protestversammlungen der Socialisten und der Antisemiten (welche hier eine politi sche Partei der Kleinbürger bilden). In der elften Stunde haben auch einige Professoren der Leipziger Universitat noch emen Mahnruf ertönen lassen. Jedoch m denzenigen Kreisen, welche sich zu den besseren und höhergebildeten zählen, bringt man der wichtigen Sache die größte Gleichgiltigkeit entgegen. Der politisirende Spaziergänger des Faust'schen Ostermorgen findet nach hundert Jahren der großartigsten Entwickelung noch eine Mehrzahl von Anschauungsgenossen gerade m den gebildeten Kreisen. Röntgen entdeckt seine Strahlen.welch: uns sogar das Innere des menschlichen Körpers offenbaren, aber die ein sachsten politischen Grundsätze dieser aufgeklärten Zeit haben nech keinen Eingang gefunden in die Köpfe, und der große Moment findet ein kleines Geschlecht." Es ist ja wahr, man kann ja selbst in den' Ver. Staaten diese Klage erheben. Die Gleichgiltigkeit in wichtigen politischen Dingen ist auch in der großen Republik erschreckend groß. Aber man taste drüben einmal das Wahlrecht an da wäre ja gleich der Teufel los. Hier in Sachsen aber ist das ganz anders. Fragt man einen Herrn aus jenen Gesellschaftskreisen über die Wahlveränderung, so antwortet er fast regelmäßig Ja, davon habe ich auch fchon gehört, die Socialisten sollen dadurch aus dem Landtage entfernt werden und das ist ja ganz gut" meinen Sie nicht auch?" Nun vielleicht wird der Gefragte selbst mit entrechtet, denn wenn er Assessor, oder junger Gymnasiallehrer oder junger Arzt oder Redakteur ist und nicht das Glück gehabt hat, einen reichen Schwiegervater einzufangen, so wird seine Stimme nichts gelten. Alle Sachsen welche weniger als 2800 Mark Einkommen haben, werden nämlich in die dritte Wählerklasse geworfen und die ganze dritte Wählerklasse wird mundtodt gemacht werden. Das neue Gesetz theilt die Stimmgeber in drei Klassen ein. Wer unter 2800 Mark Einkommen versteuert, kommt in die dritte Klasse, wer darüber und bis zu 10.800 Mark Einkommen versteuert in die zweite, die Wenigen, welche mehr als 10.800 Mark einnehmen, wählen aber in der ersten Klasse. Jede der drei Wahlklassen wählt die gleiche Anzahl Wahl.männer und diese Wahlmänner wählen dann die Abgeordneten. Nichts ist nun natürlicher," als daß die Wahlmänner auö der ersten u. zweitenKlasse sich zusammenthun und die Wahlmänner der dritten Klasse überstimmen. So wird dann nach Annahme dieses Gesetzes, welches in ähnlicher Weise auch in Preußen gilt, das Königreich Sachsen ausschließlich vom Geldsack beherrscht werden, so weit der Landtag in Betracht kommt. Der sächsische Staatöminister von Metzsch hat bei der Empfehlung dieses Gesetzes mit verblüffender Offenheit erklärt, daß dasselbe den Zweck habe, die Socialdemokraten aus dem sächsischen Landtage fern zu halten. Man sieht hier nämlich mit Bangen die Zeit kommen, in welcher die Socialdemokraten im sächsischen Landtage eine Majorität gewinnen könnten. Bis dahin kann freilich noch viel Vlümchenkaffee getrunken werden, immerhin ist es nicht unmöglich, daß die Radikalen innerhalb zehn oder fünfzehn Jahren so weit kommen könnten. Denn eö unterliegt keinem Zweifel, daß die Socialdemokratie in Sachsen rasch und beständig wächst. Es läßt sich daö aus den verschiedenen ReichstagSwahlen direct nachweisen. Vielleicht besitzen die Socialisten im KLnigreiche heute schon - eine absolute Mehrheit der Stimmen. Bei der ReichstagSwahl im Jahre 1893 wurden in Sachsen 592.433 Stimmen abgegeben, wovon 270.654 socialistische waren. Sämmtliche übrigen Parteien hatten damals also. nur. noch t)1,127 Stimmen mehr' als die So'cialdemokraten von den 23 Reichs tagSwahlkrein in Sachsen .sind

genwärtig neun durch Sdcialdemokraten vertreten, aber in zehn anderen Kreisen kamen die Socialisten schon damals in die Stichwahl. Wird jetzt der Reichstag aufgelöst und dann neu gewählt werden, so gilt es als yanz sicher, daß Sachsen eine Mehrbeit. wahrscheinlich 14 von 23. als

Socialisten nach Berlin entj enden wird. Sollte jedoch das Landtagsmablrecbt angenommen werden und daran ist kaum mehr zu zweifeln, so ist es aar Nicht unmogl. dak die näcbste Reichstagswabl zwanzig socialistische Abgeordnete m Sachsen 1 Has sen Wird. Um das Attentat auf das Landtagswahlrecht zu verstehen, muß man lick veraeaenwärtiaen. dak von den 600.000 sächsischen Wählern 9000 auf die erste. 80.000 aus die zweite und über 500.000 auf die dritte Klasse entfallen würden. 89.000 Wähler haben demnach nicht allein ebensoviel Wahlmänner zu wählen als die 500,000 der dritten Klasse, sondern durch Zusammengehen der beiden ersten Klassen können die 500,000 völlig entrechtet werden. Wenn man sich vorstellt, daß von diesen 500.000 kaum zwei Drittel Socialdemokraten sind, die übrigen aber aus guten königstreuen Leuten bestehen. o kann man sich leicht vorstellen, wie zweischneidig die Waffe wirken wird, welche die reaktionäre Qofvartei iedt sckaffen will. Die Socialisten wünschen im Stillen, datz das Gesetz so bald wie moalick anaenommen werden möae. denn dann wird ihr Weizen erst recst auf den sächsischen Gefilden erblühen. Der Bund der Landwirthe hat die ser Tage in Berlin getagt und furchtbar viel Lärm gemacht. Die verwegensten Reden wurden da gefuhrt, es fielen sogar Worte, welche von einem Socialdemokraten gesprochen, sofort Verfolgung wegen Majestätsbeleidigung nach sich gezogen hatten. Dieser Bund besteht aus Leuten, welche stets für Konig und'Altar schwarmen.deren Söhne zumeist in den vornehmen Regimentern als Officiere dienen, aus Männern, welche stets als die treuesten Stutzen der preußischen Monarchie gegolten haben. Es sind zum großen Theile ostelbische Junker. Die Reden welche sie aber führten, klangen fast revolutionär. Es ist bekannt, daß der Kaiser einmal (mit Recht) erklärt hat, die Annahme des Antrags Kanitz würde den Brodwucher fördern (was der Antrag Kanitz eigentlich ist. kann ich hier nicht auseinandersetzen, bezweckt wird damit eine künstliche Vertheuerung der Getreidepreise). Als nun ein Redner den Ausdruck KornWucher" gebrauchte, riefen sehr viele der versammelten Stützen vom Thron und Altar Pfui!" pfui!" Von den

preußischen Ministern sagte der Herr von Diest-Daber die Minister können uns sonst was." Gemeint war damit das Kraftwort Götzens von Berlichingen. Ein anderer hoher Herr rief, als der Name deS früheren. Reichs-' kanzlers Eaprivi erwähnt wurde, ganz laut, Schweinhund." Es ist für jene Herren nur gut, daß der famose dolus eventualis nur gegen die Socialisten angewendet wird, andernfalls kämen einzelne der Edlen an einen Ort, wo es weder Austern noch Sekt gibt. Es ist wahr, die deutschen Großgrundbesitzer sind in einer schlimmen Lage. Die meisten haben ihre Güter viel zu theuer eingekauft und müssen nun ein Kapital verzinsen, welches in manchen Fällen größer ist, als der heutige Werth des Grundsillcks. Dabei sind die Kornpreise so Niedrig, daß die Junkkr immer neue Schulden machen müssen, selbst wenn sie angefangen haben sich einzuschränsen. Um sich vor dem Untergang zu retten, stellen sie die unerhörtesten Forderungen an den Reichstag. Zu der allgemeinen Unzufriedenheit in den untersten Schichten, ist eine womöglich noch stärkere Unzufriedenheit in den sog. höchsten Volksschichten gekommen. Im Reichstaue findet regelmäßig bei der Berathung des Heeresetat ein großer Redekampf zwischen Bebel und dem preußischen Kriegsminister statt. Bebel pflegt bei dieser Gelegenheit alle extremen Fälle von Soldatenmißhandlung und von Extravaganzen in der Heeresverwaltung vorzubringen. Die. seö Jahr dauerte der Redekampf drei Tage und vlief für den Kriegsminister recht unglücklich. Derselbe wußte früher dem schlagfertigen Socialisten häufig in glücklicher Weise mit Humor, zuweilen auch mit derben Scherzen zu dienen. Diesesmal versuchte er eö mit der Grobheit, erklärte ziemlich erregt, daß er nicht auf alle Uebertreibungen der Socialisten einzugehen brauche und wurde dafür sogar von den Rednern des Centrums getadelt. EZ unterliegt keinem Zweifel, daß diese alljährliche scharfe Kritik der Socialisten außerordentlich viel zur milderen Behandlung der Soldaten beigetragen hat. Allerdings kommen auch jet noch Soldatenmißhandlungen von äußerster Brutalität vor, im großen Ganzen ist es jedoch in dieser Beziehung gegen früher sehr viel besser geworden. Der Hauptmann, in dessen Compagnie häufiger Mißhandlungen stattfinden, wird nicht befördert, und die meisten der schlimmeren Fälle von Mißhandlungen gelangen, wenn auch auf Umwegen, zur Kenntniß der socialistischen Vertreter. Der frühere bairische Lieutenant Krafft erklärte in einer Brochüre, daß diejenigen Soldaten, von denen man weiß, daß sie Socialisten sind, von vielen Vorgesetzten wie ein rohes Ei behandelt werden. Krafft sagt: Wenn die Rekruten in die Kaserne kommen, so gehören nur wenige einer politischen Partei an. Diese Wenigen aber sind Socialisten. Es gibt allerdings auch Regimenter, Kelche sich auö durch und durch socialdemokratischen Gegenden rekrutiren und in solchen Fällen werden die politisch. Farblosen zu den Ausnahmen gehören. Meistens aber kümmern sich die iunsen Soldaten im Anfang ,

überhaupt nicht um Politik. In der Kaserne aber raunt man ihnen geheimnißvolle Geschichten vom inneren Feind" vom Umsturz" vor, bis sie sich allmälig für solche Dinge interessiren. Sieht ein Soldat so aus, als ob es

nicht rathsam wäre, ihm einen Schlag zu geben, dann munkelt bald alles das sei ein Sozi". Der Hauptmann läßt die Unterofflaere kommen und mahnt sie dringend den - Menschen da" ja nicht zu schimpfen oder gar anzurühren, denn das könne eme gar eklige Geschichte im Landtag oder im Reichstag geben, die sogar zu Ohren Sr. Excellenz des Herrn Kriegsministers käme". Die Unterofhciere sind im allgemeinen nicht besonders diskret, und so erfährt es denn auch der sog. verlassige Mann, dem man ohne Gefahr einen Puff oder mehr versetzen kann. Wenn er nun auch den Kämeraden, der zum inneren Feind" gehören soll, mit einer gewissen Furcht betrachtet, so fühlt er doch andererseits einen großen Respekt vor der Partei, welche ihre Angehörigen bis hinter die Kasernenmauern beschützt. Der schlimmste Fall, welcher bei der diesjährigen Debatte zwischen Bebel und dem Kriegsminister besprochen wurde, betraf den Infanteristen Schölar. Letzterer ist jetzt Redakteur eines freisinnigen Blattes. Es wurde ihm die Berechtigung zum einjährigen Dienst entzogen, weil Schöler früher wegen Brandstiftung bestraft worden war. Die Brandstiftung" bestand darin, daß Schölar als 14jähriger Knabe in Gemeinschaft mit einigen Altersgenossen einen alten Schuppen angezündet hatte. Der Fall Schölar ist deshalb interessant, weil er die Ungerechtigkeit der gegenwärtigen Militärstrafordnung und die Mangelhaftigkeit des Beschwerderechts zeigt. Schölar diente in Celle im Hannöverschen. Er wurde eines Tages zum Wasserpumpen commandirt und dabei soll er den Controllapparat ander Filtriranlage zerstört haben. Scholar selbst behauptet, daß ihm ein Versehen bei Behandlung des Apparats passirt sei. und daß er nicht absichtlich den Apparat untauglich gemacht habe. Der Oberst verurtheilte. Schölar zu 5 Tagen strengen Arrest. Sch. sitzt diese Strafe ab und beschwert sich bei dem nächsten Vorgesetzten des Obersten, bei dem Brigadecommandcur. Die Antwort lautete: daß es bezüglich der Strafzumessung ganz belanglos sei, ob Schölar in der Absicht, oder nur aus Fahrlässigkeit gehandelt habe. Die Beschwerde sei unbegründet und Schölar mit 7Tagen Mittelarrest zu bestrafen." Man sehe sich diese Begründug näher an. Sie bietet eine völlige Unkenntniß des juristischen Begriffes dolus" dar Schöler sitzt auch die sieben Tage ab und beschwert sich beim Vorgesetzten des Brigadegenerals. Und dieser nächste Vorgesetze war der damalige commandirende General und jetzige preußische Kriegsminister Vronsart von Schellendorf (derselbe, welcher Bebel im Reichstag R?de stehen mußte). Wie lautete nun der Bescheid? Womöglich noch unverständlicher. Man höre: Allerdings könne dem Schölar die Absicht nicht nachgewiesen werden.aber er könne auch nicht das Gegentheil beweisen. Uebrigens sei die ihm zu Theil gewordene Strafe in Anbetracht des mit der strafbaren Handlung verbunden Ungehorsams sehr milde zu nennen, und Schölar (auf's Neue) mit 14 Tagen Mittelarrest zu bestrafen." Schölar sitzt auch diese 14 Tage ab. Aber er wird dadurch nicht eingeschüchtert. Er wendet sich an den Vorgesetzten des commandirenden Generals und der ist der Kaiser. Die Antwort lautete'wie folgt: Die Beschwerde des Musketiers Schölar wird als unbegründet zurückgewiesen.weil ihm auch nicht gelungen ist, das Fahrlässige seiner Handlungsweise nachzuweisen, von einer erneuten Bestrafung wird aber in Gnaden Abstand genommen." Das ist der Fall Schölar nach den Akten. Es ließe sich viel darüber sagen, jedoch ist diese einfache Angabe der Thatsache wohl die wirkungsvollste Schilderung. Daß Herr von Bronsart in einer keineswegs beneidenswerthen Lage war, als ihm gerade dieser Fall von Bebel vorgehalten wurde, braucht nicht besonders erklärt zu werden. Die Gerechtigkeit verlangt jedoch, daß hinzugesügt wird, daß gerade der Kriegsminister in energischer Weise die Abänderung der militarischen Prozeßordnung betreibt und daß eS ihm wahrscheinlich gelingen wird, den Antrag durchzusetzen. Er hat schon vor einem Jahre erklärt, daß er von diesem Gelingen sein Verbleiben ?rn Ministeramte abhängig mache. Er soll noch auf einigen Widerstand beim Kaiser stoßen, welcher, obgleich er in der Sache selbst einen fortschrittlichen Standpunkt einnimmt, sich nicht zu der Aenderung entschließen kann, weil so viele hohe Militärs dagegen smd. Das Wortgefecht zwischen Bebel und dem preußischen Kriegsminister brachte auch ein Intermezzo, das durch Nebenanträge zu einer humorvollen Episode wurde. Es handelte sich darum, den Soldaten ein warmesAbendessen zu geben. Jetzt bekommt man in den Kasernen nur Mittags warmes Essen, daS Frühstück und daö Abendbrod hat der Soldat sich durch die Commißbrodlitferung zu stellen. Von allen Seiten des Reichstags wurde den Vaterlandsvertheidigern das warme Abendessen im Principe zugebilligt, eS blieb aber beim Principe da man keine Mittel fand, um dafür zu dezahlen. Ein Redner schlug die Einführung der Junggesellensteuer zu jenem Zwecke vor. Richter meinte, eine Besteuerung der Eitelkeit sei noch zweckmäßiger. Jeder Empfänger eines Ordens, oder eines Titels solle eine besondere Steuer entrichten, auch der Adel solle besonders besteuert werden. Man scherzte und lachte über diese Vorschläge . und auö dem warmen Abendessen wurde wieder einmal nicbts. Nucho's Cigarrenladen besindet sich in No. 1SS Oft Oashingte Otr.

Miwserau

Deutsche Local.Nachrlchten. Vrovtnl Brandenburg. Berlin. Gegen das Bäckereigewerbe sind in letzter Zeit verschiedeneVorwürfe über Unsauberkeit, Krankheit der Gesellen u. A. laut geworden. Der Vorstand der Berliner Bäcker-Jnnung hat nun beschlossen, dahin zu wirken, daß fortan jeder von den Jnnungssprechämtern in Arbeit au schickende Bäckergeselle vorher ärztlich untersucht werden soll. Der neue Urbanhafen ist jetzt bis auf die Fortführung der Ufermauer am östlichen Theile des Planufers entlang nach der Admiralbrücke zu vollkommen fertig und Wird am 1. April seiner Bestimmung übergeben werden. Die ganze Anlage macht einen äußerst imposanten und zugleich anmuthigen Eindruck. Landsberg a. W. Die beruchtigten Einbrecher Lenz und Golembka wurden von der hiesigen Strafkammer zu zehn bezw. acht Jahren Zuchthaus verurtheilt. Luckenwalde. Ein Raub der Flammen wurde die Friedrich Steinberg'sche Tuchfabrik, während die Arbeiter und Arbeiterinnen sich eben zum Heimgang rüsteten. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß ein Arbeitsbursche im Trockenraum eine Petroleumlampe fallen ließ, die sofort ezplodirte. Bei denBerg'ungsarbeiten wurden fünf Personen durch herabfallende Steine verletzt. Vrovin, vstprußn. L a b i a u. In der. letzten Stadtverordnetenversammlung fand dieEinführung der neu, bezw. wiedergew'ähkten Herren Lepehne, Singer, Jäger, Scheer. Kühn. Holz und Gotzan statt. Von einer Drainirung des neuenKirchhofS. die sich auf ca. 2000 Mark belaufen würde, wurde auf Anrathen des KrelZphystkuS Dr. Arbeit abgesehen. Memel. Kürzlich wurden vier Böte kurischer Fischer kurz nach dem Auslaufen von einem Sturme überrascht. Drei der Böte retteten sich; das vierte gerieth in Treibeis und wurde nach der livländischen Küste getrieben. Trotz aller Nachforschungen war das Boot nicht zu finden. Am dritten Tage erst traf es ein englifcherDampfer. Drei Fischer waren erfroren, der vierte wurde dem Tode nahe an Bord genommen. Er erzählte, daß er die drei Leichen über Bord geworfen habe, weil ihr Anblick grauenhaft war. Der Mann liegt fchwcr krank darnieder. Mohrungen. Endlich ist die Präparandenanstalts-Frage oefmitiv zu Gunsten Mohrungens entschieden. Die Friedrichshöfer Anstalt wird October 1897 hierher verlegt. ' - Vrovin? MftvreuHn. D a n z i g. Der Director der hiesigen Artillerie - Werkstatt, Major Abel, hat sich erschossen. Der Selbstmord deS allgemein beliebten Mannes erregt erhebliches Aufsehen. Die Gründe der That sind völlig unbekannt. Ruda. Auf dem Heimwege nach der CarlS Colonie wurde der Hüttenarbeiter Wyelezok von zwei Männern erstochen. Die Mörder, Gebrüder Blächa, sind bereits verhaftet. , S ch w e tz. Die diesjährige Campaqne der hiesigen Zuckerfabrik war bedeutend gewinnbringender als im Vorjahre und es hat die Verwaltung aus eigener Jnitative circa 80,000 Mark an die Rübenlieferanten nachgezahlt, und zwar 5 Pfg. pro Centner. Außerdem war die Fabrik im Stande, den nicht unbedeutenden Verlust aus dem Vorjahre zu decken. Vrovi, ommra. Ä n k l a m. Das hiesige Gymnasium begeht im October nächsten Iahres das Fest seines 50-jährigen Bestehens. K a m m i n. Die Influenza grassirt gegenwärtig hier in heftiger Weise. Von den 90 Zöglingen des LehrerSeminars liegen zur Zeit ca. 60 krank darnieder, so daß der Unterricht schon seit einigen Tagen ausfallen mußte. Kolberg. Auf dem hiesigen Bahnhofe ereignete sich ein furchtbare? Unglücksfall. Der Arbeiter Weyland stürzte beim Anziehen der Leine von einem Eisenbahnwagen herab und schlug mit dem Kopfe derart auf die Puffer auf. daß er blutüberströmt und besinnungslos liegen blieb und in seine Wohnung gebracht werden mußte. K ö s l i n. In Neuklenz brannten die sämmtlichen Gebäude des BauernHofsbesitzers F. Kath vollständig nieder, auch das gesammte Inventar und das Vieh wurde ein Raub der Flammen. Provinf Pose. K r o t o s ch i n. Eine seltene AusZeichnung ist einem armen jugendlichen polnischen Dienstmädchen für eine brave That verliehen worden, nämlich die Rettungö - Medaille am Bande, der kaum 16-jährigen Marianne Sorg zu Salnia. Aus dem brennenden Wohnhause ihrer Dienstherrschaft hat sie im vorigen Frühjahr unmittelbar vor dem Zusammensturz des Hauses eine in der Wiege liegendes, von den eigenen Eltern in der Aufregung vergessenesKind gerettet; in der Wiege glimmten schon die Kissen. M r o t s ch e n. Hier ist der frühere Handelsmann Lewin gestorben. Er war beinahe 112 Jahre alt und nicht nur der älteste Bewohner des Ostens, sondern wohl ganz Deutschlands. Rakel. Hier feiern die Andreas Wilinski'schen Eheleute das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Die betagten Ehegatten erfreuen sich einer vortrefflichen Gesundheit. Vx9vn Forst i. Lausitz. In der Rottke'schen Tuchfabrik hat ein verheiratheter Spinner einen Mordversuch auf einMädchen begangen. Er verwundete dasselbe durch vier Messerstiche schwer. Der Thäter wurde verhaftet. G l o g a u. Das fchwereEisenbahnUnglück vom 24. Juli V. I. in Raubten, bei dem ein Zug in dasEmpfangsgebäude fuhr, wobei mehrere Personen getödtet und verletzt wurden, war dieser Tage Gegenstand der Verhandlung vor der. hiesigen .Strafkammer. Angeklagt waren der Locomotivführer Somtaa und fünf Bremser, sammt-

lich aüS Liegnitz. Nach mehrstündiger ! Verhandlung wurden die. Bremser ,

freigesprochen, Sonntag zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt und wegen Fluchtverdachtes sofort verhaftet. t I I Wte, V W I Konlgsyutle. ner necyisan- ! walt Regentte von hier feuerte in der z Lipmer Pfarrkirche nach lauten Be- ; schimpfungen während der Messe auf den Pfarrer Ncnezka emen Revolverschuß ab. welcher sein Ziel verfehlte. Der als exaltirt bekannte Attentäter wurde von Kirchenbesuchern gefesselt und in's Justlzgefängniß gebracht. Neu deck. Eine Greisin von 107 Jahren lebt in Bisia. Es ist eine verWittwete Frau v. Pietrowska, die ihren Lebensunterhalt aus Unterstützungen des Grafen Henckel v. Donnersmarck bezieht. Die alte Dame erfreut sich großer Rüstigkeit und guter Gesundheit. Vrovlnk Sachsen. Erfurt. Die ehemaligen Schüler des hiesigen Gymnasiums wollen den 3. Juli d. I., an welchem Tag die Anstalt ein neues Heim bezieht, festlich begehen und die neue Aula mit künstlerischem Schmuck versehen. Halberstadt. Vom Schwurgerichte wurde der Barbiergehülfe Müller aus Roklum (Landkreis Halberstadt), der am Abend vor Weihnachten den alten Handels- und Botemann Jordens aus Roklum ermordet und beraubt hat, zum Tode verurtheilt. Mühlhaufen. Ein Großfeuer zerstörte die Appreturanstalt vonErnst Rumpel. Der Landkreis Mühlhausen will 1060 Mark für Vorarbeiten zum Bau einer Bahn von Mühlhausen über Flechta, Oberdorla, Langula, Heyerode, Hallunqen, Nazza, Mihla. Kreuzburg nach Eisenach mit einer eventuellen Abzweigung von Mihla nach Trefsurt bewilligen. Vrovins &Ura-0!rtt. A l t o n a. Auf dem hiesigen Fischmarkte wurden im verflossenen Jahre 7.772.341 Pfund Fische versteigert und daraus 1,559.466 Mark 14 Psen nige gelöst. Jtzehoe. In Nutteln wurden zwei blühende Menschenleben durch emen schrecklichenUnglucksfall dahingerafft. Der 25-jährige LandmannCH?stoph Westphalen befand sich mit feinem 23-iahrigen Knecht Claus Mar tens in einer Mergelgrube, als eine Schicht herunterstürzte und die beiden verschüttete. Die Verunglückten konnten, trotz sofort vorgenommener Rettungsversuche, nur als Leichen herausgegraben werden. Lauenburg. Mehrere Schüler der hiesigen Stadtschule trugen sich an geblich seit längerer Zeit mit dem Gedanken, den Rector Geriach todtzuschie ßen. Einer der Burschen stahl Geld zu einem Revolver, und ein solcher wurde auch beschafft, worauf man Schieß Übungen vornahm. Die Sache kam heraus und die Burschen erhielten durch den Schuldiener vor versammelten Volk" ein verdiente Züchtigung. sodaß ihnen das Todtschießen" wohl vergehen dürfte. Provinz SannovR?. Emden. Hier fand ein sehr betrübendes . Unglück statt. Der Redacteur der Ostfr. Ztg.", Herr W. Hahn, welcher im Krankenhause darniederlag. stürzte, wahrscheinlich in einem Fieberanfalle, aus dem zweiten Stock auf die Straße und war auf derStelle todt. Durch diesen Sturz wurde ein Caplan, der zufällig des Weges kam, nicht unerheblich verletzt. Hannover. Vor dem Schwurge richte standen neulich vier jugendliche Straßenräuber, die Gebrüder Karl, Heinrich und Albert Weinreich und der Arbeiter Reinhold Meinel. Sie haben am 23. November v. I. am hellenMittage an einer entlegenen Straße den Kassenboten einer Fabrik überfallen und ihm Geldfäcke mit 7000 Mark 'gs. raubt. Alle Angeklagten sind schon wegen Diebstahls vorbestraft. Carl Weinrich wurde zu 8, Heinrich zu 7 Jahren Zuchthaus verurtheilt; der noch nicht 18-jährige Albert Weinreich erhielt 6, Meinel 4 Jahre Gefängniß. Kreiö Nienburg. In Liebenau erhängte sich der Ackermann H. Schmidt auf feinem Heuboden, nachdem er erst früh Morgens von derKaisergeburtstagsfeier vergnügt zu Hauie gekommen war. Den Strick zum Aushängen hatte er persönlich von einem Kaufmann geholt. vninproVnk. Aachen. Das um das Jahr 1320 erbaute altehrwürdige Pontthor soll demnächst einer durchgreifenden AuS besserung unterzogen werden, die einen Gefammtkostenaufwand von 58.000 Mark erfordern wird. Man beabsichtigt das geräumige Gebäude theilweise zu Museumszwecken einzurichten. E s s e n. Aus der Kruppschen Fabrik verunglückten beim Reinigen eines Kanals im Preßbau mehrere Arbeiter in Folge von Gasvergiftung; einer ist gestorben; die andern sind nur betäubt gewesen und gerettet. Gelsenkirchen. Das große Manufaktur- und ModewaarenhauS, Gebr. Kaufmann, ist ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beziffert sich auf 400.000 M. Köln. Der Eisenbahnverkehr am CarnevalS - Montag war auf dem Hauptbahnhof Köln ganz außergewöhnlich groß gegenüber den Vorjahren. In Bonn wurden an diesem Tage allein an 3000 Fahrkarten Bonn-Köln verausgabt. Im Ganzen waren für verschiedene Richtungen 30 Sonderzü, ge eingelegt worden, die zu den im diesigen Bahnhos täglich verkehrenden 210 Zügen kamen. Sämmtliche Züge trafen mit einer großen Wagenzahl ein und hatten vielfach 60 bis 75 Achsen. Am Sonntag wurden am Hauptbahn Hof allein 4300 und am Montag 5100 Bahnsteigkarten gelöst. , Vestellt sofort: Voc?bier der Home Brewing Go in Flaschen. Tel. 1S0. Och in und rein Coll daS Haut fietk sein l Die besten Oürften kauft an , bei H. Ochmedel, 450 Oft NeTarty CttiU.

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