Indiana Tribüne, Volume 19, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1896 — Page 3

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7Wi-mt Im SchzldöWkZHGZ von Hcorgcs Hynet. 15. Fortsetzung.) Ah. Sie sind es. mein lieber Bernheimer! Was verschalt mir das Ver gnügen, Sie bei mir zu sehen? Meist wird ja nur meine Frau beehrt. Nehmen Sie sich in acht. Sie richten mir schließlich noch ein Unheil an...." Ich komme soeben von der Grasin," unterbrach ihn Bernheimer. Ich möchte Sie aber auch noch sprechen." Mein Gott, doch nichts Schlimniesr Sie sind bei dem Comptoir bethetligt. nicht wahr, und zwar sehr stark?" Gewiß...." Hat Ihnen Ihre Frau vor zwei "Tagen gerathen, zu verlaufen?" Im Gegentheil, sie veranlaßte mich zum Kaufen." Bernheimer. so sehr er seiner Herr zu sein Pflegt konnte eine Bewegung des Schrecks nicht unterdrücken. Lydias Plan begann ihm klar zu werden. Er fragte nochmals: Irren Sie sich nicht viell:icht. wenn Sie sagen, daß sie Ihnen zu kaufen gerathen hat?" Wie sollte ich mich irren! Ich habe in ihrem Beisein an meinen Wechselmakler geschrieben." ..Wer ist Ihr Makler?" Tresor! er." Haben Sie ihn inzwischen gesprochen?" . Nein. Wozu auch?" Woz'u auch! Mein Gott. Sie scheinen in der That keine Ahnung davon zu haben, was Sie thun und was vorLebt!" , Jch verkehre beständig mit dem Lerwaltungsrath des Comptoirs, zu dem mehrere mein:r besten Freund? gehören, und weiß von dem, Kampfe, -der sich zwischen den großen Banken und unserer Gesellschaft 'abspielt.... Ich weiß ebenfalls, daß wir stets und i überall als Sieger daraus hervorgehen." ,,7icht' wahr, Ploerne, Sie haben Vertrauen zu mir? Wollen Sie. mir einen offenen Einblick in Ihre Geschäfte gestatten? Sie wissen, daß ich Ihre Mittheilungen nicht mißbrauchen werde....Jch kenne das Comptoir besser, als irgend Jemand sonst, und kann Ihnen guten Nath ertheilen." Lieber Freund, ich habe das großte Vertrauen zu Ihnen, aber ich glaube, daß Sie von vornherein gegen alles. was mit dem Comptoir zusammenhangt, eingenommen sind Sie haben die Direktion niedergelegt, Sie haben keinen Glauben mehr daran.... Und trotzdem, seit Sie ausgetreten sind...." Zum Kuckuck auch!" rief Bernheimer aus. Warum.bin ich ausgeschieden? WeiHch meinen Namen nicht zu einer Hauize hergeben wollte, die ich für toll halte; weil ich die Verantworilichkeit dafür nicht länger tragen wollte.... Ich gelte doch wahrhaftig nicht für ängstlich an der Börse....man muß ganz und gar blind sein, wenn man die Gründe meines Rückzuges nicht durchschaut!" Man kann doch aber vor den bePehenden Thatsachen die Augen nicht verschließ:n....Die Aktien steigen beständig....und immer mehr." . Das kann nicht andauern." Und warum nicht?" Weil, wenn man zu stark an einer Schnur zieht, sie endlich reißen muß." ' Sie wird schon halten." ' 'Dieser hartnäckige Widerstand war 'Bernheimer unerklärlich. Es lag etwas wie eine persönlich; Vertheidigung ?n der Erregung, mit der Ploerne antwortete. und der Bankier wollte ihn noch'weiter hineintreiben, um herauszubringen, was er eigentlich davon zu halten hätte. Lieber Freund, Sie sind ja Feuer und Flamme für das Comptoir. Ich bin erstaunt darüber, denn noch vor wenigen Monaten, als es sich darum handelte, Sie zur Betheiligung zu veranlassen. warJhrr Abneigung ebenso stark, wie jetzt Ihr Eifer für die Sache groß ist." Ich ahnte damals noch nicht, mit wem ich mich einlassen würde." Und jetzt wissen Sie es?" Ja. Es sind lauter Freunde von .mir." Gerade das erschreckt mich am meistcn. Daß das Unternehmen von Herzog, dem größten Halunken, den es auf Gottes Erdboden gibt, geleitet wird, das wäre das Schlimmste noch nicht. Aber ein Berwaltungsrath, der sich cus der Aristokratie zusammensetzt.." Sagen Sie nichts Schlechtes über den Verwaltungsrath", unterbrach ihn Naimond, seit gestern gehöre ich ihm an." Wknn ihm der ganze Plafond auf den 5!opf gestürzt wäre, hätte Bernheimer nicht betäubter dastehen können, als bei diesen Worten. Er gehörte jedoch nicht zu denen, die sich lange ei.ner Schwäche hingeben. Purpurroth im Gesicht fragte er: Naimond. wer konnte Ihnen so etwas rathen?" Meine Frau." Es kann doch hoffentlich noch rückgängig gemacht werden?" Ich hbe meine Unterschrift gege den." Da schlug Bernheimer so furchtbar mit der Faust auf den Tisch und stieß einen so derben Fluch aus, daß Ploer ne erschreckt zusammenfuhr. Sind Sie denn ganz von Sinnen? Und sie.... sie.. Er wollte sagen: ist doch von mir Aber alles genau unterrichtet worden. aber er hielt noch rechtzeitig an sich und fuhr fort: Gott sei Dank, daß es noch nicht zu spät ist!.... Sie baben sich da

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der Stille.... Haben Sie schon einer Sitzung beigewohnt?" Ja, gestern Abend." Das wird vielleicht noch hingehen. Da setzen Sie sich gleich hin und zeigen Sie Ihren Rücktritt an!" Das ist unmöglich." Unmöglich? Unmölilich ist nur. daß Sie dabei bleiben.... Mein Gott,. wollen Sie denn gar nicht begreifen? Haben Sie vielleicht Luft, vor'ö Schwurgericht zu kommen?" Bor's Schwurgericht?-" . Wie Sie sagen darauf müssen Sie gefaßt sein Soll ich Ihnen erklären, wie eine Hausse, wie diese hier, in Szene gesetzt wird? Das wird ganz einfach so gemacht, daß die Direktion des Comptoirs mit dem Aktienkapital der Gesellschaft ihre eignen Aktien aufkaufen läßt.... Weil ich mich nicht für diesen Kniff hergeben wollte, habe ich mein Amt niedergelegt die Kasse ist voll von Aktien, die auf Kosten der Gesellschaft erworben sind.... Aber eine derartige Machination findet auch einmal ihr Ende, und an dem Tage, wo dieses Ende da ist, werden Sie einen s chwuldelerregenden Zus ammensturz erleben." Von dem allem hat dar Verwaltungsrath keine Ahnung." Der Verwaltungsrath ist eben aus lauter Leuten zusammengesetzt, die in Geldfragen nicht die geringste Ersahrung haben; sie sind die Träger wohl--klingender Namen und lassen sich von ein paar Wagehalsen leiten, die ganz in Händen der Direktion sind." Aber die Direktion...." Von der wollen wir lieber gar nicht sprechen das ist das beste, was wir thun können." Was beweist mir, daß Sie gut unterrichtet sind?" Eigensinniger Mensch. Sie! Komme ich denn nicht geraden Weges aus der Räuberhöhle!" Nun ward Ploerne nachdenklich, dann näherte er sich Bernheimer, der an's Fenster getreten war und erregt gegen die Scheiben trommelte. Ermächtigen Sie mich, meinen Freunden vom Verwaltungsrath Ihre Worte zu wiederholen?" Um's Himmels willen nicht! Wollen Sie, daß man mich morgen beschuldigt, eine Panik hervorgerufen zu haben? Ich gebe Ihnen persönlich meinen Rath, richten Sie sich danach; aber nur Sie." Es ist mir unmöglich. meine Frei:nde in einem solchen Moment im Stiche, zu lassen," entgegnete Ploerne entschlössen. Verlieren Sie denn vollständia den Verstand?" schrie Bernheimer den Grasen an. Es handelt sich um eine Lörscnangelcgenheit und um keine Verschwörung .... wollen Sie den Märtyrcr spielen? Halten Sie sich für einen Verräther, weil Sie so klug sind.sich zu sichern?" Während ich meine Freunde in's Verderben rennen lasse?" Das geschieht denen gerade recht! Meinen Sie denn, die hören mer auf Sie. als auf mich? Ich habe das äußerste aufgeboten, um ihnen die Augen zu öffnen .... zum Dank haben sie mich beleidigt und beschimpft mögen sie litt) aufknüpfen, mir kann's recht sem. Was sie verlieren, gewinnt ein andrer .... wer eben dann der Gerupfte ist, hat das Nachsehen. Ihnen aber will ich unter allen Umständen aus der Patsche helfen. Nehmen Sie doch Vernunft an und seien Sie nicht so bockbeinig.... Da. schreiben Sie die paar Zeilen, und Sie sind außer Gefahr." Alle oder keiner." Zum Teufel auch!" rief Samuel heftig aus. Sie belohnen mich schlecht für meinen guten Willen." Ich. will mit meinem Entschlüsse noch warten." Schön, warten Sie noch. Prüsen Sie, halten Sie Umschau." Bernheimer, so genau er auch unterrichtet war. hielt die Katastrophe für noch nicht unmittelbar bevorstehend. Das Zugeständnis daö er Ploernes Eigensinn machte, sollte bald von schweren Folgen begleitet sein. Meiner Frau kann ich aber doch alles erzählen, was Sie mir mitgetheilt haben?" Nein, kein Wort." So. also Lvdia ist Tihxt Vertraute 'nicht mehr?" meinte Ploerne lächelnd. Lafen wir die Frauen aus dem Spiel, wo es sich um so ernste Dinge handelt! Wollen Sie mir Ihr Wort geben, daß Sie das tiefste Schweigen über alles,-was ich Ihnen gesagt habe, bewahren werden?" O Ja. Gut. Aber bitte, schenken Sie mir Glauben und verlieren Sie keine Zeit. Und vor allem verlausen Sie....verkaufen Sie!" In jedem Falle danke ich Ihnen herzlich für den Antheil, den Sie an mir nehmen." Es interessirt sich eben Jemand, den ich sehr lieb habe, lebhaft für Sie." Wer könnte das sein?" fragte Raimond erstaunt. Therese." Ploerne entfärbte sich, und seine Zuge nahmen emen bekümmerten Aus druck an. Ah, so, Therese....ja....Sie haben sie wohl erst vor kurzem gesehen? Ich kam direkt von ihr hierher." Arme Therese!" Warum bemitleiden Sie das gute Kind.... sie fühlt sich sehr glücklich. Sehr glücklich?" wiederholte der Graf. Wohl ihr. wenn dem so ist. Hai sie mit Ihnen über mich gesprochen., und in günstiger Weise?" Wie sollte die anders möglich sein!" Ploerne blickte zu Boden und schwieg. Sie machen es gerade wie Theres' fubr Bernheimer fort. Wenn ich von l ihr von Ihnen spreche, blickt sie zu Bo, . ' . - . w cn . ? i. in

' tzen und tagt: Ärmer naimono:

Bei diesen Worten verlor Ploerne vollständig die Fassung. Er erröthete, seine Augen blickten unstät und er sah verwirrt und beschämt aus. Er dachte bei sich: Warum bedauert sie mich?. Hält sie mich für unglücklich? Auf welche Anzeichen hin? Seit meiner Verhei rathung sind wir getrennt. Da müßte ihr Mtl?id Thatsachen entspringen, die sich vor meiner Hochzeit zugetragen haben. Was also kann es sein?" Er erbebte und ballte die Fäuste. Alles, was ihm wie eine Anspielung auf die schmerzlichen Ereignisse nach seiner Heimkehr erschien, war für ihn eine Tortur. Er hatte über jene dunkle Zeit seines Lebens Schweigen bewahrt, aber er hatte sie deshalb doch nicht zu veroessen vermocht. Ein Zweifel blieb in seinem Innern bestehen, einem Feuer gleich, das unter der Asche glimmt, und das der leiseste Hauch zu neuem Leben anzufachen im Stande ist. Bernheimcrs Bemerkung hatte diesen Zweifel wieder in ihm aufgerührt; er vergaß die Gegenwart des Bankiers, vergaß seine finanziellen Sorgen und hing seinen -unheilvollen Gedanken nach. Warum sagte Therese: Armer Raimond"? Er war doch der Henker, und sie das Opfer, und trotzdem kam das Mitleid von ihrer Seite! Konnte sie denn außer Abscheu und Haß irgend ein anderes Gefühl für ihn haben? Und dennoch bat sie Bernheimer, sich für ihn zu interessiren? Die Erinnerung an seine Unterhaltung mit der Novize auf dem Aazar fiel ihm wieder ein. und die milde, liebevolle Art, wie sie ihm begegnet war, erhöhte nur noch seine Zweifel. Nein, sie haßte ihn nicht; er flößte ihr keinen Abscheu ein. Hatte er iyr denn aber nicht ein großes Leid zugefügt, außer wenn Und vor diesem außer wenn" schreckte er wie vor einem gähnenden Abgrund zurück, in den man nicht zu blicken wagt, aus Furcht vor dem, was man darin entdecken könnte. Ihm war, als vernehme er Lydias Lachen, und dies Lachen klang falsch und grausam; im Halbdunkel des sinkenden Tages vermeinte er ihre Zuge vor sich zu sehen, und diese Züge starrten ihn herausfordernd und höhnisch an. In plötzlicher, schrecklicher Verwandlung erschien ihm die, tvelche er bisher für edel und rein gehalten hatte, als die Gefallene.als die Verworfene, und sie war die Frau, die seinen Namen trug, der er alles opferte, sogar Therese. die er ins Kloster getrieben hatte, und die noch immer für ihn betete. Er stieß einen tiefen Seufze? aus, schlug sich mit der Faust vor die Stirn und murmelte: Wie soll ich es je erfahren?" Erst die Stimme Vernheimers, der da fragte: Was erfahren?" verfemte ihn in dicWirklichkeit zurück. Er fuhr zusammen und schaute erstaunt zu dem Bankier auf. Eine unwiderstehliche Ncuaiec drängte ihn zu der Frage: Hat Ihnen Therese anvertraut, warum sie sich in ein Kloster zurückzog?" Wenn ich nach der Ursache forschtc, behauptete sie stets, den Beruf dazu in sich gefühlt zu haben ich habe es ihr aber nie geglaubt.... Jetzt, als ich es von neuem versuchte, ein Gestandr.iß aus ihr herauszupressen, rief sie einmal erregt aus: Wenn Sie meine' Gründe kennen wollen, fragen Sie Herrn de Ploerne danach." Das hat sie Ihnen zur Antwort gegeben? Und wie sagte sie es? Im Zorn? Indem sie mir fluchte?" O nein, durchaus nicht! Sie sprach von Ihnen stets nur in Ausdrücke? der größten Zuneigung." Dies ist unmöglich!" unterbrach ihn Naimond mit halb erstickter Stimme, oder alles kommt wieder in Frage." Alles.... so erklären Sie mir doch, was Sie meinen." Sie muß mich hassen, sage ich Jhnen; es ist gar nicht anders möglich! Habe ich nicht den mit meiner Hand ins Gesicht geschlagen den sie liebte; habe ich ihn nicht tödtlich beleidigt!... Ich wußte ja noch nicht, daß er von ihr geliebt wurde. Hätte er nur den Mund aufgethan, derElende, so hätte er sich retten können... Er weigerte sich aber.... und da habe ich ihn erschossen." Erschossen!... Und sie liebte ihn. Sind Sie dessen gewiß?" -Sie hat es mir ja selbst eingestanden an dem entsetzlichen Abend, wo ich sie bei dem Rendezvous überraschte, das sie mit dem Unglückseligen verabredet hatte." Therese ein Rendezvous!" unterbrach ihn Bernheimer erstaunt. Sie sind wohl verrückt?" Wenn der Betreffende nicht um ihretwillen kam. um wen denn sonst?" schrie Ploerne fassungslos auf. Da zwingen Sie mich wieder in das schreckliche Problem hinein, nit dem ich mir schon so oft das Gehirn zermartert habe! Wenn es Therese nicht war. ton ist cs denn gewesen?" Samuel blieb stumm. So antworten Sie doch!" rief der junge Mann mit zitternder Stimme aus. Was glauben Sie.... oder vielmehr, was hat Ihnen Therese erZählt?" Nichts, auf Ehre!" Was bezweckte sie dann mit der Aufforderung, daß Sie mich nach den Gründen für ihren Eintritt ins Kloster fragen sollten?" Lieber Freund, verlangen Sie nicht

von mir. daß ich Ihnen erkläre, was ich selbst nicht weiß. Vielleicht spielte mein Pathenkind auf' den Entschluß an. den sie schon aleich nach ihrer Mutter Tod gefaßt hatte und den Sie niedergekämpft haben. Nein. das ist es nicht." Dann kann ich Ihnen nicht die gerinalte Aufklärung geben. Im Gegen theil, ich erwartete sie von Ihnen.... . v rc:.T: : .k,. i&t yaoen ni uui vimvuu m liche Dinge eröffnet." Aber ich konnte Sie nicht überzeu gen?" Si: haben mich überrascht." ' .Sie finden es unwahrscheinlich?"

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tm .1-f?WL2L?W Wenn Therese, w:e Sie vorhin sagten, selbst ein Geständniß abgelegt hat...." Ploerne versank ein paar Augenblicke i;i Nachdenken, dann zwang er sich zu der Frage: Konnte sie nicht einen Zweck damit verbunden haben?" Sie sollte sich vorsätzlich angeklagt haben, wenn sie unschuldig ist? Das dürfen Sie nicht annehmen, lieber Ploerne." Und doch habe ich es oft gedacht i nd bin fast daran zu Grunde gegangen. Sie haben mich seit einem Jahre häufig traurig, verstimmt und zerstreut gesehen.... Es befanden sich. Da mals zwei Mädchen im Hause, als jener Elende kam.... zwei Mädchen: Thercse und Lydia. Ahnen Sie, Bernheimer, was ich mich trotz Thereses Geständiß fragen mußte?" Ich sagte vorhin, Sie seien verrückt' erwiderte Samuel; jetzt sind Sie es aber vollends! Quälen Sie sich, doch nicht unnöthig, Raymond. Therese wird schwerlich gelogen haben; dafür spricht leider alles. Sie hat eben auch einmal ihre schwache Stunde gehabt, die sie mit einem ganzen Leben voll Aufopferung und Wohlthun sühnen wird. Glauben Sie nichts andres, als was Therese selbst wünscht, daß Sie glauben sollen.... Vergiften Sie jidj Ihr Leben nicht. Sie besitzen alles, um glücklich zu sein.... Adieu, Naimond, seien Sie vernünftig!" Bei diesen Worten füllten sich Ploernes Augen mit Thränen. Er erblaßte und faßte nach Vernheimers Hand, die er mit aller Macht drückte. Dankc. Bernheimer... leben Sie wohl!!" stammelte er. Dann eilte er verzweifelt ins Nebenzimmer. Samuel entfernte sich sehr erregt. Als tt die Treppe hinabstieg, dachte er: Jetzt ist mir alles klar wie die Sonne. Also Lydia ist die Sünderin. Wenn es die Entscheidung galt, ob Therese oder Lydia die Schuldige sei, wie sehr von Leidenschaft verblendet mußte der arme Junge sein, wenn er auch nur einen Moment In seinem Urtheil schwanken konnte. Als -ob das nicht sofort in die Augen springen müßte, daß diese bezaubernd: Teufelin die Tollheit begangen hatte..... Und wie sich die Umstände verketteten.... Das in Wuth gebrachte junge Mädchen konnte Ploerne den Tod ihres Geliebten nicht verzeihen, und jetzt als seine ftrau plant sie. ihn durch Roquicre ums Leben bringen zu lassen Therese irrte sich also nicht, und lhr Ausruf: Sie will den andern rächen!" ist in wenig Worten dcrKernpunkt der ganzen Geschichte. Warum hat sich Thereseaber für Lydia geopfert? Warum hat sie einen Fehltritt auf sich genommen. den sie gar nicht begangen hzt?" Er schlua sich heftig mit der Hand gegen die Stirne: Dummkopf, der ich bin! Therese liebt Raimond. viis fie ihn unter dem furchtbaren Verdachte leiden sah und ihnt jedem; Gewaltakt bereit fand, hat sie Lydia von Schuld freigesprochen, um den Armen vor der äußersten Verzweiflung zu retten.. Ja. ihre blauen Augen lugen nicht, und sie hatte den Heroismus, ihre Liebe, ihre Ehre, alles zu opfern. zur aroßten Genugthuung einer iüer worfenen, die sie auslacht und mit dem Gedanken umgeht, ihren Gatten hinschlachten zu lassen. Nein, das ,fou und darf nicht geschehen!" Bernheimer. der inzwischen auö de Hause getreten war, nahm einen Wagen und fuhr nach seiner Wohnung. Selbst unterwegs kam er auf keinen andern Gedanken, und während er durch die Straßen dahinrollte, dachte er: Ich halte die Fäden der Intrigue in Händen. Lydia, die ein Ungeheuer an Bosheit ist, das steht fest, hat ihre Rache so eingefädelt, daß der, den sie haßt, unwiderruflich verloren ist. Sie verwickelt ihn in ein Finanzunternehmen, bei dem er sein Vermögen und fein Leben einbüßen muß, denn wenn er sich in seiner Ehre bedroht sieht, schießt er sich eine Kugel vor den Kopf, dazu kenne ich ihn genau genug. Und für den unwahrscheinlichen Fall, daß er nicht zu diesem äußersten Mittel greisen sollte, hält sie sich einen Raufbsld in Reserve, der sie. von ihrem Gatten befreien soll. Ich habe ihr als Hauptkraft in ihren Plänen gedient., wie einen Hampelmann hat sie mich an, der Schnur tanzen lassen.... ob sie sich recht über mich lustig gemacht hat? Vielleicht gar mit Roquiere o, wenn ich es wüßte! Nun, was könnte 'ich dann weiter thun, als ich ohnehin schon thun möchte, da ichdie Geschichte doch nicht ruhig mitansehen werde, ohne einzugreifen; das ist Gcwissenspflicht. Aber wie fange ich es nur an? Raimond aufklären? Unmöglich. Lydia dahinbringen, auf halbem Wege umzukehren, wenn sie ihr Ziel beinahe schon erreicht hat? Unmöglich. Roquiere sagen. welche Rolle ihm zugetheilt ist? Unmöglich. Also was thun? Das Netz des Komplottes ist schon gezogen und die Knoten sind so fest geschnürt! Aber ich muß ein Mittel finden!" Zu Hause angelangt, trat er in sein Arbeitszimmer, warf einen zerstreuten Blick auf seine Zeitung und setzte sich dann in den orientalisch eingerichteten Salon, wo Lydia an jenem Ballabend, stolz wie eine Fürstin, ihre Cour abgehalten hatte. Das waren Zeiten geWesen, wo er sie noch für brav und naiv gehalten hatte. Wie hatte er sie geliebt, und dabei beschäftigte sich die Kokette damals scho mit Roquiere! Mit welcher Grazie sie getanzt hatte, und wie sie alle stehen geblieben waren, um ihr bewundernd zuzusehen! Als Samuel die Vergangenheit mit der Gegenwart verglich, zog ihm ein tiefeä Schmerzgefühl durch die Seele; aber er wollte sich keinen Träumen hingeben, er mußte ein Mittel schaffe, um Rainwnd gegen die doppelte Gefahr, der er ausgesetzt war, zu vertheidigen. Mit der, welche das Vermögen des Aermsren verschlingen sollte so ernst sie war tonnte er. sich für den Mo

ment nicht befassen. 33 was RaZmonds Ehre bedrohte, drängte viel mehr zum Einschreiten, denn es konnte plötzlich über ihn hereinbrechen, ihn unvorbereitet treffen und vernichten.' Bernheimcr mochte noch so gewissenhaft mit sich zu Rathe gehen, er mochte die Sache drehen und wenden, wie er wollte, er konnte zu 'keinem befriedigenden Resultate kommen. Bei allem lief er Gefahr, die Dinge nur noch zu verschlimmern; ob er handelte oder sich ruhig verhielt, schwieg oder redete. Wie er es auch anzufangen gedachte, immer lag die Möglichkeit eines UnHeils nahe, das er dadurch anrichten konnte. Ploerne die Wahrheit sagen, hieß ihn tödten; sie ihm verbergen, hieß Lydia die Freiheit lassen, ihm irgend eine schreckliche Falle zu stellen. Nie. zuvor, nicht einmal in den Zeiten seiner gewagtesten finanziellen Kämpfe, hatte sich Bernheimer so abgequält. Er gerieth fast außer sich, daß er aus der schrecklichen Lage keinen Ausweg zu finden vermochte. Ich kann doch den armen Jungen nicht der Gnade dieses kleinen Ungeheuers anheimgeben," sagte er sich. Wenn ich aber nur ein unvorsichtiges Wort fallen lasse, stürze ich ihn in die äußerste Verzweiflung, ohne ihm als Ersatz auch nur die geringste Hilfe bieten zu können." Und je mehr er sich den Kopf zerbrach, desto hoffnungsloser wurde er; die Schwierigkciten häuften sich, und die Folgen erschienen ihm immer verhängnißvollcr, so daß er sich endlich ungeduldig, aber nicht entmuthigt. entschloß, erst eine Nacht darüber hingehen zu lassen. Es war schon spät. Er speiste ohne Appetit und begab sich dann in den Klub, um dort den Abend zu verbringen. Während Samuel darüber nachgrübelte, wie er Naimond die Augen öffnen könnte, kam ihm der Zufall zu Hilfe und arbeitete ihm vor. Ploerne fühlte sich, nachdem ihn'de: Bankier verlassen hatte, beunruhigter, als er es je seit seiner Berhcirathung gewesen war, denn seine Zweifel begannen festere Formen anzunehmen. Wieder ließ er die Ereignisse des verflossenen Jahres an sich vorüberzichen, und das Herz krampfte sich ihm zusammen, als er nun alles in andcrem Lichte sah, allem eine neue Bedeutung beilegte. Die blinde Leidenschaff, unter deren Einfluß er die tollen Launen seiner Frau gut geheißen hatte, verflog, und er ertappte sich darauf, Lydia mit einer Strenge zu beurtheilen, die ihn selbst erschreckte. Ihr Leichtsinn schien ihm merkwürdigerweise mit einem Mal berechnet. In ihrer Handlungsweise ahnte er eine Logik, die auf ?in festes Ziel lossteuerte: auf sein Unglück. Er hatte das ganz bestimmte Gefühl, daß Lydia nach einem wohlüberlegten Plane verfuhr, dessen Spitz? gegen ihn gekehrt war. Ihre Kälte unter der er so gelitten und die seine Leidenschaft nur noch mehr angestachelt hatte, ihre Anforderungen in Beziehung auf die Führung des Hauses, die sich nicht mit seinem, Einkommen hatten vereinbaren, lassen, ihre furchtbare, - fast krankhafte Verschwendungssucht, der Eifer, womit sie ihn in Borsensvekulationen hineingetrieben hatte, und seither das beständige Anwachsen ihrer luxuriösen Neigungen, das ' den Eindruck machte, als strenge sie sich ganz besonders an., seine Geldquellen zu erschöpfen; die immer größer werdende Entfremdung, die sich zwischen ihm und ihr bemerkbar machte, kurz alles, alles wies auf eine Feindin hin, und zwar nicht auf eine gleichgültige, sondern auf eme geschickt und scharfsinnig berechnende, die ein großes Netz um ihn gesponnen, in das er sich verwickelt hatte und aus dem er sich nicht mehr herauszuwinden im Stande sein würde. Er wurde fast verruckt über seinen Gedanken und versuchte es, wenigstens nicht mehr über die Vergangenheit nachzugrübeln; die Gegenwart' bot ihm schon Trauriges genug. Aber was immer er auch anstellen mochte, um es zu verscheuchen, ein Bild trat ihm stets wieder vor die Seele: das eines in einer Scheune auf der Erde ausgestreckt liegenden Mannes in den letzten. Zügen. Er beugte sich über den Sterbenden und leise fragte er ihn: Welche von beiden ist es?" Und der Mann verblieb stumm bis in den Tod. O, über jenes schreckliche, verhangnißvolle Schweigen, das Lydia zur Reinen und Therese zur Schuldigen gestempelt hatte. Oder war es nicht viel mehr seine tolle Leidenschaft geWesen, die gewollt hatte, daß die Geliebte unangetastet und rein vor ihm stand? Rarziond bäumte sich gegen diese Auffassung auf. aber immer wie-

'der sah er den Sterbenden vor sich.. der sich weigerte, sein Geheimmß preiszugeben, und über dessen farblose Lippen ein furchtbares Lächeln glitt, da zu sagen schien: Du hast mir das Leben genommen, aber ich bin von vorn-, herein gerächt!" Mit zerschlagenen Gliedern und? zermartertem Gehirn erhob sich Rm mond endlich von dem Diwan seines Rauchzimmers. Da er den Muth, nicht hatte, den Blicken seiner Frau zu begegnen wollte er außer dem Hause speisen und ging in ein Restaurant, um im Klub nichk mit gleich gültigen Menschen reden zu müssen. Er kehrte schon früh am Abend nach Hause zurück und fürchtete, eine ruhe lose Nacht verbringen zu müssen, aber er war so abgemattet, daß er bis in den Morgen hwein in einem schweren Schlaf lag. Um neun Uhr ritt er, ohne erst einen Blick in die Zeitung geworfen zu haben, wle alltäglich, aus. Das Wetter war herrlich; Ieickte weift; Wolken bedeckten den Himmel, und aus Yzm. Gebüsch deS Gehölzes strömi Nrüblinosduft. An solchem raat i war das Leben eine Lust, und vie'vor-

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Nehme WeA, worunter zahlreiche Re?ter und Reiterinnen, begann die von den ersten Strahlen der Morgensonne beschienene Allee des Poteaux zu füllen. Naimond tauschte aus der Entfernung verschiedene Grüße aus und lenkte dann, da er das Bedürfniß nach Einsamkeit hatte, in die weniger belebten Wege ein, die nach Bagatelle hinabführen. Er fetzte sein Pferd in Trab und ritt das Nennfeld entlang bis zur Suresncs-Brücke, dann über die Avenuc Neüilly zurück nach dem Are de Triomphe. Eben wollte er in die Avenue Friedland einbiegen, als er aus einem Coupe, das den Champs Elysees zufuhr, eine Hand hinauswinken sah. Raimond achtete nicht darauf, da rief ihm die wohlbekannte Stimme des Herzogs von Aligny, eines der Mitadministratoren des Komptoirs, ius dem Koupe heraus: Aber Ploerne, so warten Sie doch! Warten Sie doch!" Im selben Augenblick hielt der Wagen am Rande des Trottoirs, und der Herzog sprang heraus. Naimond streckte ihm die Hand entgegen, Align'i jedoch fuchtelte mit den Armeirrregt in der Luft herum und fragte: Was halten Sie von der Geschichte von gestern Abend?" Bon was für einer Geschichte?" Wie, Sie wissen noch gar nichts davon? Haben Sie denn heute früh noch keine Zeitung gelesen, noch Niemand gesproche?" Nein, in 'er That nicht. Um was handelt es sich denn?" Ach, liebster Freund, um die Haussuchung. die gestern Abend von der Polizei in den Büreaux des Komptoirs vorgenommen wurde!" Eine Haussuchung?" Ja, ein schändlicher Kniff der Negierung, wie sich denken läßt, um das Sinken unserer Aktien zu erzwingen. Man hat die Bücher mit Bcschlaz belegt und spricht von einer Verhaftung Herzogs. Vielleicht säße er schon im Gefängniß, wenn er sich nicht äugenblicklich wegen derAusgabe einer neuen bulgarischen Eisenbahnanleihe in Konstantinopel befände. Wird er jetzt überhaupt wiederkommen? Und wenn er nicht wiederkommt, was fangen wir dann an?" Ploerne dachte betroffen: Das also hat Bernheimer befürchtet. Er war gut unterrichtet und benahm sich als aufrichtiger Freund. Die Katastrophe hielt er jedoch gewiß nicht für so nahe bevorstehend, sonst hätte er mir keinen Moment des Aufschubs erlaubt." Sie sagen ja kein Wort," schrie ihn Vligny an. Sie müssen doch ebensosehr davon berührt werden, wie wir alle. Wissen Sie, daß das Comptoir an der gestrigen Abendbörse um fünfhundert Franken gefallen ist?" Wir sind ruinirt, mein lieber Herzog." gab Raimond kalt zur Antwort. Sie nehmen, ja die Sache mit stoischer Ruhe!" Wie soll ich sie anders nehmen? Wir müssen jetzt nur versuchen, den Hals aus der Schlinge zu ziehen." Was mich ant meisten ärgert, ist, daß mein Schwiegervater, Herr Moulinet, seit sechs Wochen schon die'Krisis vorausgesehen, und auf Baisse spekulirt hat.... Er verlor Unsummen, und ich habe ihn nett damit aufgezoggen. Aber was er fetzt einstreicht, verlohnt sich, und die Reihe zu lachen ist an ihm!" Was liegt Ihnen daran," erwiderte Ploerne bitter. Er wird lachen und für Sie bezahlen müssen." Mein Bester, es läßt sich ja noch gar nicht absehen, wieweit uns die Geschichte führen, kann. Ich begegnete eben Tresorier, der wie ein Verrückter nach seinem Bureau rannte. Er behauptete, es sei leicht möglich, daß man schon morgen. mchtmehr verkaufen könne. Wir sind in Handen, die uns nicht mehr locker lassen." Da müssen wir uns vertheidigen." Wenn es. uns gelingt. Wir werden heute im Laufe des Tages eine Sitzung haben. Champ-Dieu hat es mir sagen lassen. Sie werden ebenfalls dazu eingeladen werden Nein, daß Sie noch gar nichts wuffken. Armer Freund, es thut mir,' so-leid, daß ich der Ueberbringer einer- so traurigen Botschaft sein- mußte!' Leben Sie wohl, und auf Wieverschen' Bligny stieg nun wieder in sein Koupes, und Raimond setzte seinen Weg fort.. Er fand in der schlechten Nachricht einr Ablenkung für seinen grau-scnnen-Kummer. Was galt ihm der Verlust des Geldes im Vergleich zu seiner Herzenswunde. Seine abgespannien N'.rven wurden durch die Mthwendigleit, sich mit dem Compwir zu beschäftigen, wieder aufgerüttelk Bei seiner Gcschä'ftsunkenntniß tarnte er nicht glauben, daß der Zusammensiürz ein so vollständiger sein sollte und daß die so werthvollen Pa-p-iere m wenigen Tagen in ein Nichts ' r m zusammenfallen ronnin, rote ein großer, durch den Athenu der Spekulation eufgeblasener 'LuftSallon, de: ein 'Stecknadelstich heimÄckisch in ein paar Sekunden leert. Es drängte .ih. nach Haufe, denn in der ihn Plötz'Üch von neusm ersass senden Ausreguns erschienen ihm )tit samc FraaezeZches. auf die- eine Arzt .wort zu finden, cr kauz,. erwartenkennte. . (Fzrtsedung fM.) Ern russischer Lolkswth be. rechnet fcte Kosten, welche für Europa aus dem bewaffnet: Freden vxu sprisgen. auf $2,000,000,000 das .Jshr. Gladston; erklärte kürzlich ei rem Besucher, daß er zu alt sei, um sich irgend eine Meinung über die neue Frau zu bilden, und daß lern Jdea einer Frau sich in den letz1 ten flebzig Jahren nicht geändert habe.

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Zur die Ruche.' Saure Kartoffeln. Abgekochte Kartoffeln werden geschält und in Scheiben geschnitten. " Nun wird ein braunes Einbrenn gemacht, in dem klein geschnittene Zwiebeln dunkelgelb' geröstet werden,Fleischbrühe wird auf gefüllt, Salz, Pfeffer, ein Stückchen Citrsnenschale und Essig werden dazugegeben, das Ganze zu einer dicken Sauce angerührt, die Kartoffeln hineingethiin und indem man noch heißes Bratenfett hmzufüqt, aufgekocht. Eig nen sich zu Ochsenflcisch, frischen Le-ber-und Blutwürsten, gebackener Kalbsleber and anderem mehr. B lckelst ern e r. Man legt in einen Tiegel eine nicht zu dicke Lage Ochsenmark, dann eine Lage saftiges, in kleinere Stücke geschnittenes Ochfenfleisch (am besten Filet), streut Salz und nicht zu viel Paprika darauf, gibt Petersilien- und SellerieWurzel, Lauch (Porree), gelbe Rüben und Zwiebeln dazu und bedeckt es mit in Würfel geschnittenen Kartoffeln. Nun., macht man eine Lage Hammelfleisch,, recht faftig und ebenfalls in Stucke geschnitten, gibt Salz, Papr:ka, Wurzelwerk, gelbe Rübe und Zwiebel, sowie eine Lage Kartoffelwürfel, gerade so wie vorher dazu und beschließt dann mit einer Lage jungen und nicht fetten Schweinefleisches, welches ebenfalls in kleinere Stucke geschnitten wird, worauf wieder Salz, Paprika, Wurzelwerk, gelbe Rübe und Zwiebel und obenauf noch eine Lage Kartoffelwürfel kommt. Der Tiegel wird gut-zugedeckt und das Ganze etwa eine Stunde auf mäßigem Feuer, damit es nicht anbrennt, weich gekocht. Fertig ist das kräftige und wohlschmeaende Gericht,, wenn die oberen Kartoffeln weich sind. Man darf jedoch nicht 'zuviel Paprika- und nicht, gar zuviel Wurzelwerk, nehmen und kem Wasser daran schütten, da das Ganze selbst genügend-Brühe, ziehts Man trägt es mit dem. Tiegel auf.. Theebrot. Ein Pfund Mehl wird in eine Schüssel gesiebt, dann lost man 1 Unze Hefe, internem halben Pint lauwarmer- Milch auf,, schüttet es in die Mitte des Mehls, verrührt das Teiglem em wenig und läßt das Hefenstück aufgehen. Dann' gibt man 4 Unze Butter (schaumig gerührt). 2h Unze Zucker, etwas Salz und 3 Eier dazu, arbeitet die Masse tüchtig durch, läßt sie nochmal aufgehen und formt eins oder mehrere kleine Brote daraus. Ehe man dieselben' mit Eigelb bestreicht, läßt man sie noch eine kleine Weile von dem Ofen aufgehen und backt sie auf gebuttertem, mit Mehl gestäubtem Blech bei mäßiger Hitze. Größere Brote . zu feinen Schnitten aufgeschnitten und- nockmals leicht im Ofen geröstet, schmecken delikat zu emer Tasse Thee und, lassen sich länger aufbewahren. Faschingsk r a p s e n. Ein Pfund Mehl, etwas Hefe, in läuwarmer Milch aufgelost, und' so viel Milch, daß es ein geschmeidiger Teig wird. Das Alles gut durchwirkt und gehen lassen; nachher dazu: 3'Eldot ter, etwas Salz, knapp 2 Unzen Butter, 2 Eßlöffel Zucker, die Schale einer halben Citrone und. noch etwas Milch. Alles gut schlagen, bis, sich der Teig von . der Schussel, lost.. Nun läßt man ihn nochmals aufgehen, rollt ihn halbslngerdlck. aus,sticht nm de Krapfen aus undbäckt.sie. in siedendem Schmalz. Kalt speise v?n' KevfcU. Man koche ein recht: schönes Apfel? muß von 2 Pfund Aepfel, etwas Citrone (Satt unir 2ü&alu. l Quart Wasser. Zu. diesem Apfelmuß rühre man nun 11 Un?en Zucker und 3 Unzen rothe Gelatine,- die.- man in kochendem Wasser, ausgekocht hat. Man kann die -Speise hernach stürzen oder in einer Glasschale anrichten und gebe eine Banillecrme dazu.. R o l l m o p;f e. .Die Hermge werden geschuppt ausgenommen und 24 Stunden in Wasser gelegt.. Dann grätet man sie ausund biegt-sie glatt auseinander.-, legt feingeschnittene Zwiebeln-und- Pfeffer darauf, rollt sie zusammen und steckt sie mit emem Hölzchen -fest. 'Die Milch, zerrührt man mit Essig?, gibt Nelken,. Lorbeerbkätter. Zwiebeln;. Pfeffer und etwasOel dazu uni schüttet eS darüber. In 2.'bis 3 Tagen darnach sind die Heringe fertlg-zpm'. Gebrauch. O e l s au- c. e.- (Mayonnaise). Bier Eigelb werden eine Stunde womög lich auf Eis? talt gestellt, ein halbes Pint OlioenöL tropfenweise mit silbernem MfeL hineingerührt, so dak es eine steift Masse wirv. Nun gibt man eine? Messerspitze weißen Pfeffer, etwas Sal5 ein Liqueurgläschen Rum un-v; eÄe halbe Tasse zerlassene saure. Sülze oder Essig dazu, rührt alles ordentlich untere einander und stellt die- Siuce kalt, welche dmslusstck und vpn angenehm säuerlichem Geschmal ftin soll. Bor dem Annch-ten-streichr man die Mayonnaise über bto gesottenen und erkalteten Fisch, verziert desselben noch mit SardeÄm. Essiggurken, rother Sülze (Aspik), hartgescienen und in kleine längNche Stücke getheilten Eiern, grünem Salat un richtet an. Anstatt Fisch kann m.n auch Hummer oder Hühner neh'tt. Die Mayonnaise Mt sich vi. bis fünf Tage aufbewahren, inv aber sehr kalt gestellt werden. Milderungsgrund. Richter (zum Dieb): Es ist bewiesen, daß Sie das Geld gestohlen haben. Haben Sie einen Milderungsgrund anzugeben? Dieb: Ach, Herr Rich ter, ich konnte nicht anders handeln, ich mußte dsö Geld um jeden Preis haben! Richter: Wczu? Dieb: Meine SchwieFermutt?? wollte mtutW hnl. . . .