Indiana Tribüne, Volume 19, Number 60, Indianapolis, Marion County, 17 November 1895 — Page 9

I!

Snvtana Tribüne

lVenags.

Asrn. von Elisabeth Fürstin Conzago. Ueber eine Stunde hztte er hier bei mir gesessen. Wir hatten über du Verhältnisse in London gesprochen und sie mit unsern heimathlichen Sitten .und Gewohnheiten verglichen. Er ; hatte mir auch von seiner bevorstehentoen Reise nach Washington erzahlt, l wohin er als Gesandter gehen sollte. Und ich hatte ihn zu dieser -ungeaiöhn-lich frühenBeförderung beglückwünscht, schien er doch kaum erst sein vierzigMic3 Jahr zurückzelegt zu haben. 1 Uno dann stockte die Unterhaltung. Er saß auf einem niedrigen Lehn- ' stuhl neben dem Kamin und lehnte seinen Kopf gegen den Marmorpfziler. i Ein schwerer, gelblicher Nebel, wie . man ihn nur in London kennt, hatte ! während des ganzen Tages gleich inem dichten Schleier über der Stadt gelagert. Es war erst drei Uhr, und doch war das Zimmer, in dem wir sa- : ßen, so dunkel, daß man kaum dieUm- ! risse der schweren, altmodischen Möbel ! erkennen konnte. Als er sich vornüber beugte, fiel der Schein des Kaminfeuers gerade auf - seinen hohen, gewölbten Kopf, der nur 'zur Hälfte von dem. blonden Haar be deckt war. Seine blaugrauen Augen, die in die Gluthen starrten, erschienen mir so melancholisch, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Das Untergesicht war von einem kurzgeschnittenen, blonden Bart verdeckt, der bis über die Lippen fiel. Aber ich ahnte, daß auch den Mund ein wehmüthiger Zug umspielte, der seine ganze Person veranderte. Ich hatte ihn ostmals in Gesellschaften getroffen, dort aber ist das Auftreten des einzelnen nur eine Rolle, die ihm von der Macht der Verhältnisse aufgezwungen ist. Und der junge Diplomat war mir stets lächelnd, liebenswürdig und umgänglich erschienen so, wie der gute Ton es erheischt. Am vorhergehenden Tage hatten roii zusammen bei gemeinsamen englischen Freunden dinirt, und bei dieser Gele' genhiit hztte mein Tischherr einige Bemerkungen gemacht, die mir jetzt plötzlich wieder einfielen. JhrLandsmann, der da drüben neben unserer Wirthin sitzt.- hatte er gesagt, ist ein ganz eigenthümlicher Mensch ein wenig Schwärmer! Wohlwollende ältere Damen sollen den Versuch gemacht haben, ihn unter die Haube zu bringen. Aber er soll ganz unzuganglich für alle derartigen Angriffe sein. Er soll nämlich an einer fixen Idee leiden. Es ist die alte Geschichte von Pyamalion und Galathea: er ist in ein Stück Marmor verliebt, in eine Statue. Man erzählt und es soll wirklich wahr sein daß er oft die ganzen Nächte aufsitzt und die sonderbarsten Melodien singt oder auch auf den Knieen neben seinem kalten, unerbittlichen Abgott liegt.Diese Worte fielen mir ein, w'ährend er mir so schweigend gegenüber saß. Es lag eine gewisse Müdigkeit auf seinem Gesicht und in seiner Stimme. Er trug offenbar ein Geheimniß mit sich herum, und das erregte meine Neugier. . Eine beschwerliche Reise, die Sie vor sich haben, von London nach Washington," begann ich, aber ein Junggeselle beschwert sich wohl nicht mit viel Gepäck." Nein, ich führe nur äußerst wenig mit mir," erwiderte er, nur einig: Kunstgegenstände, ein paar Gemälde und eine Statue." Eine Statue?- fragte ich. Was stellt denn die vor? Wer hat sie angefertigt?" Ein armenischer Bildhauer Namens Zerbo. Es ist das Porträt eines jungen Mädchens, das ich einstmals gekanni habe. Sie ist schöner als sie alle.- Es war. als erfaßte ihn plötzlich ein unwiderstehlicher Drang, sein Herz auszuschütten. Ich unterbrach ihn nicht. Und so erzählte er denn: Ich war noch sehr jung, als ich mich als Attache unserer Gesandtschaft in KonstZNtinopel aufhielt. Ich sah nur sehr wenia von dem türkischen Leben. Ich wohnte nämlich in dem europäischen Viertel Pera. Und hier ist der ganz: äußere Charakter der Stadt wie auch die Lebensart genau so wie in jeder andern europäischen Hauptstadt. Mein Verkehr beschränkte sich auch auf die sehr zahlreiche Fr:m):nkolonie. Nur von Zeit zu Zeit wurden die Diplomaten vom Sultan oder von einem der höheren Beamten eingeladen. Aber dieseSesellschaften bestanden ausschließlich aus unserem eigenen Geschlecht. Ich hatte keine Gelegenheit, türkische Frauen zu sehen. Sie zeigen sich nur verschleiert, und den vornehmen T)amen begegnet man nicht einmal auf der Straße, sie lassen sich stets in veroldeten Sänften tränen. i Meine einzige weibliche Bekannte war meine Wirthin, eine sechzigjährige Frau, deren verstorbener Mann einmal bei Europäern in Dienst gewesen war. Aus diesem Grunde besak sie eine gewisseVorliebe für uns Heiden-, denen im allgemeinen die niederen Klassen mit Mitztrauen und die höheren mit Verachtung begegnen. Eines Tages fiel es mir auf, daß die alte Zora verweint aussah. Ich fragte sie. was ihr zugestoken sei, und sie erzählte mir. ibre Schwester sei so unzlücllich. Sie sei mit einem geizi-

g?n, rohen Mann verheirathet, der vier Frauen habe, die er alle schlecht behandle. Neulich sei ihre kleine Nichte so unzlück.ich gewesen, ein kostbares Gas zu zerbrechen der Schwager handelte nämlich mit Glas und Stein gut und in seiner Wuth habe er sie derart geschlagen, daß ihr ganzer Körper Spuren davon trug. Zoras Schilderung war so drastisch, dah das Elend des kernen MäöchenS lebendig vor mir stand. Mich erfaßte das tiefste Mitleid mit dem armen thu nen Geschövf. Die Polizei mischt sich niemals in das ein, was in dem Harem eines Mannes vor sich geht,- erläuterte die Alte. Die einzige Art und Weise, wie man den Frauen und Kindern h:lfen kann, ist. daß man sie ihrem Herrn abkauft. Aber Zora hat kein Geld, Zora kann nichts thun." Ihr Jammern rührte mich, und ich gab ihr die Summe, deren sie bedürfte, um ihre Nichtz'loZzukaufen. Am folgenden Tage, als ich auf meinem Diwan lag und eine Cigarette rauchte, trat die Wirthin mit dem lleinen mißhandelten Wesen in das Zim-mer.

Sie hieß Asra. Und sie zählte dreizehn Jahre. Sie warf sich auf die Erde und küßte meine Füße. Dann überschüttete ste mich mit Dankesworten. Sie bat um die Erlaubniß, ihr ganzes Leben lang dem weißen Engel aus dem Paradiese" dienen zu dürfen. Von nun an blieb Asra Ui der Tante, der sie bei den häuslichen Vernchtungen half. In der ersten Zeit beachtete ich die kleine Fremde nicht weiter. Aö;r tU nes Abends, als ich an dem geöffneten Fenster saß und schrieb, hörte ich eine schone, frische Stimme eine morgenländische Romanze singen. Ich zog die Jalousien auf .und schaute in den Garten hinab. Dort saß Asra unter der Sykamore und ordnete einen Strauß auS rothen Nelken und weißen Narzissen. Sie sang, ohne zu ahnen, daß Jemand sie beobachtete. Die Stimme nur un.gewöhnlich entwickelt für ihr Alter. Ä:ef. farbenreich, schmelzend zärtlich. Die Musik war mir stets die liebste Zerstreuung gewesen, deswegen bekam ich Lust. Asras musikalische Erziey.ing zu übernehmen. Sie kannte weder Noten noch Buchstaben, und mein Vorschlag wurde mit Staunen und Jubel angenommen. Zwei Jahre lang war Asra meine gelehrige Schülerin. Wir lasen, spielten und sangen miteinander. Aber es kam mir auch nicht einen Augenblick in den Sinn, daß dies tägliche Susammenarbeiten für ihren oder meinen Seelenfrieden gefährlich werden könne. Sie war ia nur ein Kmo. Eines Tages hörte ich zufällig, wie die Tante ihr Vorwürfe machte, daß sie die Sust zu gröberen Arbeiten ver loren habe. Sie wolle nichts mchr thun als lesen, musiziren und Blumen pflegen. Du träumst wohl davon, Odallske im Harem des Sultans zu werden?" sagte die Alte höhnend. Asra fing an zu weinen und siebte die Tante an, sie nicht aus dem Hause zu jagen. Sie wllroe an dem Tage sterben, an dem man ft von ihrem Herrn trennte, versicherte sie unter leidenschaftllchem Schluchzen. An jenem Abend fiel es mir zum erstenmal auf, daß AZra sch'c'n war. Sie zählte jetzt sünfzenn Jahre, war aber körperlich so en:w'.cke wie eine Nordländerin von zwanzig Jahren. Ihre Phantasie bewegte sich unablässig :n einer Welt, d'5 durch tausendstim mige, in Rosen verliebte Nachtigallen bevölkert war, in Märchen, die lon heißer Liebe handelten, welche, wenn sie erwidert ward, l'n höchste Seligkeit brachte, unbefriedigt aber den Tod zur Folge hatte. Ihre Dankbarkeit a:a:.t mich, der sie aus ihrem freuslosen Heim öcsrcit hatte, kannte keine Grenzen. In ? ren Augen war rch ein überirdisches Wesen, ein Prophet. Und sie gab ihren romantischen Gefühlen in so glühenden Worten und Bildern Ausdruck, daß sie unwillkürlich Eindruck auf mich machen mußten. Ihr ganzes Wesen war gleichsam ein tixizx Wohlgeruch, der mich allm'älig betäubte, berauschte, ein Opium, das daZ Gehirn umnebelte und meine Seele :n d'.e scho:'l:en Tra'.' me wiegte. Eines Tages kam ei.r heimisches Kriegsschiff nach jlcnstantinopel. Ei ner derPrinzen unfereZHerrscherhauses war an Bord, und aus dieser Veran lassung veranstalt-ten der Sultan, die fremden Gesandten un) mehrere der Paschas eine Reche glanzende? östlich keiten. Eines Nachts kehrte ick ziemlich sp'a heim. Es hatte ein großer Ball bei den Prinzen stattgesunden, ur.ö man hatte auf Deck getanzt. Als ich die Gartenthür öffnete, sah ich, wie sich eine Gestalt von der Marmorbank am Springbrunnen erhob und mrr entgegeneilte. Es war Asra. Die Hand, die sich mir entaeaenstreckte, Zitterte. Was ist geschehen?" fragte ich ganz verwundert, weshalb sitzest du zu so später Stunde hier im Garten?.?lch habe das Schiff da draußen gesehen." erwiderte sie, ich habe die Musik gehört. Und mir ward so be ' MW I P I . ll klommen zu MUlye, o traurig. .Aber weshalb denn?" Zora hat mir erzählt, daß ran Frauen nicht allein tanzen, so wie wir. sondern .Nun?" Sie lassen sich von den Armen der cm " fjct! c i f4 j7iuiiuct umcgiingen,una oaim lcgro ren sie herum wie die Insekten.Freilich thun sie aber waS hat da zu saaen?.Sie eiaen fhö fremden Männern unverschleiert, und dann tragen sie so wunoerllcde leider, die in der Taute

sezr anNeaen. Äis kw daran oachte,

dab mein Herr jetzt mit diesen Frauen anze. da brannte es mir hier w:e Feuer in der Brust, und ich zitterte am ganzen Leibe." Asras dunkle Auzen flammten gleich den Sternen am nächtlichen Himmel. Ihr heißer Mund, der roth glühte wie ein reifer Grar:o.tips.'l, wir hzlo ge öffnet. Und in ihrem losen, morzenändischen Gewand: war sie w:it schoner als alle Frauen, denen ich auf dem Schiff vorgestellt war. Asra war eifersüchtig auf die Gesellschaft, die ,mich ihr ferngehalten batte. Und diese Eifersucht bekundete sie auf die rührendste Weise. Sie äußerte keine Vorwürfe, gab nur ihrer Anzst Aufdruck, daß sie zurückstehen wurde im Vergleich m:t diesen wunderlichenWesen, die sich unverschleiert z;igten, sich berm Tanze von fremdenMannern umschlingen ließen und deren Kleider rn der Tarn: fest anlagen.' Aber der Vergleich fiel nur zum Vortheil für sie aus. Was ich ihr gesagt habe, weiß ich nicht, aber seit jener Nacht begann ein neues Leben für Asra und für mich. Und als die Sonne über dem Vosporus aufging, saßen wir noch unter der Sykamore, umfluthet von Rosen- und Ambraduft. Wir sind im Paradies gewesen," flüsterte sie mir in's Ohr. Geh nicht von mir! Ich furchte Mich vor dem Erwachen!" Wenige Tage spater erhielt ich die Nachricht, daß meine Dienstzeit in Konstantmopel abgelaufen sei, man wies mir einen Platz im Ministerium des Aeußern an. Was sollte ich thun? An eine Heirath war vor der Hand nicht zu denken. Als Attachö bezog ich noch kein Gehalt, deswegen mußte mein Vater meine sämmtlichen Ausgaben bestreiten. Die Geliebte bei Zora zurückzulassen, war ebenfalls ine Unmöglichkeit, denn wer bürgte mir dafür, daß die Alte sie im Hause behielt, wenn ich fort war? Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde sie sie schleunigst verheirathen. In meiner Noth suchte ich Rath und Trost bei meinem Vorgesetzten, dem Gesandten. Aber mein Sott! Sind Sie denn ganz von Sinnen?" rief die Excellenz aus. Mit einer Orientalin wollen Sie sich verheirathen! Denken Sie doch an den Unterschied in Bezug aus Rasse, Erziehung und Sitten. Sie kann ja niemals eine Europäerin wer den. Das ist erst nach mehreren Gene rationen denkbar! Und Sie beabstch tiaen doch wohl kaum, Türke zu wer den.Nein, das liegt mir allerdings fern," erwiderte ich. Aber über As ras ganzem Wesen lieg! eine Würde und eine Schönheit, die sie in Stand setzt, es mit jeder europäischen Dame aufzunehmen. Und was ihre Kennt nisse anbetrifft, so hat das keine Noth. Sie ist sehr gelehrig. Ich könnte sie ja der Obhut einer europäischen Fa milie anvertrauen, damit sie sich in den ultursprachen vervollkommnet und sich überhaupt an unsere Lebensart gewohnt. Oder auch, rch könnte sie nach Wien, Berlin, Paris oder London senden. Die alte Excellenz lachte, was etwas sehr Ungewöhnliches war. Der Plan sei so absurd, meinte der Gesandte, daß er Besorgniß hege, das warme Klima habe einen schädlichen Einfluß auf mein Gehirn ausgeübt. Er empfahl mir, schleunigst in die Heimath zurückzukehren. Haben Sie denn gar nicht an die Ihren gedacht?" fragte er. Soviel ich weiß, ist Ihr Vater kein Kröfus. Alles, was er erübrigen kann, opfert er Ihnen. Sie selber haben mir das ja erzählt. Es ist schon an und für sich ein Leichtsinn, die diplomatische Karriere einzuschlagen, wenn man kein weiteres Vermögen besitzt. Das Gehalt, das wir Diplomaten beziehen, geht in der Regel mit den Repräsentationskosten auf. Das leider Gottes einzige Mittel, wodurch wir im Stande sind, uns ein sorgenfreies Dafein zu schaffen, ist die Ehe mit einer reichen Erbin. Sie aber wollen sich einen Stein an den Fuß binden, um Ihre Zukunft unfehlbar zu ruiniren? Und das trotz der Aufopferung Ihrer Eltern. Nein, reisen Sie nur nachHause. mein lieber junger Mann!" schloß er. Ich wette, es werden keine zwei Monate vergehen, da werden Sie selber dies Verhältniß schon mit ganz anderen Augen betrachten Damit war unsereUnterredung über dies Thema beendet. Als die Excellenz meiner Eltern erwähnte und von dem Kummer sprach, den ich ihnen wahrscheinlich bereiten würde, fühlte ich eine Saite in meinem Innern ertönen. Denn vor meinem Vater hatte ich stets einen unbegrenz ten Respekt gehabt, und meine Mutter betete ich an. Da noch am selbigen Abend ein Passazierdampfer Konstantinopel verließ, beschloß ich.' den Rath des Ge. sandten zu befolgen und unverzüglich in die Heimath zurückzukehren. Ich fürchtete mich vor einer leiden schaftlichen Scene mit Asra. Ich wa, überzeugt, daß sie mich bereden würde sie mitzunehmen. Und das war ja eine Unmöglichkeit. So setzte ich mich denn hin und theilte ihr schriftlich mit. daß ich mir erst eine unabhängige Stellung erringen müsse, ehe wir an eine Vereint gung denken könnten. Ich versprach ihr, sie niemals zu vergessen. Und dann ging ich an Bord, ohne Abschied von ihr zu nehmen. Das war allerdings eine feige, fierzlose Flucbt. Und als sich das Schisf in Bewegung. setzte, bereute ich schon, was ich gethan hatte. Ich entsinne mich des Ganzen noch so. deutlich, als sei es erst gestern geschehen. Die Sonne versank hinter der aoU

dencis Kuppel der Marmormoschee.

Sie lächelte wehmüthig wie ein bekanntes Gesicht, das mich zuruckwlnkte. Eine aus feinem Goldstaub gebildete Wolke senkte sich auf die Stadt herab. Die Thürme und Minarets flammten auf wie mächtige Fzckelbrande. Das Meer leuchtete wie flüssiges Gold, von d:m sich ichnttweiße uno blutrothe Flecke abhoben. Das waren die wei ßen Turbane und rothen Fes, die sich im Wasser abspiegelten. Ich stand an den Rand des Schifies gelehnt und starrte zurück. Das Gold und der Glanz und der Purpur verschwanden. EZ verschmolz alles zu einer blaugrauen, llnbest'rmmten Nebelmasse. Schließlich sah ich nichts meyr als ein bleiches Antlitz mit zwei brennenden. thränenerfllllten Augen... Ich hatte sie schreiben gelehrt, und ich erhielt häufig Briefe. Niemals aber enthielten diese Briefe eine Klage darüber, daß ich ohne Abschied von ihr gegangen war. Sie erzählte mir, daß sie den halben Tag auf der Bank unter der Sykamore sitze und auf das Meer hinausstarre. Und dort würde sie sitzen, bis ich käme, um sie zu holen. . Einige englische Damen in Kon stantinopel hatten eine Art Missionsschule errichtet. Sie wollten türkische Frauen zu der christlichen Religion bekehren und' sie dann zu irgend einem praktischen Erwerb ausbilden. Ich dachte, diese Schule müsse für Asra passen. So schrieb ich denn cn den englischen Konsul, dessen Frau im Vorstand war, und empfahl Asra seiner besonderen Fürsorge. Sie selber schien sehr erfreut darüber zu sein. Sie bereite sich vor, ihres Herrn würdig zu werden, schrieb sie mir. Drei Jahre verstrichen, ohne daß ich so recht wußte, was ich eigentlich woll te. Ich war zwei . Jahre in der Heimath und kam dann nach Wien. Hier gewann endlich die Vernunft die OberHand. Ich schrieb an Asra, die Ver hältnisse mschten eine Ehe zwischen uns zu einer völligen Unmöglichkeit, und ich schloß meinen Brief mit kllhlen. ruhigen Ermahnungen, die einem Schulmeister, der an seine Schülerin schreibt, alle Ehre gemacht haben würden. Jetzt meinte ich, hätte ich mich als charakterfesten-.. Mann gezeigt. Ich war ganz stolz über mich. In dem jugendlichen Alt;r. in dem ich damals stand, verwechselt man ja leicht Herzenshärte und Gewissenlosigkeit mit Festigkeit und Män'nlichkei. Eine Antwort aus diesen Brief habe tch niemals erhalten. Zwei Monate später aber schrieb mir der englische Konsul, das junge Mädchen, das ich seiner Fürsorge so warm empfohlen habe, sei erkrankt. Der Arzt könne nicht mit Bektlmmthert sagen, was es sei. Er meinte, die Seele verzehre den Korper. Das Ende stehe nahe be vor. Am nächsten Tage befand ich mich auf dem-Wege nach Konstantinopel. Asra munte gerettet werden! Tau send Piane kreuzten sich m mememGehirn. Ich wollte meine diplomatisch Karriere aufgeben, wollte mich um ,r gend eine Anstellung in der Heimath bemühen. Nein, ich wollte mich im Orient niederlassen und einen praktischen Beruf erzreifen. Ich wollte mich mit Asra verheirathen und auf die ganze übrige Welt verzichten. Bisher hatte ich nur an meinen eige nen Vortheil und an meine Familie gedacht. Welches Recht hatte ich aber, das Glück eines andern Wesens aus eitlen Rücksichten auf mich und die Meinen zu opfern? Diese Vernunft war Nichts als eine Entschuldiquna für einen niederträchtiaen Verrath! Und weshalb sollte ich es überhaupt thun? Hatte ich in diesen öden drei Jahren nicht erfahren, daß ohne sie das Leben freudlos und einsam war? Ich hatte r j"vi je. lic ltyunuiic? qiniergangen, roayrsiu? sie nur für Mich lebte. Wie endlos lang diese Reise war! Die Eisenbahnverbindung zwischen Konstantinopel und Budapest war noch nicht fertig, ich mußte von Triest auö mit dem Dampfer fahren. Mir war zu Muthe, als hatte rch zahrelana in einem dunklen Kerker geschmachtet und ginge nun meiner Befreiung entgegen. Der lichte Tag. die Sonne, die frische Lust, die Freiheit, das Milik das alles, alles lag für mich in dem einen Namen: Asra! Als ich dann endlich das Ziel meiner Reise erreichte, weilte sie nicht mehr unter den Lebenden - Lange saß er schweigend da, über wältigt von schmerzlichen Erinnerung aen. Da kam der Diener herein, um Licht anzuzünden. Ich sah, daß daZ Ant litz meines LandZmannes bleick war in seinen Augen schimmerten Thränen. ui stand auf und reichte mir die Hand zum Absckied. Ver,eiben Sie. toß ich Ihre Naösscht so mißbraucht habe!" sagZ er. Aber eZ thut ei nem wohl, wenn man einmal einen Menschen trifft, dem man sich st zeigen kann, wie man ist ohne Maske." Dim,it verbeugte er sich und schloß die Thür hinter sich. Ich habe ihn nie wiedergesehen. Das Schiff, daö ihn nach Washington führen sollte, ist verschollen. Man fand später auf den Azoren ein Wrack. daZ man für die Ueberreste des englischen Dampfers hielt. Bon den Passagieren aber horte man nichts. Später hat ost ein eigenartiges Bild vor meiner Seele gestanden: auf tie fem Meeresgrunde die Marmorstatue eineZ jungen MadchenZ, fest umklam mert von dem starren Leichnam eineZ V?fknn?Z erio.no i: Mehrer vertranenmurdkge Damen ober Herren, um für eh alte, be kanna ean iJdi,n u reise. SatSr $780 ii Kfiferofttn. ftänbta Stellung. ffSge Ite Sie erenztn und seidstadressirteß. rank'rre ?nvert bet. h, Dominion o Omaha vurl ding, Ehicago, Jg.

i-i a m i iro:ij PATENT AS3EST05 AND HETAL

Cake Qriddle. Ladies Notico! C00K3 Ei backt: Vkannknche d erbrennt sie nicht. vanniukyru uno ivenori it. kan'uarn cö t btxrtitartp Dierlt. i'fannf na cn ulct.lmfifc o in &rZht u. fifufifefien. Psn,e -l'ichmSftig otqu". fnnfnrtim lrich , füg unb tu remmtidi. Dteniiftufien obnr Surft unb Aufleben. -An cm t.r, te connrutTte ueprrpfanre cte lese ifultaie aus eist. Hl ?b,ilt mit nfibrst ttQe(cot. mit fetc&l&etff. fcteXlnhrennen nfcsniur verhindert. levMnne ist elr vollkommene Einrichtn Oft c Cuft so u heilen, && dre Suchen gleich mäkig backe. tf backt sechs Sacken auf einmal. VorzS glich für OmlettrS. ngle good und aebackene Sier. S ist da nt,ucken der Lüche te dt Jnva gesellensiande. Sin Agent verkaufte 43' in 80 Xaaen, ein Hnde rer 110 in 10 Tagen zc Damen könne sich ein ermogen dnra den erkauf erwerben. Agenten jeder ktadt nnd Ortschaft gesucht. Besonder' Diskonti für tüchtige Verkäufer. orciim : Odell Manufacturing Co. Departement der Odell Typewriting Co. uetnige savnranken. SZ8-2kZ4 Tearborn Ctr. Chicago. Jll. Br. C. N. Schaefer, jörzt und Shirurg, No. 430 Nadison Lvenue, nahe VerrtS St. prechftde : 8-v:so Nhrr?,rie?,,7-Uir achmittckg, t & ux iend. XtUPtVU 88. Dr. LeonL Bell. Deutscher Arzt, Ecke Gast und Ohio Straße, Prakrizirt gemeinschafUich mit feinem Vater Dr. Snido Bell. ferc&ftnTifee' Vormittag 10 U Nhr. prechnnnde. Nechmittag, t- Uhr. Dr. THEO. A. WAGNER 5?o. 04 Nord Delaware (Ztr. Sprechstunde : 9 10 Uhr orm.z 4 Uhr ach.; vonntag: xio-ttua)r vorm. Telephon 848. - Dr. Buröhardt, Venischer Arzt. Wohnung : Ce. 802 Cüi Meridian Str. evrech.tntze : Hl 9 Ulr Sin. 1 US Ü4 Nhr achm. 7bi8Uhr bend. Office: 18 Ost Ohio Straße. Zprechftunde bi 4i Uix Nachm. eledb S0. Dr. I. N. Snteliffe, keschäfttgt sich ansch!ikSkch mit smsfc2r;ttl!ra Sau XI mit ejchiechl, und QrtftcC)i ittfi Ro. 95 Cft Starlet Ctrrt DTfteuCrnmö : ii 10 &s rns llitl Hit ach. v?Ktt2f Xtle sa irtt MM ?WM 25 West Washington Str. Zähne mit Silber füllen 75c, mit Gold 11 uno auswärts ; Zayne zu reinigen 75c Zähne zu ziehen 23c. Das beste Gebiß au isummu ' an 5. m gutes GevtS Zähne schmerzlos ausgezogen. C. C. EYERTS, Deutscher Zahn-Arzt No. 8 Nord Pennsylvania Str. G a 8 vird auf Wunsch angewandt. Dr. Carl G. Winter, Qtlt unb Chirurg. Spezialift für Augen nnd Ohren. Zimmer 97o. 1 im alte BiVltoihekgebLnde, 88 Nord Pennsylvania Str. pchftde von 10-13 nd 1-4 Uhr. Telephon 1S0S. IST vuton Strafte, Sprechstunden von 8-4 11-1 unb 7-8 mr. Tel'pöonUZ. Dr. I. Bühler, 120 OS ZZcGattt) Otr. vard,R 8 - 9 ttli vorm.! 1 -1 Sir ach.: f 9 Sli end. TelepZon 1445. prchstn: ronntaa nr rmittag. Denkewalter Springe. Spercer, Jndiana. sSanatarinm. eiov'sch ISafferiettavstUit, vktlchkurort, Höd'Istkurort, inderhetlftätt un eivenoe u? enoBien. vrolpette rul. Jolrn Weber, Ecke Noble und Market Str. Deutsche Wein, und Bier-MtWasl. "Warmer Lunch. Vormittags und Nachmittags. KonradHeeß, Saloon, 330 Massachusetts Avenue. Beste Setränke und Cigarren. Luiras.

' ... , - rAr(NTCO v. f'r f t(f fi " n l'l u j i ii & z

1 II I I I

R? W

,!,,?!!?

f üSSö tej!:iföii?. it:!::

7 l'll! I ' V H f l t y

mam

rrv imifmm

mrtäAm.

mm mm . : m u. li iri v v

VSz

Fi enzel Brothers, No. 1 West Washington Strafte (Merchants National Bank.)

Ein europäisches Departement.

sungen aus alle Städte Europas. Schisssscheine nach und von Europa. An-

und Verkauf ausländischen Geldes. M seid

Wenn Elektrizität, wie sie durch unsere Heilmittel erzeugt wird, Euch heilt.

$3

i: . :c" 's ''W' I t'tK. k J FiPl 1 VI 1 , i! . r. . II i , Iymmi l !M?üD M

I . Ji IM." M! M, sKKR

IW'SlV I

i nmmwpT

No. 4 HemN'Eüttel mit Rückgrat Vorrichtung. Während einer langen Reihe von Iah ren stellen wir bereits unsere so berühmten Elektrischen Gürtel nnd Vorrichtungen her, durch deren Ge brauch Tausende von Leidenden, die vergeblich Medizinen probierten, Heilung ihrer Leiden erzielten. Unsere Elektri schen Heilmittel sind besonders wohlthätig bei RhenmatiSmuS, Reuralgia, Varieo eele, Rückenschmerzen, Nieren und Leber leiden, Nervositet, Schwache bei Männern und Frauen. Geschlechtskrankheiten und allen Leiden, die nur irgendwie durch Elektrizität heilbar sind. Hütet Euch vor wertlosen und billigen Nachahmungen, welche von Schwindlern auögebotcn werden. Wir sind daS älteste Geschäft sür Elek irische Heilmittel in den Vereinigten Staaten.

Unser großer Illustrierter Katalog, welcher in Deutsch gedruckt ist, giebt volle Auskunft, Pccise der Vorrichtungen, be schworne Zeugnisse derjenigen, die wir bereits geheilt haben sowie noch viele anderes wertvolles Mssenswertes und wird gegen Emiendung von 6 Cents Briefmarken an irgend eine Adresse verschickt. Wir fabrizieren auch die ersten und allem echten Clekttischen Baudazen Heilung von Brüchen. Schreibt nach unserem Katalog und werdet geheilt. Adressiere The OWEN ELECTRIC BELT & APPLIANCE CO. 201-211 State Street, Chicago, lila. -ll9tt fia fltSfct atailltTtmrttt i? Ocli sü Cltttrifcht QtUnUUL

Columbia Halle ! ecke WeCttty & Delautte 6h. Die schönste, größte nd cm bequemsten eingerichtete Halle der Südseite. Sie steht zur Verfügung für W Haltung vo (Konzerten, lrnz-Nrünzchsn, nrties etc Besonders ist sie Vereinen zu empfehlen. CT Die schönste Wirthschaft w dn Stadt. Nur die besten Getränke werden ver abreicht. Zu zahlreichem Besuche ladet ein G. Seukhsrdt, SOOE Cdc ßllo t$ SloWt (Straße Vefte Ceträske nnd Cigarre. Großer Verdienst. ver un seine Adresse insendet, dem senden tr per Post genane Aukkunft über ein an, neue Seschäft, omit irgend eine Person mann, ltchen oder weibliche schlecht auf ehrliche Oeise nnd ohne große Auslagen und Mühe über loo Dollar ver vconat verdiene kann, ohne Reisen nd Peddeln. ein gentschafiHm ia, sonder et ehrliche eschaft. dresftre: .Sb Hose S aatoa, Cttl Cow Zü$.

Wechsel, Creditbriefe und Popanvei-

Zhrkmnk? Von vielen Hunderten von Zeugnissen geb wir hier das folgende: MWKMM" Vi.:vv -'y. . VnT Fried. Horstman. Der Owen Elektrische Gürtel kellt 7 'jähriges Leberleiden. Big Spring. Neb., den 10. Jan. 18S4. Geehrter Herr Tr. Owen ! Hierdurch benachrichtige t$ Sie, daß ich Ihrem elektrischen Gürtel die Wiederherftevung meiner Gesundheit verdanke. Seit neun Jahren war ich mit Leberleiden behaftet und habe in dieser Zeit beinahe mein ganzes Vermögen an Doktoren und Apotheker weggegeben, leider ohne Hilfe zu erlangen, auch war ich oft geplagt mit Kreuz und Rückenschmerzen und Verstopfung, o daß ich manchmal vor Schmerzen kaum ,rn Stande war, meine Llrdeitz verrichten. Tock, alle meine Beschwerden, sind vorüber, seitdem ich den Ow? Elektrischen Gürtel trage, ich fühle jetzt wie et Menjch.den nie eine Ärankhelt befallen hat. Meine Freude über den Besitz de Gürtels ist groß, und möchte ich nie ohne denselben fein. Indem ich wünsche, daß Jedermann memem Beispiele folgen möge, der leidenb ist, wie ich eö war, begrüße ich Sie i U Ihrer dankbarer Patient Friedrich Horftmann. Feme alte Weine seiden Lie in bester Luiwehl und jeder LerU 6U lWWlW J-CODSo . Wein,eller: Vko. SS Oüb Delaware Otr. Mlligsts preise. Freie, probte vSlteferesg allen Lttheile. elevbo ISSS. To celebrate propcrly Am 0CCASI0K When von gc Wh Wfofy to supply yoor SUMMER HOUE. JACOB METZSSR & GO, can furnih the greatest rarietj of pur aal irbolesorne cXxlxiks, in bottle, to ult The Teetotaler and Connoirnur, tor men, women and cMldrea la au eondiUoa. uch u Beer, Ales, Wlne.71ilokic3, Brandies, Champagner, Water. Mineral V7atcrs. Soda Wateri, etc., scrclja anddomestie. Call or send Orders to 30 & 32 East Ilwyknü Ci. Telephone 407,