Indiana Tribüne, Volume 19, Number 67, Indianapolis, Marion County, 24 November 1895 — Page 10

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Gin Cistnbaijnunfa!!. Von James Muddell. - . I. ?echs Leute reisten zusammen in

e!n::n Wzgg?n des von London nach Dover fahrenden Schnellzuges. In ein:r Eck: satz ein kleiner Herr, allem Ansch:in nach ein Kaufmann, emsiz mit einer TazeZzeitunz besch'af tizt. Ihm g:g:7.üöer fcß ein älterer H:rr von rrllrdig:m Aussehen, in di: rivii Kummer d:s ih:näum" v:it!:ft; r.c5:n diesem ein großer starker Herr, d:r einen kleinen Gechtöand in d-r Hand hielt. In einer anderen Ecke 5:?and sich eine D251:, die ihre kleine Tochter auf verschiedene interessant: Neisepunkte ausmerlsain mach!:, während d:n letzten Platz des Wazgons ein bleicher, junger Mann inne hatte, der mit zerstreuter Miene die Älätter eines Journals umwandte. Station uach Stztion zoz vZrüb?r. das kleine Mädchen plauderte lebhaft und -ihre Mutter antwortete lä.'lnd auf ihre Fragen; sonst aber herrschte tiefes Schweigen in dem Coupe und man hörte weiter nichts als das Knittern der Zeitungen. Endlich schloß der große Herr das Buch, in dem r bis dahin gelesen, stieß einen tiefen S:ufz:r aus und blickte nachdenklich aus dem Fenster. Auch das kleine Mädchen wandte ihr (Besicht dem Fenster zu und eilte auf da-se!ö: zu, als sie draußen In Um Walde, den der Zug eben durchfuhr, ein Reh bemerkte. Bei dieser GelegenIt'ii rannte das Kind gegen das Auch an, das der groß: Herr in der Hand h'lt. Das Buch siel zur Erde und das Mädchen, das feu:rroth geworden war, hob das Auch mit höflicher Entschuldigung aus. Wei dieser Gelegen h'it sielen ihre Blicke auf ten Titel und mit einem Ausruf des ErstaunenZ wandte sie sich zu ihrer Mutter. Mama,- Mama! sieh doch nur, mein eigener Name: Barbara Bell rief sie und zeigk das Buch der Dame, ohne sich um den Besitzer weiter zu kümmern. Zi:b dem Herrn das Buch zuruck,scgte die Mutter mit nachsichtigem Lächeln. Oh, nicht doch, gnädig: Frau," erwiderte der Besitzer; ich habe es eben ausg-elesen und es würde mich freuen, wenn Sie Ihrer Kleinen gestatten wollen, es zu behalten; es sind auch einige hübsche Bilder darin, die ihr sicherlich gefallen werden." Oh, Sie sind zu gütig versetzte die Mutter in halb ablehnendem Tone, doch d Kleine zog si: heftig am Aermel und bat, das Buch behalten zu dürfen. Nun gut, mein Kind sagt: die Mutter lächelnd; so behalt? es denn, doch geh' hinüber und danke dem Herrn für seine Freundlichkeit." Das Mädchen folgt: der Aufforde runz der Mutter und vertiefte sich dann in die Bilder des BucheZ. Heißt Ihre Tochter Birbin?" fragte der Herr nach kurzer Pause. Allerdings," versetzte di Dame, und waZ noch wunderbarer ist, ihr ganzer Name lautet wie der Buchtitel: Barbara Bell." IL Bei diesen Worten ließ der junge Mann sein Journal sinken und sah die Dame verwundert an. Allerdings ein seltsame? Zufall," bemerkte der groß: Herr. Um was handelt es sich denn, Doktot?" fragte der alte Herr und legte seine Zeitung zusammen. Ich hab: -eben ein: sehr interessante kleine Dichtung, 'betitelt: Barbara Bell", gelesen, und jetzt stellt sich heraus, daß die klein: Dame da genau denselben Namen trägt." Was Si: sagen!" rief der alk Herr, üb:r di:fes Buch habe ich eben im Athenäum" eine äußerst günstig: Kritik gelesen. Wie gefällt eZ Ihnen denn?" Ausgezeichnet," versetzt: der Doktot; ich halte es für sehr talentvoll, wenngleich es unendlich traurig ist. Di Geschichte spielt in Ehester, tväh. rend des Bürgerkriegs. Der Geliebte der Heldin, ein Cavalier, wird ton den Nundköpsen gefangen genommen und sie verhilft ihm zur Flucht, indem sie sich als Mann verkleidet. Die Flücht tigen werden verfolgt und niederzeschössen und die arme Barbara stirbt in den Armen ihres Geliebten, der kurze Zeit darauf ebenfalls sein: Seel: aushaucht. Das ist in Kurzem der ganze Inhalt; aber die Sache ist mit großem Talent ' geschrieben und der Autor dürste sich bald einen Namen machen." - Sie kennen ihn also?" fragte der alte Herr. Nein," antwortete der Doktor, der Name Eric AyneZley ist mir gänzlich unbekannt." Ach, das ist ein traurige Geschichte," fuhr der alte Herr fort, ich kenne ven Bersasser nicht personkch, aber ein Better von mir, der mit ibm in derselben Stadt, nämlich in Draykerne, lebt, hat mir seine Geschichte erzählt. Dieser Eric AyneZley soll noch ein. ganz junger Mensch sein und war mit einem sehr hübschen jungen Mäd chen verlobt. Der Hochzeitstag war bereits sestgesetzt, aue Aorbereltungen waren getroffen, da würd: das arme Madchen schwer krank und starb kurze Zeit vor dem Hochzeitstage. Der arme Eric wurde halb wahnsinnig vor Schmerz und magerte zum Skelett ab. In seiner Verzweiflung schrieb er diefe Dichtung und betitelte sie nach seiner Braut." . - Das ist allerdings eine traurige Geschichte meinte der Doktor. .WaS iü

Denn aus dem armen Menschen geworden?" Ich habe gs5rt, daß er vor einige? Zeit nach London übersiedelt ist; aber Niemand weiß mit Bestimmtheit, wo er sich aufhält." IN. Eine lang: Pause trat ein, der Doktor blickte nachdenklich aus dem Fenster, der Kaufmann las noch immer in seiner Zeitung, während der blasf jung: Mann anscheinend schlief. - So verging wohl 'in tiefem Schweigen eine Stund.?, als sich plötzlich ein furchtbares Krachen hören ließ, dem ein herzzerreißendes Schreien folgte der Zug war entgleist und einen Abhang hinuntergestürzt. Die Wagen hingen in der Luft, einzelne waren zertrümmert und die At mosphare war schwarz von Dunst und Nauch. Bald waren Arbeiter zur Stelle, die sich eifrig bzirnihkn. die unglücklichen Passagier: .unter den Trümmern hervorzuziehen; einzelne waren todt, andere lagen -im Sterben und eine große Anzahl war schwer verwundet. Auch der Wagen, in dem die kleine Gesellschaft gesessen, war umgekehrt and andere Waggons hatten sich auf ihn gewälzt. Der Doktor war der erste, der herauskletterte; 'er war glücklicherweise mit einer leichten 5topfwunde daöonaekommen, während der alte Herr. Mistreß Vell und ihre kleine Tochter bewußtlos dalagen. Der Kauf mann war von einem fallenden Balken zu Tode getroffen worden und auch der junge Mann schien schwer derwun det. Trotzdem hals er bei den Rettungsarb:it:n, bis er schließlich vor Ermüdung zusammenbrach. Man brachte ihn nach dem Orte, wo sich Mistreß Vell und ihr Töchterchen, die inzwischen zum Bewußtsein gekommen waren, 'befanden. Was fehlt Dir, mein Kiud?" fragte er liebevoll das Kind und legte ihm die Hand auf's Haupt. .Bist Du verwundet?" Nein versetzte die kleine Barbara, ich habe mein Buch verloren IV. Nasch erhob sich der jung: Mann, faßte die Kleine bei der Hand und flüstert! ihr zu: Weine nicht, mein Kind; ich werde es Dir suchen." Mit diesen Worten wandk er sich dem Trümmerhausen zu und erreichte bald den Wagen. Sind Sie toll, Mann?" fuhr ihn der Doktor an, als er sah, wie der junge Mann in den Trümmern herumwühlte. Nein, Doktor!" verseht: er kopsschüttend, ich habe eine Mission zu erfüllen." Der Doktor blickte ihm erstaun nach und rührte sich nicht von der SleZe, bis fein Kopf wieder an der Oberfläch: erschien; dann half er ihm auf. Kaum latt: der Jüngling wieder Boden unter den Füßen, als er zu wanken begann und sicher gefallen wäre, hätte ihn der Doktor nicht gehal ten und zu Mistreß Bell und ihrer Tochter geleitet. Dort zog der Jung, ling den kostbaren Band auS der Tufche und legte ihn der kleinen Barbara in die Hände. Der Arzt bettete ihn sanft zur Erde und kniete neben ihm nieder, während Mistreß Bell seinen Kopf in den Schooß nahm. Seme Augen waren geschlossen und eine Leichenblässe lagerte auf seinem Gesicht; der Doktor glaubt: bereits, er wäre todt, doch schon nach kurzer Zeit schlug er wieder die Augen auf und blickte di; kleine Barbara, die wieder zu weinen anfing, freundlich an. Weme nicht, mein Kind!" hauchte er leise und reichte ihr die Hand. Wal willst Du mir für daö Buch sehen, ken?" Das Kind blickte den Sterbenden erstaunt an, dann legte sie ihm die Arme um den HalS und küßte ähn innig. Eine hektische Nöthe überflog die Wangen des jungen Mannes, dang steckte er die Hand in die Tafch: und nahm ein kleines Notizbuch heraus, das er dem Doktor einhändigte. Doktor hauchte er mit schwäche? werden der Stimme, lassen Sie dieses Buch mit mir begraben Der Doktor nickte zustimmend mit dem Kopfe, der Jüngling ließ das Haupt auf die Brust sinken dann war alles vorüber, Das Notizbuch enthielt nur wenig!. Zeilen, doch in einer Tasche fand dei Doktor ein Bild mit Barbara" unter zeichnet, eine verwelkte Blume, eint Nose, einen Ning und eine Haarlocke. Als der Doktor die Blätter deS No.izbucheS umblätterte, fand er auf der ersten Seite den Namen d:5 EigenthümerS; der Todte war kein anderer alZ Eric AyneSley, der Verfasser der Dich tunz Barbara Bell". . . TeS NYeineS Ende.

' Ein Gang zur Mündung deS NheimS gleicht der Wallfahrt zu einem Grabe. Steht man am Ursprünge eines Flusses wir greifen zum nadj sten Ezempel und sagen: steht man btu spielsweise im Parke von DonauEschingen am Nande deS kleinen.hübsch gefaßten Wasserb:cknS, daö mit NeSH oder Unrecht die Donäuauelle heißt, so verfolgt man unwillkürlich den Werdeganz des entstehenden Stromes und sieht Z im Gerste, wie er wächst und zunimmt und Vom schmalen Rinnsal zum breiten .Laufe anschwillt. Danudiuö selbst wird unser Führer, und sein silbernes Band vor uns aufrollend. aeleitet er uns durch die weiten ' Lande, an blühenden Städten vorüber, zwischen fruchtbaren Gefilden und betriebsamenVolksstammen dahin biö zum Ende seiner Bahn, zum Orte, wo er mit dem Ocean & vereinen

soll. . Und hier nun so stellt man eZ isich Hör sammelt er seine letzten Kräfte, um sich in mächtiger Breite, in reichster Fülle hinauszustürzen in die Unendlichkeit. Er stirbt den Tod eines Helden, und die rothen Gluthen der untergehenden Sonne leuchten ihm wie eine Todes fackel. Ein Prachtvoller An blick, prachtvoll leider nur in der Einbildung. Auf dem grünen Pfade, den wir in Gedanken mit dem Flusse gingen, mag die Phantasie fast immer mit dem Wirklichkeitsbilde gestimmt haben, nur ganz zuletzt hat sie sich gründlich geirrt. Ein großer Fluß im V:renden ist eher ein trübseliger als ein erhebender Anblick. Zr hat seinen Fall, seine Ufer verloren; seine Wasser verirren sich nach allen Seiten und quälen sich unlustig durch den Sand, den der Fluß selbst herbeigeschwemmt hat, wie um sich selbst die Mündung abzudämmen. So kann er keinen Aus ganz finden und sucht vergebens den Weg in's Meer, den er sich selbst verlegte. Ohne menschliche Nachhilfe kommt er nicht weiter, und wie srühzeitig 'dieselbe oft geleistet werden muß, wie theu:r sie zu stehen kommt, davon weiß man in Wien Einiges zu erzäh len. Mehr oder weniger wiederholt sich aber die Noth bei allen größeren Strömen. Wie es der Donau ergeht, so geschieht es dem Nil, dem Po, dem Tiber, am schlimmsten jedoch dem Rhein, dem schönen deutschen Rhein, der in seiner Heimath so hochgepriesen wird und in der Fremde ein so jämmerliches Endeindet. iZZaum hat er den deutschen Boden verlassen.so beginnen alsbald seine Nöthen. Man gönnt ihm seinen Namen nicht mehr; um diesen schönen, durch Jahrtausende eheiliaten Namen

Rhein" muß er jetzt kämpfen.alS hätte er ihn widerrechtlich an sich gerissen. Bekanntermaßen theilt er isich gleich nach seinem Erscheinen auf holländischem Gebiete in zwei Arme. Der südliche ist der stärkere, er sollte nach Necht und Billigkeit der Nhein heißen. Auf hohen obrigkeitlichen Befehl wird r aber die Waal genannt, späterhin die Merwede, und zum Schlüsse die Maas, nachdem er sich mit dem Flusse dioseZ Namens vereinigt hat. Der Name des größeren Stromes wird von dem kleineren kurz und gut aufgefrefsen. WaS bei Rotterdam fließt, das stolze Wasser, welches dort den prächtiaen Hafen bildet, wo die Flaggen aller Nationen einander grüßen und Hunderte von Dampfern und Seglern aus allen Welttheilen sich am Ufer schaaren, es sollte eigentlich der Rhein heißen, und es heißt di: Maas. Dem nördlichen Arme läßt man noch eine Zeit lang den angestammten Namen. Nachdem die Waal sich abgetrennt hat, fließ! er als Niederrhein weiter. Nicht allzu lange. Plötzlich stößt er auf einen obrigkeitlichenBesehl, der ihn umtauft. Nun heißt er Lek und ergießt sich als solcher in jene angebliche Maas. Den schönen Namen Rhein kann man aber jetzt suchen wie eine verlorene Stecknadel. In einem ärmlichen Wässerchen lebt er fort, das auS dem Lek nordwärts abfließt und der krumme Rhein" benamst wird. Eine geradezu schimpfliche BeZeichnung. Man denkt an einen verkrüppelten FZußgott, der auf Krücken weiterhumpelt. Das Wässerchen rinnt allerdings in Krümmen, was man bei uns malerisch, romantisch nennt, als eine besondere 'Schönheit empfindet. Hier aber, in diesem Plattland, verlangt man von einem Flußbett zu allererst, daß es gleich einem Canal schnurgerade gezogen sei. Der krumme Rhein! Solch ein Name, der einen Tadel verschweigt, dem Strome der Reben und der Lieder, der schon bei den Römern der Stolze hieß.' nperbus! Schwermüthig windet 'sich der diinn Wassersaden durch das ebene Land.bis er .sich bei Utrecht nach Westen dreh! und nun in leidlich geradem Laufe Z'lr See hinschleicht. Nun heißt er auch Der alte Rhein". Derselbe fließt dur h die Stadt Leyden, und hier bekommt er einen noch viel schlimmeren Beinam:n. -,rc 15! m. gennanid Galgc water",steht auf dem S!ad!p?ane zu lesen. Der Fluß, dessen Namen wir nÄt denken können, ohn: daß unse: Ohr von fröhlichen oder Scaeisterfc',; W:ise.n erklänge am Rhein, am Rhein, da wachsen unser? Reöen!.... an den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein! unser lied:rreicher. liederfroher Strom, hier muß er sich den Schimpf gefallen lassen, wie dir schlechteste Pfütze behandelt zu werden. Galgenwasser" nennen sie ihn. Wahr, scheinlich haben sich in frühererZeit am User dieses alten Rheines allerhand hochnotpeinliche Dinge zugetragen, und tt Erinnerung daran hat man in dem übelklingenden Beinamen fepgehalten. Dh so ist eZ nun einmal, und ma? mag sich einigermaßen trösten mit dem Gedanken, daß am Rande dieses verrufenen Gewässers der Menschheit etliche großd Gevster geboren wurden, welche den Bezirk unseres Wissens und Genießenö mit gewaltiger Hand erwetterten. Nennen wir ic2 den größten von ihnen, Rembrandt, den MüllerSsohn auö Leyden. Seines Vaters Mühle stand hier am alten Rheine. und. nach ihm benannte sich die Fa milie van Rhijn, Rembrandt vom Rhein daZ klingt! DaS läßt den schlimmen Beinamen vergessen. Der große Künstler bringt den- schönen Fluß und seinen, schonen Namen zu einer letzten hohen Ehre, er leiht ihm einen Strahl seines Ruhmes, daß tö wie Sonnenglanz auf seinen trüben Eviegel fallt. Nemhrandt vom Rhein! Diesen einen großen Vollklang, erschütternd wie ein FesthvmnuZ, bekommt der alte Flußgott noch zu hören, dann schleicht er betrübt auö der Stadt hinauS, um bald darauf den Tod zu suchen. Bei Kawijk ergießt sich' der alte' Mein in das Meer. ' : ' . "

Ergießt sich besser hieße es, er wird in Meer gegossen. Aus eigener Kraft kann er es nicht erreichen. Von Schleuse zu Schleuse mi:ß er fortgepumpt werden, bis man ihn. den hilflofen Greis, mit einem letzten Heberuck in die See hinausbefördert. EZ ist nicht all-u lange her. daß man ihn so weit bringt. Die Rheinmündung bei Katwijk besteht erst seit Beginn unseres Jahrhunderts. Eine steinerne Inschrift, auf der äußersten Schleuse angebracht, befagt, daß die Verein!gung des Rheines mit der Nordsee im Jahre 1801 begonnen und im Jahre 1803. also unter der Regierung des Königs Louis Napoleon, vollendet wurde. Vor dieser Zeit verschwand der Rhein im San'd:, ehe er zum Meere gelangte, und versumpfte die Gegend rings herum. Die neue Mündung dürfte, ihrer Lage nach, di: alte sein, welche man im ersten Jahrhundert kannte. Die Römer sahen es noch, wie sich der Strom von selber, aus eigener Kraft in's Meer ergoß. Ve: seinem Ausfluß hatten si: ein Eastell innerhalb der Dünen angelegt. Jrgendwo. dort draußen im Meere, liegt noch der schwere, massig: Steinbau, aber man sieht keine Spur mehr von ihm. Die Dünen, vom Sturme ge jagt, sind über ihn dahingewandert, und hinter ihn:n her kam bald das Meer dahergebraust und breitete seine nasse Hülle über die alte Britenöurg". Vor etwa dreihundert Jahren lag sie noch landeinwärts, vor zweihundert schon draußen im Meere, 160OSchritt: vom Strande, und 1752 hat man sie zum letztenmal gesehen. Seither geht die See hoch über sie hin.' In einem alten französischen Fremdenführer für Holland, der in Schweinsleder gebunden uns vorliegt (Lea dcticeg de la Hollande, 1678), wird das alte rämische Eastell, als noch hie und da im Meere draußen sichtbar, erwähnt. DikS ein Beispiel, wie hier das Feuchte mit kaum bezwingbarer Uebermacht gegeu das Trockene tämpft. Was man ißc-iu land nennt, gilbt es h!:r nicht. DaZ Land bleibt, wenigstens hier an der Küste, nirgends fest und unverändert, eZ wird vom Wasser unablässig abgeleckt. Die Dünen sind ein Wall gegcn die See, aber ein beweglicher. In Scheveningen die Ortskirche, vor dreihundert Jahren weit vom Meere entfernt, steht heute schon ziemlich hart beim Strande. Die Wanderung der Dünen landeinwärts beträgt in jedem Jahrhundert zwischen 100 und 200 Metern, sie soll sich in diesem Jahrhundert auf jährlich 2 Meter belaufen. Solche Ziffern mahnen zu ruheloser Wachsamkeit. In diesem ewigen Kampfe hat es der Holländer gelernt, mit dem Feuchten und dem Trockenen sozusagen Fangball zu spielen. Er geht

mit dem weiten Ncke seiner deiche uno Eanäle fast wie mit einem Strickstrumpfe um. dessen Maschen er nach Beli-rben schichtet, bald so, bald anders vorschiebt, bald nach Osten und bald nach Westen schlingt. Hier durch muthigen Vorstoß, dort durch kluges Nachgeben erreicht er so ziemlich Alles, was er will, und macht sich zum Herrn der Elemente. Grüner 'Seetanz breitet sich an der Stelle aus. wo der Rhein müde im Ocean verschwindet, es ist wie ein allerletzter Nachglanz von all dem vielen herrlichen 'Grün, das den Fluß in seinem Laus: säumte. Bevor er diesen Ort der ewigen Ruh: erreichte, was hat er nicht AlleS gesehen und erlebt! Wie vordem von der Quell: zur Mündung, so sinnt man jetzt zurück, thalaufwärts. vom Ausfluß zum Ursprung. Hoch oben in den Grauöündtner Bergen dringt aus dem Felsen der Quell, der ein so mächtig-r Strom zu w:rden bestimmt ist. Die Paradiese Europas fat er mit stirem Hzuck: benetzt, eine Mt voll von Schönheit und herrlichem Gtuiuta uk!:r.cegs mit seiner Feucht: ergötzt; hund:rtundÄi:rzehn Städt: entstanden an seinen Ufern, die von zahllosen kräftigen Völkerstämmen bewohnt werden; bis in die dunkle Vorzeit reicht sein Gedenken, und drei Jahräausende Weltgeschichte sind es, was seine rauschenden Wellen uns erzählen. Dies AlleS. um so zu sterben. Denn auch die künstlich: Mündung, die der alte Rhein der Gnade der Menschen verdankt.. bereitet ihm keinen Heldentod. ES ist ein klägliches Verenden, weiter nichts.... Doch man schaue nicht auf den Fluß und sein trauriges Wasser, man schau: auf daZ fröhliche Volk, daS den Vater Rbein in seinem Alter umgibt, auf die TeuselSZungen, die ihm den Bart zupsen, auf die fri schen Dirnen, die iym den Kopf krauen, und man horche auf die Freude, die in hellen Tönen dem Alten tn dte Ohren schallt. Bleibe traurig, wer kann, vor einem solchen Bilde. Eine Wallfahrt au einem Grabe haben wir diese Rheinsahrt genannt; mag sein, aber eine lustige Wallfahrt ist es, ein Beqräbniß, ab:r eineS unter Lachen und Ztebefo Und so wollen wir denn heute Abend l des altholländisch:n Brauche? ein?edenk sein, der da vorschreibt, daß nach einer Leichenfeier, so der Verstor bene von hohem Adel gewesen, Rheinwein credenzt werde, womöglich vorn besten. Prairteschooner schören Im Westen durchaus noch r.ickt zu dcn Seltenheiten, trotzdem die Eisenbahn po,'ypen ihre Arme Überall bhi ni sirrcken. Erst dieser Taqe özssir'e t'-vt Flotille" von elf solchen Geehrten auf dem We?e nzch Ärand Nonce, Or.. die Stadt Union in "-mselben Staate. Die Leute, ca. 3T an Zahl, kamen auö dem Südwstez von Rebraska. ) 1 i 1 (lfr erlang: Mehrere vertrauen ü?i?e Dam od? He're, u für ein altrl bf taiitt v tn I -Man t riisen. alrt tTO VndS5eilekad. Beendige -t"nna. ftägtn e Refaene nd felbltiore'firte, f ronftTtei 5onTt fcet. ZU Sornintaa Ss Crnafia Satl V8 itcoa, 3. .

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