Indiana Tribüne, Volume 19, Number 163, Indianapolis, Marion County, 1 March 1896 — Page 3
Im WlRlWZWZ von Heorges Hynet. (17. Fortsetzung.) Da plötzlich hörte man das rasche Heranrollen eines Wagens, der auf das Haus zulenkte und vor der Eingangsthüre hielt. Vernheimer sprang auf das Trottoir. Er kam allein. Ma dame de (-aint-Maurice stürzte ihm verzweifelnd entgegen, laufend, wie sie feit zwanzig Jahren nicht gelaufen war. Aber Vernheimer war so rasch die Treppe herausgesprungen, daß sie sich im Vorzimmer trafen. Sie streckte dem Freunde die Arme entgegen; eine Frage wagte sie nicht. Beruhigen Sie sich, er lebt!" rief er ihr zu. Die Erschütterung der alten Dame war so groß, daß sie zu Boden gesunken wäre, wenn Bernheime? sie nicht gestützt hätte. Sobald die Anspannung der Ungewißheit sie nicht mehr aufrecht erhielt, verließen sie ihre Kräfte. In derselben Sekunde war sie sich, ihrer furchtbaren Erschlaffung bewußt; ihre Füße versagten den Dienst und in eincn hohen gothischen Lehnstuhl zurückgelehnt, begann sie fassungslos zu schluchzen. D, mein Gott, welches Glück! O, mein Gott!" Aber Vernheimers Züge blieben finskr. . Freuen Sie sich nicht zu rasch, noch zu sehr. Er lebt, ist aber schwer vermundet. Lassen Sie ihm sein Zimmer herriliten. Ich bin vorausgeeilt, um das Nöthige zu veranlassen." Verwundet? Wieso? Und wo?" Er hat den einen Arm zerschmettert und eine Kugel in der Brust." In der Brust!" Ja. man hat sie nicht herausbekommcn können; sie hat wahrscheinlich die Rippcn gestreift und sich im Rücken eingebohrt.... ganz nahe, ach vielleicht zu nahe der Wirbelsäule...." O, mein Gott!" wiederholte die arme alte Frau bestürzt, Q, mein Gott!" Dies allein ist das Vesorgnißerregcnde; der zerschmetterte Arm hat nichts zu bedeuten." Nichts zu beoeuten! Großer Gott, nichts zu bedeuten!" In dem kalten und unbewohnten Landhaus hat unser Chirurg, der brave Doktor Pelicier, sich nicht vollständig über RaimondsZustand orientircn können. Er wollte den Verwundeten schonen, damit wir ihn hierher über.führen könnten." Wie haben Sie dies erm'öglicht? In einem Möbelwagen, auf einer Matratze, die wir mit Stricken. ' wie eine Hängematte schwebend, befestigt haben.... Der Admiral kam auf diese Idee.... und im Schritt." Es trat eine kleine Pause im Gesprach ein. Dann fragte Madame de Saint-Maurice, von einer Unruhe gequält, die ihr die Kehle ' zusammenschnürte, kaum hörbar, aber mit einem Ausdruck des 5)asses in dem leichenblanen Gesicht, der bei der sonst so harmlosen Frau in Erstaunen setzen mußte: Und d?r andre? Herr de Roquiere?" O. der... der ist todt!" Madame de Saint-Maurice faltete die Hände: Gott ist gerecht!" sagte sie leise. Und ihr Blick wurde starr; vielleicht flogen ihre Gedanken in weite, unbestimmte Fernen zu der. die so trostlose Trümmer hinter sich zurückgelassen hatte. Jetzt aber, meine theure, liebe Freundin, dürfen wir keinen Moment mehr verlieren denken wir vor Allem an unfern armen Verwundeten. Er leidet furchtbar." ), Sie haben recht... verzeihen Sie mir!" Und sie erhob sich hastig von' ihrem Stuhle, und mit einer Lebhaftigkeit, wie sie Niemand noch an ihr warzunehmen Gelegenheit czehabt hatte, eilte Madame de Saint-Maurice, ihre Vefehle zu ertheilen. Eine Viertelstunde später wurde das große Hofthor des Ploerne'schen Hauses weit aufgerissen, um einem häßlichen Möbelwagen Einlaß zu geben. Neben einem Kutscher, der mit einer blauen Blouse und einer Hasenfell-
mütze bekleidet war, saß der Admiral Negnaud. In einer Sekunde war er vom Bocke gesprungen, und als das ganze Dienstpersonal des Hauses sich angstvoll und neugierig in den Hof drängte, runzelte der alte Seebär die Stirne, blies die Backen auf. zoa. was seine Offiziere sein Sturmwettergcsicht nannten, und rief mit einer Stimme. die keine Widerrede zuließ: Her mit dem Kammerdiener, einem Lackeien und dem Portier zum Tragen der Matratze! Alle andern linksumkehrt, aber gleich!" Die aaffcnde Dienerschaft stob auseinander, während der Chirurg, ein schöner, kraftvoller Mann mit schwarzem Spitzbart, von dem Waaen beruntcrstieg. Vernheimer eilte ihm entegen. Wie steht es mit dem Verwundeten? forschte der Bankier besorgt. , Er hat das Bewußtsein verloren. .erwiderte Doktor Pelicier. Die Ermatiung war größer als seine Energie. Wir müssen ihn unverzüglich ins Haus brrnaen. Angefaßt!" befahl der Admiral. Die Stricke, welche die Matratze hielten, wurden losgebunden und Rar mond auf der schief heruntergeschlagenen Rückseite des Wagens herabge lassen.' Der Verwundete war todten blaß und das Linnen, das seinen Oberkörper bedeckte, war blutbefleckt. Sein Mantel, den man ihm über die Beine qeworfen hatte, ging ihm bis zu den Hüften. Ohne die beruhigende XZegenversicherunk; des Arztes, hätte cian Ploerne für todt halten können.
Mit der größten Behutsamkeit trugen
die sechs Manner den Verwundeten die Treppe hinauf, um ihm auch den leisesten Stoß zu ersparen, und legten ihn in dem für ihn bestimmten Zimmer mit der Matratze auf de Fußboden. Madame de Saint-Maurice, die mit Entsetzen diesen traurigen Vorgän gen gefolgt war, hatte sich an's Kamin geflüchtet und betrachtete mit schreckensstarren, weit aufgesperrten Äugen lhren Neffen, seine Träger, die rothen Flecken des Verbandes, außer Stande sich zu rühren, unfuhiz ein Wort zu sprechen. Legt ihn mir in die Mitte des Zimmers." befahl der Chirurg. Da wird's am besten für ihn sein." Dann kniete er neben dem Verwundeten nieder, befeuchtete ihm die Schläfen mit kölnischem Wasser und ließ hn Rlechsalz einathmen. Eine leichte Röthe zeigte sich auf Raimonds Wangen. Er öffnete die Augen, schaute um sich, erkannte fern Zimmer, seine Freunde und in ihrer Ecke Madame de Saint-Maurice. Mit einer Kopfbe wegunq. der sie nicht zu widerstehen vermochte, rief er die arme Frau an ein Schmerzenslager. Sie stieß einen Klagelaut aus und sank neben ihm zu Boden, indem sie stammelnd flüsterte: Mein armes Kind. mein'liebesKind!" Er fand die Kraft, ihr zuzulächeln, zog seine unverletzte Hand unter der Decke hervor und reichte sie ihr hin. Sie bedeckte sie mit Küssen. Da wurde ie vom Vodcn aufgehoben, während sie Vernheimer sagen hörte: Kommen Sie, liebste, beste Frau. Hier dürfen Sie nicht bleiben. Es wird eine chwere Operation absetzen. Raimond hat Sie gesehen: er weiß, daß Sie da sind, daß Sie ihn nicht verlassen. Das genügt für ihn, und jetzt folgen Sie mir." Damit führte er sie hinweg. Im Hinausgehen begegneten sie dem Professor Rameau. den Doktor Pelicier sofort nach dem Ausgang des Duells hatte holen lassen. Seyen Sie, sagte Bernhelmer zu der alten Dame mit einem Blick auf den berühmten Arzt; da kommt die Genesung in's Haus. Wenn unser gellebter Kranker noch zu retten ist. so wird ihn sicher Professor Rameau durchbringen." Als sie rn Madame de Saint-Mau-rices Zimmer angelangt waren, bot Vernheimer alles auf. um die geprüsie Frau zu beruhigen und abzulenken. solange die ernste Ztonsultatlon vauV i r v?, : Ti:rr k:. erle. Die ourai oie vanuc v.c kaum von Zeit zu Zeit durch einen leisen Schritt oder das Oeffnen und Scklieken einer Thüre unterbrochen wurde, endlos zu sein schien. Er sah. wie Madame de Saint-Maurice am ganzen Körper zitterte, wie sie gespannt hlnlaulcyle. wie iie von lyrcn gräßlichen Gedanken nicht abzulenken war. Da wagte er es. ihr von ihrer Tochter zu sprechen. Und in diesem Punkte zeigte diese so unbedeutende 21 ..u crnisf... jiau, rue me einen eigenen juhucu yc habt hatte und deren einzige Sorge die um ihre Gesundheit gewesen war. eine Unabhänqiakeit des Geistes mnd des Gefühles, die den Bankier auf's äußerste überraschte: Sie sehen, was diese Ungluasellge durch ,hu Thorheit angerichtet hat....ihr Gatte liegt im Sterben: ein anderer Mann, fast ebenso schuldig, wie sie selbst, ist todt. ....Und anstatt ihre Venrrungen zu bereuen und den Versuch zu machen, sie durch Demuth und Entsagung zu sühnen, ist sie fort und fährt in 'der Welt umher....dahin haben sie ihr Leichtsinn, ihre Koketterie und ihr Egoismus geführt. O, auch ich habe meinen Theil der Verantwortung an ihren Vergehen. Ich war zu schwach und nachsichtig gegen sie, und meine Liebe für sie hat mich blind gegen ihre Fehler gemacht. Sie war so schön, so sanft, und schien so gut....Aoer ich werde meine Pflicht erfüllen; mtn Platz ist hier bei diesem armen, unglücklichen zungen Mann, dem ich von Herzen zugethan bin. Zwischen ihm und Lydia schwanke ich keinen Augenblick. Ich kenne die Undankbare nicht mehr Ich werde vor den Augen der Welt dem Gatten eine moralische Stütze sein; das ist leider alles, was ich thun kann, um ihn für die Leiden zu entschädigen, deren meine Tochter ihmmehr als zu viel bereitet hat! Wenn Raimond mich in seinem Hause behalten will, wenn ihm meine Gegenwart nicht zu peinlich ist. dann werde ich an seiner Seite leben." Sie unterbrach sich, machte eine verzweifelte Handbewegung und mit halberstickter Stimme fügte sie hinzu: Ach, ich schmiede Pläne! Weiß ich denn, ob wir noch eine Zukunft haben! ....Wird denn der arme Junge voll seinen schrecklichen Wunden genesen? Werde ich nicht, nachdem ich meine Tochter verloren habe, auch noch meinen Sohn verlieren müssen?" Und wieder brach sie in Thränen aus. Ehe Vernheimer eine Erwiderung geben konnte, trat eine Kammerzofe ein. welcher der Admiral auf dem Fuße folgte. Auf seinem Gesichte war ein Ausdruck vonBeruhigung zu lesen. Die Aerzte haben die Kugel soeben herausgezogen," sagte er voll 3enugthuung. Damit ist sehr viel erreicht; sie hatte sich gegen die Hüste gesenkt und war auf sehr gefährlichem Wege eingedrungen. Aber Rameau versichert, daß kein edleres Organ verletzt sei....Eine gebrochene Rippe, einige zerrissene Muskelstränge, große Verheerungen, aber nichts, was nicht heilbar wäre." " Welches Glück!" Er hat allerdings hohes Fieber, trotz der starken Blutverluste...." Was geschieht augenblicklich mit ihm?" .Man legt ihm den Arm in einen Verband, der ihn bis zur vollständigen Zusammenheuung unbeweglich macht. Darf man zu ihm in' Zimmer? fragte Bernheime?.
Ja wohl. Ploörne . verlangte sogar nach Ihnen." Lassen Sie mich hinein!" bat Madame de Saint-Maurice. O, gnädige Frau, ich beschwöre Sie, keine Aufregung für den Verwundeten; nur ruhige Menschen dürsen um ihn sein....Sein Leben hängt davon ab." Ich will nur durch die Thürspalte hindurch sehen." Raimond lag in seinem Bett ausgestreckt, mit geschlossenen Augen, als schliefe er. Gelöste und geröth:te Bin den lagen unordentlich umher, auf dem Boden stand eine Schüssel voll blutigen Wassers, und auf dem Tische ein Kasten mit schreckenerregenden Instrumer.ten, während ein durchdringender Geruch &rn Karbol und Jodoform die Luft füllte. Hinter -dem herabgelassenen Rouleau war das Fenster halb geöffnet. Vor dem Kamine zog Rameau eben seine Manschetten an. während er mit seinem jungen Kollegen flüsterte. Vernheimer näherte sich mit lautlosen Schritten dem Bette. Da schlug der Verwundete die Augen auf und richtete seinen trüben Blick auf den Bankier. Er erkannte ihn und fragte mit kaum hörbarer Stimme: Bernheimer....das Comptoir?" Eine schwere Sorge prägte sich in den Zügen des Kranken aus.. Unter all seinen Schmerzen und trotz seiner Schwäche, verfolgte ihn der Gedanke an seine finanzielle Verantwortlichkeit. Aengstigen Sie sich darüber nicht." erwiderte ihm Vernheimer; ich stehe für alles....Jhre Verbindlichkeiten werden glatt abgewickelt werden...Jch habe dafür schon die nöthigen Schritte gethan." Ein Freudenstrahl flog über das bleiche Gesicht Raimonds und er flüsterte: Danke!" Denken Sie nur an Ihre Gene-' sung..Sie haben gute Freunde und eine zärtliche Mutter...." Bei diesen Worten, die ihm Lydia in's Gedächtniß zurückriefen, zog Raimond die Auaenbrauen zusammen, er'
wurde noch um einen Schatten blasser und Schweißtropfen perlten ihm über die Stirn. Sie reaen mir meinen Kranken aus", warf da Doktor Pelicier dazwischen, indem er Vernheimer am Arm faßte und ihn mit zu rameau hinüberzog, der eben nach seinem Hute griff. Herr de Ploerne darf man um ?iss,n werden." saate der große Arzt. Aber man darf ihn auch nicht , r v r ermüden. Wer wird vel irnn wacyenz Seine Schwiegermutter?" r keinesfalls !...Svater. wenn er außer Gefahr ist. Könnte ich nicht bei ihm bleiben?" Wenn Sie wollen....Aver die Börse?" .. ' . ' O. die Börse wird aucy einmal, nfm micfi sertia werden können, ebensogut wie Ihr Spital sich heute früh -.. y...iz r. 1 . ! fiA&ar oyne tote oeyeiseu muijic. vit uwm Ihre Assistenten, ich meine Sekretäre." Rameau drückte dem Bankler die .fiand. arükte Madame de Samt Maurice und entfernte sich mit den Worten: Um sechs Uhr werde ich wieder nachsehen. Der Tag verlies sehr schlecht, das Fieber nahm zu und quälte den Kranken sehr. Er rührte sich nicht, denn er war so schwach, daß er aufc totanoe war. die leiseste Beweauna zu machen. Aber sein Gesicht war pupurroth und sem gepreßter Atyem tarn pfeifend aus der Keble hervor. Troß des Verbots der Aerzte hatte sich Madame de St. Maurice in Raimonds Zimmer einquartirt. Sie saß zu Fußen seines Bettes und schaute wortlos, voll zärtliehen Mitleids auf den Kranken. Er hatte sie wohl erkannt, und als sie ibm einmal einen Löffel seiner Arznei eingab, hatte er seine Lippen auf die Hand der alten Frau gedruckt, die dann still vor sich hinzuweinen beaann. Vernheimer, der -eine Steigerung des Fiebers bei jeder Erregung fürchtete, hatte Madame de Saint-Maurice an's Kamin verbannt und ihren Platz zu Füßen des Bettes eingenommen. So hatten sie den ganzen Tag verbracht, ohne ein Wort zu sprechen, den keuchenden Athemzügen des Verwundeten lauschend, ihn pflegend, ihn beobachteno, aber ohnmächtig.' ihm 'Erleichterung zu schaffen. E: klagte nicht, obgleich er große Schmerzen litt. Was waren diese Schmerzen im Vergleich zu den Qualen, die sein Herz zu erdulden hatte? Gegen Abend nahm das Fieber noch mehr zu, und Raimond stieß mit leiser Stimme einige Worte hervor. Auf die Frage Vernheimers, ob er etwas wünsche, erwiderte er: Nein, aber ich glühe." Zur angegebenen Stunde kamen die Aerzte wieder, untersuchten den Verband und fanden alles in Ord nung. Das Allgemeinbefinden jedoch erschien ihnen schlecht, und ihre Mienen wurden sorgenschwer. Als sie im Arbeitszimmer des Grafen ein Rezept verschrieben hatten, theilten sie'Aernheimer ihre Besorgnisse mit. Wir haben eine schlechte Nacht zu erwarten... Wer wird bei Herrn de Ploerne wachen? Wissen Sie eine Vertrauensverson. die Sie ablösen könnte? Von Madame de Saint-Maurice kann keine Rede sein, denn ihre Kraft wurde nickt ausreicken... Die Dienerschaft?..." Ordentliche Leute, aber eben Dienstboten. Wollen Sie vielleicht einen Assi sienten oder eine Krankenpflegerin? fraate Velicier. Was halten Sie von einer barmherzigen Schwester? meinte Bern heimer. Gut, also eine barmherzige Schwe sier," erwiderte Rameau. Aber wo ber wollen Sie eine bekommen?" Das lassen Sie meine Sorge sein Ich habe, was wir brauchen; etwas Besseres kann es gar nicht geben."
So bin ich es zufrieden. Auf Wiersehen morgen früh."
Die Doktoren entfernten sich Und Samuel ging in's Krankenzimmer. Er zog Madame de Saint-Maurice beiseite: Die Aerzte halten eine Pflegenn für unbedingt nöthig und haben mich beauftragt, eine zu besorgen..... Bleiben Sie, bis. zu meiner Rückkehr, bei dem Verwundeten." Ohne irgend eine weitere Aufklärung zu geben, verließ Vernheimer das Zimmer. Sein Wagen wartete seit dem Morgen vor der Thüre. Er stieg ein, nachdem er dem Kutscher befohlen, ihn nach dem Kloster der Passionsdamen zu fahren, denn er wollte sein Mündel holen. Ganz plötzlich war ihm der Gedanke gekommen, Raimonds Leben Therese anzuvertrauen. Niemand wird ihn besser pflegen können als sie," dachte er. während er' in rasender Eile der RueSaintJacques zurollte. Nachdem ihn ein Teufel von Weib fast gemordet hat, soll ihn dieser Engel retten. Wird sie mir aber folgen wollen? Wenn sie sich weigerte, wäre sie nicht das bewunderswerthe Mädchen, das sie ist. Und würde sie noch so entsetzlich darunter leiden, ich bin trotzdem überzeugt, daß sie die Aufgabe, die ich ihr zugedacht habe, nicht zurückweist." Der Wagen hielt vor dem großen Thor. Er stieg aus und zog die Glocke. Aber schon im Zimmer der Pförtnerin stieß er auf eine Schwierigkeit: die festgesetzte Zeit zum Besuch der Pensionärinnen war vorbei. Er solle den nächsten Tag von zwölf Uhr ab wiederkammen. Vernheimer ließ sich indeß nicht so rasch entmuthigen. Er verlangte die Oberin zu sprechen. Zweites Hinderniß: Die Oberin wohnte gerade der Messe bei und durfte unter keinen Umständen gestört werden. In dreiviertel Stunden erst verließ, sie die Kapelle, um sich jedoch sofort von da in den Speisesaal zu begeben, wo sie das Mahl der Nonnen überwachte. Vernheimer, der sich in dem Netze der strengen Vorschriften verwickelt sah, versuchte es mit einem letzten Mittel. Er betonte, daß es sich am Leben oder Sterben eines Menschen handle; es sei unbedingt nothwendig, daß er die Oberin, wäre es auch nur eine Sekunde, beim Herauskommen aus der Kapelle spreche. Er wolle, wenn es sein müsse, im Hofe warten. Sein entschlosr sener Blick bewies der Psortnerm. daß er mit oder ohne Erlaubniß bleiben würde. Da er sich schon innerhalb der Klostermauern befand, hatte er nur einen Schritt zu machen, um in den bedeckten Gang zu gelangen, der m s Kloster führte. Die Pförtnerin, welche die Energie des starken Mannes fürchtete, zog es daher vor. ihn in's Sprechzimmer gehen zu lassen, und versprach, die Oberin von seinem Besuch m Kenntniß zu setzen. Er mußte lange warten: die Nacht brach herein, und in dem so vertrauten Raume, der jetzt aber in fast vollständige Dunkelheit gehüllt, war. überfiel Samuel, cine tiefe Traurigkeit. Leiser Glockentön. erschallte, bei dessen Klang er zitternd bangte. Er dachte, daß wenn Therese mit ihm ging. Raimond zu retten war; daß wenn sie sich wei-' gerte, der Verwundete sterben wurde. Da endlich ward die Thüre geöffnet, die Oberin trat ein, von einer Schwester begleitet, die eine Lampe trug. ' Sie haben darauf bestanden, mich zu sprechen." begann sie mit' sanfter Stimme. Die Zeit drängt; ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich' kurz fassen wollten." In wenig Worten erklärte Vernheimer. wer er war. und setzte ihr die Dringlichkeit seines Auftrags auseinender. indem er hinzufügte, daß Fräulein Lewurneur von ihrer Tante verlangt werde. Die .Oberin hörte ihn. ohne eine Miene zu verziehen, an. Nachdem ich bereits gegen die Klosterregeln verstoßen habe, indem ich Sie jetzt empfing, will ich Ihnen auch nicht versagen. Fräulein Leourneur zu sprechen. Was Sie wünschen, ist sehr anerkennenswerth. Der Zweck unserer Klostergemeinschaft ist, den Ve drängten zu helfen und den Kranken beizustehen. Wenn Sie mich um eine Schwester zur Pflege Ihres Kranken gebeten hätten, könnte ich Ihnen sofort eine überlassen. Fräulein Letourneur jedoch ist ihre eigene Herrin; wir müssen sie daher befragen. Sie allein kann über sich verfügen. Ich werde sie Ihnen hierher schicken." Vernheimer verneigte sich zum Zeichen seines Dankes, nahm aus seiner 1 Brieftasche einen Tausendsrankenschem und reichte ihn zusammengerollt der Oberin mit den Worten hin: Erlauben Sie mir, Ihren Armen das Wohlwollen, das Sie mir entgegenbringen, zu Gute kommen zu lassen." . Mit einem Nicken des Dankes und einem freundlichem Lächeln verließ die Oberin das Zimmer, und schon naaz wenigen Minuten trat Therese ein. Sie sah sehr erregt aus, und als Samuel ihre Hand in die seine nahm, fühlte er, wie sie zitterte. Was gibt.es denn, lieber Pathe?" fragte sie. ' Ein großes Unglück, meine arme Kleine. Ich darf aber keine Zeit mit Erzählen der Einzelheiten verlieren, und muß Dir das Wichtigste sofort sagen. Du hast doch Muth, nicht wahr? Man kann mit Dir ohne Schonung sprechen?" SW 1 C m . pie ein, da t blähte, 'oie konnte jedoch 'sein Schweigen nicht ertragen, und als gäbe es auf der Welt nur Eins, an was sie. dachte, rief sie in ihrer Herzensangst. auS: Es han. delt sich um Raimond!" Ja." Er' ist todt?" ' Nein, nur verwundet . . , Sie schrie auf, schmerzlich und zu. gleich dankerfüllt, und . faltete du Hände zum Gebet. nute ?nnt? Vt TnlfTn3 iinl I ganz erschöpft. Man muß bei dem ar "--"- n w l ; .rmen Jungen die Nacht hindurch wa.
chen; sein.Leben hängt von der Sorg fält ab. mit der er gepflegt wird. Die Aufmerksamkeit und Verantwortlichkeit. die dies erfordert, kann man von keinem Bediensteten verlangen; ich habe daher sofor-t an Dich gedacht." .Therese hatte Vernheimer mit Erstaunen angehört. Mit ein paar Worten drückte sie ihren ganzen Gedankengang aus: Und seine Frau? Lydia?" Samuel senkte den Blick zu Boden: Sie ist tticht da."
Fort von ihm?" a. Die Unglückselige!' Die Erregung schnürte ihr die Kehle zusammen; sie holte schwer Athem, dann sagte sie zu Vernheimer, indem sie ihre Augen ernst auf ihm ruhen ließ: Sie haben recht daran gethan, mich zu holen. Machen wir uns sofort auf den Weg." Du liebes, , gutes Kind, ich war Z oiriDr " n. tvxnv iu.v,i, 11 VtUUit IC UU sein Herz, aber sie wand sich los: Verlieren wir keinen Moment." Muß Du Einiges mitnehmen?" Nur meinen Mantel. Morgen werde ich holen lassen, was ich brauche. Gehen Sie einstweilen in den Hof hinunter und warten Sie da auf mich; ich will -erst noch mit unserer Oberin sprechen; ich komme gleich nach." Sie entfernten sich, er durch das Vorzimmer, sie durch die innere Thüre. Er war kaum unten angelangt, als er auch schon in der Dunkelheit Therese auftauchen sah. Sie tru'g das Gewand der Novizen und hatte die Flügelhaube auf dem Kopfe; ein großer grauer Mantel umhüllte ihre zarte Gestalt. Sie zeigte der Pförtnerin ihren Erlaubnißschein und trat mit' ihrem Pathen auf die Straße. Im Wagen erzählte ihr Samuel die traurigen Vorgänge, welche die blutige Lösung herbeigeführt hatten. Er mußte Ernzelheiten weglassen, aus Schonung für die Unschuld des reinen Madchens. Aber sie kannte Lydias Verderbtheit zur Genüge, um sich selbst die Lücken in ihres Pathen Erzählung auszufüllen. Das Alles habe ich langst erwartet. Ich sah voraus, daß sie Raimond unglücklich machen würde!" sagte Therese ernst. Aber was sollte ich thun? Ihn aufklären? Wie konnte ich das? Da hätte ich sofort das Unglück herbeigeführt, das ich fürchtete, und es wäre nicht einmal die Möglichkeit geblieben, daß die Zeit die Gemüther beruhigen und Alles wieder in's Geleise bringen würde. Die Katastrophe wäre sofort durch meine Schuld hereingebrochen, wenn ich dem armen Manne die Wahrheit aufgedeckt hätte." Da hast Du lieber den Verdacht auf Dich genommen, hast Dich beschuldigen lassen und bist in die Einsamkeit gegangen. Das Kloster war für Dich nur der Zufluchtsort m Deinem moralischcn Elend." - Aber ein stiller, wohlthuender Zufluchtsort. den ich liebe und nie mehr verlassen werde." Auf diese Worte, in denen .Therese ihren ganzen Lebensplan niederlegte. hätte Samuel vieles zu erwidern gehabt. Es schien ihm doch kluger, jetzt noch zu schweigen. Der Wagen hielt -vor dem Hause in der Rue de Rcmbrandt. Sie traten hinein und stiegen die Treppe hinauf. Hier kam ihnen schon Mad'ame de Saint-Maurice entgegen, die ihre Nichte mit ausgebreiteten Armen em- . . .: r. 1. " IT. psing. Aijercie crroiocixc uic unc ucc guten Frau mit inniger Herzlichkeit, aber ihr erstes Wort galt dem Kranyy Wie geht es ihm?" Nicht aut. Er hat furchtbares Fieber; ich glaube, er phantasirt ein wenig." Fuhrt Mich zu iym!' In dem durch , eine Nachtlampe schwach erleuchteten Zimmer lag Raimond noch immer regungslos auf dem Bette. Die Stirnadern waren ihm angeschwollen, und sein Gesicht war von der Gluth des Fiebers verzerrt. Er bewegte die Lippen, Worte lispelnd, die nicht hörbar wurden, und schien mit sich zu sprechen. Die Lider hatte er geschlössen, und über die Schläfen rann ihm der Schweiß auf die blassen Wangen herab. In schmerzlicher Erregung 'näherte sich das junge Mädchen dem Kranken, der regungslos verharrte. Mit den Fingerspitzen fühlte sie ihm leise den rasch klopfenden Puls, und bei der kühlenden Berührung schlug er die Augen auf und richtet: seinen trüben Blick auf Therese. Sie griff nach der auf dem Tische stehenden Arznei und flößte ihm einen Löffel voll davon ein, indem sie ihm vorsichtig den Kopf in die Höhe hob. Da lächelte er, streckte sich ein wenig und flüsterte hinter der dunkeln Bettgardine hervor: Ich danke, Jhnen, Schwester." Er .hat mich nicht einmal erkannt," sagte Therese verzweifelt, denn jetzt erst übersah sie die ganze Schwere der Gefahr; sie verlor die gewohnte Fassung und Ruhe, und konnte ihre Thränen nicht mehr zurückdrängen. . Aber es war ihre Art nicht, sich lange gehen zu lassen. Sie raffte sich auf, und entschlossenen Muthes besprach sie unit ihrer Tante und ihren Pathen, wie sie sich einrichten wollten damit Raimond beständig eines von ihnen um sich habe. Ihr wurde die erste Nachtwache zuertheilt. Eine Kammerzofe sollte im Nebenzimmer zu ihrer Verfügung bleiben; Vernheimer jedoch wollte nach Hause gehen und dann am nächsten Morgen um zehn Uhr wiederkommen, um bei dem Besuche der Aerzte gegenwärtig zu sein. . Um Kraft für die Nacht zu sammeln, ließ sich Therese bewegen, mit Frau de Saint-Maurice und Vernheimer das Abendessen einzunehmen. Es war schon halb neun Uhr. und sie blieben nur kurz bei Tische sitzen. Um zehn Uhr 'befand sich Therese
allein im Krankenzimmer, wo sie sich zu Fllßen.des Bettes niederließ. Lange hatte sie gebctet und hingebend Gott ihr Leben für das von Raimond anaeboten. . Die erste Hälftr der Nacht verlief ohne Störung, und das Aussehen des Verwundeten veränderte sich nicht. Doch begann er laut zu phantasiren; der Trank, den ihm Therese regelm'äßig eingab, schien seine beruhigende Wirkung auf ihn zu verfehlen. Von der Erinnerung an den schrecklichen Zweikampf verfolgt, wiederholte er in kurz abgerissenen Sätzen dessen tragischen Verlauf, und Therese schauderte davor zurück, als sähe sie das entsetzliche Drama sich in Wirklichkeit vor ihr abspielen. Sie erfuhr auf diese Weise, daß Noquiere, seines Schlusses sicher, sofort auf das gegebene Zeichen hin losgedrückt und seinen Gegner niedergestreckt hatte. Sie sah dann im Geiste Ploerne, blutbefleckt, den rechten Arm schlaff herabhängend, sich mit einer äußersten Anstrengung seines Willens noch einmal vom Boden erheben, sah ihn die Pistole in die linke Hand nehmen, bis zur ausgesteckten Grenze vorschreiten, und in der Ueberzeugung, daß er selbst sterben mußte, mit einer fürchterlichen Entschlossenheit Lydias Geliebten eine Kugel durch den Kopf jagen. Sie hörte den Schreckensschrei des Verwundeten. hörte sein Gestöhn und danir sein Frohlocken über den Sieg. Dann allmählich vergaß der Kraute in seinen Phantasien das Duell, um nur noch an die zu denken, welche die Veranlassung dazu gewesen war. Und der Name seiner Frau kam ihm immer und immer wieder über die. Lippen, bald kosend, bald drohend. Er rief sie mit sanfter Stimme und sprach ihr von seiner Liebe; dann überschüttete er sie mit flehentlichen Bitten. Vorwürfen und Beschimpfungen. Therese fühlte sich tief unglücklich bei diesen Ausbrüchen seiner Leidenschaft, die allein noch das Leben in dem Sterbenden zurückzuhalten schien, und die sich in ihrer Schwäche wie in ihrer Heftigkeit als unausrottbar zeigte. Nicht ein einziges Mal kam ihr eigner Name über seine Lippen. Er hatte sie vergessen; sie ezistirte nicht mehr für ihn. Lydia, immer nur Lydia, nichts außer Lydia gab es für ihn. Und in der Stille der Nacht, sicher, von Niemand gehört noch gesehen zu werden, erleichterte Therese ihr gequältes Herz und brach in fassungsloses Schluchzen aus. Während sie ihre Ruhe wieder zu gewinnen versuchte, das Gesicht in den Händen vergraben, hörte sie Naimond leise fragen: Wer weint denn da?" Mit starren Blicken strengte er sich an, durch die Dunkelheit zu erkennen, was um ihn vorging. Therese erhob sich von ihrem' Stuhle, trat auf den Kranken zu und reichte ihm den Trank, der ihm Beruhigung bringen sollte. Er trank, faßte jedoch währenddem nach dem weiten Aermel des jungen Mädchens und hielt sie so zurück, indem er wiederholte: Warum weinen Sie, Schwester?" Sie antwortete -nicht, aus Furcht, er möchte sie an ihrer Stimme erkennen und dadurch in noch größere Aufregung und in eine neue Krise verfallen. Da richtet! er sich mit einem schweren Seufzer ein wenig in die Höhe und murmelte so leise, daß sie es kaum verstehen konnte: Wer anders sollte um mich weinen, als Therese?" Mit einer raschen Bewegung machte sie sich von ihm los. kam aber dabei so
zu stehen, daß der volle Schein der Nachtlampe auf ihr Gesicht fiel? Raimond stieß einen Schrei aus und sagte: Du bist es also, Therese! Gewiß; jetzt kannst Du ja wiederkommen, da sie nicht mehr da ist. Therese, arme Therese! Ich habe. Dich verdächtigt, habe Dich gequält! O, verzeihe mir!" Sie schwieg und er fuhr in wachsender Erregung fort: Bist auch Du nur ein Phantom wie die, welche ich noch vor einem Augenblick an meinem Bette stehen sah. Bleibe, was immer Du bist! Du wenigstens fügst mir kein Leid zu. Du -hast Mitleid mit mir. Wenn Du nur mit mir sprechen wolltest, dann, glaube ich, könnte ich ruhiger werden. Wenn Du wirklich bei mir wärst, würde ich weniger leiden. Du 'warst mein guter Engel, und wenn Du wiederkehrtest, würde das Unglück von mir weichen. Therese, habe Erbarmen mit mir! Antworte ir doch! Äist Du .es wirklich ?.5?d'er habe ich Mr, wie vor.hin auch, einen traurigen Traum?" Sie begriff, daß ihr Schweigen jetzt viel gefährlicher werden konnte, als ihr Zugeständnis Sie legte daher ihre Hand auf den brennenden Arm des Kranken und sagte beschwichtigend: Ja, Raimond, Sie können sich beruhigen, ich bin es in der That und habe mein Kloster verlassen, um Sie zu pflegen." Er unterbrach sie: Dein Kloster. Ich bin schuld, daß Du in's Kloster aingst. Versprich mir, daß Du nickt -mehr dahin zurückkehren wirst. Siebst Du, du darfst mich nicht mehr verlassen. Nur Du allein rannst mich retten. Ich werde Sie nicht verlassen, seien Sie unbesorgt... und Sie werden genesen." ' . : . Genesen vielleicht, aber vergessen. vergessen... O. Therese, xo'xt bin ich unglücklich!" ' . Die Thränen' rollten ihm die fiebernden Wangen herab. Das junge Mädchen rvischte ihm 'in mütterlich zärtlicher Sorgfalt mit einem duftenden Tuche Lber's Gesicht.- schüttelte ihm die Kopfkissen' zurecht und sagte sanft lächelnd zu ihm: Sie müssen aber jetzt schlafen, damit Ihre Aerzte morgen mit mir zufrieden sein konnen. Aber Du bleibst?" Ja wenn Sie recht folgsam sein wollen. : (Fortfetzunz und Schluß folgt.1
Mr die Küche. Vrot-Speise mit Aepfeln. Geriebenes Schwarzbrot oder Pumpernickel vermischt man mit Zucker, gestoßenem Zimmet und Nelken.- Dann schneidet man geschälte Aepsel, aus welchen man das Kerngehäuse gestochen hat, in dicke Scheiben und marinirt sie eine Stunde 'mit Zucker, gestoßenem' Zimmet und Rum. Nun streicht man eine tiefe EierkuchenPfanne recht fett mit Butter aus, be legt sie fingerdick mit dem geriebenen Brote und legt die Aepfelscheiben nebst gereinigten Rosinen in guter Ordnung darauf, bedeckt die Aepsel mit Brot, träufelt Butter darüber und backt daS Ganze etwa drei Viertel Stunden in guter Ofenhitze, stürzt dann die Speise geschickt auf eine Schüssel und bestreut sie mit Zucker. Schinkenpastete. Man macht aus einem Pfund Mehl, zwei Unzen Butter, einem Ei und einem Pwt saurer Sahne einen Teig, formt daraus mehrere Theile und rollt diese dünn aus. Alsdann hackt man Schinken (etwa einen gehäuften Suppenteller voll), gebe eine fein gehackte Zwiebel, fünf verklopfte Eier, ein halbes Pint Sahne, Muskat und Pfeffer darunter und mische es gut. Dann lege man eine mit Butter bestrichene Form mit Teig aus, darauf eine fingerdicke Lage Schinken, wieder Teig, dann Schinken und so fort. Obenauf muß eine Teigplatte sein. Man backe dies in guter Hitze eine Stunde lang und stürze es. Ragout von Hammel fleisch. Das in kleine, viereckige Stücke ' geschnittene und gewaschene Fleisch wird in kochendes Wasser und Salz gelegt, abgeschäumt, mit Lorbeerblättern, ganzem Pfeffer. Nelken. Zwiebekr und Dill (Fenchel) gewürzt. Hiermit wird daä Fleisch reichlich halb weich gekocht, dann das Fett von der Brühe entfernt und diese' durch ein Sieb gegossen, mit in Butter geschwitziem Mehl aufgekocht, das Fleisch nebst einigen Citronenscheiben, Perlzwiebeln eingemachten Gurken hineingethan und ferner gekocht. Schweinsohren, gebacken. Sauber geputzte Schweinsohren werden m Salzwasser weich gekocht, zwischen zwei Brettchen 'oder Deckeln eine Stunde gepreßt, m geschlagenem Er und geriebener Semmel umgekehrt, in heißem Schmalz gebacken und als Beiläge zu verschiedenen-Gemüsen, roie Erbsen, Kohl, Spinat, Kraut, gegeben. Paßt auch gut als Abendplatte zu gemischtem Salat. G ebackene Kartoffeln. Geschälte, gewaschene, rohe Kartoffeln werden inScheiben, Streifen oder Achteln auf einem Tuche ausgebreitet und mit einem reinen Tuche ganz trocken getupft. Nun gibt man sie Partienweise in, siedendes Backfett und backt sie unter öfterem Umschütteln schön hochgelb. Mit feinem Salz bestreut, sofort servirt, sind sie eine köstliche Beigäbe zu jeder Art von Fleisch mit Sauce. Das Fett kann auf diese Weise mehrmals benutzt werden. Trisenet (Weinschnitten). Eine kalte, süße Speise sehr einfacher Art. welche sich gut nach einem Thee, vor der Fleischplatte, eignet. Man nimmt feine, runde Zwiebacke. toi sie auf eine flache, runde Schüssel "ooer Compotire, bestreut sie ein wenig mit feinem Zimmet und gießt versüßten, starken Wem darunter, so daß die Brötchen ganz vollgesogen sind. Man kann dem
Wein beliebig Citronen-, Erdbeerder 5imkO?rsft frTrnfrfM? trr2 nt schieden schmackhafter ist. 'Vor dem Auftragen schüttet man. noch etwas von dem Wein daran, aber nicht zu viel. Sie muß, so einfach die Speise an und für sich ist, mit Aufmerksamkeit bereitet werden zu hart darf das Trisenet ebenso wenig, wie breiartig weich sein. Kartoffelnudeln. Ein tiefer Teller voll. Kartoffeln, vier Eier, vier Löffel Sahne oder Milch, vier Löffel geschmolzene Butter und Salz. Die geriebenen Kartoffeln legt man auf ein Küchenbrett, gibt etwas Mehl und das Uebrige dazu, knetet es und formt lange Kartoffelbällchen, die man in Salzwasser kocht, nach 8 bis 10 Minuten auf einen Durchschlag schüttet und schnell in steigender Butter brät. Gleichviel- oder Gleichs ch w e r k u ch e n. Mal' nimmt drei Eier, ebenso viel schwer Zucker. Butter und Mehl. Das Gelbe der Eier wird , mit dem Zucker schaumig gerührt. Hierauf kommt die indessen flüssig gemachte Butter in die Masse und nach und nach das Mehl. Ein Beigeschmack von Vanille oder die abgeriebene Schake einer halben Citrone schmeckt sehr fein. Zuletzt kommt der Schaum der drei Eiweiß dazu. Die ziemlich flüssige Masse wird in eine gut gebutterte Form gegossen und flott gebacken. Noch warm schneidet man den Kuchen in zierliche, schräge Karo. Es ist ein schnell und leicht zu bereitendes Nachtischgebäck zum Wein. Gebackene Kalbsfüße. Die Kalbsfüße werden gereinigt, gewa schen und in gesalzenem Wasser weich gekocht, alsdann die Knochen ausgelöst,da5 Fleisch in einen dicken Pfannkuchenteig. getaucht und in heißem Schmalz goldgelb herausgebacken. Gibt man 'mit grünem Salat. Offenherzig. Patientin: Sie sind der einzige Arzt, der mir rathet, hier zu bleiben; alle Ihre College sind dafür, daß ich in's Bad gehe!" Arzt: Ja, die haben auch jedenfalls mehr Patienten wie ich!" Diskret. Fräulein: Schrift, stellern Sie auch. Her? Lieutenant? Lieutenant: Mache bloß Nomane, schreibe sie aber nicht nieder!" . L .
