Indiana Tribüne, Volume 19, Number 134, Indianapolis, Marion County, 1 February 1896 — Page 1

Indiana Tribüne. Osflce : No. 18 Süd SNabama Straße o'.,' i o Indianapolis, Indiana Samstag, öen . Februar 1896 .MV JL ß No 134

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Mayor Pingree von Detroit, der eifriae Monovol-Geaner. der iefet zum 114 I V ' I htrfn Ms. hrt8 Nuriermeisteramt V w V jj w w - seiner Stadt versieht, ist der Ansicht, daß der beste Schutz der Städte gegen PrivilegieN'Räuber in einem Gesetze besteht, welches dem Stadtrathe daö Bewilligungsrecht nimmt und die Verleihung städtischer Privilegien von einer Volksabstimmung abhängig macht. Es sei das eine etwaS umständliche Art, daZ Gesuch um daS Wegerecht in einer Straße zu erledigen und die Eisenbah nen unb Gasgesellschaften würden dar- " rt r f o . E. 1 . V k X. "vtt stuqen; avkr kS Nupn eann voy I . . v .. r r r . v v n . Die urger, was geicyeye UNS 00, ot stecken der Stadträtbe würde dann keinen Zweck mehr haben. Dieser Tage starb in dem Dorfe Marmaroncck im Staate New Jork die Schriftstellerin Mary Hillö thatsächlich HungerS. Dazu bemerkt die N. J. World" : ?n ihrer bescheidenen Wohnung zu Marmaroneck ist eine Frau einsam und verlassen verhungert. Sie war Schrift. stellerin, und wenn ihre Produkte auch keinen Rang unter den literarischen Erzeugnissen erster Klasse beanspruchen können, so zeigten sie doch einen kultivirten Geist, tiefcS Gemüth und ein reineS, edleö Herz. Ihre Erzeugnisse . , r. , . . fY odurchweht eine gehe:mmßvolle Trauer . . . . . . . . . für Me ihr Tod Itzt die Erklärung liefert. Jahre hindurch kämpfte sie gegen Armuth und Mißerfolge, doch m ? M ,n nolzer Tetiinverieugnung uep it niemals ihre Freunde und Bekannten wissen, wie eS um sie stand u. s. w. ES giebt keine höhere Pflicht, als diese verschämten Armen zu suchen und ihnen zu helfen. Die kalte Welt hat solchen Lebenömuth nöthig." DaS ist sehr gut gesagt, aber Rath' schlüge gebend" und" dieselben Rathschlage zugleich befolgen, sind doch zweierlei Dinge. Wir zweifeln, da sich die World" jemals Mühe gegeben, solche Arme aufzusuchen, und ihnen zu helfen, denn damit kann man keine Sensation machen und der größte Theil der amerikanischen Presse, allen voran die N. L. World, lebt heute von der Sensation. Schriftsteller, welche wie die HungerS gestorbene Frau kultivirten Seist, tieIseS Gemüth, und ein reineS edleS Herz besinn, finden keinen Platz mehr bei der periodischen Presse deS Landes. Selbst die Revuen und MonatSschriften, welche sich sonst durch literarischen und wissenschaftlichen Werth auszuzeichnen pflegten, verflachen immer mehr. Sie jagen nach Erzeug nissen von Leuten, welche emen Namen haben. Nlcht in der Literatur, öas ist uuet Duiu;U) nur um ueu yiuuicii iiv th und sei eS der eines EchinderhanneS. Der Inhalt dessen. waS geschrieben wird, ist so ziemlich gleichgiltig, wenn er nur der landläufigen Moral, der DurchschnittSanschauung entspricht, und also nicht sehr radikal ist. Dah unter solchen Umständen junge Talente keine Gelegenheit bekommen sich hervorzuthun, ist begreiflich und wie viel vortreffliche Manuskripte von Verleger au Zv-rieger wanoern. um TS SZS Berechnung. Außerdem giebt eö aber noch einen stnbe"n Um!anb' Ul möglich macht, daß schriftstellerische Talente verbungern können, und daö ist das Fabrik wesen aus dem Gebiete der Zournalistik. Schriftstellerische Arbeiten wer den jetzt en gro zu billigem Preise in Fabriken hergestellt, gerade wie Litho frtfilftt ff ift tn ftVfy M f V et Industrie geworden, wie jede andere und besindet sich vielfach in Handen so genannter Syndikate. Ein solches Syndikat beschäftigt eine Anzahl Schriftsteller und verkauft deren Pro dukte zu billigem Preise an alle Zeitungen deS LandeS, so daß ein und derselbe Artikel je nachdem in 20, 50 oder hundert Zeitungen veröffentlicht unö m 9" 1 i v , v:i.i : ..XWm k 10 ooer 20 wai o viti cinonngi, ai er ihm kostet. Wie vielen Hunderten fähiger Leute eS aber dadurch unmözlich wird, die Produkte ihrer Feder anzubringen, kann man sich denken. Da braucht man sich denn auch weiter nicht darüber zu wundern, daß eS ein geistiges Proletariat giebt, von

den Hie und da Einer Hungers stirbt, gerade wie bei dem Fabrikproletariat auch. Man braucht sich aber auch ' nicht zu wundern, wenn daö geistige

Kaliber der Presse auch immer tiefer sinkt, denn sie wird bald nur noch Fabnkwaare Dutzendwaare erzeugen. Und daö ist auch ein Ergebniß deö kapitalistischen Charakters unserer Zeit. ImlillltZssjlilljlen. Inland. Wetteraussichten. EtwaS kälteres, bewölktes Wetter. Kälter, schön am Sonntag. Gestrige Temperatur: Moximum 55 Grad, Minimum 49 Grad. Hugh Dempsey aus freiem Fuß PittSburg. Pa , 3l. Zanuar. Hugh Dempfiy. der bekannte Führer der hiesigen ArbeitSritter, wurde gestern begnadigt. Heute Vormittaq um 10 Uhr fuhr seine Gattin nebst zwei Freundinnen nach dem Gefängniß und holte den Eilten ab. Dempley war einer der Führer des großen EtsenarbeiterstreikeS in Homestea). Er war beschuldigt, an einer angeblichen VergiftungSgeschichte betheiligt gewesen zu sein, wodurch die importirten Streikbrecher unmöglich gemacht werden sollten. 3n Arbeiterkreisen glaubte man nie an DempseyS Schuld. 9 Eubaner auf der Flucht. Tampa, Fla, 31. Jan. 2ö0 eubanische Flüchtlinge sind gestern hier eingetroffen. MareoS Garcia, Bürgermeister von Santo Espiritu, ein prominenter Autonomistenführer und persönlicher Freund von CampoS, hat sich den Insurgenten angeschlossen. , ,, 1 Schlagwett rr-Explosion. WilkeSbarre,Z1. Januar. Zn Folge deS PassirenS eines Arbeiters über die Gefahrlinie mit einer Lampe erfolgte gestern im Pettibone Schacht eine ELplosion. Ein Theil der Arbeitestätte gerieth in Brand und eine große Anzahl Arbeiter ging sofort anS Werk, die Flammen zu löschen. Gleich darauf erfolgte noch eine zweite E5plosion und fünf Leute, welche die Flammen ersticken wollten, wurden schwer verletzt. DieS ist innerhalb eines JahreS daS zweite Mal, daß die Grube in Brand gerieth. DaS erste Mal wurde daS Feuer nach harter Arbeit gelöscht, verursachte aber den Eigenthümern enorme Kosten. Die Grube ist die gashaltigste der Gegend und eS muß die größte Vorsicht gegen Explosion angewendet werden. Feuerchef JoneS sagt, daß der Arbeiter, welcher die Explosion veruracht hat, die in der Grube herrschenden Regeln verletzte, da er die Gefahrlinie pasfirte. Akademische Freiheit. Ottawa, 31. Jan. 21 junge Studenten, alle Mitglieder der Sophomore Klasse der Ottawa'er Naiverfität, sind von letzterer relegirt worden, weil sie den weiblichen Mitgliedern der Klasse in einem Restaurant der untern Stadt nach einhalb 11 Uhr gestern Abend ein Bankett gegeben haben. Die UniverfitätSbehörde hatte gegen daö Bankett, bei Ankündigung deösel ben, keine ernste Einwendung erhoben. aber sie hatte die Ansktzung einer srü hen Stunde dazu verlangt. Die Ordre wurde nicht beachtet und heute Morgen die Klasse vor den Präsidenten zitirt. Einige der jungen Damen vergossen Thränen. An alle Studenten erging die Aufforderung zur Unterzeichnung einer Erklärung, daß sie den Vorgang bedauerten, Die Meisten kamen be reitwillig der Aufforderung nach und wurden wieder in Gnaden aufgenom men. 21 junge Leute blieben jedoch halsstarrig und erhielten den Laufpaß. ,W, Ausland. Neuestes vom Kaiser. Daß Volk soll seine verfassungömäßigen Rechte benutzen. B er lin, 31. Jan. Ich verachte die Katzenbuckler. Diese Zeit verlang rückgratfeste Männer 1" Daö ist dem Berliner Tageblatt" zufolge die neueste Kundgebung deS Kaisers. Wie daS Blatt meldet, hat

kürzlich zwischen Kaiser Wilhelm und einem gelehrten alt'n Herrn, dessen Name nicht genannt wird, eine Unter-. redung stattgefunden, in deren Verlauf!

der Gelehrte dem Kaiser den Uebergang zu dem rein parlamentarischen Syestem alö das beste Mittel gegen die staatsverneinenden Bestrebungen der Jetztzeit anempfahl. Der Kaiser antwartete : SoZ ich thun, waS ich für verkehrt hilte und wozu die Zeitlage nicht auffordert ? In unserem Parlament giebt eS Mehrheiten, aber keine Mehrheit Ich lasse mir gern von einer Versamm1 lung tüchtiger Köpfe imponiren. , Soll, i ich aber zum Imponiren auffordern?, DaS Volk benutze die ihm durch die Verfassung gacantirten Rechte und räume mit der unseligen' Parteizersplitterung auf. Wenn nur etwaS GuteS herauskommt, auch wenn eS mir persönlich gegen den Ttrich geht. Ich bin häusig verkannt worden, obwohl ich stets offen geredet habe. Zeder mag, sofern er nur die G. setze beobachtet, beliebig den Pantoffel schwingen. Ich verachte die Katzenduckler, diese Zeit fordert rückgratfcste Mäaner." In der heutigen Sitzung deS ReichttazeS wurde der Etat deS Innern weiter durchberathen. ES handelte sich um den Posten Altersversicherung auf dem Gebiete der Arieiterversicherung und wiederum hatten die Sozialdemokraten das Wort. Die Abgeordneten StadtHagen, Bebel und Molkenbuhr griffen den Staatssekretär v. Bötticher an. Im preußischen Landtage hielt der jüngst ernannte Minister deS Innern seine Jungfernrede. Er vertheidigte den Etat seines Ressorts. Einen großen rhetorischen Erfolg erzielte er nicht. Sichtlich besangen stand er merklich unter dem Einflüsse deS LampensieberS". Der flüchtige und wegen verschiedenerSchwindeleien. steckbrieflich derfolgte frühere RechtSanwalt Fritz Friedmann steht im Begriff, sich selbst den Behörden auszuliefern. So hört man heute von einer Seite, welche allem Anschein nach mit den Verhältnissen deS Flüchtlings genau vertraut ist. Friedmann soll vollständig mitelloS sein und die bittere Noth ihn zur SelbstauSlieserung zwingen. In der mysteriösen Brief - Affaire, welche im kaiserlichen Schlosse gespielt hat, ist der Staatsanwaltschaft nunmehr Anzeige gemacht worden. Wie bereits gemeldet, fanden sich Jabre ang auf dem Schreibtische deS Kaisers Briefe vor, welche auS einer auf geheimnißvolle Weife verbundenen Se rie vom Kai er ge chriebener Brlete stammten. Jahre lang fahndete man vergebens nach dem Thäter, bis sich derselbe in d.esen Tazen in der Person deö früheren PolizeilieutenantS v. Hacke selbst meldete. Man ist aus die Lösung deS Geheimnisse? allgemein gespannt. ver Name deS unbekannten Millionärs. Paris, 31. Jan. Der Polizei ist eS endlich gelungen, den Namen deS Amerikaners auSzusinden, der gestern auf dem Boulevard deS CapuzineS zuammenbrach und bald darauf starb. PeterS heißt der Mann. Er lcgirte in einer ärmlichen Miethskaserne an der Rue Montmartre seit etwa 12 Jahren. Obgleich er über zwei Milm m. P 0 ttonen urancs versugie, so Achten er für seinen Lebensunterhalt nie mehr ali 6 biS 8 Francs per Woche verauSgabt zu haben. , . , Saliöbury spricht. London, 31. Zan. Beim Ban kett der noncomformistischen Gesell schast im Hotel Metropole hielt Mar quiS von Saliöbury, der Premier ministe? und Staatssekretär deS AuS wältigen AmteS eine hochinteressante Rede über die Venezuela. Angelegen heit und die armenische Frage. Zn Be zug auf erstere sagt er : Man hat mich alö Bekämpfe? der Monroe-Doktrin hingestellt. Ich muß jedoch konstati ren, daß ich, obgleich die MonroeDoktrin kein Element deö Völkerrechts vltve,, ne m meiner Bepejqe an Staatssekretär Olney als politische Richtschnur in den klarsten und bestimmtesten Ausdrücken anerkannt habe Wenn ich jedoch in jener Depesche wie ich auch hier wiederhole, erklär habe, daß wir die Monroe-Doktrin voll und ganz als politische Richtschnu anerkennen, so meinen wir die Monroe Doktrin, joxt sie Präsident Monroe

auffaßte (Hochrufe). In diesem Sinne giebt es keine überzeugungstreuere Anerkennung alt die unsrige." Lord Saliöbury ging sodann zur

armenischen Frage über und warf den; religtösen Genossenschaften vor, daß sie sich im Irrthum befanden, wenn sie glaubten, daß England sich verpflichtet habe, die Armenier mit Mitteln zu einem Kriege gegen den Sultan zu unterftützen, um ihn zu zwingen, sie gut zu regieren. Der Berliner Vertrag habe die Vertragsmächte lediglich derpflichtet, falls der Sultan gewisse Reformmaßregeln anordnen sollte, deren Ausführung zu überwachen. Lord SaliSbury erinnerte daran, daß die kürzlich vom Sultan angenommenen Reformen, obgleich gut an sich, docht nicht in zwei Monaten eine gute Regierung herstellen könnten. Dafür wäre selbst in einem civilisirten Lande mehr 3it erforderlich, und also noch mehr bei einem so wilden und sanatichen Volke. Meine Ueberzeugung ist, daß die Regierung deS SultanS schwach, ohnmächtig und energielos ist, doch halte ch eS für ein Hirngespinst, daß er diese Grausamkeiten angeordnet habe. Warum wir nicht einschritten diese Klage kann ich damit beantworten, daß nur eine andauernde militärische Occupation in diesen Gebirgsgegenden und unter diesen unzisilisirten Völkerschafchasten zum Ziele geführt hätte, daß England aber dazu kein Recht hatte. GladstoneS Erklärung, daß England eö mit einem halben Dutzend solcher Nalonen, wie die Türken, aufnehmen könne, sei sehr unüberlegt. Keine. Macht wünschte selbstständig einzuschreiten, und alle glauben, daß der Sultan selbst schließlich die Ordnung wieder herstellen wird. Die Rede wurde mit großem Beiall aufgenommen. London 1. geb. DerChrönicle" (Lib.) bezeichnet Lord Saliöbmyö Rede alö die verblüffendste Aeußerung, welche je von den Lippen deö LenkerS der StaatSgeschäfte eineS großen. Reichs in einer so wichtigen Krise gekommen sei. Lord Palmerston komme ihm selbst in seinen wilbesten After Dinner SpeecheS" nicht gleich. Die Rede schade England vor der ganzen Well. Vausvury yave nur ein Wört über Amerika gesagt, und auch daS wäre besser ungesagt geblieben. Er habe wieder mit Feuer gespielt und hätte entweder mehr oder weniger sagen ollen. Seine Aeußerungen über Armenien seien daö Cingeständniß eines Mißerfolges. Die TimeS" nennt dieselben sogar eine Art Abbitte. , ,,, (Allerlei. DerKustensch ner Henry Claussen, jr.", Capt zpleby, ist in schwer beschädigtem i anbc m Nor folk angelangt. Der (Haussen" fuhr am 1. Januar von Boston nach Baltrmore ab, streß nahe dem Delaware am 4. Januar auf einen starken Nord-West-Sturm mit schwerem Schneefall und ward soweit in südlicher Richtung getrieben, daß er am 8. Januar nur etwa 100 Meilen von Bermuda entfernt war. Der Vordermast, die Querraen und der Klüverbaum wurden vom Sturme fortgerissen. Der Claussen" sollte rn Baltimore eine Ladung Kohlen für Cuba aufnebmen. Deralsüarpaaonoeruc!)tigte New Yorker Millionär Russell Sage hat jüngst einen Spitzbuben, der ihn zum Opfer auserjeyen yalie. m gelungener Weise übertölpelt. Sag? war mit dem Zählen von Geld, das er in einer Bank erhoben haite. beschaftigt und diese Gelegenheit wollte der Langfinger benutzen, um einen guten Griff zu machen. Um die Aufmerk, samkeit deö Millionärs von der Sum me abzulenken, ließ er in der unvrM telbaren Nähe Sage's eine Geldnoie fallen. Sofort stellte der alte Fuchs seinen 5?uk auf die Note, dankte dem freundlichen Spitzbuben, beendigte die Zählung seines Gelbes, verwayrie ore r f f C rC. W r.-&mM 1C5 ncyer Uno jcquu UUU uvuy iuymti zelnd die Note des überlisteten Gau ners in seine Tasche. AufderReisenachdenge? lobten Lande Liberia passirte dieser Tage ein Neger Namens Mil:s Mor aan mit seiner aus 15 Köpfen bestehenden Familie die Stadt Little Lock. ys?s htr Mann natte eine kleine Farm im Wetten von Arkansas sein Eigen genannt, dieselbe aber verkauft, da er sich von Ncgeraposteln zur Aus. wanderuna nach Afrika hatte besütratzen lassen. In seinem Besitze hatte Morgan die Summe von $500, aus. welcher er die bedeutenden Reisekosten zu bestreiten hat. so daß ihm wenig übrig bleiben dürfte, um in dem Nege'r-Ea.-.aan den Grundstein ?u einem Leben voll Glück und Genuß legen zu können.

Dieberühmte Markensammlung des Grafen Primoli in Paris, eines Neffen der Prinzessin Mathilde Bonaparte ist soeben an Herrn Victor Robert für 150.000 Francs verkauft worden. Diese Sammlung, die bereits von dem Vater des Grafen angelegt wurde, ist deshalb bemerkenswerth, weil sie nur ungestempelte Marken enthält. Eine der Marken, die des Fürstenthums Moldau, ist auf 8000 Francs geschätzt, zwei andere der Insel R6union auf 5000 und die überaus seltne 3 Lire - Marke von Toskana auf 3000 Francs. Großes Aufsehen erregt in Zittau und in der Umgegend ein Vorfall, welcher sich im nahen MittelOderwitz zugetragen hat und das Unwesen der Kurpfuscher in das rechte Licht stellt. Der dortige Handelsmann Wenzel Ehrlich begab sich mit seiner Tochter, welche seit längerer Zeit über Zahnschmerzen klagte, zu einem sogenannten Vertreter der Naturheilkunde" in Pethau und ersuchte denselben, das siebenjährige Mädchen Lina von ihrem Leiden zu befreien, und zwar, den Zahn schmerzlos", wie in der Anzeige des Doktors" stand, zu ziehen. Der Naturheilkundige" benutzte das Cocain bei der Operation und spritzte davon, trotzdem bei diesem sehr gefährlichen Mittel die allergrößte Vorsicht anzuwenden ist, eine solche Dosis ein, daß das Mädchen in wen!gen Minuten eine Leiche war. Der Vater, welcher mit einem vor Gesundheit strotzenden Kinde nach Pethau gekommen war, nahm eine Leiche mit nach Hause. Auf Anordnung der Behörde hat eine gerichtlicheSektion stattgefunden, in welcher festgestellt wurde, daß der Tod des Kindes eine Folge der übermäßig starken Einspritzung mit Cocain war. Gegen den Naturheilkundigen" ist bereits die Untersuchung wegm fahrlässiger Tödtung eingeleitet. In Engelstadt lud der Ackersmann Huth in der Wohnstube ein Gewehr, das er eben gereinigt hatte. Durch einen Zufall ging der Schuß los, und eine Verwandte des Huth, ein Mädchen von 16 -Jahrm, brach zu Tode getroffen zusammen. Huth stellte sichselbst dem Gerichte. Der Förster Lucas in Großblittersdorf hat vor einigen Tagen drei Wilderer erwischt. An einer geschützten Stelle seines Reviers im Dickicht fand der Beamte eine halb mit Schnaps gefüllte Flasche, neben der sechs Stück frisch abgeschossene Patronenhülsen lagen. Nach einigem Suchen entdeckte der Förster Rehschweiß und wurde auch bald der Wilddiebe ansichtig. Zwei derselben, die mit Flinten bewaffnet waren, ließen sich von einem dritten das Wild zutreiben. Lucas versuchte es, unbemerkt an die beiden Schützen hinzukommen. Da diese von ihrem Jagdeifer hingerissen waren, gelang es ihm. den einen Wilddieb zu packen und ihm daS mit RehPosten geladene Gewehr zu entreißen, die Genossen verschwanden sehr schnell im Dickicht. Der Gefangene entpuppte sich als der Polizeidiener und Feldhüter von Lixingen. der bereits lange Jahre im Dienste der Gemeinde steht. Man hatte denselben schon seit vielen Jahren im Verdachte der Wilddieberei. aber es war bisher nicht gelungen, dem schlauen Manne beizukommen und ihn zu überführen. Der Feldhüter nannte die Namen seiner Genossen, von denen der Verwegenste ein Lljähriger Sohn eines der begütertsten Bauern Lixingens ist. LanteinerPublicirung des statistischen Amtes wanderten im Jahre 1895 über Bremen 68.992 Personen aus gegen 47.499 im Jahre 1894. was eine entschiedene Besserung des Lloyd - PassagierverkehrZ zeigt. - Wenn der Erntet hart und streng über den Harzer Bergen liegt, wenn das Holzhauen und das Steinschlagen unter der Ungunst der Witterung eingestellt werden muß. dcnn lebt dort ein Gewerbe auf, das mit steter Lebensgefahr verbunden ist. das Sammeln von Tannensaamen. Hat der Sammler ausüben höchsten Spitzt der Riesentanne seine Ernte eingeheimst, so versetzt er die Tanne in schwingende Bewegung, um sie dann fahren zu lassen, und durch die Luft zur nächsten Tannenspitze hmüberzufliegen. Nur wenn der Schnee fall gar zu stark wird, muß dann auch dies Gewerbe eingestellt werden. Pu. tzende von Harzbewohnern kommen bei ihm in jedem Winter zu Schaden, ja es kommen regelmäßig auch Todesfälle vor. Aber das gefährliche Ge-

N)?:be wird weiter betrieben, denn es nährt seinen Mann. Ein geschickter Sammler verdient taglrch durch schnittlich etwa 7 Mark, also soviel, wie erne zener anspruchslosen Harzar beiterfan..lren zum Wochenunterhalt nöthig hat. , ,,, Die auffallendsten Hei lungen von Scroseln, die man kennt, sind mittelst Hood'ö Sarsaparllla erzielt. Dieses Mittel sucht seines Elei chen bei Blutkrankheiten. Gebraucht nur H 0 0 0 ö. Hood'ö Pillen sind mit der Hand gemacht und völlig gleich anSröße .-. k.

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