Indiana Tribüne, Volume 19, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1896 — Page 6
r OJlljetm bei Stuttgart. In Ost und Wch Tas Haus ist's Best. Die Bestrebungen, auch den weniger bemittelten Klassen gesunde, behagliche und dabei billige Wohnungen zu schaffen und damit namentlich auch der oft krassen Wohnunzsnoth in größeren. Städten zu steuern, machen erfreulicher Weise immer größere Fortschritte. In der That ist auch eine behagliche Wohinung die erste Voraussetzung für ein glückliches und zufriedenes Familien-leben.
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' cfaiiMM Oberer Kanonenweg. Auch Stuttgart ist in Lösung der Aufgabe zur Beschaffung billiger Familienwohnungen mit gutem Beispiele vorangegangen. Hier hat der Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen unter dem Vorsitz des Geh. Hosraths Dr. Pfeiffer die Sache in die Hand genommen. Zunächst wurde ein ca. 9 Hektar großer Platz angekauft und sodann eine Preisconcurrenz zur Anferiigung von Entwürfen für die Ueberbauunz dieses Complexes ausgeschrieben, die ein reichhaltiges Material ergab. Im October 1891 konnte mit dem Bau der ersten 43 Häuser begonnen werden, die im Juli 1892 bezogen wurden. So entstand Ostheim, das wir unseren Lesern im Bilde vorführen. Den Namen erhielt die Ansiedlung von ihrer Lage im Osten Stuttgarts und namentlich zur Unterscheidung von weiteren, von dem bauenden Verein 'projectirten ähnlichen, Niederlassungen, am Süden und Westen der Stadt. m im In der N euffe n,st ra ß e. Heute zählt Ostheim bereits 161 Häuser mit über 500 Wohnungen und einer Vevölkerungszahl von ca. 2300 Seelen, und bereits sind weitere 41 Häuser im Bau begriffen. Im Ganzen wird Ostheim gegen 300 Häuser mit ca. 1000 Wohnungen erhalten, so daß nach dem Ausbau hier für eine Beöölkerung mit über 5000 Köpfen gute Wohnungen geschaffen sein werden. Die Wohnungen selbst bestehen theils aus 2, theils aus 3 Zimmern. Jedes Haus, mit Ausnahme der etwas größeren Eckhäuser, in welcher auch einige vierzimmerige Wohnungen sich befinden, enthält je 3 Wohnungen, und zwar, da die Häuser dreistöckig sind, je eine für sich allem auf einem Stockwerk. (Auf Einfamilienhäuser mußte mit Rücksicht auf die theuren Bodenpreise verzichtet werden.) Auch bei den EckHäusern, bei welchen zum Theil 2 Wohnungen auf einem Stock sind, ist strenge darauf gesehen, daß jede Wohnung für sich allein vollständig, durch Glasthür, abgeschlossen äst. Die Miethpreise sind gegenüber denjenigen der Stadtwohnunzen um ca. 50 Procent billiger, im Durchschnitt nur 280 Mark für eine dreizimmerige Wohnung. Bei Teckplatz. den kleineren Wohnungen ist das Verhältniß ein noch günstigeres. DachWohnungen (1 Zimmer mit Küche, Keller. Holzplatz und Abort) sind von 7 Mark monatlich an zu haben. Bei den Häusern ist alle 'Schablonenhafte und Kasernenmäßize vermieden, jedes hat seinen eigenen Charakter und steht doch in hübsch ?m Einvernehmen mit seinen Nachbarn. Fast hinter jedem Hause ist eh Eärtchen. in einzelnen Straßen außerdem noch ein Vorgärtchen, und es ist ein? Freude, zu sehen, wie sich die Bewohner Mühe geben, diese Gärten hübsch anzulegen und gut zu unterhaltcn. Der Verein unterstütz! dieses schöne Bestreben dadurch, saß er Preise für die bestgehaltenen Gärten aussetzt. Die Lage Qstheims, an und für sich ist eine sehr hübsche und gut gewählte: nur weniae Minuten von der übrigen
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Stadt entfernt (vom Centrum etwa 23 Minuten) mit reizendem Ausblick auf das Neckar- und Remsthal. Für die nöthigen Geschäftshäuser ist ebenfalls gesorgt (Bäckerei, " Metzgerei. Wirthschaft, Kaufläden, auch Consumverein und so weiter), und zwar will diese der Verein in eigene? Verwaltung behalten, um dadurch immer Einfluß darauf ausüben zu können, daß diese Geschäfte im Interesse der Bewohner gut geführt werden. Die Preise der Häuser sind je nach Größe und Ausstattung verschieden, durchschnittlich kommt ein Haus mit 2 zweizimmerigen Wohnungen und einer Dachwohnung auf 9000 'bis 11.G00 Mark, ein solches mit dreizimmerigen Wohnungen auf 11.000 bis 15.000 Mark zu stehen. Die ZahlungsbeoinZungen sind sehr günstige. Mit einer vierteljährigen Zahlung von 25 Mark schon ist die Möglichkeit der Erwerbung
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Das Karlsruher CadcttcN'ZZaus. Als eine Musteranstalt ihrer Art gilt , das Karlsruher Cadettenhaus. Seine Lage, in unmittelbarer Nähe der badischen Residenz, ist so günstig wie nur möglich; ist doch die Anstalt rings von harzduftendem Tannenholz und schattigem Buchenwald umgeben, der sich stundenweit erstreckt und von wohlgepflegten Fußwegen nach allen Richtungen hin durchkreuzt wird. Ein entzückender Anblick, wenn im
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DasHauptgebäude. Winter die Bäume im Schmucke des Rohrreifs in der Sonne hellem Schein strahlen und funkeln; ein Duften und Ju?)iliren ohnegleichen, wenn des Lenzes Allgewalt die schwellenden Blattknospen gebrochen und Baum und Strauch mit neuem Grün umkleidet hat. Auch fehlt nicht der Blick auf des Schwarzwalds dunkle Höhen, wie auf die ragenden Berge der vielgepriesenen Pfalz. Dadurch wird in den jungen Herzen Liebe zur Natur und Bewunderung gegenüber der Schöpferherrlichkeit geweckt, so daß sie, entgegen dem Pessimismus, der in unseren Tagen so viele beherrscht, mit Hölty singen: Q wunderschön ist Gottes Erde Und werth, darauf vergnügt zu sein!" C o m m a n d e u r h a u Die Anstalt bildet sozusagen eine kleine Colonie; in gewaltigem Viereck reiht sich Gebäude an Gebäude; das Hauptgebäude hat die riesige Ausdehnung von 380 Meter und enthält auf den beiden Flügeln die Wohnräume für die Compagnie-Chefs und einige Untecbeamte; daran schließen sich, durch einen gedeckten Gang mit den Flügeln verbunden, in zwei Stockwerken die Wohnstuben der 220 Cadetten, die in zwei Compagnien zu je fünf Brigaden getheilt sind; jeder der letzteren steht ein Officicr als Erzieher vor, der den ihm anvertrauten Cadetten Führer und Berather ist; er beaufsichtigt sie bei ihren Arbeiten wie bei ihrem Spiel und führt sie auch bereits in die Geheimnisse des militarischen Dienstes ein. Ueber den Wohnstubcn befinden sich die beiden gewaltigen Schlaf- und Waschsäle; in fast Wsh l o ?r? IM t'H 1. A J W t ätöfc im mcgsr Auf dem Scheiben stand. unübersehbarer Reihe steht hier Bett an Bett, jedes mit einer Tafel versehen, die den Namen des Inhabers verräth. Im Waschsaal genügt ein Druck auf den Wasserhuhn, um alle Schüsseln gleichzeitig zu füllen und wieder zu entleeren. Durch einen zweiten gedeckten Gang gelangt man in das Lehrgebäude, in dessen Erdgeschoß der gemeinsame Speisesaal und in dessen oberstem Stockwerke die evangelische und katholische Kapelle für die sonntäglichen Gottesdienste liegen. Reich geschmückt und dennoch nicht überladen, stimmen sie schon durch das gedämpfte Licht, das durch die bunten Glasfenster fällt, zur Andacht. Dem Hauptgebäude gegenüber erhebt sich die geräumige Turn- und Schwimmhalle, der Tummelplatz für jugendliche Kraft und körperliche Gewandtheit. Es erfreut das Auge, die schlanken, wohl gewachsenen Gestalten aus Commando in das nasse Element hinabtauchen und mit kräftigem Arme es durchschneiden zu sehen. Selbst im Winter braucht das Baden nicht ausgesetzt zu Turnen. werden, da der Raum durch Wasserdampf erwärmt und das Wasser selbst durch Maschinen auf die nöthige Temperatur gebracht wird. Ganz in der Nähe gewahrt man das Lazareth mit hohem, luftigem Krankensaal und einer Anzahl Krankenzimmer, wo ein Stabs- und Assistenzarzt, nebst einem Lazarethwärter für gewissenhafteste ärztliche Behandlung und liebevolle Pflege sorgen. Besonders zu erwähnen sind noch das Commandeur-, das Pfarrhaus und das. Casino. Innerhalb des mächtigen Vierecks befinden sich Gärten und ausgedehnte Turn- and Spielplätze, auf denen in den Freistunden ein buntes, fröhliches
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Treiben herrscht. Nußbaum- und Lindenalleen, die vorerst noch sparlichen Schatten spenden, durchschneiden den weiten Hof; . auch an einem Scheibenstande fehlt es nicht, wo die
E x e r c i r e n und G r ? f f e ü b e n. jungen Krieger ihr Auge üben und Treffsicherheit und Schießfertigkeit erlangen sollen. So ist nicht- nur für die geistige, sondern auch für körperliche Ausbildung in jeder Hinsicht auf's beste gesorgt. Frisch, frei fromm, fröhlich!" Das ist auch der Wahl- und Wahrspruch des Karlsruher Cadettenhauses. Die Cadetten sollen in ernster, angestrengter Arbeit zu Männern herangebildet werden, die frisch und fröhlich im Leben ihre Pflicht thun. Der schwerste Mann. Das Seine-Babel Paris erheb! Anspruch 'darauf, den dicksten Mann der Welt zu seinen Bewohnern zu zählen. Dieser Riese nennt sich Henri CanonBerg, ist geborener Schwerer und wiegt .die Kleinigkeit von 520 Pfund. Canon-Berg ,ist 45 Jahre alt. kam frühzeitig nach Deutschland und ergriff den Brauerberuf. Schon in seiner Jugend hatte er Anlage zur Corpulenz. Doch war er ein vorzüglicher Schwimmer und Turner und namentlich ein flotter Tänzer,, außerdem ein guter .Fußgänger, der die weitesten Touren spielend zurücklegte. Nacheincnder in einer Anzahl großer Brauereien, zuletzt in Holland, als Inspektor Henri Canon-Berg. thätig, kam er schließlich, nach Paris. Der Riese ist be! einem Leibesumfang von, 2.25 Meter 1.85 Meter hoch; hat volles schwarzes.etwas melirtes Haupthaar,' schwarzen Schnurrbart und graue Augen. Die Brustweite des Riesenmannes beträgt 1.85 Meter, der Umfang der Oberschenkel 1,25 Meter, der der Waden 0,82 Meter, des Oberarmes 0,58 Meter. Sein Gewicht von 520 Pfund, sowie die vorstebnden Maße überhaupt, wurden auf der städMischen Wrge m Lyon amtlich beglaubigt. iCa-non-Berg ist niemals krank gewesen und befindet sich auch .bei seiner jetzigen Leibesfülle vollkommen wohl. Er ißt und trinkt nicht mehr als andere Menschen. Die elektrische Henne. Das moderne Mädchen für Mes, Elektricität, ist nun auch in den Dienst der Geflügelzüchter gepreßt worden. Herr George H. Stahl in Quincy, Jlls., ist der Erfinder eines Brutapparates, dessen Erwärmung auf dem elekirischen Wege geschieht; auch dient der eleltrische Strom dazu, die Tempera S t a h l's I n c u b a t o r. iur auf das Genaueste zu reguliren. Der Kasten des Apparates hat den bis'her gebräuchlichen Boiden, der mit Minera.lwolle gefüllt ist, und die Wärme wird von einem über den Eiern befind lichen Wasserbehälter geliefert, der mit einem an der Seite angebrachten Reservoir in Verbindung sieht. Ein elekirischer Strom erzeugt die erforderliche Hifce und rcgulirt zugleich die Temperatur. Jmmergalant. Sie (zu ihrem bezecht nach Hause kommenden Gatten): Aber. Mann, ich glaub' immer. Du siehst doppelt!" Er: .Ist ja 'n Glück bei so 'mm hübschen Weiberl!" Enttäuschung. Frau: Zl?s ist denn aus den Pfannkuchen geworden, die ich gestern gebacken habe? Mann: Die hat sich ein Freund von mir mitgenommen, der sie hier stehen sah. Frau: Ist denn das ein so großer Verehrer von Mehlspeise? Mann: Nein, aber der Mann hat eine große Mineralien-Sammlung.
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Einsam steh'n auf siiller Wach e. Das ist-eine schpne 'Sache.. Hat Man Hunger obend'rein, ' Muß es gar recht qualvoll sein. Peter denkt mit trüber Miene: Wär' bei mir doch die Karline!" 1 Kaum hat er das ausgemacht, s Hört er, wie da Jemand lacht. ' Er sieht hin, was ihn da necke Da kommt Lina um die Ecke, Einen Korb am Arm mit Wurst Und vier Flaschen für den Durst, i ' Ach, Karline!" ruft da Peter, ' Eenen Kuß jeb' ich Dir später. Erst muß ick den Magen füllen Un' den Höllendurscht mir stillen! So. Karline, det war scheen! . . . Wat. Du willst schon wieder jeh'n? Nee, nu' erst wat vor't Jemieth. . . . Wenn uns blos nich Keener sieht!" Liebster Peter!" seufzt Karline Der thut keck wie Karl der Whne; Doch aus diesem sel'gen Bunde Schreckt sie plötzlich auf die Nunde. Alle Wetter!" denkt jetzt Peter..' ' Und vor's Schilderhäuschen geht er, .Ach. Karline, mach' Dir fort Sonst sieht uns, der Lcitnant dort!" i'Der Lieutenant ht die Gruppe nicht mehr bemerken können. Lina lommt ihm .harmlos in den Weg; er weiß nicht, daß sie die Liebste der Schildwache ist.) Schönes Kind, gefall ich Dir? Fragt charmant der Officier, .
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Und, vergessend seine N'un?e, Naht er sich Karlinen's Munde. . Diese liebt nicht solche Possen, Und mit ihren Vorderflossen Winkt sie ab dem Sohn des Mars, Recht und billig von ihr war's. Ob auf Ball er, ob auf Ronde, Ob Premier er, ob Seconde, Stets ist einem Leutenant Solch' Blamage höchst genant. . Wüthend rus! er: Unverschämt! Ha, paß auf, Du wirst gezähmt!" Und er sperrt sie ei ider Daus Peter'n in das Schilderhaus. ,lDaß Er sie mir streng bewache!" Ruft er knirschend voller Rache, Geht dann ab mit strammem Kreuz, Peter'n und Karlinen freut's! Tlefseefische mit Leu6)torganen. Die neueren Tiefseeforschungen habm uns mit einer großen Anzahl bis dahin gänzlich unbekannter Fische bekannt gemacht, unter denen sich manche von geradezu ungeheuerlicher Gestalt befinden. So ist beispielsweise bei dem Älelauoctus John8toiri der Rumpf winzig, der Rachen dagegen riesig und noch gewaltiger der Sack, in dem der Fisch die geraubte Nahrung, aufbewahrt. Zum Schwimmen ist die Gestalt dieses Raubfisches offenbar viel zu plump; vermuthlich lockt er. auf dem Meeresgrunde ruhend, seine Beute zu sich heran, wozu ihn die Natur mit einer Art Lockangel über dem Maule ausgerüstet hat. Noch seltsamer sieht der Saccojilnn'ynx pelecanoides aus, der nur aus einem Maul mit einem schwanzartigen Anhängsel zu bestehen scheint. Was die Färbung der Tiefseefische betrifft, so sind von den bis jetzt bekannt gewordenen Arten 63 Procent dunkelbraun bis tiefschwarz; bei manchen zeigt auch das Innere des Rachens dieselbe Färbung. Im frischen Zustande lassen sie gewöhnlich einen prachtvollen bläulichen Glanz gewahren; 4 Procent haben Silberglanz, 3,5 Procent sind roth, wogegen bis jetzt nur ein einziger von violetter Färbung entdeckt wurde. Am allermerkwürdigsten sind ohne Frage die mit Leuchtapparaten zum Erhellen der dunklen Stoniias boa. Meerestiefe ausgerüsteten Tieffeefische, von denen unser Bild eine höchst interessante Art darstellt. Es ist das der Stomias boa mit je zwei Reihen leuchtender Flecke längs dem ganzen unteren Rande des Körpers von dem Maule bis zum Schwanz. Der Fisch schwimmt also in einer förmlichen Aureole dahin. Er wurde aus einer Tiefe von 1900 Meter an's Tageslicht gezogen und scheint im Uebrigen ein sehr gefährlicher Raubfisch zu sein. Sein unförmlich großes Maul ist mit sehr scharfen Zähnen ausgestattet, mit denen er sich selbst an starke Gegner heranwagen kann, um sie zu zerfleischen. Auch seine Augen sind unverhältnißmäßig groß. Ein anderer Leuchtfisch aus der geheimnißvollen Meeres tiefe ist Ielaco8teus !- ger, den man noch lebend an die Oberfläche gebracht hat. Er hat unter dem Auge zwei Leuchtslecke,' von denen der obere ein goldiges, der untere ein grünliches Licht ausstrahlt, so daß dieser Fisch seine Bahn ähnlich wie die Locomotive die Schienen mit der Laterne beleuchtet. Alle diese Fische lassen ihre Leuchtapparate offenbar sirahlen, wenn sie auf Raub ausziehen. Sie machen dadurch aber auch ihre Gegenwart wiederum ihren Feinden kund, so daß die nichtleuchtenden Arten auf dem Grunde des Meeres wohl sicherer und für den auch dort wüthenden Kampf um's Dasein" besser ausgerüstet sein dürften. Auch eine Ausrede. Gattin (welche ihren Mann dabei ertappt, als er dasStubenmädchen lüßt): Aber Arthur!" .Gatte: Pardon ich wollte nur Deine zarten Lippen schonen!" Noch schlimmer! Richter : Ich ersehe aus den Akten, daß Sie schon- einmal vor Gericht standen, weil Sie Ihre Schwiegermutter schlecht befyuMt haben! Wurden Sie bestraft?" Angeklagter: Ja aber nicht vom Gericht!" Kindermund. Deer kleine Karl (zum Onkel): Denke Dir, Papa hat sich ein neues Gebiß machen lassen." . Onk?l: öo. was thut er denn mit dem alten?" Der kleine Karl: Na. daZ läßt er wahrscheinlich kleiner machen, dann muß ich's tragen." .
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Mriändel. Humoreske ron W. Lynn. Mariandel war ein liebes, herziges Kind, das am Tag lustig und fiöel umhersprang zur Freude ihrer Eltern, aber wenn ver Abend kam und nach dem Abendsüppchen Mariandel in ihr . ' rr .' . . . Y ll Bettchn sollte, dann gav'S mti ucoiq und Müh für die Mama, denn Ma- . wi m : s ranoel woure immer nocy einlciictftündchen" aufbleiben, und wenn dann die Mama mit sanfter Gewalt die Kleine zu entkleiden und zu Bett zu bringen begann, dann mußte die Mama oftmals ihr bewährtes Hilfsmittel anwenden, um das Mariandel dahin zu bringen, ihr Gesichtchen in die Kissen zu drücken und einzuschlafen. Und dies Hilfsmittel war kein anderes als der schwarze Mann." Bor ihm hatte, wie die meisten Kinder, das Mariandel einen ganz heillosen Respekt, und die Mama brauchte nur zu sagen: Also, Du willst noch nicht schlafen, wie die anderen artigen Kinder alle schön, dann muß ich den schwarzen Mann" holen." Ach nein, Mütterchen bitte, nein!" Und gehorsam barg sich das kleine Mädchen in die Kissen. Ja, gewiß, das Mariandel hatte eine heilsame Furcht vor den unbekannten schwarzen Mann", und in ibrerKinderphantasie stattete sie sich ihn ganz absonderlich mit allem Schrecks chen aus. Und wie bei Kindern und oft bei den großen erwachsenen Kindern! die Furcht mit der Neugier Hand in Hand zu gehen pflegt, so tauchte auch in Mariandels Lockenköpfchen der Gedanke auf: Wenn ich doch nur einmal ganz von Ferne sehen könnte, den schwarzen Mann, nur ein Augenblickchen, ohne daß er mich sähe!" Und eines Frühmorgens, als das Mariandel die Treppe hinabhüpfte, um mit den Vögeln unten im Garten um die Wette zu singen und zu springen, da that sich, just als sie auf der letzten Stufe stand, die Eorridorthüre auf und Mariandel blieb mit weit geöffneten Augen und angstvoll pochendem Herzchen stehen; denn da stand er vor ihr, der schwarze Mann", ganz ruhig, wie die Mutter ihn geschildert, vom Kopf bis zum Fuß, einen Rußbescn in der Hand, ein wunderliches rußiges Etwas über die Schulter gehängt. Aber ehe der Kaminfeger, der mit Wohlgefallen das hübsche Kind betrachtete, ihm ein Scherzwort zurusen konnte, kam es halb ängstlich, halb trotzig aus dem mit Weinen kämpfenden Munde Mariandels: Mama braucht Dich jetzt gar nicht, schwarzer Mann, am Tage bin ich immer artig!" Da lachte der schwarze Mann bclustigt auf und sagte: Schön dann geh' ich wieder fort. Ich thu' Dir auch gar nichts. Du kleines feines Püppchen. ag' nur der Mama, ich sei dagewesen, und käme Morgen früh wieder sie weiß dann schon Bescheid!" Das Mariandel aber sah dem Kaminkehrer voller Freude nach, und an diesem Morgen hat kein Kind so fröhlich gespielt, wie unsere Kleine. Und der Abend kam. Ein schöner Sommerabend, an dem es um 8 nock licht und sonnig war. Und um 8 I sollte Mariandel im Lettchen sein, so - n c rwlvouie es oie oerzranoige cama. Aber heute war Klein-Mariandel renitenter denn je. Und schließlich kam es wieder von den Lippen der erzürnten Mama: Ei also mein Liebling ist ganz unartig heute Abend jetzt stehe ich auf und hole 'den schwarzen Mann!" Aber, siehe da unser Mariandel duckt sich nicht erschreckt nieder, nein, aus dem Bettchen klingt ein silberhelles Lachen und ehe die erschreckte Mama weiß, wie ihr geschieht, spricht sie: Ach nein Mama, heute kommt er ganz gewiß nicht mehr ich soll's Dir nur sagen! Und dann thut er mir auch gar nichts, er hat's mir selbst gesagt!" Mit dem Schreckbild des schwarzen Mannes" war's nun für die Mama für immer vorbei. Mariandel ist aber doch brav geworden und auch ohne ihn späterhin Abends artig eingeschlafen! Schlagfertig. Einem wenig beliebten Professor legen die Studenten, als er ein Kolleg über Mineralogie lesen will, unter die zur Demonstration bestimmten Gesteinproöen auch ein Stück Asphalt. Der Profcs sor beginnt und zeigt während des Bortrages die einzelnen Steins den. Hörern. Das ist ein Stück Graphit dieses ein Stück Edelquarz dieses ein Stück Malachit und Diesel " hier ergreift seine Hand den klebrigen Asphalt, das ist ein Stück 'Unverschämcheit!" Ein.flotter Tänzer. A. (auf einem Balle zu seinem Freunde): Schau nur, wie fleißig Müller heute tanzt, kaum fjci er eine Dame auf den Platz zurückgeführt, fliegt er schon wieder mit einer andern durch den Saal. B.: Ja, er muß sich auch tummeln, wenn er mit allen Töchtern seiner anwesenden Gläubiger tanzen will. Mitleid. Arzt: Na, Johann, wie steht es denn heute mit Jhrem Herrn?" ' Johann: Ach, es ist immer noch nicht besser, vorhin wollte er mir die Kaffeekanne an den Kopf werfen, aber die Kräfte reichten nicht aus!" Ein Pessimist. A.: Wie kommen Sie auf den Einfall, daß ich verheirathet sein soll?" B.: Nun. ich sah Sie doch gestern mit einer Dame Arm in Arm." ,A.: Und da dachten Sie natürlich gleich wiede; daä Schlechteste!"
