Indiana Tribüne, Volume 19, Number 95, Indianapolis, Marion County, 22 December 1895 — Page 10

Der Raubmörder.

Von Wilh. Herbert. Mit großer Schlauheit hatte Herr Assessor Dankeünann bei seinem Chef einige Tage Nachurlaub durchgesetzt und eilte nun. um auch nicht eine Se'Klnde zu verlieren, noch Abends nach Vureuschluh, mit seiner kleinen Frau durch die Dämmerung nach dem BahnHof. um den Nachtzug nach, dem Süden zu benutzen. (53 soll uns diese paar seligen Tage ' über aber auch rem garuichts an unsere Knechtschaft erinnern!" schwor er ichr dabei. Wer daS Wort Bureau auf die Lippen bringt, zahlt Strafe und" Da sah er an der Straßenecke einen Schutzmann. Schutzleute sind I)b liche Männer und erwiesen Herrn Dankelmann, den sie aus ihrem Dienst vorzüglich kannten, wo sie ihn nur sahen, ihren Respekt durch achtungsvollstes Honneurmachen. Statt sich aber hierdurch geschmeichelt zu fühlen, wich er ihnen, wo er nur konnte, ängstlich Qus. Er wollte auf der Straße inkogvito und nicht von Jedermann mit Tieugierigen Blicken betrachtet sein, weil 'ihn ein Schutzmann grüßte. Diese Scheu war schon förmlich zur Manie bei ihm geworden und feine Frau verstand ihn sofort, als er jetzt lhastig im eiligen Gehen bemerkte: Da müssen wir rasch über die Straße hin-" Ziber dort steht ein Schützmann!" ' Unbemerkt von ihnen Beiden hatte suh aus einem Thorbogen bei dieser Aeußerung etwas wie ein langer Hals mit schmalem feinbeohrtem Kopfe herusgebogen und nun löste sich ein Schatten von dem Hause ab und glitt geschäftig hinter ihnen her." 'In der einsamen Seitenstraße, in welche sie dem Schutzmann glücklich ntwischt waren, glaubte Frau Lucie in einiger Entfernung hinter sich das ronowne Geräusch rasch und leise aufklappender Sohlen' zu hören. , 5t hatte immer bei solchen Anlässen ihr wonnig-grauliches Reisefieber, in dem sie sich gern allerhand Gefahren konsiruirte, und flüsterte daher ihrem Mann etwas angstbebend zu: Du. ich glaube, es folgt uns Jemand!" Der Assessor blickte zurück, äußerte aber beruhigend, 'da der Schatten glö'chZeitig verschwand: Nee, Kind, keine Gespcnsterseherei! Die Person ist eben in ein Haus getreten!" . Sonderbar wäre es übrigens auch ihm vorgekommen, hätte er beobachten können, wie das lange, dunkle Etwas, als er mit seiner Frau um die Ecke gebogen war, wieder aus dem Hause kam und den Zeitverlust durch vorsichtige Eile zu ersetzen suchte. Wenige Minuten später saß das Ehepaar wohlbehalten in einem Kupee zweiter Klasse des Schnellzuges und die Lokomotive gab eben das Zeichen zur Abfahrt, als am Fahrkartenschalter ein hager, hochaufgeschossener Herr eintraf und athemlos etwas zu wissen verlangte. Es ist etwas außerordentlich Behagliches, auf weichen Polstern durch die Nacht dahinzubrausen und die Sterne des Himmels, die Stangen der Telegraphenleitung und 'die Funken des Dampfrosses an sich vorübereilen zu sehen. Alle Leidenschaften beruhigen sich dabei und wenn bev zwei jungen Leuten, die nur flüchtig zu Abend gegessen haben, noch irgend etwas un--ruhig bleibt, so ist es der Magen, der mit der Beharrlichkeit eines festen Charakters auf Nachlieferung der ihm gewohnheitsgemäh zukommenden Ration pocht. Emil," sagte Frau Lucie. wenn ?nan bei der nächsten Haltestelle etwas haben könnte?" Zwei Seelen und ein Gedanke! rief er vergnügt. Wir haben noch zwanzig Minuten bis Zethausen, wo der Schnellzug hält es ist dort ein anz anständiges Büffet ich denke, ein paar frische Schinkenbrötchen und eine halbe Flasche Rothen werden wir 'sicher haben können!" Diese angenehme Erwartung dersüßte den beiden Leutchen die nächste Viertelstunde und sie empfanden mit Behagen das Kribbeln und Krabbeln an den Sohlen, als jetzt die Bremsen angezogen wurden und der Zug in ein angenehmes Vicinalbahntempo verfiel. Da stand er vollends. Zethausen zehn Minuten Aüi enthalt!" Bleib nurPtzen," sagte der Assessor, .ich bring' Dir'S in den Zug!" 'Lustig sprang er aus dem Wagen und eilte den Perron entlang. Dann schob er sich in die restaurationsöedürfiige Menge. War daS ein GeHunger und Gedürste! Schon mindestens zehn Sinkenbrödchen hatten sie ihm vor der Nase weggrschnappt. bis er endlich zu Semem kam und 'damit wegstürmte. Natürlich Luc, die ängstliche Seele, , wurde schon Angst haben! Plötzlich, als er bereits ihre wehende weiße Wimpel "vor Augen hatte, traUn Drei aus den Amtslokalitäten. Alle Wetters hörte er flüstern.' Die Gestalt der Gang die Kle:dung die Hast der 'ist's!" Ehe er noch was begriff, hatte ihn einer am Kragen. . Teufel noch einmal!" rief er, baff wr Erstaunen und Äorn. Was sol .denn der Unsinn? Lassen Sie mich : los meine Frau hungert!" .... Die Gerechtigkeit hungert auch und zwar gerade nach Ihnen!" antwortete ,der Genickareifer unter dem Gcläckter Mx beiden Bahnbeamten trrunrphirend und Dankelmann erkannte, 'als er ihn jetzt genauer betrachteteeinen Polizei wmmissar in ihm an der Uniform. Aber was soll denn daS?" rief tt entrüstet und schüttelte dessen Hand ab, um sofort an beiden Armen gefaßt zu werden. Sie befinden sich ja in iryend einem gottsträflichen Irrthum! Ich bin der Assessor Dankelmann aus der Hauptstadt und befinde mich, mit

meiner Frau auf der Bergnügungs-. reise wenn Sie mich nicht sofort loslassen, versäume ich den Schnell-' zug!" Werden noch mehr Schnellzüge dersäumen!" erwiderte der Commissar kaltblütig, wieder unter dem dröhnenden Gelackter der Anderen.' Netter Assessor das, der vor Schutzleuten ausreißt und um die Ecke biegt! Wissen Sie was. Männeken, lassen Sie jetzt mal die Mätzcben und bekennen Sie Farbe: Sie sind der Raubmörder Klumpke man hat Sie erkannt!" Einen Moment ging Alles wirr vor den Auaen des Assessors im Kreise und er glaubte nur noch LucienS Taschentuch in der Ferne, zu erkennen, das wie von einer Windsbraut gepeitscht auf und nieder wehte denn daS Abfahrtssignal ertönte schon. Dann !Ie er in jäher Kraftlosigkeit Schinken brodchen und Rothen fallen, daß. die Flasche am' Boden barst und an den Uniformen der Beamten ein Blutbar anrichtete. Ich Raubmörder!" zischte er wu, thend imd erhob die Fäuste. Ach' jo!" lachte er dann bitter. Das wäre ja Widerstand gegen die Staatsgewalt also gut!" Die Resignation des Galgenhumors überkam ihn. Lucie," rief er der eben an ihm vorüberfahrenden. verzweifelnden Gattin zu. .ich kann leider nicht mit! Ich hab' hier feste Anstellung als Raubmörder bekommen steig' in der nach--sten Station aus und fahre heim adieu!" ... Der Commissar flüsterte dem einen der Beamten ein paar Worte zu, worauf dieser sofort im Telegraphenbureau verschwand, aus dem alsbald wieder lebhaftes Geknatter ertönte. ' - Inzwischen waren mehrere dunkle Gestalten aufgetaucht, welche den Assessor liebevollen die Mitte nahmen. Lautlos folgte er ihnen auf, das Commissariat und nahm dort auf dem ihm angewiesenen Stuhle Platz. Nun, Männeken", sagte jetzt der Commissar freundlich mit seiner Dankelmann empörenden Vertraulichkeit wieder, jetzt stehen wir nicht mehr draußen auf dem zugigen, dunklen Perron mitten unter fremden Leuten jetzt sind wir in warmer, Heller Stube unter uns nun reden Sie aber auch mal! Aus kommen Sie ja nicht das Signalement stimmt bis auf einige nebensächliche Details, man hat Ihr verdächtiges, scheues Benehmen in der Hauptstadt beobachtet auch ihre Complicin wird in der nächsten Station festgenommen werden " Arme Lucie!" dachte der Assessor. Also" fuhr der Beamte aufmunternd fort wie heißen Sie?" Methusalem!" Methusalem? Ach so! Ihr Ihr Künstler"-iName, unter dem Sie arbeiten!" Na, Methusalem wo sind wir denn her?" - Aus dem alten Testament," lachte Dankelmann. Ei sieh da, was für ein witziger Knabe!" schmunzelte der Beamte und nickte den Anderen zu: Laßt mich nur machen! Kenne das! Wie alt sind wir denn, Herr Methusalem?" Na," zuckte der Arrestant mit den Achseln, so zwischen neunhundert und tausend Jahren ganz sicher weiß man das nicht!" Was weiß man sicher!" sagte der Beamte mit Bonhommie, steckte die Hände in die Hosentaschen und stellte sich bereit vor den Verhörten. H'öchstens. daß wir jetzt nach der Hauptstadt fahren und Herrn Methusalem dem Geheimpolizisten Samuel Weber gegenüberstellen werden, der ihn heute auf seinem. Weg nach dem Bahnhof beobachtete " Eine Erinnerung erhellte Dankelmann's Gesicht. Ah," murmelte er, der Schatten in der Lorenzstraße sollte Lucie Recht gehabt haben!" Aha! DaS fleckt! Er, tjNM" rief der Commissar vergnügt. Vorwärts, Leute! Was sollen wir uns hier lange mit Witzen plagen!" In wenigen Minuten saß Dankelmann wohlbewacht im Schnellzuge nach der Hauptstadt freilich mit wesentlich anderen Empfindungen, als jene waren, mit denen er herfuhr. , Ist's! der?" frugl der Commissar mit einer gewissen demonstrativen Befriedigung, als er an Ort und Stelle mit. seinem Schützling in daS Bahncommissariat trat, wo sich eilig eine hagere Gestalt von? Sopha erhob, z .. : Ja, der ist's!" rief der Hagere. Ich habe ihn von der Winkelstraße,: m der er scheu einem Schutzmann auswich. ' bis ' zum Bahnhofplatz verfolgt kein Zweifel Sie sind der Raubruöeder Klumpke!" ' Ich kenne Sie nicht!" sagte Dankelmann, Sie waren mir bis jetzt bloß Schrrtten!" - Kennen Sie auch diese nicht?- frug derDetektw. ' Lucie!" rief Danielmann schmerzlich und. erstaunt '.zugleich, als seine Frau mit . einem schwarzgekleideten Herrn eintrat.Ach, Emil!" rief. sie . und erfaßte ihn bei den Händen. Ist Dir. jetzt wieder besser? - Du ,warst gewiß sehr krank und ich bin 'daher diesem Herrn außerordentlich dankbar, der sich mir in -Jckshusen zur Begleitung anbot und mir versprach, mich zu Dir zu bringen!". . Ach, .sol" sagte Dankelmann ' mit. einem, sonderbaren Seitenblick auf den schwarzgekleideten Herrn.', Dann traten. mehrere Schutzleute .ein, die zum Transport requirirt. waren. 5 Als sie 'Dankelmann Mlkcktert, stan-' den sie stramm und machten Honneur. Was soll denn daS heißen?" frug der Commissar und der Detektiv zugleich. ' Wir grüßen den Herrn Assessor!" sagte einer von den Schutzleuten. Kein Irrthum?" stieb der Detektiv hervor..

Alle schüttelten energisch die Kopfe. Mso wirklich nicht " Nein. Verehrtester, wirklich nicht Raubmörder!" Lachte Dankelmann. Ich bitte tausendmal um Entschuldigung.! rief der Detektiv. Bin noch nicht lang im Dienste, kenne Sie noch nicht personlich Ähnlichkeit, wie hier diese Photographie beweist, wirklich stark und dann hörte . ich Sie doch deutlich in der Winkelsrraße sagen: Da müssen wir rasch über die Straß: hinüber dort am Eck steht ein Schutzmann!" Gelt. Emil." sagte Frau Lucie vorwurfsvoll, ich chabe Dir schon oft gesagt: Das ist eine Eigenheit von Dir diese Schutzmannsscheu, die gewohnlich nur andere Leute haben!" Ihr Mann schlag sich vor den Kopf. Deswegen also diese Raubmörderei!" rief er. Meine Herren!" sagte er lachend zu den schmunzelnden Schutzleuten: In Zukunft komme ich zu jedem von Ihnen eigens auf das Trottoir herüber und grüße ihn zuerst mein Wort darauf! Komm, RaubMörderin!" . Gelt, Sa spitzen'S t

Was glaub'ns denn,' Herr Stadtrrchter? Moan's. a solider Bürger, wenn er a mal in a groß Concert geht, na' will er sich austob'n, wenn er' riet a G'legenheit hat, a Rauferei mitz'macha. oder a Dutzend Ilrüeg z'sammaz'schlag'n? I sag's ja allerweil, 's geht nimmer 'ram. d' Stadt Münka hat bald koan grüebig'S Platzl mehr, als vielleicht g'rad 's Platzl. wo weder Muji g'macht noch g'sunga, sondern nur trunka werd'n thuet. San's amal in so an Heid'nconcert drinnet, nacher san's halt dabei und red'n von an Glück, wenn's darnach no hör'n oder wenn Eahna net a porzlanerns Bierfilzl irfs G'sicht g'worfn word'n? is. Herr Stadtrichter! Mir Alt'n kunnters eigentlich scho' wissen, was zünftig is! D'rum hoaßt's: geh' in Dein Brauhaus, schaug auf a richtige G'sell schaft, auf a fescheBedienung und. willst a Musi ham, nacher laufst mit der Hauptwach, oder gehst glei' in's Odeon wo a Concert auf an, Thaler kimmt. Den 3etn dader mit sechs Mark fusz'ge, den schicken's nur an die richtige Ädreß, net an mich, da that i mi' dedanka, wenn i per Zufall in der Näh von so an Haufa Rairdauburschn käm, würd' mit abg'faßt, aufg'schrieb'n und mir nix Dir nix, koa Verhandlung, koa Vernehmung, koa Zeug'n und koa Ur, mit siebend'halb Mark! g'straft." Mit dieser Einleitung begründete der Hausbesitzer Martin Finck seinen Einspruch gegen einen, wegen groben Unfuges erhaltenen Strafbefehk. Herr Finck. ein biederer und gerader alter Münchener, erinnert sich mit Wehmuth der früheren besseren Zeiten, wo seine Vaterstadt im Renommee der besten Biere, 'billigsten Fleischkost und größten Grüebigkeit stand, und gab-diesen Reminiscenzen noch mit folgenden Worten entsprechenden Ausdruck: Vor dreißig Jahrln hamer unser Englisches Cafs mit der Gunglmusi g'habt, dort sein die feinern Leut hinkemma, ham. ihre zwölf, Kreuzer zahlt und an schön' Abend g'habt! Gelt, da spitzen's? Die feinern Leut. hab i g'sagt! Dos war'n nämlich die Bürger, die.Beamten und die Officier, die hab'n sich'. , wie sich's g'hört, z'sammag'setzt, hat koan's''s Andere verdächtig ang'schaugt, .jed'A bei seinem Charakter und Ehr g'lass'n und wer net paßt hat, der is so dumm ang'red't war'n, daß er gern ausblieb' is. Nach jedem Mu sikstück hat mer aus Anerkennung für die Kapell'n a mal patscht und nach jeder Abtheilung tm Programm is a Extriger als Dreingab kemma, so oane? vom Strauß oder Lanner, der in's Bluet ganga is, und schön war's. Wia is dös heut? öner natürlich! Heut zu Tag gibt's ja kein Mensch'n mehrer, der. besser und anständiger als der andere sein kann7 Wenn Oaner nur a Arbet hat und an Sonntag über sein Brotgeber recht aufdrahn kann, inacher is er a erfahrener Mann, der alte Moaster, der sich a G'müthskrankheit zuziahgt bei der Wehr gegen die Concurrenz, is a Hanswurscht in dem Frisch ling seine Aug'n, und der Mensch, wo's ganze Jahr drei Mackl Steuer zahlt, wenn's g'wiß'is und wenn 'er net fruchtlos drum auspfänd't wird, der sagt, die Beamt'n und d Officier muß er derhalt'n. Gelt, da spitzen's? Die feinern Leut san heut zu Tag die. wo a Paar Glasscherb'n auf - der Nos'n sitzen ham, um ihre dlod'n Aug'n zu verdecken,' die mit an Havelock und a drei vier 5w:gerl drauf umanand laufa' oder überhaupt a ganze Kluft aus Strohsackzeug rrag'n. A Bauernrekrut, der ä feine' Uniform und bis Zwölfe Erlaubniß t2t, tei nimmt, sich mehrer Kraut außa. wie ä General und solchene Spotz'n geh'n in'S Concert und macha ihr'n' Krach,, nacher war's schön! Woher kimmt dös? Schaug'ns, . da gibt's in der Stadt so nette Morgenconcerter, da wcr'n nur zu der Pamperlmusi solche neue Hopsdoderoliedln g'sunga, der Staat laßt's ruhig weitermacha, weil's vom hygienischen Standpunkt als Lungl- und DrosselÜbung recht guet sein soll. Wenn nacher Abends im Concert a so a Tagdieb, wia a Sau grunzt, oder wia a. Tiger brüllt, um d' Musi no oamal außa -z' kitzeln, na' drauchen's net z' frag'n, wo der die Stimm her hat; im Morgenconcert zoagt der Wirth seine Bestien, a rochs Stück Fleisch und . moant mali tiöS:' Sogleich' beginnt die Fütterung .sämmtlicher Raubthiere" und Alles .grunzt. Miaut und brüllt, die Gast' kennen sich aus der Darwin war a g'scheidter Mann. Und nacher die Lieder, wo heut zu Tag solchene Concertgäst' mitsinga, mitpfeifn und von der Musi aufa'svielt verlana'n! A eder I hat an andern Gass'nhauer, den er mit-

briill'n möcht und' grad die, wo hinter die Ohr'n no' net trucka san. die no' in fünf Jahr'n 's Rasir'n net nothweivdig ham, dös san die größten Brüller. Um aber auf mein Fall z' kemma: Am Sonntag Abend geh i mit Frau und Tochter in Dingskeller zum Concert. Militärmusi war's und i glaub, daß von mindestens zwoa Regimentern die Unterofficier da g'wes'n san; zwischen dene Unterofficier und aner ganz civilen, Gigerlbande Hat'S nacher an Skandal geb'n. I jag zu an.Scherschant'n': er soll ruhig sein, da moant der Andere: Sie san nur a Civil." und klappert dabei mit sei'm Blechg'schirr. Donnerwetter, sag i d'rauf, i moan scho' bald, daß. Sie nicht recht civilisirt san. Jetz'n is losganga und die ganze G'sellschaft is aneinanderg'hanga und hat sich hinausg'rauft. I fchaug mir die Schlacht mit an und wie's aus war 'und i will mich ve?ziahg'n, da werd' i aufg'schrieb'nals Betheiligter. Die Krakehler san aber ganz schön durchkemma und ham sich wo anders hinzog'n. Hab' i recht oder net? Wie i a junger Bursch war. da hat Oaner in der Welt draußt g'wesen sein müessen. eh' er mitred'n dürf'n hat' bei einer Männerg'sellschaft, Lieder hat ma aa g'sunga zu der Zeit und da kann i Eahna glei' a recht zeitg'mäßes sagen, dös mer aber net im Concert mitbrüllt hat. Dös hat g'hoaß'n: So Mancher roandert aus. und wenn er was zu leiden hat, kimmt er wiednum nach Haus! Ach Mutter, ich nun wieder kumm. die Moaster san so döse Buam. ich kanrs net hals n aus, ich bin röie derum zu Haus!" oder: Jetzt kimmt scho' bald die Zeit, eh' Oaner ausg'lernt hat, da will er schon a Weib! Meine lieb'n Leut is das wohl recht? Der is koa Moaster und is 'koa Knecht, a Stümper mueß er sein, a Fretter obendrein." Gelt, da spitzen's? Heut zu Tag gibt's koane solche Liedl mehrer! Da singen's nur: Sei nicht böse, schick' dich darein!" oder: Siehgst du's, wia falsch du bist, dich hat a Anderer küßt!" und die, wo's singa, 'durf'zr 'S Sacktüechel net vergess'n ham, sunst muaß eahna 's Madl d' Nos'n putz'n," Die Voraussicht hatte Herrn Finck nicht betrogen, er wurde kostenlos freigesprochen. Meine Herren!" . bemerkte er vor seinem Abgang, wenn's so fort geht, dann schreib' d' Wirth no' an Preis aus für die ThierstimmenJmitawren, Concertmitpfeifer und Haupttrampler. Die größt'n Pratz'n und die gröbst'n Kehlen san ohnehin scho' Herr und vielleicht produciert sich noch in die Pausen' vor an Militärconcert a Bierfilzl Kunstwerfer und wird a richtige Schlägerei nach aner Freischützmelodie aufg'führi, nacher hamer, was mögliches, aber i war's letzte Mal dabei und b'hüet Di' Gott!" m m m Qendele von Bendelfingen. Schwäbische Ritterballade. Jockele, hol' d' Si'ef'la ra'. Dui mit de'grauße Spora" Schreit wild der Ritter Bendele Im fürchterlichsta Zorna. Dui Stäter drunt' vo' Clinga Hent eahm a Briefle g'sch..eba. Da Brieafbot Hot's grad eda brocht Dös Hot eahm d' Wuath ei'trieba. ' Wenn au der Ritter net viel ka, Cr haßt 'as g'lehrte Wefa. Hot er halt do, wie Schlacht" und .. - BlutZwo! Wort' vom Brieaf 'raus' g'lesa. Dös- macht eahn fuchtig : und er schimpft, Ma ka. eahm net verübla: Herrgöttle, Du, vo' Biberach, Hilf mir dia Leutle zwiebla, Daß ihne nimmer g'lüsta thuet An Fehdebrieaf mir z'schreiba, I will di Lust an Schlacht" und Bluet" Do' Kerla geh vertreiba!" Sem graußa Säbel schnallt er um, Er ischt zwar net schöa putzet. Und seine Manna rueft er z'samm', Glei' so a fünf sechs Dutzet. Am Necker goht's drauf langsam zua 's ischt grad' auf Zwölfe ganza Do kommet se vor's Städtle na Jetzt zittert se und banga, Denn 's Stadtthor ischt ganz , u'bewacht ' Und angelweit stoht's offa. ' Do mueß a List dahinter fei,"Moi't Bendele betroffa. Kaum Hot er's g'sait, do' macha kehr! All' seine tapfre Streiter. Halloh", schallt do a helle Stimm'. -Herr Ritter, seid Ihr b'sesse. Wollt Ihr denn net zum Hirscha" ... gau -Und Metzelsuppa n esse? - Hent Ihr net unser Brieafle kriegt Und aus dem G'schreib entnomma, Daß heut' im Hirscha" gemetzget wird? I' dacht', Ihr solltet komma!" Was, Metzelsupp'?" schreit' Bendele, Dös ischt an anders Wesa! ' Guck, i' han blos von Schlacht" und 'Bluet" Aus Uirem Ärieaf 'raus g'lesa." Jscht's mögle' au! 's sollt' do' dös . G'schreib' -A'n' Ei'ladung bedeuta Zu Schlachtfest, Bluet- 'und Leber.würscht", ' ' Koi'swcgs zum Kampf und Streita", So sait der Rufer und tritt nah; Herr Bendele wird heiter:' ' i -.Ihr Manna, auf zur Metzelsupp', Marsch liyksum kehrt Euch!"? schreit er. JmHirscha".hentdia.kühniLeut' &at bald bei voller' Kanna, ' : . Bei Wellfleisch, Wurscht und'' Sauer. - k kraut Sich .zeigt, als. tapf're Manna. - : -Vor'm Hoimwärtsgau läßt -Bendele Sich no' zum Lehrer führ, Von dem Hot er a Fibel borgt, . Um's Lesa zu studira. . Jetzt kann er guet a Ei'ladung Vom Kampfbrieaf unterscheid, ' Er rennt, geit's wo a Metzelsupp''. ' Und aobt 'em Kampf auf d' Seita.

I

Wloncester. - Im nordöstlichen Massachusetts, an einer Einbucktuna des Meeres in die Cape Ann-Halbinsel, liegt ein lleir.eS, graues, verwittertes Städtchen, das die oftgehörte Behauptung: die amerikaniscken Städte und Ortschaften aleichen einander, wie ein Ei dem andern. gründlich zuschanden macht. Die alte Fischerstadt Gloucester. deren Gründung vor mehr als 260 Jahren stattfand, hat ihren eigenen ausgesproche nen Charakter, und schon ihr Aeußeres zeugt von ihrem hohen Alter. Wenn man sich dem Orte von der Wasserseite nähert, und ihn am Rande der Bucht und zurückreichend auf mehreren Hügeln, den Vorsprüngen höheren Gebirgslandes. vor sich liegen sieht, mit feinen alten, knorrigen Bäumen in den Straßen, den zum guten Theil verwitterten Holzhäusern die ganze Stadt ist aus Holz gebaut und den grauen, hochragenden Kirchthürmen, aus denen Glockengeläut - über das Wasser schallt, dann weiß man sofort, daß dieser Ort eine Vergangenheit hat und Interessantes zu' erzählen weiß. Und wenn man landet, nimmt man sogleich wahr, daß neben der interessanten Vergangenheit eine eigenartige Gegenwart besteht, ist doch jeder Einwohner. vom halbwüchsigen Jungen bis zum Greis im Silberhaar, eidlich zu erhärten bereit, daß Gloucester der bedeutendste ?risckerori der Welt ist. Die Fischerel ist Alles fürGloucester. Fisch ist seine Handelswaare. Fisch ist sein Lebensmark, und nach Fisch riecht der ganze Ort. Fisch ist sein Gesprächsthema. Kabeljau, Steinbutte, Makrelen Makrelen. Steinbutte. Kabeljau; in schöner Abwechslung müssen diese Fischarten das Unterhaltungsthema liefern, wie der zu erwartende Ertrag der Fangsaison besprochen wird. Und es ist ganz ungeheuerlich, welche Fischmassen alljährlich nach Gloucester gebracht wttden. SeinFischHandel bewerrhet sich auf mehr alö 54.000.000 das Jahr, vierundvierzig Firmen schicken alljährlich mehr als 600 Fahrzeuge auf den Fischfang, und die 20,000 Einwohner des Ortes sind ganz vom Fischfang abhängig. Andere Industrien besitzt Gloucester nicht, abgesehen von solchen, die. wie die Fabrikation vonOeltuchkleidern und -Hü-ten, die Ausbesserungswerfte u. s. w., ebenfalls im Fischfang ihre Wurzeln haben. Der Kabeljaufang steigt langsam. und hat sich feit 1881 von 39.000.000 Pfund auf 45.000.000 Pfund im vergangenen Jahre vermehrt; dazu wurden in 1894 noch Steinbutten im Gewichte von 8.000.000 Pfund gefangen. Ohne Zweifel Gloucester ist einseitig, und diese Einseitigkeit drückt sich auch in seinem geistigen Charakter auS. Der Ort ist langsam, stetig und selbstgenugend, er nimmt wenig Interesse an außenliegenden Dingen, und die Zeitungen bringen nur wenig zum Druck, das nicht mit der Fischerei zusammenhängt. Vielen Männern in den Straßen sieht man das rauhe Seeleben an. Sie haben dieselben wetterhttten Figuren. die man in allen Fischerorten an den nördlichen Meeren antrifft. Langsam in den Bewegungen, langsam in der Sprache, mit wettergebräunten Gesichtern und scharfen Augen, zeigen sie die Ruhe, welche das Bewußtsein körperlicher Kraft gibt. Die Nationalitäten sind bunt durcheinander gemischt. Drei Viertel de? Fischer sind Schweden, -Dänen, Norweger. Jrlän. der und Neuschotten, die Uebrrgen stammen aus Maine und Massachusetts. Früher war das Verhältniß umgekehrt, aber unter der altangesessenen Bevölkerung macht sich mehr und mehr eine Abneigung gegen das Fischerleben geltend. Die Amerikaner überlassen jetzt den Fremden das rauhe Handwerk zur See, und suchen es in Besch'aftigungen am Lande und im Handel dahin zu bringen, selbst Eigenthümer von Fischerbooten zu werden und diese zu bemannen. Zu verdenken ist ' ihnen das nicht. Das Fischerhandwerk ist rauh und schwer, und endet nur zu oft mit dem Tod in den Wellen. Kommt so ein Fischerboot von einer längeren Fahrt zurück, so fragt man nur: Wie viele hat sie verloren? und Niemand ist erstaunt, die Flagge auf Halbmast zu sehen. Lautet dann die Antwort: Nur zwei, so ist man schon zufrieden. Wie es kam. daß zwei Mann verloren gingen, da doch das Boot zurückkehrte? Sehr einfach: EinFischerschooner führt auf seinem Deck etwa ein Dutzend Ruderboote mit. die, wenn man auf den Fischbönken angelangt ist, mit je zwei Mann besetzt . ausgeschickt, werden, die Fangnetze zu stellen und später den Fang einzuholen. Diese Boote bleiben immer in Sicht vom Schooner . und werden zurückgerufen, wenn schlimmes Wetter droht, oft aber schleicht sich ein dichter Nebel mit solcher Geschwindigkeit über das Wasser, . daß die Warnung zu spät kommt, und da können die zwei Männer in einem solchen Ruderboot, besonders wenn- die See bewegt ist und später Sturm einsetzt, nur zu. oft nicht zurückfinden zumSchooner. Sie bleiben verschollen. , In Gloucester wird alljährlich ein Buch veröffentlicht, welches nichts weiter enthält als die Namen der. Fischer, die ausführen und nicht zurückkehrten, von denen..man auch nie wieder etwas hörte. Nach diesem Buche sind seit 1830 nicht weniger als 2000 Menschenleben und 270 Fahrzeuge, die von.Glyucester ausführen, verloren gegangen. Welch' furchtbarer Szenen von Qual und Pein und vergeblichem Ringen mögen mt Gewisser über den' nroken Fisch.gründen' Zeuge gewesen em! Ängesichtö dieser großen Verluste muß 'eine gewisse Beruhigung- in dem , Ge-, sanken liegen, daß weitaus die meisten der Fischer von Gloucester unverheirathet sind, dennoch athmet der Fremde erleichtert auf. wenn er. auf seine Frage nach der Ursacke des Glockenlautens am Morgen die Antwort erhalt: Die Glocken rufen die Kinder zur Schule.

Die Seschiezung von wz -Zivar. -Ueber die jüngst gemeldete Beschießung von Ez-Zibar oder Sabara im persischen Meerbusen durch die beiden englischen Kriegsschiffe Sphm?" und Pigeon" sind jetzt bei der hohen Pforte nähere Meldungen eingegangen, über die der 5wnstantinopeler Correspondent der Köln. Ztg." Folgendes erfährt: Der unter dem Befehl des Scheichs Sultan Selam stehende Araberstamm Ali bin Ali. etwa 2000 Mann stark, war von der Insel Bahrein im persischen! Golf nach dem türkischen Festlande ausgewandert und ihatte in der türtischen Stadt Ez-Zibar sein Lager errichtet. Der englisch: General-Con-ful in Buschir, Oberst Wilson. beschloß gemeinsam mit dem Commandanten der Sphinx", Pelly, gegen diesen Ärabcrstamm. der sich zur Rückwanderung freiwillig nicht bereden lassen wollte.

mit Gewalt vorzugehen und zu dem Zwecke das Lager und die Stadt Ez Zibar zu beschießen. Der Mutesarif von Hofuf. der diese Absicht erfuhr, schickte sofort einen seiner Beamten, Abdurrahman Efsendi. von Hofuf zu? Sphinx" und zur Pigeon" und ließ sie auf die Tragweite eines Angriffes auf türkisches Gebiet! aufmerksam machen und sie um Unterlassung einer folchen Gewaltthat bitten. Abdurrahman wurde aber vomOberst Wilson mit dem Bemerken abgewiesen, er solle sich nicht um Dinge bekümmern, die ihn nichts angingen! Sphinx" und Pigeon" bcschossen nun vier Tage und vier Nächte lang die unbefestigte und wehrlose Stadt und tödteten zahllose Bewohner, namentlich viele Frauen und Kinder; die Männer hielten sich vorwiegend auf ihren Segelschiffen auf, von denen gleichfalls 40 50 verbrannt wurden. Die türkischen Behörden schätzen die Zahl .der Getödteten auf mehr als 1000. Da zudem die Zufuhr von Lebensmitteln infolge der Beschießung von der Landbevölkerung eingestellt wurde, so erlagen noch viele Kranke und Kinder dem Hunger und der Erschöpfung. Die Moscheen wur den in. Brand geschossm und zerstört. Die ersten englischen Schüsse waren gegen die türkische Fahne gerichtet, die auf dem Hause des Mudirs gehißt war. Die Engländer haben nicht eher geruht, bis die Stadt dem Erdboden gleich gemacht war. Der Schaden, der von ihnen angerichtet worden, ist demgemäß außkrordenlich groß. Die überlebenden Auswanderer wurden gefangen genommen und nach Bahrein zurückgeschleppt. Oberst Wilson erließ dann einen Aufruf an die Araber, in welchem er erklärt er habe ihnen bewiesen, daß Niemand anders als England am wenigsten aber die Türkei sie zu beschützen in der Lage sei. Die Köln. Ztg." bemerkt dazu: Als wir die erste Nachricht über die Beschießung von Ez-Zibar veröffentlicht hatten, wurde von anderer Seite bebauptet, daß den neuesten Karten zufolge die Stadt nicht türkisch fei, sondern zum Sultanat von Maskat gehöre, das nicht unter türkischer Oberhoheit stehe. Dem widerspricht abir einerseits, 'daß ein uns vorliegender englischer Atlas es ist der von der Times" herausgegebene sowie die Sohr'sche Karte von Afghanistan. Turkestan und Persien (Glogau, Flemming) die ganze Halbinsel Katar als zum Osmanischen Reich gehörig bezeichnet; andererseits geht aus dem obigen Berichte zur Genüge hervor, daß die türkischen Behörden die Stadt Ez-Zibar für das türkische Reich in Anspruch nehmen und daß insbesondere neben dem Hause des Mudirs die türkische Flagge wehte, als die Beschießung stattfand. Uebrigens würde die Frage, welchem Herrscher die Stadt unterthanig ist, an der Völkerrechtlichen Beurtheilung des barbarischen Vorgehens der englischen 'Kriegsschiffe und des englischen GeneralConsuls Oberst Wilson nichts ändern. Die Stadt war unbefestigt; es ist nicht der geringste Versuch gemacht worden, sie zu befestigen urb zu vertheidigen. Trotzdem haben 'die Engländer sie in Grund und Boden geschossen und dem Erdboden gleichgemacht. Unser Berichterstatter versichert, daß die ausführlichen Berichte der türkischen Behörden über dieses völkerrechtswidrige Vorgehen der Engländer durchaus den Eindruck .der Wahrheit, jedenfalls in allen Hauptpunkten, machen; gleichzeitig werde darin über eine große Erregursz der türkischen Bevölkerung gegen dieEngländer berichtet, zumal auch dort schon Nachrichten über die armenischen Unruhen. . vorlagen. Die Engländer spielen offenbar ein sehr gewagtes Spiel; sie wollen 'sich, wie aus d:m Mlson'schcn: Aufrufe hervorgeht, die Herrschaft am persischen Golf dadurch sichern, daß sie zunächst dort eme Schreckensherrschaft aufpflanzen und durch die Ihat beweisen. daß die Türkei nicht die Macht besiZt, ihren. -Ge-waltthatm entgegenzutreten. ES' ist ein seltsames Zusammentreffen, daß die Engländer selbst solche Grausamkeiten verüben, währenid sie einen großen Lärm erheben über ähnliche, kaum schlimmere Ausschreitungen von Kurdenhorden gegen die Armenier. . V Unfreiwillige Komik. Eine ergötzliche Blumenlese von Entschuldigungszetteln, - wie solche den Lehrern und Lehrerinnen der Berliner Communalschulen - unterbreitet' werden, hat ein dortiger Sckulvorsteher gesammelt. Hier einige Proben: Ich vitte memen Sohn mehr in'S Rechnen -zu schonen, indem er mir die Nacht .keine Ruhe ' läßt, indem- er fortwahrend Phantasie:. Auch ich 'habe in 'meiner Jugend nicht rechnen können; leider hat es sich später von selber gesunden, so daß ich mit Leichtigkeit die Buchführung vollende." Geehrtes Fräulein. Meine Armida mußte die

Schulle versäumen, weil mein Mann eine Brieftasche verloren hatte. Wo sie halt das Lotterieloos besaß, wo wie? uns die Größte Mühe mußten geben, daselbe wieder in Besatz zu bekommen und sie ihn Oktober 14 Jahre alt wird, da wird es nicht draus ankommen." Eine Erzfeindin des Mädchenturnens, aber auch des Briefstils scheint die Verfasserin des folgenden Entschuld!-. gungs-Zettels zu sein: Da ich Annaan Sonnabend, weil sie klagte um Stiche in 'das Turn, daS bringt alles vor, wenn es noch mal vorkommt, den schicke ich ihr die Stunde nich nach der Schule und lasse ihr von Doktor untersuchen, denn von Turn hat schon manch einer den Todt gesucht. DaS ist für Jungen, aber nicht für Mäd chen." Besondere Zärtlichkeit für ihren Liebling legt eine Mutter mit folgenden Worten an den Tag: Ich bitte mein Dorchen wegen Kopfweh an die Luft zu setzen." Nicht blos ein Drachentödter, sondern auch ein Drachenverschlinger scheint der Schulknabe zu sein, von dem es also heißt: Ich bitte meinem Sohne Karl zu entschuldigen; er hat gestern Ungeheuer gebro chen." In resolute: Weise vertheil digt eine Mutter den von ihr der Tochter mitgegebenen Stullenbelag: Geehrtes Fräulein. Indem das eö Sie serr zu verindresihren thut, was uf die Schtullen druf is, wollte ich Sie man sagen, das Sie das jarnicht angeht, indem das es noch kein geschrieben Gesetz gibt, was uf die Schtullen druf soll." 'Nicht ganz klar ist folgender Zettel gehalten: Meine Tochter Loise hat gefehlt, weil sie einen kleinen Bruder hat gekricht. Sollte es nächste Woche wieder vorkommen, so entschuldigen Sie, bitte." Kurz und bündig lautet folgender, jeden Zweifel ausschließender Entschuldigungszettel, der einfach die Worte enthält: zMezm ffnv-W." Wippchen der ve cwtgcu zz?tescn.

Baronin Bertha v. Suttner hielt jüngst in Prag einen Vortrag über und für die Friedensbewegung und las bei dieser Gelegenheit einen Brief Julius Stettenheims vor, den der Berliner Humorist in seiner- Eigenschaft als Specialkriegsberichterstatter Wippchen an die Kämpferin fürd5n. Frieden ge richtet hatte. Seit es Menschen gibt." sagt Wippchen, reichen sie sich die Bru derhand, um gemeinschaftlich sestzu stellen, wer der stärkere sei, umarmen sie sich, um sich zu erdrücken, und thun sie sich alles zum Tort an, was sie sich an den Augen ablesen können. Ich möchte den Saum Jhies werthen Klei des umarmen, verehrte Frau, wenn ich bedenke, daß Sie noch immer glauben, es wäre möglich, den ewigen Frieden auch nur ein Jahr dauern zu sehen. Sie hoffen zuversichtlich, daß sich die Völker in absehbarer Zeit den erbittert sten Frieden erklären werden. Sie hören im Geiste die unheilvollen eiscr nen Würfel in Nichts zerrinnen. Sie halten fest an Ihrem schönen Traum, daß wir einst anstatt eines KriegSmini sters einen Friedensminister haben wer den, und daß eines Tages die Welt so voll von Liebe sein wird, daß kein Schuß zur Erde fallen kann. Das ist schön von Ihnen, gnädigste Frau; aber ach. vielleicht' während ich diese Zeilen schreibe, packen schon die jroß mächte den Sultan bei seinem goldenen Horn.- Ich halte den alten MarS für einen Gefangenen, der jeden Augenblick ausbrechcn kann, und wenn die Thüre des Jauustempels einmal offen steht, wo ist dann das Schloß, in das die Thür wieder geworfen wird. Es ist sicher sehr edel und gut, der Welt den Frieden zu wünschen, aher wo ist dieser Friede? Wir haben ja Frieden, werden Sie sagen. Nun, dann sehen Sie ihn doch gefälligst etwas genauer an. Wie sieht er aus! Er starrt in Waffen. An statt als lieblicher Knabe am ruhigen Bach gelagert zu liegen, liegt er vor dem vollen Pulverfaß, dessen Hahn jeden Augenblick von einem Funken ge öffnet werben kann. Europa mag sich noch so sehr drehen und 'wenden, es tanzt doch auf einem Vulkan, und dieser Bulkan kann icden Äugenblick Feuer speien, das dann wie ein kalter Wasserstrahl auf Ihre Wünsche und Bestrebungen wirken wird. Tie Folge ist, daß unser Friede unaufhaltsam ins Geld läuft, denn er ist ein Pambelhim, weil er ein Livis ?acem ist. Die Staaten haben in olgedeffen mehr Schulden, als Haare auf den Zähnen, welche sie sich gegen seitig zeigen. Bewaffnung, Kriegs rüstung heißt französisch Araement wer denkt da nicht daran, daß das wie der arme Mann klingt? Daraus folgt, daß der Welt nicht nur der Friede zu erstreben sei. sondern vor allem ein an derer . Friede, ein billigerer Friede, einer, der dem Kriege - N'cht ähnlich sieht, wie ein Kuckucksei dem andern. Ein solcher ist zu erstreben. Das ver gessen Sie nicht, verehrte Frau Eolle gin, wenn Sie meinen lieben Pragern den Segen des Friedens aufs Haupt lesen. Ist ein solcher Friede erklärt, dann wollen wir zwei freudig unsere Federn in den Schoß legen und unsere Tinte an den Nagel hängen." Verkehrte Methode. Sagen Sie mir nur, wie Ihnen alle die Witze einfallen, die Sie den Blättern einsenden?" Das ist sehr einfach: ich fange zuerst herzlich zu lachen' an nun, und dann lach' ich halt so lang, bis mir der entsprechende Witz dazu einfällt." , Aus dey Geseklschaft. A.: Sagen Sie. warum hustet und krächzt, die Hausfrau, ist ihr etwas in die Kehle gekommen? V.: Ach nein, sie, versucht nur. den russischen Grafen der polnischen Baronin' vorzustellen. - Andere Zeiten. A.: Du. wirst wohl beim Concert mitwirken Deine Stimme wurde stets noch be wundert? B.: Bedaure sehr, bester !i?17N mt-nr Trkr,-4 ir rt (j"', llUlllki JW4VttUt44iklt fLTfl irf ?Tn (Sltrnrr rnfTf

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