Indiana Tribüne, Volume 19, Number 67, Indianapolis, Marion County, 24 November 1895 — Page 3

Im von Hcorges Hynet. , ' (3. Fortsetzung.) Der Reichste irnd derFa.ulste war des bald in ihren Augen tx Fürst, und deshalb mußte chre Lydia eigentlich eiit Fürstin sein. Aber die anidre hatte Qlle Aortheile, die ihre geliebte Herrin entbehren mußte, uttd in ihrem Innern legte die Schwarze 'diese krankende Ungleichheit Therese zur Last. Dagegen hatte Raimond 'die volle Gunst der Mulattin siir sich gewonnen, chne sich irgendwie Mühe nach der Richtung hin gegeben zu .haben. Die leidenschaftliche Verehrung, die er für Lydia hegte und die Leila sofort durchschaut hatte, .genügte, -um ihm die ganze Sympathie der Sch.oarzen zu erringen. D:n Offizier und die Dienerin rerbarco ein gemeinsames Interesse, idenn sie hatten einander bald verstanden und erkannt; licbten sie doch beide anit derselben schrankeirlosen, blinden A.'rgöttcrung, ezislirte für sie doch nur noch, waZ irgendwie mit dem Ideal zusammenhing, dem sie huldigten, und ihm waren sie bereit, alles zu opfern. Aon da an empfand die Mulattin eine Zärllichkeit, etwa wie die eines HundeZ .zu feinem Herrn, für den jungen Seemann. Wenn er kam, öffnete sich rhr Mund, aus dem die weißen, spitzen Aähne herrorblitzten, zu einem breiten Lächeln, und während sie ihm einen freundlichen Gruß bot, lief sie auch schon weg, um die Gebieterin" zu ru fen. Zwei Gründe waren es, die sie zu dem jungen Mann hinzogen: Er war auch reich und liebte Lydia. Das war der Fürst! Wenn Naimond und Lydia zusam men waren, ob im Garten oder im Salon, spielte Lerla die Schilöwache, um, so oft es nur anging, Störungen abzuhalten; anderseits wieder überwachte sie die beöden strenge, eine Mü He, die sie sich unnützesweise nahm, denn eine ehrfurchtsvollere Liebe, als ldie Naimonds für Lydia, gab es wohl Zaum. Nicht er, Lydia überschritt in ihrer Koketterie die Grenzen, wenn sie," mit ihm spielend, seine Leidenschaft zu reizen und anzufachen wußte. Diese tropische Blume mit dem betäubenden Duft entfaltete sich vor seinen Augen in ihrer vollen Pracht .und verwirrte die Sinne des sonst so ernsten und überlegenen Vretagners. Blieb er dann ein paar Tage fort, so zog eö ihn wieder mit um so unwiderstehlicherer Macht zu ihr zurück, die ihn ruhig und siegessicher empfing, ivährenid sie sich innerlich über 'die Schüchternheit des verliebten Lieutenants lustig machte. Sie hatte mit Leila schon öfter über Ploerne gesprochen .und mit ihr nüchtern und klar die Vortheile abgewogen, 'die eine Verb'mdung mit Naimond für sie haben konnte. Des Abends vor dem Schlafengehen, wenn rhr die Mu lattin. die um tarn Preis eine Jungser inZ Zimmer zu ihrer Herrin ge lassen .hätte, teim Auskleiden behilslich war, erzählte sie in scherzendem Spotte von den Ereignissen des Tages. J5r hat mir seine Liebe noch nicht gestanden, Leila, aber er hatte die Worte auf den Lippen; ich sah es an seinem Zittern, an seiner Blässe; dann raffte er seine letzte Kraft zusammen und schwieg. Auf was er wohl warU11 Wollen Sie denn, Gebieterin, daß :r spricht?" Warum nicht? Ebensogut er, als ein andrer. Er mißfällt mir nicht und ist reich. Aber diese Europäer haben Fischblut in den Adern; ein Kreole hätte schon lange alles vom Herzen. Er kommt, grübt, setzt sich, spricht ruhig und wirft mir ein paar Schmeicheleien hin. Dies aber auch noch nicht einmal jeden Abend; da hat er schon seinen guten Tag. wenn er das thut! Er beschäftigt sich eifrig um meine Mutter, läßt sich von ihr die täglichen kleinen Miseren vorjammern, bedauert sie mit einem gutmüthigen Lächeln, trinkt eine Tasse Dhee, erhebt sich Punkt elf Uhr, verabschiedet sich, vertheilt ein paar liebenswürdige Brocken zwischen rnlr und Therese, wobei für mich eztra ein schmachtender Blick abfällt, und zieht sich zurück, ohne mir auch nur einen Schritt näher gekommen zu sein. In dem Tempo dauert 'die Geschichte noch zehn Jahre, ehe etwas daraus wird." Sie sind erst in Ihrem siebzehnten Jahre; vielleicht hält 'das ihn zurück." In meinem Mter ist eine Kreolin so

weit, wie eine Europäerin mit zwanzig Jahren. Sieh nur einmal Therese an; sie ist gleichaltrig mit mir und noch das reine Kind." Leila schüttelte bedächtig den Kops. Therese ist kein Kind mehr. Neh wen Sie sich vor der in acht. Die weiß mehr, als Sie glauben, aber sie ist llug und berechnend und sagt nichts, was sie nicht gern .sagen möchte!" WaS meinst Du damit? Sprich deutlicher Beobachten Sie doch Therese einmal, wenn Graf Ploerne da ist. anstatt dab Sie sich so ausschließlich da mit beschäftigen, ihm den Kopf zu der drehen; dann werden Sie das bemerken, wovm Sie bisher noch keine Ah nung hatten und was ich längst entdeckt habe." Sollte sie Naimond . lieben?" In 'Lydias Augen leuchtete es eigenthümlich auf, aber sie fügte ernst hinzu: Armes Kind! Wenn dem so ist, will ich ihr gern Ploerne überlassen. Aber er," und ein dämonisches Lächeln umspielte den sinnlichen Mund, wird er wollen'k Er liebt mich aus seine Weise, die al lerdings nicht nach meinem Geschmack ist, aber ich glauDc, seine Liebe, ist tief und nus richtig." Das ist sie. Gebieterin. Aber beobachten sie trotzdem Therese; wir müssen

wissen, waS wir von ihrer Seite zu fürchten haben Lydia zuckte verächtlich die Achseln. Bon dieser Kleinen zu fürchten? Du , kennst sie nicht. Leila. Ihr Beruf, ist entsagen, und je schwerer ihr ein Opfer fällt, das ihr das Gewissen auf erlegt, desto mehr Selbstkasteiung wird sie anwenden, um sich zu überwinden. Sie ist die verkörperte Tugend. Ich glaube, kalte Naturen haben das Pri vilegium aller Tugenden!" Nach diesen Worten begann sie ihre schweren Flechten zu lösen, .wahrend sie wohlgefällig ihrem Bilde zulächelte, das ihr der Spiegel in voller Lieblichleit entgegenwarf. Dann summte sie ein Liedchen vor sich hin und schien mit keinem Gedanken mehr an das zu denken, was sie soeben noch mit ihrer Bertrauten besprochen hatte. Aber in Wahrheit beschäftigte sie das Thema nur zu sehr, denn sie vergaß nicht so leicht ihre eigenen Interessen, doch hielk sie es für klüger, selbst vor Leila so zu thun, als habe deren Mittheilungen sie nicht beriihrt.-Armes Kind!" murmelte sie nochmals mit stolzem Sekbstbe wnßtsein vor sich hin, und dann entließ sie die Dienerin, um allein zu bleiben. Den Tag darauf beobachtete Ly dra, wie, die Mulattin es ihr gerathen hatte, das junge Madchen; aber Therese verrieth nichts von dem, was ihr Innerstes beschäftigte. Diese Blondine mit den sanfien Augen hatte einen festen Charakter, und wenn sie sich einmal eine Handlungsweise vorgeschrieben hatte, wich sie nicht so leicht davon ab. Der Eindruck, den Lydia sofort aus Narmond gemacht hatte, und das stumme Entzücken, mit dem er sie betrachtete, war Therese? Blicken nicht entgangen, und ihr Herz zog sich klamphaft zusammen. Bisher hatte sie ihrem Vetter eine zärtliche Neigung entgegengebracht, hatte sich offen und ungekünstelt vor ihm gezeigt, so wie sie war, in der ganzen Einfachheit ihres Wesens! Zwischen ihm und ihr hatte nie ein Gehermnib bestanden, sie hatten sich alles gesagt und rn vollem Vertrauen hatte ihm Therese stets Ne de unld Antwort geben, so wie da mals, als er mit ihr über ihre religio sen Neigungen gesprochen hatte. Zu je rn Zeit, also wenige Wachen vor der Ankunft ihrer Anverwandten, war ihr Herz noch frei gewejen und sie hatte sich dem Dienste des Herrn ohne jedes Opfer weihen kennen, den Freude:? der Welt gern entsagend. Wenn sie NaimonÄ liebte, so war diese Liebe eine so gewohnheitsmäßige und verwandtschastliche Empfindung, daß sie sich kerne Rechenschaft darüber abgelegt hatte. Erst als sie Ploerne mit Lydia sah. erschauerte Therese bis in die tiefsten Tiefen ihrer Seele hinein. Während sie sich eingestehen mußte, daß ihr eine Nivalin, und zwar eine bevorzugte, in Lydia erwuchs, erwachte die Eifersucht in ihr und entdeckte sie den wahren Charakter ihrer Liebe für Raimond. Sie fühlte einen brennenden Schmerz, vor allem darüber, daß ihr die treue Neigung dessen verloren ging, von dem sie geglaubt hatte, daß er ihr immer anhängen würde; dann darüber, daß sie auf das Glück der anderen neid.ifch , war. In den Augen des sein organ! - sirten, edeldenk enden Mädchens war Eifersucht, eine erniedrigende, fast ent ehrende Empfindung, und sie schwur sich, sie niemals zum Durchbruch kom men zu lassen. Sie überwachte sich aufs strengste, und in LydiaS und Naimonds Gegenwart wären ihre Zü ge wie aus Marmor gemeißelt so kalt, so starr, um ja ihr Geheimniß nicht zu verrathen. War sie allern, dann überfiel sie Verzweiflung, und in solchen Momenten hatte Leila Gelegenheit, sie zu beobachten. Ohne die Mulattin hätte Lydia kei nc. Ahnung von der hoffnungslosen Lic'be Thereses zu Ploerne gehabt; aber die Entdeckung LeilaS nützte dem armen Mädchen, wenig, da die egoistische junge Kreolm sich nicht viel um die Gefühle ihrer Kousine kümmerte und nach wie vor mit dem unerschütterlt chen GÄchmuth eines Idols die stum me Anbetung Raimonds entgegen nahm, mochte sie der Unglücklichen auch das Herz brechen. Ein von Lieutenant Ploerne vorher gesehenes und im stillen von ihm ge fürchtetes Ereigniß beschleunigte jedoch die Dinge. Er erhielt den Befehl, sich unverzüglich auf der Marinepräfek tur in Töulon zu melden, um nach Tonkin abzusegeln. Es war zu einer Zeit, wo die fran zösische Expedition mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Ad miral Eourbet halle den Befehl über-nommen-und marschirte auf Hanoi los. Für einen Mann, der so mit Leib und Seele Soldat war, wie Ploerne, muß te diese Einberufung erwünscht sein, führte sie ihn doch in Länder, wo man sich tapfer schlagen konnte, wo es Tha ten zu verrichten, Vsförderung zu erhoffen und Lorbeeren zu ernten gab. Ein halbes Jahr früher würde Rai mond darüber außer sich vor Freude gewesen sein; jetzt liebte er, und mit Trauer im Herzen bereitete er sich daraus vor. den Befehlen seiner Borge setzten Folge zu leisten und Frankreich zu verlassen. Noch am selben Abend begab er sich in die Villa der Avenue Hoche. Gegen seme Gewohnheit nxtr er in Uniform. Als er in den Salon trat, in dem sich Madame de Saint-Maurice mit Therese und Lydia befand, empfing ihn gleichzeitig der Ausruf der jungen Matchen: Wie, in Gala? Was bedeutet dies? Kommen Sie von einem offiziellen Feste?" Bom Ministerium, aber von keinem Feste erwiderte Ploerne lächelnd; von Festlichkeiten war keine Rede, sondern sehr vom Gegentheil." Bon Dienstangelegenheiten?" Und von recht ernsten," gab er zur Antwort. Ich muß ohn? Aufschub morgen abreisen." v .Sie reisen ab!"

Wie aus einem Miwd? erscholl es

von Lydia und Therese, in einem Tone, der bei beiden dasselbe Interesse tt-rrieth. Sie errötheten und ihre Blicke trcrfm sich verwirrt. Wohin yhcn Sie?" fragte Lydia, die sich zuerst wieder gefaßt hatte: weit fort?" Sehr weit." Auf lange?" Auf schr lange; vielleicht für immer." Werden Sie ins Treffen kommen?" Für uns Seeleute bsdarf es dessen nicht," erwiderte Ploerne wchmüibig. um uns in Gefahr zu bringen. Das Meer ist allem schon genügend zu fürchten und das Klima ist in jenen Gegenden ein mörderisches. Wir roften nur die Qual der Wahl, auf welche Weise wir unser Leben aufs Spiel setzen wollen. Da. wo ich hingeschickt werde. ist alles vereint: Meeresgefahr, schlechtes Klima und Kampf. Es ist übrigens ein Ehrenposten, zu dem man nur solche Offiziere entsendet, auf die man zählen kann. Ich werde dort also aoanciren, oder...." Der Seemann schüttelte energisch und wie zur Abwehr den Kopf und sein Gesicht erhellte sich unter einem Hoffnungsstrahl, als er mit fester Stimme hinzufügte: Aber ich werde avanciren. Wenn ich zurückkehre, werde ich die fünf Tressen am Aermel haben und Kapitän sein. Das Schlimmste meiner Karrierre habe ich dann hinter mir." Madame de Saint-Maurice. die erst erstaunt und dann voll Interesse dem raschen Austausch van Fragen und Antworten der Ihren gelauscht hatte, benutzte eine kleine Pause im Gespräch, um einzuschalten: Wie. lieber Raimond, nachdem wir uns kaum erst ken rren gelernt haben und unter welch traurig?? Veranlassung sollen wir fchon wieder getrennt werden? Wir kommen an, da reisen Sie ab! Das ist in der That eine unangenehme Ueberraschung. Wohin geht es denn eigentlich?" Morgen, liebe Tante, schiffe ich mich auf dem Dampfec La Normandie" mit noch vier anidern Offizieren und zweöhundertfünfzig Mann nach Tonkrn em. Wir sollen die Reihen des Generalstabs und der Soldaten, in die große Breschen geschossen sirto, wieder vervollständigen. Unser erster Bestimmungsort ist Haiphong. Von da vereinigen wir uns den Befehlen gemaß, die wir nach unserer ' Ankunft vom Admirai erhalten werden, mit ihm in H?noi, w? wir mit unserm Geschwader vor Anker gehen. Wir werden kämpfen, zu Wasser oder - zu Land, vielleicht auf beiden; dies ist das einzige, was ickMm voraus bestimmt weiß. Und was für ein Kampf wird daS werden! Leute.' die man von so weit herkommen läßt, sind nicht in bester Laune, und darum wehe dem Feinde!" Ihr Beruf ist schrecklich. Raimond," sagte Madame de Saint-Maurice schaudernd. 'Was mir aber am entsetzlichsten wäre, ist die Seefahrt! Ich war so vollständig, herunter ? von meiner Reise, daß ich sie um alle in der Welt nicht noch einmal machen würde! Wie kann man nur an Bord Ihrer Schaffe leben; das ist mir unfaßlich! Ohne Unterlaß auf so einer schmalen P!anke hin und her geschaukelt zu werden! Ich glaulöe, da spränge ich lieber gleich ins Wasser, um der Geschichte ein Ende zu machen!" Raimond und die jungen Mädchen hörten längst nicht mehr, was die Grafrn alles schwatzte. Sie hatten sich, leise miteinander sprechend, in eine Fensternische gesetzt. Aber schon nach einigen Minuten erhoben sie sich wieder wie in stillschweigendem Uebereinkomnren und traten durch eine Glasthüre auf eine in den Garten hnrabführende Terrasse. Sie erstickten fast im Salon und brauchten die Frische der kühlen Abendluft für ihre erregten Rervm. Ihr werdet euch erkälten!" rief die ewig frierende Gräsin ihnen nach. D?ese europäischen Nachte sind sogar im Fall seucht!" Dann klingelte sie, und als Leila eintrat, schickte sie 'dieselbe nach warmen Tüchern und ShMls für die jungen Mädchen. Die jungen Leute gingen lanzsam um den Rasenplatz herum. Es war eine .herrliche, milde Sommernacht, und ein leichter Wind trug den. Duft der Blumen zu ihnen hin. Unter dem mit Sternen -übersäten Himmel, zwischen den beiden Mädchen, erfaßte Raimond wehmuthZvolle Trauer; war es doch das liebste auf der Welt, was er verlassen mußte; die eine, die er seit ihrer Kindheit kannte, die er hatte heranwachsen sehen und die er wie eim Schwester liebte; die andre, die erst seit einigen Monten in seiner Nähe weilte, die ihn aber wie eine Zauberin mit einem Schlag unter ihren Bann ge bracht, die er anlötete mit allen Fasern seines Herzens. Welches Glück, sie beide um sich zu haben, ihnen Worte sagen zu können, die den Stuirden, in idenen sie ausgesprochen roerden, ewe heilige Weihe verkeihen und sie unauslöschlich in unser Gedächtniß eingrzben. Und der kommende Abend würde sie. schon auseinandergerissen halben, er würde auf dem Deck des Schiffes, das ihn in weite Fernen, vielleicht in die Ewigkeit entführte, einsam umhergehen, wäh rend sie im Garten, zwischen den duftenden Blumen wandelten. Seine aewohnte Festigkeit verließ ihn bei diesen Gedanken und sein Blick wurde feucht, als er mit zitternder Stimme fragte: Werdet ihr mem wenigstens geden ken, wenn ich so weit fort bin?" Therese erblaßte ein wenig und sah mit ihren klaren Augen zu ihm aus Ich werde keinen Abend einschlafen, . r . t . i Raimond. oyne rur ie geoeiei zu ya ben. daß Sie uns wohlbehalten zurück kebren." Ll?dia erwiderte leichthin: Warum sollten wir Sie vergessen, lieber Better?"

Raimonds Stirne zog sich in Falten. Wie gern hätte er den feierlichen, ernjsten Ton in Thereses Antwort auch .aus Lydias Wsrten herausgehört. iAber die Heißgeliebte, die er unter dem Druck derselben Erregung und Pein, -die ihn quälte, zu sehen gewünscht hat:tr, war kalt und glieichgiltig. während er bei der Freundin, die er verließ, trotz ihres ruhig schlagenden Herzens, jenes Zittern der Lippen wahrgenommen hatte, das den hervorquellenden Thränen vorangeht, und. 'den starren Blick, der' das Zeichen eines traurigen, verzweifelten Gedankens ist. Rainwnd beachtete Thereses Erregung nur infofern, als sie ihm zum Vergleich für .Lydias Kaltblütigkeit diente. Es kam ihm wicht einen 'Augenblick ' in den Sinn, daß ihn Therese lieben konnte; er fürchtet: nur, daß ihn die an?re nicht liebte. Die Sehnsucht, sich die Geliebte zu erringen, stieg so überwältigend in ihm auf, daß er nur noch einem' Gedanken Raum gab: Wenn ich ihr meine Liebe 'heute Abend nicht mehr eingestehen kann, wenn ich von ihr kein bindendes Versprechen erlange, wie soll ich von ihr. scheiden und weiter leben können? Lcur noch ein paar kostbare' Minuten bleiben mir, und vor Therese darf ich nicht sprechen!" . Er näherte sich Lydia mit einer solchen LeZidenfchafttichkeit in jeder Bewegung, seine Züge sprachen so unverkcnnbar den Wunsch nach einem Alleinsein mit dem jungen Mädchen aus, daß Therefe kaum mehr ein krampfhaftes Aufschluchzen zu unterdrücken im stand: war. Sie wandte sich zur Seite, um heimlich eine Thräne, die. sich nicht mehr zurückhalten ließ, abzuwischen, und während sie in stiller Ergebung die Augen zu Boden senkte, entschlossen, dem, den sie von ganzer Seele liebte, alles zu opfern, sagte sie: Es ist hier außen doch recht tuhl. Ich gehe lieber wieder hinein."

Sle sah, w über Raimonds Gesicht ein Schimmer von Freude flog, der ihr Trost und Qual zugleich war, dann stieg sie. ohne sich auch nur noch einmal umzudrehen, die Treppe zur Terrasse hinauf und verschwand im Salon. Ploerne blieb eine Weile stumm ne ben Fräulein de Saint-Maurice. Wäre er weniger mit sich sevbst beschäftigt gewezen, so hatte er sich fragen müssen, waruim Lydia ihrer Kousine nicht folg'te und allein mit ihm zurückblieb. Wollte sie Naimond. nicht abreisen las sen, ohne noch zuvor eme Entichewung herbeizuführen, und wollte sie ihm diese erleichtern? Da noch hatte der lunge Lieutenant Gelegenheit gehabt, das Betragen der beiden Madchen gegenemander abzuwägen, und das Resultat wäre wohl kaum zu Lydias Gunsten ausge fallen. Aber Rarmond sah nur eine schlanke QZesralt, volle, zart geformte Schultern, zwei blitzende schwarze Augen, und lächelnde rosiqe Lippen, und cußer dieser Zaubererscheinung gab es Nichts mehr für ihn, was ferne Bewunerung, seine Achtung und Anbetung hatte erregen können. S:e waren stillschwelaend und lanasam durch den Garten gegangen. Unter einem Nosengestrauch lieken sie sich aus einer Bank nieder, über der sich aus einem von Gaiöblatt umrankten Sockel ein marmorner Faun erhob. Raimond nahm leinen ganzen Mut!h zusammen es ward ihm schwerer, als da er zum erstenmal gegen den Feind marschirte und mrt leiser Stimme begann er endlich: Lydia, es ist mir fürchterlich, von Ihnen scheiden zu müssen. Sie können gewiß meinen Schmerz nicht begreifen, da Sie ihn nicht theilen, aber glauben Sie mir. er ist tief und unheilbar." Das Mädchen erhob ihren flammenden Blick zu ihm, und mit der vollkkin genden Stimme, unter der Naimond stets erschauerte, fragte sie: Warum behaupten Sie, ich theilte Ihren Schmerz nicht? Halten Sie mich sür so gleichgiltiz?" ' O, ich weiß, Sie sind gut und lassen einen Freund nicht ohne Bedauern auf so lange ziehen. Aber dies Gefühl würden Sie einem jeden entgegen'bringen. Es ist mcht mit dem meinen zu vergleichen und ist das nicht, wo s ich in Ihrem Herzen suche. Wir kennen uns erst seit Monaten, und doch geh'o ren Ihnen alle meine Gedanken; ja alle, denn in dem Moment, wo ich mein Vaterland verlasse, habe ich keine andre Sorge als Sie! Und wenn Sie mich traurig, unglücklich und voll Angst sehen, so kommt dies nur daher, weil ich von Ihnen scheiden muß, von dem Glück in Ihrer Nahe leben zu dürfen!" Das junge Mädchen blieb bei dieser leidenschichen Erklärung,, die keinen Zweifel mehr zuließ, kalt und unibe weglich, und keine Miene verzog sich in dem wunderbar schonen Gesicht. Sie war ebenjo gelass, als Rarmond er regt und rastlos. . Wozu reisen ! Sie denn, wenn eS Ihnen so ichwer wwd?" . . Sie sind ein Kmd, Lydia, und wis sen von den Pflichten eines Soldaren nichts. Dem 'Befehle, der mich , gegen den Feind ruft, nicht Folge leisten, das hieße ehrlos lhandeln. und dies ist -das einzige, was ich nicht für Sie zu thun bereit wäre. So mui; rch denn fsrta: den rmrd Sie in Ihrer vollen Schoirbeit zurücklassen. Andre werden kommen und Sie bewundern, Sie zu erringen suchen.... Sie können meine Qualen nicht fassen.... Lydia, welch: Pein für den Abwesenden, der Ihr Bift in sei nem Herzen tragt, der nur in der Er innerung an Sie leben wird und der das Recht zu soffen nicht hat, da er es nichr wagte, Ihnen seine Liebe zu gestehen und Sie um ein bindendes Ber sprechen zu bitten. . Das also ist der Grund 5LbreS Kummers und Ihrer Sorgen?" fragte Lydia erstaunt. Sie müssen zugeben, daß ich kaum, errathen konnte, was in Ihnen vorging. oa ich nicht mit einem ibernatuich:n Scharren ausgestat (et ö'm. Sie kominen seit mehreren Mo

naten zu uns. fast täalick. ' und verleb-1

ren mit mir in der allerengsten Intimi- ! 'ivi cvjc - e. . i v . r ? jt I im. u? grauoe mcyr, oan ra) mvz) ce sonders scheu gegen Sie benommen habe, und doch sagen Sie kein Wort! Ich muß gestehen, daß Sie ein sehr zurückhaltender Liebhaber sind, dessen man sich nicht allzu schwer zu erwehren it!" Lydia. Lydia!" murmelte Ploerne, Sie machen sich über mich lustig, wo mir das Herz fast bricht!" , Was soll ich denn sonst thun? Mich Ihnen an die Brust, werfen uivd mit Ihnen verzweifeln? Da bin ich vernünftiger. Ich schelte nur ein wenig über Ihr übertriebenes Zartgefühl. daS Sie bis zum letzten Moment von einer Aussprache zurückschrecken ließ. Sehen Sie mich doch nicht so trostlos an; ich bin doch gar nicht so grausam gegen Sie.. Habe ich Ihnen denn etwa schon gesagt, daß ich Ihren Antrag zurückweisen werde? Beruhigen Sie sich, das will ich ja gar nicht." Raimond streß einen Freudenschrei aus. Er faßte nach de? kleinen Hand der schönen Kreolin und preßte sie an sich, als wolle er so von ihrem ganzen Sein Besitz ergreifen. Durch seine ausrichtige Leidenschaft, die sich, wie ein lang zurückgedämmtes Feuer, enduch mit voller Macht Bahn brach, wart) Lydia doch etwas weicher, und m:t einem Lächeln sagte sie: Sie wollen. daß ich aus Sie warte; das werde ich tyun. Ich bin noch so luna. daß Sre mich kaum verändert sinden werden. wenn Sre zurückkehren, was hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit geschehen wlrv. Mi! dem Preise meines BluteS will ich die Möglichkeit bezahlen, bald wieder ver Ihnen sein zu können. Schonen Sre das Blut ein enia. das jetzt mir gehört," unterbrach .ihn d Kreolm mit ihrer trefen Stimme. ,Jch weiß. Sre sind wpser: seien Sie nicht waghalsig. Das sicherste Mittel. sn meiner Seite glücklich zu sein, ist. wenn iyeil und gesund zurückkehren. Ich habe kein besonderes Berlangen danach, Wittwe zu werden, ehe ich Frau war. Denken Sie an meinen Kunrmer, wenn Sie verwundet oder verstümmelt wiederkämen. Die Waffen sind jetzt alle so schrecklich!" Lydias Worte waren von erkaltender und berechnender Gleichgiltigkeit, aber Raimond hörte nicht sie, er hörte nur den Trrumphgeiang semes ergnen überstromenden Herzens. Er konnte nun ruhigen Gemüths in Feindesland zie hen; hatte ihm doch das junge Mädchen versprochen, auf ihn zu warten. Der Ausgang des Feldzugs, dem er entgegengmg, war entweder Tod oder Glück. Den Tod fürchtete er nicht und nach dem Glucke verlangte chn. In einem Moment hatte . sich das dunkle Gewölk zertherlt. und rn chm war es hell geworden. Welches Loos war schöner als seines? Er war , Soldat und zog in den Kampf; er liebte und wurde wieder geliebt. Volles Vertrauen be seelte rhn und er dachte mcht daran. daß es auch anders kommen könnte, als er es erhoffte, und solcher -Lebens muth erfüllte ihn, daß er nicht an sei nen Tod zu glau!ben im stände war. Und wenn er lebte, war Lyd:a sein. Ziemlich lange saßen sie schwelgen) nebeneinander, bis das junge Mädchen endlich mahnte: Wir sind schon fast eine Stunde allern. Lassen Sie uns hineingehen. Sie müssen überdies auch mit meiner Mutter sprechen; es geHort sich, daß öit rhr sagen, welche Verspre chen wir ausgetauscht haben." S:e hatte sich erhoben, und wahrenb sie. zu ihm herablächelte, beschien das bleiche Mondlicht ihr liebliches Gesicht. S?e war so schon so. dak er sie an feine Brust zog uröd an sich preßte, und sie ließ es geschchen. Das Köpfchen an seine Schulter gelchm, schaute sie mit ?h ren klaren, glänzenden Augen zu ihm auf. Da neigte er 'sich vor und druckte auf ihre Stirn, die zwischen dem Ichwarzen Haar blendend weift hervorleuchtete, einen zärtlichen, keuschen Kuß Aber in dem Kinde der Tropen weckte diese Liebkosung ein heißes, wie unter er Asche glimmendes Feuer, und rn-dc-m sie sich auf vie Zehenspitzen stellte unv chre Arme um den Halls Pwernes schlang, so daff sie gleich einer Liane an ihm Hern rederhing, preßte sie ihre rothen Lippen auf den erSebenden Mund ihres Verkobten. Ihm war. als schlugen Flammen m rhm auf, und zrt rernd, sinnverwrrrt, schritt er mit ihr dem Hause zu, wo Therese und Ma dame de Sainr-Maurice ihrer .harrten. . Die gute Frau war eingenickt. Ne ben ihr saß Therese Letourneur, rn tie fe Gedanken versunken. Wahrend sie einsam trauerte, kosten fcsrcßen die Liebenden. Sie hatte es wohl an ihre: Erregung gesehen, daß sich me verden etwas anzuvertrauen harwr. und was konnte eS skr d:e sanfte Dulderm Här teres gebenv als RaimoüdS Liebeserklä runq, dre ihr nicht galtS Dermoch hatte sie selbst den Weg dazu ebnet. War denn der Entschluß des-armen Kindes, ein so 'heroischer gewefsnSie hatte in stl'nktro die Ueberzeugung gewonnen-,. daß, wnrn sie nicht gegangen wQire-. Nalinsnd m Schmerze, uder die TM nuna von der Geliebt! auch schlieWch in ihrer Gegenwart gesprochen hÄen würde. Nichts, deffen war Theresc. gemiß. hätte ihn. de? so lange geschwie. gen hatte, me!hr zurückhalten Ünnen. Wenn die Zagaarten die cotyrsendig tdt treibt, werden sie kühn und kennen knrse Grenzen mehr. Therese war vor dem Geständnuß Sdarmonds geflohen. Jetzt saß sie, unter dem friedlichen Schein der Lampe neben ihrer nichts ahnenden, schlafenden Tavte, mit starr vor sich yMvIlckenden Augen und ge senktem Kopfe, während die trostlosen Gedanken in ihr wühlten. Die Erinnerunq an den Traum, der sie mehrmals vor der Ankunft ihrer Anverwandten gequält und über lden sie mit Raimond gesprochen yatte, stieg wleoer wie ewe schwere Ahnung in ihr aus. Sie sah im leiste da schwarze Schiff. WZ bli

beiden Damen und die Mulattin brachte, und eine Stimme flüsterte in ihr.

die, jcire beängstigenden Traumesworre, wiederholte: S:e, dre da kommt, wird Dir lleZ. was Dein eigen ist und woran Du Hanast, rauiden. Du wrrst wcder Geld noch Liebe mehr besitzen. Ihr wird Dein GlückSantheil im Leben zu-fallen!-Und sie mit den dunkeln, dämonklchen Augen, rn der sie Lydia errathen hatte, lachte mit ihren perlwe:ßen Zähnen, während die beiden andern. d'se Mutter und die Mulattin, mit einem Nicken des Kopfes dies schreckliche Vorhaben guthießen. Therele sbreß einen Seufzer aus, während sich ihr Herz - zusammen lrampfte. Das eme, was der Traum prophezeit hatte, war es nicht schon zur Hälfte in Erfüllung gegangen? Hatte ihr Lydia nicht schon die Liebe Naimonds geraubt? War ihr nicht scho fast der volle Antheil an Lebensglüc! genommen? Sollte sich auch noch das uebrlge der Vision erfüllen? Ach. sie wollte keine Hand rühren, um ihr. Vermögen zu veröheidrgen; gäbe sie es doch mit tausend Freuden für das Herz desjenigen hin, den sie liööte und der keine Ahnung davon hatte. Eine Hoffnung blieb ihr wenigstens. eine kleine, schwache Hoffnung. Wenn Narmond rn Lydias Augen kerne Gna de fände und zurückgewiesen würde. Aber bald entschwand ihr auch dieie? Lichtstrahl, um sie in um so tiefere Nacht zu hüllen. Wie konnte sie auch nur eine Sekunde lang daran denken. daßRaimond ihrer Kousine nicht gefallen wurde. Welches Weib wurde a thotichi handeln und eine Liebe, wie die Raimonds, die er der Erkorenen so voll und ganz zu Füßen legte, zu verschmähen? Nein, alles war für sie zu Ende, und für sie gab es nur noch Leid und Thränen. Wie sehnte sie sich weit hinweg, um der entsetzlichen Nothwendigkeit zu entgehen, die Verlundrgung des Triumphes der andern nicht mit anhören zu müssen! Vernichtung, Tad wünschte sie sich; weder Augen noch Ohren mchr haben, eine empfindungSwse, leblose Masse sein! Nicht mchr lächeln müssen, wenn sie gern geweint hätte, nicht Glück wunschen müssen, wo rhr em Fluch aus den Lippen bebte: die blutende Wuntt, die bei der gerinaiNen Berührung schmerzte, verbergen dürfen! Ihr Leid tragen, das wollte sie schließlich noch; aber der Gedanke, daß jemand darum wissen könnte, war ihr unerträglich. Zu dem tiefen Gram, verschmäht worden zu sein, durste sich nrcht noch d:e Schande des Mitleids der andern geseilen! Wahrend eS so rn ihr stürmte, gmg die Glasthüre auf und Raimond und Lydia kehrten Hand in Hand in den Salon zurücke Madame de SamtMaurice fifh? aus ihrem Schläfchen auf, Therese aber vheb .unboweguch und wagte nicht aufzuschauen, jä kaum zu athmen. &ie hatte aus dem strahlenden Antlitz Ploernes ihr Urtheil gelesen. LYma trat auf ihre Amtier zu, und fadem sie auf den glückselig lächelnden fungen Mann zeigte, sagte Ire einfach und ohne Um schweife: Ma ma. Naimond hat m!r soeben seine Liöbe gestanden und wir haben uns verlobt. Madame de Samt-Maurice schlug staunt die zarien Hände ineinander unv rief erfreut aus: Mem Neffe! Da werden Sie Älso mein Sohn!! Ich konnte Sie nicht ueber haben, wenn Sie eS wirklich wären.. Mer Kinder. da fällt mir ein. daß er ja fort geht! Was machen wrr.da.nur? Wir warten, bis er zurü'ckkonrmt, Mama. Ich kann das AelterweÄden schon vertragen: lieben wird er mich rn der Fremde nicht weniger als hier. Und wenn er wieder da ist. verläßt er uns nie mtqx: nicht wahr, Rarmond? DaS verspreche ich. Ich werde dann ganz und. für immer bei euch 'bleiben.Weror ihr es zufrieden seid-, liebe Kinder, nnr ist eS recht. Es gibr nichts Leichteres- im Leiben als wartenr mittlerwkile ordnet das Geschick vorr selbst die Dingen Wer geben Sie mir neu Kuß. Rmnwnd; .das ist zcr die ameukan?sche ÄerMuno. Mr habt alles un ter euch abgemacht, ohne daß ich eine Ahnung- davon hatte. Warst Du weNigstens' eingewecht, Therese?" Dom. jungen Mädchen: traten die Mränen im die Augen, sie'säß aber im Schatten so daß sie eZ verbergen konnte Nein,, riebe Tante,- erwiderte sie mit- zisnrklch richraer Smirme. Es überrasche mich nicht weniger als Sie Uno mit erner letzten äußersten An sirengmiF fügte sie hinzu:, ch freue l' -"-o 1 o l ' " r -v rwjr i mich i&r Raimonds; und Lydias L imzA- 1? VUU Die Äugen der Kreolin- bohrten sich in daä blasse Gesicht-Thereses, ohne darin das geringste? Anzeichen von Schmerz entdecken zu- können, und mit übersichwmglicher Mrtttchkeit umarmte sie. das arme Manchen.. Dir danke ich;" sagte sie, daß ich NaÄnonid kennem gelernt halbe. Glaube rn; ich werde tDir rc vergessen Und RaimmÄ: reicht? y? die HM.. Ich lasse in Deiner Obhut' zurTcr. Therese;, pflege sie mir recht,, liebe sie und wache,- übe? sie. Sie iqt! das Theuerste, was ich auf Erden, habfc," Da trat Therefe in den vollen. Schein d: Lampe. Jetzt scheute sie nicht mchcc davor zurück, gesehen, zu werden. Der Gedanke, dzß sie: eine Pslicht 2iülli konnte, hatte aus ihrem Herzen jede Eifersucht gekannt. Und mit fester, klarer Stvmmerwiiderte sie: Ich verspreche es Jhneuv Naimond; Sie. können auf mich Men.

Ich danke Dir, There j e. Raimond sagte gute Nacht" und ging. Am solgenden Tag kam er. um Abschied zu nehmen, und gegen Abend fuhr er mit dem Schnellzug nach Marseille. Lydia ruVig und Therese verzwe sslnÄ zurücklassend. (Fortsetzung folgt.) '

Zllr die Süche. Schinkenspeise. Vier Eidot. ier werden mit etwas Salz und einem kleinen Eßlöffel Mehl fein abgerührt. Der Schnee der vier Eier wird dazu oethan, dann kommt die Masse in eine Pfanne mit aufsteigender Butter. Gewendet darf die Speise nicht werden. Wenn sie auf der untern Seite eine goldgelbe Farbe hat und oben leicht überlaufen ist, gibt man feingewiegter, Schinken nebst einigen Kapern darauf, . schlägt den Kuchen über dem Schinken

zusammen, laßt rhn noch einige Aul enbllcke in der Pfanne und gibt daselbe rasch zu Tische. Italienische Malsmehl--Polenta. In einer Kasserole bringt man zwei Quart Wasser zum Sieden, schüttet langsam, nach und nach ern Pfund Maismehl und einen knappen halben Eßlöffel Salz hinein und rührt dasselbe über dem Fuer zu einem Brei ab, der so steif sein muß. daß der Löffel darin steht. Man schüttet diesen Brei auf ein Brett, formt ihn mit dem Kochlöffel zu einem dicken Klumpen, laßt ihn auskühlen und zerschnetder chn mit einem Messer in ringer starke, feste Schnitten; hierauf be streicht man eine Form gut mit Bukter, bestreut dieselbe mit genedenen Parmesankäse, legt schichtenweise die Schnitten mit dazwischen gestreutem Käse und frischen Butterstuckchen hmein. streut Käse oben darauf, den mar. mit Butter betraufeit, und backt die Polenta bei guter Hitze eine volle Stunde. Beim Anrichten stürzt man sie auf eine Schüssel' und reicht gebra , tu- . n . r l rene ever overgevampsles tfitq mir Sauce dazu, oder ißt die Polenta als alleiniges Gericht. Für , 3 bis 4 Personen genügt die Hälfte. Turban von Kalbsleber. Mehrere schöne;, frische Kalbslebern häutet man und wiegt sie nebst einen halben Pfund Speck und drei Schalütten fein, worauf man alles durch ein Sieb streicht.. Mehrere Milchbrote weicht man rn Welßwem, druckt sie trocken aus. verrührt ste mit' einem hal ben Pfund Butter über dem Feuer zu. einer Panade ab, läßt ste auskühlen, und vermischt sie mit vier: Eigelb und zwei ganzen Eiern, mit. Salz. Pfeffer und mit den, durchpanirten. Sachen zu feiner Farce.. Eine turbanartige Form wird ausgestrichen, mit. einem gut gereinigten Kalbsnetz, ausgelegt und nun mit dem Leberfüllsel gefüllt, das auch oben mit einem Stück Kalbsnetz bedeckt wird. Man stellt die Form ca. 2 Joll tief in kochendes Wasser, in einen gut geheizten Ofen und bäckt' sie eine guteStunde. Man entfernt oben das. Kalbsnetz, stürzt den Turban auf eine passende Schüssel,. . nimmt auch das Netz, welches die Form, auskleidete fort, überfüllt das. Gericht mit dicker., brauner Kraftsäuce,. so daß dieseSauce. den Leberturbarr glareartig überzieht und garnirt den Nand: mit kleinen. gerösteten Kartoffeln und Kastanien. G ä n s e b r.r t.- e n.. Nachdem man: die Gans zum Braten wohl vorgerich tet hat. füllt mcnr den Leib und. zwar je nach dr Geschmack mit säuerlichen Aepfeln Rosinen, gedörr ten. abgebrühten: Zwetschgen, gelochtere und darnach abgezogenen Kastanien oder mit kleinen Karwfseln und etwas Salz. Manche ziehen keine Füllung vor. und in. diesem Falle bleibt der ei-' gentliche Gansgeschmack auch ein erf schieden reinerer. Ist die Gans alsl gefüllt, näht, man die Oeffnung z legt dieselbe in eine reine Bratpfanne, gießt Wasser darunter und stellt ste in. einen heißen Ofen oder Röhre. Nach etwa einer Stunde bestreut mair derr Braten mit? seinem Salz auf beidere Seiten.. weil. das Fleisch durch späteres Salzen milder, wirk, und deckt ste von, Anfangs an- lange fest zu, bis. sieweich geworden ist. Darauf wird sieunter fleißigem! Begießen in offenem Pfanne -gebraten: rrad von Zeikzu Zeit: etwas kochendes Wasser hinzugefügt,. damit daZ Fett nicht brenzlich- werde Uebrigenö muß ein richtiger Gänsebraten recht- kruspelig und gelbbräunlich nicht dunkelbraun und die Sauce eben, falls hellbraun, sein. Beim: Anrichten: zieht - man- die Fäden heraus, schöpft: das Fett größtentheils weg- (bewahrt: es indessen: gut auf und verwendet-. e& vortrefflich, zu. gewissen orderen Spei' sen.wie Sauerkraut und so weiter) rührt einen halben Eßlöffel Mehl darimbraumurrd gießt untes stetem RUH ren so viel. Wasser hinein, als man Sauce zu. hüben wünscht. Zeit. de Bratens 2$ bis 3 Stunden. Lyo-nergesrorsner uptci vvddimn, Vsn zwanzig feinen. geschäl ten'Aepfekr wird mit Zucker un5 weißem Wein em nicht zu dickes ApftkmuK gekachr".. daZ man duichstreicht. raii vier Löffeln dicklich gerührter Aprikosen, marmelade und wenig abgeriebener Orangrschale, soinie zivei Löffeln Aulerirup verseht, um dis Masse dann in eine Gefrierbüchse zu thun. Man laß! sie steif gefrieren, mischt ein Gläschen Maraschino, sowie sechs Löffel geschlagene Sahne darunter und mengt zuletzt Manzig abgerropfte. ein gemachte halbe- Kirschen und mehrere Löffel würfelig geschnittenes Citronat. das in ZuckeWsser weich gekocht wur. de, sowie einige geschälte, in seine Streifen geschnittene Pistazien darunter. Man füllt den gefrorenen Pudding in eine mit Mandelöl ausgestri chene Form verschließt ste fest und gräbt sie zwei Stunden in mit EiS vermischtes Salz.' Der Pudding wird gestürzt und als Sauce steifgeschlagene. Sahne, die man mit Zucker und we nig Maraschino vermischt hat. dazu ge gebeir. O ffen. Sie wollen - meinS Tochter heirathen? Es ist mein einzU ges Kind . Desto besser! Da gibtA nachher keine Erbschaftö?Ske:tigkei. ten!

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