Indiana Tribüne, Volume 19, Number 121, Indianapolis, Marion County, 19 January 1896 — Page 6

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Zur Geschichte der DampfschiffZaljrt. Wenn uns auch die Geschichte bereits Beispiele von btz Anwendung von Schaufelrädern in der Schifffahrt aus der Zeit vor Christi Geburt überliefert hat. so ging doch der erste Versuch, solche Räder durch Dampf zu treiben, erst im Jahre 1543 von Blasco de Garay aus. Denis Papin stellte 1707 in dieser Hinsicht verschiedene Versuche auf der Fulda bei Kassel an und andere Experimente wurden von Jonathan Hull. Graf tAujiron und Marquis de Jouffroy gemacht. Doch alle diese Versuche waren ohne Erfolg und von geringer Bedeutung, wenn man sie mit denen vergleicht, die die Amerikaner WiMam, James Rumsey, John Jitch und vor Allem Robert Fulton anstellten. Nachdem Fulton in fremden Ländern eingehend die Verweuldung der Dampfkraft studirt hatte, kehrte er 1806 nach den Ver. Staaten zurück und ließ hier im Verein mit R. Livingstone ein Dampfboot, den Clermont". auf der Vrown'schen Werft bei New York bauen. Der Rumpf dieses Fahrzeugs war aus Holz verfertigt und hatte bei einer Länge von 133

Kriegs Kämpfer Fulton L" Fuß eine Breite von 18 Fuß; der Tiefgang betrug 7 Fuß und der Tonnengehalt 100 Tonnen. Der Cylinder der 18 Pferdekräfte starken Maschine, die in England von Voulton & Watt angefertigt war, maß im Durchmesser 24 Zoll, die Länge des Kolbenstoßes war 4 Fuß. Der kupferne, nur für niedrigen Dampfdruck eingerichtete Kessel hatte eine Länge von 20 Fuß, war 8 Auß breit und 7 Fuß hoch. Die Mazchine trieb zwei Schaufelräder, die mitschiffs angebracht waren; ihrDurchmesser betrug 15 Fuß. Jedes Rad hatte 8. Schaufeln, die 4 Fuß lang waicn und 2 Fuß tief eintauchten. Der Clermont" war sozusagen das erste Schiff, bei dem mit Erfolg die Dampfkraft zur Anwendung kam. Die erste Fahrt, die das Boot machte, wurde am 7. August 1807 von New York nach Albany unternommen, wobei es eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 5 Meilen in der Stunde entwickelte. Im darauffolgendenJahre vergrößerte man den Clermont" und gab dem Fahrzeug den Namen North River". JB a V a n n a h". Die erste Seefahrt, die von einem Dampfer gemacht wurde, war diejenige des ebenfalls 1807 gebauten Phönix". Da Fulton und Livingstone das alleinige Privilegium hatten, mit Dampf getriebene Schiffe auf dem Hudsonfluß fahren zu lassen, so mußte der Ph'onix", dem so der Hudson verschlossen war, in See gehen, um zum DelawareFlusse zu gelangen. Im Kriegsjahre 1812 erhielt Fulton die Aufforderung, den Plan zu einem Kriegsdampfer, dn Häfen und KüstenPlätze beschützen sollte, zu entwerfen. So entstand der Demologos" oder wie er fpäter hieß, Fulton I." Das Schiff lief am 29. Oktober 1814 auf der Werft der Gebrüder Brown bei Broojlyn vom Stapel. Es war ein Doppelschiff von 156 Fuß Länge und 56 Fuß Breite mit einem Schaufelrade, das durch eine Dampfmaschine von 120 Pferdekräfte in Bewegung gesetzt wurde und sich zwischen beiden Schiffen befand; ferner hatte das Schiff zwei Masten und vorn und hinten je zwei Steuerruder, um vor und rückntörfs zu fahren, ohne zu wenden. Dampfbrigg New York". Der Bau verzögerte sich sehr, da es ungemein schwer hielt, in jener Zeit des Krieges erfahrene Arbeiter zu erhalten. Auch an dem nöthigen Material mangelte es sehr und dasselbe mußte von weit her geholt werden. Die Geschütze wurden auf dem Landwege von Philadelphia bezogen. Die Armirung bestand aus 30 langen 32-Pfündern und zwei 100-Pfündern. Am 1. Juli 1815 Machte das Schiff seine Probefahrt auf hti New Yorker Bai und am 4. Juli kine Fahrt auf dem Ocean, bei welcher ?s 53 Meilen in 8 Stunden und 20 Minuten zurücklegte. Nach Beendigung des Krieges wurde der Dampfer abgetakelt und auf der Marinewerft bei Brooklyg verankert. Hier diente er

mehrere Jahre als Rekrutenschiff, bis er am 4. Juni 1829 in die Luft flog.

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Noyal William". Den Amerikanern, die ja auf maschinellem Gebiete so häufig bahnbrechend wirkten, gebührt der Ruhm, den ersten Dampfer für transatlantischen Dienst gebaut zu haben. Es war dies die Savannah". die am 22. August 1818 in New Jork vom Stapel gelassen wurde. Sie war im Auftrage eines gewissen Daniel Dodd von dem Schiffsingenieur Francrs 'Tickett construirt worden. Bemerkenswerth bei diesem Schiffe war. daß die Schaufelräder bei stürmischem Wetter zusammengelegt und an Deck gebracht werden konnten. Unter Führung des Capitän Rogers verließ die Savannah" am 23. Mai 1819 den, Hafen von Savannah. Ga., um über Liverpool nach St. Petersburg zu fahren. Sie traf an ihrem Bestimmungsort am 25. Januar ein. Da das Schiff nur einen Vorrath von 75 Tonnen Kohlen und 25 Klaftern Holz aufzunehmen vermochte, so hatte es während der 26 Tage, die es auf See war, nur an 18 Tagen unter Dampf fahren können. Lange Zeit diente das Schiff dann als Frachtdampfe? zwischen New Fork und Savannah, bis es schließlich an der Küste von Long Island strandete und in Trümmer ging. s2iis3äiSK25 THE Steorn Bri NEW-YORK, Richard Cwnkvxxrd JkJeuttr, Will leavt hr on TMursday, th 31 St inst at 0 o'tiocfc, FOJl tfEW-YORK, and will continue her regulär ran to leave NORFOLK every other Thvrsday. For-Freight c Tawagc appty o Wm. Rcwland Oct 21. ts Schiffsanzeige aus dem Jahre 1822. Der zweite Oceandampfer war die Dampfbrigg New Jork", erbaut im Jahre 1821 in Norfolk, Va. Sie hatte einen Raumgehalt von 231 Tonnen und erhielt eine Maschine von 50 Pferdekräften. Die New York- war Eigenthum eines aus vier Kaufleuten bestehenden Consortiums. , . - Die obige Schiffsanzeige bezüglich der Fahrten des Dampfers ist nach dem Norfolk Beacon", in dessen Spalten sie am 28. Oktober 1822 erschien, wiedergegeben. Der Dampfer Noval William" war der erste, der die Reise nach Europa ausschließlich mit Dampfkraft machte. Er war im Jahre 1830 in Quebec, Canada, erbaut und hatte folgende Dimenswnen: Kiellänge 159 Fuß, Breite 47 Fuß. Tiefgang 19 Fuß, Raumgehalt 1,645 Tonnen. Nachdem das Boot eine Zeit lang zwischen Halifax und Quebec gefahren war, unternahm es seine erste transatlantische Reise im Jahre 1833 nach London, woselbst es nach einer Fahrt von 25 Tagen trotz stürmischen Wetters glücklich und ohne Unfall ankam. Damit war die praktische Verwerthbarkeit des neuen Beförderungsmittels über allen Zweifel dargethan und von nun an begann die großartige EntWickelung der Dampfschifffahrt, die dem Weltverkehr einen mächtigen Impuls gegeben, und ohne die der gewaltige Umfang, den er seitdem gewonnen, nicht möglich gewesen wäre. Er hat's. Eine Villa haben Sie, Herr Baron, wie ein Schloß! Schade, daß sie nicht steh! auf einem Felsen!" Nu, was nicht ist, kann werden! Ich lass' mer bau'n 'n Abgrund dazu!" E r hat sich verheirat h e t. Du siehst aber schlecht aus. drückt Dich denn der Schuh?" Nein, der Pantoffel!" Glücklicher Zu,fall Lebemann: Nein, so was von Falschheit! Nun hat mir diese Mtzt vom Ballet 'die Liebe gekündigt es ist nur ein Glück, daß die letztm Perlenohrgehänge, die ich ihr gab, auch falsch waren!" Seltene Gelegenheit. Studiosus Spund: Deine Bitte ist abschlägig beschieden worden natürlich, wie konntest Du dem Professor auch nur zu so unpassender Zeit mit Deinem Anliegen kommen?" Studiosus Süffel: Ich ich war ja gerade nüchtern.".. '

Die Venezuela-Commission. Vom Präsidenten Cleveland sind nunmehr die Mitglieder der Conunis sion ernannt, welche in Gemäßheit des vom Congreß angenommenen Gesetzes den seit vielen Jahren zwischen Großbritannien und Venezuela schwebenden Grenzstreit untersuchen soll; es sind die Herren David G. Bremer von Kansas. Bundesoberrichter, als Vorsitzer; Richard H. Alvey von Maryland, Chefrichter des Appellationsgerichts für den Distrikt Columbia; Andrew S. White von. New York, Präsident der Cornell-Universität; Frederick R. Coudert von New Aork; Daniel G. Grlman von Maryland.

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David I. V r e w e r. m Der Bericht dieser Commission wird für die weitere Stellungnahme der Ver. Staaten in der Streitfrage maßgebend sein und 'deshalb sieht man nicht blos in unserem Lande, sondern überall ihrer Entscheidung mit Spannung entgegen. Mittheilungen über die Persönlichkeiten -der Commissionsmitglieder sind' 'daher jedenfalls von Interesse. 4 Der Bundes-Oberrichter Brewer ist Republikaner nnd etwa 58 Jahre alt; er graduirte auf der Aale Universität, hat eine Reihe von hohen richterlichen Stellungen bekleidet und gehört seit dem December 1889 dem Bundesobergericht an. Richard H. Alvey, Demokrat, ist ein hervorragender Jurist. Der weit über die Grenzen seines Heimathsstaates Maryland gedrungene Ruf seiner riä terlichen Entscheidungen veranlaßte m r-- ' Rich. V. Alvery. ' ' - seiner Zeit Präsident Cleveland, ihn zum Chefrichter des Appellgerichts für den Distrikt Columbia zu ernennen, obwohl von politischem Einfluß zu Gunsten Herrn Alvey's nicht die Rede sein konme; er ist ungefähr 60 Jahre alt. Andrew Dickson White, Republika ner, wurde am 7. November 1832 zu Homer im Staate New Dork geboren, besuchte idas Hobart College und später 'die Aale Universität, wo er im Jahre 1853 graduiere. Nach einem zweijährigen Aufenthalte in Europa, Hauptsächlich in Berlin und Paris, wo er historischen Studien oblag, kehrte er nach Amerika zurück und erhielt hier im Jahre 1857 emen Ruf als Professor 'der Geschichte und englischen Literatur an der Universität von Michigan, Im Jahre 1862 wurde er, nachdem er seine Professur wegen mangelnder Gesundheit niedergelegt und sich in Syra Andrew D. White. cuse, N. F., niedergelassen hatte, als Seirator in die New Jorker Staats Legislatur gewählt und im Jahre 1864 zu diesem Amte wiedergewählt. Von 1867 bis 1885 bekleidete er das Amt eines ersten Präsidenten der Cor-nell-Universität. Im Januar 1871 wurde er zum Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten San Dominzo Commission, ernannt und bekleidete von 1879 bis 1831 die Stellung eines amerikanischen Gesandten am -deutschen Hofe. Im Jahre 1892 ernannte ihn Präsident Harrifon zum Gesandten am russischen Hose als Nachfolger von Emory Smith. Herr White hat eine Reihe von Wissenschaftlichen Schriften veröffentlicht. Frederick R. Coudert, Demokrat, zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Rechtsanwätten de? Stadt New York, dessen Ruf als gründliche? Kenner oes Bölke??echteS weit über die Grenzen dieses Landes hinausreicht. Namentlich bei Gelegenheit d BerHandlungen anläßlich der Beringsmeersrage. an welchen er als Vertrete? Ame?ika's theilnahm, erregte er durch seine gründliche Behandlung 'der ein. schlägigen Rechtsfragen Aufsehen. Herr Coudert ist seiner Parteistellung nach Demokrat, ohne sich jedoch jemals den Diktaten einer politischen Organisation gefügt zu haben. Qrotz seiner politischen Anstauungen besaß er

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Selbstständlgkcit genug, um in gar manchen Versammlungen mit der ihm zu Gebote stehenden glänzenden Red-

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Fred R. Coude?t. nergabe, seinem. Witz und semer Satyre gegen Uebelstände im öffentlichen Leben loszuziehen, gleichviel, wer für dieselben verantwortlich war. Daniel G. Gilman ist President de? Johns Hopkins Universität in Baltimore, Md., und gilt als eme Autorität uus ta Gebie.lt des internationalen D a n i e l C. G i l m a n. Rechts. Sein spezielles Fach ist die physikalische Geographie, die er in Deutschland unter Ritter und Trendelenburg und sodann hier unter dem berühmten Geographen und Physiker. Ar nold Henry Guyot, damals Professor am Princeton College, studirt hat. Er ist auch der Verfasser einer Lebensbeschreibung des Präsidenten Monroe. In der Politik hat Herr Gilman -nie eine Rolle gespielt. Er neigt der republikanischen Partei zu, ohne jedoch ein ausgesprochener Parteimann zu sein. Die beiden großen Parteien sind sonach gleichmäßig in der Commission vertheilt, indem Her Gilman als zu leiner Partei gehörig anzusehen ist. Der neue Polizeimittlsier. Der von Kaiser Wilhelm zum Nachfolger des Polizeiministers" v. Köller ernannte bisherige Regierungspräsiden: von Düsseldorf, Eberhard Frhr. v. d. Recke v. d. Horst, ist am 2. April 1847 geboren. Er entstammt einem alten westfälischen Adelsgeschlecht und ist der Sohn des im Jahre 1869 verstorbenen Mrnisterialdirectors im Finanzminisiermm.. Seine erste juristifche Ausbildung erhielt der jetzige Minister bei dem königl. Kammergericht in Berlin. Nachdem er den Feldzug 187071 alö Officier im 2. Ga?deDragonerregiment mitgemacht hatte, wurde Fchr. v. d. Recke Landrath in Eckernförde, dann, Anfang der achtziF ? h ?. v. d. Recke v. d. Horst. ger Jahre, vortragender Rath im Ministerium des Innern, zu der Zeit, da Hr. v. Puttkamer Minister dieses RessortS war. Im Jahre 1887 wurde er an Studt's Stellender als Unterstaats, secretär nach Elsaß-Lothringen berufen wurde, Regierungspräsident in Königsberg und zwei Jahre darauf RegierungspräsidenT in Düsseldorf, von wo Frhr. v. Berlepsch zunächst als Oberpräsident nach Koblenz ging, um bald darauf das Amt des preußischen Handelsministers zu übernehmen. Politisch ist der neue Minister ein un beschriebenes Blatt In Parlamente ?i scher Beziehung mangelt es ihm jedenfalls an Uebung. Er soll allerdings in den Jahren 1885 bis 188S als Commissär des Ministeriums des Innern verschiedeneVerwalwngsgesetz' entwürfe im Abgeordnetenhause vert regten haben. Indeß hat ja Freihr. v. fc. Recke im Reichstag kaum etwas zu thun, und im Abgeordnetenhause wer den seine Landräthe ihm das Leben nicht allzu, schwer machen. Druckfehler. Nun-, dachte Ella, als sie mit dem Grafen nach der Tafel zusammentraf, nüchtern ist de? sicher nicht!" Aus einem Soldaten brief. Du schreibst mir, Kathi, daß meine Liebe zu Dir dem Einst" anzugehören scheine... sieh Dir die Schnur an, die ich anbei sende und die Du wohl wieder erkennen wirst an ihr hing einst eine Wurst! . Einseitig. A. (in einer sehr heruntergekommenen Wirthschaft Diese Wirthschaft hätten Sie vor drei Jahren sehen sollen. Die Preise wa?en zwar hoch, aber alles pikfein und eine vorzügliche Verpflegung. B.: Ja jetzt ist abee alleS total he?un!e?gelommen nur du Druse Mt!

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Ein neuer Mugapparat. Das Problem des freien Luftflugs hat in der letzten Zeit den Erfindungsgeist mehr als je beschäftigt, und es sind auf diesem Gebiete Ebenfalls interessante und beachtenswerthe Versuche gemacht worden. Es ist noch nicht lange her, daß wir unsere Leser mit der Flugmaschine des Amerikaners Maxim bekannt gemacht und der ähnlichen von Ingenieur Lilienthal in Charlottenburg und Professor Weller in Graz hergestellten Vorrichtungen gedacht haben. Neuerdings ist ein Engländer, der Docent Percy S. Pilcher an der Universität Glasgow, der an derselben Vorlesungen über das Jngenieurwesen. zur See hält, mit einem Flugapparate hervorgetreten und hat mit demselben verschiedene ersolgreiche Versuche angestellt, er hat sich mit semer Maschine bis zu zwanzig Fuß über den Erdboden erhoben, sich manchmal auch mit derselben wie ein Vogel schwebend in der Luft erhalten und. mit dem Winde segelnd, ziemlich betrachtliche Strecken zurückgelegt. Der Pilchersche Flugapparat, von dem unsere Abbildungen eine Anschauung geben, ist in seinen Haupttheilen leicht aus Holz und Stahl gebaut und wird von Metalldrähten zusammengehalten.

Vor dem Aufstieg. Seine Flügel, die aus einer Art Musselin, in England Nainsook genannt, gebildet werden, haben eine Flächenausdehnung von 150 Quadratfuß. Der bemerkenswertheste Theil des vielfach an das Lilienthalsche Vorbild erinnern'oen Apparates ist seine SteuerVorrichtung. Dieselbe besteht aus zwei, wie unsere Abbildung zeigt, .sich rechtwinkelig durchschneidenden Kreisflächen; die vertikal gerichtete derselben, die ausgesteift ist, hat den Zweck, das Fahrzeug gerade vor dem Winde zu halten, während die horizontale das für alle Flugapparate so verhängnißvolle Ausweichen nach den Seiten hin Im Fluge. verhindern soll. Für den mit einem Flügelapparat aufsteigenden Luftschiffer ist dasHaupthinderniß die ungleichartige Beschaffenheit des Windes, da man auf eine ruhige, ingere Zeit anhaltende Luftströmung niemals rechnen kann. So hat auch Pilcher anfangs mit dem plötzlich seitwärts einsetzenden Winde schlimme Ersahrungen gemacht, die ihn auf ein Mittel bedacht sein ließen, diesem Mißstande vorzubeugen. Er zieht jetzt mit einer Kniebewegung die Spitzen seiner Flügel ein und gibt dadurch in Verbindung mit der Horizontalfläche deS . Steuerruders dem Apparat eine ruhigere und sicherere Haltung. Inwieweit er mit der gegenwärtigen Gestalt seiner FlugMaschine das Problem des freien Luftflugs gelöst, mag unentschieden bleiben; das aber wird sich nicht in Abrede stellen lassen, daß er einen interessanten Beitrag zu dieser Lösung geliefert und wieder einmal gezeigt hat, zu welchen regen Kundgebungen des Erfindergeistes gerade das LuftflugProblem Anlaß gibt. Ueberarbeitet. Arzt: E ist nichts anderes, meine liebe Frau Sie haben sich überarbeitet. Sie benöthigen dringend der Ruhe." Patient (alte schiatteende Dame): Aber bitte He?? Tktsr, sehen Sie doch wenigstens meine Zunge an." lrzt (die Zunge ansehend): Ueberarbeitet wie gesagt, überarbeitet, nur Ruhe!" DerechteProtz. Börsianer: Lach' doch nicht, Olga. Du wirst Dich doch nix unterhalte'n be! e Stück zu ermäßigten Preisen." i Auf Ehre. Reisender: Sehen Sie dieses Muster, sehr billige Leinwand!" Sch.: Garantiren Sie für reine Leinwand?" Reisender: Auf Ehre!" Sch.: Also doch Halbleinwand!-,

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Lluf. yölzerucn Schienen.

Vor Kurzem wurde in Nova Scotia eine Bahn eröffnet, deren Züge anstatt auf Eisen- oder Stahlschienen auf geglätteten Baumstämmen dahinrollen. Diese Bahn ist die dritte ihre? Art. Sie hat eine Länge von 13 Meilen und dient hauptsächlich dem Transport von Kieselerde, die auf ihr von den Bergen in's Thal an die Verschisfungspunkte gebracht wird. Eine derartige Bahnanläge hat, vor allem in Holzregionen, den Vortheil der Billigkeit, da die Kosten für Herstellung des Vahnbettes sich je nach der Bodenbeschaffenheit nur auf 575 bis höchstens $250 per Meile belaufen. Die zur Verwendung kommenden Stämme müssen, nachdem sie bis auf das Kernholz abgeschält und geglättet worden sind, mindestens einen Durchmesser von 9 Zoll haben. Dieselben werden an den Enden mit einander EinZug der Holzbahn". verbunden, in der Spurbreite auf den Boden gelegt, von beiden Seiten mit Erde beworfen und festgestampft. Sobald erst ein paarmal Züge über das Bett hinwcggefahren sind, liegen die Stämme ein für alle Mal fest. Schwellen bezw. Verbindungsstücke sind nicht nothwendig, da der Kranz der breiten und tief ausgehöhlten Räder sich am Archenrande befindet. Die Kurven werden durch Zusammensetzen kürzerer Stücke hergestellt; die Weichenstellung geschieht in derselben Weise, wie bei gewöhnlichen Eisenbahnen. Die Locomotive besitzt soviel Kraft, daß sie vier leere Wagen bergaufwärts zu bewegen vermag. Bei der Thalfahrt wird sie in die Mitte gespannt, um bei größeren Steigungen den Zug theilen und getrennt über das Bodenhinderniß hinwegbringen zu können. Die Nothbrncke. Bergparthie machen sie. Felsenschlucht! Ei, verflucht! Wagniß kühn Reiz für ihn. J Ueberbrückt Kluft geschickt. Auch das Seil thut sein Theil. Voller Freud' sind sie Beid'. Schneidig. Herr: Run, Herr Lieutenant Alpen glücklich durchklettert niemals abgestürzt?" Lieutenant: Nein, wenn schon mal abstürze dann nur vom Himalaja". Die verfehlte Ga?dinenpredigt. Frau (beim? Morgenkaffee): Ich habe Dich ja garnicht nach Hause kommen hören. Mann: Ach so, darum habe ich Dich nicht gehört. . . . : . : , ,

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Sprühe. Von Julius L?hmeyer. Das ist ein Spruch, der selten irrk. Bei uns und allerwärts: Je voller unser Beutel wird. Je enger unser Herz. Wie wir mit unsern Ten prassen. Als wären ew'ge uns gewährt! Erst wenn das Leben wir verlassen, Erfassen wir deS Lebens Werth. Reiche Geister, eng verbunden. Sind dir im Gewühl verschwunden, ' Reiche Herzen, treue Sterne, Leuchten noch aus weitster Ferne. Strecke Dich nach Deiner Decke. Schnee, dichter, weißer Schiree liegt auf meiner Liebli-ngspromenade. Er bedeckt hoch und warm die Rasendecks und knirscht unter den Füßen. So giebt er die herrlichste Schlittenbahn für die Jugend! Und richtig, wie ich um die Ecke biege, schallt mir daS Jauchzen froher Kinderstimmen en!gegen, und den steilen Abhang hinab sausen in blitzschnellem Flug die kleiTitn Schlitten. Aber lauter tturk das Jubeln, als em großer, schlanker Knabe, im abgetragener Jacket, einen alten Strohhut auf dem Kopf, in saufende? Eile zu Thal fährt. Ich verlangsame meine Schritte, um mir das frohe Bild recht anzusehen. , Aber was schwingt denn der Knabe in der Hand lustig durch die Luft, wahrend seine Genossein mühsam ihren Schlitten die steile Schneebahn wieder zur Höhe ziehen? Er überholt sie ja Alle! Da ist er schon oben! Und nun sehe ich auch seinen Schlitten genauer: ein viereckiges kleines Kissen mit Bändern auf jeder Serbe. Das bindet er sich um, setzt sich darauf, und indem er mit den Füßen abstößt und seelenruhig die Arme kreuzt, fliegt er die Bahn herab, rascher als wenn er den schönsten Schlitten unter sich hätte. Arm wie er war, hatte er im Vergnügen nicht hm ter seinen Kameraden zurückstehen wollen und sich auf seiner Weise geholfen. . Der kleine Lebens künstle? gab mi? zu denken. Früh hatte er gelernt, sich nach der Decke zu strecken. Seine Erfindungsgabe triumphirte über gegebene Verhältnisse. Strecke Dich nach Deiner Decke", ein so altes Sprichwort, von 'Kindheit qn gehört, in den Mund genommen, selbst Andern vorgehalten und doch ob imm?r richtig befolgt? Wenige verstehen heutzutage noch das Sich nach der Decke strecken", wie es unsere Großeltern übten, die, in ner anspruchsloseren Zeit groß geworinn, den Pfennig in der Hand umdrehten, ehe sie ihn ausgaben. Wie wenige verstehen es, nach ihren VerHältnissen zu leben! Das junge Eheraar richtet seinen Hausstand auf demselben Fuße em, wie es bei den Eltern der Fall war, nicht bedcnkend, daß diese bereits am Ende der Lebensreise angelangt sind. Da wird lustig gelebt. Alles mitgemacht, und das junge Paar gewahrt zu spät, daß es so nicht weiter geht. Das Geld ist nicht dehnbar, gleichwie die Decke nicht größer werden will. Der srrerende Mensch mutz sich zusammenkauern und sich so gut wie möglich mit der Decke 'b&Mfai, der Neuling im Leben muß es 'lernen, seine Ansprüche aufzugeben, sich nach dem Gelde einzurichten, damit es gleichwie die Decke seine Blöße seine Bedürfnisse deckt. Glücklich derjenige, dem eine strenge Schule in der Jugend die unschätzbare Gewöhnung mitgab, sich nach der Decke strecken, haushalten, 'sich einrichten zu können! Ihr Mütter, denket daran, wenn Ihr Eu?e Kinde? 'beschenlt. sie putzt sie danken Euch nie die Derwöhnung, .wohl a.ber stellt der Mann diejenige Mutterliebe höher als Alles, die mit weitschauendem Blick ihn einst abha? te!e. .stählte, tüchtig machte fü? das Le. ben. ' ' Gute Kameradschaft. ' Seraeant Bidard bat seinen alten Freund Bigouret zum Frühstück gela den. Er läßt ein Beefsteak bringen, schneidet es in zwei Hälften und schiebt seinem Freunde die eine hin. Ter lehnt dankend ab. Warum ißt Tu nicht?" frägt Bidard entrüstet. geht nicht, ich habe nur einzigen Zahn und kann nur noch Flüssiges zu mir nehmen" erwidert Bigouret betrübt. Wenn's weiter nichts ist' meint nun Bidard, indem er sein falsches Gebiß aus dem Munde nimmt und es dem Freunde hinreicht: Ta, Tu ißt zuerst undgibst es mir nachher wieder!! Auch Dienst. Als Soldat muß man immer pünktlich zu Hause sein, sonst seht's etwas." Ja, das kenne ich auch. . Haben Sie auch gedient?" Nein., aber ich bu? verheirathet!" Eine Idee. Wirth (am Kirchweihfest der Raufercr zusehend, wobei mit Gläsern und Krugen gewor fen wird): 'S war halt doch gut,, sag i, wenn man die Krüg' aus Gummi fabri circn that! Aus der Kinderstube. Paul: Hast schon gehört? Unser Leh. rer erzählte unS heute, daß der liebe Gott dem Adam, als er heirathen wollte, eine Rippe heeausnahm. Tas muß ja sehr schmerzen. Da würde ich lieber nie heirathen." Lieschen: Aber sei nicht so dumm! Tu kannst ja eine heirathen, die schon fertig ist!" Nach denFlitterwochen. Sie: Er hat Selbstmord begangen, weil ich Dich ihm vorgezogen habe." Er: Ach was, tx würde da? auch im. umgekehrten Falle gethan haben."