Indiana Tribüne, Volume 19, Number 121, Indianapolis, Marion County, 19 January 1896 — Page 2

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Lichts Neues unter Der Sonnt. Es ist interessant, die zahlreichen Erfindungen zu prüfen, die wir für neu halten, während sie in Wirklichkeit uralt sind. So hatten die Alten fchon Kennwiß vom Blitzableiter oder sie kannten dixH jedenfalls bereits eine Methode, den Blitz anzuziehen. Die keltischen Soldaten pflegten sich bei iu nem Gewitter auf deu Erdboden nie derzulegen, dann zündeten sie eine Fackel an und pflanzten ihre blanken Schwerter in den Boden neben sich, mü der scharfen spitze nach oben. Der Blitz traf häufig die Schwertspitze und fuhr an 'der Kling: entlang in's nahe Wasser, ohne die Krieger zu verletzen Die Römer scheinen ebenfalls denBlitzbleiter gekannt zu haben, wiewohl fit diese ihre Kennniß wieder in Bergessenheit gerathen ließen. Auf dieSpitze ldes höchsten Turmes des KsstellS von Duino am Adriatischen Meere wurde schon vor undenklichen Seiten eine lange Eisenstang! gesetzt. -Bei stürmischein Wetter im Sommrr diente sie dazu, das .Nahen des Unwetters zu verkünden. Ein Soldat war dort ständig stutionirt, der, wenn die See

mit Sturm drohte, von Zeit zu Zeit die Spitze fernes langen Wurfspießes dicht cn die Stange hielt. Wenn nun ein Funke Ärschen den beiden Eisenstücken erschien, war ein Gewitter m Anzug, und er 'läutete dann eine Glocke, um tt Fischer zu warnen. Gerbert, der spätere Vapst Silvester II. (derselbe, auf den die Einführung der arabischen Ziffern und der Pendeluhren im Mendland zurückaefübrt wird), im zehnten Jahrhundert, erfand eine Me ihode, um den Blitz von den Feldern abzulenken, indem er lange Stecken, die mit sehr scharfen Lanzenspitzen versehen waren, in die Erde pflanzte. Im Jabre 1662 war Frankreich be reits im Besitz von Omnibussen. Die Röiner. legten artesische Brunnen sogar in der Sarira an. Die Ebenen des Libanon und Palmyre wurden kunst lich berieselt: Reste von Brunnen und cu:5Ien werden dort noch gefunden. Im Jahre 1683 veröffentlichte der franzosische Physiker und Matheman ker Papin (er war von 1687 bis 1707 Professor der Mathematik in Mai vurg) im Journal des Savants" ei7ien Bericht über ein Experiment, das ewer-seiner Freunde, Namens Wilde, gemacht .hatte. Dieser brachte nämlich Blumen .'zu plötzlichem Wachsthum. Das Geheimniß bestand in der Bereijung .des Äodens; eS wurde nicht verrathen (Kunstdünger?). Die Mas. sage ist eine sehr alte Praktik und war den .Römern bekannt. Paracelsus spricht in seinen Opera Medica" von Homöopathie und sagt, daß Gleiches von .Gleichem geheilt werde, nicht aber 'Entgegengesetztes von Entgegengesetz .-ton. . Die Natur selbst sagt er, zeigt, dies und wie die Dinge einander suchen und begehren". PolybiuS der berühmte,, 204 vor Christo geborem griechische ..Gsschichtsschreiber) spricht auch schon vom Heilen durch gleichariißc Gegenmillrl und Avicenna (der berühmte . arabische Arzt um's Jahr 1000) erzählt bereits von dem Gebrauch unendlich kleiner Dosen ArseJiiL Mireppus wendete Arsenik in nmdlich kleinen Dosen als Heilmittel für Wechselsieber an. In China wurtot Haschisch bereitet und als ein Beruhigungsmittel 220 Jahre vor unse?er Zeitrechnung qebrmlcht. Die Äraber gebrauchten Aloe u nd Kamvher.in Derselben Welse wie trnu Der Spiegel und. die Sonde waren inn's Jcchr 600 bekannt und . thatsächl ich sind auch Reste .davon in den Rui.uen von Pompeji gefunden worden und werden im Nationalmuseum zu Neapel .aufbV 5vahrt. Galland (der französische Orientalist und Numismtltiker iel 17. Jahrhunderts) gibt 663 eine 2h?:ie ider Gehirncentrcn, indem, er die .vordere Gehirnpartle als d en Sitz .der phantasie,,das Centrum der Vernunft und ,'die Hintere als den C!iitz des Gedächtnifses bezeichnet. Ar istoielS .bemerkte, daß Seewasser trinkbar gemacht, werden könnte durch verdunstenlassen. und. Aufsammeln des' Dampfes. Die Griechen hatten ein P ilema", einen wollenen oder leinenen uraß, der so dicht gewoben war, daß er für die schärfsten Geschosse undurchdringlich war. Wir-Haben 'das Gkfyimmb fcie scr Panzer nickt wiedervntdeckt(DowePanzer?). .Die Römer hatten bessere Mühlen ls wir zum Olwenmahlen. Die Chinesen hatten eiserne Haus bereits .um 12(X) erfunden. Glasbau--ser gab .es beiden Pikten in Schottland .den Kelten in Wales und viele Jahrhunderte 'früher noch nt Siam. DieBewässerungssysteme. die die Lom Zbardei und Eng!ai'.d so fruchtbar machitn, waren zur Zeit des Virzik im Gebrauch. .Ärasleiren wurde von den Chinesen Ii.hrhunt.erte lang vor unZ hergestellte Cohn drüir sich. Sch.: Cohn, mit Ihnen mach' ich tjan Geschäft mehr Cohn: Warmn?zicht? Sch.: Wenn Sie kaufen, drücke?: Sie riich; wenn Sie bezähm sollen, vrürn Sie sich!" GanAzer preise. Sch.: Jch sag' Jhr.en,Herr Popper, bei mir ist jwch nicht eingebrochen worden P.: Berufen Sie Ihr KM nicht, ich trage schwer an den Verlust." Sch Was nennen Sie Glllk5 Bei mir sind ie Waaren ss billig, .daß der größte Gauner lieber hereinkömmt und jie kauft, als erst lange einzubrechen. Poesievoll. Dame szum ebenan sitzenden Herrn, als txzt Dame cn den Flvgel tritt, um zu singen): Ach diese röulein'hat jungst wahr haft entzuend gesungen; es schien, als ob aus dem Gesänge ihre ganze Seele schwoll! Herr: O, dann bin ich doch sehr neugierig auf dci Sesang dieser Lkschwolltnen Seele!

Eejiihnt.

NoveZette aus dem deutsch-amekikkLischtu itffcen von 23. von Schiereres?. I. ..Nun Hat'S aber keine Noth mehr, nicht wahr?" . sagte der dkäe Wirth, der in schneeweißen Hemdsärmeln am Ofen stand und dort den großen Kupferlcssel. in dem 'das heiße Wasser für Punsch und Tom-und-Jerry brodelte, spiegelblank putzte. Nein, Gott sei Dank, jetzt bin ich doch, denke ich, geborgen. Wie wohl mir ist, dQs kann ich Ihnen, der Sie mir ein wahrer Freund gewesen sind, gar nicht sagen. Es hält schwer für unsereinen. irgend eine Anstellung zu erlangen, in der man sich auf anstän dlge Mmei nähren kann. Und nur Ihnen, Herr Schmiß, habe ich's zu verdanken, daß ich schließlich diesen Posten erhalten habe. Vorderhand meinen besten, aufrichtigsten Dankt" Und der junge Mann näherte sich dem schmunzelnden Wirth und schüttelte demselben die biedere, schwielige Rechte so kräftig, daß das Hängebäuchlein desselben in wogenartige Schwankungen gerieth. Schon .gut, schon gut," wehrte dieser bescheiden ab, es war für mich ja nur ei geringe Mühe, und außerdem dem ehemaligen Vorgesetzten meines Lieblingsnefsen mußte ich doch ein wenig beibringen. Nun thun Sie mir blos einen Gefallen, mein lieber Herr von Waxheim " Plain Waxheim, please " Na. also thun Sie mir nur den e i n e n Gefallen jetzt, un) lassen Sie das verd Spielen. Sie wissen ja so gut wie ich, daß das an allem Ihrem Unglück schuld ist, und Ihren feinen Verwandten zu lies, und " Sagen Sie nichts weiter. Herr Schmitz ich habe es mir hoch und theuer versprochen, nie wieder eine Karte anzurühren Ja, aber damit ist's nicht gethan mich das Würfeln und das Wetten auf den Rennplatzen dürfen Sie nicht mehr mitmachen, sonst hat's geschellt. Sie wissen vielleicht noch nicht, daß ich mich habe für Sie verbürgen müssen beim Mayo? und beim Chief für Ihre Ehrenhaftigkeit, Ihren gesammten Lebenswandel etc. etc. und so bin ich gewissermaßen für Ihr ferneres Wohl verantwortlich. Nehmen Sie mir's nicht übel, daß ich diesen Punkt erwähne, nber ich meine es ja nur gut mit Ihnen, und ein etwas lockerer Zeisig sind Sie ja bis vor Kur zem gewesen, :das müssen Sie selber zugeben. Leider ja," murmelte der junge Mann und ließ den Kopf etwas hängen. Ader nun soll's anders wer den:" Na, hosfen wir's. Und nun kmmen Sie und setzen Sie sich 'mal vernünftig hin da an den Tisch. Ich will Ihnen einen famosen, steifen Whiskeys Punsch zurechtbrauen, der Ihnen heute bei der nassen .Kälte besonders gut thun wird. Und 'kurze Zeit darauf saßen die Beiden wie alte Freunde behaglich bei einander und labten sich an dem dam'pfenden Getränk, dessen aromatischer Duft den ganzen Raum ausfüllte. Und beim Glase plauderten sie, der dicke Wirth praktische Lebensweisheit und politische Pointers" auskra mend und der junge Mann die Unter Haltung mit lustigen Anekdoten aus seinem Mllitarleben würzend. Ab und zu stand der dicke Wirth auf, um einen neuen Gast zu bedienen, tarn aber setzte er sich 'sofort wieder an die Seite des schmucken Fremden, dessen sorgfältig gepflegtes Schnurrbärtchen und tadellose Haltung auch unter ?etzigen reducirten Verhältnissen sofort. den ehemaligen deutschen Ossincr verrie ähen. '. II. 'Ulrich von Wazheim so haitc er m der Helmath geheißen, der fesche. schlanke Mann. Und Secondelieutenant war er gewesen, ganz recht, sogar in einem der nobelsten Regimenter. Und vor- kaum 6 Monaten hatte er den Aüschied und. den unbekannten Weg Ober's Meer nehmen müssen, weil,jja weil er zu viele Schulden hotte. Sdielschulden. Denn, es ließ sich nicket leugnen, daß der blutjunge Ossizier, dem Spielteufel ergeben war mit Leid und Seele. , Schcde! hatte Je.der gesagt,. der ihn kannte, denn sonst war er ein. lieber, offener, grundehrlicherNensch. dabei ein schneidiger Soldat lnd .un Mann,er für seine Freunde durch's Feuer gegangen wäre. (5ig?nZlich - wur's diese letztere Eigenschaft, die zu weit getriebene Kameradschaft, die ihzi zum Spieler gemacht Ltte. Es.iwar ganz einfach gewesen. Dcm fangen, dürren Premlerlieutenarü Matzdorf, der.d-n Jüngsten, des Regi merts unter stwe spezielle Obhut genommen l-atte, war bei eimr Äelegenhett - eö war 5m Casiru? und schon recht spät, der eigentlich recht früh das .Geld ausgegargen und er halte sich an Waxheim gewandt- wrgen. eines PumpZ. Mser"hLtte ausgeholfen tmt seiner ganzen bescheidenen Bacrschaft. Als diese verspielt war bis f ein einziges goldenes' Zwanzigmark stück, da hatte der Premier dem Noviz das funkelnde Stückchen Qold in diend gedrückt und .ihV gebeten, doch dies Ze-tzte für ihn zu setzen, weil Neulinge im Spiel immer Glück laben." Und wahrhastig das Spenchwort war rächt zu Schanden Wazhnm gewann in einer halben Stunde den ganitn Verlust seines Kamereden zurück und noch eine tüchtige Reserve dazu. Na, und das war der Anfang gewesen. Von jener Nach! an ließ der . Spieltensel den Zungen Mann nicht wieier los. Trotz aller Thränen seiner Mutter, trotz aller Drohungen des Vaters Ulrich war wie besessen.. Er ruinikte

r seine Chancen auf Avancement, it der

spielte die ganze Mitgift seine? Schwester, er saß in Schulden bis über die I j-w r , , r r-r r, v n I Ohren, er mißachtete selbst die ernsten Vorwürfe seines von ihm verehrten Oberst, des semem Vater befreundeten Chefs des Regiments er kannte nur noch das Spiel, dem er rettungslos verfallen schien. Und so brach dann das Unheil über ihn und über seine ganze Familie herein eines Tages das kleine Gut der Familie m Besitz der Wucherer, der alte Vater mit dem Rest seines Vermögns die Ehrenschulden des Sohnes tilgend, der letztere in die Welt, in's Elend gestoßen, flüchtend über den weiten Ocean, um in der Fremde zu lernen, was er unter aünstiaeren Verhältnissen, in der Heimath nicht lernen konnte et- . rv r i - . ? r was ernunzi. war rin iraunges Capitel, ein Capitel, das in so vielen der besten deutschen Familien alljährlich seine Fortsetzung findet, und das Ganze Hatte nur wenig itber 2 Jahre gedauert. So war Ulrich nach Amerika gelangt, und Per hatte er sich, daid Dies, bald Jenes treibend, wie es gerade die Noth und die Gelegenheit mit sich brachte, von Stadt zu Stadt begeben. bis er hier im Westen, in einer Stadt am Eriesee, deren Name ihm aus seinen Geoaraphiestudien daheim kaum bekannt gewesen war, den dicken Wirth. Herrn Schmitz. getroffen und in ihm eine treue Stütze gefunden hatte. Heute endlich war seme Ernennung erfolgt er war wohlbestelltes Mitglied der Hook and Ladder Company No. 13 geworden Lad TtnrtmT hieß sie bei den Boys", aber für ihn war die 13 gut genug, dachte, er jetzt auf dem Wege nach der Station. Seine Anstellung hatte er naturlich einzig und allein dem nicht unbedeutenden politischen Einflüsse des gemüthlichen dicken Wirthes zu danken, der in seiuer Ward eine der beliebtesten und einflußreichsten Persönlichkeiten war und am Wahltag gut und gerne seine 600 Stimmen so oder so abschwenken ließ. ' Aber Ulrich machte auch seinem Besitzer alle Ehre. Darüber war bald nur eine Stimme Niemand so pflichteifrig. Niemand so wagemuthig und geschickt wie Ulrich Wazheim denn das von" batte er längst fallen lassen und wenige Monate nach seinem Eintritt rn die Feuerwehr war schon in einem öffentlichen Bericht eine Belobigung und zugleich Beförderung des jungen Mannes zu lesen. III. Aber das Spiel! Er hatte thatsächlich sein Versprechen gehalten, das er dem dicken Schmitz gegeben längere Zeit rührte er keine Karte an. trotz allen Hänselns und aller spitzen Vemerkungen seiner neuen Kameraden, die die Vorgeschichtedes jungen Mannes natürlick nicht kannten, und für Geiz oder übertriebene Vorsicht hielten, was bei ihm der letzte Versuch seiner besseres Natur war. sich 'das Bewußtsein voller Ehrenhaftigkeit wieder zu erwerben. Aber ein Mal war die Versuchung doch zu stark sür ihn gewesen er war gestrauchelt und gefallen. Von da an ging es wieder schnell abwärts bei ihm. Er sah sich bald nicht mehr in der Lage, seinen darbenden, alten Ellern. die in einem kleinen Neste der Provinz sich nothdürftig mit den letzten Resten ihres Vermögens durchschlugen, wobei die Tochter ihnen noch mit der Ertrage feiner weiblicher Handarbeiten nachhelfen mußte, die monatliche Unterstützung zu fenden, die er ihnen bis dahin regelmäßig seit seiner Anstellung bei der Feuerwehr geschickt. Er wurde wiedex der alte spiellustige Ulrich, als der er im Regiment bekannt gewesen war. Er hatte 'seinen letzten moralischen Halt verloren. Noch einmal raffte er sich auf, versicherte sein -Leben in der städtischen Feuerwehrcasse zu Gunsten seiner Eltern .und schien ein Umgewandelter zu sein. Aber er verzweifelte an seiner eigenen Fähigkeit, auf die Dauer seiner Leidenschaft, die stärker war, als er selbst, Einhalt gebieten zu können. Eines Nachts gegen 2 Uhr, es war stürmi draußen und der eisige Wind vom See her trieb den Schnee, der fein und spitz wie Nadeln war, in's Gesicht, dcß die Haut schmerzte wie unter dem Feuer selbst, tönte der Alarm erst kein, allgemeiner, aber gleich daraus das gefürchtete 41144 alle Mann heraus!" Unteren Ersten :n Ort und Stelle war Ulrich mit seiner Männschast. Die Flammen schössen schon wie lodernde Garben aus Dachfirst und vbe?en Fenstern gen Himmel, und die .Hitze aus ser Brandstätte war iutens. Es war ein: Zuckerfabrik, die inmitten .eines dicht mit Tenemer.thäusern beste.delten' Blocks stand, die in Brand gerathen wär. Aus den Häusern nebenan.'aus tee oberen' Stockwerken ischvn hie uiid .dä Flammenzungen hervoi5ugten, hatte sich wohl schon Alles gerettet, denn .'sie standen Tde und ver.lassen da. Die armen Insassen, manche iin nothdürftig bekleidet, trotzten dem Unwetter in der Hofiung, noch dwtfs von ihrer armseligen Habe unter HLse der Feuerwehr retirn zu tön rrn. Da 'Zlötzlich erfchsll ein dlstimmiger Schreckensschreu Ulrich, der gerade seme Leiter an die,nch feste untere Mauer des großen Fabrikbaues setzen wollte, um von er Hohe derselben besser in einen schon lichterloh brennendm Oberbsden den Sch.auch spielen zu lassen, vernahm den Schrei ttnd blickte sich um. Unten in der mgen Strafe stand eine frenetisch: Menge, die mit den Fingern auf e:n Weib deutete, ws sceben am Fensterkreuz eines jene? jn unmittelbare? G?sah? befindlichen Nebengebäudes er. schienen war. einen Säugling im Arm. Der Nauch war seh? dicht, aber durch

die wehenden Schleier des gelbllä craucn Raumes biirdurck däuchte eS

Ulrich, als oh er das den Schreck und CVV -3 TL , rtl fl I Todesangst verzerrte bleiche Gesicht der jungen Mutter da oben erblicke. Wie der Blitz war er unten angelangt, und wie der Blitz hatte er die ihm zunächst befindlichen Kameraden angespornt, und mit ihnen die schwere Leiter und die Rettungsseile nach t mm Sause geschleppt. Ohne einWrt r ii i . , ri , . r . 1 1. i I JiÄ8 " . , ryv-T i I ?A ?3?J unviz ajuuz. aiuiiK jyat i l n uaiwic wuivcu in V v u rief iom ermulyigcnoe, xootnoc zu, als sie sah, daß der stramme Mann m dem Helm die Rettung zweier gelauroeien coen ccwuiuu. yii volle es MDt. lcren UiLes Nieg er m e:r Yinau , mayrcno unien . - .. r . , 1 I und oben Ichon ver feurige '.aucy aus den Fenstern schlug und ihm den Bart versengte. . Jetzt war er oben das arme gen i cm f t . e r .1 angmg lüjeto qanc icdon laum nota die Kraft, sich fest zu halten. Äber Mit festem Griff nahm er sie, wie ein willenloses Packet, auf den linken Arm, wayrenv er eoen to oeyuli.am. uno rujtig oie pronen yinaopleg. i Der Jubel da unten vermehrte sich. Unter den schreienden, tobenden Menscken war der bies, und neven iym stand Schmitz, der dicke Wirth, dessen Lokal im nächsten Block besindlich war. Auch diese Beiden schrieen Hurrah und wünschten dem kühnen Feuerwehrmann alles Gluck. I Krach! Ein Stück brennender Balken, vom Dach lost, stürzte yerav und auf den Kopf des muthigen Retters Zwar hielt der Helm etwas ab von der Gewalt deö Stoßes, aber die I Wucht des Falles war doch mächtig genug, um Ulnch. dessen emer Arm ja auch beschwert war, herabzureißen, rr' nr es i. i. . r r I um AUsi.a)rel uno omieno anr iem Korper langsam an der Leiter hinab. Wewuktlos laa Ulr ck da inmitten des Aufruhrs der Elemente. Aber als er die Auaen aufschlua. da kniete der . . ' dicke Mirtb. sein cuitr freund, neben ibm. .Sind Yit aerettet?" w sverte O yj-- , der Sterbende. Ja sie sind beide wohl Mutter und Kind.Nun. Gott sei Dank. So babe iü doch etwas Nützliches auf der Welt getyan. Und Ulrich von Warheim, dessen Gesicht fast eine einzige Brandwunde bildete, schloß die Augen, um sie nie "rr leoer zu ossnen. Ztte räthselhafte Erkältung. (Ein Junggesellenabenteuer.) Da ist Mi? neulich etwas Eigenthümliches passirt. woraus man ersehen kann, wie schr so ein alter Rheumatismuspeter, wie ich einer bin. sich in Obacht nehmM miuL um nicht durch Leichtsinn und SÄanknlosrakeit den alten Feind zu euiM neuen, Angriff auf Muskeln und Knock: i rtiitnIch sitze eines Abends ganz gemüthlich , . . " in meinem wobldurckwärmten 5lunaaesellenstübchen und lese. Die Füße hatte ich auf einen Schemel gestellt und. weil ick von Natur aus einen etwas kurzen. Qrkärtv? fafo sn fiiH ich mix ein Buch untergelegt, den Kopf in die auZzestützten' Arme genommen 1 P urcö dazu paffte ich meine taige Pseise. Aus einmal gibt's mir einen. Stich idurchs Knie, txmix einen! durch die Hüfte, 'daß ich -laut aufschreie der firmtlt2:mii2. ihrir iVvt WKWVtA lrvch ich ins Bett und es dauerte drei VHnlwtHV VM VM. ;tUUtUKU I ' AI a6cklaaene Taae bis die aleickmaia ffi2? MLll' S M S 5Ä Ä JftÄ !tf ' -r""U" - - a""' uiio yiuv 'uwu ujuiici iruiutxi uiuvu, wich nur iller Welt wzu ImZ. mich m ftxm geheizten, zuglosen Zim mer zu erkalten, aber eS ist mir ganz unmöglich, eine erklärende Thatsache zu fittden. Ich setze Mich also auf den atten Platz, nehme meine Lektüre wie der auf, ziehe mir aber vorher eine wollene Decke über 'die Beine, um ja m r I . T" , . ykerne Vorsicht zu versäumen, da, ich mochte kaum eine ViertelstundH gelesen .haben, grng d Seschichie von neuem iKS rirn VI aiai TV ? r-ia w vij u.4 u vi mm i, tqaut miaz, ait aozzmai erkaltet' Diesmal idauerte eS sünf age, ois icy uneoer aunreyen ronure, ' r . l . i. p i . ais .oies oer oer au war. vunyiucyie ich dr-r allem daS gcrnze Zimmer auf das Allergmaueste, ob sich Nicht doch rrgmswo eme mir dls zetzt entgangen? Spalte in Fenster oder Thüren zeigen sollte. Bei meiner Jnispizierung kam ich auch n den Ofen urü an den 'Stuh'l, aus dem ich immer zu sitzen' pflegte; ich Äatte mich etwas gebückt, es konnte ja sein, daß das Zugloch im Ofen in Unordnung gerathen war, da sällt, ganz zufällig, mein Blick auf das Buch, das mir in diesen kritischen, Ta gen zu? unrerla'Ze gedient .hatte und nun war mir auck, sofort der Knircd meiner Erkältung ih'c teim ich uidvorsichtiger Mensch hatte mich auf eme Beschreibung Der arkttschen Negw nzx gesetzt! Spruch. j Koch anrührt, besudelt sich-. So sagt man insgemein: Die Sonne nur befleckt sich mcht. Scheint in den Sumpf sie auch hineln. Vorzug. Sergeant: Kerls, ? 3ftr wißt ar nicöt. mit mit thr es -habt! Die Civilisten müssen die Kai sernenhofblüthcn erst lesen und Ihr ' gemeßt sie in Naiura!" i . . j ErnseinesGetränk. 1. Gast: Dc? Wein schmeckt nach dcm, Pfropfen..." 2. Gast? Da haben Sie 's noch gut ge!?offen ! Der meinte schs-öt nach gar ju$$r

Stiefmütterchen. Von Marietta von MarkovicS. Z?rau Klärchen Lambach schritt seit einer vollen halben Stunde in ihrem oübscken Boudoir über den blumen durchwirkten Chenilleteppich. Es war April und dieser grillenhaft 1s 4A&AVAA ftUA ' tMt1tl srtt X.' iuu(i -cuuiii, iiiti uiii.uiuuiii vvvIck aufgesteckt- es schneite. Die neue a. ;vM;rtst ris4 Kt (rTi mnr r 1 fcwi uuwv vv vv w v schönen, wanderte wieder in den Klei. derschrank und der fast schon mißachtete . urde wieder bervoraebolt und en. ie kleine Frau Dr. Lambach trat 0n das Fenster, vor dem die Schnee ff. r,lft:rt mirhrihrr. &ie hcfslnh ' -" i-r " "I ch M angeborener Gutmüthigkeit in twas erregter Stimmung. ES ist müln er weiß, daß ich n den Frauenverein fabren will und kommt noch immer nicht noch im ' 7 mcr ickt " ffrau NlSrcken sckod lnit eneraiscker Bewegung der kleinen grübchenvollen Hang die klirrenden Armreisen zurück. dann ging sie zur Ottomane und setzte stch nannt, um weiter zu warten. Was war natürlicher, als da iör aller lei Gedanken kamen, warum sich ihr sonst so braver Edmund an Pünktlich keit nickt gewöhnen könne. Sie hatten sich vor nunmehr zwölf Jahren aus herzlicher Liebe aeheirathet. ihre Flitterwochen hatten zu Jahren sich ausaedebnt. zm dem kleinen Vermö gen. das ihr die Eltern hinterlassen. hatte der Doktor mit einem halb verach teten Loose noch ein Kapitälchen ge Wonnen, ,n fünfzehn rnS zwanzig vor nehmen Familien war er Hausarzt, und auch sonst em gesuchter Doktor, nur die leidige llnpunttlichleit zog manchmal wie eine schwarze Wolke über lt. I Tl . s( 11 V1 .u stt.t!H....l iyrrn, oni ouejeu uiuucn cymuuci. I Uno dann nocy ems. le ve vuev lmverlos. Auch ihm war's trotz dem Ersatz, den i i m. 9m idm eme Veru styatigleit vot, nicyt ganz recht. Und ihr? NUN. die I X. w . c . grauen vieioen immer lnoer uno wo: I len gern Puppen haben rosige. kleine lallende Wesen, die sie herzen und pflegen können. ' Frau Klarchen Lambach hatte kem solch' kleines Wesen, und mit jedem Jahre steigerte sich bei ihr die Sehnsucht nach diesem Glücke. Kam sie zu einer ihr befreundeten Mutter, dann konnte sie stundenlang die kleinen Weltburger betrachten. Wenn das Kind in der Wiege mit feinen runden Händchen in die schwellenden Kissen patschte und mit seinen klaren Augensternen m's Blaue starrte, den Schwankungen der windbewegten Vorhänge oder einer über seinem kleinen Stumpfnäschen summen den Fliege folgte dann fragte sich Frau Klärchen: Denkt es schon? Würde eZ seine Mutter erkennen? Oder mich da I für halten, wenn ich eS zu mir nähme?' Oder sie kam zu Marie Liebreich, ihrer Jugendfreundin, die die Spröß. unge wie Die Orgelpfeifen von zwölf Jahren bis vier Monaten besak. und lw w . n 4. m mt k. l?als vor: am ugn laocnD tut Die in der mitbescheeren. Wenn dann die Wachskerzen am grünen Tannenbaum veravgeorannr, zeoes ver Ve,azentten sein Lieblingsspielzeug im Arme hatte. dann nahm sie zwei, drei der Kerlchen und die dicke kleine Lotti zu sich in eine JcS Salons und hörte den tornztgen crp.urx i:vf.!. ... : w...u nxcj..M eHijuiuuuui ju, m nvcu eine eigen eroichieie Märchenwelt leoie. und staunte Über das Fabuliren der Kleinen. Doch alle diese Studien entfachten nur immer mehr die Sehnsucht nach 'e -" UiUUi" . f V i l .am I X a .mX aX.m i t . a Aaa) ülc 'Uven uuer. .8?u Doktor ßfifctebtt iirtiften nui . cäam'x. . M k w SclÄ I rx -i w- tficrx. c-,. EÄ ÄS nauer betrachten, denn fönst ließe eS die Dämmerung, die das schneeige Aprilwetter sammt den schweren, rnrü nen Vorhängen herausbeschworen, nicht zu. Klärchen Lambach war genau vier unddreißig Jahre. Wer daS nicht wxßte. oab ihr höchstens zwei oder (j, jj' ""T QV ;n,mn, hr mnr hi irt, die Wangen trugen den Rosen i der Jugend und aus den grau n e. r- , rv. , oiauen Äugen lpraa) q)erzensgme. n kleinen Grübchen in Kinn und Wan g kicherte der Schelm, wenn sie lachte: 0a3 schönste aber war ein Diadem gold I 17 ' " . blonder Haarflechten, die gelöst wahre Pracht bildeten. eine In diesem Augenblicke aber trat ihr klemcr Fuß ungeduldig den Boden und auf der sonst glatten, weißen Stirn. erschienen zwei wahrhaftige Falten, die Unmuth bedeuteten. Sie. klingelte und I das Dienstmädchen öffnete die Thür. . Marianne, mir ist der Appe ! tit vergangen. Ich muß in den Verein. Wmn mein Mann kommt, tragen Sie für ihn auf und sagen Sie ihm nein! Sagen Sie ihm nichts es ist besser so. iun geben le mir d?n VJlanttl I u:kl und ichmen Sie Veter um einen y.rrtn . . 1 1 n V a"M Minuten später befand sich Klärchen Lambach auf dem Wege zu dem Verelnshause, und noch im Fah rcn glauvic ne tiüt crn)iug voie zu sein, wenigstens schienen die kleinen elfenbcinweißcn Zähne fest in die sanft geschwungene Unterlippe eingegraben. Warte nur" grollte die Doktorin das soll und muß anders erden! Jsts nicht genug, daß mir die ärztliche Praxis ihn oft auf Tage entführt? Nickt einmal die einzige Stunde zum speisen, um drei Uhr soll er mir unge stört gehören? Sie wußte es ja immer schleppten die Andern ihn mit; er hatte ja gar kein Talent zum Bummeln. Jcht fuhr sie durch eine enge und schmutzige Gasse. Was? War das nicht sein Coupe, in dem er. morgens die Patienten besuchte? Das Coupe stand vor einem baufäl ligen, grau übertünchten Hause, das nur

einen Stock hoch und ehemals vielleicht

em cagazin gewesen war. ven unteren Räumen schien Niemand zu wohnen, aber oben, hinter blinden, fast Ssl A jC .!(.. Sk jm. f JC 1 M .1 ä! ? uiigcu vciyauai, uu tyimrncuc wu, wie eine Lampe. Klärchen Lambach ließ ihren Wagen dicht mben dem Coupe ihres Gatten VUiizii. vcic ücuijic uu ucui ücji p. . w ir I und sragie yaimam oen xom wo sem Herr sel. Johann lüftete hübsch den Hut, dann zeigte er mü der Peitsche nach dem trüben Lichte da oben. Seit emer Stunde sind wu schon ' f. -vi r ., r i r da" Johann pflegte für sich, semen Herrn und die beiden Braunen mit Vorliebe das Wörtchen wir" zu georaucoen uno euie ,qon vv viuiz Mal, aber nun ist's mit der Kranken . . f . rr-. c tk ? stff i . w I . v . a I wom oaio zu noe. viiie, oie ca CT rtlXVV1"4.M dVvlMM4 XA ,? I jcuiyiurnuniiycii uiwuinu, yu rnii zi i gesagt.Wer lst denn die Kranke V forschte des Doktors Gattin. Johann zuckte die Achseln und strich sich über den rothblonden Schnurrbart, Gewohnheit die er aus semer Mllüärzelt noch beibehalten. Genau weiß ich s Nicht ! Soll mal eine vornehme Dame gewesen sem. Jetzt wohnt sie halt hier." eP- rx.. IsX a CYT 1 - ttf T -! cajtuii auiic löuinm cinc vornehme Dame gewesen fein" und der Anblick des total, verfallenen Gebäudes kZs. C,-,14' slkkt? I (iiiicii eviuiu uiuvuuy b icviyuic9 Interesse. Und ihr Gatte war heut schon das dritte Mal bei der Kranken ? Also auch ihn web cm besonderes Inici:c uuct. Vielleicht kann ich irgendwo helfen." i f r X. . i sagte sie sich er wird mcht ungehal. ten sein wenn ich ungerufen erscheine." tirz. a B aW V C. .1 ssn Uicg uu, ucüoi mm uiaur zu warten und ging, sich vorwärts tappend in dem dunklen Hausflur zur Treppe In dem Augenblick hörte sie Schritte im ersten Stock. Eme alte Frau erschien m eine Nische stellte und kam die Stu,en izerlio. ie onorm sragie iic uuiy uci uuuuii -euiue. ,vj iu ujüu üüiuci rnu ifli illllie rr o :ri rx , t ;i -i. die Alte und wischte sich mit der Schürze die Augen um die war's schade ! Die hätt' was beeres verdient g'habt. als aus'm Strohsack zu sterben und das arme Kind ich lauf jetzt zum Beschauer. Lmls ist's, die Thür ist nur angelehnt. Gnädige " Damit schlupfte die Frau in ihre ausgetretenen Pantoffeln die Treppe vollends hinunter, während Klara Lam dach sie empor stieg. Das Lämpchen verbreitete einen unsicheren Schem; den noch fand die Doktorin die bezeichnete lur, uic iic grluu,u,iv ein wenig vss nc: on. . r., . Das Zimmer war ziemlich groß. Oede und kahl starrten die emst weitz gestriche. nen Wände. Der alte wackelige und ''..k?.schlen seines Daseins überdrüssig. Em braungebeizter Kleiderkasten, am Fenster ein schwarzer Lederarmsessel und vor ihm eine neue blinkende Nähmaschine. Sie war onenbar neuester Konstruktion und wohl auf Abzahlung genommen, denn chr Aeußeres stach gegen den sonstigen Möbelplunder gewaltig ab. Ein wurms lchlger Tisch stand zwischen den Fen. stern und das weiße Betttuch, dejjen lange Enden bis auf den Boden herabhmgen hatte wohl die alte rau m aller Elle darüber gedrelte . Zwei brennende Lichter erhellten mühsam den m ,rn v -i w An der .Wand gegenüber der Thür Jm kMA . SU11 W C uuti wui ciu -ccii, uui vziu Ulls einem rti..t,s on- iLV.m.w ox.x. r.c. Stuhle Dr. Edmund Lambach saß. Er hatte den Ellbogen auf die Lehne des Sessels gejegt und stützte den Kopf in die Hand. Den Blick hielt er un verwandt auf eine weibliche Gestalt ge richtet, die regungslos und mit gefalte ten Händen in den erhöhten ttssen wie schlummernd lag. Dr. Lambach 's Figur war über mit tclgroß und stand in Bezug auf seine Ungelenkigkeit in scharfem Gegensatze zu seinem Geiste, den seine klare, gewölbte Stirn mit einem Paar kluger, dunkelblauer Augen äußerlich erkenn öar machten. Ter Doktor war sehr blaß und seine Gesichtsfarbe erschien um so bleicher, als das volle kastanien braune, gelockte Haar einen schwer müthigen Schatten über sein Antlitz breitete. Keinerlei Bartwuchs um rahmte die festgeschlossenen energischen Lippen. Jetzt entrang sich des Doktors Brust ein schwerer Seufzer. Seine Gattin war in's Zimmer getreten, ohne daß er es gehört. Edmund" sagte sie leise. Lambach wendete den Kopf. Er staunt blickte er nach ihr; dann erhob er sich schnell und trat ihr entgegen. Nun erst gewahrte Klara Lambach, daß ihres Gatten Augen voll Thränen standen. Was ists. lieber Edmund willst Du mir nicht sagen, wer jene Frau ist, an deren Lager Dich so das Gefühl übermannt ?" Sie zog ihn zur Thür und sprach ganz leise, nur ihm verständlich. Sie hört uns nicht mehr ihr Schlaf ist ein ewiger", erwiderte der Arzt mit tieftraurigem Blick auf die Todte Jolanthe ists, jene Jugend geliebte, von der ich Dir einst erzählt i Jn Klaras Brust stritt die Scheu vor dem Tode mit der, Neugier. Ein kalter Schauer rieselte durch ihre Glieder, aber das Begehren, Jene zu sehen, die vor ihr das Herz ihres Mannes besessen, siegte. Ihren Man tel fester an sich ziehend, trat sie an das Bett -und bei der Betrachtung des zarten, viel überstandcne Leiden verrathenden noch im Tode schönen Gesich tes, floh der boshafte Teufel der Eifer sucht und ließ die allerbarmende Mcn fchcnliebe in ihrem Herzen zurück. Die Todte konnte vier, bis fünfunddreißig Jahre alt geworden sein. Auf ihrer Stirn ruhte der K'ß des milden Friedenengels, aber die halbgescklosse' nen Augen, von tiefen blauen Ringen umgeben, und der schmerzliche Zug um

Ufn zund sagten, es ist mir so schwer

gett0tden " Eine Muth blau. schwarzen Haares hing seitwärts über bQ, abgemagerte Gestalt ' ' j T 9? toQr Mit einem verblichenen yawi ihertrtl und in der reckten, überaus UmnT,n tt.in-n jFmnd längte ein ein Goldreif. Tiefes Mitleid überlam Olnrn uu ov uiu 6in leiser Klagelaut .schlug an ihr Erschreckt wandte sie sich um en dem Ofen lag ein Kissen auf der 11nh nf h:.r.m sk kalk - ILIL m, tt, W M r 1 WftlkftAk UbBlIVft I kl v,(4 sss,nd "V v uvtvuut v j. wd. 63 ttstr ein Mädchen von zwei bis rei Jahren und steckte in-einem ver. aschenen blauen Wolllleidchen. Schuhchen stand' auf der Diele und vom ' ' 1 . Fuße war das Strümpschen herunter. . . . . . sterutcht. IN den VikMeN ylett vik Kleine einen Kochlöffel, den sie mit ei. ,m mm 9am umwickelt batte. ainm 9nmhnh fnf ihrm Kalten jr0genb fln Gr dickte, . :f,r oiha ist nun Mais?. niara ging leise zum Ofen und bückte sich lVL dem Kinde hinab. Seine Handchen waren kalt, ebenso das nackte Füßchen Darf ich eS mit mir nehmen?- " ' ' fragte Klara ihren Gatten, fi;n tralil non Freude busckte über des Doktors Antlitz. Du willst? Ach, .. v " 1 lärkveN Sie lächelte mild. Dann trat sie gum mi unb machte über der Todten haZ zachen des Kreuzes. Sie schaute die Nerblickene nockmals lanoe an. wiewü), Kr,m anMmfo tu v "w f w.vj..v r einzuprägen, nahm dann leise das schlafende Kind vom Boden in ihre " ' . Arme und hüllte es in ihren warmen Pelzmantel v .Kommst Du bald, Edmund?" &r sah ihr feuchten Blickes tief in die Augen .Gott vergelte Dir's, Klärchen dne nur an, was noch nöthig ist. Sie ist ja so einsam gestorben dann j; bei ir " r " Marianne staunte nicht wenig, aU ihre Herrin mit dem Kinde anlangte. Gehen Sie zu Lieder s m den zweiten Stock und bitten Sie um die Kinder. wanne, morgen werden wir gleich eine kaufen. Tann bereiten Sie ein warmes Bad und auf der Ottomane in meinem Schlafzimmer ein Bett für die Kleine." Kopfschüttelnd ging die Köchin, um zu thun, was ihr geheißen. Klara legte das Kmd behutsam aus. das Sopha im Boudoir, dann kleidete sie sich um. Nach einer halben Stunde meldete Marianne, daß das Bad bereitet sei. d sie schreien? Und werde ich die kleine Puppe auch behandeln kön en?" fragte sich Klara und kehrte in das Boudoir zurück. .Der Diener hatte die rosenfarbene Hängelampe und die Lichter der Girandoles angezündet. Auf dem Sopha aber saß das Kind mit vom Schlafe gerötheten Bäckchen und seine gbm Augen hingen in Hellem Crstau. en an den vielen Lichtern. Der statt einer Puppe fungirende Kochlöffel lag unbeachtet auf dem Boden. Klara trat ittt her u bist wach, Herzchen? Wie heißt Du denn?" Die Kleine richtete ihre glänzenden Augensterne auf die Dokto. in Furcht schien sie nicht zu kennen. Zizzi!" sagte sie. wie alt bist Du denn, Seel. n 1 ' i g, I .Mama's Kind" meinte die Kleine. Und wo ist Dein Papa?" fragte Klara. Nicht Papa Zizzi Mamas Kind'." sagte Zizzi energisch. Willst Du zu mir kommen," fragte Klara und breitete die Arme aus mir kommen," echote Zizzi und ließ sich geduldig ins Schlafzimmer tragen, entkleiden, baden und endlich ab trocknen. Nur beim Kämmen der Locken machte Zizzi ein Schippchen" mit dem Mäulchen. Ein Hemd und ein Kleidchen hatte Frau Lieders in Berücksichtigung des ohne alle Garderobe erschienenen kleinen EasteS gleich Mariannen mitgegeben. Tann gab eS süßen Milchbrei und Dr. Lembach fand seine Klara mit dem Kinde auf dem Schoße Zizzi war wieder schläfrig. Nicht wahr Edmund, wir behalten eS für uns ?" Er setzte sich zu ihr und küßte sie. Nie war ihm sein Weib lieblicher er schienen, als mit der Kleinen auf dem Schoße. Klara beugte sich auf das frische Gesichtchen herab und berührte leise mit den Lippen die Stirn des schlafenden KinteZ. Zizzi, Mamas Kind flüsterte der kleine Mund immer Zizzi bei Mama fein ." Die Schneeflocke. Ich faß am Fenster und sah in Nuh' Dem Schnecgestürme des Winters zu. Die Lüfte durcheilend zum Erdenziel Trieben die Flocken ihr tolles Spiel. Da siel mein Blick so von ungefähr Aus ein einziges Sternchen im weisen Meer Und es kam mir dabei , just in den inn. Daß dieses Flockchen ich selber bin. Schnell schloß ich die Augen, ich möcht' . es 'nicht seh'n. Wohin die Wirbel, die wilden mich weh'n. Soso. Sind Sie immer mit ihrem Manne so oler M?U ruing?" Nein, nicht immer!" Aber meistenthcilS?" Mei. stentheils kann man wohl auch, nicht sa gen." Nun, dann sagen wir sehr häusig." Nein, eigentlich ist die3 das erste Mal!" Druckfehle rteufel. Eine große Partie fertiger Stcümpfe wird dillig abgegeben wegen Wadenveräu-derung!

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