Indiana Tribüne, Volume 19, Number 88, Indianapolis, Marion County, 15 December 1895 — Page 10
Jndiana TrivKne.
Zrau ZphinX. Von E. Vely. JUIW wahr, eine recht verwoh::!, Frau?" fragt Doktor Erich Aerne-witz-Lenzkau auf der Terrasse des Menahouse in Gizeh den neben ihm sitzenden Baron Frenk. Dabei lächelt der Doktor wohlgefällig und liebkost feinen langen Schnurrbart. Bunte, orientalische Stoffe sind zeltartig ausgespinnt, perlmuttereingelegte Tischchen, niedere Diwans. Riesenfächer, weiche Teppiche überall; dazwischen elegante Damen undHerren, die in allen Sprachen durcheinander reden, und farbige Diener in weißschimmernden Gewänkern, englische und deutsche Kellner, die im Frack hin- und hergleiten; vor den Stufen die Mailcoach, die nach Kairo fährt, eine Gruppe Eseljungen mit ihren Thieren; drüben Beduinen und Reifende, auf die sie sich stürzen, um sie zu führen, und das Weißgelb der Wüste, der klare Himmel darüber, und im Hintergrunde die gewaltigen Pyramiden! 2fc freilich! Und beneidenswerth!" Baron Frenk macht der fchlanken Dame eine leichte Verbeugung. 3ch staune das Alles hier nun erst einen, halben Tag an, und Sie hatten drei Monate schon den Genuß in voller Gemächlichkeit." Sie hebt die schweren Lider ein Ire -nig. Dankend quittirt! Beneid-ns-werth wird meinem Manne am besten gefallen!- - Liebes Kind, das Wort ist ganz be-rcchtigt!-meint Doktor Vernew'ch, auf feine wohlgepflegten Finger blikkend. Wenn du bedenkst wer kann es denn wirklich fo haben?" Ihr Gesicht, hat die gelbliche Blasse, welche die Haut der Europäerin beim Aufenthalt unter der heißeren Sonne sofort anzunehmen pflegt, ihre Rase ist gerade, die feinen Flügel vibriren leicht, der Mund, der sich über kleinen, blitzenden Zähnen schließt, ist weich und voll, die Augen sind dunkel, das Kinn springt ein wenig vor, Energie anzeigend. .Ja sagt sie, .ja!- und läßt die Blicke auf den Riesenbauten desCheops und Chefren ruhen. Die Beduinen laufen wie Ameisen an der höchsten Pyramide auf und nieder und schleppen ein Paar Fremde mit Tropenhelmen und Nackenschleiern in die Höhe. Drüben vor dem Postgebäude schreibt ein Herr auf dem Rücken eines Fell.hknaben, den er als Stütze genommen, eine Postkarte, und ein englische Backfisch mit langem Blondhaar besteigt einen zierlich gesattelten Esel, während ein paar Schritte davon ein. Kamel im 'Sande liegt, bestimmt, die umfangreiche Gestalt eines ehemaligen Berliner Bäckermeisters, der sich zum Rentier herangebildet hat. zu tragen. Hilla Bernewitz ist dreißig Jahre. Ihre Bewegungen haben etwas Geschmeidiges; während ihr Gesichtsausdruck immer ruhig erscheint, spielen ire Finger stets nervös mit irgend, einem Gegenstände. Jetzt streichen sie glättend über die Falten' ihres fandfarbenen Lodenkle'.des.. Wir reisen nun schon sechs Jahre,sagt sie, leben immer nur mit unsern Koffern, obwohl wir einen Landsitz in Thüringen haben. Aber, das wissen Sie sicherlich, Sie sind ja Erich's Freund, Studiengenosse. Nicht wahr. Sie waren zusammen in Hdhenheim?Die Worte klingen höflich, auch die Art, wie ste sich hält und verbeugt, ist es. Aber doch wird der Baron die Empfindung . nicht los, als fei der Frau alles gleichgiltig. die Pyramiden da drüben und die Wüste hinter ihnen, das Menahouse.-von dem alle Reisenden entzückt sind und er selber, und am Ende auch ihr Mann. Allerdingö wir ' hörten nur lange nicht voneinander gibt er zurück. , Ach, schreiben." sagt Bernewitz. ist fo langweilig, wie zu Hause auf der Scholle sitzen und seinen Kohl und feine Rüben bauen. Ich habe dafür keine Veranlagung. Du bist ja wohl - . Frenk fällt ihm, die Brauen zusammenzieh?nd, in's Wort, .hastig, angstlich fast: Ich war verheirathet; sie ist todt seit einem halben Jahr, ließ mir ein Kindchen, daZ meine Mutter pflegt. Ich bin darum aus Reisen, weil es mir zu Hause so öde ist. Wir waren nämlich recht glücklich sie ton eine fo prächtige, kleine Gutsfrau, hatte für Alles Interesse und unsere Dörfler können sie garnicht vergessen.Hm! Armer Kerl! So geht eö im Leben! Der Eine hat dies Motiv, in der Welt herumzustreifen, der Andere vas!" Er grüßt dabei rechts und links Leute, die vom Lawn-Tennis-platz kommen. . Frau Bernewitz sagt nichts, sie hebt auch die Blicke nicht, es ist eine Pause die ihr Mann benützt, um Rheinwein. Sodawasser und viel Eis zu bestellen'. Denn darin liegt was, das hier vor Augen zu haben und zu denken, wie die Burschen schwitzen mußten, die die Dinger da aufbauten!- lacht er. Und dann schlürft er in langen Zügen das kühlende' Getränk und kneift die Augen, die an sich schon sehr klein sind, zu. Jedem Genuß noch so'n kleines Raffinement geben, lieber Freund! Na ja! Ich lann's. ich hab's dazu. Nämlich ein Bruder meines Alten hatte kurz nach dessen Tode auch den infall, die schöne Welt zu verlassen. und da fielen mir. noch ein paar Hun tert!ausend zu." I Mücklicher Mensch!" ' .Bin ich auch was Hilla? Und Hilla ist eö auch! Ja. die hat's derstanden, daö große Loos zu ziehen! h? Schmeichelkatzen sind sie alle, die Weiber wirst's kennen, Die'w war in der nächsten kleinen Garnison, stadt bei ihrem Bruder, dem öauvt-
mann, zum Besuch. Milttärllche Tochter, natürlich ihr ganzer Reichthum ihr Lärvchen und die Haltung und so was, na je ne fcais jaa quoi! Das nimmt uns Männer ein! Und ich war in dummer, gelangweilter Stimmung, hatte aus Paris zurückgemußt wegen des Todesfalles und der Uebernahme. Ritt dann alle Tage 'rein nach dem Nest und sah sie selbst, verständlich, als sie in den engen BerHältnissen stand wie eine exotische Pflanze. Und hatte eine Art mir zu sagen: Herr Bernewitz. das ist klug gesprochen, das ist groß gedacht, das ist eine ungewöhnliche Weltanschau ung" na. kurz und gut, aus Frauenmunde verfängt das. Und ich brauche so'n bißchen was von Anerkennung meiner guten Seiten! Na, wahrhaftig! Und eines Tages hatte ich mich gebunden!" Seine Aufmerksamkeiti wird eine Sekunde lang von ein paar Reitern gefesselt, die vor der Terrasse abspringen. Er kritisirt ihre Anzüge und ihre Pferde und sagt hinter einer vorübertrippelnden Französin her: Chicker Hut, Hilla, solch einen möchte 4ch an dir sehen! Ja, diese kleine Ninette weiß, was hübsch ist." . So auffallend geht keine Dame." Doch ganz egal wenn du fo'n Ding aufsetzst, trägt's eben eine Dame Und zu Baron .Frenk: Ja so, wo war ich denn stehen geblieben richtig, ich hab'S nicht bereut. Und Hilla weiß selbstverständlich, was sie für'n Glück gehabt hat. -Sie hat sich erst recht entwickelt, und die alte Schmeichelkatze ist sie auch geblieben." Er lehnt sich in dem niederen Sessel zurück und winkt einem Diener, der seinen Anruf mit dem orientalischen Gruß, der Handbewegung auf Stirn, Mund und Herz beantwortet und dann eine Wasserpfeife vor ihm niedersetzt. Ja, n.un will ich meinen K6f hallen." Baron Frenk hat während der Erzähwnz die schlanke Frau beobachtet, aber nicht die leiseste Miene verrieth, daß ihr etwas peinlich war jetzt hebt sie langsam den Kopf und stagt zu ihm hinüber: .Sie war Ihnen also ein guter Kamerad Ihre kleine Frau-, wie Sie sagten?" Das ist das rechte Wort, meine Gnädige!" Er legt Steifheit in Ton und Haltune, die ihm sonst ungewohr ist, aber die Frau da mit ihrer Apathie ist ihm unsympathisch. Bernewitz versinkt in stille Betrachtung, seine Cigarre im Munde, und der Sarcr sucht nach einem Vorwand, sich zu erheben, und kommt sich sehr ungeschickt vor, daß er ihn suchen muß. Da sagt die tiefe Frauenstimme: Wollen S:e mich auf einem Gang zur Sphinx be gleiten? Selbst wenn Sie diese schon programmmäßig erledigten? Ich besuche sie täglich ihr Schweifen ist mir lieber, als all das internatuinale Geschwätz rings um unö her." Er steht auf. Bereit, gnadige Frau. Ich war noch nicht dort, Erich meinte, ich hätte morgen noch Zeit, mich mit Herrn oder Frau Sphinx abzufinden " So kommen Sie!" Sie drückt den neben ihr liegenden Hut auf die dunklen Haare, nickt dem Gatten zu und geht die Stufen hinab. Der Baron respectirt die Traumseligkeit des alten Studienfreundes und folg! ihr Wortlos. Ein paar Schritte weiter und seine Füße sinken schon tief in den wei chen Sand ein; ein Rudel. Fellachen stürzt ihm entgegen, Esel zum Ritt nach den Pyramiden und der Sphinx anzubieten, aber eine Handbewegung Hilla's verscheuchte sie. Sie kennen die ständigen Bewohner des Mena house und belästigen sie nicht mehr. Dann spricht sie halb über die Schul-tern-hin zu ihm qewendet, sein Zaudern neben den rauthieren ist von ihr bemerkt: Nein, nein, so ganz mühelos muß man sich nicht. Alles machen! Kleopatra hat sich Wohl hier tragen lassen, aber der' gewaltige Moses ist jedenfalls zu Fuß gegangen, und wenn die heilige Familie hier auf der; Flucht vorbeikam, hatte Joseph sicherlich brennende Sohlen! Vor AlleS Gute und Große setzten die Götter den Schweiß!" Frenk lacht, sie ist zum ersten Male lebhafter, eifriger. In dem Stück Schatten an den Mauern der großen Pyramide rasiert ein Beduine einen Mann, Fremde stehen bewundernd dabei und werden da für, daß sie da5 Schauspiel genießen, um Backschisch angesprochen. Ein Photograph hantirt ein paar Schritt weiter, Fellachen prügeln sich und werden dann von einem Dragoman geprügelt, daß sie auseinander stieben. Geschrei erfüllt die Luft, Sand stäubt empor, die Sonne glüht, es ist Alles weiß, der Boden, die Luft,' der Him mel. Watend, einsinkend, heiß und athemlos kommen die beiden vor dem gewaltigen, aus dem Sande ragenden Sphinxgebilde an, stumm sieht Frenk hinüber, und wortlos läßt sich Hilla Bernewitz in den weichen Sand gleiten. Nach einer Weile wirst sich ihr Begleiter auch an ihrer Seite nieder. DaS Geschrei ringsum, das Kommen und Gehen der Menschen kümmert die zwei nicht. Gt ist überwältigt von dem Eindruck des kolossalen Gebildes, und plötzlich kommt ihm der Gedanke, dal, er ihn besser genießt hier nt'otn der blassen Frau, als wenn ihn fein stets schwatzende? Freund hergeführt hätte. Sie.Kat die Hände im Schooh verschlungen; die Skarabäen, die sie ZlZ einzigen .Schmuck in goldgefaßter Reihe am Halse iragt, blitzen graublau in dem grellen Lichte. Er gräbt die eine Hand in den weißen Sand und läßt die Körner dann spielend durch die Finger laufen, wie. in einem Stundenglas. Und er denkt ob der oder die Sphinx richtiger, mögen sich die-Archäologen streiten!. Es hat ihn selten etwa? so aevackt. wie dies Stein
bild J;ier am Wüstenrand, daS feil Jahrtausenden auf das Ameisengekrabbel der Menschen herabschaut, vcn ihnen selber einst geformt und jetzt verächtlich dauerhaft ihren unzähligen Generationen gegenüber. Und Verse an die Sphinx von Heine und Carmen Sylva gehen ihm durch den Sinn und Vergleiche, dann muß er immer wieder wortlos zu den verwitterten Zügen emporsehen. Auch Moses, Kleopatra, Cäsar und Napoleon sahen zu dem strengen Haupt hinüber! Wo sind sie? Verweht wie die Sandkörner, die hier durch seine Finger rieseln! Da fällt ein Schatten über seine Hand, das gelbliche Frauengesicht neigt sich herüber. Fragen Sie doch die Sphinx da, warum Sie die kleine Frau, den guten Kameraden, verlieren mußten?" sagt die tiefe Stimme, und dann kommt c rauher uach: Und warum ich da bin, ich gerade, die sich so garnichts auZ dem Leben macht!" Er starr! sie an, schüttelt den Kops: Gnädige Frau!" Ach, lassen wir doch das Conventionelle, hier, wir Sandkörner vor der Riesenphinx. Fragen Sie, was ich austrage, um als Narr, der auf Antwort wartet, ebenso dazusitzen wie jetzt." Natürlich mit -einem sehr dummen Gesicht " Pflichten, sehen Sie. nach Pflichten. die Ihre kleine Frau freiwillig auf sich nahm und denen sie entglitt, danach schmachte ich. Strecke seit sechs Jahren die Hände danach vergeblich aus, und darum bin ich so ge worden, wie ich eben bin!" Er schüttelt den Kopf, eine uns'ägliche Bitterkeit klingt aus der Stimme und den Worten. Aber so wenig die Sphinx eine Entgegnung auf die Frage hat, welche ihr die Frau seines Freundes zuschleuderte, so wenig kann auch er hier erwidern. Eine Phrase wäre banal. Und diesen Gedanken muß sie errathen haben, denn es gleitet wie ein Lächeln um ihre Lippen. Da legt sich eine Hand auf seine Schulter, em beturbantes Haupt biegt sich vor. und ein braunrunzelizes Gesicht mit listig blinzelnden Augen ist darunter: Schech Muhamed wN Gentleman die tombs zeigen, Schech Muhamed bester Führer zu den Gräbem!" klingt es an schlechtem Englisch an sein Ohr, und dann in deutschen Lauten: Schneidig, Donnerwetter, schneidig!" Mit einem rauhen Donnerwetter will Baron Frenk endlich den dreifach wiederholten Ansturm abschütteln, aber Muhamed bleibt so lange beharrlich, bis ihn ein arabisches Wort von Hilla Bernewitz verscheucht. Nun sehen Sie," meint der Baron, Sie teisen doch mit Vortheil!" Weil ich papageiartig, wie jene da. ausfange und wiederplaudere? Sonst werden Sie keine vortheilhafte Wahrnehmung machen " Dann ein verächtliches Achselzucken. Wie sollten Sie auch! Wir kennen uns seit ein paar Stunden. Welch ein Interesse könnten Sie mir entgegenbringen? Und welch ein Recht habe ich, Ihre Gedanken in Anspruch zu nehmen!" Sie will emporschnellen, er faßt ihr Handgelenk und zieht sie wieder nieder. Doch," sagt er, traurige Mensähen verbindet auch eine Art von Freimauerei!" Sie deutet nach der Richtung hinüber, in welcher das Menahouse liegt. Er weiß es nicht, trotz sechsjährigen Zusammenlebens, daß ich traurig und elend bin, O. nicht die unverstandene Frau! Die ist außer Kurs ich bin die pflichtenlose in unserer nach Lebenszweck gebieterisch schreienden Zeit. Wenn ich das begreifen " Ja' sagt er einfach. Beneidenswerth in seinen Augen! Er kann es ja nicht anders verstehen! Es ist sein Recht, wissen Sie für sein Geld!" Frau Hilla!" wehrt Frenk. Seit meinem sechzehnten Jahre haben sie mir gepredigt, die Augen aufzuthun nach einer guten Versorgung. Jede Unbefangenheit wurde von vornherein dadurch getödtet. 'Das Ersehnte zeigte sich nicht. Die Vierundzwanzig rückten an immer ängstlicher wurden die Mienen von Vater und Mutter gelernt hatte ich nichts, als was man für den Salon braucht, und heimlich machten wir Handarbeiten, wie das ja immer so ist. Dann wurde ich nach Thüringen gerufen, und ehe er" in meinen Gesichtskreis trat, machte man mich aufmerksam auf seinen Reichthum und seine Eitelkeit. Die nahm ich zur Zielscheibe selbstverständlich! Aber wenigstens dankbar wollte ich ihm sein, das gelobte ich mir eine treue Gattin, pflichteifrig in meinem Wirkungskreise. Aber einen solchen fand ich nicht über den ganzen Erdkreis spannte er die Reiseroute aus. Und als die Lust an der Veränderung in mir erlosch, sah ich, wie elend ich war. und tin nun weiter nichts als ein lebendiges Frachtgut. das heute mit dieser Aufschrift und morgen mit jener Ortsbestimmung auf der Bahn oder dem Schiff weiterbefördert wird. Berge und Bäume, Ufer und Menschen passirt man einmal legt man in ausgestreckte Hände den Soldo und ein andermal den Piaster das ist Alles, was man seinen Nebenmenschen thut. Ja, man hört auch zu, welche Reisepläne dieser Tischnachbar hegt und welche jener " Sie springt auf, stemmt ihren Schirm in den Sand, sieht zu, wie der Baron sich ein bischen schwerfälliger erhebt, und lacht dann plötzlich ganz verändert. Da habe ich 'mal ausge schwatzt, waS ich der Sphinx drüben immer leise gesagt habe. Vielleicht war'S dumm! Aber warum sprachen Sie so rührend von Ihrem guten Kameraden!" Er nimmt .den Hut ab und neigt daS Haupt vor ihr respektvoll. Wenn man Ihnen helfen könnte!" ..
Bah das kann ich nur selber!' Erich wird auch einmal reisemüde werden." Dann geht er nach Paris ode? Nizza und läßt mich in Wohlthätigkeitsbazaren in großer Toilette siguriren." Frenk will ihr den Arm bieten. Danke." sagt sie ablehnend. Ich muß allein gehen lernen überall. Das ist das Ergebniß meiner Weltfahrerei!" Er nickt der Sphinx zu. Sie gehen nebeneinander an den Pyramiden vorbei. kommen wieder an laut schreienden und gestiku!ireu.den Gruppen vorüber, hören englische, französische und deutsche Laute an ihr Ohr schlagen und betreten die Terrasse. Erich Bernewitz läßt den Diener eben die Wasserpfeife forttragen.- Es wird Zeit. Hilla, daß du Dincrtoilette machst," sagt er. Nimm das Weiße mit den gelblichen Spitzen und Topasen dazu. Lady Worningham hat einen Schmuck davon, den deiner dreimal übertrifft. Komm, Frenk, old fellow, ich will dir 'mal erzählen, was ich für Sommerpläne habe!" Mondschein über Pyramiden und Wüste; was im Sonnenlicht blendende Weiße war, ist alles Silberglanz. Auf der Terrasse spielt die Janitscharenkapelle, und man -bewundert in sämmtlichen Sprachen den herrlichen Abend in der behaglichen Nachstimmung eines guten Mahles. Und dann trennt man sich unter Händdrücken und Verbeugungen oder rauscht gleichgiltig aneinander vorüber. Ganz flüchtig reicht Hilla Bernewitz dem Baron die Finger, sie sind eisig kalt. Sonst ist ihm die Frau, mit der er vor der Sphinx gesessen, wieder wie vorher erschienen, höflich und gleichgiltig. Sie hat mit derselben Miene dem alten, renommirenden, französischen Vicomte zugehört, wie dem amerikanischcn General Botfield, der ihr von den Orden erzählte, die ihm seine Osficiere geschenkt haben. Und sie hat vortrefflich ausgesehen in dem Kleide von Worth mit seiner raffinirten Einfachheit. Gute Nacht!" sagt er. -Leben Sie wohl!" erwidert sie. Das ist auch so gleichgiltig gesprochen wie'zu jedem andern, ohne Nachdenken, denn sie werden sich ja morgen beim Frühstück schon wieder begegnen. Frenk bleibt auf der Terrasse zurück. Erich Bernewitz führt seine Frau durch die schimmernde Vorhalle die breite Treppe hinauf. Die Geländer sind mit Teppichen und Stoffen iit leuchtenden Farben behängt. Ein, Schwarzer in weißer Gewandunq stößt die .Thür des Salons auf, er ist erleuchtet. Große Palmengruppen: und viele Vasen sind mit-Blumen gefüllt; der Raum ist ganz orientalisch ausgestattet. Sie bleibt in der Mitte des Raumes sieben, sodaß ein großerSpiegel gerade ihr Bild zurückwerfen kann, während er nach einem Seitentisch geht und Buch und Cigarrettenkasten sucht, um sie mit in's Schlafzimmer zu nehmen. ' " Du sprich! er von dort herüber, du hast' sie alle ' ausgestochen heute beim Diner. Worth naturlich." sagte'die kleine Baronin Altötting, sie kennt das.' Aber sie kann sich den nur ein Mal in der Saison gestatten, natürlich nur bei Hofe, nicht in derWuste hier. Sie machte ein ganz klägliches Gesicht: Gegen Ihre Frau kann Niemand an!" maulte sie, die ist einfach beneidenswerth!"" Seine Cigarrette brennt endlich, nachdem er zwei Wachskerzchen vcrbraucht hat. Na," setzt er hinzu, freut dich das nicht? Warum dankst du deinem lieben Mann nicht. Solche Triumphe sind dir nicht an der Wiege gesungen! Weißt du, ich denke ja nicht an Allotria, aber all diese Fraucnzimmerchen zeigen ganz deutlich, daß sie dich kolossal beneiden na, so sag' doch: Lieber Mann, das' ist doch zu gut von dir !"". Nein nein!" kommt es zurück, und wie er verwundert den Kopf hebt, macht Hilla ein paar Schritte auf ihn zu; ihr Gesicht hat etwas Steinernes. Und, ich bin es müde, dies Beneidenswerthfein!" Er blickt sie an, nimmt die Cigarrette zwischen den Lippen fort, thut dann wieder einige Züge und meint: Ich verstehe nicht recht Du hast mich eben nicht verstanden! Und ich bin der Komödie müde. Vor allen Dingen müde, dich anzubeten als Gnadenspender. Dir immer zu sagen: du bist mein Errette? aus Ar muth und engen Verhältnissen gewesen! Du bist klug, groß, originell, bedeutend. Ich kann das nicht mehr, ich will eZ nicht mehr. Aber ctwaS anderes: dir und mir den Spiegel vorhalten!" Hilla!" er legt die Gegenstande aus den Händen und kommt langsam, mit einem erschreckten Gesichtsausdruck auf sie Zu du, du aber, mein Sott, du bist ja" St!- mackt fa. ick 5Zn nick,!
krank, ich trank auch keinen Sekt; ich bin noch nie vernünftiger gewesen e!S letzt, wo ich einsehe, daß ich nicht mehr lügen kann, daß es nicht so weiter ge, hen darf wie in diesen endlosen scchZ Jahren, wo du mir statt BroteSSteine gegeben hast. Ja. sieh mich nicht so sonderbar an nein, fürchte auch nicht, daß ich laut werde und unsere Nachbarn eine Scene anzuhören bekommen. Ganz ruhig will ich dir klar machen, daß ich in dem Ueberfluß an deiner Seite gedarbt habe, 'daß daS unnütze Dasein ohne Inhalt und Vtttäzt mir eine Söllenaual worden (Fortsetzung don der 3. Seite.) gerlanat: Mehrere dertrauenkwürdtae . Herren, um für ein alte, be. "I.," in Jadian iu rufen, aldr $780 nd Stellet, ständige Stellung, lügen Stee eren,tn und selbgadressirte. trank rte ouvert bet. The Dominion Lo Omaba Bull
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Offene Volkssprache und gesunder W)tn schenverftand von Dr. . B yoote. enthält Kapitel uver Ursachen und Verhü tnng von Krankheit, Privat Lektüre für Männer nnd Frauen, Aussähe fürJuna nnd ?lt über ekeUckkö 05lüf, geschlrütlicke SrschSvfung und deren Wied?rr,erneIIu?a. Seiten mit 200 it lustrrationen u. 6 tn pracdt vollem gardendruck au aesührten Kar ten. ?!kl!r Lnhzna von über 2cu Rez-pfen. Povutä'e ktuSgabe, Preis $1.50 v o r t o frei versandt nach mvwua de? Betrages. In deutscher od,r englischer Sprache. k?!urray Sill Publishing Co.. 120 Ost 28. St'.aßc. New Iork. THStiae genten gegen hoben Rabatt gesucht. Rieh, Brandt's Nehmet nur die echten. jä&Bk jr fir Qnhwni7nr UUI1II01L&I sO w BlutreinigencL BelOrdern Verdmng. Bestes Mittel gegen Leber u. Cillenleiden. ZA Zu fc&ben in allen Apotheken, "t Schwache, ervöfe Personen, lequSlt von Gewissensbissen und schlechten TrSumen, peinizt von Rücken und Kopfschmerjen. örrStben, 'iittern. Herzklopfen. UnenNchlosjeuheit. Trübsinn and erschöpfenden Ausflüssen, erfahren aus d?m Lnaendfreund", auf welch' einfache, billige Weise cschlechtSkrankhetten und Folgen der Jugend, ünden geheilt und die volle Gesundheit und der srohstnn wiedererlangt werden kSnneit. (Jan, ues Heilverfahren und neue Medi.inen. Jeder sei igkner ttrjt. Schickt 15 Lents tn StampS und Ihr bekommt da Buch versiegelt und frei zugeschickt von xr Vrivat Klinik und Diöpensary," 23 West 11. Ztr.. ?!ew Vork. N. V. ' - nnnpf UmiriQ I f f J iw iriTi" Der ftfirftt ?6rcnhCi w u w Unsere vollkommene Cvrise frei rn?t jeder Flasche. Tlft$5 Ant Flecken. Verhütet Errikturen. Heilt Trixver und .-iterJutz in 1 tu 4 Taqen. Frägt voibekern bCläX. versandt bei Oftn-eg für $1.00. Man adreisire : 4ALYD0R MFG.C0..LAPCA3TCR.0HI0. uiiiuiliiiiiiiiiiiiTiimiumi mm W'U&L' Jnzektton. Eine permanente 5?ur ;: ' der hartnäckigste Fäll ron Sonorrhea und ; ! j; öle et, garantirt tn von I bii 6 Xaaen; kein, , der Behandlung ötdiq. und ohne di an ' ekelnden Resultat des Einnehmen von Eu. j ; bede. Sopaida oder Landeldl. I. Ferre & So. ,. (Vrou'A Nachfolger). polVker, Parts, er. ! ; kauft von allen Truggiften. ; , 1 u-jr ivyr . rr RipansTaMes. Ripans Tabules are cornpoünded frorn a presenption widelyused by thebest medical authorities and rre presented in a form that Is becoming tho feshlon everywhere. Ripans Tabules act gently but promptly upon the liver, stomach and Intestines; eure dyspepsla. habitual constipation, offensive breath and headache. One tabule taken at the sirst Symptom of Indigestion, biliousness, dizziness, distress aster eating, or depression of spirits, will surely and quickly remove the whole difllculty. Prict, 50 cents a box. ' Ripans Tabules may be obtalned of nearest druggist; or by mail on reeeipt of price. RIPANS CHEMICAL CO., SO Sprub Street, NEW YORK. Herman F. Adam, 5lo. 15 Zlord Ällinois Str. 5m?cnirte und einheimische Cigarren, :-: Tabak und alle von Rauchern bcnöthig' ten Artikel. Agent für W. A. Stickneys seine Cigarren. Eine gute öe Cigarre ; versuchen Sie ADAMS EVE. Weggegeben rtrtin 2L0 Tlobe mitlZsld fischen, mit 200 Canari n Bögt! soeben von Teutsch laxxj 01 gekommen. Harzer Cana i re el S i.'kS per Stuck. Schöne Messing-Näfize von G0: au-wärt. Papageien, Sprt nd alle Sorten Vögel, Fische, Aquara. G'obkS, fiutter und Saamen von allem das biste und bllllgste. G- F. XTloppor, III Massachusetts ve. Tteyon UmftUtzt di UNION CO-OPERATIVE saun d ? y, triebe o Nio Das Awifeacs & 183, 140 nd 142 Birgt, firnui T. E. Sotnerville. Manacrer. WM caa bard lour ist Wlh. cubor i,m r !. aaa tn ialt wn localitir, itt-vu the? v. Ans od caa da lh. orc Em to leun. raptdl? and boMnM', .7 UtM. ov W ranu. mryxhmg. W. an von. Ho witk. Toa cau davota yvm r mpn mamnma 1, w .11 yor Mrna to tbm wwt. latalaaa unij mw laaduid btinga wooaerftil HcMii.na7Mk aWclanart. ar Mrniay front Hl to 9V per wach aad pwaroa, ti bmi aitar littl atperlen. W caa foraitb to IM JMituOMMtn ker. Um naca M ttpiun aara. r ,
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