Indiana Tribüne, Volume 19, Number 135, Indianapolis, Marion County, 2 February 1896 — Page 7

Jnt'.eferRuhe.

Von Eufemia Gräsin Ballestrem. In tiefer Ruhe Lag still die Mondnacht; Kaum daß ein Lüftchen Ging durch das Rohr, An meiner Seite Hast Du gestanden, Dein Wort der Liebe Klang an mein Ohr. Doch du bist treulos An mir geworden. Du hast vergessen ; Den heil'gen Eid Da ist zersprungen Das gold'ne Ringlein, Mein Herz brach mit ihm Für alle Zeit. In wildem Kampfe Liegt nun die Mondnacht, Gewalt'ger Sturmwind Geht durch die See, Und wo die Rosen Des Frühlings blühten, Ist kalter Winter Und tiefer Schnee! Eine Epistel iiber Zsamowar und Thee. Von Aurilie Kumming. Auf meinem Theetisch steht der blanke Ssamowar. Eine bessereTheeMaschine als diese russische habe ich nirgends gefunden weder in dem theedurstigen England, noch in Deutschland, noch in Skandinavien, noch anderswo! So ein Ssamowar in rothem Kupfer macht einen ungemein behaglichen Eindruck, zumal wenn die Holzkohlen in rother Gluth leuchten, das Wasser brodelt und der Dampf in feinen Wolken emporwirdelt. Mein Ssamowar besitzt eine urnenartige Form mit großen Flächen und hübscher, breiter Gliederung, sodaß seine Putzfähigkeit bestens ge wahrt ist. Wenn ich so vor ihm sitze, schweifen die Gedanken unwillkürlich zurück zu der Vorzeit grauen Tagen, da es Sitte war, der Urne das winzige Häuflein Asche, das Ueberbleibsel eines Menschenlebens, anzuvertrauen. Mit einer gewissen Ehrfurcht schaue ich dann auf meinen Ssamowar, dessen roththonige Ahnen eine Ruhestatt allen kummerbeladenen Menschen boten und so tief in die Jahrhunderte zurückreichen. Weiter denke ich an den Ural und an die armen Verschickten, die in den Bergwerken das Kupfer zu meinem Ssamowar mühselig gewinnen mußten. Weiter auch an das hinterindische Meer und die Insel Banka, wo für englische Rechnung das Zinn für den Ssamowar gewonnen wurde, und an die Urwälder Brasiliens, aus denen das Ebenholz stammt, m dem die Deckelknöpfchen und Henkelgriffe des Ssamowar sauber gedreht sind. Ja, man träumt in einsamer Stunde vor einem solchen Ssamowar ganz vortrefflich, und auch das muß betont werden: man wird beredt vor ihm im Kreise lieber Gäste. Mein Ssamowar ist nur von Kupfer; so ein Prachtexemplar in Silber oder gar in Gold, wie es in den Dol-goruki-Zimmern des Romanzoff-Mu-seums und in den Gemächern des Kreml in Moskau zu finden ist, kostet ein kleines Vermögen. Aber der kupferne thut auch seine Pflicht und Schuldigkeit. Er enthält in seinem Innern mehr, alsein Aeußeres vermuthen läßt: einen weiten, bis zum Sockel hinabreichenden Cylinder, der oben den großen Urnendeckel durchbricht, um selbst wieder einen kleineren Deckel zu tragen. Benutze ich den Ssamowar, so wandere ich mit ihm zur Küche, heb.e beide Deckel ab, fülle den Raum zwischen dem Cylinder und der Urnenwandung mit kaltem Wasser, setze dann den großen Deckel auf die Urne, schütte in den Cylmder Holzkohlen, zünde diese an und schiebe auf den Ansatz des Cylinders ein hohes, oben im Knie gebogenes Rohr, das ich in den Schornstein des Herdes einmunden lasse. Erst wenn die Rauch entwicklung der Holzkohlen vorüber ist und das Wasser lustig brodelt, nehme ich das hohe Rohr ab. setze auf den Cylinder den kleinen Deckel und trage meinen Ssamowar in das Zimmer. Hier wird nun im Kreise der Familie und Gaste die Zubereitung des Thees vorgenommen. Zunächst wird der hermetisch verschlössen? Theekasten geöffnet, der au ßerst auf glänzend poliertem Lack mit einer reizenden Volksscene, einem beim Thee sitzenden Muschik und semer Fa milie, in leuchtenden Lackfarben bemalt, im Innern aber mit unverwüstlicher, rother Lackschicht gefüttert ist. Solche Lackkasten werden von der ruf fischen Hausindustrie massenhaft und zu sehr billigen Preisen hergestellt. Freilich, mein Exemplar stammt aus den berühmten Werkstätten von Nikolai Lukutin bei Moskau und ist mit hoher Kunst bemalt, fodaß denn auch der Preis von dreißig Rubeln nicht Wunder nehm kann. Die Maler bei Lukutin sind zwar Bauern, aber solche. die eine vorzügliche künstlerische Ausbildung erfahren haben und sich als Genremaler iar exccllenci be währen. Einen Löffel Theeblätter schütte ich letzt in cm klemes, niedliches Kesselchen, dessen Loden gerade in den Cylinder meines Ssamowar hineinpaßt. Daö Kesselchen fülle ich uniei dem Krayn d:s Swmoar mit retncrn Wasser und setze es auf den vom Deckel befreiten Cylinder hinaus, sodaß an ein Kaltwerden nicht zu denken ist. Das gilt in vornehmen russischenKreisen zwar nicht für fein, sondern für Wunsch, ist aber praktisch. Im vorucmen russischen Hause nimmt man fine niedlich bemalte Porzellanthee-

anne und stellt sie, nachdem das Theeudat zubereitet ist, auf einem gestickten

Deckchen auf den Theetisch und verhüllt sie, damit sie Nicht erkaltet, mit einer farbig bestickten Haube. In wenigen Minuten beginnt nun das Einfüllen in die Gläser oder Tassen. Je nach Wunsch gieße ich aus dem Kesselchen oder der Kanne mehr oder weniger Theesudat ein, um alsdann unter dem Krähn des Ssamowar das heiße AZasser hinzuzusetzen. Wer also den Th?e stark liebt, kann ebensowohl befriedigt werden wie jener, der hn schwach liebt. Das ist em Vorheil, der nicht zu unterschätzen ist. In Rußland trinkt man den Thee stets ohne Zusatz von Milch, die in Deutschland herrschende Vorliebe des Milchzusatzes ist den Russen völlig unverständlich. Wohl aber lieben die Russen in bescheidener Menge den Zucker, und zwar wirft der echte und rechte, mit mächtigem Bart geschmückte Vollblutrusse, der noch in hohen, spiegelblanken Stiefeln, weiten Sammetbeinkleidern, einem Kaftan und im Winter mit der Pelzmütze einherwandert, das Stückchen Zucker nie in das Glas, sondern steckt es in den Mund. In das Glas wirft er nur ein Scheibchen Citrone! Der süß-säuerliche Gechmack behagt ihm. Naschkatzen lofein auch während des Theetrinkens ein Schüsselchen mit Saft aus, wie denn überhaupt das Einkochen von Früchten von den russischen Hausrauen m ausgedehntestem Maße geübt wird. Der Thee wird in Rußland in groen Quantitäten "getrunken. Der Ssamowar nimmt den Ehrenplatz in jedem Haushalt em. Man findet ihn in der Hütte des Bauern und in dem Palast unsres Väterchens in Petersbürg. Als ich auf dem Wassili Jwanowitsch" über das Schwarze Meer fuhr, fand ich ihn m der Kaiute; als ich das Scholowezkische Kloster fern am Weißen Meer unter dem 63. Grade nördlicher Breite besuchte, fand ich ihn bei den Mönchen: als ich iy der Nahe von Moskau Landpartien unternahm, fand ich ihn in den Wäldern, denn schlaue Handelsfrauen schleppten eine Anzahl Ssamoware aus der Stadt nach den Waldvergnugungsorten und vermiethen sie dort mit dem brodelnden Wasserinhalt und dem nothwendigen Geschirr für 20 bis 30 Kopeken an die Ausflügler, die sich alsdann im Waldesgrün vergnügt um das geliebte Gefäß lagern und den kostlichen Trank schlurfen. Kurz, der Ssamowar ist in Wahrheit ein nationales Gefäß, und ebenso ist der Thee, wie beliebt auch Kmaß (ein säuerliches Halbbier) oder der feinere, mussirende Kisslyja Schtschi- (wörtlich saure Suppe") oder Wodka (gewöhnlicher Branntwein) sein mögen, nationales Getränk. Der Thee. Tschai" genannt, beginnt selbst unter der Arbeiterbevölkerung der russischen Großstädte immer meltr und mehr in Aufnahme zu kommen und den Branntwein zu verdränaen. Wem von den Arbeitern der Thee in den Theehäusern zu theuer ist, . r i r- f TJ-3 1 . : C sX.1 - oer laus! nq em ziaz ves qcitfcu tränkes von den Straßenverkäusern, die im Winter mit ihrer flussigen Waare überall zu finden sind. Freilick. es ist nur em Theesurrogat, das sie feilbieten, und zwar den Sbiten, der aus Wasser. Horna und Lorbeer blättern oder Salbei gekocht wird. Der echte Thee ist auch m Rußland nicht billig, bezahle ich doch für den in meinem Haushalt gebräuchlichen 2 bis 3 Rubel; im bürgerlichen Haushalt in Rußland ist dieser Preis für ein Pfund Thee üblich. Die feinsten Sorten steigen bis auf 25 und 30. Rubel für das Pfund und stehen denn auch der breiten Masse des Bürgerthums so fremd gegenüber, wie ihr in Deutschland die chinesischen und indischen Vogelnester und der kostbare Cbampaaner. Ausschließlich wird in Rußland schwarzer Thee verbraucht. Die KleinHändler beziehen ihn meist von den Großkaufleuten in Moskau. Und diese decken ihren gewaltigen Bedarf nur zum Theil in Rischni-Rowgorod, wobm nicht allzu aroße Mengen a natischen Thees geschafft werden. Ist er chinesischer Herkunst, so hat er ge wöbnlich die lange Reise von Kjachta an der sibirisch-chmesischen Grenze, wohin ihn die bezopften Handler des Himmlischen Reiches gebracht yaven nach Nischni-Nowgorod streckenweise auf Kamelen und Wagen und streaenweise in Barken zurückgelegt. Der so beförderte Thee wird im Handel als Karawanenthee- bezeichnet. Mit der Ausbreitung der Dampfschifffahrt ist aber auch die Beförderung über das Meer, die früher Wesen der langsam gehenden Segelschiffe zu zeitraubend war, in starke Aufnahme gekommen, und es steht dieser rasch ZU Wasser besörde.'tk Thee dem Karawanenthee an Güte durchaus nicht nach. Wenn erst die große sibirische Bahn fertig ist, dürfte allerdings der Transport über See den jetzt fast ausschließlich die Englander besorgen, wieder stark m Rückgang kommen und überhaupt ein gewaltiger Umschwung im Theehande eintreten. Daß der chinesische Thee trotz der erfolgreichen Ausbreitung der Theekultur in Jndien,..Cey!on und Java noch immer der beste ist, Izi sich nun leugnen. Er besitzt den edelsten Gesckmack und das feinste Arsma. Der hergestellt, die sonst den swarzen Thee liefern. Als Farbstoff dienen ein to Kanton nachgeahmtes Berliner Blau und ein ebendaselbst aus der Kurkumenwurzel hergestellter gelber Farbstoff. Leide Färbemittel . mit denen die Theeblätter grün gemacht werden, sind aber völlig ungefährlich. ! sodaß das englische deaih in a tea

grüne Thee ist nicht als solcher gezogen, sondern mit einem künstlichen !?zrb:mit::l aus denselben Blättern

pot", die Furcht vor dem grünen Thee, übertrieben ist. Von diesem Färben.

durch das man der Waare nur ein geälligeres Aussehen geben will, ist man n .den letzten beiden Jahrzehnten erheblich abgekommen, sodaß der grüne Thee kaum noch ein Zehntel der Geammtausfuhr bildet. Hauptabnehmer der grünen Waare ist noch immer Nordamerika, wd die Ladies weniger ängstlich sind als ihre englischen, deutchen und russischen Schwestern. Die T?so?t'n unterscheiden sich nach der Art ihrer Herstellung, durch frühere oder spätere Ernte. Sortieren der Blätter, durch die Art des Röstens, der künstlich gedrehten Form der Bl'äter und manche andere Mampulahonen. Der Chinese trinkt andere Soren als der Europaer, weil der Geschmack zwischen beiden grundverschieden ist. Weder setzt der Chinese Zukker, noch Milch, Sahne oder Rum zu. Wohl aber wird der vollgegossenen Tasse eme Jasmmblume oder eine an dere wohlriechende Blüthe belgegeben, um dem Auae und Geruchsinn einen Nebengcnuß zu verschaffen. Thee ist m Chma so wichtig wie Wasser. Thee trinken Reich und Arm. Während der heißen Jahreszeit werden täglich große Behälter, mit schwachem Thee gefüllt und ein Trinkgefäß aus Bambus oder Kokosnußschale dabei gestellt, den Armen als unentgeltliche Erfri schung dienend und durch Geldbeiträge der Wohlhabenden unterhalten. Die chinesischen Theegourmands trinken selbstverständlich die feinsten Sorten und bezahlen für sie unglaublich hohe Preise. Dem Dr. Hirth, der eingehend über den chinesischen Thee berichtet. wurde emst im Hause emes Man darinen em wmziges Mokkataßchen mit einer dicken, dunkelbraunen Flüssigkeit vorgesetzt, die einen bitteren, herben, aber fast berauschend aromatischen Geschmack besaß, sodaß er anfangs im Zweifel war, wofür er das Getränk halten solle. Sein Wirth erklärte ihm endlich, daß er die feinste Sorte Thee m concentnrtem Aufguß vor sich habe. Hinsichtlich der Bearbeitung des Thees richtet sich der chinesische Theeerzeuge? nach den Wünschen stiner Kunden. Haupttheemärkte sind Futscheu.' Hankheu, Ringpu und Formosa. Bewundernswerth ist die feine Zunge der Theesaiecker", der Sachverständigen. denen die Prüfung der anzukaufenden zahlreichen Sorten obliegt. Sie müssen im amerikanischen, englischen, deutschen, skandinavischen und russischen Geschmack bewandert sein kurz, sie müssen wissen, welche So?n von einer Nation am liebsten getrunken werden. Die herberen Sorten nebst den grünen Arten werden von den Amerikanern, Congon und die verwandten Arten von den Europäern bevorzugt. Die Gesammtausfuhr aus Cmna beträgt jährlich zwischen 105 und 110 Millionen Pfund. Unter dieser Masse befindet sich nur ein Prozent echter Pecco, Zwei Prozent Oolog und vier Prozent Souchong. Pecco heißt übrigens ' weißer Flaum , weil auf seinen Blättern feine, weiße Härchen zu fehen sind. Die Nachahmungen dieses echten Pecco sind parfümirt. Daß der Jmperial- oder Kaiserthee, eine grüne Sorte, mit dem Beherrscher des Himmlischen Reiches" nichts zu thun hat, und daß sein Name kein Maßstab für seine Güte ist, mag ausdrücklich betont werden. Die Ehinesen in Kanton nennen ihn wegen des großkörnigen Aussehens der Blätter einfach Ta-chu oder großperlig", und zwar im Gegensatze zu dem im Handel vorkommenden Gunpowder" oder Schießpulverthee, der als Siao-chu oder kleinperlig" bezeichnet wird. Doch nun zurück zu meinemSsamoWar! Die Holzkohlen sind erloschen, das Wasser ist verbraucht, meine Gedanken, die bis zum fernen Asien geschweift, sind zurückgekehrt zu dem kupfernen Liebling. Es ist Zeit, daß ihn das Madchen hmwegrnmmt und säubert, damit er bald wieder blank schimmernd den Ehrenplatz auf meinem Büffett einnimmt. Daß er hier aber nur kurzeZeit steht, soll nicht verschwiegen werden, denn wir Russen trinken ja so erschrecklich oft Thee eigentlich fast den ganzen Tag! m Gedankensplitter. Manchem dient ein Vorurtheil auf dem Meere des Lebens als Schwimmgurtel. Wenn eine Frau sagt, sie glaube nicht an Liebe, will sie damit sagen. 'daß sie gern? daran glauben moazte. Man soll das Weib nicht vor der Hochzeit loben! Die meisten Mädchen bringt n'fjr Ver sbani bic Mänmer oft ihre Dummheit m m Ehe. Das Geme fließt. Talent flat tert. oer Erwerb läuft eilig des Weges die Dummheit aber sitzt, ruhig und wird fett Dabei. A ufderSecundärbahn. Fremder: Sagen Sie, halten wir auf der Station Tippelsdorf an?" Einheimischer: Hat der BahnhofsWirth frisch an'zapft, zehn Minuten, sonst aber geht s gler' wieder fort. Was dann? Bäuerin: Ich hab' so 'ne Angst, fortwährend seh' ich Mücken vor den Augen tanzen. Bauer: Na, wenn d'sor de Mucken schon a Angst hast, was wolltst erst machen, wenn Dir Elefanten vor den Augen tanzten? Ermahnung. Onkel (zu seinem zwölfjährigen "Neffen): Was willst Du denn werden, Max?" Max: Ein Dichter!" Onkel: Na. dann1 lerne nur gleich Bäcker dazu, damit Du immer das nöthige Brot hast!" Abgewinkt. Kind (das etnen Storch auf's Haus zufliegen sieht): Du, Storch, meine Mama ist verreist!-

Warum er die Uniform wechselte.

Ouch eine KriegsreminiScenz, von W. v. Schierbrknd. Bei der monatlichen Versammlung, dem Camp Fire", saßen diesmal, nachdem die wenigen Vereinsgeschäfte erledigt worden waren, ungewöhnlich viele der alten Burschen bei einander. Nicht wenige von ihnen zeigten schon schneeweiße Köpfe, einige konnten überhaupt kaum noch von Haarwuchs sprechen, und es war nicht einer darunter, der nicht schon über den Zenith des Lebens hinaus gewesen wäre. Schweigsam, mürrisch leerte eben em stämmiger, unbedeutend ausschauender Mann seine Dosis Lager, als er angeredet wurde. Sieh hier." knurrte der Brummbas; des Sergeant-at-Arms, der ein grobknocylger Jrlander war und O - Rourke hieß, Du gehörst dem Camp jetzt schon so viele Jahre an und hast noch nie eine Geschichte zum Besten gegeben. Erzähle auch mal was! Was soll ich Euch erzählen? erwiderte Bill Lyon, seines Zeichens ein Cornicemacher. Es ist mir" nie etwas Besonderes zugestoßen." Das wäre doch merkwürdig, siel Sus Waters. der bicse Wirth der Vereinshalle, ein. Wie lange hast Du gedient während des Krieges?" 2on der ersten Schlacht bei Bull Run bis Appomattox." i Und da ist Dir nie etwas Merkwürdigs passirt? )u hast doch Wunden erhalten, beziehst eine Pension, also muß toch damit irgend eine Geschichte zusammenhängen." Na ja, aber so schlimm war das nicht. Der schttmmste Krieg ging bei mir überhaupt erst nach dem Frieden los, als ich meint erste Frau, die 329 Sommersprossen allein auf der Nafe trug, heimführte. Boys, das war schlimmer als Chickamauga. Doch da fällt mir ein Chickamauga ja, da ist mft allerdings was passirt, aber ich schäme mich heute noch, es zu erzählen, obwohl Jhr's vielleicht auch nicht besser gemacht hättet als ich, denn Ihr wißt ja Alle, was es heißt, zum ersten Male im Feuer zu stehen." Wurdest Du da verwundet, Bill Lyon?" Meine Gefühle wurden verwundet, ja, sonst aber nichts." Deine Gefühle?" brummte O'Rourke. Kriegst Du dafür Deine Pension?" Nein, das gerade nicht," lachte der Gefragte, ich habe später noch ein Stücker 6 bis 7 Kugelschüsse ausgelesen im Verlaufe des Krieges, aber keine that mir so weh, wie die Geschichte damals bei Chickamauga. Eine ganz verfl Geschichte!" Na, da erzähle sie doch," drängte Stuart Mills, der einarmige Tambourmajor. der jetzt im Court House fchon viele Jahre einen ruhigen Posten als Gerichtsbote bekleidete. Werd' ich wohl schon müssen," sagte Bill Lyon, obwohl herzlich wenig daran ist. wie Ihr merken werdet, und ich mich stets ärgere, wenn ich daran zurückdenke. Indessen, liere goes!" Und er nahm erst einen kräf tigen Schluck. Ich war also damals, zu Anfang des Krieges, m em Marylander Re giment eingetreten, und bei Chicka mauga sollte ich meine Feuertaufe erhalten. Wie das nun so geht, ich wurde von meinem Regiment ini Ge tümmel getrennt und traf gleich darauf zwei Burschen eines Ohioer Regiments, die auch versprengt waren. Wir kamen überein, ein bischen auf eigene Rechnung zu kämpfen. Es dauerte nicht lange, so hatten die Rebs hinter uns den Rückweg abgeschnitten. und darauf versuchten wir, indem wir uns vorsichtig dem Rucken des Hügels entlang schlangelten, wieder zu unse ren Leuten zu gelangen. .Gerade um diese Zeit des Tages aber wurden die Aankees grimmig verhauen, und wir fühlten einigermaßen blau, denn wir dachten an unsere eigene Haut dabei. Auch waren wir noch kaum eine Viertelmeile vorsichtig weiter gekrochen, als beide Buckeyes" (Spitzname der Leute von Ohio) hinter mir erschossen wurden, so daß ich jetzt genöthigt wär es allein weiter zu versuchen. Aufhalten konnte ich mich nicht, denn die Kugeln pfiffen neben und über mir auf eine Weise, daß mir ganz gruselig zu Muthe wurde. Na. Ihr wißt ja Alle, wie sich das anfühlt, namentlich wenn man diese höllische Musik zum ersten Male hört. Der Wald und die Büsche rund herum waren voll von den Grauen, und ich tastete und kroch immer vorsichtig meinen Weg weiter, bis ich auf einmal im Unterholz, gegen einen blühenden Hagedornbusch gelehnt, einen Johnme fand, der ein 'Kugelloch hatte.. das durch und durch ging. Der arme Kerl jappte nach Wasser, und ich gab ihm einen tüchtigen Schluck aus meiner Cantine zu trinken. Während er trank, konnte ich deutlich sehen, daß es mit ihm so ziemlich zu Ende war, und so frug ich ihn. ob er nicht seine Kleider mit binlitU nen vertauschen wolle, so daß ich unerkannt durchbrennen konnte. Ich sagte ihm noch, daß die Fankees ganz gehörige Hiebe kriegten und daß es für mich wohl gesünder wär?, wenn ich in diesem Augenblicke eine graueUniform anhätte. Sein Rock hing an einem Ast über ihm. wo er ihn wahrscheinlich selbst hingehängt hatte, als er sich alScharfschütze postirte und, sich dann hatte aus der Entfernung niederschießen lassen. Er sagte mir. es befände sich noch ein altes Paar Hosen in seinem Tornister auf dem Boden. Im 5)andumdrehen hatte ich meine blauen Sachen herunter- und feine eigenen angezogen, worauf ich mich 'wieder weiter schlangelte. Natürlich glaubte

ich. die einzige Rettung für mich läge vorläufig darin, daß ich mich den Confeds anschlösse, und deshalb suchte ich einenHaufen derselben irgendwo zu erspähen, um mit ihnen die Yankees anzugreifen und im Gedränge dann wieder bei den Letzteren zu bleiben. Ich dachte, es werde schon so gehen. Es dauerte auch gar nicht lange, da traf ich eine starke Abtheilung der Rebs. und zwar gerade, als das eine Regiment sich zum Angriff auf die gegenllberliegende Stellung der Fankees anschickte. ' Ich schloß inich ihnen an und dachte, es sei ganz sicher, daß wir den uns gegenüber stehenden Haufen umwehen würden, wie der Wind die Spreu. Denn diese Luite in Grau, unter denen ich mich nun befand, schienen sich das Alle fest vorzenommen zu haben. Na, es ging denn auch los, im Geschwindschritt immer denHügel hinauf, auf dessen 'vellenförmigem Kamme uns die Mündungen vieler Gewehre und der Rauch aus mehreren Geschützen begrüßten. Allein. Boys, es sollte nicht sein. Als wir den Kerlen da oben auf 200 Nards nabe c.t

kommen waren, da aina's auf einmal los. Heiliger Moses! Das rasselte und pfiff, brüllte und rauschte nur so V rv t um uns yerum. Aecylö uno ums stürzten welche. Na. was soll ick da noch lange Worte machen. Jeder Johnny Neb im ganzenRegiment fand plötzlich Veranlassung, wieder umzukehren und den Hügel viel schneller hcrabzuklettern, als er ihn heraufgeklettert war. Ich persönlich hatte nie in meinem Leben noch solche Angst gekriegt. Ich glaube, ich muß ungefähr 17 Meilen aelaufen sein, ehe ick vor Müdigkeit hinfiel, und ich würde einen yeiilgm Eid daraus geleistet haben, dak die aanze Unionsarmee binter mir allein herkäme. Ich war so in Angst gezagt, vag ich überhaupt ganz und gar vergaß, daß ich selbst . em Yankee war und mit den ?koknnies weitere drei Wochen mitmachte, ehe ich mich wlever zu den Memigen fand. Ich glaube soaar. ick würde mick selbst dann noch nicht daraus besonnen haben. wenn ich nicht erst eme Nothluge gethan und meinem Colonel vom Johnny-Regiment weißgemacht hätte. daß ich die Umgegend genau kenne. So kam es, daß der mich als Kundschafter ausschickte, und ich kam nicht wieder. Na, Kameraden, das ist der Grund, warum meine Gefühle bei Chickamauga so verwundet wurden und warum ich immer noch wüthend über mich werde, wenn ich an die Geschichte zurückdenke. Der Tag hat mtch damals gelehrt, daß auf beiden Seiten mit Kugeln geschossen wird und daß es für einen Mann nicht sicherer auf der einen als auf'der anderen Seite war. Diese Lection hat dazu beigetragen, daß ich während der vielen späteren Gefechte und Schlachten nie wieder von meinem Regiment getrennt wurde." Ich beantrage, daß wir Bill Lyon den Dank, der hier anwesenden Kämeraden aussprechen,- bemerkte Stuart Mills, von dem man sich erzählte, daß er seinen Arm aus Versehen" verloren habe, als er eine uncrepirte Granate auf dem Schlachtfelde von Manasse wegwerfen wollte. Und der Antrag wurde sofort ausgeführt Merkwürdig, alle diese alten, graubärtigen Veteranen, tapfere, im Pulverdampf erprobte Veteranen, wie sie auch waren, schienen den mürrischen Bill Lyon jetzt, nachdem er sein sonderbares Abenteuer zum Besten gegeben hatte, nicht um ein Haar geringer zu schätzen, als vorher. War das vielleicht deshalb, weil Bill hier nur öffentlich bekannt hatte, was Tausende von Anderen in dem innersten Schrein ihres Gedächtnisses aufbewal)ren, wo Niemand daran kommt? $ Svitalerin. Auf der Anklagebank des Münchener Gerichts nahm ein alte Mütterchen Platz, um sich wegen Bettels zu ver antworten. Es war eine Spitalerin, da heißt eine im Altersversorgungs hause untergebrachte Person von etwa siebzig Jahren, welche trotz der tausend Runzeln im Gesicht noch manche Spuren ehemaliger Schönheit aufwies. Auch die Kleidung der Alten bestand ausmancherlei Prunkstücken früherer Zeiten. Ein verblichener eingewirkter Shawl, ein schwarzer Moircerock, das Seidenmieder, allerdings ohne das silberne Geschnür, die Bauscharmel des alten Wamses und in Allem die pelnliche Reinlichkeit bewiesen, daß das Mütterchen immer viel auf ihr Aeußeres gehalten. Auf die Fragen des Richters über die Personalien erwiderte die Angeklagte: ..Ja meinS Herr Stadtrichter! 'S is halt scho' lang her; vor a fünf a drei ßig Jahrln war ini.' Kellnerin. 5? reuzsac'rdi! Da solln'S. d' Nosl kennt hom wie's no' jung und sauber war. Wir war'n noLZellnerina vom alt'n Schlag, wia d' Riegclhaub'n und 'S Gschnür Herr war. Sogar der König hat g'sagt: D' Münchner Bürgerstracht is die schönst' auf der Welt. Mir warn gnua die Flieg 'nfangerinnen mitanand, wo mer heutzutag als Kellnermncn betitelt. Wenn .so a Wind fahndl, so a z'sammag'rattclts, vier Krüeg tragen muß, na kriegt 'Z 's Herztlopfcn, unscroäns hat . sein Tugend Stoaucr g'saßt, auStrag'n und ver theilt und 'nacher war dö) 's alte Maaß und wenn's mir rccht is', war 'S Bier aa no' a lrcnl schwerer.' Da braucht' ja a heutige Jräul'N a Lierag'n da ;na. Äber halt die äst war'n vamals aa no' a wengl änderst. Die alt'n Bürger war'n zünfti' und grandi' da zua, die hant a Kellnerin nur per Tu ang'rcdt, höchstens wenn Oaner zum ersten Mal kemma is, hat er Jungfer Nosl g'sagt'und da wenn ma' vergess'n hätt': 'segen 's Gott, Herr Schlei

bingersna wär' aus der Jungfer a Molln wor'n. Und erst die Namen, wo heutzutag unsere Kellnerinnen ham! Da san lauter Meta, Hulda, Paula, ffathinka, Gisela da. Irühender hat's nix anders geb'n als Mari, Leni, Nosl und Kathl und wenn Oane wirklich net so g'hoaß'n hat, koan andern Namen Hat'S net geb'n. Schaugen'S an Haus knecht hoaßt ma heut doch aa net anders als Johann, Sepp oder Hansl! Die ganze Welt that lacha, xtnn a Hausknecht Adolar, Eberhard, Rudolf oder Narziß hcaß'n thät. In Gott'snama, vielleicht in fufz'g Jahrln is' Alles wieder beim Alten!" Richter: Sie haben vorigen Monat in verschiedenen Wirthschaften gebettelt? Haben Sie nicht im Spital die genügende Versorgung? Außerdem sollen Sie gar nicht so mittellos sein." . Angeklagte: ..Aber, Herr Rath! a alt'S Leut, wia i oans bin, geht doch

net betteln, und wenn i a alte Kund schaft aussuech' und kneg'was g schenk ter, so iS döS doch net bettelt. I werd' zu mancher Wirthin g'ruf'n und um Rath g'fragt; d'Rosl iS' guet in viele Dinger, a alte Kellnerin versteht was von Lieb s- und Ehstandsangelegenyelten. Da b'sorgt's a Anest, döS mer koan Postboten anvertrauen mag, dort gibt's an Grueß ausz'richt'n, Oane fragt, ob der rothyaareten Wally ztrauen wär', die Andere hat an Schänkkellner auf der Latt'n. Bei der Nosl hoaßt'S ang'schaugt und kennt, desweg'n wird's um Rath g'fragt, und wenn nacher d Leut a wengl was derglcicha thuen, na is' dös do net bet telt. Im Spital san mer versorgt, moan's? Ja, ja! der Unterstand und's Nothwendigste is' scho' dader, da feit si' nir'n, aber unseroans is in koan reich'n Spital mit an eig'nen Zim merl; bei uns is' d'Bettstatt net.a mal mit an Vorhang! einzäunt, und erst wennst im Bett liegst, kannst sag'n: jetz'n bin i auf eig'nem Grund und Boden, und um a Fenster oder Ofenvlanl mueßt manchmal streiten. Von der Kost san mer stad; um a Haferl Kaffee könn's ost die ganze Kost haben. A Geld hab i aa. sag'ns? Freili'! Unseroans sollt' no' koa Geld ham, da war'n mer aufg'richt'; unter fünf Markl bin i gar ma und wenn's Geld ausgeht, nacher macht mer seine B'suech. na' kimmt's wieder. Gar arone Herren kennen d Rosl! Zum Beispiel a Herr Rath gibt mir alle Monat a Markl! Sah, wie der Stu dent war und is' ost abbrennt, da hat er mir als Kellnerin im Dingskellcr jedesmal an Zwoaring in d' Hand druckt und laut g'sagt: Rosl, zwoa Guld'n san s, kneg an Gulden, zwols Kreuzer' raus, 's andere is' Trinkgeld. Ter hat zum Essen und Trinka no' a Geld braucht, und moan's, da hab' i lang g'schaugt? Außageb'n hab' i und zu mein' Geld bin i wieder kemma; sogar mehrer so Kundschaften hat mir mei' Leibstudent zuabracht, und jetz'n im Alter kemmt der Tank. A ande rer großer Herr, i glaub, bei die Finanzministranten is' er, der ver dankt mir sogar seine Frau. Ta bin i ausg'fragt wor'n, wie viel er trinkt, was er ißt, ob er auf d'Kneip kimmt! Verzeih' mer' Gott mei Sünd'! Aus den Hallodri hab' i an reinst 'n Engl g'macht, g'lobt hab' i cahm über'n Schell'nkönig und verdeant' l)ätt' er oft, daß mer'n den höchst' Schell'n trumpf g'hoaß'n hätt'. Schad is um den Herrn; a paar Jahrln is er scho' todt und -um Allerheilig'n hüet i sein Grab. No' viel kunnt i Eahna aufzähl'n, von die Militärisch' darf i gar net anfanga, wenn glei' mein Mathias selig selber bis zum Bombar dar aufg 'stieg 'n ist; d'Soldaten ham koa Einsehg'n, da red'n mer net davon. Oan mueß i no beifüg'n. der war a Schlosser; der war ganz versess'n auf a Pariser Ragout mit zwoa Loabln und a Maß d'rauf. Oft hat halt der Draht net hing' langt, nu is er dag'sen n, als hätt n eahm d'Hendln 'S Brod a'numma und hat g'sagt' Noserl, drei Quart und a Scherzl Hausbrod, wenn's aa an Pfenning mehrer kost t. Schau gen's, da mueß ma' sich anskenna! Ter hat seine g'wöhnlich'n Sachen kriegt und nach'n Geld is' gar net g'fragt wor'n. Auf a mal bleibt er aus und mit zwoa Guld'n yanga. No ja denk i mir, wenn's a Gue ietis'. timmter wieder und kemma is' er. Der hat d' Moastcring g'heirath. is a reicher Mann wor'n und i hab scho a zehn Jahr bei eahm alle Freitag mein Kaffee und a Fußgerl. So geht's auf der Welt, oan Hand wascht die ander'; ma därf Neambd wegwerfa, fondern höchsten auf d' Seit'n loahn, nacher kann ma' dieselm wieder haben, wenn ma's brauch thuet." ' Richter: Sind also seine Wirthsleme, vtt wclcyen ile nacu oer Vlnz'ige gebettelt haben sollen, solche frükcre Bekannte von Ihnen, die auch ohnedem Ihnen eine Unterstüjzung gereicht hat ten?" Angeklagte: Ei ja freili, sag i! Von Betteln is' gar ka Rcd'." Tie Alte wurde freigesprochen, wo rauf sie mit mehreren dankbaren Kniren davonhumpelte. So ist eine Altmun chener Kellnerin beschaffen. WS in London verloren wird. Unter dem Titel kost, propcrty osfice" veröffentlicht das Londoner Strand Magazine" einen interessanten Artikel über verlorenes Eigenihum, d. h. Gegenstände, die Reisenden abhanden gekommen und theils der Polizei, theils den LahuhofVorständen ausgeliefert werden. Von der Polizei Londons wurden 1894 allein 29.716 Gegenstände in Empfang genommen, und 15,987 ihren Eigenthümern zurückgegeben. Kuriose Fundstücke kommen vor. Einmal ließ ein Bankier, der in einem Hansom nach dem Bahnhof fuhr, 700 Öy Stetig in Goldstücken . in jejner

Täsche im Wagen und zahlte 15 Pfd.

toten, dem ehrlichen Kutscher als Be lohnung. Ein anderer Passagier ließ auf der Jmperiale eines Omnibus Juwelen im Werth von 3000 Pfd. Sterl. wahrend em anderer Kutscher eine Le dertasche mit Gold und Werthpapieren sür 3500 Pfd. Sterl. nach Scotland Aard brachte. Alle im öffentlichen Wagen gefundenen Gegenstände werden dort abgeliefert. Welt größer ist natürlich die Zahl der auf den großen Eisenbahnen verloren gegangenen Gegenstande und Gepäckstücke. In der Euston Station, des North Western System, ist die jährliche Zahl 30.000 und alle denk baren und viele undenkbare Artikel befinden sich darunter. Fitz Gerald hat alle Endstationen Londonsbesucht, die vorstehenden Beamten ausgefragt und die mit verlorenen Gegenstanden angefüllten Schuppen und Sale inspizirt. Eine Menge interessanter und lehrreicher Anekdoten hat er bei dieser Gelegenheit aufgeschnappt, die in seinem Artikel zusammengestellt sind. Häufig geht Gepäck verloren, weil die Eigenthümer sich nicht die Mühe nehmen wollen, die alten Aufklebekarten zu entfernen, welche dem Gepäck em vielgereistes ehrwürdiges Ansehen geben. Aus diesem Grunde ist Gepäck ms nach Queoek, Brmdlsi und Eapstadt gewandert. Ein Reisender von Liverpool nach London hatte in Crewe ein Körbchen Pflaumen gekauft und auf der Reise verzehrt. Beim Ausspucken der Pflaumensteine gingen seine falschen ähne mit, er wußte nicht wo. Bei jeiner Ankunft in Euston meldete er i'eine Zähne als verlorenes Eigenthum; die Verwaltung ließ die Linie ansuchen '.lnd richtig fand man sie etwa 100 Meilen von London entfernt. Natürlich besitzen die Eisenbahnen das Recht, herrenloses Eigenthum, das innerhalb einer gewissen Frist nicht reklamirt wird, verkaufen zu lassen, aber die Summen,"velche auf diesen periodischen Steigerungen für Stöcke, Hüte. Regenschirme und den sonstigen Plunder erzielt werden, decken kaum die Unkosten des lost prcrporty osfice, das in einer Endstation vier Angestellte beschäftigt, und zwei Reiseinspektoren. Unverkäufliche Gegenstände gibt es auch; dazu gehört der steinerne oder genauer fosstle irische Riese, eine versteinerte über 12 Fuß hohe Männerleiche, die vor einigen Jahren in Antrim (Irland) ausgegraben und als Schaustück im Lande umhergeschleppt wurde. Das Riesenfosstl fand auch seinen Weg nach London, ader es entstand ein Rechtsstreit zwischen den Associes, und der 55 Centner schwere Kasten blieb der Bahnverwaltung in den Händen. Ihre Rechnung belief sich Weihnachten 1895 auf $552. Wer soll ein solches Schaustück erwerben? Unverkäuflich sind auch die Vabies, die zumeist todt als Gepäck hinterlassen und vom Bahnhofvorstand dem Leichenschauer ausgehändigt werden. Zuweilen jedoch sind sie noch am Leben; ein solches lost proport.v baby bekleidet noch jetzt eine einflußreiche Stelle in der königlichen Marine. Sprüche. Wahrhaftigkeit ist stets Dir eigen ! -Doch darfst die Wahrheit niemals Du ganz nackt. Du mußt sie mindestens verschleiert . zeigen. Ist das Herz der Liebe Raub, Sind für Rath die Ohren taub. Zwei Richter nur unfehlbar scheinen mir : Im Himmel Gott und die Erfahrung hier. . Die alten Weiber sind oft toller. Als manche Frau'n in jungen Jahren, Das kommt daher, weil in der Tollheit Sie weit, weit länger schon erfahren. Die Schwiegermutter vergißt immerdar. Daß sie auch Schwiegertochter war. 7r indis'crete Bursche. Nein, das ist zu reizend, daß mir der Herr Baron dies prächtige Bouquet schick:!.... Wenn ich nur wußte, wie ich mich levanchiren könnte?!" Bczah. tu Sie's!" Geschichtskenntniß. Dame: Große Männer haben kleine Schwächen; Alexander der Große zum war gcdächtnißschwach, nicht war, Herr Professor ? Professor: Woraus fchließen Sie das? Dame: Nun. ich denke mir, um nicht zu vergessen Persien zu erobern, machte er sich den berühmten gordischen Knoten in's Taschentuch! ! Gute Veranlagun g. Banquier (zum stcllcsuchenden stoin mis): Sie sind also wicklich kem Jsraclit.troö ihres jüdischen Aussehens? Koinmis: Nein! Banquier: Wie heißen Sie denn? Kommis:' Kohn ! Banquier: Gott steh' mer bei! Wa rum werden Sie da nicht jüdisch, wo Sie'6 so bequem haben? ModerneHausfrau. Arzt: Sie haben sich gründlich erkältet. Patientin: Gott ja , es wurde eben die ganze Wohnung rcin gemacht! Arzt: Natürlich. dabei ist die sicißige HauZfrau in den Zug gckom men ! Patientin: Das nicht. atzt ich mußte den s;anzcn Tag auf de? Strafe herumlaufen, um der Sache aus dem Wege zu gehen! Unbegreiflich. Rentier Sümvfel: Was, schon wieder wollen 's an Monumcntalbrunnen errichten? Möcht do wissen, wer dös viele Wasser alles sauft'), Auch? Arzt: ..Sie leiden an Herzverfettung; vor allem müssen Sie das viele Trinken lassen. Auch das Bicrtrinken, Herr Toctor?"