Indiana Tribüne, Volume 19, Number 87, Indianapolis, Marion County, 14 December 1895 — Page 1

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MlhiaMallfl Todcs-Attzeige.

Freunden und Bekannten die traurige Hlit theilung, daß unsere geliebte Mutter, Auna Elisabeth Herrmann, amToanerstae. den 12. Tez.. Morz?r.S S Uhr 40 Mi im Alter von 82 Jahren S Monaten und 17 Zlage verscbied. Tie Beerdigung ftnder Sonn tag Nachmittaz I Uhr vzm Traukrhaufe, No. 24 Veiser Stratz?. au statt. Um Tbrilnahme bitten Die trauernden Hinttrdlienene Nzthzrina GnYp po. He rrn-nn. noan Herrmnn. &eorat jöenEtan. idcr. Friedrich (Suntz. Echwi.grihn. i ? w-sw öeorge Herrmairn SL 1? tk L 45?05ik-5, rf C tjZriArrP'rt SS-äs" fxf: Wi -.Zlä .--zT, . r? w-f , SsiHenbeftatter, Office : 26 Süd DelawareKr. Ställe : 12. 122, 124, 126, 158 Ost Pearlstr Telephon 911. Offen Tag und Nacht. ENGLISH'S Qpsra House. & entc üib c n b ! 23c und 50c ZNatinee Tamftag. Ournpcrd ni nur te volle MrchenOper : Hansel und Gretel, tuet Sir ugustu Hzrri? Lon-n Operngesell, schuft unter Ümum vvn A iciiflin Daly'. Die pracdtige S,eneri, mit sie in Berlin ver wandt wurde und eine prächtige T-uppe von 60 Venone. Pcttle-AbendS? 25c. 5?c. 72c. $1.00 und Mattnee 25c und 63c. Erstes Sacred Concert gegeben von der City Band u. Orchester in der Maennerclior Halle am Sonntag, d?n 16 Tez 'O? Abends 8 Uhr. Eintritt - - 25 Cents P.rson. Dirigkt: N A. Miller. Noch auf dem alten Platz ! slia. Aiexfcbrey (kurzweg CharleY.) 25 Virginia Avenue. Gire me Phone 982. Hailoh Charley ! Sast Du Mettwursk ? Ja, seldstgemschte für 13 Ct. dai Pfund und Salamy für 20 CtS. da! Pfd. G eschäftsiibern ak:ne Dem Publikum zur Anzkize, daß ich da! Metzgergeschäft Iti Herrn Christ. Feuchter, 679 Madisen Ave , käuflich übernommen hae. Alle Fle sch- und Wurst dorten werden stets in Prima-Quali tät zu haben lein. Um güngen Zuspruch bittet Ernst Wurster. 579 Madison Ave. CHRISTMAS PRESENTS h M) Msy, tosn, Ipv cissers, oeßet gnives, NUT PICKS and CRACKS, ISSQS SSESS3S. Lrs. Fo-bts Sad Irono, SKATES, and rnany useful articles. Meihnachtsgeschenke Clemens Vonnesut 184 k 186 Ost Washington Str. Adolph Frey, (01d Freedom A Eijbt.) Kotary Public, Translator, Correspondcnt etc. No. 106 Elisabeth Stret 7ke Blake St. Car. . IIEKttASN LINKE, 197 Süd Meridian Straße. Deutscher Messerschmied, Rasirmeffer, Scdeeren und alle Arten OchntiaKrumenle fabrizirt und geschliffen.

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Lditorielles. Eine Resolution, daß die Landesverfassung veraltet fei und für die heutigen Verhältnisse nicht mehr passe, sowie daß geschriebene Verfassungen überhaupt unpraktisch seien, wurde von der American Federation os Labor derwarfen. Dagegen hat diese Organisation, welche die ganze New Jorker Central Labor Federation zurückwies, weil in derselben eine sozialistische Sektion vertreten war, der D?legatin

deS TemperenzvereinS christlicher Frauen Sitz und Stimme eingeräumt. An dieser Gesellschaft ist Hopfen und Malz verloren, sie ist kaum werth, daß man sich mit ihr beschäftigt. - AuS Omaha wird gemeldet, daß in der Bee", der größten Z.'itung der Stadt, vor Kurzem eine Anzeige des Boston Store" erschien, worin mitgetheilt war, daß der bekannte Neli gionöhumbuzger FravciS Schlatter gewisse Artikel csry-goocU in dem Laden berührt und gesegnet habe und daß die Eigenthümer deö Boston Store" das alleinige Recht hätten, diese Waaren zum Woble aller Leidenden zu verkaufen. Resultat? 3n unglaublich kurzer Zeit war daS ganze Lager ausverkauft ! Geister KantS und FichteS, DarwinS und HäckelS waS sagt ihr dazu? Neunzehnte? Jahrhundert schäme dich ! Der Louiöville Anzeiger" will in einer süddeutschen Zeitung FolgendeS gelesen haben : Der bekannte russisch-amerikanische Journalist Schewitsch, der geschiedene (das ist neu !) atte der Helene v. DönnigeS-Rakowiha, um derentwillen Lassalle aus dem Leben ging, ist neuerdingS in den Besih einer ihm schon vor nigen Jahren zugefallenen Erbschaft von einer halben Million Rubel geangt, die ihm als flüchtigen Nihilisten eitenS der russischen Regierung durch Beschlagnahme vorenthalten worden war. Schewitsch, der aus Riga stammt, ebte zuleht in New Jork als foziali,'tischer Schriftsteller. Dem Einflusse seines BruderS aber, der als Civilgouvernök bei Hofe sehr beliebt ist, gelang es, die Begnadigung deS Flüchtlings und Ausfolgung seiner Erbschaft durchzusehen. Seitdem hielt sich Schewitsch den Sommer über abwechselnd in der ReichShauptstadt und in deutschen Bädern zu seinem Vergnügen auf. Gegenwärtig amüsirt er ich in Paris. Die Jahreöconvention der American Federation of Labor hat in ge wissem Sinne Aehnlichkeit mit dem Congreß. Sie richtet immer mehr Schaden als Nutzen an. Von unabhängiger politischer Aktion will sie nichts wissen, dagegen faßt sie wiederum einen Beschluß für FreifilberPrägung, trotzdem die Arbeiter doch verzweifelt wenig Ursache haben, sich in den Streit zwischen den Silberbergwerksbesihern und den anderen Kapitalisten zu mischen und trotzdem bei vernünftigen Menschen absolut kein Zweifel darüber bestehen kann. diß Seldverschlechterung ein Steigen aller Preise bedingt, und daß bei einem Steigen der Preise der Lohn immer Hintennach hinkt, wenn er überhaupt steigt. Und weil den amerikanischen Arbeitern so Wohl ist, daß sie nicht für sich selber zu soraen brauchen, darum haben sie eine Resolution zu Gunsten der Kubaner angenommen, wogegen ja an sich nichts einzuwenden wäre, wenn sie sonst nur Vernünftige? thäten. Bedenkt man außerdem, daß die American Federation of Labor eine krat- und saftlose, gänzlich ohnmäch tize Organisation ist, dann kann man nur Bedauern mit den Arbeitern empfinden, welchen solche Führung ange nehm ist, aber man wird auch vollstänbig degoutirt. Inland. Wetteraussichten. Wärmeres, schöneres Wetter heute Abend. Wärmer, schön, gefolgt von Schneegestöber am Sonntag Abend oder Nacht. Gestrige Temperatur Marimum 32 Grad, Minimum 22 Grad,

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Noch immer schlimm genug. Washington, 13 DecemberUnrichtig ist über Senator Lodge'S Bill zur Beschränkungder Einwänderung berichtet worden.

Die Bill will thatsächlich die EinWanderer ausschließen, welche nicht in irgend einer Sprache lesen und schreiben können, während eö geheißen hatte, eS solle Niemand mehr zugelassen werden, welcher nicht englisch lesen und schreiben könne. Zu einem solchen Blödsinn hat sich selbst Senator Sodge nicht verstiegen. Altgeld, daö ENFANr terrible Chicago. 13. Dez. Souvernör Altgeld hat den offenen Anklagebrief von W. A. GileS von der Civie Jede. ration bezüglich der Begnadigung von McNully und Chapman, den demokraischen Einschüchterern bei der letzten Wahl beantwortet. Er sagt, sein Grund ür die Begnadigung sei gewesen, daß die Leute vom Parteistandpunkt auS angeklagt und verurtheilt und daß die Gerichte zu dem Zwecke prostituirt wurden. Gleichzeitig versetzte er der Civic Federation einen Hieb. ES seien die corrupsen Reichen, sagte er, die für daS Faule im öffentlichen Leben verantwortlich seien und die Civie Jedealion sei nicht ohne Flecken, da einige hrer Mitglieder Aktieninhaber in Kooperationen waren, die Geld zur Bestechung von Beamten und zur Erangung oder Verwerfung von Geetzen für persönliche Vortheile auSgäben. Die Glasfabrik in Alexand ria. Anderson, Jnd , 13. Dez. Wie Präsident Do;-y von der American Plate Glaß Company erklärt, werden $100,000 darauf verwendet werden, um die Fabrik in AlkLandria mit einer großen Schleiferei und größerer Dampfkraft zu versehen. Die American Company wird sich auf keinen Trust einlassen, aber auch keine Schleuderpreise einführen. , AuS Eifersucht. Philadelphia, 13 Dez. In einem Anfall von Eifersucht schoß heute der 35jährige Mor Goodrich seiner ungen Gattin Bertha in seinem Hause eine Kugel in den Unterleib und machte odann seinem eigenen Leben durch einea Schuß durch den Kopf ein Ende. Frau Goodrich liegt im Hospital im Sterben. Goodrich, welcher von einer wahnsinnigen Eifersucht besessen sein soll, blieb todt aus dem Platz. UM Ein Mörder gerichtet. Fayetteville, W. Va., 13. Dez. Der Farbige SimNicholS wurde heute wegen der am 31. August in Eagle, W. Va, begangenen Ermordung Hy. Carr'S durch den Strang vom Leben zum Tode befördert. Er war deS MordeS geständig, wurde in Chzrleston ergrissen und kam in Gefahr gelyncht zu werden, als man ihm nach dem Gefängniß beförderte. Barbara Au 6. N e w F o r k, 13 Dez. Der Anwalt der Barbara Aub stellte heute den Antrag, eine Commission zur Untersuchung deS Geisteszustandes seiner Klientin zu ernennen. Der Richter verweigerte dieS und stellte Barbara unter $1000 Bürgschaft. Sie sagte heute zu einem Reporter : So wahr ein Gott im Himmel ist, so wahr kann ich positiv sagen, daß meine erste Angabe, daß Langermann daS Verbrechen beging, richtig war. WaS ich sonst gesagt habe, ist unwahr." Auf die Frage, ob sie von Jemandem auS dem Door os Hope beeinflußt worden sei, sagte sie 3a. Eö sei ihr gesagt worden, sie werde, wenn sie bei ihrem Geständniß bleibe, für nicht mehr zu sorgen haben, eö sei ihr ein Hauö in Madison Ave. versprochen worden. Sie sagte auch, daß Jemand ihr eine Medizin gegeben habe, auf welche sie sich wie in einem Traum gefühlt habe. Sie habe gar keine Erinnerung daran, jemals ein Geständniß gemocht zu ha ben, aber eö müsse doch wohl so sein. Eine Mitgefangene der Barbara Aub sagt, daß diese einen Brief von einer Miß Whittmore bekommen habe. worin ihr diese sagte, daß sie Gott der trauen solle, voraus Barbara gesagt habe, daß wenn sie je wieder in Trubel" kommen sollte, sie erst einem Ad vokaten und dann Gott vertrauen werde. Miß Kellard, der Barbara

daS Geständniß ablegte, schickte ihr einen Korb mit Früchten, aber kö wurde Barbara gerathen, nichts davon zu essen. Barbara wußte, daß Miß Kellard mit Langerman befreundet ist.

Faule Eier für Ahlwardt. N e w I o r k, 13. Dez. Die erste Versammlung deö deutschen Antisemitenhäuptlingö Ahlwardt, welche gestern Abend in der Cooper Union Halle stattfand, gestaltete sich zu einer kleinen Radauversammlung. ES waren keine 150 Mann anwesend. AIS Ahlwardt auf der Platfo?m erschien, wurde er mit einem Gemisch von Beifall, Zischen und Pfeifen empfangen. Ali sich Ahlwardt so recht in seinem Antisemitiömus hineingeredet hatte, sprang ein kleiner jüdischer Mann, der in einer der vorderen Reihen saß, plötzlich auf und ließ in jüdisch, deutscher Mundart pfeilschnell eire Litanei von Schimpfereien auf Ahlwarkt vom Stapel. Ehe fünf Polizisten wußten, wie sie über einander gestolpert waren und den kleinen Kerl packen konnten, ezplodirten zwei Wurfgeschosse faule Eier an der vorderen Körperhalste deS RektorS. Der kleine Mann, erschrocken über seine eigne Kühnheit, zerdrückte ein drittes Ei in der Hnd, wahrscheinlich auS Angst vor den auf ihn einstürmenden Polizisten, die ihn schleunigst auS der Halle brachten. Ahlwardt machte gute Miene zum bösen Spiel, gedachte der faulen Eier mit einigen scherzhaften Worten und tauchte dann wieder unter in dem Wasser deö Antisemitismus. Der Lärm wurde aber immer ärger. Ein Anarchist, Namens LouiS Silvermann, meldete sich zum Wort und wendete sich, in heftigen Worten gegen Ahlwardt. Ludwig Jablinowöki. don der New Jorker Volkszeitung, sprach ebenfalls gegen Ahlwardt und seine Agitation. Unter allgemeinem Radau kam die Versammlung zum Abschluß. Der Tresssichere, der gestern Abend Hermann Ahlwardt mit faulen Eiern warf, wurde heute im Polizeigericht vorgeführt und unter 5500 Bürgschaft zum Prozeß verwiesen. Er ist Assistent deS Stadtmarschalls Groß im 5. Polizeigericht. m . Ausland. Ein Berliner Hosskandal in Aussicht. Berlin, 13. Dez. Gelegentlich der gestrigen Debatten im Reichstage erklärte der sozialistische Abgeordnete August Bebel, die preußischen Staatanwälte hätten doppelte Ohren; die Sozialisten würden inS Gefängniß geschleudert, während man einen Hammerstein entfliehen lasse. Er habe gehört, daß Briefe konservativer Führer vorhanden seien, welche arge Maje-stätS-Beleidtgungen enthielten. Der Redner wurde hier von Konservativen mit lauten Zurufen unterbrochen : Legen Sie sie vor". Mit dieser Erklärung Bebel'S soll eS ein ernsteS Bewandtniß haben und in politischen Kreisen ist man der Anficht, daß eS in nächster Zeit zu einem höchst unangenehmen EnthüllangSskandal am kaiserlichen Hos kommen werde. Die Sache verhält sich wie folgt : Die Sozialdemokraten sollen einen Staatöstreich" geplant haben, welcher im Reichstag wie ein Bombenwurf überraschen wird. Daß sie keine Furcht haben, diesen Streich auszuführen, daö beweist am besten ihre Haltung während der letzten Wochen und die vorgestrige Rede Bebelö im Reichstag. AIS er gestern auf l'xt konservativen MajestätS - Beleidigungm" anspielte, wußte er genau waS er sagte. AlS kürzlich die MassenhauSsuchun gen stattfanden, gelang eö der Regie rung, in der Redaktion deS Vor wärtö" und bei mehreren sozialdkmo kratischen Führern auch eine Anzahl Briefe mit Beschlag zu belegen, die der flüchtige Baron von Hammerstein hin terlassen und die der sozialdemokratischen Parteileitung in die Hände sielen. Die Conserva iven und die Regie rungöleute im Allgemeinen athmeten leichter auf, als sie diese Briefe in den Händen deS Herrn v. Köller wußten. Jetzt bringt aber der Berliner Vorwärtö" die Ankündigung, daß eS zwar bedauerlich sei, daß die Polizei die Hammerstein'schen Dokumente erwischte, doch seien die beschlagnahmten Briefe unbedeutend gewesen im Verj gleich zu den Hammerstein-Briefen,

welche sich noch in den Händen der Sozialisten befinden. Diese Briefe, so sagt der Vorwärts", stammen von Herren, die am kaiserlichen Hof eine große Rolle spielen; alle sind an Ham-

merstein adressirt und eö werden darin' interessante Hofgeheimnisse geschildert! und Attacken auf den Kaiser gemacht, sowie auf die ganze kaiserliche Familie. Berliner Blä'.ter berichten, daß die sozialdemokratischen Führer eine Conserenz abhielten und beschlossen, nunmehr den Kampf durchzuführen und die Briefe im Reichstag zu verlesen. AuS Obigem läßt sich wohl begreifen, daß Bebel'S g'strige Bemerkung im Reichstag Aufregung verursachte. Noch mehr Köllerei. Berlin, 13. Dez. Ein Ministerrath, der gestern Abend stattfand, hat einstimmig beschlossen, die Verfolgung der Sozialdemokraten auf Grund der bestehenden Strafparagraphen fortzusetzen. Die Berathung dauerte fünf Stunden. IH Port Arthur wieder chinefisch. London, 13. Dez. Nach einer Depesche auS Shanghai wohnten heute russische Kriegsschiffe dem formellen Wiedereinzuge der Chinesen in Port Arthur bei. Man glaubt, daß China zur Belohnung für Rußland? Znterventon zu seinen Gunsten nach dem Kriege der russischen Flotte im pazifischen Ocean grstatten wird, in der iao-Chau-Bai zu überwintern. , Verlangen die Räumung Koreaö. L o-n d o n, 13. Dez. Der berliner Correspondent deS Standard meldet, daß die Mächte an Japan die peremporische Forderung der Räumung KoreaS gestellt haben' - Die Situation im Orient Konstantinopel, 13. Dez. Der heute Krawall in Stambul war glücklicher Weise ga?z unerheblich, wurde aber dazu benutzt, um nachzuweisen, daß die Palastpartei Recht gehabt habe, wenn sie von einer Verslärkung der Wachtschisse Ruheslörurzgen erwartete. Um so ernster war die Panik, welche eine Weile in Ealata und Pera herrschte und bewieö, welche nervöfe Spannung überall herrscht und darin liegt gerade eine Rkchtfertigung des Verlangens der Mächte nach wirksamerem Schutz der Ausländer in Konstantinop'l. Die ganze Affaire entstand durch einen Krakchl zwischen zwei Armeniern, in welchem einer von rhnen einen Stuß abfeuerte. Aber Christen und Armenier wurden, in der Minung, daß ein neues Massacre vor der Thüre sei, so in Schrecken gesetzt, daß sie ihre Läden schlössen und sich in ihren Häusern verbarrikadirten. Von Stambul verbreitete sich daS Gerücht von neuen Gewaltthaten nach Galata und Pera und richtete um so wehr Verwirrung an, je weniger eö möglich war, sich über den wahren Stand der Dinge zulässig zu unterrichten. Jeder Armenier unterbrach hier augenblicklich sein Geschäft, luß Älleö stehen und liegen und suchte eiligst ein Asyl auf. Einige englische Damen eilten schreckeröbleich aus die englische Botschaft un. flehten dort um Unterkunst. Endlich kom tu Polizei wieder zu sich und erzielte einen ziemlich guten Erfolg mit der Verbreitung der Nachricht, der Tumult in Stambul sei durch den Ausbruch eineö Löaien auö einer Menagerie entstanden. Die Ruhe wurde in verhältnißmäßig kurzeZeit wiederhergestellt. Jedenfalls zeigt öer Vorfall, daß eS hier nur eines FunkenS bedarf, um einen enormen RevolutionSbrand anmfacken. SchiffS.Nachrichten. Angekommen in : New I o r k : Kensington" von Antwerpen. Neapel: EmS" von New Jork. Hamburg: Phönixia" von New Jork. Bremen: Saale" von New York. New Sork: Dresden" von Bremen. m ii m General-Agentur. Feuer-Versicherung, Collektion von Mietbe, Geld an- und auS;uleihen. Schisssscheine. Reisepässe, Vollmachten und Erbtchaflöerhebnngen. A.Metzger GrundeigenthumS -Agentur. Gegründet 1863.

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nzuoassaire oejcyafriqr m Polizei con Budapest. In der Nähe des Brandstätter Bahnhofes wurde der selbisch Viehhändler Velcovich ermordet aufgefunden. Er hatte eine tiefe Wunde in der Brust und eine Schußwunde im Kopfe. Es waren ihm Uhr und Kette und eine Vaarschaft von tausend Gulden geraubt, die er nach Angabe seines Begleiters, des 17jährigm Buchbinder Lehrlings Neogradcz, bei sich gehabt hatte. Neogradcz erzählte, tob und Velcovich, als sie aus einem Gasthause weggingen, etwa 200 Schritte vom Bahnhöfe von mehreren Männern, die geschwärzte Gesichter hatten, - mtt Schüssen empfangen wurden. Auch er ist durch einen Schutz an ier rechten Hand verwundet. Z u Tode qepruqelt worden ist die Magd Johanna Müller in Sprotwu, trotzdem sie ein langes Leben hindurch treu und fleißig gearbeitet hatte. Sie war alt und krank geworden, ihre Kräfte schwanden schnell dahin, und eines Morgens fand man sie infolge eines Schw'ache-Anfalles im Hofe liegen. Ihre Herrin, dle Gutsbescherin Anna H., behauptete, die Magd wolle aus Fa-ulheit nicht arbeiten, und sie rief ihren beiden drer und sieben Jahre alten Kindern (!) zu: Sie soll futtern yehen, und wenn sie n'cht Will, so haut sie. bis sie aufstcht!" Die beiden verheitzungZvollen Mädchen übten ausnahmsweise die Tugend deS Gehorsams. Sie nahmen Stöcke und droschen jubelnd aus die arme' 61jährige Macp los. Da sie troy der vielen Schläge nrch! aufstehen wollte, versuch ten die Kinder ein anderes Mittel, indem sie mit Steinen nach ihr warfen. Endlich kamen Arbeiter herbei und geboten'den kleinen Henkerinnen Einhalt. An? anderen Morgen war die MagÄ eine Leiche. Die Anklagebohörde nahm an, datz Frau H. den Tod verschuldet habe. Zum Glück für daS Weib erklärte vor Gericht ein Sachverständiger, die Müller sei nicht infolge der Verletzungen gestorben, der Tod sn durch diese nur beschleunigt worden. Frau H. wurde nur zu mti Monaten Gefänanik remribeilt. In Rostock ist die, in den Siebzigem stehende Töpferfrau Stern-1 berg von ibrem 72 Jahre alten Gatten ermordet worden und zwar war das ' Motiv der That Eifersucht. Erst vor einem Jahre sind die Beiden w Ehe eingegangen, und zwar 'der Mann zum dritten, die Frau zum zweiten Male. Letzterer warf der Mann oft eheliche Untreue (!) vor und drohte. sie zu todten. Die Zsrau hat oft aus Furcht vor ihrem Gatten die Nächte in der Wohnung einer Nachbarin zugebracht, bis das furchtbare Schicksal sie nun doch ereilte. Neulich blieb die Wohnung des Paares verschlossen und als auf wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, notificirten Nachbarn die Polizei. Als die Polizei die Wohnung öffnete, fand man dle Frau auf einem Stuhle, den Rücken gegen die Wand gelehnt, ein: Schürze war ihr über das Gesicht gedeckt. Als man diese entfernte, bot sich ein entsetzlicher Anblick dar: der Schädel war zertrümmert. Neben der Leiche an der Erde lag ein Beil, mit dessen Nückfcite die tödtlicken Schläge geführt worden sind. Der Thäter ist verschwunden, und man nimmt an, datz er Selbstmord verübt hat. Ein furchtbarer Do ppelmord und Selbstmord hat sich in Grotz-Äichterfelde bei Berlin zugetragen. Neulich Morgens lief bei der dortigen 'Polizei folgendes Schreiben ein: Ich liege im Teltower See. Bitte den Verwandten mitzutheilen, daß meine Frau einen leichten Tod gefunden hat, der Kleine war in ein paar Sekunden alle." Die Polizei ließ zunächst den Teltower See absuchen, aber anfänglich vergebens, erst später wurde die Leiche des Schriftsetzers Paul Vehrns gefunden. Am Abend sah der Eigenthümer des Hauses Steinäckerstraße 31 an der Wohnung des Mannes im Erdgeschosse des Hauses noch immer den Frühstücksbeutel hängen, und da er auf sein Klopfen kleine Antwort erhielt, ging er zur Polizei. Man ließ die Wohnung öffnen und fand in der Küche im Kinderwagen den einjährigen Sohn des Vehrens todt, ihm war der Hals durchschnitten. Später fand man auch das Mordwerluug, ein neues Schlächtermesser. Frau Behrens lag todt im Bette: ein Beilhieb hatte sie vom rechten Ohre über das Auge bis zur Nase getroffen, ein anderer ihr die rechte Kopfseite aesvalten. Vehrens hatte obne Zweifel ?7rau und Kind getödtet. während sie schliefen. Er war etwas lungenleidend, und benutzte die Sonntaae regelmäßig zu Spaziergängen. Bei einem solchen Spaziergange hatte er ein Verbrechen wider die Sittlichkeit begangen un wahrscheinlich ist die Farcht vor Strafe die Veranlassung zu seinem furchtbaren Verbrechen geworden. Eö lohnt sich, Sood'ö Sar saparilla zu gebrauchen Bei reinem Blut brault Ihr keine Angst zu baben vor Grippe, Lungenentzündung, Diph teritiö oder Fieber. Hood'S Pillen find von den auSse suchtesten Pflanzen sorgfältigst zube reitet.

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