Indiana Tribüne, Volume 19, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1896 — Page 6
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Eldorado in Afrika. Transvaal, das südafrikanische Goldland, welches die jüngsten Erelgnisse in den Vordergrund des Interesses gerückt haben, harrt noch immer seines Brei Harte, welcher die Romantik des schwartn" Californien in pittoreske Worte, farbensatte Bilder und goldfieüernde Geschichten kleiden würde. Um so reicher ist aber jetzt schon ein Jahrzehnt etwÄ seitdem ein großer Strom der Auswanderung von aller Welt nach den Gold- und Diamantenfeldern der niederländischen Vauernrepublik zieht die Literatur an interessanten Reiseberichten und ernsten Studien von Fachmännern. Es war um das Jahr 1873. als unter den Diggern von Griqualand die Kunde sich verbreitete, daß in der Transvaalrepublik unermeßlich reiche Goldfelder entdeckt worden seien. Man wußte seit lange, daß der Boden SüdAfrikas goldhaltig war; vermuthete man doch in diesen Gegenden das Ophir Salomo's; aber man hatte geglaubt, daß diese Goldlager schon in grauer Vorzeit ausgebeutet worden und erschöpft waren. Jetzt war aber ri KiwsW' hti'i-y- & MMmht xSr xilvV G o l d g rä ö e r h e i m. das Dorado gefunden, und zunächst ging ein Rush" nach Lydenburg, das von Kimberley in Ochsenwagen in 3 bis 4 Wochen, mit Pferden in 10 bis 12 Tagen zu erreichen war. Kurze Zeit darauf wurden noch in Dakaap und Shcba neue Goldlager entdeckt, und ein Goldfieber mit allen seinen Schattenseiten ergriff Südafrika und lockte Auswanderer aus Europa und Amerika herbei. Ursprünglich beirieb man nur einfache Goldwäschereien. Am Ufer der Flüsse und Bäche wurden die Wiegen" aufgestellt, in denen der goldhaltige Sand gewaschen wurde. Neben dieser primitiven Gewinnung des edlen Metalles entwickelte sich in kurzer Zeit auch der Bergbau auf Gold. Das edle Metall kommt dort reichlich auch in Quarzgängen eingeschlössen vor und das Erz muß daher aufgearbeitet werden. Dies geschieht in der Regel auf folgende Weise: das goldhaltige Gestein wird in Stampfern oder Pochbatterien zerkleinert und kann alsdann wie der goldführende Sand ausgewaschen werden. Nm aber Verluste an kleinen Goldtheilchen zu vermeiden, wird bei derbesserten Verfahren das zerkleinerte Gestein mit Quecksilber vermengt; dieses verbindet sich mit dem Gold zum Goldamalgam, das alsdann rein ausgewaschen wird. Erhitzt man das Amalgam, so verflüchtigt sich das Queäsilber, während das Gold in mehr oder weniger reinem Zustande i AyaJ v.4 -3 AufdemWegzur Arbeit. zurückbleibt. In Südafrika ordnet man die Goldmühlen vielfach auch in der Weise an, daß man die Pochtrübe", also das zerkleinerte Gestein, über Kupferplatten laufen läßt, die mit Quecksilber überzogen und in rinnenartigen Behältern etagenförmig übereinander aufgestellt sind. Das Gold der Pochtrübe verbindet sich alsdann mit dem Quecksilber, während die taube" Masse abfließt. Die Zahl der in Betrieb genommenen Goldminen stieg; immer häufiger wurden die Züge der langen Ochsengespanne, die durch die menschenleere Steppe nach dem neuen Dorado eilten. Geschäftig rührte man auch die Trommel der Reklame und die südafrikanischen Minenaktien stiegen an den europäischen Börsen zu schwindelnder und schwindelhafter Höhe. Der Krach blieb nicht aus und die neuen Goldfelder geriethen in einen üblen Ruf. So kam das Jahr 1886 heran, als am Witwatersrand, ca. 30 Meilen von Prätöria, wiederum neue Goldfelder entdeckt wurden. Das große Capital glaubte jedoch Anfangs den glänzenden Berichten nicht und so konnte hier die Ausbeute nur mit geringen MitGoldwaschen. teln und in kleineren Betrieben erfolgen. Aber der Erfolg war übenaschend groß und noch einmal flackerte neben dem regellosen Raubbau eine wilde Speculation auf und noch einmal folgte ihr der Krach. Indessen das Gold hatte zu große Anziehungskraft; es fanden sich Capi talisien, die von Neuem das zum Betriebe nöthige Geld Vorschossen, und es erfolgte nun eine finanzielle und technische Wiedergeburt des Bergbaues am Witwatersrand.' Eine Minen-
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kammer wurde errichtet, Männer von tüchtiger Schulung traten an dieSpitze
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DieersteMühlebeiMo'odie. der einzelnen Bergwerke; außer dem Amalgamationsprozeß wandte man die neuesten chemischen Gewinnungsarten an und Witwatersrand erreichte eine ungeahnte Blüthe. Natürlich wirkte dieser Fortschritt auch auf die übrigen südafrikanischen Goldfelder günstig zurück. Im Mittelpunkt derselben entstand eine neue Stadt, Johannesburg; wo vor acht Jahren noch lein Haus gestanden hatte, erhoben sich jcht Nirchen, Theater, große Gasthöfe und Wohngebäude; bald erschloß auch das Dampfroß die Gegend. Noch erstaunliSer als das Entstehen der rx tadt ist übrigens der Aufschwung des Bergbaues. Im Jahre 1892 wareu in Wnwatersrand allem 69 Goldbcrgwcrke in Betrieb, von denen einige über 100,000 Centner Gestein gefördert haben. Daraus wurde ein Goldochalt von 1.210.574 Unzen allein im Jahre 1892 erzielt. Da diese Werke sämmtlich Tiefbaugruben sind, so haben sie Schächte und dementsprechend ?r.ördermäschinen. Pumpen, Dampfkessel, Schmieden, ReparaturwerkstätCaledonische Balte rie. ten etc. In neuester Zeit hat man auch Preßluftmaschinen und Bohrmaschinen eingeführt, die bereits nach Hunderten zählen. Sehr umfangreich sind dementsprechend die Pochwerke, und man zählte im Jahre 1892 am Witwatersrand 2530 Pochstempel, die selbst' bis zur Schwere von 1000 Pfund hergestellt werden. Mehrfach wird auch die Kraft der Wasserströme in Elektricität verwandelt, und als solche den Werken zugeleitet. Da Südafrika noch keine eigenen MaschinenIndustrie besitzt, so muß sie die MehrZahl der Maschinen aus den Industriegebieten Europas und Amerikas beziehen, und so wirken diese Goldbergwerke auch über das Meer hinaus, indem sie in den alten und neuen Culturstaaten zahlreiche Hände beschäftigen. Die Bergleute am Witwatersrand haben die besten Goldgewinnungsarten eingeführt, die bisher bekannt sind; aber sie möchten dieTechniker zum weiteren Fortschritt anspornen.darum haben sie bei der Minenkammer den Beschluß durchgesetzt, in Johannesburg eine Ausstellung für Goldaufbereitungsmaschinen und eine Preisausschreibung für die besten Apparate zu veranstalten. Außer Witwatersrand sind in Südafrika noch zahlreiche andere Goldfelder in Betrieb, wir nennen nur Lydenburg, Dekaap, KleinLetaba, Selati. Marabastad, KlerksWaschapparate. dorp, Malmani. Der preußische Bergrath Schmeisser hat eingehende Berechnungen üer den voraussichtlichen Ertrag der südafrikanischen Mi,ien angestellt und gefunden, daß soweit die jetzigen Kenntnisse vom Borkommen des Goldes im Transvaal reichen die Erschöpfung der Lagerstätten in Witwatersrand etwa nach Ablauf von 26 Jahren stattfinden dürfte; wird aber eine Tiefe von 1200 statt 800 Metern erreicht, dann ist goldführendes Erz für eine Förderung von 40 Jahren vorhanden. Das Hauptergebniß aber bleibt, daß die Bergwerke von zwei Lagerstätten in zehn Jahren bei Erreichung von 800 Metern Tiefe für mindestens $1,000,000,000, bei Erreichung von 1200 Metern für 51.750.000.000 Gold liefern werden. Nach Eintritt günstigerer Productionsbedingungen werden auch die übrigen Goldfelder Transvaals auf längere Zeit hinaus zur Erhöhung der Productionsziffern beitragen, doch ist nach dieser Richtung hin vorläufig eine Berechnung noch nicht möglich. Der Schriftsteller ist schlechter dran als. der Zeichner, weil man sich leichter ausschreiben als auszeichnen kann. Einfach. Vater (der für seinen Sohn Lehrstelle sucht) -"Für einen jungen Menschen ohne V.ermögen ist es in Ihrer Branche , wohl sehr schwierig, selbständig zu werden?" Kaufmann: ), durchaus nicht! Er braucht nur eine icke Frau zu hei-rathen!-,
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Das Industricccntrum des ZZcichslandcs. f In der meist ebenen, nur von einigenHügelketten durchzogenen Südosteöe des Elsaß liegt die zweitgrößte Stadt des Reichslandes, Mülhausen. mit fast 80.000 Einwohnern.am Knotenpunkte verschiedener großer internationaler Verkehrwege und etwa zwei Meilen vom Rheinstrom entfernt. Sie tritt schon sehr früh in geschichtlichen Urkunden auf und wurde nach vielen Streitigkeiten zwischen den Bischöfen von Straßburg und den deutschen Kaisern von Rudolph von Habsburg zur kaiserlichen Stadt erhoben. Durch seine östliche Lage war Mülhausen, wenn auch im Bunde mit den Reichsstädten des Elsaß, hauptsächlich auf gute Nachbarschaft mit den Schweizerstädten angewiesen ..und blieb so der Eidgenossenschaft zugewandt" bis zum 25. März 1793, wo die Stadt sich der französischen Republik
f&WPi mä ifevro t'yÄt .tmm Nelseltburm. i einverleiben lassen mußte, wollte es nicht feine reiche Industrie durch Zollfchluß gegen Frankreich seinHauptabsatzgebiet zu Grunde gerichtet sehen. .Eine Jnschriftentafel, die sich in der Stadt mehrfach findet, gibt die Hauptdaten der Geschichte in folgender Weise wieder: Mülhausens Alter ist uns unbekannt. Vielleicht ward oft die Stadt zerstört und verbrannt. Gewiß scheint es, daß sie die Hunnen rissen nieder (Anno 451), Jedoch als Dorf zeigt sich Mülhausen sodann wieder (Anno 823). Als freye Reichsstadt zwey Briefe sie ankünden (Anno 1168). Die sich in dem Archiv wohl aufbe- ' wahrt befinden. Mit Bern und Solothurn ein Bündniß ward, geschlossen (Anno 1466) Auf fünfundzwanzig Jahr, so rühmlich hingeflossen. Wornach Mühlhauscns Treue Helvetien bewogen, Daß itl den großen Bund 'sie diese Stadt gezogen (Anno 1515) Die Carl'n von Burgund mit Muth begegnet hat (Anno 1474) Und dann bei mancher Schlacht der Schweitzer fechten that; Auch stch als Republik, trotz mancherlei Gefahren, In gutem Lob erhielt mehr denn dreihundert Jahren. Theater. Mülhausen hat eine große Anzahl reicher Fabriken, sowohl der Metallindustrie, hauptsächlich aber Webereien und Zeugdruckereien, denen es seinen Weltruf verdankt. Der industrielle Aufschwung rührt vom Jahre 174tf her, als die Vorfahren jetzt noch wirkender Fabrikanten, die Mülhäuser Bürger Samuel Köchlin, Johann Jakob Schmatzler und Johann Heinrich Dollfus die Herstellung der feinen bedruckten Baumwollenzeuge, sögenannte Jndiennes, anfingen im Großen zu betreiben. Hierin Ausgezeichnetes zu liefern und dazu technische und künstlerische Hilfskräfte nachzuziehen, blieb bis heute eine Hauptaufgäbe der Stadt und der 1825 gcgründeten SociY-te Industrielle". Zu gleichem Zwecke dienen das Jndustrielle Museum mit einem Herbarium von 24,000 Species, Gewerbemuseum, : . .. R a t h h a u s. die Mustersammlung für Kattundruck seit Beginn der Industrie, Gewerbeschule. Zeichenschule und Chemieschule. Der Uebergang derStadtan das deutsche Reich im Jahre 1871 war für die Webereien mit einer schweren Krisis verbunden, denn Frankreichs Grenze verschloß sich durch die verlegte Zollgrenze und Deutschlands Handel gewöhnte sich sehr langlam an die Aufnähme der zwar in jeder Hinsicht vorzüglichen, aber auch entsprechend theuren Fabrikate, wie sie in Frankreich beliebt sind. Die Fabrikanten sahen sich gezwungen, einen Theil ihrer Webereien jenseits der Vogesen zu verlegen und für den neuen deutschen Markt billigere Fabrikate herzustellen. Mit geschäftskundiger Energie diesem Wandel der Dinge folgend, ist es den Fabrikanten jetzt gelungen, ihre Etablissements sogar noch zu vergrößern. i was sich in einem ununterbrochenen cm.xsit W IC-- v jüuaptuui ei vsmui uuu is
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dustrie am besten kundgibt. Anerkannt musterhaft sind verschiedene Einrichtungen zum Wohle der zahlreichen Arbeiterschaft, die Hilfs- und Sparkassen. Bildungsanstalten und vor allem die Arbeiterhäuser.die durch geringe Abzahlungen mit der Zeit als Eigenthum erworben werden, jftördlich von der Altstadt hat sich so eine neue Stadt von mehr als tausend kleinen Familienhäusern gebildet, die einen sehr freundlichen Eindruck macht. Außer den reichen Villen der Fabrikanten und Kaufleute umfaßt die neuere Stadt noch viele palastartige neue Gebäude der Behörden 'und der starken Garnison, schöne Kirchen und weite Markthallen. Aus alter Zeit ist wenig Bemerkenswerthes übrig geblie-
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' ' R e u e P o st. ben, außer einigen Bauresten im Zuge der-alten Stadtmauern ist hier nur das Stadthaus (Mairie) zu nennen, darnach einem großen Brande i.n Jahre 1550 von Christian Backsterfser von Colmar erbaut, thelweise noch eine verspätete gothische Tendenz zeigt. Im Uebrigen macht die Stadt einen ganz modernen Eindruck mit allen Bequemlichkeiten der Neuzeit. Straßenbahnen, elektrischem Licht und dergleichen, und der stetig sich mehrende Handelsverkehr auf den Eisenbahnen und den nach Belgien. Frankreich und Deutschland führenden Canälen weissagt dem betriebsamen GemeinWesen eine große Zukunft. Trier. Eher als Rom stand Trier 1300 der Jahre, Möge es fürder besteh', ewigen Friedens sich sreu'n. Wenn auch diese Inschrift Rothen Hause weit zurückzreift in sagenhoste Zeiten, nachweislich bestätigt ist es dennoch, 'daß Trier scher im J.ihre (350 vor Chr. eine behütend: Stadt gewesen und daß sie in ün erstcn Jahrhunderten nn: Zeitrechnung sich stolz neben )tom stelle durfte. Welch' andere Sta)t im weiten deutschen Reich käme iür dirin nlclch? Jetzt freilich ist sie wie ein freundliches, cl!es Mütterchen, das sich im 3!uhme einer großen V:rgig:n5irlt sonnt. Treten wir ab:r in'v alt: Av,nsta Treviromm eurer) das gewaltige Steinthor der port.i nu;i-n o verhallt das Geräusch des modernen Lebens vor der mächtigeren, steinzewordenen Todtenllage der alten Römerweit. Titanenhän'de scheinen diese gewältigen Eteinformen des Thores gebildet und aufeinander gethürmt zu 'haben in großen, edlen und einfachen Verhältnissen, amd noch heut das toim melnde Leben in den kleinen malerischen, eng aneinander geschmiegten Häuschen der Neuzeit niederzudrücken. Es ist. als wolle dieser Bau. trotzdem Porta Nigra, man in Kriegszeiten die Eisenbänder, die die Quadern zusammenhielten, entfernt hat, um Kanonenkugeln daraus zu gießen der Zeit und Ewigkeit 'trotzen. Am anderen Ende der Stadt, die nur noch ein Drittel ihres ehemaligen Umfanges ausweist, liegt ein ganzer römischer Stadttheil wohl erhalten. Ein Pompeji in Deutschland. Erstaunt schweift der Blick weit über Säulengänge und Gemächer, Gärten und Treppen bis zu dem Palast Hadrians, der noch bis in's zweite Stockwerk wohl erhalten ist und mit seinen rundgewölbten Fensteraugen stolz auf die Landstraße heraöschaut. In der Arena, die wir mit dem Bewußtsein der grausigen Vergangenheit und der harmlosen Gegenwart betretei zeigt man uns die wohlerhal!eien Thierkäsige, die unterirdischen Gänge, durch die die armen Opfer herbeigeschleppt wurden, und die zum Theil noch ornamental geschmückten halb überwölbten Könizssitze. Ein Blick auf die nicht ferne Hügelkette zeigt uns -des Franzens küppchen - hartnäckig von der Volksüberlieferung als das Grab des sagenhaften Trebeta bezeichnet, eines Sohnes der Semiramis, der, vor dem Zorn seiner Stiefmutter fliehend, hierher kam und das nach ihm benannte Trier gründete. Eine Inschrift auf dem Grabstein des Abtes Thiofried von Echternach im 11. Johrhundert scheint übrigens 'diesen alten Glauben zu bestätigen. Man'muß sich wundern, daß, während ias deutsche Reich so viel Antheil und Gel) für Ausgrabungen in Griechenland und Klein-Asien übrig hat. nicht einmal Veranlassung genommen wird, hier nachzuforschen. Was birgt wohl dort drüben 'der Reben grüner Kranz? WaS der Voden von Trier durch Zufall freigab, ist in dem städtischen Museum vereinigt. Ein originelles Stück Mittelalter zeigt sich dem Wanderer in dem Roihen Hause-, has letzt als eines der er-
sien Hotels der Stadt dienr. Aus i
vier alten, in verschiedenen Zeiten entstandenen Gebäuden zusammengefaßt macht es in feiner eigenartigen Form Kaiserpalast. und Farbe einen burgähnlichen, aber anheimelnden Eindruck. Seine altesten Theile entstammen dem 15. Jahrhundert, der schöne Giebel der Barockzeit. Im, Laufender Zeiten hat eZ verschiedenen Zwecken gedient als Stadthaus, Richtamt, Festhalle und Markthaus. Immer aber haben sich' die Bürger zu fröhlichem Trunk und Gelage im Speisesaal zusammengefunden und die Kurfürsten gleich ihnen dem Weine zugesprochen. Von diesem Moselwein gilt 'das Gegentheil von dem Sprichwort mit dem Propheten. Während letzterer in seinem Vaterlande nichts gilt, wird der Wein seiner Quelle zu immer kostbarer und köstlicher. - Auch ein zweites Gasthaus derStadt befindet stch in einem historisch bekannten Patrizierpalast, dem VenetianerHause, das aber im Gegensatz zu seinem Namen den ausgeprägten fensterreichen, holländischen Stil repräfentirt. Das alte Rothe Haus", der schöne St. Petersbrunnen und fcas gemüthliche Markttreiben, das gibt ein reizendes Bild. Ein bescheiden in einander geschmiegtes Städtchen in lieblicher Landschaft, gekrönt mit den gewaltigen Denkmälern einer untergezangenen Cultur, unter der Herrschaft einer in ernste, große Kathedralen und KirAm Marktplatz. chen streng abgeschlossenen Priesterschaft und freundlich geziert durch den lebendigen Schmuck anmuthiger Frau.engestalten, so jebt Trier in nuiner Erinnerung. Gewarnt! Herr: Wenn ich Ihnen jetzt einen Kuß geben wollte. . Fräulein: Nehmen Sie sich in acht, es könnte Sie Ihre Freiheit kosten. . . meine Mama ist im Nebenzimmer!" Ein Sioßseuszer. Vegetarianer: Herrgott, könnten jetzt diese Würste nicht auch auf einem Baum wachsen!" Auch ein Stillleben. . Verblümt. Maler (im Atelier): Warum blicken Sie denn Ihr Bild so nachdenklich an?" Befteller: Ich überlege mir nur, wie ich es wohl anstellen muß, um demselben möglichst ähnlich zu werden!" Fin de sifcele. Pfarrer: Nun bitte ich, die Ringe zu tauschen!" Bräutigam: Herr Pfairer, thut's nicht auch, wenn wir die Versatzzettel tauschen die Ringe haben wir drüben im Leihhaus!" Ausgeplaudert. Vater (sich im Zimmer seines Sohnes umsehend): Hast Du denn keinen Wecker?" Studiosus: Ist gar nicht nöthig; ich werde Morgens um sechs Uhr durch das Militär geweckt, wel-. ches hier vorüberzieht!" Hauswirthin: Ja, und um elf Uhr noch einmal. wenn es zurückkommt nicht wahr, Herr Spund?"
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Das Gespenst.
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Giabt's koan Bier net, Voata, bei dene Stadtleut?" Seid's stad, Buab'n, do is a Wirthshaus, jetzt kriagt's a Maaß!" i7??MM77 "ct wrmw tstÄ-mM 5W5ZM. Voata, do geh'n ma net eini, do stehc a G'schpenst mit aner Zaubertafel!" Jessas, Voata laaf. 's G'schpenst is lebendi wor'n!" - Verrathen. Seit dem Tode meines Mannes suche ich vergeblich nach einem Trost V Ich wüßte Ihnen einen..." Wie alt ist er?" . Boshaft Dame: Diese knappen Uniformen müssen aber recht nbeguem sein!" Lieutenant: Unbequem? O, warum?" Dame: Run, für die weiten Herzen!" ' Ueber trieben. Polizeisergeant: Donnerwetter, ist der Herr aber dick, der ist ja beinah allein schon 'n Auflaus! Zum wohlthätigen Zweck. Pastor (nachdem er - rasirt worden ist): Hier sind Ihre zhn Cents! Barbier (abwehrend): Dieses Mal habe ich Sie für unsern neuen Kirchenbau rasirt, Ehrwürden! Aufopfernd. Hausfrau: Du, Karl, die Unterhaltung stockt jeden Augenblick unsere Gäste langweilen sich schrecklich! Was sollen wir nun thun, sie zu amüsiren?Gatte: Da hilft nur Eines: Wir Nlüssen das Zimmer auf einige Zeit verlassen, damit sie über uns Hat schen können!"
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G vstcge. Eine regelmäßige und geordnete Lebensweise bildet nicht nur die Grundläge einer .dauernden Gesundheit, sie lst auch der innerste' Lebensnerv einer rationellen Schönheits-Pflege. Eine geordnete Lebensweise besteht darin, den verschiedenen Organen unseres Körpers durch Zuführung von genügender Menge von Nahrung. Luft und Licht, sowie durch entsprechende Vertheilung von Thätigkeit und Ruhe, die regelmäßige Ausübung aller Funktionen zu gestatten. Der Zustand, in welcher alle Organe unseres Körpers die ihnen obliegende Thätigkeit erfüllen, ohne daß wir uns dessen bewußt sind, nennt man Gesundheit. Der menschliche Körper ist einem fortdauernden Proceß der Veränderung unterworfen, nicht nur die äußerenTheile werden durch Arbeit u. f. w. abgenutzt und bedürfen der Erneuerung, auch die Stoffe, aus denen die inneren Organe gebildet sind, scheiden' zum Theil aus und müssen erseht werden. Diesen Ersatz liefert die tägliche Nahrung. Im Magen und Darm wird dieselbe einem Proceß der Verdauung unterworfen, indem die festen nahrhaften Bestandtheile aufgelöst und theilweise aus den Berdauungs-Organen von den Blutqefäßröhrchen aufgesogen werden. Die Nährstoffe, welche auf diese Weise t'2 Wsltf iif)omftftttnrt ItnV rrSr n uvvtvijuiit.ii uiv, ivtivtii durch Vermittelung des Adersystems, ' welches durch den ganzen Körper derf)rph ist nrt (Srci?t (TnnrfW V?i,Lv v p v ur v v v v p m vm' kein, Nerven, Gehirn und alle diejenigen Organe vertheilt, welche entsprechend abgenutzt sind und der Erneuerung bedürfen. Diesen Vorgang der Abnutzung der Stoffe in ihren Wiederersatz aus festen und flüssigen Nabrungsmitteln mit Hilfe des Blutes nennt man den Stoffwechsel. In dem Bestreben eines jeden Menschen, welcher Gesundheit und Schönheit befördern will, muß es liegen, diesen StoffWechsel jederzeit lebhaft und rege zu erhalten. Um diesen Zweck in vollkommenster Weise zu erfüllen, istes erforderlich, seine Lebensweise gewissen Regeln unterzuordnen, durch deren Befolgung ernstere Störung des Stoffwechsels vermieden werden können. Als erste Bedingung gilt hie? möglichst lebhafte körperliche Thätigkeit und Bewegung. Diese hat nicht nur einen gesteigerten Verbrauch der Blutstoffe zur Folge, sondern erfordert auch eine reichliche körperliche Ernährung und ist somit die Veranlassung einer erhöhteren Verjüngung und Vermehrung des Blutes. Dies erzielt man am besten durch häufige und ausgedehnte Spaziergänge, sowie durch leichte täglich vorzunehmende Turn- und Freiübungen. Ein zweites Hauptbcdürfniß ist eine reine und gute Athmungsluft. Dieselbe ist ein ebenso wichtiges und dringendes Bedürfniß . wie eine entsprechende Nahrung. Ein selbstverständliches Erfordernib , des ' ungestörten körperlichen Wohlbefindens ist eine rationelle Ernährung. Bei Auswahl der Nahrungsmittel ist soviel als möglich der betreffenden Constitution Rechnung zu tragen. Im Allgemeinen wähle man dieselben nicht zu einförmig und sehe darauf. Pflanzenkost, wie. Brot, Hülsenfrüchte und Gemüse, in Verbindung mit den leichter verdaulichen Nahrungsmitteln aus dem Thierreich ! möglichst gleichmäßig zu genießen; eme derartig gemischte Kost lst msofern empfehlenswert weil die animalischen Speisen den Zweck der Ernährung schon genügend erfüllen, während die pflanzlichen Stoffe.' öesonders Gemüse, durch ihren Gehalt anPflanzensäure und mineralischen Salzen ungemein reinigend und belebend auf die Blutbildung wirken. Der Mangel an guter, sauerstoffreicher. Athemluft, sowie ungenügende Ernährung sind in vielen Fällen die alleinigen Ursachen zweier Krankheiten, welche besonders bei dem weiblichen Geschlecht sehr verbreitet sind: der Blutarmuth und der Nervosität. Diese Uebel, welche. Jugendfrische und Schönheit oft in kürzester Zeit vernichten, oder ihnen den Stempel frühzeitigen Welkthums aufdrücken, können weder durch Arzt noch Medizin geheilt werden. Die einzige Möglichkeit, sich derselben dauernd zu entledigen, besteht darin, durch strenge Befolgung hygienischer Regeln, Hauptsäcblich aber durch viele Bewegung in freier Luft, sowie kräftige Ernährung und gehörige Verdauung dem Blute Sauerstoff und Nährstoffe in solcher Menge zuzuführen, daß durch diesen vermehrten und beschleunigten StoffWechsel dasselbe nicht nur in höherem Maße verjüngt, sondern auch verbessert und vermehrt wird. Ist dieser Zweck erreicht, so wird sich auch das Allgemeinbefinden in kurzer Zeit günstige? gestalten. Die Rundung de? Formen 'nimmt zu, Farbe und Aussehen des Teints wird lebhafter und selbst die Nerven und die Gemüths-, stimmung werden dauernd gestärkt und gekräftigt. Der Vorsichtige. Schutzmann (im Handgemenge mit einem Strolch): He, Sie, warum kommen .Sie mir nicht zu Hilfe? Passant: I wo wer ick denn, daß ick womöglich wegen unbefugten Einmengens in eine Amtshandlung bestraft werde. Der Verunglückte, vi.: Hast Du schon gehört, daß unser Freund, der Dachdecker Ziegel, vom Dache gefallen ist und gleich todt war? B.: Das wundert mich nicht, der Mann sah schon lange sehr schlecht aus. Sächsisches Distichon. Wahrlich de schcensten der Mädchen, die giebt's nur in Dräsen und Mei tzen Nehmt's nich ibel Bardong! Ooch Ihr B5rn'schen seid scheen!
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