Indiana Tribüne, Volume 19, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1896 — Page 3

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Säjii(iüd)i) Von Ocors Htznet. (12. Fortseöung.) w53a ist denn geschehen, lieber freund? Sie machten ein so eigen--thümlickes Gesicht, als Sie mich kominen sahen, daß ich fast glauben muß, Sie haben jemand anders als mich erwartet. Da liegt mein Schlafzimrner und durch jene Thüre kann niemand außer mir oder meinem Manne hereintreten." Er nickte kurz und nicht gerade höflies) mit dem Kopfe und blieb so mürlisch und unfreundlich, daß Lydia Verdacht schöpfte. Da bald Besuch kam, mit dem sich Raimond beschäfiiqte. benutzte sie die Gelegenheit, um Samuel beiseite zu ziehen. Das gebeimnißvolle Gezischel zwischen der Gräfin und dem Bankier war man so gewohnt, daß es niemand einfiel, sich darüöe? zu verwundern. Sie hatten täglich mindestens eine Viertelstunde lang miteinander zu verhandeln. Die zunae Frau nannte es scherzend Bernhcimer die Beichte abnehmen". Währcnd dieser kurzen Unterredungen ließ sich Lrdia gründlicki über den Stand der Börse unterrichten und war 'adurch in der Lage, ihrem Gatten Nathfealäae zu ertheilen, die bisher stets glücklich für ihn ausgefallen waren. Gerade jetzt intereffirtcn sie sich aber beide -weder für das Steigen noch Fal!en der Kurse und Bernheimcr zitterte vor verhalten? Erregung, als sie ihn neben sich auf einem kleinen Sofa in einer Ecke des Salons zum Sitzen einlud. Sie waren genügend von den andern entfernt, um sich, wenn sie nicht allzulaut sprachen, ungestört miteinander unterhalten zu können. Na, was gibt es denn nur, mein bester Sam?" fragte Madame de Ploerne noch einmal neugierig. Sie sehen ja ganz verzweifelt aus." Ich habe auch allen Grund dazu!" enteignete der Bankier mit zitternder Stimme. Was ist denn so Schreckliches geschehcn? Steht es schlecht mit dem Comptoir?" Ach was. das Comptoir? Wenn es weiter nichts wäre!" Weiter nichts! Sie haben gut reUnu Ja, gut reden! Ich spreche als ein Mann, der sein halb?s Vermögen für die Gewißbeit hingeben wollte, daß sein Verdacht falsch ist." Die Hälfte Ibres Vermögens? Wollen Sie das Geschäft mit mir machen?" fragte Lydia lachend, trotzdem es ihr unbehaglich zu werden anfing. Bin ich vielleicht einigermaßen in der Lage, Ihnen über Ihre Zweifel hinwegzuhelfen?" Sie sind es nicht nur cinigermaßen, sondern vollständig." Das ist wenigstens deutlich. Also um was handelt es sich?" Um das. was Sie vor etwa einer Stunde in der Nue Lübeck zu suchen hatten." Bernheimer hatte sehr leise und mit finsterer Miene gesprochen; aber Lydia sah ihm mit einem klaren, unschuldigen Blick in die Augen, und ohne die geringst: Erregung in den Zügen, ohne im mindesten erschreckt zu scheinen, sagte sie: Nue Lübeck? Wie kommen Sie auf die Nue Lübeck?" -Bchaupten Sie etwa, daß Sie nie dagewesen sind?" fragte der Bankier verwirrt. Nie mein Bester." antwortete sie ruhig. Er beobachtete sie aufmerksam. Als gewiegter Pariser verstand er sich auf Lügen, hatte er sie doch schon in allen Variationen mitanhören müssen und war nicht leicht zu täuschen. Entweder habe ich mich geirrt, oder sie ist von einer Schlauheit, von der ich bisher keine Ahnung hatte," dachte er. Und laut fügte $r hinzu: Sie sind heute bei Einbruch der Dunkelheit nicht aus einem Eckhaus der Nue Lübeck herausgekommen?" Nein, mein bester Sam. Was sollte ich denn da thun?" Almosen spenden," sagte er kurz , und rauh. Das habe ich auch gewissermaßen gethan," erwiderte sis, ohne tfch außer Fassung bringen zu lassen, da ich den ganzen Nachmittag in einer Sitzung der Gesellschaft für arme Mütter" verbrachte." .So!" sagte der Bankier gedehnt. Und plötzlich schoß es ihm durch den Kopf, daß er ja die Präsidentin des Vereins, in dem Lydia gewesen zu sein vorgab, genau kannte, die Fürstin Stollberg. Er wußte, daß er die vornehme Dame im Theatre Franais treffen würde, da sie nie die DienstagsVorstellungen versäumte. In drei Minuten hatte er dann die Wahrheit heraus. Wenn Lydia wirklich den Nachmittag in der Komitesitzung gewesen war, dann hatten ihn seine Augen oetäuscht, und die junge Frau belog ihn nicht. Er brach darum die so erregt begonnene Unterhaltung mit Lydia nach ein paar gleichgiltigen Worten ab, schüttelte Raimond die Hand und entfernte sich. Am Abend begab er sich während eines Zwischenakts in die Loge der Fürstin Stollberg und erhielt von ihr ohne weiteres Auskunft über den Verein, der ihr so sehr am Herzen lag. Er nahm ihr für fünfundzwanzig Louisdor Tombolaloose ab und erfuhr, daß die entzückende kleine Ploerne",' die so viel m der Sache that, der Sitzung am Nachmittag beigewohnt hatte. Oft erweckt eine zu genaue Uebereinstimmung der Thatsachen erst recht Mißtrauen. Trotz des Beweises, daß Lydia nicht in dem verdächtigen Stadtviertel gewesen war, konnte sich der Bankier nicht beruhigen. Er hatte bie

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Ueberzeugung, daß die junge Frau es sehr geschickt verstand, ihre geheimen Gänge zu maskiren, und dachte sich, daß eben die Augen der guten Fürstin weniger klar sehen, als die eines verliebten und eifersüchtigen Bernheimer. Die ganze Nacht grübelte er über die Sache nach, stand wie zerschlagen auf und sagte sich schließlich: Sollte ich mir auf meine alten Tage auch noch das Schlafen abgewöhnen? Das ist ja das reine Gift für den Menschen! Ich muß dieser Ungewißheit ein für allemal ein Ende machen und die Geschichte ins Klare bringen." Er ging in sein Arbeitszimmer, klingelte und gab den Befehl, Herrn Bricolier zu ihm zu bitten. Nach Ausführung dieses Entschlusses wurde er ruhiger, trank eine Tasse Thee und las seine Zeitung. Es war gegenMittag. als sein journalistischer Sekretär bei ihm eintrat. Bricolier war sehr elegant gekleidet und frisirt, als ob er eben aus den Händen eines Friseurs hervorgegangen wäre, und Bernheimer betrachtete ihn wohlgefällig, denn er liebte das und behauptete, daß das Aeußere eines Menschen den größten Theil zu seinem Erfolg beitrage. Was gibt es heute neues, Bricolier?" fragte er, indem er dem jungen Mann einen Stuhl anbot. Daß Jean Berneret gestorben ist .... der Maler.... die beiden Bilder, die Sie von ihm besitzen, sind so auf einmal das Doppelte werth geworden, da er keine neuen mehr malen kann.... Dann erzählt man sich eine pikante Geschichte von Madame de Tremiercs. die ihr Gatte auf frischer That mit Carcenis ertappte.... Weiter weiß man. daß Graf Perekin die Sophie Viroflay im Stich gelassen hat.... Der gute Mingrelier ist nach Odessa abgereist.... da gibt es für sie keine Rubel mehr, nicht einmal papierene!" Zu jeder anderen Zeit würde Samuel das Abenteuer der schönen Viroflay gewaltig interessirt haben, da er einmal eine bedenkliche Schwäche für sie gehabt hatte; jetzt aber hörte er kaum zu. Der Journalist, der seinen Chef mit seinen Klatschereien meist zu zerstreuen verstand, bemerkte sofort, daß er diesmal nicht das Rechte traf. Steht es vielleicht heute schlecht an der Börse?" fragte er, indem er sein Gesicht in ernste Falten legte. Durchaus nicht," erwiderte Bernheimer ausweichend. Dann, nachdem er noch eine Weile gezögert hatte, brachte er das Gesprach auf den Gegenstand, der ihn so vollständig beherrschte. Sagen Sie mal. Bricolier. haben Sie vielleicht einen intelligenten und zuverlässigen Menschen an der Hand, dem scheinen sehr wichtigen Auftrag anvertrauen könnte, einen Auftrag von delikatester Natur?" Der Sekretär betrachtete seinen Chef neugierig, da er ihn selten so erregt gesehen hatte. Er kannte ihn durch und durch, und in einem Flüstertone, als ob von einem Staatsgeheimniß die Rede wäre, fragte er: Es handelt sich wohl nm eine Damenangelegenheit?" Ganz richtig die mich aber nicht direkt betrifft," fügte der Bankier rasch hmzu. Als ob Dir dann so unbehaglich in Deiner Haut wäre!" dachte der JourI." AA l f , . I nalist. Laut wiederholte er: So, so.... um eine Damenangelegenheit.... das ist allerdings delikater Natur. Unter unsern Agenten haben wir einen gewissen Varoquet, der damals die von der englischen Diebsbande gestohlenen Wertpapiere so geschickt wieder herbeischaffte... Sie erinnern sich seiner gewiß.... Sie überließen ihn dann den Goldschmidts...." Ja wohl.... Der ist nur so schwerfällig... glauben Sie, man kann ihm gewisse Dinge anvertrauen?.... Das Glück eines meiner besten Freunde steht auf dem Spiel." Ach. also eine verheirathete Frau!" Nein." rief Bernheimer erschreckt aus.... seine Geliebte, die ihn hintergeht.... Man darf keine Anhaltspunkte geben höchstens den Namen des Mannes nennen, der im Verdacht steht, von ihr begünstigt zu werden." Durch den Geliebten hätte man die Frau auch schnell heraus.... Wenn Sie dies vermeiden wollen, ist es in der That kaum möglich, Varoquet mit der Sache zu betrauen. Er könnte irgendwie die Aufmerksamkeit erregen, ohne selbst etwas in Erfahrung zu bringen, oder könnte einen Skandal herbeiführen, namentlich wenn der betreffende Herr, in dessen Interesse Sie handeln, ein Hitzkopf wäre." Samuel, der mit ausgestreckten Beinen in seinem Fauteuil lag und nach der Decke blickte, schien in tiefes Nachdenken versunken; er verlor jedoch keine Silbe von dem. was sein Vertrauter ihm sagte. Dieser versuchte vergebens, die undurchdringlichen Züge seines Herrn zu erforschen. Wenn Sie mir nur eine einzige bestimmtere Angabe machen wollten, dann könnte ich Ihnen eher rathen, was sich thun läßt Könnten Sie mir nicht den Namen dessen nennen, der beobachtet werden soll?" Samuel rührte sich nicht. Er war immer noch eingehend mit der Musterung des Plafonds beschäftigt, aber von seinen Lippen fiel der Name: Roquiere...." Noquiere?" wiederholte Bricolier ruhig. Dann muß man die Rue Lübeck ins Auge fassen." Jetzt aber sprang Bernheimer auf. Seine Augen flammten und sein Gesicht wurde dunkelroth, während er nach dem Arme Bricoliers griff und ihn heftig schütelte. Rue Lübeck? Woher wissen Sie das? Ich weiß gar manches." erwiderte der Journalist lachend. Was nun Ro auiere anbelangt, so bin ich genau dar über unterrichtet, daß :r Zimmer in Nr. 17 der betreffenden Straße hat. Glauben Sie a nicht an eine Hexerei;

ich erfuhr es durch einen Zufall. Eine kleine Freundin von mir wohnt in dem Hause, Thür an Thür mit dem Liebesnest des Marquis. Ich für meinen Theil lasse mich für die Frauen nicht aus meiner gewohnten Ordnung bringen; sie kommen zu mir. Ich würde also kein: Ahnung von der interessanten Nachbarschaft gehabt haben, wenn die Kleine mir nicht neulich im Theater Noquiere mit den Worten gezeigt hat te: Der dort hat auf derselben Etage mit mir Zimmer, wo er seine Geliebte empfängt...." Wenn alfo der zu Beobachtende Noquiere ist, so muß sich die Dame in die Nue Lübeck zu ihm begeben, und dem ist wohl auch so, sonst wärm Sie bei Nennung des Straßennamens nicht so außer Fassung gerathen." Es ist in der That ein sonderbarer Zufall." sagte Bernheimer mit Nachdruck. Ein Fingerzeig der Vorsehung!" Wann hat sich Noquiere in dem Hause eingemiethet?" Vor ungefähr drei Wochen; aber vierzehn Tage lang blieb er aus. Erst seit acht Tagen' kommt er." Jeden Tag?" fragte Bernheimer erregt. Das weiß ich nicht," antwortete Bricolier ernst und ohne zu lachen, da er jetzt nicht mehr daran zweifelte, daß Samuel in seinem eigenen Interesse diese Nachforschungen anstellte und daß der Freund, dessen Ehre bedroht sein sollte, ihm nicht halb so lieb war, als er sich.selbst. - Sie merken jedenfalls, Bricolier, daß eine Überwachung nun unnöthig ist denn durch Sie weiß ich jetzt, was ich wissen wollte. WaZ noch zu thun ist. kann nur von uns gethan werden." Ah so.... Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?" Sie sind aber heute schwer von Begriff!" rief Bernheimer aus. Sie haben ein Mädchen Thür an Thür mit dem Nest, das ich beobachten will, und Sie fragen mich noch, ob Sie mir helfen können. Selbstverständlich; nur Sie. Ist Ihre kleine Freundin intelligent?" Sehr." verschwiegen?" Sie liebt mich." Bernheimer betrachtete seinen Sekretär fast mit Bewunderung. Er beneidete ihn um seine jugendliche Selbstgefälligkeit. Was würde er darum gegeben haben, wenn er es hätte wagen können, so von Lydia zu reden, wie Bricolier von seiner Geliebten! Es war wohl kaum anzunehmen, daß sie ihn je lieben würde. Vorderhand wenigstens suchte er verzweifelt nach den Beweifen, daß sie einen andern liebte. . Alfo, mein Bester, Sie werden die Güte haben und Ihre Freundin mit ein paar Zsilen zu sich einzuladen und sie zu bitten, von heute ab die Augen offen zu halten und auf alles, was sich in der Nue Lübeck in der Wohnung neben ihr abspielt, genau zu achten. Die Frauen sind viel schlauer als wir. Sagen Sie ihr aber ja nicht zu viel; sie wird immer noch genug errathen. Vor allem nennen Sie keine

Namen. Was ich wissen will, ist nur. ob die Dame, die zu Noquiere kam, . ( 1 nocq immer lommi uno zu welcyer Stunde und an welchezn Tage. Wenn Sie mir darüber berichtet haben werden, will ich.... nein, nehmen Sie gleich hundert Louisdor aus der Kasse und kaufen Sie Ihrer Freundin ein Armband dafür...." Das wäre ganz falsch," unterbrach ihn Bricolier. Da bildet sie sich womöglich ein, es handle sich um den Schah von Persien oder Um einen rujsischen Großfürsten. Wenn Sie erlauben. werde ich ihr einfach das Geld geben." Machen Sie das ganz, wie Sie es für richtig halten; wenn Sie nur Jhrcn Zweck erreichen." Bricolier verbeugte sich und ging. Während Samuel, außer sich bei dem Gedanken, daß Lydia mit Roquiere ein Verhältniß unterhielt, der hübschen Gräfin eine Falle legte, führte der Zufall Raimond mit Therese zu sammen. Der Wohlthätigkeitsbazar, den die Fürstin Stollberg mit so viel Geschick veranstaltete, fand in dem Saale Albert-le-Grand statt, nachdem zuvor an ganz Paris gedruckte Einladungskarten ergangen waren mit der Randbemerkung: Von Madame X., die auch für die kleinste Gabe dankbar sein wird." Unter diesen Damen X. prangte vor allem der Name der Gräsin Ploerne, und Bernheimer hatte von ihr, zugleich mit Noquiere, eine Aufforderung zum Besuch des Bazars erhalten. Am Abend vor der Eröffnung, gegen fünf Uhr, hatte Bernheimer seiner Angebeteten einen Besuch abgestattet und sie in großer Aufregung angetroffen. Sie wissen doch, daß ich morgen mitverkaufe," begann sie eifrig. Ich soll die Bude mit Bürsten und Besen übernehmen. Wie Sie sich denken können, paßt mir dies nicht sehr und ich beschwerte mich auch gleich. Warum überläßt man die Bonbons Madame de Bligny, den Champagner Madame Tresorier, die Puppen Madame de Fontenay und nicht mir? Bürsten und Besen, wirklich etwas Nettes! Und was gibt mir die Fürstin, zur Antwort? Gerade weil diese Dinge schwer loszuschlagen sind, hat man Sie tmcn zuertheilt. Die andern Damen könnten damit nichts machen; Sie aber wer1 k t M ri den nm eicyttgrell oie ornen 'N Gold umsetzen. In unsrem Verein st es Sitte, die unangenehmste Arbeit den hübschesten und liebenswürdigsten Da men zu übergeben." Was sollte ich darauf antworten? Da müssen nun eben meine Freunde herhalten und ihr Portemonnaie aufthun, denn ich will meine Besen verkaufen, als wären Sie mit Brillanten übersät. Also, mem Ire b:r Sam, seien Sie vorbereitet." Sam war vorbereitet und ging aus

alles ein, was sie verlangte. Wenn es ihr Lorbeeren eintrug, wollte er ihren Vorrath viermal aufkaufen und ein fünftes Mal zur Verfügung stellen. Der Wohlthätigkeitsbazar in dem Saale Albert-le-Grand unter Leitung der einflußreichsten und vornehmsten Damen aus der Pariser Gesellschaft erfreute sich eines ungeheuren Zu spruchs. Die Buden, in denen die hohen Verkäuferinnen ihre Waaren feilboten, waren auf das Eleganteste ausgestattet, denn die freigebigen Besucher durften nicht durch einen nüchternen Anblick mißgestimmt werden. Am Eröffnungstage hätte man sich auf einem Jahrmarkt glauben können. so bunt sah es in dem Saale aus. Zwischen grünen Blattpflanzen und von der Decke herabhängenden Fähnchen waren die Waaren in reizendem Durcheinander und mit einem Geschmack ausgelegt, wie er nur einer Dame von Welt zur Verfügung steht. In der Porzellanbude glänzte und schillerte es von künstlerisch schön bemalten Majoliken. Bei den Lederwaaren war alles zu haben, was die moderne Industrie an Phantasiestücken auf den Markt bringt: Photographierahmen, Schreibmappen. Portemonnaies, Brieftaschen,' Visitenkartentäschchen, Serviettenringe in roth, braun, schwarz, gelb; alle Farben waren vertreten und auch der greuliche Juchtenledergcruch fehlte nicht. Daneben hingen in wohlgeordneten Reihen Kinderfachen für die Armen: Trikotwestchen, wollene Unterröcke, gestrickte Mützchen und mit rosa- und blaueidenen Vändchen durchzogene Unterzäckchen. Und ganz unten im Saal stand der Schänktisch, wo das Glas Champagner von fünf Franken bis zu fünf Louisdor kostete, je nach dem Belieben des großmüthigen Trinkers. Aus den Spielwa.arenbuden erklang das Kreischen der Blechtrompeten und das

Gequickse der Automatengruppen. Bei den Schrelbmatrialien lagen weiße Bogen mit fliegenden Schwälbchen, die in ihrem Schnabel einen Brief davontrugen, zwischen Stößen von Geschaftsbuchern, unverschuttbaren T:ntenfässern, Federn, die drei Wochen lang ohne frische Tinte vorhielten, Taschenmessern, Radirmessern, SchreibMaschinen und Kopirpressen. Kurz alles, was es an zerbrechlichen und unzerbrechlichen, nützlichen und unnützlichen Dingen gibt, war da vom Boden bis zur Decke aufgespeichert und wurde so theuer als möglich verkauft. Und inmitten dieses seltsamen Durcheinanders der denkbar verschiedenartigsten Artikel standen die Damen rn großer Toilette mit ihrem liebenswürdigsten Lächeln um die Lippen, dem strahlendsten Blick in den Augen und kokettirten zum Wohle der Armen und kompromittirten sich um unsres lieben Herrgotts willen. Ernst und schweigsam, in schwarzem Kleide und weißer Haube, bewegten sich durch dasGewühl hindurch die Gestalten der Klosterfrauen, die Almosenverwalterinnen des Wohlthätigkeitswerkes, zu dessen Gunsten der Bazar veranstaltet worden war. Der Verkauf verlief brillant, und man drängte sich in dem großen Saale wie an einem Ausstellungstag im Louvre oder Bon-Marche. Schon waren die gangbarsten Artikel vergriffen, denn die Berechnung in der menschlichen Natur fehlt nie; selbst da, wo man um des Mitleids willen kauft, muß wenigstens so praktisch als möglich gewählt werden. Schon klapperte es in den Kassen vielverheißend von Goldstücken. Schon war die Besen- und Bürstenbude der reizenden Gräfin Ploerne fast leer, und Bernheimer erstand eben noch den kleinen Federwisch, mit dem die Gräfin ihre Waaren abgestäubt hatte, für fünfhundert Franken. Betäubender Lärm herrschte. Alles schrie durcheinander, die Verkäuferinnen und die Käufer; es war kaüm durch die Menschenmenge durchzukommen. Noquiere hatte, nach einem Aufenthalt von fünf Minuten bei den Bürsten, einem Aufenthalt, der seinem Geldbeutel sehr nahe ging, Ploerne wie einen Retter aus den Händen der Gräfin begrüßt. Es war gegen fünf Uhr; draußen regnete es in Strömen, und nachdem Raimond lange an der Seite seiner Frau verweilt hatte, zog er sich in eine ferne Ecke des Saales zurück, die als Vorrathsraum für die jetzt weggeholten Waaren gedient hatte. Abseits auf einer Bank saßen zwei Klosterfrauen und warteten das Ende des Verkaufes ab. Sie sprachen miteinander, das Gesicht zu Boden geneigt und ohne auf das Gerriebe um sie her zu achten. Die großen Flügelhauben verbargen ihre Züge. Die eine trug das blaue Band der Novizen ihres Ordens; die andre und ältere blätterte aufmerksam in einem Verzeichniß. Ploerne war näher getreten; im selben Moment hob die Novize ihren Kopf, und fast fassungslos erkannte der Graf Therese. Als sie ihn erblickte, sprang sie hastig auf. Ihre Begleiterin schaute sie erstaunt an. Da sagte das junge Mädchen, indem sie der peinlichen Situation ein Ende machte, mit ruhiger Stimme: Der Herr ist ein Verwandter von mir, Schwester Marie; darf ich einen Augenblick mit ihm sprechen?" Gewiß, mein Kind." Therese that ein paar Schritte auf Raimond zu, der blaß und stumm vor ihr stehen geblieben war. Das Herz krampfte sich ihm zusammen, als er das einst so verwöhnte, sorglose und glückliche junge Mädchen in dem groben Wollkleid mit der weißen Haube vor fi sah. Er versuchte in ihrem Antlitz zu lesen, was in ihr vorging. Doch fast mußte er annehmen, daß sie das heilige Gewand, das sie trug, vor jeder weltlichen Empfindung schützte, so ruhig schien sie mit dem etwas traurigen Lächeln um den Mund, dem klaren Blick ihrer schönen Augen und den offenen Zügen, die sich so schlecht mit ty

rem ??:k,ltritt vereinen Heften, fiatte I

v f (O w K " a C 5 1 wiuiuiuu'j uuci iiyic iyuuuc uuytupi, - er würde sie so kalt wie Eis gesunden haben. Minuten waren schon verstnchen, und noch immer hatten sie kein Wort miteinander gewechselt. Raimond konnte dieses Schweigen, in dem sich all die schmerzlichen Erinnerungen zusammendrangten, nicht langer ertragen. Ich hatte keine Ahnung, daß ich Sie hier treffen würde, Therese," begann er, indem er sich bemühte, seiner vor Erregung zitternden Stimme mehr Festigkeit zu geben. Zum erstenmal redcte er sie mit Sie an. War es die Achtung vor ihrem heiligen Gewände? Oder that er es nicht vielmehr, weil er herausfühlte, daß zwischen ihr und ihm keine Vertraulichkeit mehr bestehen konnte? Sie schwieg, und er fuhr fort: Lydia ist hier. Sie haben sie wohl bemerkt?" Sie nickte mit dem Kopse und erwiderte: Ja, ich habe sie von weitem gesehen." Haben Sie denn mcht Mit ihr gesprochen?" Nein." Warum nicht? Ich bin überzeugt. sie hätte sich sehr darüber gefreut." Therese preßte die Lippen übereinander, als wolle sie eine Antwort zurückdrängen, und den Blick zur Seite wendend, entgegnete sie mit erkünstelter Gleichgiltigkelt: Sie ist so sehr ,n Anspruch genommen, daß ich fürchten wurde, sie zu stören. Raimond schwieg eine Weile still. Die ganze Haltung des jungen Mädchens verwirrte und beunruhigte ihn. Er fühlte dunkel, daß sie eigentlich die Verlegenere hätte sein müssen, und doch war sie gefaßter als er. Schon früher hatte er diesen Eindruck gehabt, der solch furchtbare Zweifel in ihm wachrief. Mit Bitterkeit im Tone sagte er endlich: Steht denn Ihrem Herzen die, welche früher wie eine Schwester mit Ihnen lebte, jetzt so fern, daß Sie Ihr Verhalten so peinlich abwägen? Haben sich Ihre Gefühle für sie denn verändert?" Ein leichtes Roth färbte die Wangen des jungen Mädchens, als sie kurz erwiderte: Sie sind noch dieselben wie früher." Diese Antwort schien Raimond so zweideutig, daß er sich mehr Klarheit verschaffen wollte. Er sah ihr forschend ins Gesicht, als er fragte: Dann ist es Ihnen gewiß eine große Genugthuung. Lydia glücklich zu wissen?" Ich bete täglich inbrünstig zu Gott, daß Sie es beide sein möchten." Sie blieb kühl und gelassen. Raimond wagte nicht weiter in sie zu dringen, und mit schwerem Herzen, denn er ahnte hinter ihren Worten Dinge, die sie verschweigen wollte, erkündigte er sich: Und Sie, Therese, sind Sie glücklich?" Sehr glücklich." Darf ich Sie bald einmal mit Lydia im Kloster besuchen?" Ich danke Ihnen für die freund!!che Absicht. Aber ich möchte lieber, daß Sie mich in meiner Zurückgezogenheit nicht stören." Sie sind ja doch ohnehin nicht ganz aus der Welt geschieden, da ich Sie heute hier treffe." Ich erfülle einen Auftrag, der mir ertheilt worden ist. Es ist dies seit einem Jahr das erste Mal. daß ich das Kloster verlasse, und es wird auch das letzte Mal fein." , . ' Dann werden Sie also für uns, die wir Sie so lieb haben, ganz verloren sein?" Todt.Lieben Sie uns denn nicht mehr, Therese?" Ich liebe nur noch Gott." Therese hatte diese Antwort fest, fast heftig gegeben, und sie seufzte erleichtert auf, als sei sie froh, damit das letzte Band, das zwischen ihr und ihrer Familie bestand, zerrissen zu haben. Raimond erblaßte: Man konnte fast glauben, Sie haßten uns." Lesen Sie nicht mehr aus meinen Worten heraus, als sie bedeuten." erwiderte Therese sanft. Sie wissen wohl, daß ich Sie nicht hasse."' War es Zufall, daß sie sa antwortete und nur von ihm sprach? Ihn haßte sie nicht, aber Lydia? Und warum denn Lydia?.... Der Graf litt furchtbar, und seine Befürchtungen spiegelten sich so deutlich auf seinem Gesichte wieder, daß Therese Mitleid mit ihm empfand. Ihr Groll war wie weggeblasen, und nur noch Nachsicht und Milde bewegten ihre reine Seele. Sie legte ihre Han.d leicht a.uf Raimonds Arm, indem sie sagte: Bewahren Sie sich den Frieden ihrer Seele und genießen Sie Ihr Glück. . Leben Sie wohl, Raimond,. und seien Sie überzeugt, daß ich weder Lydia noch Sie in meinen Gebeten veraessen werde." Darauf grüßte sie ihn mit einem ernsten Neigen ihres Kopfes und kehrte zu ihrer Begl'.iteruz zurück. Raimond wagte nicht, ihr zu folgen. Er konnte sich über seine Empfindungen in jenem Momente keine Rechenschaft ablegen; er wußte uur, daß alles in ihm aufgewühlt wccr. Während er seiner Erregung Herr zu werden versuchte, nahm er sich vor. gar nicht über den Sinn von Th?reses Worten nachzuqrübeln. und wandte seine Schritte wieder dem Theile des Saales zu. wo sich die Verkaufsbude seiner Frau befand. Ly dia strahlte. Von den Komitedann umgeben, zählte sie die Banknoten and Goldstücke, die in einem Körbchen neben ihr aufgehäuft lagen. Sowie sie Raimonds ansichtig wurde, rief sie ihm voll Stolz entgegen: Elftausend Franken habe ich aus meinen Waaren geloit! Das liebe Kind ist unser Segen,

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saate die ??üriZin Stöllbera. br dano - - - j - j - " v 3 f (YTl r a Vm icu c uiiic uiiucii -cuuicu, iucuu ic im Ueberflusse schwimmen werden. O nein, den Herren, die so sreigebig waren!" entgegnete' die junge Frau. Ich habe a nur verkauft. Ploerne, thun Sie mir den einzigen Gefallen und nehmen Sie mir ein halk Dutzend Besen ab," seufzte Bernheimer, dessen Taschen mit den verschiedensten Gegenständen vollgepfropft waren. Ich habe so viel von dem Zeug, daß ich für die Reinlichkeit mei-1 nes und auch Ihres Hauses auf zehn Jahre hinaus gutstehen kann." Da kommen die Diener.... Meine Damen, erlauben Sie mir. Ihnen einige Bürsten anzubieten," fuhr Bernheimer lustig fort. Ich will sie ja gar Nicht verkaufen, ich schenke sie Ihnen.... Sie erweisen mir den größten Dienst..." Nun strömten alle hinaus, und bald leerte sich der Saal. Lydia ließ sich von ihrem Diener den Mantel umwerfen. tauschte da und dort em paar Abschiedsworte mit ihren Mitverkäuferinnen aus. bekam noch einen Kuß von der Fürstin und begab sich, von Bernheimer und ihrem Manne begleitet, an ihren Wagen. Die Heimfahrt verlief schweigend; denn fern von dem Lärm und dem Getriebe des Bazars hatte Raimond mehr Muße, seinen Gedanken, die nicht gerade froher Natur waren, nachzuhängen. Seit einem Jhre war er nicht wieder so bekümmert und bedrückt gewesen. Thereses Auftreten, war ihm ein Räthsel, wie schon früher auch. Vom ersteir Augenblick an hatte sie sich so gezeigt: Bitter und verschlossen in innerer Empörung. Sie hatte keine Thränen gehabt und hatte sich nicht in Vorwürfen ergangen, als sie das tragische Ende ihrer geheimeir Liebe erfuhr, und nichts hatte den verzweifelten Schmerz verrathen, den der Verlust eines theuren Wesens erzeugt. Sie schien viel mehr über die Entdeckung ihres Fehltrittes außer sich, alSüber das, was ihr geraubt worden war; es machte den. Eindruck, als verknüpfe sie kein Band mit dem Todten. Und doch hatte sie eingestanden und sich angeklagt! Was hätte sie dazu veranlassen sollen, wenn sie unschuldig war, denn daß sie für Lydia, keine Zuneigung empfand, zeigte sie nur zu deutlich. Warum also hätte- sie sich für sie opfern sollen? Trotzdem kehrte in seinem Innern der furchtbare Zwiespalt des ersten Momentes wieder: Lydia oder Therese?" und er bebte vor seinen eigenen Gedanken zurück. Lydia! Sollte es dennoch Lydia gewesen sein? Er wies den Verdacht weit von sich, aber immer und immer wieder drängte er sich ihm auf, verstärkt durch das. was er in dem Jahre des Zusammenlebens mit der jungen Frau an Frivolität. Koketterie und sogar an Gewissenlosigkeit in ihrem Charakter zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte. Er wollte nicht zugeben, daß sie etwas andres als rein und edel war, und doch schrie es in ihm: Dies alles ist Therese! Du magst Deine Augen noch so sehr vor der Wahrheit verschließen wollen. Du weißt seit Monaten ganz wohl, daß die, welche Du liebst, voll Egoismus, und daß sie, die Du verdämmst, voll hingebenden Opfermuths ist." Er litt Qualen und kämpfte einen verzweifelten Kampf mit seinem Gewissen und seiner Vernunft, und dennoch sprach er Lydia frei. Welch gähnender Abgrund würde sich auch vor ihm aufgethan haben., wenn er sik hätte für schuldig erklären müssen. ' Der Abend verfloß ihm in peinvollster Erregung. Er war in der Oper, im Hintergrund seiner Loge, aber er hatte keine Ahnung von dem, was aus der Bühne vorging. Er mußte in den Zwischenakten Besuche empfangen. mußte Rede und Antwort sieben Endlich konnte er aufathmerr, als er sich allein in seinem Rauchzimmer befand, wo er bis zum Morgengrauen saß und über das furchtbare Problem nachsann, das ihn. fast verrückt machtt und das ihn einmal in fchaumendk Wuth versetzte, um ihn dann wieder in die furchtbarste Niedergeschlagenheit zurückzuwerfen. Aber er konnte die Dinae von noch fo vielen Seiten erwägen und beleuchten, sich noch so oft fragen: Warum spricht alles sur Therese. die schuldig, und alles gegen Lydia. die unschuldig ist?" Eine endgilti. ge Antwort darauf konnte er sich nicht geben, wußte er doch nicht, was wirklich geschehen war, fondern nur das. was man ihm. gesagt hatte. Der Todte war mit der schrecklichen Rache des Schweigens ins Grab gesunken, und außer den beiden jungen Mädchen und Leila konnte ihn niemand aufklaren. Nur die Mulattin war bisher noch nickt von ihm. ausgefragt worden, und er entschloß, sich, nun auch diesen letzten Versuch zu wagen. Sobald er die Dienstboten im Hanse wach Hütte. klingelte er und verlangte nach Leila. Diese war stets da, wo )it gevraucyi wurde, als ahne sie im voraus, die Wünsche ihrer Herrfchaft. Sie erschien vor Aaimond wie immer ruhig, und ibrer selbst sicher, mit einer vndurchdringlichen Miene m ihrem brsnzefar-. . benm Gesicht?, und wartete, was er zu sagen haben wurde. Er war viel ver legener als sie. denn er wäre gern ge- , rcrde auf sein Ziel losgegargen, fühlte cMi auf wie unsicherem (srunoe, er fußte urOt mußte sich einigermaßen zur Lorsicht zwingen. Leila." begann, er, gestern bin ich in dem Bazar, wo die.- gnädige Frau verkaufte, Fräulein Therese begegnet; sie sieht sehr verändnt aus. Daß sie sich in einem Kloster befindet, ist Ihnen ja bekannt. Sie stso die einzige, nu der ich bisher noch nie über die Ereig nisse von Beaulieu gesprochen habe, und doch müfa Sie, da Sie das volle Vertrauen 'ihrer Herrin genießen, M manches 'über die Sache wissen." .(Fortsetzung folgt.).

?ür die N'üche. K a r t o f f e l - S u p p e. Dk ah

geschälten und gewaschenen Kartoffeln werden in, Wasser mrr etwas Salz gas gekocht, abarzossen: urjj idurch ein. Sieb gestrichen. Nun rührt inu,n sie mit Fleischbrühe klar u.nld laßt sie noch tu nxat !Rtit mit feinaehackten KrTutern', unter die man etwas Masoran mischen kan, lochn und giebt sie, mit einem Stück Butter ode? einigen Eidottern. und Sahne abgezogen, mit kleinen Crouto.ns- zur Tafeln Saurer Kalbsschlegel. Man nimmt einen Kalbsschkgel, häutet, wascht unb trocknet ihn ab, reibt ihn m:t Salz em, i pickt ihn recht gut mit Speck und legt ihn zwei bis drei Tage m Essig, in welchen man Wurzelwerk, gelbe Rüben, Zwiebelscheiben, Lorbeerblatt, eine bis zwei Nelken, tu was ganzen Pfeffer und noch etwas Salz gegeben hat. Nun macht man in ernem Tiegel Butter heiß, gibt den Braten nebst allen Zuthaten und einenr Schöpflöffel Beize und ebenso viel Fleischbrühe hmem und laßt rhn am besten in der Bratröhre unter öfterem Bec-eßen goldgelb auf beiden Selten braten, gibt noch eine Schwarzbrot--rinde in Mehl eingetaucht nebst etwas Fleischbrühe dazu, läßt ihn vollends weich idampsen und gießt schließlich nach Belieben noch einige EßAfsel sau ren Rahm m die Sauce. Wirsing, Weißkraut oder Kartoffelmus paßt am besten dazu. Schweines les chra g o u U Hierzu nimmt man die Rippen oder die Brust, theilt sie in beliebige Stücke, walcht dieselben, re:bt sie gut m:t Salz ein, und 'legt' sie zn?ei Tage in den Essig, dem man Wurzelwerk, gelbe Rüben, Zwiebel- unü Zitroneniche. ben, Lorbeerblatt, zwei Nelken, mehrere Pfefferkorne? und. emrge Wachhoi.der beeren beifügt. Sodann setzt man dieselben, mit Schmalz,, sämmtlichen fyu thaten, zwei' Schöpflöffeln, Beize und ebenso diel, Wasser in einem Tiegel zu, kocht sie weich und stellt sie auf die Seite. Nun macht man ein braunes Einbrenn,, füllt 'mit Beize auf, gibt es in die Sauce, läßt diese 'damit gut durchkochen, treibt sie durch ein Haarsieb, gibt Die Flerichstucke wieder hinera und läßt, alles, nochmals auskochen. Gibt man! mit Kartosfelkl'ößen. Hummel brar en. Man nimmt Schlegel, Bug oder Rippen. Der Bra ten wird gewaschen, abgehäutet und von dem überflüssigen' Fett befreit, dann mit einigen, Knoblauchschnittchen gespickt, mit: Salz und Pfeffer eingerieben, in eine Bratpfanne, in welche? Schmalz heiß gemacht, wurde, gelegt und hellbraun, gebraten, hierauf wird Zwiebel, gelbe Rübe, Sellerie- und Petersilienwurzel, , Lorbeerblatt, Zitronenschale .:md etwas Wasser oder Fleischbrühe daran gegeben und der Braten unter öfterem Begießen in, der Bratröhre braun gebraten. Man gibt noch vor dem, Fertigwerden eine SchwarzbrotrinÄe in Mehl eingetaucht hinein, damit die Sauce gebundener wird, bratet ihn fertig und richtet ihn mit grünen, der weißen Bohnen, auch mit weißen Rüben an. Pfannkuchen.. Man gibt ein. halbes Pfund Mehl in eine Schüssel, rührt es m:t einem halbenQuart , Milch gut an, gjrbt fünf Eigelb, ein wenig Salz, zuletzt die Eiweiß, welche - man, zu 'Schnee, schlägt,, dazu, verrührt' eS gut, macht' in einer Pfanne reichlichSchmalz heiß, gibt von dem Tei.e, je. nachdem man den. Pfannkuchen-, fcünrc oder dick. wünscht.. hinein, backt ihnzuerst auf - 'der einen Seite, dann zugedeckt auf der andern goldgelb, bestreut; ihn mit, Zucker uvb fährt mit dem, übrigen Teige fort. Sehr rösch- wtt den dir. Pfannkuchen, wenn man Buchelöl statt Schmalz nin.yit. Man gibt Eampott oder grünen Salat da zu, in welch letzterem Falle man kernen. Zucker, auf diec Pfannkuchen streut. W in d nu c?l n. Ein- Viertel Quarr Milch wird mit 5 Unzen Bu!--ter und 2 Unzen Zucker aufgekocht 'dann-zwei Fünftel Pfund, feines unk gesiebtes Mehl gut hineingerührt und 'der Teig so- lange auf dem Feuer-ge rührt, bis er sich von der Pfanne los löst.'dann laßt, man ihn erkalten, gibt acht Eier- und ein wenig Salz dau und verarbeitet den, Te?g recht fein, sticht mit einem blecherntn Löffel walnußgroße Stücke aus, setzt sie auf-ein mit Butter bestrichenes Blech weit .aus einander und backt sie bei mittelmäßig ger Hitze:- im Rohr hellgelb, bestreut sie mit-Zucker und gibt sieMarm mit.einu Weinfauce: zu Tische. Re.i's mit feizgeschnMe nem Schinken. Der -Reis wird :geir5 schenz. in Fleischbrühe oder gesalzenem Wasser tecich gekocht auf einerr Platte angerichtet und m& fein geschnittenem Schinken dicht bestMt. 'FeZschsa'lc.zt. UeberZ gebäe. brnes gekochtes Ochsenfleisch oder R'irdkxitttr wird in dünne, . ländliche STückchm geschnitten, mit längliÄ ge fchnid'enon Znxibeln brsirait, Salz und Pf'ffer fru, gethrn, mit Essig und Oel übergrsscn und gut unter ein an&s gemeng 5. Nach Beliebm kann mors, fein geschnittene Sssiggurkn bei fugen, ihn euch mit Zwas Kartoffelsalat mischen G r ie ßpuddi ng. Man rührt em halbes. Wund fnen Gneß in ein Quart 'siedende Milch und kocht ihn mit 2j UnzM Butter und emer Messerspitze Salz zu tirtm dicken Brei, gib! ihn in tine Schüssel und iäßt ihn er kalten. Nun rührt man sechs Eigelb ein VZertel Pfrnd gestoßenen Zuckn, welch vorher an einem Stück Zitrone abzerreben wurde, und 1Z Unze gesiofan Mandeln nebst dem Schnee d T - jt" ?r r::m lk ?ccc5 jiireiK aui hinein,-. um ciire uns i . . n . t t.ri t Butter beiMazene orin uno israji ccn Pudding in anderthalb Stunderd. -Eine Wein? oder Fru-chtM mtiyi. . ., ....