Indiana Tribüne, Volume 19, Number 156, Indianapolis, Marion County, 23 February 1896 — Page 2
"7 Ter neue Botschafter. Als Nachfolger des verstorbenen Verrn Runyon ist der bisherige HilfsCtaatssecretär Edwin F. Uhl zum Botschafter in Berlin ernannt worden. Der neue Botschafter gilt allgemein
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E. F. U h l. als ein Mann, der für dieses wichtige Amt in hohem Grade qualificirt ist und mit dessen Ernennung Präsident Eleveland einen sehr glücklichen Griff gethan hat. Eine Ttrabcnbaftn mit GaSbetrieb. Kampf auf der ganzen Linie! Auf der einen Seite heißt die Losung Gas", auf der andern Elektrizi.tät". . Zunächst entbrannte der Kampf aus dem Gebiete der Beleuchtung und es schien fast, als sollte die Elektrizität jeden Mitoewcrb aus dem Felde schlagen; jedoch, dank der Einführung der Regeneraiivlampen und insbesondere des Auer'schen Glühlichtes, hat das Gas sein bisheriges Ansehen gerettet und ist wieder zu Ehren gekommen. Nunmehr warf sich der Kampf zwi schen denselben Gegnern auf den Betrieb der für den Kleinvettehr von Tag zu Tag wichtiger werdenden .Straßenbahnen. Die Vorzüge des elektrischen Betriebes waren so einleuchtend, daß diese Bahnen im Siegeszvge sich des ganzen Verkehrs bemächtigen zu wollen schienen. Inzwischen hatten sich jedoch auch die Gasmotoren zu einer hohen Stufe der Verkommenheit, ausgebildet. Kein Wunder, daß man daran dachte, diese Letriebskraft auch für den Straßenbahnverkehr auszunutzen. Gasmotor - Wagen.In Dessau ist dies mit Erfolg gefchehen und auch die schwere Probe, die ein strenger lange dauernder Winterfrost jeder Straßenbahn auferlegt, hat die Dessauer Bahn gut bestanden. Die Wagen unterscheiden sich Zm Aeußern nur wenig von den gewöhnlichen Straßenbahnwagen, wie dies euch unsere Abbildimg zeigt. Unterhalb des Wagens, und zwar neben und zwischen den Radachsen, liegen drei cylindrische Behälter, die den Gasvorrath auszunehmen bestimmt sind. Das Gas wird auf einen Druck von 6 Atmosphären zusammengepreßt, so daß die Behälter die sechsfache Menge Gas aufnehmen können, als ohne Preßpumpe möglich wäre. Die Preßpumpen sind in einem besonderen, kleiuen und unscheinbaren Gebäude untergebracht, wo sie durch einen Gasrnotor betrieben werden. Dieser füllt einen oder mehrere Vorrathsbehälter, aus dem das Gas mittels eines beroeglichen Schlauches in die GasbehälUx des Wagens gefüllt wird. Die hierzu erforderliche Arbeit ist in eintgenMinuten vollendet, alsdann ist der Wagen zur Fahrt bereit; er bedarf erst nach vollendeter Reise einer erneuten Füllung. Zu dem Betriebe werden reichlich stark auf sieben Pferdekraft bemessene Motoren verwendet. Ihre beiden Cylinderkolben wirken aus eine gemeinsame Kurbelwelle. Die Zündung des Gases geschieht auf elektrischem Wege, also in der sichersten Weise. Der Motor liegt völlig versteckt unter einer Sitzreihe und ist vom Jnnenraume des. Wagens vollständig getrennt. Sein 'Schwungrad ist in der Abbildung durch die geöffnete und nur nach außen zu öffnende Wagenihür erkennbar. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit ist dem Wagen eine Geschwindigkeit von höchstens 12 Kilometern in der Stunde vorgeschrielen; es würde jedoch nicht schwer fallen. diese Geschwindigkeit auf's Doppelte zu steigern. Die Wagen haben 12 Sitzplätze, 14 Stehplätze und 2 Plätze für die Bedienungsmannschaft, können also 23 Personen befördern. Die Kraft der Maschine gestattet jedoch unbeschadet der Geschwindigkeit, Anhängewagen zu benutzen. Gewohnheitsrecht. Richier: Sie mußten aber doch sehen, wie der Angeklagte dem Beschädigten einen Bierkrug auf den Kopf schlug? Zeuge: Dös is ma' bei uns schon so g'wöhnt, daß ma' nu kei b'sond're Acht mehr d'rauf hatt! K u r z e K u r. Bauer: Wollen Se mich mal recht genau untersuchen, mei gutster Herr Doctor; ich weeß gar ich, was das nur eegentlich is: wenn ich hierher greife, dhut mer'sch immer so weh. Arzt: Thut eZ denn auch weh, wenn Sie nicht .hingreifen? Dauer: Nee, da fichle ich nischt.. Arzt: . ;r r jti grciM ksz niqi .nie? gin.z t
ZMdarabaö. Indische Skizze von S. BariRlay. Ueber die reifen Reis und Ma;Zselber hin breitet die Sonne ihren goldenen, flimmernoen Teppich; der heiße Landwind bläst über die Halme und sie wietn sich wellig wie Wasserfluthen und rauschen das schwüle Lied des Sommers. Dunstgluth brütet über dem Delta des Indus; in träger Regunaslosigkeit, wie versteinert, liegen die Krokodile am Uferrand und im Stoßfluge flattern darüber große, rothe Falter; hin und wieder jagt ein Rudel Antilopen unter den nahen Cederfichten und Tannen durch und schwirren Kolibris piepsend und kreischend empor. Da klingt es durch die Luft wie der Schrei eines Schakals. Ein be fremdender Laut am hellen, strahlenden Tag! Die Schnitter, die in den Feldern thätig sind, lauschen einen Moment, arbeiten aber dann müde und langsam, halb stumpfsinnig vor Hitze wieder weiter. Nur ein junges Hindusmädchen legt die Sichel weg und schleicht sich mit aufblitzenden Augen fort; ihre zierliche Gestalt verschwindet rasch und geschmeidig im mannshohen Ried, von wo der seit same Schrei gekommen. Aelow ! Zu so ungewohnter Stunde! Was willst Du?" Abschied nehmen, meine Blume!" Das helle Bronzegesicht der Jungfrau erbleicht. Ihre Lippen zittern und sie findet die Sprache nicht gleich vor Schrecken. Velow preßt ihren Arm mit beiden Händen. Sei ruhig, Dschandra! Es soll zu unserer Wonne sein! Ein reicher Engländer hat mich angeworbcn als Tigerjäger und ich bin in wenig Wochen zurück bei Dir mit Geld, mit viel Geld! Dann kann ich ein Häuschen kaufen und ein Theefeld und Du wirst meine Frau! Willst Du?" Dschandra lacht und. klatscht und hält .ihm ihr schönes, blühendes Gesichtchen hin. das der schlanke Inder zärtlich streichelt. . Wirst Du mir ireu sein, bis ich komme?" Ich werde es!" spricht sie und legt ernst und feierlich ihre kleine Hand auf die Stelle, wo Velwo's Herz hämmert. Ein letztes abschiednehmendes Umfassen und. Beide hören nicht das unheilkündendeKrächzen einesSchwarmes Raben, die den Feldern zufliegen. Nach wenig Wochen ist Dschandra wirklich Ielwo's Frau. Sie besitzen ein niedliches Häuschen außerhalb des Dorfes, mit einem kleinen Theefeld nach der einen und einem Gärtchen nach der anderen Seite. Das letztere ist zierlich mit Bambusstäben umfaßt und neben den nöthigen Haus haltpflanzen nickt eine Menge Chry-santhemum-und Rosenköpfe, Orchi deen prangen auf wuchtigen Felsblocken und Lianen wuchern in den bestrickendsten Farben wie Unkraut überall. AlsHochzeitsgeschenk erhält Dschandra von ihrem Gatten ein leuchtendes Tigerfell, das sie glückstrahlend vor ihr Lager breitet, und von dem Pfund Sterling, das als Rest geblieben.macht Felwo mit seinem jungen Glück eine kleine Flitterreise in das nahe Haidarabad. Bor Dschandra's entzückten Augen öffnet sich ein Sesam voll Herrlichleiten: die Gassen mit dem Ueberfluß von Bazars und reichen Juwelenund Kaufläden, die stolzen Pagoden, die schönen Gebäude, die mit Seidenschabracken und GoMroddeln geschmückten Elefanten der Vornehmen! Der Landesregent, der Nisam ul Mulk. feiert den Festtag seiner Geburt und die Stadt bietet ihm zu Ehren ein glanzstrotzendes Bild. Batterien donnern ihre Freudenschüsse in die Luft, in den Straßen wogt Kopf an Kopf, die rothen und weißen Turbane .der Eingeborenen leuchten grell und in zahlloser Menge nebeneinander, und die Europäer sah ren in blanken Equipagen dahin. Dschandra guckt und staunt und preßt ein über das andere Mal krampfhaft die Hand ihres Gatten. Und sie staunt noch mehr, als sie den Residenzpalast Tschaumahala erblickt, der mit Blumen und seidenen Flaggen auf das Prunkhafteste geschmückt ist. Und nun rollt aus dem Thore ein Viergespann schneeiger Schimmel: der Nisam, das hohe Festtagskind, zeigt sich seinem Volke. Er lehnt in den gelbschillernden Kissen,' schwarze Locken wallen um sein Gesicht, die Augen blicken ernst und gebietend, aber der Mund lächelt, lächelt huldvoll und liebenswürdig. Vor dem Galawagen gaukelt die afrikanische Leibwache in wilden Tänzen, Adjutanten reiten zur Seite, galopirende Eskadronen folgen nach, und in den Straßen bilden Soldaten Spalier, elsrfurchtsvoll salutiren die Truppen. Die Gewehre und Helme, die Pistolen, Dolche und Messer, welche die Soldaten in den Gürteln tragen, funkeln im Sonnenlicht, aus allen Fenstern fliegen Blumen, und das Jubelgeschrei der Menge 'mischt sich mit den un aufhörlich hinausschmetternden Schüssen. Dschandra weint vor Ergriffenheit und schmiegt ihr Köpfchen von Zeit zu Zeit an Yelwo's Brust. Durch Thränen der Freude sieht sie Abends die aufsteigenden Raketen, die leuchtenden Girandolen, Feuergarben and Sonnenregen, und plötzlich erstrahlen die Mauern" des Palastes wie mit Millionen von grünen, blauen und rothen Funken überschüttet." Das Volk jauchzt, und Dschandra fällt
ihrem Gatten an's Herz . mit dem , Ruf: .O, wie schor, wie schön!" '
Wie ein Märchcnbild aus Tausend und eine Nacht bleibt fortan dieser Tag in ihrer Seele haften. Wenn YelivV wieder, des Geldes halber, als Jäger sich vermiethet, sinkt sie oft bei ihrer Arbeit zwischen Theestauden oder im Garten in die Knie und träumt mit entgeisterten Augen von Haidara bad und dem Nisam mit all' seiner Pracht. Wenn Jelwo aber zu Hause ist, liegt diese Erinnerung eingebettet und eingeschlafen in der Brust. Da ist sie glücklich mit ihm, und sie machen Pläne für die Zukunft. Sie vergrößern im Geiste ihr Theefeld, bauen Baumwolle, Hanf und Flachs, verkaufen gut und werden wohlhabend, und Dschandra wünscht sich mrt Leidenschaft einen Zwergelefanten mit feuerfarbener Decke. Und wieder geht Ielwo fort und Dschandra waltet friedlich zu Hause. Wenn sie ihre Arbeit vollendet hat, macht sie einen Gang um das Dorf, ersteigt eine Anhöhe und blickt gedan kenversunken gegen Westen, wo über Haidarabad's Mauern die landberühmten Minarets des Tschar minar ragen. . . Auf diesem Wege kommt sie stets an einem Brunnen der Nischa's, der Parias, vorüber. Zum Zeichen, daß er Besitzthum der verächtlichen Kaste ist, ist er mit Thierknochen eingefaßt. Dort sitzt fast jedes Mal ein mageres,
elendes Mädchen und weint. Warum weint sie, und warum gerade hier? Diese Frage hat Dschandra sich schon einige Male gestellt und sie geht mit schwerem , Herzen an dem Kinde vorbei. Und nun sie einmal stehen bleibt und von ferne mit dem Ausdrucke impulsiven Mitleids auf die Weinende sieht,tritt ein Vornehmer an sie heran. Blicke nicht nach dem .' unreinen Geschöpfe, holdseligste aller Blumen! Du erniedrigst. Du schändest Deine Augen!" Sie schaut ihn groß an und lächelt, ein süßes, reizendes Lächeln. Der Fremde geht neben ihr, schweigend und sie ernst und forschend betrachtend. Er steigt mit ihr den Hügel empor und fängt ihre Blicke aus, die gen Haidarabad sich wenden. Dich quält die Sehnsucht, schönes Weib?" fragt er sie. Purpurn färbt ,sich ihre Haut und sie schweigt betrosfen über den Scharfblick dieses 'Fremden, der ausspricht, was sich erst jetzt in ihr selber klärt. Du hättest vielleicht Lust, für kurz, für lang, für immer, in der schimmernden Atmosphäre der Residenz zu leben?" spricht der Mann neben ihr. )," fährt Dschandra auf, nicht für immer, nicht für lange, aber wohl für kurze Zeit, so gerne, gerne!" In den paradiesischen Gärten des Nisam wandeln, unter schönen Frauen die Schönste, die Herrlichste! Der Liebling des fürstlichen Herrn, die heiß Beneidete in dem Kreise der Genossinnen! O, Du bist schön, zauberisch schön! Du kannst Augen blenden, Herzen umstricken,. Blume Du. die in Dürftigkeit schmachten muß, indeß sie Glanz und Pracht verdient! Hättest Du Lust dazu?" Dschandra überhört ganz den lauernden Ton, übersieht die kalten, musternden Blicke, mit der er ihre Schönheit prüft. Das gereizte Blut rauscht in ihren Ohren, trübt ihre Augen. Ich weiß es nicht ich glaube ich ich " stammelte sie und denkt an Yelwo. Und bei diesem Gedanken verfliegt ihr Sehnsuchtsrausch. Nein! sagt sie kurz und wendet sich. Der kluge Fremde folgt ihr nicht. Aber er kommt nächsten Tages wieder, er sieht die Wirkung seiner Worte in ihren brennenden Augen. Sie hört ihn stumm und nachdenklich an und nimmt mir leisem Danke das Kristallglas voll Rosenwasser, das er ihr überreicht. Als er einige Tage fernbleibt, kämpft sie vergeblich ihre Unruhe nieder. Sie späht den Weg entlang. Und da sie ihn sieht, büken ihre Augen auf, noch mehr, als er Ihr eine Silbervase mit Betel schenkt. Willst Du mit mir gehen?" fragt, er wieder. Noch zaudert sie. Er aber hat 0c duld. Er ist seiner Sache sicher. Ein feuerfarbenes Seidenkleid, ein Perlengehänge, das sich fürstlich schön in ihr schwarzes Haar schmiegt.machen sie lüstern, blind und taub. Ich will", sagt sie eines Tages zu ihm. Ich will, aber nicht für immer, nicht für allzulange! Dann kehre ich zu Ielwo zurück!" Wie Du wünschest, schöne, kluge Blume!" gibt ihr der Fremde zur Ant wort und lächelt dabei. Wird aber auch Alles so sein, wie Du gesogt hast? Ist Alles wahr?" frägt sie mit Zweifel in der Stimme. Wahr, wahr!" Schwöre es mir!" Ich schwöre es Dir beim Lichte der Mondgöttin!" Alsbald tragen vier Kulis in einem vornehmen Palankin die schöne, sehnsüchtige Dschandra gen Haidarabad, vorüber an feurigen Mohn, feldern und rothgelbblühendcn Jndigobüschen dem Ziele ihrer Wünsche zu. Ihre feine, schlanke Gestalt wandelt, in Seide und Brokat gekleidet, in den Zaubergärten des Nisam; Papageien schwanken auf goldenen Stäben zwischen Granat- und Kamclienbäumen, Pfauen schlagen schimmernde Räder. Fasanen schleppen ihren schillernden Fdernschweif über die Wege. Schwäne ziehen flügelbauschend und leuchtend wie Schnee in den Marmorbassins. Dschandra schreitet durch die goldstrotzenden, prunkhaftcn Gemächer des Harems, speist und trinkt au3 Gold' und Silbergeschirren und hinter ihr Wen die Sklaven und , wehen ihr
mit edelstemfunkenden Fächern Kü lung an. Indessen kehrt Yelwo heim. Er geht mit seligen Miem .durch das Dorf und führt einen Zwergelefanten mit feuerrother Kattundecke. Aber er findet sein Häuschen verödet, leer, einsam. Die Blume seines Herzens hat ihn verlassen! Voll Wuth, Verzweiflung und wähnsinnigem Schmerz tödtet er den Elefanten, mit dem er Dschandra, sein Weib erfreuen wollte; er läßt Thür und Thor offen, gibt sein Heim den Parias und wilden Thieren preis und geht, die Seele voll Grimm und Qual, westwärts, nach Haidarabad. Dort wird cr Soldat. Nach Wochen und Monden kommt er als Wache vor die Palastmauer des
Nisam. Da schreitet er an einer abatlegenen Stelle vorschriftsmäßig auf und ab und brütet über sem verlöre nes Glück nach. Er denkt mit Haß an die treulose Dschandra und ahnt nicht, wie nahe sie ihm ist! In der Nacht, die unheimlich und gewltterhaft sich über die Stadt biet tet, lehnt Nelwo müde am Gemäuer. Er denkt bitter an die Gefahren und Mühen, die ihn zu dem Gelde verholfen, mit dem er sein Weib und sein Heim errungen, er denkt, wie kurz sein Glück gewesen. Da sieht er plotzlich über sein Haupt hinweg etwas Großes, Weißes, Flatterndes schweben und hört ein grauenhaftes, knirschendes Ausschmettern auf dem Boden. Ein Weib ein Weib aus dem Harem! Nelow hebt es empor: die zerschlagenen Glieder hängen schwer herab ; ihr Blut fließt warm über seine Hände. Und m dem blutigen, zerrissenen Schleier sieht er ein Ge sicht, so schmal und elend, ein Gesicht mit geisterhasten, erlöschenden Augen. Dschandra!" schreit er, Dschan dra." Aber keine Spur von Verständniß ist in den Augen und Zügen zu sehen; die Verzerrung des Todes arbeitet darin. Am Morgen findet die Wache wei Leichen: die zerschmetterte emer Frau und die eines Soldaten, in dessen Brust ein Dolch steckt. Für die Einwohner HaidarabadS umhüllen die blutigen Schleier des Haremweibes ein dunkles Geheim niß. flic Vranatc. Von Victorien Eardou. In der Rue de Trevise wohnte zu Anfang des Jahres 1871 mein alter Freund Dutailly, ein reicher Fabrikant, Gatte einer ausgezeichneten Frau. Vater einer reizenden Tochter, ein geschickter Industrieller, guter Patriot, der zwar in politischer Hinsicht etwas verrückt, sonst aber der beste Mensch von der Welt war. "Gerade zu der Zeit, als er seine Koffer zur Abreise packte, war er von der Einschließung von Paris überrascht worden, hatte sich jedoch mit der Ueberzeugung getröstet, die Stadt werde sich keine acht Tage halten. Madame Dutailly, die. anderer Ansicht war, hatte sich schon seit Längerem mit der Verproviantirung der Wohnung beschäftigt, wo sie eine solche Fülle von Lebensmitteln aufstapelte, daß die Dutaillys nie den Hunger kennen gelernt hätten, selbst wenn die Belagerung noch drei Monate länger gedauert haben würde. Seit dem Monat Oktober war sie der Gegenstand förmlicher Anbetung, vor allem für mich, denn mein Gedeck war bei den Dutaillys jeden Donnerstag und Sonntag aufgelegt und hier entschädigte ich mich für die Entbehrungen der übrigen Woche. Ich war indeß nicht der einzige, der an diesem gastsreundlichen Tische zugelassen wurde. Neben dem meinen lag noch das Couvert eines anderen standigen Gastes, des jungen Herrn Anatole .Brichaut. Geschäftsführers der Fabrik, künftigen Associes und Schwiegersohnes des Herrn Dutailly. Dieser brave junge Mann, der etwas melancholisch und sehr schüchtern war, war in die Tochter seines Chefs, Fräulein Gertrud, heftig verliebt, und das junge Mädchen schien diese Liebe auch zu erwidern. Ohne daß ein Wort gewechselt worden war, wurde die Candidatur Brichauts von den Dutaillys mit ziemlich freundlichen Augen betrachtet, und die Verbindung der jungen Leute galt stillschweigend für abgemacht. Unglücklicherweise verzögerte der Krieg die Sache. Brichaut, der als Corporal in der Seine-Mobil-garde stand und in St. Denis kasernirt war, that seine Pflicht als Soldat gewissenhaft, wie er eben alles that, aber ohne jegliche Begeisterung, und wünschte im Stillen diese endlose Belagerung zu allen Teufeln, die ihm sein Glück so lange vorenthielt. In solcher Gemüthsversassung erlaubte er sich öfters, die Operationen der eingeschlossenen Truppen mit bitteren Worten zu kritisiren, und diese Kritiken ärgerten wiederum Herrn Dutailly der ein fanatischer Anhänger des General Trochu war. Das Erscheinen eines neuen Tischgenossen machte die Lage noch, verwickelte?. Zu meiner Ueberraschung fand ich eines Abends, als ich mich verspätet hatte, an meinem Platze, zur rechten Seite der Madame Dutailly. eine unbekannte Persönlichkeit, einen großen, breitschultrigen Menschen. Auf einer Phantasie-Üniform. die aus der Rumpelkammer irgend eines Theaters stammen mochte, trug er Haupt-manns-Epauletten. dazu ein Paar ungeheuer große Schaftstiefel.
Herr Robillard sagte Herr Dutailly, als er uns gegenseitig vorstellte, Capiöän des Corps der verlorenen Kinder von Courbevoie." Erstaunt fragte ich mich, wie dieser Mensch, der mir sofort den Eindruck eines ungeheuren Prahlhanses machte, dazu kam, an unserm Mahle theilzunehmen, und Madame Dutailly erklärte mir diese Thatsache nicht ohne, eine gewisse Erregun Am frühen Morgen hatte sie auf dem Boulevard Poissoniere ' auf dem Glatteis einen ziemlich gefährlichen Fall gethan. Robillard, der zufällig gerade vorbeiging, hatte sie in die nächste Apotheke gebracht und dann nach Hause begleitet, und aus Dankbarkeit hatte sie geglaubt, ihren Retter zum Diner einladen zu müssen. Madame Dutailly hörte das' prahlerische Geschwätz des Menschen mit großem Interesse an, und auch ihr Gatte schien ihm seine Heldenthaten zu glauben. Nur Gertrud blieb äußerst gleichgiltig. und der arme, kleine Mobilgardist, der an diesem Abend noch blasser aussah als sonst und noch'mehr in seiner weiten Blouse verschwand, überdies mit einem gräßlichenSchnupfen behaftet war, schien von der Nachbarschaft dieses großen Mannes formlich erdrückt zu werden, der ihm weder die unangenehmsten Anspielungen, noch höhnische Blicke, noch geringschätzige Vergleiche ersparte. . Anatole, der bei jeder Mahlzeit verschnupfte? wurde, sank sichtlich in der Achtung seiner zukünftigen Schwiegereltern. Die Lage der Dinge wurde immer peinlicher.und nach dem Gefecht von Le Bourget, wo der arme Junge tapfer feine Pflicht gethan hatte und am Oberarm verwundet worden, war das Schlimmste zu befürchten. Er erzählte uns den Kampf mit so aufrichtiger Schwermuth, daß der Capitän Robillard ihn beinahe einen Deserteur und Feigling genannt hätte. Wenn er es nicht that, so geschah dies nur aus Rücksicht für den Hausherrn; aber er gab es ihm deutlich genug zu verstehen. Dann bewies er uns mit dem Brustton der Entrüstung, daß die Sache eine ganz andere Wendung genommen hätte, wenn sein Corps dabei gewesen wäre. Dutailly hörte ihm ganz gefesselt von Entzücken zu, während der arme Anatole noch an seiner heftig blutenden Wunde litt, um die sich außer Gertrud kein Mensch kümmerte. Am nächsten Tage hatte er Fieber, mußte das Bett hüten und erschien mehrere Wochen hindurch nicht mehr bei unseren Mahlzeiten.
Während dieser Zeit begann der Capitan sich lebhaft um Fraulem Gertrud zu bewerben und die Haltung der Eltern war keineswegs geeignet, ihn zu entmuthigen. Nun hielt ich die Zeit für gekommen ernstlich für die armen Kinder einzutreten. Am Neujahrstage empfing uns Dutailly mit offenen Armen und strahlendem Gesicht. Der Stratege des Temps" hatte den Prinzen Friedrich Karl eben in der Umgegend von Evreux glänzend geschlagen, nachdem er ihn durch einen fingirten Rückzug dorthin gelockt hatte.. Anatole brachte als Neujahrsgeschenk einen Hasen, den er auf der verlassenen Insel St. Denis in der Schlinge gefangen, und der Capitän überreichte Madame Dutailly eine große Düte mit kandirten Maronen in einem preußischen Helm. Meine Freunde," sagte ich darauf, das Wort ergreifend, ich habe ebenfalls eine kleine Neujahrs-Ueberra-schung in petto; sie ist noch nicht angelängt, aber wenn es Ihnen recht ist, setzen wir uns einstweilen zu Tisch, ohne darauf zu warten." Wir saßen eben beim Kaffee und zündeten uns die Cigarren an, als ein Diener uns mittheilte, ein Artillerist hätte mein Geschenk im Salon abgesetzt. Wir gingen dorthin, wo wir den betreffenden Gegenstand, in blaues Papier eingewickelt, auf dem Tische bemerkten. Was kann denn das nur sein?" sagte Madame Dutailly. Geben Sie sich keine Mühe, es zu rathen, gnädige Frau," sagte, ich, es ist eine Granate." Eine Granate?!" ' Dutailly hat mir mehrmals den Wunsch ausgesprochen, eine rechte.echte Granate zu besitzen, und auf meine Bitte hat mir mein Freund Roland, der Batteriecommandeur, diese hier geschickt." . Mit diesen Worten wickelte ich das Papier ab. und vor den Augen der staunenden Gesellschaft . erschien schwarz, drohend und düster die Granate. Wahrhaftig." sagte Dutailly freudig überrascht, das war lange ein Wunsch von mir. Ich werde mir daraus eine Pendüle für mein, Schlafzimmer machen lassen." Aber mein Gott." warf Madame Dutailly unruhig dazwischen, wenn sie nun losgeht?" . O, beruhigen Sie sich, Roland hat mir fest versprochen, sie vorher entladen zu lassen; übrigens ist ja hier sein Brief." Damit öffnete ich einen Brief, der bei der Granate gelegen hatte, und schickte mich an. ihn laut vorzulesen. aber bei der ersten Zeile mußte mein Gesicht wohl Zeichen der Unruhe ausdrücken, denn alle schrieen auf: '-Mein Gott, was haben Sie denn?" Mein Gott ich habe aber bören Sie selbst." Und ich las: Lieber Freund: Anbei die gewünschte Granate: leider ist es mir unmöglich gewesen, hier einen Artilleristen zu finden, der sie hatte entladen können. Lassen Sie sie zu dem Waffenhändler in der Passage de l'Opera tragen, der diese Arbeit sehr geschickt besorgt. Vor allen Dingen aber seien Sie äußerst vorsichtig;' die geringste Erschütterung kann die Granate zum Explodiren bringen...." , .
Ein allgemeiner Schrei des Enisetzcns unterbrach meine Worte. Aber um's Himmelswillen, neh men Sie doch das Ding sort," schrie Madame Dutailly, das ist ja entsetzlich. eine Granate in meinem Salon!" Mein Gott," sagte ich, die Hand aue streckend. . . . Madame Dutailly klammerte sich an mich und jammerte: Nein, Sie nicht, das wäre zu gefährlich, Sie würden das gräßliche Ding fallen lassen und dann. . ." Nein, nein." fügte Dutailly hinzu, das ist Sache eines Soldaten, eines kräftigen Soldaten; glücklicherweise ist ja unser Capitän da " Ich?" fragte der Capitän und trat zwei Schritte zurück. Gewiß, Sie. Sie sind stark wie ein Riese und für solche'Sachen wie geschaffen. Sie spielen mit Kanonenkugeln und Granaten, wie ein kleiner Junge mit Bällen." Pardon, Pardon," stammelte der Capitän sichtlich erblassend, aber eine Granate , eine Granate Teufel! Können Sie denn nicht bis morgen warten, um sie fortbringen zu lassen?" Bis morgen?" schrie Madame Dutailly entsetzt. Ich würde die ganze Nacht kein Auge schließen können; dann gehe ich in's Hotel." , Jetzt ergriff Anatole das Wort: Bleiben Sie ruhig zu Haus, Madame, ich werde die Granate fortbringen." Dutailly hielt ihn auf: Sie. sind verrückt, mein Lieber; Sie mit Ihrem kranken Arm!" In der That," sagte ich, das ist nichts für einen Kranken." Nein, nein," fuhr Dutailly fort, es ist so wie ich gesagt habe, der Capitän muß es besorgen Anur zu ihm habe ich Vertrauen. Also vorwärts, Capitän, bringen Sie das. Ungeheuer fort." Der Capitän machte ein Gesicht, als wenn er einen Haufen Kieselsteine verschluckt hätte; doch war er nicht der Mann, sich aus der Fassung bringen zu lassen. Ja, allerdings," sagte er lächelnd, das kommt mir von rechtswegen zu. Sie haben mich eben unterbrochen; ich wollte gerade auch sagen, das es gefährlich ist, die Granate von diesem jungen Menschen fortbringen zu lassen, der Boden ist glatt, ein Schritt 'genügt, um zehn Personen auf der Straße zu todten. Der Transport zu Wagen wäre das beste." Ja aber." ' versetzte Dutailly. ein Wagen wird in diesem Augenblick schwer zu haben sein; sie sind doch fast alle durch die Ambulanzen in Anspruch genommen." Bitte sehr." sagte der Capitän, der General Schmitz, der mich hier bei Ihnen abgesetzt hat, speist bei Brebant, und sein Wagen erwartet mich an der Thür des Restaurants. Ich werde ihn bitten, mir ihn zu leihen; in ein paar Minuten, höchstens einer Viertelstunde bin ich zurück." Machen Sie schnell rief Madame Dutailly noch immer zitternd, ich werde mich während dieser Zeit zu Tode ängstigen." Ich fliege schon, verehrte Frau." Damit nahm der Capitän eilends sein Käppi und seinen Mantel und setzte mit großen Sprüngen die Treppe hinunter. Ack. mein Gott," seufzte Madame Dutailly, wenn er nur nicht so lange auf sich warten läßt." Sie können fest darauf rechnen, verehrte Frau," sagte ich ichend vom Fenster her, an das ich getreten war, daß er auf sich warten läßt, denn er kommt überhaupt nicht mehr zurück." Was, er kommt nicht zurück?" Nein, meine Herrs.aften; denn um zu Brebant zu gelangen, mußte er die Straße rechts hinuntergehen, und er hat sich nach der linken Seite zu entfernt und zwar ziemlich schnell."" Warum nicht gar? Was soll das heißen?" Das soll heißen, meine verehrten Freunde, daß Ihr Cäpitän ein ganz gefährlicher Intrigant und Schmarotzer war, und daß ich mich freue, die Schliche dieses Prahlhanses aufgedeckt zu haben und zwar mit Hilfe dieser Granate." Mit diesen Worten ergriff ich ein Photograpbie-Album und führte damit einen Schlag auf die Granate, die in tausend Chokoladenstücken zersprang. Die Granate war nämlich aus Chocolade und verbreitete auf dem Teppich einen wahren Hagel von Pralines und Confekt. Ein unbändiges Gelächter folgte dieser unerwarteten Explosion; alles war außer sich vor Erleichterung. Drei Monate später führte Anatole Fräulein Gertrud zum Altar. Von einem Capitän Robillard" aber hat man seitdem nie Toieder etwas gesehen, noch gehört.
I n der Sommerfrische. Sommerfrischler (zum Wirth des Dorfes): Die Verkehrsmittel mit der nahe liegenden Stadt sind in Folge Frequenz der Fremden jedenfalls sehr gut? Wirth: O ja, wir haben zwei, nämlich eine gute Straße für schlechte Fußgänger. Und einen schlechten Feldweg für gute Fußgänger. Gemüthlich. Grenzbcamter: Haben's a Paß? Reisender: Ja freilich. Grenzbeamter: Nu, dann zeigen's mal. Reisender: Auf meinem Paß sieht, ich brauche ihn nicht vorzuzeigen. Grenzbeamter: So, na da gehn's halt rüber, is mir aber noch njoht vorgekommen. -Gut bewiesen. (Ein Herr giebt seinem Dienstmädchen einen Kuß.) Dienstmädchen (verschämt): Ach, wie gut Sie sind! In meiner vorigen Stellung kam immer pur der Diener!
Jbn Hallah, der Weise.
Von Leo Cassan Im Schatten der Moschee saß Jbn Hallah, der weise Derwisch und lehrte. Voll ernster Wißbegier richteten seine Schüler stets neue Fragen an ihn, als sich aus einmal einige junge, vornehme Müssiggänger dazu drängten und ansingen, den Greis zu verspotten. Jbn Hallah aber schwieg geduldig dazu. Dadurch noch übermüthiger gemacht rief El Zorid, einer aus der Schaar: Beantworte doch auch mir drei Fragen, wenn Du gar so weise bist: Zum ersten, wie kanttst Du lehren, daß ein Gott sei? Weder Du, noch ich, noch sonst jemand hat ihn je gesehen, und was ich nicht sehe, glaube ich nicht!" Zweitens: Warum zeihest Du den Menschen seiner bösen Thaten? Wenn ihn Gott erschuf, so muß er handeln, wie er eben handelt und niemand kann und dars ihn darüber zur Rede stellen; und endlich sag' mir doch, wie kann denn der Teufel Höllenqualen leiden, da ihm der Koran doch selbst einen Feuerleib zuschreibt? Kann Feuer denn dem Feuer schaden?" Jbn Hallah schwieg noch immer. Lachend und höhnend wiederholte El Zorid seine Fragen. Da beugte sich der Weise ruhig zur Erde, nahm eine festeScholle und warf sie dem Spötter so fest an den Kopf, daß der Turban weit in den Sand rollte. Als sich El Zorid vom Schmerz und' Schrecken erholt, eilte er mit seinen Genassen zum Kadi, um für Jbn Hallah, eine schwere Strafe zu erwirken. Aber der Kadi war gerecht und unbestechlich und lud auch den weisenDerwisch vor sich. El Zorid mußte nochmals den Hergang erzählen, und betonte dabei, wie sehr ihm der Kopf schmerze. Als er schwieg, strich sich Jbn Hallah lächelnd über seinen langen, weißen Bart und wandte sich zum Kadi. Herr, psrach er, fern war es mir, mit diesem Wurfe den edlen El Zorid zu beleidigen oder gar wehe zu thun. Auf sein Drängen gab ich ihm eben dadurch Antwort auf seine Fragen." Erstaunt sahen Kadi und Kläger auf ihy. O Kadi," fuhr der Weise fort, wie kann El Zorid der Kopf schmerzen? Siehst Du etwas davon? Ich auch nicht! Und was ich nicht sehe, glaube ich nicht; und ferner, wie kann er mich zur Rechenschaft ziehen? Wie ich Handle, muß ich eben handeln und niemand darf mich darüber zur Rede stellen, und endlich schuf uns Allah nicht aus Erde? Ich warf doch nur eine Erdschölle nach El Zorid. Kann Erde denn Erde schaden?" Du hast recht, JhnHallah, den man den Weisen nennt, geh' frei von hinnen", sprach sinnend der Kadi, für dich unberufenen Spötter aber war da5 wahrlich die beste Antwort!" Taö alte Stü!k. Von Richard Leander. Einst, als ich selbst noch lief und sprang. Durch Garten und Gehäg', Wie däuchte mir der Tag so lang. Wie floß die Zeit so trag'! Und wär' ich nur erst roß und klug! ' So sprach ich oft als Kind Groß wird man eben schnell genug. Doch klug nicht so geschwind. Und da ich Jüngling ward, verrann Die Zeit so langsam noch: O, wär' ich nur schon einmal Mann, Viel schöner wär' es doch! Und wechselnd kommt und wechselnd flieht Frühling und Wintereis: Und wie man in den Spiegel sieht, Ist alt man schon und Greis. Nun, weil die Füße langsam gehn. Wie schnell entrauscht der Tag; Wie dünkt uns doppelt lieb und schön. Was man nicht halten mag! Da gehn die Wünsche oft zurück. Die vorwärts erst gestrebt, Und träumen von dem alten Glück, Das man so rasch verlebt. Vorsichtig. Ein Herr klingelt an einer Thür. Dienstmädchen (von innen): Wer ist denn da? Herr: Ich bin es, machen Sie auf. Dienst, mädchen: Nu freilich, wenn man dann aufmacht, sind Sie es nicht, ich mache nicht auf, wir sind überhaupt nicht zu Haus. Aus dem Dame u-P e n -sionat. Lehrerin: Fräulein Clementine, wie können Sie schreiben : Eigenlob stinkt?" Welche Ausdrucksweise für eine Dame der besseren Stände! Hätten Sie noch gesagt: Et genlob riecht nicht gut!" G a u n e r st o l z. Richter: Sie leugnen, den Ihnen zur Last gelegten Diebstahl begangen zu ' haben. Sie wurden jedoch in der Nähe des Thatortes gesehen und nach Ihrer Entfernung war das Schloß des Ladens, verbogen. Einbrecher (mit Stolz): Herr Richt?r. seien Sie nur beruhigt, wenn ich einbreche, werden keine Schlösser verbogen. Lakonisch. Stellsuchc: der Kommis: Fünfzig Mark monatlich wollen Sie mir geben; - damit tain man keine großen Sprünge machen! Chef: Zum Springen engagire ich S'e auch nicht! Sachverständig. Nun sie waren ja gestern auch im Theater Herr Feldwebel. Wie haben Sie deni. unsere neue Tänzerin gefunden? O gar nicht übel, Herr Hauptman sie hält ganz gut Tritt.
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