Indiana Tribüne, Volume 19, Number 163, Indianapolis, Marion County, 1 March 1896 — Page 7
u t !r ' V i I
Für Geist und Gemüth Ein Eigen zu besitzen, das ist gut. Sei es im Hause, sei's im Herzen. In allen Leiden macht es Muth Und ist ein Trost in allen Schmerzen. Zu neuem Leben ist's der Keim! Wer's nicht vermißt in heitern Ta gcn Wcnn's finster wird, wohl ihm, kann ix dann sagen: Jetzt geh' ich heim! Ein kleines Korn, gesäet in's Feld', Wringt mit der Zeit Dir tausend Aehren. Ein Körnlein Liebe gut bestellt, Kann tausend Herzen Freud' gewäh ren. Was vergangen, kehrt nicht wieder; Aber ging es leuchtend nieder. Leuchtet's lange noch zurück! Ach. daß doch dann erst, wenn sie uns entrissen, Wir unsre Lieben recht zu lieben wissen. 3m ein liöGcs Vut. o Lon L Wellner. In Eile gefreit hat schon manchen gereut.Diese Worte richtete eine alte Dame an ihre junge, liebreizende Nichte Edda Virnholm. die im Begriff stand, sich an Paul Esten wegzuwerfen", wie die Tante sich auszudrücken beliebte. Edda hatte sich in' den jungen Mann eines Abends leidenschaftlich und auf den ersten Blick" verliebt, als dieser in einem philharmonischen Concerte seine eigenen Compositionen vorgetragen. Sie bestand darauf, daß Paul Esten ihr Musikstunden gebe ein Wunsch, welchen die stets nachgie bige Tante mit der größten Harmlosigkeit erfüllte. Das Resultat hiervon war. daß Paul Esten nach kurzen drei Wochen dem jungen Mädchen gestand, sie sei sein Ideal das erste und das einzige weibliche Wesen., für das er je im Leben ein wärmeres Gefühl empfunden habe. Infolge dieser Erklärung ereignete es sich, daß Edda direct aus dem Klaviersessel in seme Arme flog, und ihre Tante, die unglücklicherweise in demselben Augenblick in's Zimmer trat, die Neuigkeit zu hören bekam, daß Edda keinen anderen Mann als Paul Esten heirathen werde. Darauf folgte in unglaublicher Geschwindigkeit eine große Hochzeit und eine vierwöchentliche Hochzeitsreise in das gelobte, der Kunst und der Liebe Land, Italien. Edda's Tante gefiel all' das ganz und gar nicht. Paul." sagte sie. ist ein echter, wahrer Künstler. Die Kunst nimmt in seinem Herzen den ersten Platz ein. und Ehen mit solch' einem Manne sind nie glücklich. Glaube mir das, mein liebes Kind!" Die alte Dame hatte gar nicht so unrecht, zenn sie also sprach. Als ein Jahr verflossen war, hatten Paul und Edda ein wunderbar zartes Kindchen mit süßen, großen grauen Augen, die gar verwundert in die Welt blickten. Der junge Vater, betrachtete das kleine zappelnde, rosige Ding mit großem Erstaunen und componirte ihm zu Ehren eine entzückende Rhapsodie. Mitten aber "in seiner Schöpfung hatte er den Beweggrund schon wieder völlig vergessen. Ja, er fühlte sich sogar geärgert und gestört, als ihn das Geschrei des kleinen Erdenbürgers an dessen Existenz erinnerte. Nach Verlauf des zweiten Jahres feiner Ehe war die kleine, zarte Menschenblüthe verwelkt gestorben. Die junge, schöne Mutter war untröstlich. In thränenloser, stummer Verzweifhing lag sie Stunden lang auf den Knieen vor der kleinen, nun leeren Wiege, in der ihr Liebling, ihr Alles auf der Welt bis dahin geschlummert hatte, und rang die Hände in bitterem, herzbrechendem Schmerz. Paul setzte sich über den Verlust des Kindes leichter hinweg. Er schrieb ein Requiem auf des Kindes Tod, welches seinen Ruhm bedeutend vergrößerte. Dieser letztere Umstand trieb ihn nun dazu an, eine Cantite Das Urtheil Salomo's" zu componiren. Mit dem anzen fieberhaften Eifer eines leidenschaftlichen, für seine Kunst tiefbegeisterten Künstlers widmete er sich seinem Werke. Und Edda? Sie welkte währenddessen immer mehr dahin. . Ihr schönes, liebliches Gesicht ward schmal und scbmäler, bleich und bleicher. Tag für Tag, in Sturm und Regen ging sie zu dem kleinen grünen Hügel, unter dem ihr Liebling trn Todesschlafe ruhte. Dort saß sie Stunden lang in tiefem Seelenschmerz und benetzte das kleine Grab mit ihren heißen Thränen. Eines Tages saß Paul zwischen seinen Musikheften, Instrumenten und Büchern vergraben, Noten auf Noten . häufend und an seiner kostbaren Cantäte, an deren Vollendung nur noch ein paarZeilen fehlten, arbeitend. Da klopfte Edda an die Thür. Paul hätte etwas darum gegeben, wenn ihn gerade jetzt Niemand gestört. Er hatte soeben einen wundervollen Satz beendet, in dem er den Schmerz einer Mutter um ihr entrissenes Kind in unbeschreiblich rührenden und packenden Tönen zum Ausdruck brachte. Nichtsdestoweniger legte er beim Emtritt der Gattin sofort, wenn auch mit sichtlich resignirter Miene, die Fe der aus der Hand. Sie kam ihm mitzutheilen, daß sie "tTTftn tnnNV ihn hiTTVirft fitr wt tVVMVy V ige Zeit verlassen werde., ch glaube nicht, Paul, daß Du "lande bist, zu ermessen, ein wie
furchtbares Gefühl es für mich ist. daß ich in Deinem Leben so gut wie gar nichts bin." begann sie. Sie gab sich ungeheure Mühe, ruhig und gefaßt zu sprechen. Aber gerade diese Anstrengung ließ ihre Stimme kalt und hart erscheinen. Du kannst Dein Leben ohne mich ebenso gut, vielleicht noch besser sogar, als wenn ich in Deiner Nähe bin, hinbringen. Martha wird den Haushalt und Alles, was Dir vonnöthen ist, ganz gut allein besorgen können, kurz und gut Alles, dessen Du bedarfst. Es wäre nicht so gekommen, nicht so für mich, wenn unser Kind noch lebte " Sie brach plötzlich ab. Paul fühlte sich im höchsten Grade unglücklich. Er war überzeugt, daß Edda ihn nicht mehr liebe, während er, so lange er denken konnte, nie ein anderes weibliches Wesen geliebt, ein solches kaum angeblickt hatte. Und dennoch herrschte im Streit der Empfindungen der sehnliche Wunsch vor: Wenn sie mich doch nicht gerade jetzt gestört hätte, gerade jetzt!" Er redete sehr gütig und sanft auf sie ein, aber während er sprach. Manbetten seine Augen immer und immer wieder zu dem Manuscript auf dem Schreibtisch, als sehne er sich unbeschreiblich danach, sein Werk fortsetzen zu können. Natürlich folgte Edda seinen Blicken und nun brach der so lange, so mühsam verhaltene Verdruß, die Eifersucht auf seine Kunst aus. Für Dich ezistirt eben auf der Welt nichts weiter als Deine Musik." schluchzte sie. Wozu haben Menschen wie Du Frau und Kind? Du brauchst nichts weiter als ein Hausmädchen und eine Köchin, damit Deine Sachen in Ordnung gehalten und DeineMahlzeiten gekocht werden! Liebe und ZuNeigung sind für Dich nichts, sie gelten bei Dir weniger noch als nichts. Und mich mich brauchst Du am allerwenigsten! Ich bin in Deinem Leben eine Null!" " - Dann hatte sie das Zimmer verlassen. In stummer Verzweiflung fuhr sich Paul mehrere Male mit den Fingern durch sein Haar. Dann sah er ein, daß er heute doch nicht mehr arbeiten könne. Er beschloß, sofort in die Stadt zu Edda's Tante zu fahren und sich bei dieser wegen des sonderbaren Benehmens seiner Frau Rath zu holen. Als er an seinem Ziele anlangte, erfuhr er zu seiner größten Bestürzung. daß die Tante vor zwei Tagen abgereist sei. . Ermüdet, elend und untröstlich darüber, daß er einen ganzen Nachmittag nutzlos verschwendet, fuhr er heim. Es war 8 Uhr Abends, als er aus dem Zuge stieg. Träumerisch schritt er dahin, die Hände auf dem Rücken
und in die Wolken blickend. In seinem Kopfe schwirrten in Menge angefangene und unvollendete Mekölen durcheinander. Plötzlich stutzte er. Ein seltsames, röthlich flackerndes Licht war am Himmel zu sehen. Was mochte es bedeuten? uiuz T Z die Ursache des feurigen Scheines STm sffi Schritte. ein Rufen und Schre en wurde hörbar, ze welter er kam Jetzt ah er Rauch, letzt horte er auch KraNur zu bald wurde er sich klar, was . r. . (V I chen und Zischen, em Toben ein Larmen vs lumiic uui iciii Vu, 1 1 i.t nnfi na nrnnnif ' ctn 1 a rr 1 I Athemlos kam er naher. lim - . Dienstmädchen hatte die Petroleum-
wmpe umgeworfen uno 10 oen abt zs Jungfer Köchin, ick wasch Brand verursacht. Die Feuerwehr mlt nachher doch!" Heute yeht es äudes Ortes war zu spat angekommen fc,rT; whr nnU , imS s? sitart
es war nichts, nichts mehr zu rettn! Das nnnif inauä war eine ein- I zige olazie nallll)wonc. au ivcui von Zeit ZU Zeit glühende Feuergar- .... m -jiJ.. ... u..U.. I n "uw 1 oen m oie oye imuuimH. Jetzt war er angelangt. Edda Edda mem Weib barmherziger Gott wo ist meme tfnrns lazrie aui in oocangii, -l L . . . . . f . als er Die ganze urazioarieli oes un411, (rH aIi 1 ."" nv 7 habe sie Frau Esten noch auf derselben Stelle, wo Paul jetzt stand, gesehen. Dann sei sie m das Haus zurückgerannt, als erinnere sie sick vlöklick an etwas, das sie retten müsse.' Bevor Jemand ihre Absicht nur vermuthen. . ' ' . ' geschweige denn verhindern konnte, war sie in dem brennenden Sause derschwunden. in wilder .(Saft stürzte Naul vorwärt, um seine Titan zu retten. Aber in demselben Augenblije packten ihn feste 5,ände. deren Kraft er nickt widerstreben konnte. Es ist umsonst, Herr! Sie dürfen Ihr Leben nicht m dieser Wahnsinn:gen Weise auf's Spiel setzen!" In diesem Augenblick erschien Edda's schlanke Gestalt mitten in dem chwarzen Rauch. In den Armen, fest an sich gedrückt, hielt sie das kostiJJ?::.: uc juiuiiuiiiili ici viuuiuic iuici mfnnhulm in h,r p;,fi. is.z ffl. Nebenbuhlerin in der Liebe ihres Gat ten. dieser Rivalin, welch: ihr Leben so öde,. so traurig gestaltet und ihr manch, UtUu S.und verursach. lim ;.r.2 zm..r..:t ... ü. vni JUIUUU 1414 AU ICUUl, hatte sie ihr Leben auf's Spiel gesetzt! . . Naul Esten ist tn s,f,rVf,,r;;w.r Mann geworden. Weit in alle Lande ist fein Ruf gedrungen. Obwohl er be? seine Kunst nock immpr r;.f,f nimmt doch den ersten Platz in seinem Leben, in seinem Herzen jetzt Edda ein. br widmet er sick vor Alle in zärtlichster Liebe. Seine unendlich? ; r I r? recc ?n - - Aufmerksamkeit für Edda ist cor auch dringend erforderlich, denn ;enem fürchterlichen Abend, seit ene?
kntsetzlichen Feuersbrunst, ist Edda llwd. ' In der Hasenheide bei Stalin. Ein Mädchen war's für alles In ihrem Sonntagskleid, Tie ging behufs des Ballcs Mit einem feinen Knaben, Ja Knaben. Wohl nach der Hasenheid. So singt ein verflossener berliner Dichter aus der Zeit, da Berlin noch eine kleine Residenz und die HasenHeide noch das bevorzugte Lokal der niedern und mittlern Stände" war. Ja, sie sieht auf eine interessante Vergangenheit zurück, die liebe Hasenheide, die dereinst weit draußen" lag und heute von Berlin und seinen Vororten vollständig umbaut ist. Ursprünglich war sie nichts als eine Heide, d. h. ein Wald, in dem auch Hasen gehegt werden. die aber längst verschwunden sind. Heute ist die Hasenheide ein Sammelsurium von Waldstücken. Militärschießständen, großen Brauereien. Kirchhöfen. Turn- und Spielplätzen, Vergnügungslocalen verschiedenster Größe und verschiedensten Kalibers, von hundertfältigen Schaubuden und allerlei Wohngebäuden, neben alten Landhäuschen und Gärtnereien. Die Hasenheide ist noch heute ein großartiges Vergnügungslocal", aber mit geringen Ausnahmen sind hier nur die Arbeiter des Ostens und Südostens, Soldaten und Küchendragoner" zu finden. Der Mittelstand fehlt hier ganz, und selbst das Dienstmädchen
aus Berlin W. geht am Sonntag nicht meyr zum Tanz nach der Hasenheide, sondern nach dem Theater oder dem Circus. Es spricht verächtlich von dem Trampelball", den nur die KUchenfeen frequentiren, die derbe Realistik, zweierlei Tuch und reelle Liebe suchen. Von ihnen sagte vor 45 Jahren schon Glasbrenner: Sie sind gar nicht so spröde, wie sie aussehen, obgleich sie gar nicht spröde aussehen." Diese derben Dienstmädchen bilden zusammen mit den Fabrikmädchen und einigen anderen weiblichen Elementen das Hauptcontingent der Damen". Die Männerwelt ist vertreten durch Arbeiter. Gesellen, sehr viel Militär und gewisse Elemente, an denen das benachbarte Rixdorf einen erstaunlichen Ueberfluß besitzt. Diese Charakteristik bezieht sich aber nur im Allgemeinen auf das HasenHeidenpublikum", auf die einzelnen Tanzlocale läßt sie sich nicht übertragen. denn es gibt hier gewaltige Unterschiede. Vom sehr anständigen Local bis herab zum Bums" findet man jedes Genre vertreten, ausgenommen das langweilige. AusdrüZlich erklärt muß aber werden, daß selbst in den Localen der unteren Kategorie gegen frühere Jahre ein ganz anerkennenswerther Fortschritt zu verzeichnen ist. Früher wurde in diesen Localen fast nur Schnaps getrunken, und selbst das Berliner Weißbier kam gegen den Fusel nicht auf, heute ist dieser durch das bayerische Bier fast vollständig verdrängt, und das ist doch gewiß ein gutes Zeichen für die Hebung gewisser Volksklassen. Auch die unvermeidliche senge , d. h. die Prügelei, als Beschluß des Tanzvergnügens, die früunbedingt obligatorisch war. ist jetzt nur noch facultativ. Die Tanzcale sind verpachtet, und das Geld, ffl anz 10 Pf., zahlbar von L. V' VLi Ljbtll , tu Ut Vll .CUttAUtlttt (ö0n dem französischen Worte maitre) Die leiten find vorüber, ton K?r. . . . . ri "J I r - 1 n rrr'i m nn 1 1 m rnrrT.Ti rnii i titttilr7fc vtv. vrtiiu' v:,r 5-:, : c,s6.i.k z' 'zogen!?- Det utn ch was draufgehen in Speir v tj. . 1 n 1 1 n 1 uin inn irn 11 11 11 runin nrr Polka gespielt wird (in Berlin heißt es nämlich der Polka, der Gas. der Pe- . " ' ,v troleum. der Sofa), dann drehen sich die Paare gar zierlich im Kreise, denn z,ie meisten der Tänzer weniastens ban etwas Tanzunterricht genossen. rci c auch nur einiqe Stunden ,n ei I . . - . " nem billiaen-.Sonntaascursus .Da schwang er wohl im Reigen Das Mägdlein hold und zart. . j Sie thätm sich neigen und beugen, ' K 0;, rö;X ... tl na Umltn lrarb Unverändert geblieben ist in der Hasenheide die hereditäre Zuneigung r . ?fv ri r r r k - e t . sruyerer nzeivilazer eiazieazier sur oen bunten Rock, und Dragoner. Karesster". Grenadier, Pionnier, Eisenbahner" aus den benachbarten Käsernen haben hier ihre Herzallerliebsten. die gern sagen: Grenadier hier haben neu uict, iucu vzic rnu oavor frei!" ,Das Militär lebt auch hier auf Kosten des Civils, und zwar der Weiblichkeit. ' Der Saison entspre chend. Fremder: Aufgefallen ist mir " die Heldm schließlich m s Wasser geht. während t Ui emer Berliner Aufan dem Drama, daß be: Ihnen hier i i , i j. r.x ..rj;:.ci fuhrung gesehen, daß sie sich erschießt. Sommertbeaterdirektor: Wann, war das? Fremder: Mitte Janaur. Di ' ich ,ur Vistole areifen! rektor: Sobald die Flüsse zugefroren ' . , r - Umschreibung. Schuler: Herr Lehrer, ich hab' eme Sau gemacht! Lehrer Du darfst nicht sagen Sau. sondern mußt sagen Klex". Schüler (nach einiger Zeit): Herr Lehrer, ich soll emen Empsehl von meinem Vater sagen, ich könnte morö nicht in die Schule kommen well wir zu Hause. einen Klex schlachten! .---Wahrscheinlich. Hannes (nachdem 'er von einem Burschen drei Löcher in den Kopf geschlagen bekam. zu semem Schatz): 2u, wrelyel, glaub', jetzt wird's Ernst! ...
Der Nestor der Bühnenleiter.
Im Alker von 91 Jahren ist Ehri Maurice, der Nestor der Bühnenleiter und der Schöpfer des Thalia Theaters in Hamburg, dortselbst gestorben.' In dem alten Maurice verkörperte sich ein Stück deutscher Bühnengeschichte. Von Geburt Franzose, kam er früh nach Hamburg mit seinem Vater, , der das Tivoli - Etablissement Ende der zwanziger Jal)re leitete. Die kleine Bühne wurde für Maurice eine Borschule für die Regie, die er in dem Chöri Maurice. wenig beachteten Theater der Wittwe Handje in der Steinstraße übernahm. Nach dem großen Brande baute Maurice ein größeres Haus am Pferdemarkt, das unter dem Namen ThaliaTheater 1843 eröffnet wurde. Es gelang ihm in rastloser Thätigkeit, eine Musterbühne zu schaffen, besonders nachdem mit dem Reichstagsbeschluß von 1869 die Theaterfrecheit procla mirt war. Als Maurice 1881 fein dviahriges Dlrectwns - Jubiläum fei erte, nahm die gesammte deutsche Buhne daran Antheil. Auf dem Ochiebkarren um die Welt. Der Franzose Gallais macht in dieser gewiß ungewöhnlichen Weise mit seinem Weibchen die Hochzeitsreise. Das Paar ist eine Wette einaeaanaen. sich in einem Zeitraume von zwei Iahren gegenseitig um die. Welt herum zu karren. Diese Wette ist von vornher ein verloren, denn man kann ganz leicht zahlenmäßig die Unmöglichkeit einer solchen Reise nachweisen, Der Erdumfang am Aequator betragt be kanntlich 40,000 Kilometer. Rechnet man nun die Seefahrt ab und zieht andererseits die Umwege in Betracht, die sich aus der programmmäßigen AufderFahrt. Reiseroute ergeben, so hätte das Ehepaar Gallaiö etwa 32,800 Kilometer zu durchfahren. Nun, ein Exempel zeigt, daß es einfach unmöglich ist. diese Strecke in zwei Jahren zuruazulegen. Gesetzt den Fall, daß die Karrenschieber in der Stunde 4 Kilometer machen und täglich 10 Stunden auf den Beinen sind, so ergibt daö m zwei Jahren, d. h. 730 Tagen, 29,200 Kilometer. Man darf aber billig zweifeln. daß die Reisenden in den Salzwüsten Persiens' und anderen unzugänglichen Ländern mit einer gleichmaßigen Geschwindigkeit von 4 Kilometer in der Stunde vorwärts kom men. Und dann Unwetter, Gefahren, die auf vielen Stellen lauern. Krankheiten etc.? Nichts, Besonderes. Na, Herr Doctor. wie Sie mir kürzlich die schlimme Diagnose stellten. muß ich doch ein recht 'dämliches Gesicht gemacht haben,, was?" ' Doctor: Mir ist nichts Besderes aufgefallen" Früh übt sich.... Ctirgb Vater (Athlet): Ja, lieber Freund, acht Wochen erst ist mein Bub', und denk' Dir. seme Mllchslalche stemmt er schon! Schlechte Gewohnheit. Hausfrau: Mein Zimmerherr ist sonst ein ganz ' guter Mensch; ' aber eine schlechte Gewohnheit hat er: So oft er den Zins zahlen soll, hat er kein
"tlr i
' '
Geld!
Mit Millcn dein Eigen.
Als der Kunsthistoriker Senrn Thode im Februar 1892 in der Marcusbibliothek zu Venedig Handschriften studirte, brachte ein Bauer einen gol4. mi . rr c .11 ccncn yting, oen er oei einer roarocii im Boden gefunden hatte. Der Ring war mit fein cifelirten Ornamenten und einer Inschrift in gotischen Lettern verziert und gab sich leicht zu ?rkennen als das Werk eines deutschen Goldschmiedes aus spätgotischer Zeit, etwa um 1500. Thode erwarb den kostbaren Ring alsbald, und es gelang m . ms ( Y ihm unschwer. Die Inschrift oes nmges zu entziffern, in.vt wyllen dyn y i cm w t eygen (Mi! turnen oem eigen). Die eiaenartiae Inschrift aab dem Forscher ein Räthsel auf. Aber ein glücklicher Zufall lieferte alsbald den Schlüssel zu dem wunderlichen. Räthsel des Ringes. Thode fand ihn in den Tagebüchern des venetianisehen Gesckicktssckreibers Marino Sanuto. Im Jahre 1513 befand sich der Staat Venedig im Kampfe mit derLiga von Eambray. Im Verlaufe dieses wechselvollen Kampfes sendete Kaiser Maximilian von Deutschland unter Anführung des Grafen Christoph Frangipani Truppen gegen Venedig, weiche von Gorz aus im Herbst 1513 in das Gebiet von Zriaul einfielen. Der Feldzug war an Wechselfällen reich, und Frangipam erwies sich den Venetianern als ein furchtbarer Gezner. Durch Verrath verloren sie das wichtige Castell von Marano, und trotz aller Bemühungen der Venenaner blieb es in den Händen Frangipanis, dessen kühne Thaten in Venedig von Mund zu Mund gingen. Leider besudclte Frangipani seinen edlen Namen durch eine grausame That: 115 Bewohnern des Dorfes Mozana, die dem Kaiser nicht Treue schwören mochten, ließ er, soweit sie über 60 Jahre alt waren, beide Augen ausstechen, soweit unter 60, ein Auge, dazu aber zwei Finger der rechten Hand abhacken und in das Gesicht ein Kreuz cinscbneidn. Alsdann wurde das ganze Dorf drei Tage lang geplündert und vollständig zerstört. Im Anfange des folaenden Jahres eroberte FrangipaniUdine, Cividale, Spilimbergo und Pordenone, und schon mag er sich rn seinen Traumen mit seinen Truppen als Sieger in der vielthürmigen Wunderstadt in den Lagunen gesehen haben. Da verließ ihn das löluck. Die Festung Osopo, die den Weg von Friaul nach Kärnten beherrscht, fiel sammt der kaiserlichen Besatzung in die Hände der Venetianer. ssrangipanl selbst wurde bei emer Bergbesteigung von einem Felsstück ge. troffen; er mußte schwer verwundet die Rückeroberung von Osopo aufgeben und lag wochenlang von seiner treuen Gatiin Apollonia gepflegt, auf dem Krankenlager zu Gradisca. Inzwischen gelang es den Venetianern, immer weiter vorzudrinaen und alles Verlorene zurückzuerobern. Ja schließlich stand der venetianische Feldherr Adriano, sich täglich neuer Erfolge verNchernd, bet G?rz und Gradisca: : t. ci.t r -' m - , Uiuuijipuiii aucr jici oei oer nersv!gung einiger zum Schein angreifender Reiter in einen Sinterbalt und wurde gefangen nach Venedig geführt. , Schon wahrte die Gefangen sch ift des Grafen Frangipani über fünfviertel Jahr, und Graf 5?ranaivani war wohl manchmal der Verzweiflung uahe; da nahte ihm von Osten her zu sühnenden Liebesaewalten ein Enael des Lichtes, vor dessen reinem Scheine die Dämonen entwichen . Am 13. Januar des neuen Jabres 1517 traf Apollonia. Gräfin fsranaivani. in Venedig ein. Ohne die Zusicherung freien Geleites, das ihrem wiederholten Bitten verweiaert worden war, wagte' sie es, den Gatten in seiner Gefangenschaft aufzusuchen. jüie tzsignona bereitete ihr nothgedrunaen einen ehrenvollen Emvfana. empfing sie in feierlicher Sitzung und gab ihr die Erlaubniß, den Gem:yl zweimal in der Woche m besuchen. Frau Apollonia aber machte von der Erlaubniß des hohen Rathes gründlichen Gebrauch. Sie aina zu ihrem Gemahl und verlieft seine Zelle nickt wieder. Trotz aller Aufregung des Oberaussehers der Gefangenen, Juan Dandolo, trotz des Zornes der Signoria. trog aller Vorstellunaen . und Befehle blieb Apollonia. wo sie war. obwohl sie im Gefängniß bei ihrem Gemahl von einem alten Leiden ergriffen wurde. Mit Willen dein eigen". Und der Segen solcher Liebe blieb nicht aus! Aon dem Tage ihrer Ankunft in Venedia an hören wir von Bemübungen, den Grafen Frangipani zu befreien. Ver alte Vater Bernhard Zranaipani bot seine Schlösser als Pfand für die 5?reilassuna seines Sohnes Ebristoph an, ein Gesandter des Königs von Frankreich bot für Christoph, auch der König von Spanien verwendete sich für ihn. Verhandlungen wegen Austausches wurden gepflogen: endlich am 9. August 1517 beschloß die Sianoria die 5?reilassuna des Grafen Frangipani. Indes, die Ausführung des Beschlusses unterblieb, und der Graf munte noch Schlimmeres erdulden, ehe die Stunde der Befreiung ihm schlug. Soviel auch Apollonias Liebe ver mochte, so nahe der Verwirklichung sie ihre Vläne bracht hatte ein uner bittliches Geschick schien alles zu vereiteln! Das Aeußerste mit ihm zu erdulden, dies einzia und allein war ihr nicht verwehrt. In derselben Zeit, als im Rathssaale eifrig übe? die Auslösung ihres Gatten verhandelt wurde, laa in der Torresella die Gräfin auf den Tod danieder. Seit jmem Tage, der ihr die Wiedervereinigung mit dem Geliebten gebracht, hatte das Leiden sie ans Bett gebannt, und schließ-, lich wurde es unbedingt nöthig, sie in i. t " . i. r.:ls.rt:. (qxv... VIC UCiUijiiUCii ijtmiuuyui ouvu uuu
Abano in den Euganeischen Bergen zu brinaen. I I
Aber erst nachdem sie das Versprechen erhalten, nach vollendeter Kur in die Gefängnißhaft ihres Gatten zurück.r . . I zuttyren, vermochte q Apollonia zu entschließen, dem Rathe der AerzteGehör zu geben. Im Juli kehrte Apollonia nach Venedig in die Torresella zurück. Nachdem Thode die Erzählung auf ! Grund der alten venetianischen Tagebücher des Marino Sanuto soweit ge- I fordert hat. berichtet er. dan sich nunmehr lange Zeit nichts mehr in diesen Büchern über den Grafen Christoph Frangipani verzeichnet findet. Er war erstaunt hierüber, blätterte in den Tagebüchern Sanutos zurück und fand einen Brief Apollonias vom 21. März 1515 mit folgender Stelle, die ihn aufs Stärkste in Anspruch nahm: Was den Rma anbetrifft, gnadlger und geliebtester Gemahl, so sage ich, daß jener Ring, welchen Messer Zuan Stefano Mazza erhalten hat, em wenig enger gemacht werden mußte, als der alte Ring es war, und darauf jene Inschrift gesetzt werden soll, welche aus dem Rand des Ringes mnen und außen war Worte, welche die Antwort geben auf jene Worte, welche auf dem anderen mir von Eurer Herrlichkeit gesandten Ring stehen, den ich bei mir habe. Und es verlangte mich. Eurer Herrlichkeit den Ring zu schicken, damit Sie aus Liebe zu mir und in meinem Gedenken ihn tragen, n ru rvr je iw juu uuci hlli um guui vyuiuiiyiuicu sich findet, so bitte ich Eure Herrlichkeit. falls es Ihr so genehm, ihn dort machen zu lassen." Gewiß eine eigenartige Fugung. daß Henry Thode den Ring des Grafen Frangipani und seiner getreuen Gemahlm Apollonia. nachdem er 378 Jahre in venetianischer Erde gelegen, in die Hände bekam und sechs Tage nachher durch einen eigenartigen Zufall oie ganze eichicyie oes Ringes uno das Schicksal seiner einstigen Besitzer sich ihm enthüllt hat! Thode ist wenig-
nens von oer xuaoryeii l einer nr- Vermeidung aller Umständlichkeiten deckung überzeugt: Apollonia sendet sind unter den Farmern Familienheiihrem Gemahl ihren Ring, damit er rathen an der Tagesordnung. In
oanacn an ieue oes verloren gegangenen einen neuen machen lasse und zwar enger als den ersten, damit er nicht wieder verloren gehe. Ein altes Tagebuch von Pordenone berichtet nun allerdings, daß Frangipam be: ver Belagerung von vopo am 15. gebruar 1514 eine Reliquie verlor, was S? T .Wmmer Vorbedeutung ,u,ic. uu in mz cuquicj jyoot lon llt &rC&e fr Apollonia spricht von ? 2o$Vl a5 bcm ?anb oder Zettel des Ringes innen und außen war. Der gefundene Ring ist höh und enthielt wahrscheinlich den Zettel lowle die klcme .Rehqrnf derentwegen tote dies öfter m lener Zeit der Fall Yry rt v häi Mm nhihAith4 t .vu. uVuup m vic cc Form gemacht war. Familienleben der Vuren. Die Vuren bilden ein gesundes leutseliges und gastfreies Völkchen, dessen Heimath die unübersehbaren grasbewachsenen Flächen zu beiden Seiten des Vaal- und Qrarne-Flusses sind. Dort, wo sich dieser aus den Bergen des Basutolandes herausge-
wunden hat. schmucken seme Ufer Mi- Wollen wir nicht unsere Schafe zumosen, Weiden, wilde Lorbersträucher sammen weiden lassen?" Das genügt, und knorrige Olivenstämme. Es sind um die Burenschöne in unbeschreibliche
die ersten lieblichen Landschaften auf der beschwerlichen Reise vom Gestade her. Die Buren führten ehedem ein
meist beschauliches, fast nur durch die druck. Nachdem der gluckliche BraunSorge, welche die rationelle Viehzucht gam noch einige Tage bei seinen künfverursacht, ausgefülltes Leben. Im tigen Schwiegereltern verbracht hat.
Hause des Buren kennt man weder Comfort noch irgend welchen edleren Zeitvertreib. Die Sitten sind einfach und rauh. Um so entwickelter ist der rellgiose Smn und die Bibel gewissermaßen zum . Sittencodex geworden, freilich durch Auslegungen, die keinesWegs Anspruch auf Logik erheben dürr . vi r. . . -5. ?r t." sen too geyi oeiipic.siveiie oic or tnodore Z5armersfrau so weit, datz sie es für eine große Sünde hcilt. einem anderen Manne, als ihrem Gatten, die Hand zu reichen. Ihre Kleidung ist ungefähr die der deutschen Diakonissin oder barmherzigen Schwester, nur daß Kleider und Wäsche nicht so sauber sind und statt der Haube eme steife schwarze Kappe den meist ungekämmten Kopf bedeckt. Gleicht die Burenfrau in dieser Tracht kaum dem weiblichen Ideale, so ist dies noch viel weniger hinsichtlich ihrer Körperbeschaffenheit der Fall. Dem Buren gilt nämlich, wie dem Türken, die Wohlbeleibtheit als Ausdruck der höchsten Schönheit und seiner Ansicht nach hat die Frau das höchste Ideal leiblicher Vollkommenheit erreicht, wenn er von ihr sagen kann.sie sei raoie fett (gleich hübsch fett.) In keinem Lande dürften übrigens solche Monstrositäten von r-r. r.:cic. :i ....rc s; vn il5DqiOClClüli;cll UUjUllCH vifc im Lande der Buren. Das ilde südafrikanische Klima, die reichliche animalische Nahrung und die wenig anstrengende häusliche Beschäftigung sind die Ursachen dieses außerordentlichen physischenWohlgedeihens. Selbst Europäerinnen, die körperlich schwächlich den 'südlichafrikanischen Boden betreten und dort , bleiben, gelangen sckon nach kurzer Zeit zu einer wohlgefalligen Nundung ihrer Formen. n ? Clm ? $stitrf rn?st fittf Das Heim einer Burenfamilie bietet durchaus kein erfreuliches Bild. Vollständig abgesehen von dem absoluten; Mangel jedweder Wohnlichkeit und os.c cxi.:i w. r 1 ..i VE iccoagiiajicu, uct u iuii yct, . m m m T sämmtliche oft sehr zahlreichen Fami lienmitglieder beiderlei Geschlechts, verheirathete und unverheirathete, gemeinschaftlich schlafen, zeugt es kaum dern zu Bett legt; nur mt ubdcuci dung wird ausgezogen. Aon einer'
Toilette ist niemals die Rede: Alles wäscht sich der Reihe nach in demselr v v c r f
ven umfangreichen eaen mn oeinici ben Wasser. Auf das Frühstück folgt das allgemeine Absingen eines en r - . e ? . n . 1 Piaiins, mayreno oie nachten iunden der Beschaulichkeit gewidmet sind. Schon um 9 Uhr wird die HauptMahlzeit eingenommen, dann um 1 Uhr der Kaffe. um ö uyr oer nec und um 7 Uhr das Abendbrot. Die einzige Arbeit, die dem Hausvater obliegt, besteht darin, das von .'der Weide helmkehrende Vieh abzuzahlen, um seinen Besitzstand Tag für Tag zu controlliren. Die Kinder genießen bis in's 13. Lebensjahr so gut wie gar keinen Unterricht, erst dann geht s mit aller Strenge an's Lesen- und Schreibenlernen. sowie an den Religionsunterricht. Diese eigenthümliche Erziehungsmethode drückt die heranwachfende Jugend aber ganz und gar nicht. Die jungen Männer erreichen das 19. oder 20. Lebensiahr, ohne sich m dieser Entwickelungspcriode mit etwas Anderem, als Rauchen, Reiten, Schißcn, Jagen und Bibellesen beschäftigt zu haben. . Der Hauptgedanke, der sie nun bei erlangter Reise beschäftigt, ist, sich selbst eine Familie zu gründen, Der Weg vom emfachen Wunsche bis zur Realisirung ist ziemlich weitschweifig. Der junge Ehecandidat besitzt freilich seinen wohlgezähltm Viehstand von so und so viel Hundert Schafen, Pferden und Rindern; wo aber findet er die ihm passende Braut? m r-r. ,? ? . ? )llie auernyoie liegen weil auscinander, gesellige Zusammenkünfte sind gänzlich unbekannt, ebenso Familienfeste. Bälle, gemeinschaftliche Ausflüge . dal. Nebenbei bemerkt, bringt ihn die peinliche Angelegenheit doch nicht im Mindesten aus der Fassung, er versvürt keine innere Erreauna. die bei derJugend des Freiers füglich doch wobl vorauszusehen wäre und seine einzige Sorge besteht darin, genau zu erörtern, wie es mit den materiellen Mitteln der näber oder ferner weilenden Burenmädchen bestellt ist. Zur foldtjcn Fällen sind die Verbindungen schon lange vorher zwischen den Eltern abgemacht und dem Fnier liegt dann nilr f fiA d tiemlick lnnwlken Förmlichkeiten zu unterziehen, die mit der Erwerbung einer Braut und Gattin verknüpft sind. Der erste Austritt folgt auf möglichst reich geschirrtem Pferde und in reicher Toilette. Im Haufe der Erkorenen findet er weder freudige Bewegung seitens der Inwohner, noch sonderliches Entgegenumtn sins der Braut; doch das bekümmert ihn durchaus nicht, da er mi ba3 denkbar Phlegma an den 1 r t fc SgC0nung mit der Auserwählten hat etwas wunder- . . . Ttm te f?s. Wenn die Mitalieder der Familie sich zurückziehen, zupft der Freier das Mädchen seiner Wahl am Rocke selbstverständlich nach vorausgegangener Verständigung mit dem Vater ladet es ein, den Abend mit ihm zu verbringen. Dies erfolgt nun in geradezu drolliger Weise. Die Beiden sitzen nämlich stundenlang in I blödes Schweigen versunken einander geaenübcr. bis der Freier endlich die entscheidende Frage hervormurmelt: Aufregung zu versetzen. Willigt sie em. dann trennen sich die jungen Leute, aber ohne Kuß. ohne Händeohne im Geringsten aus seinem unerI schütterllchen Phlegma aufgerüttelt worden zu sein, schreitet die Mutter an die Complethrung der Ausstattung. Die Sorge darum ist rncqt groß, da ein Mädchen ihrem Manne selten mehr Kleider und Wäsche in's Haus bringt, als sie eben auf dem - t7 3 -slTil-Xl (Q.1 i iscioe iragi. as 1o1.z411e.lge -o.uui kleid wird fast nie angeschafft. iondern aus eigens hierzu bestehenden Leihhäusern entnommen. Die Trauung wird selten mit einemPaare allein vollzogen, es finden vielmehr mehrere Eopulirungen zu einer und derselben Stunde statt und der ganze Äkt verläuft äußerst geschäftsmäßig. Vlaü) beendeter Ceremonie eilen die Neuvermählten so rasch als möglich zur Garderobiere. um des lästigen Flitters, entkleidet zu werden und dleHochzeltsreise beginnt. Sie geht freilich mcht weit, lonvern direkt in dieFarm des jungen Gatten. Hier fchläft die Neuvermahlte die erste Nacht im Reisewagen, dann aber im gemeinschaftlichen Familien - Schlafzimmer. Ihre Stellung bei ihren Schwiegereltern ist die einer folgsamen Tochter, denn erst von dem Augenblicke ab. da sie Mutter geworden. '. c n. r.x. ?;sZ TkftrfÄr Ul IC IU UHU 4tiviiuym digkeit erfreuen, die durchaus auch nicht viel Lichtseiten zeigt. Eine Kindheit ohne Freuden, eine Jugend ohne Ideale, eine Ehe ohne Zärtlichkeit und Familienglück, das ist der Lebensweg.den das weibliche Geschlecht von der Wiege bis zum Grabe in den Niederlassungen und Farms am Oranje und Vaal zurücklegt, während die Männer dort in harter, freudloser Existenz die erste Furche der unur I tV VtAvntl s-?C4Ttt rrrftn ziehen und damit späteren Generotlonen die Ausschließung des Ichwarzen Erdtheiles erleichtern, dessen uner ' gliche Schätze heutzutage noch lange , - . r i i .fvn.A nicqi in&gciammi uciuuui, ytitnivum ' . . m f f. denn gehoben und für die Menschheit nutzbar gemacht sind. vuju u hab' ich mx auch oft vorgelegt.
! - ......
