Indiana Tribüne, Volume 19, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1896 — Page 7

cc

,.Coyote" ZNüUer'S Zwettamps. Erzählung aus dem CowboyLande von 23. v. Cchierbrand. - Die Abende am Lagerfeuer in jenein freilich von der Cultur nur erst spottwenig beleckten weiten Gebiet, das man füglich das Cowboy-Land nennen kann, sind schön. In die buntgestreiften Ponchos gehüllt, den Kopf auf den Sattel gestützt, so lagern da die bunten Gruppen umher, rauchend und plaudernd, während das Vieh rings herum dem Geschäfte des Wiederkauens obliegt, langsam umkreist von singenden Wächtern. Die gut dressirten Pferde weiden in der Nähe des Lagerfeuers, und gelegentlich kommen sie an die Peripherie des Kreises, mit ihren Augen in die Flammen starrend, und da kommt wohl auch das eine oder andzre der Thiere auf den Zuruf seines Herrn heran und frißt ihm ein Stück Zucker aus der Hand. Aus weiter Ferne tönt ab und zu der klagende Schrei des Coyoten, und die kühle reine Nachtluft weht über die unermeßliche Prairie, beladen mit -dem Duft der Wildblumen. Ueber Allem spannt sich der tiefblaue Himmel mit seinem Heer von funkelnden Sternen. In solchen Stunden der Ruhe ist es, daß Geschichten erzählt werden. Häusig sind es Erzählungen von Gewaltthaten, denn fast jeder ältere Cowboy braucht seine Phantasie gar nicht anzustrengen, um aus eigener Erfahrung solche Erlebnisse wiederzugeben. Das rauhe Leben bringt es so mit sich, daß dergleichen blutige Abenteuer noch immer zu den Alltäglichkeiten gehören. Ich erinnere mich einer solchen Geschichte, die mich besonders interessirte, denn der Held derselben war mir dort bekannt geworden. War er doch einer der wenigen Deutschen, die ich unter den Cowboys angetroffen habe,und ich muß sagen.er war ein Prachtexemplar der Gattung. Ein wahrer Hüne von Gestalt, breitschulterig und muskulös, dabei in seiner ganzen Erscheinung aber, trotz der von Sonne und Wetter tiefgebräunten Haut, das Urbild eines Teutonen, mit lichtblauen Augen und blondem, locklgem Haar. Auch sein Phlegma und seine fast' übertriebene Gutmüthigkeit waren Erbtheil seiner Rasse, und in lässiger Weise ließ er sich die oft rüden Spässe und Schnurren seiner Kameraden. Amerikaner, Mexikaner und Engländer gefallen, ohne mit der Wimper zu zucken. Nicht als ob es diese böse mit ihm meinten, im Gegentheil; er schien sehr beliebt zu sein, aber seine große Ruhe und Milde bei der unbändig herkulischen Stärke des Mannes schienen fast zu Hänseleien herauszufordern. Also es war an jenem Abend gerade Mangel an Gesprächsstoff, da rief Red River Sam. der Spaßvogel der Bande, indem er sich an den übergroßen Deutschen, der Müller hieß, wandte: Sag' mal. Müller, wie kam Dir eigentlich Dein alter Spitzname abHanden? Du hattest doch einen, als Du damals aus dem Osten hier anlangtest, nicht?" Ja, ich hatte ' einen," erwiderte Müller bedächtig, indem seine. Augen zu leuchten begannen, aber ich trage ihn nicht mehr." Das habe ich einmal vernommen", fiel Red River Sam wieder ein, aber die Einzelnheiten weiß ich nicht. Erzähle doch einmal." Der Spitzname war ein unverdienier, und ich ließ mir ihn nicht länger gefallm. Das ist das Lange und das Kurze von der Geschichte", sagte Müller lakonisch. Uebrigens, wenn Du neugierig auf die Einzelnheiten bist, die kann Dir Snapshot" Allen am besten erzählen, denn der hat ein besseres Gedächtniß als ich und war damals auch dabei, als sich die Sache zugetragen hat. Außerdem kann er besser erzäh. len. Na, denn los, Snapshot Allen", rief es im Chorus. Dieser fackelte nicht lange, und nachdem er sich eine neue Pfeife in Brand gesetzt und einen Schluck aus seiner Flasche genommen, erzählte er wie folgt: Also damals als unser freund hier in Neumexiko anlangte, da war icv mit ihm aus derselben Nanch beim alten Sawyer in Socorro County, vicyt an den Usern des Rio Arrika Ihr seht ja. was Müller für ein aroßer, starker Kerl ist, und das sahen wir natürlich auch. Es war unge fahr die Hälfte von uns Amerikaner und die Greasers" waren die andere Hälfte. Müller war der einzige Deutsche rmter uns Allen. Nun hätte das nichts zu sagen gehabt, denn wir weinen Banner yrelten auch schon da rnals zusammen gegen die Greasers" die uns ia hassen wie der Tod. Mul ler aber war ein Tenderfoot", der von dem, was em rechtschaffener Cowboy wissen soll.damals noch gar nichts verstand und zu Anfang auch ein wemg ungeschickt war, so daß er mehr rnals tüchtia vom Pferde fiel und ein mal beinahe unter die Sufe einer Heerde Rinder, die gerade in eine vslampede gekommen, gerathen ware, wenn ich ihn nicht noch rechtzeitig fortaezoaen hätte, mit meinem Lariat. Ist's nicht so. Müller?" Ja. ist ganz richtig", brummte der Gefragte. Nun also; dazu kam noch, daß wir damals Alle glaubten, er habe keinen Sand", denn auf alle Possen, die wir und die Mexikaner ihn spielten, -cchtete er weiter gar nicht, sondern nahm sie gleichmütig hin. So geschah es denn, daß wir Amerikaner zuerst ihm einen Spitznamen beilegten, der durchaus nicht schön, aber, wie

wir glaubten, zutreffend sei. Wir!

nannten ihn Coyote Müller, was eigentlich eine tüchtige Beleidigung war. weil der Coyote ja so ziemlich das feigste Thier ist, Müller wußte das letztere damals aber wohl noch nicht, denn er war eben noch nicht lange im Westen und konnte auch nur wenig Englisch. - Wir aber nahmen an, da er sich den Spitznamen ruhig gefallen ließ, er sei wirklich feige, und so gerieth er bei uns richtig in Mißcredit. Die Greasers nun, die sich ja sonst höllisch in Acht nehmen, ehe sie mit einem weißen Manne anbinden, merkten dies, und es dauerte nicht lange, da nahmen auch sie sich's heraus, den Neuankömmling mit dem unangenehmen Titel zu belegen. Da geschah es aber eines Tages, daß Müller bei schlechter Laune war, und da mußte doch einer dieser verd Narren von Greasers. Ximenez hieß er, ihn bei seinem Spitznamen anreden. Müller, der jetzt schon einig? Dinge gelernt hatte vom Cowboy-Le-ben. unter Anderem auch, daß man zwischen Pecos und Guadeloupe sich manche Dinge nicht gefallen lassen darf und daß der Name Coyote eines dieser Dinge ist. Müller also packte meinen Greaser kurzer Hand beim Genick, hob ihn auf wie einen Gummiball, und schleuderte ihn ungefähr 20 Fuß weit durch die Lust, so daß der Kerl mit einem wahren Krach hinfiel. Nun wißt Ihr ja Alle, wie tückisch diese Hallunken sind, und so wunderte es uns nicht, als wir Ximenez schnell wie der Blitz aufstehen, sein langes mexikanisches Messer herausziehen und auf Müller losstürzen sahen. Müller aber packte ihn. ehe das Messer ihn erreicht hatte, und warf den Kerl noch einmal gehörig in die Kniee. Da schäumte der Mexikaner, und wie ein Stier rannte er auf uns zu und forderte Blut. Das sollst Du haben, mein Sohn, soviel . wie Du mir abzapfen kannst, aber nicht mehr", erwiderte Müller gelassen. Und da er auf Befraaen diese Offerte erneuerte. so freuten wir Änderen uns riesig über den Jux. denn ein regelrechtes Duell mit verschärften Bedingungen war jetzt gewiß. Mit den Bedingungen erklärte sich Müller einverstanden, und den Greaser frugen wir gar nicht, denn er hatte ja angefangen und mußte daher von Rechtswegen zufrieden sem." Was waren die Bedingungen? warf hier Squinty" Taylor ein, der noch nicht lange Cowboy war. Die Bedingungen waren ganz em fach die Beiden wurden mit einer kurzen Kette an einander gefesselt, so daß sie nur den rechten Arm und die rechte Hand gebrauchen konnten. Dann wurden sie m eme Felsschlucht, die in der Nähe und etwa 40 Fuß tief war, hinabgelassen und Jeder erhielt ein neunzölliges Bowiemesser mit hinunter. So konnten sie sich gegenseitig den Garaus machen, wenn sie wollten. Wir trauten aber Müller noch immer nicht recht, und hatten uns nicht darauf gefaßt gemacht, daß er dem Greaser, der in der Handhabung des Messers ja viel erfahrener war, viel anhaben wurde. Hier mußte sich Snapshot" Allen erst einmal stärken, fuhr dann aber, da er sah. daß wir auf das Weitere gespannt waren, schnell fort: Oben auf dem Rande des Felsens faßten wir Posto als interessirte Zuschauer. Die Sache bot ja gewissermaßen etwas Neues. Es ging aber Alles sehr schnell vor sich. Sofort als wir die Beiden auf den Grund der Schlucht gelassen und sie sich von dem Strick freigemacht hatten, stieß Ximenez los. Ich dachte, es sei vorbei mit Müller. Der aber hatte noch eine Wendung mit dem Körper gemacht, so daß ihm der Stahl nicht zwischen die Nippen, sondern in die linke Schulter fuhr. Als der Mexikaner blitzschnell die Waffe herausgezogen hatte, erhielt er im selben Moment emcn Streis schnitt von Müller am Handgelenk der rechten Hand. Die Sehnen mußten wohl durchschnitten sein, denn der Mexikaner lieh das Messer fallen, und wahrend er sich bückte, um es mit der linken Hand aufzunehmen, erhielt er von Müller die ganze Klinge bis an's Heft unter die Achselhöhle hinein. Er stürzte todt hin. Müller aber war auch schlimm dran, denn das Blut schoß ihm im Bogen aus seiner klaffenden Wunde in der Schulter. Er schien es aber gar nicht zu fühlen oder zu wissen, denn er bückte sich noch immer übcr den todten Mexikaner, als ob er an dem etwas besonders Interessantes entdeckt habe. Das hatte er auch, denn er entdeckte an dem Messer des Todten die Spur von einem schnellwirkendm Pflanzengift, dem Mittel der Mexika ner, womit der Hallunke es unbewacht destrlchen haben mußte. Jnstinctlv ahnte Muller, daß seine einzige Rei tunq nur in einer starken Dosis Whis key bestehe, weshalb er nu oben zurief, ihm itwas davon herunter zu lassen. Mike Brennan that dies, und Müller lernte sofort die ganze Flasche. Heraufziehen konnten wir ihn nicht, denn die Felsen waren zu zackig und das Gewicht zu schwer, dabei aber blutete seine Wunde noch immer stark. Da er von dem erstochenen Feind nicht loskommen konnte, so benutzte er em mal seine Niesenstärke in der richtigen Weise. Er lud den todten Mexikaner auf die Achsel und schritt so vorsichtig durch die Schlucht hindurch nach lh rcn Ausgang zu, wo wiriuns mittlerwcile schon eingefunden hatten und nun. unter lauten Hurrahgeschrei den armen Kerl endlich losschlossen von seiner leblosen Bürde. Ihr seht, er ist mit dem Leben davon Gekommen, denn dort sitzt er ja. bis n life", aber es war schwer. Er lag 14 Tage im Wundsleber dar-

nieder, und die MaxU schmerzt ihm heute noch, nicht wahr. Müller?" Hast Recht, mein Junge, das thut sie noch manchmal", knurrte Müller phlegmatisch. Und die anderen Mexikaner aus der Ranch", fuhr der Erzähler fort, eilten alle am selben Abend auf und davon. Sie liebten die Müller-Medi-zin nicht. Seit jenem Tage aber hat. wie ich glaube. Niemand mehr unseren Freund mit dem Namen Coyote" Müller bezeichnet." Die Flucht nach dem Rumpfe. Skizze aus der Sklavenzeit von W. V.Schier, brand.

1. Es überkommt Einen zuletzt ein Grauen in dieser düsteren Melancholie der südlichen Swamps. Cypressen in dichten Reihen, von denen die Moosflechten wie schattenhafte Gespenster herabhängen; ein überquellendes Leben von Amphibien und anderen Thieren der trüben Wässer, und Schlamm, schwärzlicher oder brauner Schlamm, wohin das Auge reicht, dazu eine Stille in der Natur, in der die menschliche Stimme wie ein Mißton hineinschlägt. Das ist das Bild, das in den Einöden am unteren Mississippi, in den Bayous von Louisiana und Arkansas dem Wanderer entgegentritt. Den ganzen Tag schon fuhren wir im leichten Boot dahin durch die unermeßlichen Sümpfe und schmalen Wasserarme, die wie ein dichtes Netzwerk sich durch die Wälder dahinziehen. Ab und zu wurde ein Schuß abgefeuert auf ein Stück Wasserwild, und der Knall des Gewehres erschallte dann dröhnend und vielfaches Echo erweckend unter den befiederten Bewoh nern der dunklen Bäume und unter dem Gethier der Swamps. Die zwei Neger, die mich und mein Gepäck in behaglicher Muße dahinruderten. hielten zeitweise an. um sich den strömenden Schweiß mit der flachen Hand vom Gesicht zu wischen oder um einige Augenblicke zu verschnaufen. Sie waren typische Neger des Südens eme Gattung, die so grundverschieden von den rübciaen und strebsamen Stammesgenossen im Norden ist. als ob sie Jahrhunderte der Entwicklung trennten. Beide trugen sie eme fast paradieiiscke Unschuld zur Schau im Punkte der Kleidung, denn außer zerlumpter Hose, Hemd und breitem Strohhut waren sie so, wie die Natur sie aemackt. Aber autmüthia. drollig und gesprächig waren sie, und diese Eiaenschaften versöhnten mich ewigermaßen mit meinem Loose, den ganzen Taa mit ihnen im enaen Raume des Bootes eingepfercht zu sein. Auf meine Ausforderung hm sangen sie jetzt sogar eines ihrer alten Plantagenlieder. die die Eltern ihnen noch aus der Sklavenzeit her gelehrt hatten, und nicht unmelodisch klang es jetzt: 0! Massa, looks'pon dat tree, Lord, o Lord, Lordy! . 'Pon dat tree possums see, Lord, o Lord, Lordy! Massa says he'll make us frea, Lord, o Lord, Lordy l Massa says he'll make us Jree, Glory, hallelujah! Viel Sinn war ja nicht in dem Liede, wie davon überhaupt in den echten Plantagenliedern blitzwenig zu entdecken ist, aber ein gewisser Reiz lag doch in der aetragnien, pathetischen Weise, bei deren Absingung sich die armen Teufel, bereu Leib und Seele ja damals den aristokratischen Pflanzern des Südens gehörte, wohl auch noch etwas mehr gedacht haben mögen, als sie sagten, etwas wie einen Berzweiflungsschrei, eine Sehnsucht nach menschenwürdigem Dasein. 2. Plötzlich brachen die Beiden m'rlien in der Strophe ab in ihrem Singen. Was gibt's?" forschte ich. Jetzt kommen wir über das bodenlose Loch." sagte Scipio Manier, der eine der Neger. Und in der That die Scene um mich herum hatte sich wesentlich derändert. Ringsum eine Lichtung, eine Art Knüppeldamm war noch erkennbar in dem Moraste, und am entgegengesetzten Ufer sah man eine rohe Landungsbrücke Aber nirgendwo -ein Haus oder ein anderes Zeichen menschlichen Daseins zu erblicken. Was ist's mit dem bodenlosen Loch?" frug ich Scipio, der etwas verschüchtert dreinsah. Er schüttelte den wolligen Kopf, zuckte die Achseln und schien nicht Lust zu haben, mir Rede zu stehen. Es bedürfte einiger Ermuthigung, um auch nur wenige einsilbige Antworten aus ihm zu erpressen Ich erfuhr, daß das bodenlose Loch in der ganzen Umgegend unter den Negern verrufen war, ja daß viele von ihnen glaubten, es sei der direrte Emgang zur Hölle. Uncle Remus". der weißhaarige Methodistenprediger in Bayou Teche, habe sogar in einer Predigt diese Behauptung aufgestellt. Der Grund hierfür fei darin zu suchen, daß sich dort einst grausige Dinge zugetragen hätten. Schon vor langer Zeil vor dem Kriege. Was es gewesen sei? Die beiden Wollkopfe wurden wieder geschüttelt und sie blickten mich mißtrauisch an. In diesem. Augenblicke erblickten sie mehrere mächtige Alligatoren gerade vor dem Fahrwasser des Bootes, setzten ihre Ruder ein und fuhren uns weiter, mir eine genauere Antwort schuldig bleibend. Abends aber, als ich im behaglichen Gastzimmer des Phönix Hotels in Bayou Tche bei einem kühlen Trunke saß. stand mir der Wirth, ein etwas schmutziger, aber sonst recht netter Mann, der als Reiterofficier in Beauregard's Schaaren auf conföderirter

Seite den großen Krieg mitgemacht hatte, bereitwillig Rede. Ja.xeine eigenthümliche Geschichte

ist's. Fremder, calculir' ich." sagte er bedächtig, indem er ein neues Stück Kautabak in den Mund schob, aber die Niggers erzählen sie nicht so, wie sie sich wirklich zutrug. Ich kenne die ganzen Umstände, denn ich war selbst dabei. Ich war damals'erst 16, aber die- Cache machte Eindruck auf mich und ist mir im Gedächtniß geblieben. Mein Vater, Capt. Mark Tappan, war der Oberaufseher auf der großen, schönen Plantage des Herrn Willis Delavan, die mehrere Tausend Acres groß war und deren Reis- und Zuckerernte immer in Baton Rouge besonderes Aufsehen erregte, denn ihr Ertrag regelte so ziemlich die Marktpreise in hiesiger Gegend. Herr Delavan war gegen Weiße ein ganz netter Mann, und mein Vater hat nie den geringsten Streit mit ihm gehabt. Aber gegen die Schwarzen war er der reine Satan. Der reine Satan, ja. Er hat, glaube ich, ein Stücker Zwanzig seiner Hände zu Tode peitschen oder sonstwie umbringen lassen, außer verschiedenen. die er eigenhändig erschossen hat. Den geladenen Revolver trug er Tag und Nacht bei sich. Er 'traute den Kerlen nicht, seitdem ihn einmal einer der störrjc;sten. Tiberius hieß er. aus Grimm über eine harte Strafe beinahe erwürgt hätte. Man sagte, Herr Delavan sei deshalb so erbost auf die Niggers gewesen, weil ihn einmal eine Quadronendirne, für die er in New Orleans baare $1800 bezahlt, verschmäht habe und davongelaufen sei. Well, sei dem, wie ihm wolle, jedenfalls war er ein etwas harter Herr man könnte beinahe sagen, grausam. Das war sem Ruf im ganzen Parish. Nun hatte er unter seinen 1200 Sklaven einen, der ihm von seinem Vater vererbt toax den alten Agrippa, gewöhnlich Grip" genannt. emen sanften, sehr tauglichen Burschen. Grip hatte einst während einer Gelbfieber - Epidemie seinem jungen Herrn, den er während feiner Knabenzeit treu pflegte, das Leben gerettet und hatte bei einer anderen Gilegenheit das Messer eines wüthenden Sklaven von der Brust des Herrn abgelenkt und in den eigenen Leib empfangen. Außerdem war er gehorsam und fleißig. Alles Dinge, sollte man meinen, warum ihn Herr Delavan etwas besser als die übrigen behandeln sollte. Aber das Gegentheil war der Fall. Er hatte Grip, der mittlerweile alt und grau geworden war, mehrereMale auspeitschc lassen und erwies sich auch sonst sehr streng gegen ihn. Es war, als hätten ihn die Dienste, die ihm Grip geleistet, gerade gegen diesen er bittcrt." 3. traten mehrere GW ein, die ein lebhaftes Gespräch führten. Sie berichteten von einem Unfall, der vor einigen Stunden am Bottornles3 Pit" eben jenem bodenlosen Loch im Swamp. an dem ich selbst vor Kurzem vorübergefahren ereignet hatte. Ein Nigger sei aus seinem Kahn gefallen und sei in dem Loche spurlos verschwunden. Gerade von diesem Loche erzählte ich ja," bemerkte Herr Tappan, der Wirth, und nachdem er mich, den Fremden, diesen rauhen Söhnen dp Wildniß vorgestellt hatte, fuhr er in seiner Erzählung da fort, wo er unterbrochen worden war. "Eines Tages," sagte er theilte Herr Delavan meinem Vater mit, daß er Pomp, dm Enkel des alten Grip, nach New Orleans auf den Sklavenmarkt verkaufen wolle. Pomp war eine Waise, ein fünfjähriges Burschchen, voll von komischen Tricks wie sie d:e kleinen Nigger sehr häufig haben, und der ganze Stolz seines Großvaters. Der alte Grip hörte von der Absicht seines Herrn, und da er diesen genugend kannte, um zu wissen, daß er seme Absicht nicht aufgeben werde, so entschloß er sich zur Flucht. Am nächsten Tage, als Herr Delavan nach Baton Rouge geritten war, wo er Einkäufe zu machen hatte und den Wettrennen beiwohnen wollte, führte Grip seinen Plan aus. Die anderen Niggers mußten ihm etwas Proviant zugesteckt und guten Rath ertheilt haben, denn sie hatten ihn alle gern, und da meinem Vater der arme Alte und sein kleiner Enkel (den Grip natürlich mitgenommen) dauerte, so wollte er den Beiden erst 48 Stunden Vorsprung lassen, ehe er sein Verschwinden dem Herrn durch einen nachgesandten Eilboten melden lief,. Was Herr De lavan thun würde, das wußten wir. Weshalb hielt er sonst eine berühmte Meute Bluthunde und die zwei Aus peitscher Nero und Cajus? Und richtig am Tage darauf war er auf der Plantage und organisirte eine Treibjagd auf die zwei Flüchtlinge. Niemand von uns glaubte, daß die Beiden gefunden werden würden, denn dem Alten war der Rath ertheilt wor den, sich nach den Sümpfen zu wenden und sich durch diefelben hindurch nach Arkansas zu schleichen, und wie schwer Jemand in unseren Sümpfen hier zu finden ist. das können Sie sich ja denken. Trotzdem wurde am Mlttaq des zweiten Tages die Nachricht von einer der Strcifmannschaften gebracht, daß die Beiden aus einem Haufen Treib holz inmitten des bodenlosen Loches erblickt worden' seien. Nachmittags schon begab sich ein Haufe von einigen 20, an der Spitze Herr Delavan und mein Vater, dorthin, wo man vom Ufer aus die Zwei gesehen haben woll te. Die morsche alte Landungsbrücke haben Sie ja wohl heute auch erblickt. Von da aus stießen einige der unerschrockensten Nigger, unter ihnen Nero und Cajus. em Boot ab, um nach dem Haufen Treibholz, wo man die Flüchtlinge erblickt haben wollte, zu

rudern. Sie konnten aber aus ver Seite nicht weit fort, denn das Wasser verdickte sich bald zu Morast, in dem die Fahrzeuge nicht vorwärts konn-

ten. Vom Ufer aus sah man plötzlich den alten Grip, mit Pomp auf dem Arme, sich von seinem Versteck auf dem Holz, wo er plait gelegen haben mußte, erheben und uns stier anblicken. Herr Delavan schäumte vor Wuth. Nur mit Mühe konnte ihn mein Vater abhalten, sem Jagdgewehr, das er auf den alten Leibsklaven anlegen wollte und mit dem er nie fehlte, abzufeuern. Dann aber heckte er einen anderen Plan aus. Er ließ alle Baumstamme, die herumlagen, durch Stricke verbinden und machte so eine Art Floß daraus. Mit diesem drang er von der anderen Seite, die nahe dem Ufer in Sumpf überging, gegen das Versteck der beiden Flüchtlinge vor. Als das Floß nicht ausreichte, ließ er Bäume fallen, Aeste abhauen und durch die Niggers alles Reisig herbeischaffen, dessen sie habhaft werden konnten in dem Waldessaume am Sumpfe. So schritt die Brücke vor, und nur noch eine kurze Entfernung trennte die Verfolger von ihrem menschlichen Wild. Herr Delavan legte die Hand an den Mund und schrie hinüber zu Grip: Willst Du gutwillig herüberkammen, Wu Schurke r Aber Grip antwortete gar nicht und stierte uns noch immer an. als sei er plötzlich wahnsinnig geworden. Der kleine Pomp aber fing an zu kreischen. und das machte Herrn Delavan ganz wuthend. Mittlerweile wurde es dunkel, aber Herr Delavan war so erpicht aus seme Beute, daß er Laternen holen ließ von der Plantage und em großes Feuer aus Reisig und Aesten anzünden ließ, dessen Schein sich in dem trüben, schlammigen Wasser des Swamps wiedersplegelte. Es wurde weitergearbeitet, um die Kluft bis zu dem Haufen Treibholz zu überbrücken. Es ging aber nur lanqsam. Plötzlich versank Nero, ein riesengroßer Kerl, im Sumpfe, als ob ihn eme unsichtbare Hand hinabgezogen habe. Er kam nicht wieder an die Oberfläche. Da forderte Herr Delavan den anderen, Cajus, auf, zu dem Haufen hinüber zu waten und die beiden herunter zu holen. Cajus versuchte es auch, aber als er nur noch wenige Schritte von dem Haufen war, verschwand er plötzlich. gerade wie der andere. Herr Delavan schäumte vor Wuth. Und wenn ich selbst in dem verd . Morast stecken bleiben sollte," schrie er, so will ich die Beiden holen!" Und er versuchte es auch, trotzdem mein Vater ihn dringend davor warnte. Er schritt erhöbenen Hauptes, in der rechten Faust den ae?adenen Revolver über dem Kopfe haltend, in die dunkle Masse hinein. Im Scheine des Feuers sahen wir, wie Grip noch immer unbeweglich dastand, sein Enkelkind irn. Arm, und auf uns und seinen Herrn starrte. Dann ein Schrei ein Stoßen, Schlagen und Ringen im Sumpfe, und dazwischen zwei Schüsse. Es war nichts deutlich zu erkennen, aber Grip war von seiner vorherigen Stellung verschwunden. Und dann wurde Alles still wie das Grab."

Was war mit Herrn Delavan ge- schicken wir voraus, weil die ganzeProschehen?" frug ich. j zeßangelegenheit sich um die chirurgi-

Das weth Niemand genau. Genug, weder ihn noch Grip und seinen Enkel hat je ein lebendes Auge wieder geschaut. Ob sie alle Drei auf dem runoe ves icywarzen UKorqtes int bodenlosen Loch liegen, ob Grip wirklich in der Verzweiflung sich auf einen Kampf mit seinem Herrn eingelassen und dabei getödtot worden ist wer kann's wissen? Aber verschwunden waren sie alle Drei das ist sicher. Bald darauf brach der große Krieg mit den Nankees aus und ich habe mitkämpfen'geholfen. Die Plantage des Herrn Delavan wurde mehrere Male verwüstet und geplündert und qls ich nach Appomattox hierher zurückkehrte, war die ganze Pflanzung wüste, niedergebrannt und vom Erdboden vertilgt. Sie At es bis heute geblieben." Russische Bekehrungen. ST t t m . Wl n Wie in Rußland Sektirer bekehrt und Prüfungen durch ein unfehlbares' Mittel zu einem für beide Theile erfreulichen Ergebniß geführt werden, darüber finden wir folgende drastische Schilderung in den Erinnerungen eines russischen Dorfgeistlichen". '. Der Verfasser. dessenWahrheitsliebe keinem Zweifel unterliegt, schreibt: Der verstorbene Propst in der Stadt K. war Missionar. Die Fahrten zurBekehrung der Sektirer unternahm er stets im Sommer zur Arbeitszeit. Einst kommt er mit dem Jsprawnik in ein großes, von Sektirern bewohntes Dorf und beruft alle Bauern zu einer religiösen Unterhaltung. Das Haus, in welchem er abgestiegen war, bestand aus zwei, durch eine gemeinschaftliche Thür getrennten Zimmern. In dem ersten ließ sich der Jsprawnik nieder, das andere nahm der Probst ein. Der Jsprawnik läßt dann jeden Bauern und jedes Weib zu sich kommen und prügeln. Nachdem er sich damit genug gethan, schickt er sie zum Probst behufs Ermahnung. Dieser sagt: Man hat Dich, meinFreund, wie mir scheint, gekränkt. Du thust mir leid, sehr leid! Unterzeichne hier, daß Du rechtgläubig sein willst, dann magst Du in Gottes Namen leben, wie Du, willst, die Oorigkeit. wird, Dich, nicht weiter belästigen. I Für den Schutz aber, den ich Dir ge.währen will, gieb mir ein Nubelchcn". So machte er es mit Diesem, , mit Jenem mit achthundert Leuten. Die Sektirer erhoben keinen Widerspruch, weder wegen der Unterschrift,.noch wegen der Rubelchen. Darauf nahm noch der 5)lsvrawnik drei Rubel von jedem ! verirrten Schaf, worauf de Herren

Missionare ihre Reise fortsetzten. Der örtliche Geistliche berichtete später, daß seine Sektirer auch nicht daran dächten, rechtgläubig zu. sein, sondern ihr früheres Leben'fortsetzten. Da kam der Probst zu ihm angefahren: In

drer Tagen habe ich den Leuten ihren Irrthum klar zu machen gewußt, Du aber lebst hier seit Jahren und verstehst Deine Sache nicht. Ich werde dem Bischof berichten, daß Du hier schädlich bist, damit er Dich in eine schlechtere Pfarre versetzt". Und der unglückliche Geistliche giebt dem Missionar emen Zehnrubelschein, damit er nur nicht durch dessen Bericht zum Bettler werde. Nach einem Jahre kommt der Propst wieder mit dem Jsprawnik in1 das Dorf und jetzt behandeln sie die Bauern nicht mehr als Sektirer, sondern als von der Orthodoxie Abtrünnige; die Unglücklichen werden am Fell und Geldbeutel noch in gewissenloserer Weise geschunden. Einer dieserMissionäre war auch zugleich Examinator der Priestergehilfen. Einst kam ein Psalmsänger. Fedo? Jrglsow, aus dem Dorfe G. von jenseits der Wolga, 400 Werst gefahren, ' um sein Examen zu absolviren. Der Prüsende stellte ihm eine Frage und sagte darauf: Schlecht, schlecht! Lerne weiter und komm nach einem Jahre wieder". Jrgisow nimmt einen Silberrubel und legt ihn auf den Tisch. Der Examinator schiebt das Geldstück, ohne viel hinzusehen, unter das Tischtuch und begiebt sich ins andere Zimmer, wobei er murmelt: Es muß noch gelernt werden. Es genügt nicht". Durch sein Fortgehen bot er Jrgisow die Gelegenheit, noch ein Rubelchen aus dem Beutel zu nehmen. Aber dieser ging auf den Fußspitzen zum Tisch heran und zog seinen Rubel unter dem Tuche hervor. Als der Examinator wieder ins Zimmer tritt, sagt Jrgisow: Euer Hochwürden, habenSie Erbarmen!" Zugleich legt er den Rubel wieder auf den Tisch. Der Examinator verbirgt ihn wie früher und wiederholt: Es muß noch gelernt werden, es genügt nicht". So ging es mehrmals fort, bis der Examinator meinte: Her mit der Akte. Du thust mir leid, hast weit zu fahren", und ihm dann ein gutes Zeugniß ausstellte. Der Wunderdoctor. Wegen Beleidigung hatte sich dir frühere Metzgermeister und nunmehr!ge Privatier Josef Pfister in München vor Gericht zu verantworten. Kläger war der Badereibesitzer Hallwacks, ein Mann,-der von seiner Heilkunst und den unfehlbaren Wirkungen seiner kosmetischen Mittel derart überzeugt ist, daß er auf den Ruf Bader" gar nie, auf Friseur" nur halb hört, dagegen für ein Herr Doktor" immer ein dankbares Lächeln hat. Der HerrDoktor ist in allgemeiner Bildung zwar etwas zurück, stark dagegen in der Einbildung, außerdem faßt er seinen Beruf nicht allein als Broderwerb auf, sondern als ideales Gut, denn er hat durch Zähneausziehen bereits vile Schmerzen gestillt, durchAderlaß manches Leben gerettet und als Gehilfe eines wirklichen Arztes bei Assistenzen vraktiscke Eriabrunaen aemackt. Die s 3 sche Kunst des Klagers dreht. Der Beklagte dagegen hat als Metzger von Bcruf ebenfalls eine arotze Memuna von r seinen anatomischen Kenntnissen, die er damit begründet, daß er die Leiber von Tausenden verschiedener Schlacht thiere kunstaerecht zerleat hat. die kranken Theile perfekt kennt und hauptsächlich, weil es anerkannteThatfache sei, daß das' Innere der Borstenthiere qenau so beschaffen ist. wie das Innere eines Menschkn. Man soll Mensch und Thier nicht vergleichen, ist sein Sprüchwort, aber innerlich ist der Mensch genau so beschaffen' wie. mit Respekt zu melden ein Schwein. Zur Sache selbst erzählte der Be klagte Folgendes: Mit Erlaubniß, meine Herren! Mir kemma alle Freitag im Dingsbräustübl z'samma und kennen anander fast zwanz'g Jahrl. Da wird immer was Rares diskutirt und, weil wir lauter alte erfahrende Kunden san, so kann Oaner, der sie zuaweschmuqqelt, aa was lerna. Der Bader is unser Jüngster und, unter uns g'sagt, der G'scheidteste is er aa net : aber moan thuet er, daß er uns weit über wär' und da hab' i mir scho' lang vorg'nomma, daß i eahm a Mal richt! kemma ihua. Der Tischlermazl beklagt' si über seine sauere Leber, daß sie hart wär'; der Bader versuechts und sagt, wenn des Kaibl net abz'stocha word'n wär. na wär's wahrscheinlich an Leberverhärtung z'Grund ganga. Die Andern und der Bader mit, die lach'n über den billigen Witz, was mi' narrisch gift. Später kriagt da Bader a Milzwurscht, die a wengl anbrennt war. Der Kamerad macht a Mordsgaudi. und schimpft d'Kellnerin z'famma, die doch mrn mit'n Koch'n z'thuan hat. Jetz'n sag' i: Säh. Herr Doktor, glaub'n's net. daß dös Kaibl am End' doch am Milzbrand g'storb'n is? So a Wunderdoctor. wie Sie, muaß dös doch versteh'! Ueberhaupts kann i Eahna sag'n: wenn's was Anbrennts ess'n, beißtEahna Täg' lang koaFuchs! Jetzt sollen Sie den narrisch'n Spinnmoaster g'HLrt ham! Sie', sagt cr, 'Sie ung'schlachter Ochs'nabmurkser außer, Dienst, Sie könna mi gar net aufzwick'n. I bin als Heulgehilfe bei die berühmtesten Fäll' . scho' dabei g'wes'n, an Boan- oder Armbruch richt i ganz alloanig ein, so guet wia der Nußbaum selig, vom Schröpfn. Ad:rlass'n und so weiter mag i gar net red'n..Unseroaner darf ja nixn thuan, weil die Dökter koan Herr sein lass'n. Warten's nur, wenn meine ostindischen Jnfalenziapill'n a Mal patentirt san. na' werd'n's schaüg'n, .was mir für Leut' san. Derbläcka kann uns nur a ganzer damischer Kerl'".

lM'tL VOiMBÜPC

I bin Dir net wild wor'n. wenn mi' der Ochs'nabmurkser aa elend! g'schleimt hat. Na. sag i, thuen's nur net gar so schiali! Alles werden's ja doch net alloanig verstchn; der Kathl, der Kuchlmagd, hams gestern glei' an guet'n Zahn abg'sprcngt und an schlecht' drinnat lass'n. Der plattete Hueberfritzl hat Eahna Haarerzeugungsmittel um drei Markl auf sein Bauplatz g'schnziert und statt neuche . Haar hat er an Ausschlag kriegt ols wär' er skalpirt wor'n. Der wenn Eahna a Mal kriegt, nacher staubt's. Und erst der . Maierfertl. dem's die Haarfarb um zwoaMark g'liefert ham, der bringt Eahna um; d'Schwärz'n is an seine Kopfkiss'n. hänga blieb'n und d'Haar san wia abg'stand'n wor'n mit an Lilaschimmer, daß er achtTag nimmer au's Haus könna hat. Da wird mei Bader kreuzfuchti und schimvft über's Publikum, dös nixn versteh. 'Grad die Plattet'n und die Graukopfet'n hams am Aergst'n, wenn a neue Schmier' aufkimmt', sagt .cr. 'Wenn's no a Blsserl wart'n, na' kimmt a erste.süddeutsche Universalgesichtfaltenausbügelungsanstalt und a natürliches Rothwangcn- und Alabasierhaut - Erzeugungsinstltut hleher und die berühmte Altweibermühl wird in Ruhestand versetzt." - I bin ganz erstaunt über a solcheneAeußerung und sag: Sie san doch der größer'Schwindler, wenn's um's theureGeld so aLumperei verkauf, wo's wissen, daß 's Nix nutzt und höchstens noa Haut und5)aar verderb'n thuet. Solchene SchwmolMittel g'hörn z'sammt die Verkäufer unter Polizei - Aufsicht. Mit solch:ne Gauner undPazi verkehrt heutzutag ka Bürgersmann, der seine Steuern und Abgaben zahlt und koan Mensch'n was schuldig is! Meine Herrn! an andern Tisch, sag i. und a frische Maß; der Erste, der mit Patentmedizinen wieder zu uns herkimmt. wird außag'schutzt. Da wär mir da no'd Dokterbäuerin, die mit'm Ruin und derPfarrerKneipp der mit'n g'wöhnlich'n Wasser undHaberstrohthee kurirt, no' a bis! liaber. Da Haben's frühender vom Doktor Eisenbart so viel g'sprocha und der is' grad a Fretter gegen unsere heutigen Wunderärzt'. A Nachbarin von mir kauft sie die letzt Woch' a amerikanisch Wundertrankl. den halben Liter um vier Mark. Dös Trankl hilft für alle Krankheiten mitander.nur muaß mer's fort trinka. so lang mer lebt und nacher hilft's oan hauptsächlich vom Geld. No' so a guats Mittl is aKreuzl aus zwoa Blechl und a roth's Wollfleckerl dazwisch'n; dös hilft aa für Alles. was sich a Kranker einbild'n thuet, nur net für a Krankheit felber. kost't aber nur 1 Markl und is an halbet'n falsch' Pfennig werth. Jetz'n kimmt no' was Besonderes: Die vitale Elektrizität, da wachrlt der elektrischeDokter mit die zwoa Händ und wennst net g'sund wirst, dann hUff 2 halt niz'n und die Luftbewegung kost't zwoa. Markl jedesmal. Das Allerneueste san aa Glasl voll eing'kochte Sonnenstrahln, die oan Drei - Marklportionenweis' am schmerzhaft' Körpertheil applizirt werd'n; die helf'n besser als alle Bäder und Medizinen, weil's bereits an Vorgeschmack vom "Himmel hab'n. Erlauben's. Herr Staatsanwalt! g'langen's no' n:t? na' bring i Eahna um fünf Markl a Portion Lcbenselixir von der Bäuerin z'uchs- . ring oder der Tante Maier von der Westendstraß'; da wer'n die Kranken mit Schaff! voll Wunderthce überschwemmt und wer so a Sündfluth aushalt'n thuet, der lebt lang. Mei' Spezi, der Herr Bader und Friseur, Wund- und Wunderarzt, wird wegen dem Schwindler und Pazi klagbar, während Unseroaner sein Ochsenabmurkser ganz schön einstecka müeßt ! I verlang Gerechtigkeit, dös hoaßt Freisprechung, sunst laß' i dcn ganz andern Wunderdoktor von Hamburg kemma, der mueß Eahna verzähl'n, was's für dumme Leut' gibt, wenn's, um's Kuirir'n geht. I sag, wenn Oaner kimmt und wäscht d'Lcbern und Lungeln richtig aus und hängt die mit Bier verdorbenen Mägen acht Tag in d'Jsar, nacher glaub i, daß's lauter g'sunde Leut gibt, aber die TbeeauZgießercien undSchmierbüchsna san für die Katz." ' . . z Der Kläger hatte einen schweren" Standpunkt, seine Heilwissenschaft vor Gericht glänzen zu lassen, erzielte aber doch die Verurtheilung des Beklagten zu fünf MarkGeldstrafe. Der Ochsenabmurkser" erklärte kopfschüttelnd, die Strafe nicht annehmen zu wolle.i. Auö der guten alten Zeit. Der Jnspections-Officier vermißt auf der Heumagazins-Wache den Posten vor dem Gewehr. Er begibt sich in die Wachtstube, holt den Unterofficier, und geht mit diesem auf die Suche. In einem gegenüberliegenden Wirthshaus treffen sie richtig den Posten bei einer Maß Bier sitzend! Officier: Verfluchter Kerl! Warum ist Er nicht auf seinem Posten? Warum ich nit auf meim' Posten bin? Einmal is da herin wärmer, zweitens gibt's a gut's Vier da probiren's amal! und drittens seh ich von da hesin aus auch Alles was vorbeigeht, g'rad a so wie drauß'!" Officier (lachend): Jetzt machst' aber gleich, daß d' nauskommst oder ich laß Dich einsperren! So. ! jetzt ist der Schlaukerl hinaus und nu , tff ! &ri , a cror p cd:.. , ivuuui iviv tU 4t uu U MlUl OlCl VIUS ttltl Vorsichtig. Hast Du gute Zähne, Großpapa?" Leider nicht!" Dann heb' mir doch, bitte, meine Nüsse auf.". . . , , , , . Boshaft. Gast (zum Wirth, der das Lokal vor vier Wochen von seinem Vorgänger übernommen):. Diesen Hasenbraten haben Sie wohl mit übernommen, Herr Wirth?" , i j