Indiana Tribüne, Volume 19, Number 67, Indianapolis, Marion County, 24 November 1895 — Page 6
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Cm Zvunsch.
.Der Seligste Kon Allen ist. Wer schon als Kind die Augen schließt Deß' Fuß nie auf die Erde tritt. Wer von der warmen Mutterbrust Unmittelbar nnd unbewuzt Tem Tode in die Arme glitt." Der blonde Liebling schläft, feine flehten Hände 'sind in Fäustchen geballt und hie und da huscht ein Lächeln um seinen rothen, 'halb offenen Mund. Ruhig sitzt die Mutter vor dem tteineu Bette und schaut voll unermeßlicher Liebe auf ihr Kind. Wie lange ist es her, seitdem auch sie sorglos "dagelegen und dem Tage entgegengejubelt. Lange Jahre liegen dazwischen, alle farblos in das Nichts zurückgesunken, und nur wenige stehen vor ihrem' Sinne glückesschwanzer. lustumwoöen. Drei kurze Jahre voll fessellofer Seligkeit, 'unsagbarer Seligkeit Vorbei, vorbei! Geblieben ist nur als su-schmerz-liche Erinnerung das schlummernde Kind, das sie mit seines Vaters blauen Augen anlacht; dann weiß sie nicht, soll sie es jauchzend in die Arme reißen oder schmerzüberwältigt niedersinten und weinen um ihr Glück, das kalt und starr unter der Erde schlummert und weit draußen im blutigen Kampfe von ihr gegangen ohne Abschiedskuß. Wie rauh und erbarmungslos das Schicksal 'doch ist; gerade er, der schön war, gut und jugendfroh wie Wenige, den Alle lieb haben mußten, der mit seinem starken Arm und edlem, fröhlichern Sinn sein junges Weib beschützte, an dessen Seite sie sich unermeßlich reich dünkte, mußte plötzlich so schrecklich sterben gerade er. die die JnkarNation des echten bewußten Glückes, fiel im blutigen Gefechte wie eine stolze Eiche zur Erde, getroffen, während alte, kränkliche Männer sterbensmüde heimkehrten. Als er ,sie 'heimgeführt als sein Lieb auf Leben und Sterben, da hatte seine Mutter der jungen Frau zugeflüstert: Sieh ihn Dir an, er ist für das Glück geschaffen. Trübe nie diesen sornigen Sinn, damit er wie bisher lichten Segen um sich verbreiten kann. Er ist ein Sonntagskind!" Sie hatte ihr Wort gehalten und reiches Glück halte sich in ihr Leben gesenkt. Oft dachte sie in 'diesen glücklichen Jahren an die Worte der alten Frau. Er ist ein Sonntagskind, sagte sie sich jubelnd, als nach einem überschwänglich seligen Jahr ein kleiner blonder Bub in der Wiege lag. und als der Kleine heranwuchs, schön wie der lichte Morgen, und auf den großen Vater blickte, der fein Kind herzte, während er ihr zulächle, da jauchzten und sangen in ihr die Worte er ist ein Sonntagskind" und in stolzer Glückseligkeit vermeinte sie. daß den Seinen nie ein Leid wiVerfahren könnte. Wie tödtlich wurde er getrosfen. diefer zärtlich flammende Stolz! Schauterno und verzweifelt dachte sie dann an die dumpse Hütte, wo er verstümmelt. schmerzgefoltert gelegen, bis ihn ein Freund entdeckte; sie dachte an den grausen Tod. den er herbeigesehnt, wie man ihr erzählte. So weh es ihr auch that, .sie wollte Alles wissen und gierig lauschte sie den Worten und wollte hören und immer wieder hören, wie er ausgesehen und was er gesagt; und so mußte sie denn erfahren, daß er. der starke Mann, geschaudert hatte wie ein Kind, weil er den sessellosen Schmerz feines Weibes vorempfunden und mitgefühlt in seiner letzten schweren Stun de da draußen in der rauhen, blutgetränkten Fremde O du riesengroßes, überwältigendes Schicksal! Nicht die Mutterliebe, nicht die tiefe heilige Leidenschaft des Weibes haben Dich. Du geliebtes Sonntagskind, beschützen und schirmen können! Du hast Dein Glück gesühnt unter namenlosen, unermeßlichen Qualen, denn Du warst ein-Mensch! Sie sinkt schluchzend vor dem kleinen Bett in die Kniee und schaut auf das friedliche Gesicht ihres Kindes, das im Schlafe die Augen aufschlägt. Der blaue Blick des Vaters ist es. der ihr Himmel war. und Zukunftsvisionen voll unermeßlichem Leid und Jammer foltern sie auch dieses Kind wird nicht verschont bleiben, auch seine Augen werden brennende Thränen vergießen und das kleine süße Herz vielleicht einst brechen vor der Last der Schmer zen. Sie kann den Gedanken "nicht ertragen, daß sein Sohn leiden soll. Alles nur 'denkbare Glück will sie auf sein Haupt herabflehen; sie sinnt nach; in Worte will sie es fassen und nennen und findet keine ungetrübte Seligkeit. Fieberhaft sucht sie in der Unendlich, seit, erfaßt blitzartig zahlreiche Menfchenschicksale. die äußerlich vom Glück geküßt aber fchaudernd erkennt sie zugleich mit prophetischem Sinn den Jammer, der in der Stille gefoltert, den bitteren Kampf, der die beste Lebenskraft geraubt, als das Ziel endlich gewinkt. Wohin sie auch schaut, nichts als Thränen und Sehnen. Entbehren und nie gestilltes Verlangen Abschiedsweh und dann todtmllde, kalte, dumpse Resignation. Glück, echtes Glück ofae Erwachen für unser Kind! schreit es in ihr und zu gleicher Zeit flammt die Antwort 'in ihrem Herzen . auf. und in selbstlos heiliger Liebe erbebt .sie; sie reißt das Kind wild an sich, bedeckt seine erstaunten Augen mit heißen Küssen und ein großer, heilig schöner Wunsch durchzuckt sie mit blutigemOpfermuth: Stirb hin als Kind an meinem Herzen, unter meinen Küsfat!" wahrend der Knabe in den hellen Morgen hineinlacht.... Noch schlimmer daran. A.: .Ich begann meine Laufbahn ohnr einen Cent in der Tasche.- V. (sanft): Ich hatte nicht einmal die Tasche.-
Chinesische Zlhren. 5Z ist allgemein bekannt, wie ableh nend sich die Bewohner des himmli schen Reiches gegen die Segnungen der abendländischen Cultur verhalten, und wie sie lieber an dem Althergebrachten. Alterthümlichen und Unzweckmäßigen festhalten, als daß sie den Erzeugnissen abendländischer Kunst und Jndu strie ihren Markt erschließen und sich die Erfahrungen, die bereits aus diesein Gebiete gewonnen sind, sich zu Nutze machen. Nicht zum Wenigsten zeigt sich dies auch in dem Uhrmachergewerbe. Noch heute finden wir in Chma Einrichtungen und Geräthe der primitivsten Art', mittels deren sich der Chinese über Zeit und Stunde auf dem Lausenden hält. In Wort und Bild wollen wir kurz die absonderlichsten derselben hier schildern. Aehnlich wie in einer kleindeutschen Stadt der Nachtwächter unter Tuten auf dem Kuhhorn und unter Absingen einer Strophe dem friedlich schlasenden Bürger die Stunde der Nacht kunö thut, wandert auch sein chinesischer College durch die einsamen Straßen seiner' Stadt und verkündet durch Schlagen auf einen hohlen Bambus cylinder (Figur 1) die Stunde der Nachtwache. Denn in China ist die Nachtzeit nicht nach Stunden, sondern in fünf Nachtwachen eingetheilt, deren Läng: sich nach der jedesmaligen Iahreszeit richtet.
Außerdem wird noch von den Thür men die nächtliche Stunde verkündet. Zu dem Zwecke findet man in einer jeden Stadt zwei Thürme, von denen der eine, der Glockenthurm", eine Glocke trägt, während auf dem anderen, dem Paukenthurm", eine gewaltige Trommel oder Pauk: aufgestellt ist. Sobald nun das Tagesgestirn hinabsinkt, womit für den Chinesen die Nacht beginnt, wird zunächst die Glocke mehrere Male angeschlagen, auf deren Läuten die Pauke mit ebensovielSchlägen antwortet. Während der ersten Nachtwache wird nun in gewissen Zwischenräumen einmal ein Zeichen mit der Glocke und der Pauke gegeben, in der zweiten Nachtwache zwei u. f. w. So ist Jeder im Stand?, falls nicht entgegengesetzter Wind den Schall fortträgt, sich in der Nachtzeit sofort über die betreffende Nachtwache zu orientiren. Berühmt ist die große Glocke auf dem Kaiserpalaste zu Pekin, nicht allein weil man ihr nachsagt, daß sie die größte ihrer Art auf der ganzen Welt ist. sondern auch wegen ihres wunderbaren Klanges, der eher an die singenden Töne eines musikalischen Jnstrumentes erinnert, als an den ehernen Mund einer Glocke. Doch auch in seinem Hause hat der Chinese Vorkehrungen getroffen, die ihm stets Zeit und Stunde anzeigen. Hierzu hat er isich das Feuer oder viel mehr die Flamme nutzbar gemacht. Aus einer gewissen Sorte Holz wird durch Zerreiben eine Art Brei herge stellt, aus denen man Fäden undStäbe in mannigfacher Form verfertigt. (Fig. 1c). Diese Fäden zeichnen sich dadurch aus. daß sie ungemein gleichmäßig verbrennen, und zwar in be stimmten Zeiten, die jedem Chinesen geläufig sind. Die Länge derselben ' richtet sich nach dem Werthe des beI treffenden Holzes und variirt von 3 ! Zoll bis 8 Fuß. Fig. 16 stell! ein mit . Asche gefülltes Gefäß dar, in das die glimmenden Stäbe, die den Zeitab schnitten entsprechende Einteilungen tragen, senkrecht gesteckt werden. Nach dem Stande der Flamme ist es ermögj licht, sofort die genaue TageKstunde aoiqeii zu rönnen. Figur 2 und 3 zeigen zwei andere Modelle. Bei ersterem liegt der Stab in einer einem Drachen nachgeformten Schale, in Figur 3 ist , der aus dem Holzbrei hergestellte Faden in Gestalt einer Spirale an einem Arme aufge hängt. Will sich der Chinese einmal etwas früher aus seinen Federn erheben und zur gewünschten Zeit gctveckt werden, so benutzt er hierzu diese pri rnitiven Uhren. Zu diesem Zveck
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hängt er eine Kugel an dle Stelle deZ Faden oder Stabes, die die Flamme zu der Stunde, in der er geweckt sein will, berührt.. Die Kugel-verliert in 'dem Augenblick ihren Halt, fällt in eine darunter gestellte kupferne Schale und weckt durch den hierdurch erzeugten Klang den Schläfer. Bei dem spiralförmigen Faden ist die Kugel' unmit
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telbar auf denselben hinaufgeschoben, bei der Drachenuhr" hängt sie quer über derselben an einem kleinen Faden, der. wenn von der Flamme erreicht, durchbrennt und die Kugel hinabfallen läßt. Bei diesen Uhren verbindet der Chinese zugleich das Angenehme mit dem Nützlichen, indem er zur Herstellung des Holzbreies wohlriechendes Holz verwendet, das beim Verbrennen die Näume des Hauses mit wohlriechenden Düften erfüllt. Lange Zeit hindurch hat sich der Chinese mit diesen Zeitmessern allein begnügt. Erst bei Beginn des 17. Jahrhunderts kamen die ersten Uhren mit Nädermechanismus aus Europa dorthin, sanden aber gar keinen Anklang, da man isie nicht zu be handeln wußte, auch ihre Eintheilung nicht mit der chinesischen übereinstimmte. 1684 begann man mit der Anfer tigung von Uhren nach europäischen Modellen, und zwar unter der persönlichen Leitung des damals regierenden Kaisers Khanghi. der eine Uhrmacherwerkstätte innerhalb der Mauern seines Palastes einrichtete und zum Betrieb derselben! die geschicktesten Handwerker WLMWW und Künstler der Monarchie heranzog. Es waren dies Eingeborene, die zum Christenthume übergetreten waren , und auf den Missionsschulen einige Vorkenntnisse im Uhrmachen erlangt hakten. Jedoch war ihre Arbeit nur Pfuschere! und die kaiserlichen" Uhren konnten keine Abnehmer finden. Als ein Jahrhundert später der Enkel Khang-Hi's von der Ostindischen Compagnie drei sehr werthvolle Uhren zum Geschenk erhielt und deren Räderwerk, daö während der langen Reise sehr gelitten, von seinen Uhrmachern wieder repariren lassen wollte, waren diese nicht im Entferntesten im Stande, dieser Anforderung zu genügen, da sie nur in dem vor hundert Jahren eingeführten Mechanismus bewandert waren und noch immer nur Uhren nach dem alten Modell verfertigten. Einem der Missionäre, der zufällig des Uhrmacherhandwerks kundig war. gelang es nach vielen Mühen, die in Folge der unrechten Behandlung beinahe gänzlich ruinirten Werke wieder herzustellen. Noch immer liegt die Uhrenindustrie bei den Chinesen sehr im Argen; was man heute dort von den Einheimischen verfertigt auf diesem Gebiete vorfindet, ist eine schlechte und mangelhafteNachahmunq europäischer und amerikani scher Werke, die nur in ihren, den dortigen Gebräuchen und Sitten angepaßten Gehäusen etwas Originelles auf .werft. Figur 4 und 5 zeigen zwei so! che moderne chinesische Uhren, von de nen die eine noch mit chinesischer Zeiteintheilung. Wie in Allem, fo hat auch auf diefem Gebiete Japan China bedeutend überflügelt, und der Zeitpunkt wird nicht .?iehr fern fein, wo auch in der Uhrenindustrie ersteres Land erfolgreich mit dem Abendlande in Concurrenz treten wird, was von Ehina auf eine unabsehbare Reihe von Jahren noch nicht zu erwarten ficht. I n der Feldküche. Hurr jeh. Füsilier Knautschke! Was schleppen Sie da in Ihrem Helm her: Gu? ken. Pfeffer. Zwiebeln.' Und das Mes in der Pickelhabe, schon mehr Mix-Pickel-Haube! Sie hat sie selbst gekauft. Er: Um Gotteswillen. was ist denn los mit den Cigarren?" Sie: Sie rochen so abscheulich, mein Lieber, daß ich sie mit Eau de Cologne begossen habe." Kindermunde Vergangenen Michaelis kam des Nachbars Heiner Fritz freudestrahlend auö der Schule und unterbreitete dem Vater die ersten Censuren in seinem Schütte ben. Der Vater, die Zisferreihc über blickend, vermißt bald eine Censur in den Sitten.welche einzutragen der Lchrer übersehen hatte.. Doch Fritz, vom Vater darob befragt, entgegnete ihm ' rasch: Die haken wir ja noch gar
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' nicht!
Ein ZZeich ohne Zjeer und Ateuern Das Fürstentum Liechtenstein, daö früher dem deutschen Bunde angehörte, ist unabhängiger Staat, der sich indeß mit feinem Bahn, Zoll-, Post- und Telegraphenwesen völlig an Oesterreich angeschlossen hat; es ist zugleich das erste Staatsrvesen in Europa, das feit 1863 kein Militär mehr ausbildet. Regiert wird es durch den Fürsten, der. sich durch seinen Landesverweser vertreten läßt, und den Land tag. das Abgeordnetenhaus der Gemeinden. Bei wichtigen MeinungsVerschiedenheiten entscheidet der Fürst mit seinem Ober-Äegierungshof in Wien. Dem Landesoerweser zur Seite stehen: Ein Regierungssecretär, ein Landrichter, ein Forstmeister, ein Lan destechniker und ein Staatskasstrer, die sämmtlich vom Fürsten ernannt werden. Dieser läßt sich übrigens nur selten im Lande sehen und residirt mei stens in Wien oder auf seinen großen herzoglichen Besitzungen in Oesterrei-chisch-iSchlesien. Er gibt dem Lande mehr, als er von ihm empfängt, und
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Balzers und die Ruine Gut e n b e r g. ereignet sich irgend ein Landesunglück, so ist auf seine offene Hand unbedingt zu rechnen. Dem Hauptorte des Landes. Vaduz, baute er mit einem Kostenaufwande von 150,000 Gulden einen gothischen Tempel; ebenso schenkte er den Schaan;rn für eine neue Kirche eine seiner größten Alpen im Werthe von 100.000 Gulden. Bei der Rheincorrection griff er sofort kräftig ein, so daß diese von den Liechtensteinern gleichzeitig mit den Schweizern und ebenso gediegen hergestellt werden konnte. Leistungen für Wehren und Wasserschäden sind übrigens die einzigen öffentlichen Abgaben, die der Liechtensteiner kennt. Die Grenzzölle, welche die österreichische Zollverwal tung erhebt und für welche sie in Bausch und Bogen 50.000 Gulden zahlt, genügen, um die Bedürfnisse für Schule. Polizei und Armenunler stützung'zu befriedigen. Trotz dieser überaus geringen Steuer und Fronlast ist dasLändchen mit seinen zehntausend Bewohnern ziemlich arm; es ist wald und alpenreich, aber nur auf dem Schellenberg, dem nördlichsten Höhenzuge, fruchtbar Der Weg nach Luziensteig. und üppig. Von ihm aus schauen die Ruinen der Burg gleichen Namens in's Land hinab. Eine andere Ruine, die des Schlosses Gutenberg, erhebt sich oberhalb Balzeis an der südlichen Grenze des Landes; in seiner Nähe errichtete der Fürst eine Erziehungs anstalt für Töchter des Landes. Die Ruine des Waldschlosses schmückt den Abhang deö wilden Bergzuges der brrt Schwestern" nördlich von Vaduz. Das Dorf Triesnerberg. ein beliebter Ausslugsort der Äaduzer, liegt zwischen diesen hoch oben im Gebirge und gewährt eine herrliche Aussicht auf die Schweizer Berge mit der Festung Lu ziensteig. die mit ihren Forts auf Schweizer Seite die Slraße vertheidigt. welche von Bslzers aus nach Graubünden führt. Nicht weniger als drei Brücken und eine Fähre verbinden Liechtenstein mit St. Gallischem Gebiet, wie denn überhaupt die Straßenund Verkehrsverhältnisse bis FürstenAi4giiyp Partie aus Triefen. thum.S wohl geordnet' sind. Viermal tagl'h fahrt die Post zwischen der Bahnstation Schaan und Vaduz hin und her; nur einmal indeß zwischen Vaduz, dem südlichen Grenzort Val zers und der Schweizer Bahnstation Trübbach. VonFeldlirch inVorarlberg ist es nur ein kurzer Abstecher nach Aaduz-Lieäz tenstein. Schaan an der Linie FeldkirchBuchs. der kurzen Verbindungbahn zwischen dem österreichischen und schweizerischen Schienennetz, ist- die einzige Bahnstation des Fürstentums und leicht zu erreichen. Noch eine gute Stunde von Schaan entfernt liegt Dorf und Schloß Vlduz-Liechtenstein. Steil steigt der Weg empor und nur hie und da bietet etwas Erlengestrüpp und eine Vuchengruppe dem Wanderer für einen kurzen Augenblick Kühlung
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liiÄ ckatten. Ueberal? fttntnntn Vttt i Auge die Spuren zerstörender NaturSchloß Höhlt echte n st ein. gemalten, dem 'Schutt und Geschiebe niedergehender Rufen; ' aber der Fleiß der nimmermüden Menschenhand hat zwischen ihnen aufgeräumt und eine üppig wuchernde Vegetation sie mit Blättern und Blüthen überdeckt. Aus dichtem Buchengrün gewaltige, graue Mauern winken, das Burgthor öffnet sich, eine kurze Wanderung durch den gepflasterten Thorweg rings um das Schloß herum in den Schloßhof, dann eine schmale Holztrcppe hinan, noch einige Schritte durch den geräumigen Corridor. und der große, kühle, ehemalige Schloßsaal, der jetzt zu einer Wirthschaft eingerichtet ist, nimmt den Wanderer auf. Eine prächtige Aussicht bietet sich aus den Fenstern dieses weiten Raumes. Nach Westen hin begrenzen die Berge des Appenzeller und Toggenburger Landes den Horizont. nach oben hin kahl und schroff in grauen Felsen aufsteigend, nach unten hin sanft geneigt mit vielen Wei lern. Dörfern und Städten in saftigem Grürr der Wälder und Wiesen. Tief unten breitet die weite Ebene des Rheinthales mit ihren Getreidefeldern sich aus. vom viel besungenen Strom durchzogen. Im Vordergrunde liegt das Städtchen Vaduz mit seinem spitzen Kirchthurm, den weiß und rothen Häusern, inmitten üppiger Gärten. Den Abhang bis zum Schloß hinauf bedecken Weinberge, von BuchenwaldFürstliches Jagdgeschoß. chen umsäumt, und der in der Schloßwirthschaft credenzte Vaduzer ist süsfig und feurig. Besondere Sehenswürdigkeilen enthält das Schloß nicht und im Innern gänzlich verfallen ist der älteste Theil, der Bergfried, der aus dem neunten Jahrhundert stammen soll. Die neueren Anbauten sind außer von dem Wirth nur noch von einem Forstaufseher und Verwaltungsbeamten bewohnt und weisen nichts Bemerkenswerthes auf. Das ganz neue, modern gehaltene Landhaus des Fürsten Liechtenstein liegt etwa fünf Minuten vom alten Schloß entfernt. Von letzterem geht es auf einem steilen Stieg zu dem Dorfe Vaduz hinab, eine stattliche, echt oberländische Ortschaft mit weitläufigem Schloß, in welchem außer der Regierung und dem Landesverweser auch die österreichische Zollbehörde Platz hat. Ueberseeische Jagdbeute. Frau: Mir scheint, chr habt in den Kolonien gejagt? Mann: Wieso denn? Frau: Weil Du einen Asfen mitbringst. Durch die Blume. Wie hat Dir heute mein selbstgekochtes Essen aeschnieckt. Mannchen?Gut; aber ich glaube doch, daß in Deinem Kochbuch viele Druckfehler sind!7 D o ch e t w a s. Chef: Ja. lie ber Freund, ich mochte Sie gern enga. gircn. aber aus Ihren Zeugnissen geht hervor, daß Sie ziemlich unfähig sind. Was können Sie denn eigentlich? Be. werber: Ich spiele brillant Skat! Modern Lehrerin: Das Zicklein springt von Stock zu Stock, von Stein zu Stein. Es ist ein unruhiges Thierchen, das nirgends stille stehen kann. Also. Aennchen. wie ist das Zicklein?" Aennchen: .ES ist nervöse
Vetzinger Trachten. Wie überall, so sind auch vh Schwabenlande die altenl Volkstrachten nur noch in spärlichen Resten vorHanden, am malerischsten und wohl auch am besten erhalten im QuellAe biet der Donau, und in ganz merkwürdiger Vereinzelung in dem Dorf Betzingen bei Reutlingen. , Die Tracht der Betzinger Mädchen ist von fröhlich ster Buntheit. Keck sitzt, einem Stu denten-Cerevis ähnlich, das penseefarbige Mützchen aus dem dunklen. Haar, von dem ein, paar lange, 'dicke, mit schwarzem Band durchflochtene Zöpfe über den Rücken hinabfallen. Ein vielreihiges Granatmuster umfängt den Hals, hinten von einem silbernen vergoldeten Schloß zusammengehalten. Den glänzendsten Theil der Kleidung bildet das Mieder sammt Voller. Das Mieder ist von hochrothem Tuch, mit silbernen und grünen Borten reich ver-
ziert, über dem bunt gestickten Vor stecker durch eine gelbe Schnur zusammengehalten. Der Goller, von dunEin Brautpaar. kelrothem oder bräunlichem Tuch oder Sammt, mit hellgrünen Bändern ge säumt und grünen Rosetten an der Vorderseite, wird unter den Armen mit langen grünscidenen über der Brust geknüpften Bändern befestigt. Weite, mit zierlicher Spitzenkrause schließende Hemdärmel aus serner Leinwand sind der Stolz der Trägerin. Der oben dicht gefaltete, unten mit hellblauer oder goldener Borte eingefaßte Rock ist von dunkelblauem Tuch. die 'Taille umgurtet ein rothseidenes Band. Wie die Hemdärmel, so prangen auch die Strümpfe stets rn tade! loser Weiße; vollends am Hochzeits tag. der im Uebrigen, abgesehen vom Brautschleier am Mützchen, wenig in cit Tracht verändert. Einfacher ist die Tracht der Männer. In dem langen. weißen Rock, das runde, schwarze Lederkäppchen auf dem Haupte, die scharlachrothe Weste mit silbernen Knöpfen besetzt, wandeln die meist hochaufgeschossenen hageren Gestalten ehrbar einher. Der Bräutigam zeichnet sich noch durch Stickereien auf der Lederyose und em buntgesticktes breltes Querband aus. das über die Brust von einem Hosenträger zum andern laust. Das größte ffatz. Unter den zur Zeit im Gebrauch befindlichen Fässern ist das auf der Ge-werbe-und Jndustrie-Ausstellung in Teplitz befindliche Riesenfaß der Brauerei Mariaschein das größte, j Vorläufig ist der Koloß, von dem wir hier eine Abbildung bringen, als Kosthalle eingerichtet worden. In dem geschmackvoll ausgestatteten Innern befinden sich ein Hamburger Büffet sowie Tische und Stühle für 30 Personen. Der Hohlraum des Fasses ist auf 1453 Hektoltr. (ein Hektoliter gleich 26.4 Gallonen) berechnet. Einige Daten über die Flüssigkeitsmenge der übrigen weltberühmten Faßgiganien mögen zur Verglcichung dienen. Das K'ömgsteiner Faß. seit 1816 wegen Baufälligkeit zertrümmert, enthielt 2600 Hektoliter. Das bekannte Heidelberger Faß war wiederholt mit 2124 Hektoliter gefüllt. Das Hattenh:imer Faß v?rma C40 Hektoliter, das Klosterneuburger 560. das Tübinger 425 und das Salmansweiler 254 Hektoliter aufzunehmen. Sein erster Gedanke. Mister Moritz Fränkel (soeben in der Unterwelt angelangt, zu Herrn Beelzebub) : Wirtlich ä elegantes Faterchen. Sie sind doch, ot course, gut versichert?! AufderReise. Reisender: Herr Stationsvorsteher, wo ist das Befchmerdebuch?- Stationsvorsteher: Was haben Sie denn?" Reisender : .Verdauungsbeschwer-den.-
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Ourg Zimmern.
Zehn Minuten ostlich von demDorse Herrenzimmern -im Württembergischen Schwarzwalde und eine halbe Stunde von der Eisenbahnstation Thalhausen liegen auf einer steilen Anhöhe über dem' Neckarthal die höchst malerischen Ruinen der einstigen Doppelburg Zimmern. DieS Stammschloß des altert Grafengeschlechtes Derer v. Zimmern ist fast ringsum von steil abfallenden Schluchten umgeben, gegen Westen durch einen tiefen, aus dem Felsen herausgebrochenen Graben geschützt, und war daher im Mittelalter eine sehr ftarkeBeste. auf der die Herren o. Zimmern, welche Abkömmlinge jener Ermbern fein wollten, die 113 v. Chr. in das römische Reich einbrachen, sicher und geborgen saßen, bis 1594 Graf Wilhelm v. Zimmern als Letzter seines Stammes zu Padua starb. Seine ihn überlebenden Schwestern - verkauften das Schloß an die Stadt Rottweil, bei de? es bis zum Jahre 1805 ölieb. Dann, erwarb die noch bewohnbaren Gebäude der Weinhändler Karl Reiner und richtete daselbst eine Gastwirthschaft ein. Aus dessen Hinterlassensaaft ging das Anwesen 1810 jür 1700 Gulden an Herrenzimmern über, und da man mit dem alten Gemäuer nichts anzufangen wußte, so benutzte man es als Steinbruch und baute von den aus dem Ritterschloß herausgerissenen Steinen zwischen die obere und untere Burg ein Armenhaus für die Gemeinde. So vergeht die Die Burgruinen. Herrlichkeit der Welt! Der untere Thurm liegt fast völlig in Trümmern, inwendig wuchern Tannen. Dornen und Gestrüpp; vom ob.'ren Schloß stehen noch drei Umfassungsmauern und ein hübscher Treppenthurm. Die überaus malerische Lage der Burg auf steilem Bergvorsprung, umragt von dunklen Tannen, lockt heutzutage noch die Wanderer an. und ist auch ganz dazu geeignet, einen Dichter zur Ersinnung eines recht romantischen Ritterromans zu begeistern. Mancher wilde. Roman hat auch hier gespielt, und zwar das ersie Mal im Jahre 1080. als Gottfried der Aeltere mit Herzog Berthold dem Bärtigen von Zähringen in Fehde lag. und das Städtchen Herrenzimmern wie die Beste erstürmt und niedergebrannt wurden; das zweite Mal 1312, als die Rottweiler die Beste bekannten und dem Erdboden gleich machten. Im Ansänge des 16. Jahrhunderts endlich brannte sie ab infolge einer durch UnVorsichtigkeit entstandenen Feuersbrunst. Jedesmal wurde sie größer und schöner wieder aufgebaut. Jetzt aber gibt es wohl kein Wiederiuferstehen auS Schutt und Trümmern mehr. Poesie und Prosa. Der romantische Liebhaber: Zur Zeit befindet sich meine geliebte Kunigunde auf dem Ocean und ich bin überzeugt, daß sie in diesem Augenblick von der innigsten Sehnsucht nach mir erfüllt ist. Ich wünschte, daß ihr theures Haupt jetzt an meiner Brust ruhte; dann wäre ich der glücklichste Sterblichr. Kunigundes- Jammer. AuS dem Examen. JBU stellen, Sie die Todesurl ache fest. Herr Candidat?- Ich sehe nach, waö für Medicinen der Patient bekommen hat! In der Verlegenheit. Backfisch: .Bitte, geben Sie rnir einen Briefsteller für Liebende!... (Bu$Händler, schmunzelt.) . . .Er Schort s meine Marnai" .a .
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