Indiana Tribüne, Volume 19, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1896 — Page 7

Sin Opfer sewer Millionen.

3m Militär - Hospital Ku Vm6Ue les-Vaies ist Max Lebaudy, der unter dein Spitznameiv le petit sucrier,, viel genannte Trainsoldat und Mllw n'dv, geswrben. DaS Leben dieses jungen Millionärs ist unnütz gewesen, wie selten eines. Darum werden chn? wenige vermissen und betrauern.' Der Tod, der ,den kaum Zweiundvanzrgjährigen aus einer an allen Genüssen reichen Existenz herausreißt, ist ein trauriges Schicksal. Max Lebaudy war der dritte Sohn des Zucker-Raf-fineurs Jules Lebaudy, der seinerzeit für den reichsten Mann Frankreichs galt. Bei seinem Tode hinterließ er seiner Wittwe und seinen vier Kindern 215 Millionen Francs. Er war ein harter Mann, wie man sein muß, um ein so ungeheures Vermögen zusammenzubringen. Seine Frau hatte unter seiner Herzens rohheit derartig gelitten, daß sie es dem Manne noch über den Tod hinaus nicht vergessen konnte. Sie wollte sich den Kummer eines vernichteten Lebens nicht durch Erbschaft abkaufen lassen; sie wollte sich gänzlich 'befreien, nachdem der Tod die ehelichen Fesseln 'gelöst; auch wußte sie wohl, durch welche Mittel ihr Mann reich geworden und wie schwer das so zusam mengescharrte Geld mit Thränen belastet sei. Sie wollte mit dem Allem nichts mehr zu thun haben und so verzichteöe sie auf den an sie fallenden Theil der hinterlassenen Millionen und lebt seitdem zurückgezogen in St. Eloud von den 6000 Francs Rente, die Zhr die Mitgift einträgt, die sie i. die Ehe gebracht. Max Lebaudy sah sich bei seiner Mündigkeit im Besitze eines Vermögens von 27 Millionen. Allsogleich stopfte er sich die Taschen voll Geld und lief direct zu den Cocoiten. Das war sein Lebens - Ideal, und das ist es auch im Verlaufe seines kurzen Daseins geblieberd. Für etwas Höheres hat er nie Interesse gehabt. Niemals hat er versucht, die Macht, die ihm sein Reichthum gab, zu benutzen, um irgend etwas zu leisten oder zu schaffen. Seht Leben ist vollständig leer von Thaten, wenn man nicht etwa die Bicycle - Touren als solche rechnen will, die er mit Vorliebe unternahm. Er hatte nur ein Ziel gehabt: sich für sein Geld möglichst viel Vergnügen zu kaufen. Das war der Grund, weshalb er so jung sterben mußte. Mit Trinkgelagen und mit Dirnen Liebe ist sein Leben verstrichen. Niemals hat man gehört, daß er einer Frau von Werth sein Interesse zugewendet; nur in den letzten Tagen seines Daseins bemerkte man in seiner Nähe ein weibliches Wesen, du wenigstens keine gemeine Cocotte ist. Sonst der hat er mit Vorliebe die Gesellschaft ver Letzteren gcsucht. Seine große Liebe ist die beriichtigte, diese und geistlose Liane de Pougy gewesen. Ihr verdankt er den Beinamen le petit sucrjer". unter dem er seit einigen Jahren in Frankreich populär oder vielmehr bekannt ist. Nie hat man ferner davon gehört, daß er die Freundschaft eines höher stehenden Mannes gesucht hätte. Der Proceß, den er. im vorigen Jahre gegen den Grafen Talleyrand - Perigord angestrengt hatte, warf ein grelles Licht auf die Welt, in der sich der petit sucrier" bewegte. Die Besten unter diefen Lebemännern waren eynische und charakterlose Genußsüchtlinge, wie Max Lebaudy selber; die Schlimmen unter ihnen waren raubgieriges Gesindel. daZ vem jungen Zucker - Millionär 'durch alle erlaubten und noch mehr durch alle unerlaubten Mittel möglichst viel von seinem Gelde herausreißen wollte. Der jung Graf Tilleyrand - Perigord hatte selbst an allerlei unsauderen, Manipulationen zu diesem Zwecke thsilgenommen. Nu? scheint sich bei der Untersuchung herausgestellt zu haben, daß -der gute Max Lebaudy, der Klage führte, bei diesen Unsauberkeiten durchaus nicht immer bloS das unschuldige Opfer gewesen war, als das er sich hinstellte. Seine Mutter hatte ihn. nachdem er in den ersten Monaten nach seiner Miin 'digkeit das Geld in geradezu blödsinniger Art zum Fenster hinausgeworfen, unter Curatel stellen lassen. Max, da.'durch nicht 'im Mindesten, genirt, lief nun bei allen Pariser Wucherern herum und nahm Geld ra Masse auf. Seine Unlerschuft hatte freilich keine Giltigkeit, da er unter Curatel stand, Qber man borgte ihm, weil man überzeugt war. ein so steinreicher Mann werde doch die moralische Verpflichtung solcher Schuld - Verbindlichkeiten anerkennen. Max aber zahlte nicht einen Sou und hielt diese an den Betrug streifende Ausbeutung seiner rechtlichen Situation und feines Credits für einen äußerst feinen Geschäfts kniff. Bei 'dem erwähnten Processe wies der Advocat Maldeck - Rousseau nach, daß Max. der gute Max. nicht mehr, Schulden gemacht i ,fnf nfs kXtt, m:rr: yum.u Vll .UimiVil, uwj voll von Zärtlichkeit für seinrn Clienten wies er darauf hin, daß dieser durchaus nicht, wie man zu glauben scheine, der Nützlichkeit fit das allgemeine Beste entbehre. Denn seine Verschwendung habe die Wirkung, daß die von seinem Vater angehäuften Millionen wieder unter die Leute gebracht werden? Die unglückliche Mutter versuchte alles Mögliche, um den Sohn zu einem anständigen Menschen zu machen. Einmal kaufte sie eine Pracht volle Yacht, die Semiramis", für 60,000 Francs. Auf dieser sollte Max Lebaudy eine Reise um die Welt unternehmen. Die Jacht war bereits ausgerüstet, die Gelehrten und Pädagogen, die den jungen Mann begleiten sollten, waren zur Cinsch'iffung bereit. Im letzten Moment faad Max, daß Liane de Pougy weit interessanter sei, als die Welt, und blieb fa Paris. Als er nicht mehr unter Eu-iel stand, ging er erst t. L - rK. icuji Jeug. n einem zaqre braute mehr als den dritten Tbeil

seines VermFgenZ durch. Er gab Stiergefechte auf einem Landgut, das er in Maisons - Laffitte bei Paris gekaust hatte, er ließ sich achtzig Ponies kommen weil ihm das gerade Spaß machte, er schaffte sich, einen Nennstall

an u. . w. In diesem zugello,en Leden. da keine Rücksichten kannte, meldete sich zum ersten Male die Pflicht. Max Lebaudy wurde zum Militär einberufen. Zum ersten Male sollte er sich gleich den Anderen einem Gesetze unterwerfen, zum ersten Male sollte er sich in irgend einer Weise nützlich machen, sollte er sich in irgend eine Ordnung hineinfügen. Es ist selbstverständlich. daß Max Lebaudy sich hiergegen mit allen Kräften sträubte. Vom Auaenblicke an. wo er als Soldat in das Train - Bataillon von Fontainebleau eingetreten, war sein ganzes Bestreben nur darauf gerichtet: vom Militär wieder loszukommen. Das ist eine Entsckuldiaung für die Militärbehörden, deren Verhalten sonst in diesem Falle durchaus nicht frei von Vorwurf ist. Max Lroaudy begann damit, daß ei Nranküeit iimulirie. Es ist kein Aweikel, daß zu Anfang seine Krankhertstegate unwahr waren. Denn währeno des Gesundbeits - Urlaubs, den er lsich durch diese Angaben erwirkte, trieb k? . or , rr , , . r ; rr 'in Paris mir oconen nimm oder ritt seine Pferde beim Rennen. Als man hinter ferne Schliche gekommen war und ihn nach einer von Paris weiter entfernten Garnison. nacjj Verkrön, versetzt hatte, versuchte er es, durch die Presse zu wirken. Er ließ von gewissen Pariser Blättern eine regelrechte Campagne führen, die seine Befreiung vom Militärdienst zum Zwecke hatte; ja er kaufte sich geradezu ein damals zur Veräußerung ausgebotenes Abendblatt, das nun täglich mit Artikeln dreinfuhr, .die idas beklagenswerthe Loos des bei den Fahnen zurückgehaltenen Max Lebaudy den Behörden und der öffentlichen Meinung signalisirten und schleunige Abhilfe forderten. Diefe Preß - Campagne zu seinen Gunsten rief eine andere Campagne hervor, die sich gegen ihn richtete. Madame S6v6rine veröffentlichte in der Libre Parole" und anderswo eine Rtthe von Artiteln, die die Bemühungen des ZuckerMillionärs, vom Militär loszukommen, signalisirten, die dessen angebliche Krankheit als Lüge !bezeichneten und alle Militärärzte, die sich etwa für die Entlassung Lebaudy's aussprechen sollten, schon im Voraus beschuldigten, daß sie sich hätten bestechen lassen. Diese Campagne- gegen, Lebaudy wird bis zu einem gewissen Grade entschuldigt durch die unverschämten Beeinflussungsversuche, welche die ihm ergebenen Blätter zu seinen, Gunsten unternahmen. Da bcr der Tod Lebaudy's beweist, daß er schließlich doch krank gewesen, so bleibt auf Madame S5v6rine, die 'bis zum letzten Augenblicke die Behaupiung wieverholt, Lebaudy sei kerngesund und simulire nur, der Vorwurf schwerer Gewissenlosigkeit hasten. Denn wenn man Jemanden so mit seinem Hasse verfolgt, so muß man sich doch wenigstens die Mühe geben, .sich über feinen Zustand zu informiren. Es ist nicht wahr, daß die Grausamkeit der Militärbehörden den jungen Mann getödtet hat, wie dieö die Lebaudy - Presse glauben machen will. Er ist an den Folgen feines zügellosen Lebens gestorben, und der Tod wäre eingetreten, wenn er sich auch nicht beim Militär befunden hätte. Immerhin war es Pflicht der Militärärzte, den Todtkrankm zu entlassen, und es ist tief bedauerlich, daß sie aus- Furcht vor Madame Seo5rrne und dtt sonstigen öehprefse den Sterbenden von Hospital zu Hospital haben schleppen lassen. Lebaudy's Tod hat einen entsetzlichen Sumpf moralischer Verworfenheit aufgedeckt. Der Bicomte Elric de Ciöny. Redacteur des Echo de l'Ar rnec", ferner der Journalist Rosenthal, Jaches St. Gere genannt, und Andere sind wegen schamloser Erpressungen, die sie an dem Todten verübt, verhaftet ' ?rden, und ein Bankier Namens Meyer, der mit dem Lebaudy-Skandal in Verbindung stand, hat sich erschossen. Sein gesammtes Vermögen hat Lebaudy dem Fräulein de Marsey. einer Schauspielerin der Com6die Fran?aise, testamentarisch hinterlassen. Die Schauspielerin hat sich geweigert, die Erbschaft, welche 7 bis 10 Millionen umsaht, anzunehmen. Ueber Pet'roleumHmpser. Von'Eyvind JahaMessen. Gleichwie eö bi den Eisenbadnen Spezialwaqen giebt, denen nur der Transport bestimmter Waaren obliegt. mir erinnern an die Kohlen, Holz, und Petroleumwagen, hat man bei der Marine Spezialdampfer. Diese weisen viele und wichtige Abweichungen von der Bauart ter gewöhnlichen Dampfer aus. Die großen Biehtransportdam pfer haben andere Einrichtungen als die lZohlenschiffe und ein Spezialdampfer für frisches Fleisch sieht anders auö, als ein Schiff, fcas nur Ncphta befördert. In früheren Zeiten, und zwar bis in die achtziger.Jahre hinein, wagte es kein Rheder oder Kapitän eines Dampfers, Petrolettm zu verladen, da Niemand ikinem Schiffe, dessen bewegende Kraft durch Feuer erzeugt wird, eine so feuer gefährliche Ladung anrtrauen mochte. Deshalb rsurden zum Trans Port des Steinöls Segelschiffe verwen det. Vor dem Transport mußte nun das Cd in Fässer gepackt werden, wo durch die Transportkosten bedeutend er höht wurden. Außerdem kam der Uebelstand hinzu, daß zum Transport von Petroleum ebenso wie zum Trans. Port von Holz, jedes Schiff noch für tauglich befunden wurde, welches keine andere Fracht erhalten konnte. Alte, von Natten oft in erschreckender Weise zerfressene Kasten wurden hervorgesucht, um die alte Welt mit Steinöl zu ver und deshalb waren die, Un

alückssälle gerade bei den Petroleum schiffen besonders häufig. Schlimmer war eS, daß solch ein Schiff, wenn es auf See leck sprang oder aus irgend einem anderen Grunde von der Mann schaft verlassen wurde, nicht etwa un terging. sondern auf seiner Ladung trieb und so die Anzahl der treibenden Wracks, der schwimmenden Klippen, eine der furchtbarsten Gefahren für die Schifffahrt, vermehren half.' Haupt sächlich dem Geheimen Kommerzienrath Herrn Nicdemann in Hamburg ist vie große Wendung in diesen Verhältnissen zu verdanken. Er war der erste, wel. cher die alten Segelschiffe durch moderne Tampfcr ersetzte, die bei größerer Schnelligkeit und Sicherheit größere Mengen Oel befördern, und bei denen die umständliche Verpackung in Fässern fortfällt. Mann kann sich leicht vorstellen, daß bei der Konstruktion dieser Schiffe jede erdenkliche Sorgfalt angewendet wurde. um die drohende Feuersgefahr zu be seitigen. Einen Petroleumdampfer er kennt man schon von Weitem daran, daß sein Schornstein nicht wie bei den gewöhnlichen Dampfern ungefähr in der Mitte de? Schiffes, sondern ganz auffal lend weit nach hinten steht. Der Grund ist der, daß man nicht die Kessel mitten in der Ladung haben wollte, sondern lieber die ganze Ladung vor ihnen unterbrachte. Die Maschine liegt also so weit wie irgend möglich zurück. Vor der Maschine liegen die Kessel. Nach vorn wird der Kesselraum durch zwei wasserdichte Schotte abgeschlossen, die von einander ungefähr, 1,50 Meter entfernt sind. In dem Raume zwischen diesen beiden Schotts stehen die beiden Tampfpumpen. Erst vor diesen beiden Schotts beginnen die Räume für Petroleum, die aber auch dafür den ganzen übrigen Raum des Schiffes ein nehmen und vorn bis zum Mann chaftslogis reichen. Diese Räume sind in folgender Weise zur Aufnahme ihrer Ladung hergerichtet. Ein wasserdichtes Längsschott durchzieht sie, genau auf dem Kiele stehend, von vorn bis achter. Dieses. Schott dient gleichzeitig als. vornehmster LängSverband und trennt das Schiff in zwei wasserdichte Halften. Jede dieser Hälften ist wiederum durch wasserdichte Querschotten in sieben Abtheilungen getheilt, so daß der ganze Laderaum aus zwei mal sieben also vierzehn kleineren Abtheilungen, den sogenannten Tanks, besteht, die von einander vollkommen unabhängig sind. Im Fall einer Kollision dienen diese Tanks, wie leicht ersichtlich, in hohem Maße zur Sicherung des Schis fes, da eben nur eine oder im schlimmsten Falle zwei Abtheilungen volllaufen können. In diese Tanks wird das Petroleum direkt hineingepumpt, ohne daß es erst, wie bei den Segelschissen, in Fässer gefüllt zu werden braucht. Die Tanks reichen nicht bis unter Deck, von Bord zu Bord, sondern 2 Meter unter Deck sind sie auf jeder Seite um 2,50 Meter eingezogen. Der Raum, der auf diese Weise entstanden ist und den ganzen Laderaum entlang läuft, dient als Kohlenbunker. Er ist nur durch zwei Querschotte unterbrochen. Beim Einpumpen des Petroleums wird darauf geachtet, daß das Oel nicht mehr als circa 50 Centimeter über den Unterrand der Bunker zu stehen kommt. Der frei bleibende Raum heißt Expansionstank. Seinen Nutzen erkennt man, sobald das Schiff in den Golfstrom, ein warmes Wasser von 25 Grad Celsius kommt. Das Petroleum dehnt sich bei dieser Wärme ganz bedeutend aus und erfüllt mitunter den ganzen Ekpansionstank, ja -wird sogar biswei len an Deck gepreßt. Dieses letztere muß vermieden werden, da das hervorquellende Petroleum sich leicht dem Feuer, in ider Kombüse 3. V., nähert und dadurch Feuer entstehen kann, dessen Löschung selbstverständlich ausgeschlossen ist. Der Verschluß der Tanks nach oben erfolgt durch einen Lukendeckel von 1 Meter im Quadrat. In diesem . Deckel, der natürlich luftdicht schließt, befindet sich als zweiter Verschluß eine Verschraubung von 25 Centimeter Durchmesser. An einer Seite des Lukfülls befindet sich ein Hahn, der den Zweck hat, die sich von Zeit zu Zeit bildenden Gase abzulassen. Die beiden n Bord befindlichen großen Dampfpumpen dienen wzu, in Deutschland das Petroleum aus dem Schiffe in die Reservoirs auf dem Lande zu pumpen. Bei Leckagen sinden sie euch als Lenzpumpen Verwenduna. Das Einpumpen der Ladung in Amerika besorgen die dort auf dem Lande stationirten Pumpen, die noch stärker sind als diejenigen an Bord. Das Einpumpen von 2500 Tonnen Oel dauert sechs Stunden, während das Auspumpen acht Stunden in Anspruch nimmt. Beim Einpumpen wird jetzt eine gegen früher veränderte Methode angewandt. Früher legte man den Pumpenschlauch einfach oben in die Oeffnung ines Tanks und ließ alsdann das Oel durch 'die ganze Höhe des Schiffsraums, also gut 10 Meier, .is hinab zum Boden fallen. Hierbei entwickelten sich Infolge der Höhe des Fiills bedeutende Gasmassen, die viel feuergefährlicher roaren alZ das Petroleum selbst. Nachdem aber einmal ein llnglück passirt und ein Schiff mit 000 Tons Oel verbrannt war (das . Schiff kostete später 500.000 Mark Neparaturkcsien), bei welcher Keleaenheit das Feuer auch auf das Petroleumlager und v:e anrs am Lande übergriff und alles vernichtete, gab man den Dampfern eigene, Rohrleitungen. die das Petroleum bis auf den Boden des Schiffes herabführten. so daß eine Gasentwickelung ausaeschlössen war. Mittels dieser Rohr, leitung wird auch das Oel wieder aus'' gepumpt und im Nothsalle das Schijs gelenzt. Um die Feuersgefahr noch weite: zu verringern, haben sämmtliche Pe-

troleumdampfer elektrische Beleuchtung. Ja, sie waren sogar die ersten Frachtdampfer, die dieses Licht an wandten. Es ist nicht uninteressant, sich von älteren Maschinisten erzählen zu lassen, welche Schwierigkeiten ihnen dieses neue Licht in der ersten Zeit be reitete. Sie bekamen eine DynamoMaschine an Bord, ohne zu wissen, wie sie gebaut war, wie sie wirkte, und wie sie zu behandeln war. Die Folge war, daß alle Augenblicke Störungen im Betriebe vorkamen und man immer wieder auf die alten Oellampen zurückgreifen mußte. Die neuen Petroleumdampfer sind sämmtlich große stattliche Schiffe von 9397 Meter Länge, 1314 Meter größter Breite, 7.508 Meter Tiefgang und 10 10,5 Meter RaumHöhe. Sie haben drei Masten, dit beiden vorderen aus Eisen, den Kreuzmast aus Holz. Ihre Fahrgeschwindigkeit ist der der gewöhnlichen Frachtdampfe? gleich und beträgt 10 Seemeilen in der Stunde. Die Ladefähigkeit ist 3500 bis 3800 Tons Petroleum. Die Schiffe sowie ihre Ma schinen sind noch größtentheils in England gebaut. Erst in neuester Zeii haben deutsche Werften Aufträge bekommen. Die Maschinen indiciren 1200 bis 1800 Pferdestärken. Es sin! sämmtlich zweifach expa.ndirende, drei.cylindrige Hammermaschinen engli scher Eonstruction. Zur Erzeugunc des Dampfes dienen zwei Cylinderkessel von 3.8 bis 4 Meter Durchmes. fer mit je 3 Feuerungen. Außerdem befindet sich ein Hilfskessel an Bord, der zum Betrieb der Pumpen und de? verschiedenen Spille dient, wenn di, großen Kessel ausgeblasen sind. Dh Kohlenmenge, welche diese Schiffe aus der Reise von Hamburg nach New York verbrauchen, beträgt ungefäh, 500 Tons. Die Besatzung ist 35 Mann stark: Capitän, erster, zweiter, dritter Officier, erster, zweiter, dritte, Maschinist, zwei Maschinenassistenten, zwei Stewarts, ein Koch, ein Kochsmaat. acht Heizer, drei Trimmer, un gefähr zwölf Matrosen. Die Schiffe sind der flüssigen La dung wegen sehr stark gebaut. Die älteren Petroleumdampfer haben nachträglich noch mehrere Hundert Tons Verstärkungswinkel und Platten eingebaut erhalten. Auch - die Außenhaut wird von der Innenseite ziemlich beansprucht, da das Petroleum direkt mit ihr in Verbindung tritt. De? Tank kann nämlich nicht von innen gestrichen werden, da das Petroleum keine Farbe duldet. Nur die Expansionstanks werden mit rorher umerikani scher Patentfarbe (Sch!ffsbodenfärbe) angestrichen. Während die neuen Tankdampfer sehr gute Seeschiffe sind, kann man dieses von dn älteren nicht sagen. Sobald sie etwas Wind von vorn haben, arbeitn sie außerordentlich schwer. Bei seitlichem Winde ist das Deck stets unter Wasser, da das Schiff zu schwer ist, um sich der anrollenden See anzupassen und außerdem nur wenig Freibord hat. Da die Petroleumdampfer au? der Fahrt nach Amerika keinerlei Ladung einnehmen resp, einnehmen können, müssen sie, um die nöthige Stabilität zu bekommen, Wasserballast einnehmen. Zu diesem Zweck haben sie drei Wasserballast-Tanks an Bord, einen vorne, einen in der Mitte und einen, in dem sich Süßwasser befindet, hinten. Dieses Frischwasser wird auch zum Speisen der Kessel verwandt, da bei Seewasserspeisung die KesselsteinBildung zu bedeutend werden wlirde. Dieser letzte Tank befindet sich übngens direkt unter der Maschine. Aus den beiden vorderen Tanks wird das Wasser bei gutem Wetter ausgepumpt, soweit es sich mit der Sicherheit des Schiffes nur irgend verträgt, während sie bei schlechtem Wetter gefüllt werden, da ein zu leichtes Schiff schlecht gegen die See angeht. Die Reise dieser Petroleumdampfer geht hauptsächlich nach New York und Philadelphia, aber 'auch nach Baltimore und Boston. In New York und Phidelphia dürfen die Schiffe, während sie im Petroleumhafen liegen, kein Feuer in den Kesseln aufmachen, sondern müssen sich durch besondere Schlepper auf die Rhede schleppen lassen. Dagegen ist es ihnen in Baltimore gestattet, direkt am Petroleumbollwerk Dampf aufzumachen. Von deutschen Häfen besuchen sie Hauptsachlich Hamburg, daneben auch Swinemünde oder Danzig. D'rSchtorch. D'r Schtorch, is bei uns kemma heut'!" D' Loni sagt's und lacht, Und hat a' Buaberl, ganz a' kloans. Zum Fenster einibracht. Und da dös zuckert's Lamberl hat's Aa' mit'bracht, dös is woos! Dabei hupft's Deandl umanand. Als wia im Klee d'r Hoos. D' Miazl schaut's ganz traun' an. Und spricht mit bitterm Leid: Bei uns muaß's Muatta selber bring. Denn mir san arme Leit!" Freche Frage. Bettler: f&:it um ne milde Gabe. Herr: Hab selber nix! Bettler: Was? Nanu, warum jehn Se denn bei det sckeene Wetter nich ooch fechten?! Ja. woher? Spitzbube (zu seiner Frau, 'die ihm zuviel Geld braucht): Du. Höre. Alte.' das kann mcht so werter gehen, w?her soll ich's denn nehmen? uman. Richter: Sie haben dem Nazrbauern, so oft Sie ihm m letzter Zeit begegneten, eine Ohrferze gegeben?" Angekla'gter: Blos aus Mitleid, denn wenn ich ihm dfe Schlag', die er von mir gut hat, auf einmal gäbe, thäf er's gar nicht ausheiln!"

?ic Zranenlrallik öer Zukunft. Während die Tracht 'der MännerWelt bei 'ivert europäischen Culturvölkern im Laufe der Jahrtauseiüde vielfachem. oft ziemlich raidicalem Wechsel unterlegen ist man vergleiche nur die kurzcn einfachen Röcke der alten Germanen mit den langen, fast an weiblich: Gewänder gemahnenden des Mittelalters bis auf die anerkannt häßlichste Tracht des 19. Jahrhunderts ist das Frauenkleid in seinen Grundzügen als den Körper von oben bis- unten bedeckend und die Formen des Unterkörpers verhüllend, so ziemlich gleich geblieben, als langes slaiterndes Gewanö, 'das bis zum Boden hängt und nur 'den Fuß, wenigstens vorn, sehen läßt. Daß diese Kleidung nicht gerade praktisch ist, braucht hier nicht erst erörtert zu werden. Unzählige Bücher sind darüber geschrieben, Hunderte von Reformvorschlägen sind dazu gemacht worden, genützt haben sie wenig. Die Frauenwelt im Bündniß mit 'der sonst so launischen Mode, die hierin einen hartnäckig, conservativen Zug bewahrt, verschanzt sich unabänderlich hinter dem sogenannten Sittiichkeitsprincip, das aus 'dem langen Gewand mm einmal sprechen soll, sie hängt im Grunde doch nur eir.er sorgsam gepflegten Gewohnheit, und diese wurde bei dem gern in alten überkommenen Geleisen verharren iden Charakter der Frauen, zu einem scheinbar unabänderlichen Naturgefetz. Und idenulach ist auch dieses Gesetz des unfehlbar 'langen Rockes kein all-, gemein giltiges, sondern nur eine Regel mit vielen Ausnahmen. Sehen wir doch die vielseitigen Nationaltrachten an mit kurzen Röcken bis zur äußersten Möglichkeiten in Sachsen-Al-tenburg, wo die sehr engen Unterkleider. die kaum einm rechten Schritt erlauben, nur bis zum Knie reichen. Sehen wir doch, wie in manchm Gegenden Tirols :rne Sennerinnen zum Bergsteigen und Felscnklettern über ihre kurzen Röcke veritable Pluderhosen ziehen und so in eine? schon vielfach empfohlenen Reformkleidung erscheitttti, wie sie das Gebirgsleben bei ihnen von selbst empfiehlt. Es ist alfo nicht schlechtweg unsittlich", dai Rock zu Beinkleidern zu theilen oder größere Partien des Körpers nicht formverdeckend zu bekleiden, denn diese letztere Regel wird ja schon durch enge Aermel und straff anliegende Leibchen durchbrochen, und in dieser Beziehung werden sogar oft Formen durch Einschnürung und Ausfüllung mit falschem Material vorgetäuscht, die in Natur in der gewünschten Schönheit nicht vorHanden sind. ' Auch betrachte man nur die Hos- und Ballwiletten mit ihren liefen Schulterausschnitten, die in den letzten Jahren auf dem Rücken doch schon in's Bedenkliche gingen, und man komme uns dabei nicht etwa mit dem Einwurf, das sei nur für besonn dere Fälle im öffentlichen Leben erlaubt, denn die gute Sitte wird durch gewisse Thaten in weiten Kreisen entweder immer oder nie verletzt. Jede gegentheilige Ansicht ist fadenscheinige Sophistik. Dies Alles ist, wie schon gesagt, früher schon bis. zum Ueberdruß discutirt worden. Die Frauen gefielen sich und der Männerwelt noch immer im ltherge brachten langen Gewand, das nur in Schnittund Ausschmückung von der Göttin Mode alle Iah. mehrmals neue Umrisse erhielt. Starr und unanfccht'oar. wenn auch nicht unangesochton blieb das- Princip, wenn auch diese Position immer unhaltbarer wuri mit den wechselnden Formen des socialen Lebens. Solange die Frau (in den besseren Klassen, die für alle an. deren tonangebend sind) in beschränkter Bewegung an das Haus gefesselt war oder gar nur ein lebendiges Schmuckstück sein durfte, konnte es mit der alten Kleidung sein Bewenden haben. Es war ganz gut, sich im Zustand der Ruhe Spazierengehen ist im Geaensatz zur Bewegungs-Arbeit auch Ruhe ansehen und bewundern zu lassen. Guter Geschmack und geschickte? Faltenwurf weiß mit dem Klelde große Wirkungen zu erzielen. Mit dem gesteigerten Wettbewerb im Berufsleben, mit dem Emporstreben auch der Frsu müßte die Sache sich jedoch anders gestalten. Die Frau will thun was die Männer thun; sie will, sie muß oftmals mit dem Mann in scharfen Wettbewerb treten. Sie will ein Gebiet des menschlichen Schaffens nach dem anderen wenigstens theilweise für sich erobern, um selbstthätig, selbstverdienend einzugreifen, während sie früher unter bequemeren und beschränkten socialen Verhältnissen nur lim Hause sicn beschäftige und vom Manne mit ernährt wurde. Jetzt will sie aber mit hinaus in's feindliche Lebrn, will wetten und wagen, und bei dieser manchmal nicht ungesährliFen Beschäftigung tst körperliche Beweg'lichkeit oft sehr von Nöthen, und gerade der lange Rock und zum nicht geringen Theil 'das enge Leibchen sind Hindernisse bei diesem Berufe, die die Concurrenz erschweren oder gar unmöglich machen. Gegen letzteres mit harten und elastischen Stäben durchsetzte Kleidungsstück wird ja auch genug und mit Recht geeifert. Aber man wolle bedenken, .daß die Frau im Bestreben, sich zu schmücken, zierliche Formen zu zeigen, bei dem durch den RcZ unsörmch gemachten glockcnartigen Unterbau ihrer Gestalt um so energischer an dem Besireben festhalten wird, den Oberköiper nach Geschmack und Meinung schöner z,u formen. Das unweigerliche Festhalten am gesundhitsgefährlichen Corseit resultiit aber nur aus der Beschränkuniz in dn Fl?rmenaebu.z deS eigenen Ichs. Nun müssen sich ja viele Frauen bei fcsi heutigen Verhältnis

sen über die Bedcnklichkeiten des fcrn gen Rockes in manchen Verufsarten r.d Beschäftigungein hinwegsetzen, hauptsächlich auf dem Lande, im Umgang mit Pferd und Wagen; dafür gerathen sie aber auch oftmals durch böse Zufälligkeiten in heikle Situationen oder wie im Fabrilleben beim Hantiren um große Maschinen und Schwungräder in wirkliche LebensgefaHr, so daß der flatternde Rock schon' so manche Unglückliche in das Getriebe verwickelt und einem jähen Tode zugeführt hat. Aber weder 'Landarbelterinnen noch Fabriklerinnen lassen sich eines Besseren belehren, weil sie, ange'stammter Gewohnheit getreu, nur nach oben" blicken, wo alles Weibliche, in langer FaHne paradirt. Nun kam aber in neuester Zeit ein anderer Faktor modernen Cultuslebens, der allem Anschein nach berufen sein dürstender sehr Nothwendigen Kleilderreform früher oder später allgemeinc Geltung zu verschaffen, zu siegen, wo bisher alle Angriffe mit bewundemswerthe? Beharrlichkeit abgeschlagen wurden. Es ist der in immer weitere Volksschichten eindringende Sport, der Drang nach ausgiebiger Körperbewegung in freier Natur und in kunstgemäßer Ausübung. Auch in weiblichen Kreisen kam man' schließlich zu der Ueberzeugung, daß es geradezu beschämend unvernüivstig wäre, wollte man sich hier wieder aus den' so oft vorgeschobenen! Sittlich keitsgründen gänzlich ausschließen lassen. Muthig drang man also vor in die Reihen der Mäilner, zu! thun wie sie. Wollte man aber echten Sport, diesen nicht nur halb oder, als werthlose Spielerei treiben, so mußte man auch gewisse Ueberflüssigkeiten der Kleidung ablegen, anderes Nothwendige dazuthun'um wieder den Gesetzen der Sittlichkert zu genügen, die hier im Speziallfalle sich ganz anders formuliren, als sie früher willkürlich ausgestellt wurden. Zwar der älteste Sport, den auch Frauen trieben, die hocheole Reitkunst, hat sich bis heute mit einM unsportmäßigen Nothbehelf abgefunden, um das lange Kleid beibehalten zu dürfm. Damit erhielt sich zwar die liebe Gewohnheit intact, aber das Reiten wurde auch danach, nicht halb und nicht ganz, denn der Sitz- im Quersattel beschränkt die Ausübung des Sports in sehr merkliche? Weise. Deshalb sind fa auch die Vorurtheils freieren der Amazonen in neuester Zeit schon, auf den Gedanken gekommen, sich richtig wie die Männer in den Sattel' zu setzen, wozu wiederum der Rock getheilt, jedes Bein für sich bekleidet werden müßte; und diese Zweitheilung des Rockes ist ja bekanntlich der am heftigsten umstrittene Punkt, den die Sittenrichter unter keinen Um'standen preisgeben wollten. Immerhin bleibt es etwas merkwürdig, weshalb z. B. Liebhaberinnen anderen Sportes Äber diese falschen Bedenklichkeiten schneller hinwegkamen. Beim Baden, beim Jagen, beim Turnen hat .man sich längst der vernünftigen Tracht anbequemt. Beim Rudern hat man allerdings etwas eigensinnig am ungetheiltm Rocke festgehalten, obeich gerade hier die auf dem Wasser kaum zu vermeidende Durchnässung des niederhängenden Gewandes und die in ihm bedeutend vergrößerte Gefahr des Ertrinkens bei Unfällen mit dem Boot erst recht zur Reform hätte führen sollen. Alle diese Sportsarten sind eher mehr oder weniger den. bes scr gistelltzn Klassen der Frauenwelt vorbehalten, die ihre Kleider jedesmal nach Bedürfniß wechseln, können. Die Nesorm-Tportkleidung konnte sich aber auf d:e Allgemeinheit nicht aus breiten. Da kam als jüngster Sport das Rad" und ihm wird es vorbehalten bleiben, zu vollenden, was die andern Sportsarten vorbereiteten. Diese seltsame Maschin: aus dünnem Stahl, die den auf seinen eigenen Füßen ziemlich langsame Menschen befähigt, es in der Fcr!beweguug seinen leichtfüßigsien Mitzeschcpfen aus der Thierwelt gleichzu:!n. ist längst auZ dem Genre ::r reinen Sportartikel herauszewachsen und zu eine.m nothwendigen Stück Möbel geworden, das 'auch in hervorragender Weise dem Erwerbsleben die.".:. Aber auch als Sportsmaschine schon wurde das Rad von der Frauenwelt zu eigenem Gebrauche reklamirt in den Welt- und anderen großen Städten beflügelten taufende und abertaufende junger Frauen und Mädchen ihren Fuß ' mit dem welterobernden Rad trotz allen Rasenrümpsens und trotz allen Zetergeschreies engherziger Sittenrichter. Und sie opfern dazu ebenso., unbedenklich das Privilegium des flatternden Staubbesens, und zeigen sich in den vervehmten Beinklei2:rn. nicht nur wie bei anderem Sport am einsamen Strande oder im tiefen W7;e, sccdeia frei und offen auf den öeleötesten Promenaden und das ohne Orders zu err'öthen, als es die lebhafte Be.u.ig des Körpers mit sich bringt. E'.li: "ganze Literatur von, schlechten Witzen ist wie beim Auftauchen jeder Neuheit im Kulturleben schon über die Radle ringen in die Welt gesetzt worde.iv Und dennoch werden ihre? täzlich mehr. Wir wollen zugeben, daß die meisten, der Kleidermoelle der Rodlerinnen noch mit den Anforderungen gewandlick.er Schönheit 'auf gespanntem Fuß: stehen. Das kommt aber meist nur Daher, well man immer noch einen unGlückseligen (Kompromiß mit der alten Facon schließen will. Das Kleid soll da, wo , es unten endet, am weitesten sein und durchaus einem Rock ähneln. Da der gute Geschmack aber noch niemal bei der Frauenwelt in de." beston Händen, war. wird man auch diesen Ueberganszustand überwinden, und die schöne Welt de? Radlerinnen wird mit Lr.dia.em .Gesmack eine Kleidung ohne

Corsett und ohne lanaen Rock zusam menstellen, die allen Ansprüchen der Aesthetik genügt. Weit schnellt? als bisher würden. Rad und Dreß" sich in allen Vc'lksschichten eingebürgert haben. w:n in'xht durch den hohen Preis der Maschine die Abschaffung delselben noch den Meisten unmöglich gemacht ccer sehr erschwert würde. Aber das wird sich ändern. Mir wollen hier nur auf die Nähmaschine hinweisen, 0ic lange Jahre nach ihrem Auftauchen auch das Vir- und Mehlsache ihres jetzigen Preises kostete, wobei noch in Betracht zu ziehen ist, daß die Nähmaschine einen bedeutend höheren Werth an Arbeits kosten (der Materialwerts fällt bei der Fabrikation weniger, in's Gewich!) repräsentirt als das Fahrrad. Werden die Räder erst einmal zu einem ihrcm Fabrikationswerth Qngewessenen Preise auf den Markt geworfen, so wird alle Welt", werden also auch die Frauen auf dem Rad fahren, die zumal in großen Städten mit der Wegezeit vom Heim zur Arbeitsstätte sparen müssen. Dann wird aber auch die Reformkleidung so allgemein 'werden, daß sie nicht mehr auffällt und Niemanden mehr genirt. Gerade bei den an Zahl überwiegenden Mitgliedern der arbeitenden Klassen wird man diese Kleidung, wegen ihrer allseitigen Bequemlichkeit allem Anderen vorziehen, zumal sie durch Verwendung soliderer Stoffs und bei der Ueberflüfsigkeit von Flittertand sich auch billiger stellt, trotz eleganterem Aussehen, während andererseits der Phantasie der Erfinder neuer Moden in Ausschmückung der Reformkleider: keine Schranken gesetzt sind. Damit werden elegante Damen sich ihren besonderen Chic beivahren! können, aber alle Frauen werden sich in Kleidern bewegen, die den Anforderungen des Lebens und der- Gestindheitspflege weit mehr genügen, als die jetzt noch die Oberhsnd bchaltend: lange Staubfahne. Jedem das Seine. Der meiste Streit unter Seschwisiern entsteht dadurch, wenn Eines des Anderen Sachen fortnimmt, ohne zu fragen. Jedes Kind, selbst das. Kleinsie. will sein Eigenthumsrecht wahren; man mache 'deshalb den Kleinen schon im zartesten Alte? den Spruch: Jedem das Seine" klar. Die Worte werden ihnen, dann, gleichsam, in Fleisch und Blut übergehen und. wenn die Kleinen erwachsen sind, werden sie auch das Eigenthum Fremder besser achten. Will ein Kind das Spielzeug des Anderen benutzen, so wird es angehalten, zu fragen: Lieber Bruder, liebe Schwester, willst Du mir Deine Puppe, Dein, Pferd 11. s. w. borgen? Willst Du mich mit Dcinerra Baukasten mitspielen lassen? So gehört es sich und alsdann wird auch stets Friede und Verträglichkeit in der Kwderswbe herrschen, die Mutter selten zu schlichten haben. Gewöhnt sich aber das Kind. Alles als sein Eigenthum zu betrachten, wird es, erst größer geworden, auch bei Fremden Alles anfassen ued als sein Eigen 'betrachte:?, wird ohn? Erlaubniß Blumen U7.d Früch?e in den Gärten pslücken. Es dient also diese, scheinbar geringfügige Forderung dazu, die Moral schon im Kinde zu festigen und ihm das siebente Gebot ohne sein Wissen beizubringen Wie schön klingt es, wenn Kinder in fremde Häuser miizenomimen werdrr, stets um Erlaubniß fragen: Darf ich 'dieses oder jenes haben? anstatt gleich nach den begehrten Sachen zu greifen, unib ein Zetermordio anzustimmen, wenn man ihrem Verlangen nicht nachkommen kann. Das VcgchrUiN'Zsvermözen, kann schon im zartesten Kwdesalter veredelt werden und das Kind muß sich früh öegnügen lernen, dieses oder jenes zu entbehren dann, handelt man gewissenhaft und weife fci der Erziehung. Für Geist und Gemüth.

Ein Kampfplatz ist die Welt: Das Kränzlein, und die Krön' Trägt Keiner, der nicht kämpft. Mit Ruhm, und Ehr' davon. Ich will! Die höchste Krön' ist dieses. dje mich schmückt. Der Freiheit Siegel, das mein Geist sich ausgedrückt. Kaum ist die Gegenwart gedacht, So ist sie schon verschwunden; Uns aber hält, was sie gebracht,! In. Zukunft noch gebunden! Rücksichtsvoll. Bauer (zum Knecht auf der Fatrt zur Stadt): Mas willst denn. Sepp, weil Di' so oft flach mir umschaust?" Sepp: I möcht ger wege der Heimfahrt wisse. Bauer, ob Ihr Euch in der Stadt wieder betrinke wollt, sonst that i mi heut amol betrinke!" Entgegenkommend. Dame (zum HeirathÄzermitÄer): Aber der Herr Hat ja gar keinem Bart!" Heirathsöerm'ittler: Wenn's nur das ist! Die nöthige Haarwuchs pommade verpflichte ich mich gratis zu liefern!" Feine Schmeichelei. Junge Dame (reiche Erbin, nachdem sie einige Sachen gekaust, zum Händler): Ich inöchte mich auch gerne einmal wiegen lassen. Kaufmann: Schön, mein Fräulein, Herr Lehmann, bringen Sie 'mal schnell die Goldwage herein! Darum. Doktor A.: Warum, Herr College, wenn ick fragen darf, wollen Sie Ihre Krankheit, die Sie ja selbst klar und deutlich erkannt haben, durch mich' behandeln lassen? Doktor. B.: Weil ich leider nicht im Stande bin. mir selbst das Bier enerLisch genug zu verbieten! -